1804. Arciiüg fcnt 16. Dezember BAU tU oxß? I* F Wys-; . WUKEL?! Kriminalroman von A. M. Barbour. (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) „Sie sind Herr Richard Hodson?" fragte der Coroner. „Zu Ihren Diensten, Herr", antwortete der Mann mit gleißnerischem Lächeln und sanfter, einschmeichelnder Stimme. „Wenn mir recht berichtet wurde, sind Sie mit dem verstorbenen Herrn Hugh Mainwaring einigermaßen bekannt gewesen. Ist das so?" „Nun ja, so einigermaßen", wiederholte der Zeuge mit Betonung des von dem Coroner gebrauchten Wortes. „Ich dürfte vielleicht sogar ohne Erhebung behaupten können, daß ich mit dem ehren werten Herrn besser bekannt gewesen bin wie iirgend jemand in diesem Lande." „Wie lange sahen Sie Herrn Mainwaring nicht mehr?" „Ich habe ihn volle dreiundzwanzig Jahre nicht mehr besucht." „Sie haben aber in dieser Zeit mit ihn: korrespondiert?" Ter Zeuge zeigte nicht die mindeste Ueberraschung. „O ja. Wir wechselten einige Briefe, solange ich noch iit- England war. Seit ich aber hier lebe, schrieb ich ihm nicht mehr." „Sie sagten, Sie hätten Herrn Mainwaring dreiundzwanzig Jahre nicht besucht, das soll wohl soviel heißen, daß Sie ihn in H'ieser Zeit nicht gesprochen, wohl aber inzwischen gesehen haben. Ich frage nun also: Wann sahen Sie ihn zuletzt?" „Soviel ich mich entsinne, innerhalb der letzten zwei oder drei Wochen einigemale auf der Straße."" „Hat Herr Mainwaring Sie auch gesehen?" „Wenn er das tat, so hat er mich wohl nicht erkannt." „Hier im Hause begegneten Sie ihm nicht?" „Nein." „Wollen Sie mir den Mann beschreiben, mit dein zusammen Sie vorgestern abend hier waren?" „Er ist von meiner Größe, aber stärker, und hat ein gutes Aussehen. Auf die Farbe des Haares, der Augen und so weiter habe ich nicht besonders geachtet." „Wie heißt er?" Ter Zeuge lächelte verschmitzt. „Ich kenne ihn unter dem Namen John Caroll, ob er aber wirklich so heißt, weiß ich nicht. Er ist ein exzentrischer Mensch und sehr Vielseitig; man weiß nie, wie man mit ihm daran ist." „Ist er denn nicht Ihr Schreiber?" „Tas wohl eigentlich nicht. „Agent" denke ich, würde die richtige Bezeichnung sein. Er wird von mir beschäftigt, besorgt für mich gewisse Geschäfte, aber er tut das nach seinem Gefallen, und kommt und geht, wie es ihm paßt." „Wo befindet er sich jetzt?" Der Zenge zuckte die Achseln. „Ich habe keine Ahnung davon. „Wie lange verweilte er bei Ihnen im Hotel?" „Nur wenige Stunden. Gleich nach unserem gemeinschaftlichen Geschäft verließ er mich, und ich habe ihn seitdem nicht wiedergesehen." „Trug er eine dunkle Brille?" „Während unseres Zusammenseins nicht." „Begleitete er Sie vom Hotel aus hierher?" „Nein. Wir trafen uns auf Verabredung." „Wann erwarten Sie ihn wiederzusehen?" Ein gemeines Grinsen verzerrte das Gesicht des Zeugew „Vermutlich, sobald er mir eine geschäftliche Mitteilung zu machen haben wird. Wann öss aber sein wird, weiß ich nicht." „Sie sollen unter der Androhung der Enthüllung ge- ivisser Tinge mehrfach Geld von Herrn Mainwaring erpreßt haben. Wie steht das?" „Ich will zugeben, daß das jedem, dem Herrn Main- Warings Privatkorrespondenz zugänglich geworden ist, so erscheinen kann, im Sinne des Gesetzes kann aber mein Verfahren nicht als Erpressung bezeichnet werden. Ich nwllte nur erlangen, was mir rechtmäßig zukam. Herr Mainwaring hatte mir, ehe er England verließ, für mein Schweigen über einzelne von ihm verübte Handlungen freiwillig eine gewisse Summe zugesichert. Er hielt aber sein Wort nicht, und deshalb schrieb und drohte ich ihm, mir mein Recht ans gerichtlichem Wege zu verschaffen, !vas natürlich sehr unangenehme Eröffnungen für ihn zur Folge gehabt haben würde. Er hat mich niemals ganz bezahlt, trotzdem aber habe ich bis jetzt geschwiegen." Er hielt einen Augenblick inne und setzte dann langsam hinzur „Ja, ich allein kenne das Geheimnis und kann es bewahren oder verkanfen." „War Herr Mainwaring jemals verheiratet?" „Ich glaube, im allgemeinen galt er nicht für verheiratet." „Hat einst eine geheime Heirat stattgefunden?" Ter Zeuge zeigte wieder sein widerwärtiges Lächeln. „Hierüber haben Sie ja schon die Aussagen der Dame des Hauses, und Sie werden sich damit begnügen müssen, da ich mich nicht in der Lage befinde, Geheimnisse Herrn Mainwarings aufzudecken, wenn ich nicht gut dafür bezahlt werde." Hiermit ivurde die Verhandlung durch den Coroner geschlossen. Er zog sich mit den Mitgliedern der Gerichts- kommission zur Beratuirg in ein Nebenzimmer zurück. „Hören Sie", sagte Herr Sutherland lachend zu seinem Klienten, „dieser Hobson ist ein geriebener Patron. Glatt, iöie ein Aal, hat er sich durch die Hauptfragen gewunden. Nichts haben wir von dem Kerl erfahren. Wenn Sie auf seine Aussagen allein angewiesen wären, dann stände Ihre Sache auf verdammt schwachen Füßen. Danken Sie Sott,. 746 — daß Sie die mir übergebenen Beweise erbangten. Damit sind wir auch ohne die Hilfe dieses Burschen stark." „Na, Ralph Mainwaring wird sich so leicht nicht überzeugen lassen." „Ja; den Eindruck macht er mir auch. 9Tuf einen zähen Widerstand müssen wir uns jedenfalls gefaßt machen, tut aber nichts, wir können schweres Geschütz ins Feld führen und dürfen uns die beste Wirkung davon versprechen." In einiger Entfernung von den beiden führte Herr Whitney mit den Engländern ein eifriges Gespräch. „Sie haben ganz recht", erwiderte er auf eine vorangegangene Bemerkung, „die Aussagen nahmen für ihn ein ganz bedenkliches Gesicht an, ich habe aber trotz allem nie ernstlich daran geglaubt, daß Skott zu der Sache in irgend welcher Beziehung stehen könnte. Welchen Beweggrund sollte er auch dazu gehabt haben? Bon Anfang an war sein Verhältnis zu Herrn Mainwaring das denkbar beste; dieser schenkte ihm sein volles Vertrauen." „Na, ich für meinen Teil", stimmte Herr Thornton bei, „freue mich herzlich über die eingetretene Wendung. Mir hat der junge Mann immer gefallen." „Und mir gar nicht", widersprach Ralph übellaunig. ,Mag auch im vorliegenden Falle alles seine Richtigkeit mit ihm haben, so sage ich doch, einem Toten derart die Ehre abzuschneiden, wie er es getan hat, ist einfach niederträchtig, und mag Mr nur einer sagen, was er will, ich behaupte, solch eine Nachrede entspringt nur persönlichem Hasse." Herr Thornton sah seinen Vetter mit einem zugekniffenen Auge von der Seite an. „Na, na, Ralph, sei doch ehrlich; von Hughs Denkungsart haben wir wohl beide Nicht gerade viel gehalten. Er wird seinen wilden Hafer ebenso gesäet haben, wie wir anderen, und ohne triftigen Ornnd hat er England sicherlich nicht verlassen." „Ich begreife nicht, William, ivie Du so sprechen kannst", brauste Ralph auf. „Da bin ich doch —" Tas Wiedererscheinen des Coroners mit der Gerichtskommission unterbrach die Weiterrede. Ms Resultat der Untersuchung verkündete der Coroner: „Tie Gerichtskommission hat befunden, daß Herr Hugh Mainwaring durch eine Revolverkugel, von unbekannter Hand abgefeuert, vom Leben zum Tode befördert wurde." Hinter den Kulissen. In lebhaftem Gespräch entfernten sich alle, die der Verhandlung beigewohnt hatten. Nur der Sekretär blieb in tiefem Sinnen an einem Bogenfenster der großen Halle stehen. Ter aus ihn geworfene Verdacht war allerdings dank der Aussage von Fräulein Carleton in der Hauptsache hinfällig geivorden, er wußte aber gar wohl, daß dieser nach der Enthüllung seines bisher sorgfältig bewahrten Geheimnisses wie eine Futwoge, noch verstärkt durch persönlichen Haß, zurück- kehren würde. Viel Sorge machte ihm dieser Umstand zwar Xicht, immerhin mußte er aber damit rechnen. Nahende Schritte iveckten ihn aus seinen Gedanken; er drehte sich um und sah Herrn Whitney vor sich. „Ah, Herr Skott, Sie suchte ich gerade. Ich fürchtete schon. Sie wären mit den anbent nach der Stadt zurück- gekehrt. Ich wollte Sie fragen, ob Sie nicht — je nachdem sich die Tinge hier gestalten — die nächsten Tage oder Wochen noch hier bleiben würden. Herr Ralph Main- waring hat mich in der Erbschaftsangelegenheit zu seinem Anwalt bestellt, und da das Testament vernichtet ist, lassen sich Weiterungen Voraussehen, deren Beseitigung geraume Zeit erfordern dürfte. Sie toiffen mit den Privatpapieren des Verstorbenen am besten Bescheid, und ihre Sichtung wird hier am Orte die wenigsten Schwierigkeiten machen. Wenn Sie bleiben und uns Helsen wollen, werden Sie der Sache einen großen Dienst erweisen und uns sehr verpflichten." Skott hatte schon nach einem Borwand gesucht, noch in Schöneiche bleiben zu können; das Anerbieten kam ihm deshalb sehr gelegen. Er ließ davon aber nichts merken und erwiderte gleichgiltig: „Gewiß, Herr Whitney, wenn ich Ihnen nützlich sein Dann, will ich noch einige Tage bleiben." „Sehr schön. Freilich die Zeit läßt sich nicht absehen; ich» fürchte, es wird einen harten Kampf geben." „Sie meinen mit Frau La Grange?" ■ „Ja; denn wenn Sie auch nach meiner Ansicht gar tem gesetzliches Recht für ihre Ansprüche besitzt, werdenl wir doch kein leichtes Spiel mit ihr haben, besonders da ihb dieser Rechtsverdreher Hobson zur Seite steht." „Sie hegen also die Erwartung, den Prozeß unbedingt zu gewinnen?" „Ganz zuversichtlich. Daran zweifle ich nicht. Ralph Mainwaring wird den Besitz entweder für sich oder seinen Sohn erlangen. Zunächst! müssen wir versuchen, das Gericht dazu zu bringen, die in dem vernichteten Testament enthaltenen Bestimmungen anzuerkennen. Gelingt das nicht, dann kommt die Erbschaft natürlich zwischen Ralph Mainwaring und seinem jüngeren unverheirateten Bruder zur Teilung, sodaß einst das Ganze schließlich doch noch an bett eigentlich durch das Testament bestimmten Erben, nämlich Hugh Mainwaring, fallen Mrd." „Sagen Sie, Herr Whitney, was halten Sie von der Geschichte, die Fran La Grange von ihrer heimlichen Heirat Ter Anwalt schüttelte den Kopf. „Gar nichts! Ist der reine Humbug. Sie war niemals mit Hugh Mainwaring legitim verheiratet — aber freilich", setzte er zögernd hinzu, „Ihnen kann ich es ja sagen, Walter ist in der Tat sein Sohn. Mainwaring hat mir das gelegentlich einmal so gut wie eingestanden. Indessen bin ich überzeugt, daß das nicht der einzige Grund war, der dem Weibe die gewaltige Macht gab, die sie über ihn hatte. Was das aber gewesen ist, dahinter bin ich nie gekommen. Nebenbei, Herr Skott, wissen Sie etwas näheres von der Sache, auf die in jenen Briefen, die Sie erwähnten, hingedeutet wird und auf die auch Hobson heute hinzielte?" „Sa." Ter Anwalt sah den jungen Mann scharf an. „Sie hatten schon Kenntnis davon, ehe Ihnen noch die bewußten Briefe zu Gesicht kamen?" „Ja." „Na, das dachte ich mir. Wissen Sie, Herr Skott, ich würde die ganze Geschichte für einen groben Schwindelt dieser Abenteurerin und ihres Helfershelfers Hobson halten, wenn ich nicht aus Ihrem. Verhalten die Ueberzeugung gewonnen hätte, daß Sie über das Vorleben Hugh Main- warings mehr wissen, als Sie bis jetzt gejagt haben." Falls Herr Whitney gehofft hatte, mit dieser indirekten Frage etwas herauszulocken, sah er sich getäuscht. Tas gleichgiltige Wesen Skotts änderte sich nicht, er schien nur aufmerksam zuzuhören. Ter Anwalt fuhr daher fort: „Mögen Sie aber auch erfahren haben, was Sie wollen, ich glaube, daß es in Ihrem Interesse liegen wird, das, was Sie aus der Vergangenheit des Toten wissen, für sich zu behalten." Skott, der bisher mit halb nach dem Fenster gewandten Gesicht tote träumerisch zugehört hatte, drehte sich jetzb plötzlich dem Anwalt voll zu. Eine auffadenbe Veränderung war mit ihm vorgegangen. Noch niemals hatte Herr Whitney einen ähnlichen Ausdruck auf diesem Gesicht gelesen, das ihm plötzlich sonderbar bekannt vorkam. Es schien ihm gar nicht mehr der Sekretär, der da vor ihm stand und mit kaltem Spott in den Aügen und in der Stimme zu ihm sprach: „Ich bin Ihnen für den freundlichen Rat, den Sie mir erteilen, sehr verbunden, doch glaube ich selbst zu toiffen, was ich meinem Interesse liegt. Mich- dünkt. Sie werden vollauf zu tun haben, Ihre ganze Aufmerksamkeit und Sorge den Interessen Herrn Ralph Main'warings zuzu- toenben." Damit schritt er, ohne eine Antwort abzuwarten, in! stolzer Haltung durch die nach der Veranda führende Glastüp ins Freie. Herr Whitney stand einen Augenblick wie versteinert. Tonn murmelte er, dem sich Entfernenden starr nach- blickend: „Donnerwetter, das war unverschämt! Und dieser Blick! Wo in aller Welt habe ich den schon gesehen? Wahrhaftig, Ralph Mainwaring scheint am Ende doch eine ziemlich feine Nase zu haben und nicht mit Unrecht hinter dem Menschen etwas zu wittern." Aehnlich dachte auch Herr Merrick. Er war gerade an die Tür der großen Halle gekommen, als Skott nach der Veranda schritt, und hatte unbemerkt dessen letzte Worte gehört. Tie Treppe zur Bibliothek hinauffteigend, sprach er zu sich: „Ja, Whitney ist geMß ein Heller Kopf, aber dieser junge Mensch ist ihm doch über und wird noch allen- eine Nuß zu knacken geben; Mir ahnt, er Mrd mit denn 747 was er weiß, zu einer Zeit Mm Vorschein kommen, wo die anderen es am wenigsten erwarten." Eine halbe Stunde später, als der Detektiv die Bibliothek verließ und durch die südliche Halle die Treppe hinunterging, drangen Töne an sein Ohr, die aus dem Zimmer von Frau La Grange zu kommen schienen. Unmittelbar diesem Zimmer gegenüber befand sich eine tiefe, durch einen Vorhang verdeckte Fensternische. In diese huschte er hinein. Zunächst vernahm er nur durch die nicht fest geschlossene Tür eine sanfte Stimme. In der einen erstaunte er die Stimme von Frau La Grange, in der anderen die Hobsons. Dieser schien auf und ab zu gehen, denn der Klang seiner Stimme änderte sich fortwährend. Frau La Grange war offenbar sehr aufgeregt, denn sie sprack) immer lauter und lauter und endlich ganz verständlich, „Sie sind durchaus nicht unverwundbar", hörte Merrick sie plötzlich in vollem Zorn sagen. „Sie können nicht leugnen, daß Sie ein Mitschuldiger in der Sache waren!" (Fortsetzung folgt.) Aie deutsche Spinnstuöe. Wir verlieren ein Stück um das andere von unserer deutschen Vergangenheit und Eigenart, und das, was wir einst als schöne Sitte und Gewohnheit unser eigen nannten, das staunen wir heute als romantisches Ueberbleibsel in Museen und Sammlungen an, lassen uns über das und jenes berichten und meinen es im Zeitalter der Maschinen, die nachgerade mit jedem Hand- Werksgebrauch , und jeder häuslichen Gepflogenheit aufränmen, wunder wie weit gebracht zn haben. Es ist ja bezeichnend für uns, dast bas, was einst der deutscher: Hausfrau Stolz und Wahrzeichen war Spindel und Spinnrad, heutzutage als toter Zierat runder „altdeutschen" Stube der modernen Hausfrau steht, und da» Ege wie „Spinnen" und gar „Spinnstnben" Kuriositäten geworden srnd, von denen man höchstens noch der Merkwürdig- kert halber redet. Tas war einmal anders in deutschen Landen. Spinnen und ! Weben waren ein Hauptgeschäft unserer Hausfrauen, Spindel und Kuntel galten als Sinnbilder der Fran und ihres Fleißes, wie Speer und Schwert als dasjenige des Mannes und seines Mutes, sogar göttliche Symbole waren sie bei den Griechen, die Römer bildeten ^.anaguil mit Spindel und Flocken, und mit einem ge- Ichmnckten Spinnrocken wurde die Brant znm Bräutigam geführt. Den Franzosen galt als die goldene alte Zeit diejenige, als Berta spann, und tote unser deutsches Volk vorn Spinnen dachte, davon zeugen erne Menge von Sitten, Gebräuchen und Anschauungen die heute, wenn nicht ganz verschwunden so doch nur in küiurncr- lichen Ueberresten in irgend einem verstecktenLandloinkel vor- handen sind. Noch sieht man ja da und dort neben der Wiege auch Kunkel und Rad auf dem bäuerlichen Hochzeitswagen, als Symbole des Fleißes und der traulichsten und echtesten Familien- hastigkeit, die man sogar der Frau im Sarge noch in die Arme “Ste. Es liegt ent tiefer und heiliger Sinn in dem schönen Boltsglauben, daß die Hausgöttin jeder Familie, die eine strenge Ricyterin über Tugend und Leichtsinn war, vor allen! auch eine Hüterin des Flachsbaus und damit auch des Spinnens war War's nun Fran Holle oder Perchta oder Werre, — die Bolks- Wntqne dachte sie selbst als spinnende Frau, die durch ihr Ewschenien den Beginn und das Ende der Spinnzeit bezeichnet, den Winter über die Spinnstnben besucht, fleißige Spinnerinnen belohnt, faule dagegen bestraft. Die Spüinstube von einst, in der sich königliche und fürstliche Frauen mit Vorliebe aufhielten, weil Spinnen ein Ehrengeschäft ber deutschen Hausfrau und der Sitz am Spinnrad ein Ehrenplatz für, die deutsche Jungfrau war, ist verschwunden. In Kisten und Kasten sammelten sich hier die Schätze an, deren Besitz der Stolz der jungen Hausfrau war, und lange Zeit galt es als Schande, wenn du Tochter dem Vater nicht wenigstens ein Hemd gesponnen Hatte Dte spinnstube der späteren Zeit zeigt zweierlei Gestalt Ne des Winters Sammelpunkt der Familie, so beschränkt sie stch auf Manu, Frau, Kinder und Mägde, ist sie der gesellige Mittelpunkt des ganzen Torfes, so findet man in ihr jung und alt, alles, was zur Gemeinde gehörte, und daß es dort nicht tmmer ruhig und allzu sittsam herging, dessen sind die mancherlei Verordnungen gegen das Treiben in den Rockenstuben Beweis, dte bis in das fünfzehnte Jahrhundert zurückgehen. Denn mit solchen und noch manchen anderen Namen bezeichnete man die spinnstnben. .. Nannte sie Hans Sachs Spinngaden, so findet ™Qn anberwärtg als Kunkelstube oder Karz, als Heimgarten oder Lichtstuben; man sprach vom Lichtgang nnd Rockenfahrt, und mitunter hieß es einfach „ins Dorf" gehen. Sobald die Feldarbeit zu Ende war, zurzeit, da die Herbstzeitlose, da und dort auch „die Spinnerin" geheißen, auf dem stand, begann .dte spinnstube. In manchen Gegenden teilte sich bie Gemeinde m Kreise von je vier Familien, in denen abwechs- lungswetse rede Woche gesponnen wurde. Gewöhnlich waren aber die Gesellschaften größer, ja es kamen auch noch ans anderen Dörfern Burschep und Mädchen dazu, und zumeist wühlte man Hauser, wo man „Bene und Schwung" hatte, d. h. wo man sich der denkbar größten Ungebundenheit erfreuen konnte. Ten Mittelpunkt diel er Spinnstnben bildete der „Lichtstock", der Unter stock einer Kunkel, um den die spinnenden Frauen und Mädchen saßen während die Männer und Burschen sich auf der Bank an der Wand lagerten, letztere freilich zumeist so, daß sie möglichst nahe ihrem schätz lagen. In Schwaben aber z. B. durften in die Spinn- stube nur Soldaten und solche Burschen, die entweder bereits ein Handwerk gelernt hatten, oder als Knechte imstande waren, allein einen Garbenwagen oder Heuwagen hoch und gleichmäßig zu beladen, oder einen Acker nach seiner Beschaffenheit gut zu sthren. Ihnen war auch das Rauchen gestattet, während einem Burschen, der noch zu jung war oder noch nichts gelernt hatte, mit, amt seiner Pfeife übel mitgespielt wurde. Die Späße und scherze zwischen den jungen Leuten in der Spinnflnbe waren natürlich nicht immer die feinsten, und gelegentliche Ausschreitungen, die namentlich auch der Geisüichkeit mannigfach Gelegenheit zu Strafpredigten gaben, konnten nicht einmal durch die Anwesenheit der Alten verhindert werden. Der nächtliche Heimweg vollends, wenn der Barsche dem Mädchen den Spinnrocken trug, fand sein Ende nicht immer vor der Tür des Hauses; „Fensterln" und Spinnstube gehörten zusammen wie ja und nein. Bon den Spinnerinnen hielt die tüchtigste den Vorsitz und damit zugleich die Aufgabe, den anderen ihre Aufgabe zuzuteilen. Manchmal kam ^es auch zum Wettspinnen, und es war keine geringe Ehre, die Siegerin zu bleiben, denn diese hatte die größte Aussicht, demnächst eine Hausfrau zu werden. Was in den Spinnstuben gesprochen wurde, das war gar mancherlei. Erlebte und erfundene Abenteuer, Heldentaten der Eltern und Ureltern, Sagen und Märchen und nicht zuletzt die gruieligften Gespenstergeschichten, an. die sich manche Tollheiten, wie nächtlicher Kirchhofgang u. a. knüpften, bildeten den Unterhaltungsstoff. Gab man sich dann und wann auch Rätsel und Sprichwörter auf, und verübte gegenseitig manche Neckereien, die zum Teil auf uralten heidnischen Ueberlieferungen beruhten, so darf man die Spinnstuben wohl auch als die Geburtsstätte manches schönen Volksliedes und als die Pflegerin des Volksgesangs betrachten, ebenso wie die Volkssage hier ihr letztes Asyl suchte nnd fand. Ter Pfänderspiele, bei denen natürlich der Kuß eine bedeutende Rolle spielte, und der manchmal noch ein Tänzchen folgte, mag es in den Spinn- flnben bis lange, nach Mitternacht oft recht toll hergegaugen sein, so daß „die Sittlichekit ans dem Lande" dadurch kaum wesentlich gefordert sein mag. Znmalen auch Essen und Trinken keine ganz unwichtige Rolle beim~ „Karz" spielten. Hauptfestabend in den Spinnstuben war Fastnacht, zn der große Vorbereitungen getroffen wurden. Drei Tage oder vielmehr drei Nächte lang feierte man in den großen Spinnstuben dieses Fest, und daß dabei dem Trnnke, den die Burschen zu stellen hatten,.. fleißig zugesprochen wurde, wird niemand überraschen. Im Frühjahr, wenn die Feldarbeiten wieder beginnen, wird auch die Spinnstube mit einem nochmaligen Fest geschlossen. Das Lichtanslöschen oder das Lichtvergraben nannte man dieses Fest, an dem es am allerübermütigsten zuging; es wurde „Durchsitz" gehalten, d. h. man festeste die ganze Nacht Hindurch, und jedesmal mußte natürlich auch gekückell und getrunken werden. Wenn es trotzdem auch Zlbend und Zeiten gab, in denen nach dem Volksglauben nicht gesponnen werden durste, so hing das mit mancherlei Anschauungen zusammen. Heilige Abende nannte matt solche Abende oder Sperrnächte, und zn ihnen gehörte vor allem jeder Samstag und jeder Abend vor einem Feiertag. Auch vor Weihnachten durfte abends nicht gesponnen werden, und ebensowenig durfte dies in einzelnen Gegenden in den Zwölften geschehen ober Flachs an dem Rocken gelassen werden, da sonst Wode hindurch jagte. In manchen Orten freilich war man wiederum des Glaubens, daß das in den Zwölften gesponnene Garn namentlich bei Arm- und Beinbruch heilsam fei. Man umwindet das Glied fünf- bis sechsmal damit, so wird es bald heil; man muß ein Stück Garn verkehrt spinnen und haspeln und ein Kind, das unruhig ist, dreimal hindurch stecken, so wird es ruhig; ober man muß es auch ebenso oft durch die Sprossen einer Leiter oder durch das Brautkleid der Mutter ziehen. Auch der Neujahrsabend, der Vorabend des Dreikönigstages, der der Perchta heilig ist, und — natürlich — der Karfreitag sind für Has Spinnen verbotene Tage. Wie Hansgöttinnen und Hausgeister, namentlich Fran Holle, sich des Spinnens annehmen, davon war schon kurz die Rede. Um Weihnachten zieht sie ins Land ein, da müssen alle Spinnrocken reichlich angelegt und für sie stehen gelassen werden, Fastnachts aber, wenn sie heimkehrt, muß alles abgefponnen sein nnd die Rocken vor ihr versteckt werden. Derlei Tinge von ihr kennen wir ja aus allerhand Märchen und Sagen, ebenso tote die von den drei Spinnerinnen, deren Urbild sich schon im Altertum findet. Allerdings kommen auch manchmal Hexen in die Spinnflnbe oder spinnen zusantmen; die Hexe ist Feldspinnerin, Feldfrau, weil sie über Feld und Wiesen fährt und Zauberfäden spinnt, und deswegen wird auch die Begegnung eines spinnenden Weibes für ein Unglücks zeichen gehalten. Die Spinnerin, die Sagen von der Spinnerin auf der Brücke, den drei Jungfrauen mit ihren Spinnrocken auf dem Wege, der stolzen Spinnerin ans dem Kreuzwege, beziehen sich alle auf den Aberglauben, nach dem das Begegnen fpinnendcr Frauen unheilbringend ist. 748 DaS aller ist heute vorbei. Es ntcig schließlich noch darauf hingewiesen werden, daß die Spinnstuben die Heimstätte aller volkstümlichen Traditionell waren, das; sie in manchem Sinne die Familienstnbe der Gemeinde bildeten, und daß ihneit oitS unserem Volksleben ein reicher und wertvoller Schatz von Ueberlieferungeu zugrunde liegt, deren Fäden tief hineinlaufen in das rechtliche und religiöse Bewußtsein unseres Volkes. Auch von amtlichen Erlassen gegen die Spinnstuben Hatzen wir schon kurz gesprochen. Ter älteste Nürnberger Erlaß dagegen ist vom 23. Oktober 1526; er ist noch milde gehalten, während solche aus den Jahren 1528 und 1548 und 1572 den Besuch auswärtiger Spiunstuben und den Zutritt de- männlichen Geschlechts bei Strafe untersagen. Eine Torfordnung von Nüdlingen aus dem Jahre 1594 untersagte bei 1 Gulden Strafe die Spinnstuben gänzlich, und eine Polizeiordnung des Markgrafen Christian von Brandenburg aus dein Jahre 1622 tat dasselbe. Auch die Gräfl. Oetingische Ämts- ordnung vom Jahre 1625 und die Hochfürstl. Eichstädtische Polizei- ordnung vom 8. Dezember 1727 enthalten Verbote gegen die Spiunstuben, während die Hochfürstl. Würzburgische Verordnung vom 13. November 1783 nur die Zusammenkünfte von nahen Blutsverwandten vom Verbote ausschließt. Was sreilich alle diese Verbote und Verordnungen nicht erreichten, das hat der Fortschritt unserer Kultur zu Wege gebracht. Schon vor fünfzig Jahren hat ein de'utscher Altertums- sorscher festgestellt, daß das „uralte Institut" der Spinnstuben nur noch selten sei. Heute mögen wir die deutschen Gaue lveithin durchwandern, bis wir einmal auf kümmerliche ileberreste dcr- stlben stoßen. Schade drum! Th. Ebner. Kunst. Die Madonna della Sedia von Rafael, die sich in der Galerie Pitti in Florenz befindet, hat der Kunstverlag von Jul. Schmidt in. München durch die Herren H. und R. K n v s l e r in Wien als Farbe nholzschnitt reproduzieren lassen und zwar in verschiedenen Drucken, Borzugsdruck 20 Mark, gewöhnliche Drucke in derselben Größe 8 Mark (in braunem Palsepartout 12 Mk.) und kleine Ausgaben zu 1 Mk. uud —,40 Mk. Tie Bilder sollten in ihrer tadellosen Aus- sührung ein Schmuck jedes kunstsinnigen deutschen Hauses sein. Ter Vorzugsdruck hat hauptsächlich darin einen Wert, daß er der beste, genaueste und schönste Truck ist, weil er gleich zu Anfang hergestellt wird, wo die Platten ganz neu sind. Tiefe Vorzugsdrmcke sind nur in wenigen Exemplaren vorhanden und bieten aus japanischem Papier einen ganz eigenartigen Reiz. Ter Wert hat aber auch dadurch eine andere Bedeutung, daß das Porträt des Künstlers als Remnrgue und die Unterschrift der Gebr. Knöfler mitgedruckt sind. Dieses Blatt bietet jedem Kunstfreund eine Freude, und da die Nachfrage danach 'stark ist, so wäre es zu empfehlen, sich noch bei Zeiten ein Exemplar zu sichern, denn diese Vorzugsdrucke können natürlich nie wieder hergestellt lverden. Tie d c u t i ch e n W a n d i r i e s e, die der Kunstverlag von Breitkopf u. Härtel in Leipzig herausgibt, sind farbige Künstlersteinzeichnungen in der Größe von 100 mal 40 Zentimeter, die aneinander anschließend, ein Zimmer ganz oder tcil- weise in Form, eines Frieses umziehen können. Jedes Blatt kostet 3 Mk. Tie gejchmackvolte künstlerische Einfachheit dieser bunten Bilder entzückt jedes farbenfrohe Auge. Künstlernamen wie v. Volkmann, Ubelohde, Luntzu. a. garantieren für die Gediegenheit dieser Kunstblätter, die Motive aus Natur und Leben poesievoll darstellen. WwhnachLsbüHer. — Ter goldene Käfig. Von Hanns v. Zobeltitz. Illustriert von Ed. Cucuel. In farbigem Umschlag geheftet 3 Mk., eleg. geb. 4 Mk. — Carl Krabbe Verlag Erich Gußmauu in Stuttgart. — Dieser neueste Roman von Hanns von Zobeltitz erregt nach 'zwei Seiten hin ein aktuelles Interesse. Einmal schildert er nämlich, in den Kreisen der ersten Berliner Gesellschaft spielend, das Eindringen des amerikanischen Elements in diese;, auf Grund scharfer Beobachtungen zweier Ehen deutscher Aristokraten mit Amerikanerinnen: Dann aber führt er ns eine Reihe von Offizierstypen vor, die im Gegensatz zu manchen neueren Aufsehen erregenden Darstellungen nicht grau in grau gemalt und doch sichtbar dem Leben nachgebildet sind. Gerade jetzt, wo die literarischen Verunglimpfungen unseres Offizierskorps, zur Freude und zum Spott des Auslandes, an der Tagesordnung zu sein scheinen, berührt dieser Roman, der wahrlich ganz frei ist von jeder unkünstlerischen Schönfärberei, doppelt wohltuend. — Gräfin Langeweile. — Ihr Bild. Bon Hanns v. Z o b c l t i tz. Illustriert von F. v. R e z n i c e ck. Preis geh. 2 Mk., elegant geb. 3 Mk. Carl Krabbe Verlag Erich Gußmann, Stuttgart. Das eigenartig feine Parfüm der vornehmen Welt und der fesselnde, elegante Plauderton in Er- zühlung und Dialog sind typische Vorzüge der Hanns v. Zobel- trtzschen Muse. Von ihnen und von der novellistischen Meisterhand des vollendeten Kavaliers und Frauenkenners zeugen auch wieder seine beiden nettester;, mit wirkungsvollen Illustrationen versehenen Novellen, bei denen besonders die spannende Handlung und der überaus anmutige Aufbau des schwierigeren Beiwerks, das leicht und effektvoll seine abschlnßgebeirden Ranken schlingt, angenehni ins Auge fällt. Der durch Veranlagung und Erziehung ungewöhnlich apart entwickelte Frauencharakter der „Gräfin Langeweile", der äußerst geschickt und ansprechend verflochten, viel weibliches Rätsel und jugendtörichte Natürlichkeit vereint, hält sofort durch seine reizvollen Eigentümlichkeiten das lebhafteste Interesse des Lesers gefangen und hebt sich 'von den beiden edlen Männergestalten ganz vortrefflich ab. — Das Weihnachtsheft der „illustrierten Monatszeitschrift für Dilettanten" „K unstgewerbe fü r's Hau s" (Herausgegeben von C. von Sivers, Berlin W. 50, Geisbergstr. 16) enthält n. a.: Fächer „Schneebälle", Kisseit „Stechpalme", Teebrett „Histletoo", Decke „Herbstblätter", zwei Kalender, ein Thermometer, zioei Untersetzer (Lederschnitt) für Lampen, eine „Puppenstube" einett Photographierahnten in Metallätzung, einen Paravent, Bordüre „Eichenlaub", „Tisch und Sitzbank für Kinder" und eine Truhe in Tiefbrand. Drei Mustrrbogen ergänzen das in jeder Hinsicht vorzüglich ausgestattete Heft der Zeitschrift „Kunstgewerbe sür'S Haus", deren Quartal nur 4.50 Mk., Ausland 5.70 Mk. kostet. — Noch vor wenigen Jahren gab es kein Land, das der Riviera den Rang als des beliebtesten und besuchtesten Winter- ausenthalts streitig machen konnte. Aber von Jahr zu Jahr vergrößert sich jetzt die Konkurrenz, die ihr von den Wunderländern des Orients, vor allem von Aegypten und von Ceylon gemacht tvird. Die ausgezeichnete Verbindung, welche durch unsere ostasiatischen und australischen Reichspostdampfer zwischen Europa und diesen Ländern gebildet wird, hat uns den Orient immer näher gerückt, so daß die Zahl seiner Besucher in fortwährender Steigerung begriffen ist. Leider fehlte es bisher, wie schon mancher Orientfahrer zu seinem Bedauern bemerken mußte, an einem brauchbaren deutschen Reiseführer. Deshalb tvird von allen, die Aegypten, Ceylon oder Indien besuchen oder ihre Verwandten oder Bekannte im Geiste dorthin begleiten wollen, das Erscheinen eines Büchleins, das als ein vorzüglicher Reiseführer gelten bars, mit Freuden begrüßt werden. Das von Felix Ortwein verlas c - Büchlein, das den Titel: „Von den Tagenbaren zu den 9?:' ••; ■ baren" trägt und bei Velhagen u. Klasing in Bielefeld erschie: ?: ist, schildert in flotter Sprache eine Reise von Bremen, der Star: der Tagenbaren, nach Ceylon; zuerst die Bahnfahrt bisbGenua, dann die Seereise über Neapel, Port Said, Suez und Aden nach Colombo und zuletzt einige Ausflüge auf der herrlichen In Ai Ceylon. Neben einer anschaulichen Schilderung der Fahrt vit- der Anlaushäfen, des Lebens und Treibens an Bord, gibt das Buch auch noch über alle möglichen nautischen und schiffstechnim ■ Fragen in anregender und unterhaltender Weise Auskunft. 7 ie. Einflechtung einer Liebesgeschichte zweier Mitreisenden macht die Reiseschitderung zu einem spannenden Roman. Gelungene Abbildungen, zum Teil vom Berfaffer selbst bei der Reise phom - graphisch ausgenommen, erhöhen noch die Anschaulichkeit der Schilderung. _____ Kauswirtjchaft. — Mohn-Stollen oder Mohn-Striezel. Aus 500 Gramm Mehl, 150 Gr. Butter, 25 Gr. Hefe, 50 Gr. Zucker, Vs Liter lauwarmer Milch, einem Teelöffel voll Salz, 50 Gramm - süßen und 10 Gr. bitteren gestoßenen Mandelit bereitet man | einen Hefenteig, den man nach Item Aufgehen des Hefenstückes f nochmals eine Stunde lang gehen läßt, tüchtig dürehwirkt, zu i einem länglichen, daumendicken Kuchen ausrollt und w'.eo.w I Vt Stunde lang gehen läßt. Tie Mohnfülle bereitet man, indnn man 375 Gr. blauen Mohn einige Stunden lang wässert, brüht, trocktten läßt, im Reibnapf mit ein wenig zugegossener Sahne zerreibt, mit 100 Gr. Zucker, einigen Löffeln voll Rosenwasser, 1 Lösfel voll Zimmet, 60 Gr. süßen und 10 Gr. bitteren gestoßenen Mandeln und einer Prise Salz vermischt und auf den Kuchen streicht, wobei ein 2 Finger breiter Rand bleiben muß, dann rollt man den Kuchen von den schmalen Enden an zusammen, läßt ihn noch ein wenig gehen, bestreicht ihn mit Butter, bäckt ihn in einem mäßig heißen Ofen, bestreicht ihn dann nochmals mit Butter und bestreut ihn mit Zucker. Auszählrätsel. Rackdruck verboten. irhgcsd.tehtiistmegeianmtg'eoaze c t Obige Buchstaben sind ein zerlegtes Sprichwort. Um dieses zu finden, ist es nötig, die Buchstaben in einer bestimmten Reihenfolge auszuzählen. Mit dem wievielsten Buchstaben ist zu beginnen? Wie lautet das Sprichwort? Auflösung in nächster Nummer, Auflösung des Litterarischen Kapselrätsels in vor. Nr.: 1. Grün. 2. Kleist. 3. Ebers. 4. Herder 5. Lessing. 6. Hauff. 7. Hebel. 8. Groth. Redaktion: August Goetz. — Rotationsdruck und Verlaa der Brübl'leben Universitäts-Buch- und Steindruckerei, R, Lange, Gießen-