herzlichen Gruß und Dank der treuen Hildegard'. (Betteti Urau. Dann noch eine an Herrn Major Freiherrn vow Dörrenbach, Hannover, Georgenplcch 100: Tausend Dank für ausführlichen Brief und treue Freundschaft. Bin verwundet. War .krank, doch nicht schwer. Teilen Sie es JUttL mit, vorsichtig, bitte, daß sie ruhig bleibt. Sobald ich schreiben kann — Schuß durch Hand — mehr. Harro Freiherr von Urau, Leutnant. ' 24. Kapitel. - "i Der Krieg mit 'China hatte bekanntlich schneller ferst Ende erreicht, als man gedacht. Der größte Teil der Truppen wurde bereits zurückerwartet, unter ihnen befand sich Harro v. Urau. Der Briefwechsel der beiden Gatten war währenddem kein sehr lebendiger geworden. Die Wunde in Harros Hand war wohl geheilt, doch eine davon , zurückgebliebene Steifheit der Finger, die erst mit der Zeit und' nach und nach einer Zanderkur weichen würde, machten ihm jedes Schreiben unmöglich. So hieß es sich ganz von selbst beschränken auf Depeschen oder Diktat, wobei wieder ganz von selbst alles, was zwischen den beiden Gatten , lag, ob und wie sie sich wiederfinden konnten oder wollten, unberührt blieb. .Vielleicht war das ganz gut für den Augenblick. DenU wenn es auf der einen Seite den Verkehr beschränkte und erschwerte, so erleichterte es doch gerade darin seine Wiederaufnahme auch. Jutta folgte dem Beispiel ihres Gatten und berührte auch nur den Augenblick und rein sachliche Tinge. Ihre Berichte galten dem häuslichen Leben, vor allen! Klein-Hildegard, die bewundernswert gedieh. Dabei aber sprach aus ihren Zeilen immer mehr die alte Frische, die alte Fröhlichkeit, das Vertrauen in die Zukunft. Die junge Frau gab sich in der Tat alle Mühe mit sich selbst. Ob auch die große Hildegard — so hieß die Cousine oder Tante jetzt — immer noch leitende Hand im Hause war. und es zu bleiben versprochen hatte, solange es nötig sei —। immer mehr und mit gutem Gewissen konnte sie ihre Hand zurückziehen, sich Jutta mit ihrem Hause sich selbst überlassen. Dörrenbach hatte nicht so unrecht mit seinem Blumenvergleich gehabt. Was Juttas Jugend und Schönheit mit einem so un- gewöhnlichetr Reiz verklärt, waren ihr natürlich warmes. Empfinden, ihre natürliche Herzensreinheit und Güte. Diese Eigenschaften, die an den Verhältnissen fast erstickt zu werden drohten, waren nun erst zu einer gedeihlichen Entfaltung! gekommen: einer Blüte gleich, deren Krone mit jedem Tag reicher ward. Denn ein warmes und ein reines Herz ist der Untergrund, auf dem alle anderen guten Tinge, auch! die Selbstlosigkeit, bessere Erkenntnis und besseres Wollen gedeihen. Endlich war es so weit. Lange schon hatte die „Deutschland" die ostasiatischen Gewässer verlassen. In ein paar Tagen sollte sie in Genna einlaufen. Dörrenbach ließ es sich nicht nehmen, Harro zu empfangen, um ihn dann nach 'Mr. 169. 1904. -F H ’il U M MZM 1 & Aus Lieöe. Roman von M. v. Efchstruty. (Nachdruck verboten.) (Schluß.) Und weiter erzählte er von dem gemütlichen Abend, den er mit den Damen verbracht. Fran v. Urau sähe immer noch ein wenig zart ans, sei aber wohlauf, lebendig wie sonst und voller reger Interessen, wie nie bislang. Was die Sonne für eine Knospe, das scheine hier ein stilleres Leben, die Mutterschaft, die Liebe und Sorge nm den Gatten übernommen zu haben — und auch last not least die Anwesenheit von Fräulein Hildegard, die ein kapitales Frauenzimmer sei. Harro würde staunen, zu welcher Reife sich sein kleines, junges Frauchen in der kurzen Zeit entwickelt habe. Außerdem sei sie für alles in den besten Händen, und Fräulein Hildegard, die ihr die schwere Einsamkeit habe ertragen helfen, würde auch bleiben, bis er wiederkäme. Dann endlich, nachdem Dörrenbach so den natürlichen Uebergang gefunden, kam er zum Schluß: „Und jetzt, mein lieber Urau, mein Kamerad und Freund: es ist ein köstliches Glück, so dünkt mich, ein holdes Weib und ein süßes Kind sein eigen zu nennen, sodaß ich meine, man müsse das täglich aufs neue verdienen. Halten Sie sich tapfer bis zum letzten Tropfen Blut, ein deutsches Soldatenherz, aber seien Sie auch vernünftig. Es ist nicht minder eines echten Mannes Pflicht, sich für die Seine» zu erhalten und zu . leben. Möge das Glück des Krieges mit Ihnen fein und Sie. gesund zurückführen zu Weib und Kind, den Kameraden, als deren treuester ich. verbleibe Asmus v. Dörrenbach." Mannigfach waren die Empfindungen, welche Harro beim Lesen dieses Briefes bestürmten. Oft hatte er, davon überwältigt, eingehalten, doch immer wieder mit erneutem Drange zu lesen begonnen — „Braver, guter Dörrenbach, lieber, guter, Treuer Kerl", sagte er jetzt mit tiefem Gefühl, obwohl er von der ganzen Bravheit dieses Kameraden, tioit dem, was ihm dies Schreiben für seinen inneren Menschen, wie auch an peinlichem Wägen jedes. Wort gekostet, keine Ahnung besaß. Doch, es scheint, echte Güte und echte Treue wirken immer ihr Wunder, ob auch niemand darum weiß. Tief neigte der junge Offizier sein Haupt, wie jemand, der sich einem Richterspruche beugt, oder erkennt, daß er eine Schuld trägt — tragen will. Bald aber reckte er sich wieder empor. Der letzte Kampf war überwunden. Licht und lichter wurden die prächtig stolzen Züge, die blauen Augen blitzten in ungetrübter sonniger Jugendlust, um den Mund spielte ein Lächeln fast schalkhaft und übermütig wie einst — So rief er nach feinem Pfleger. Ter Herr Leutnant wollten depeschieren lassen, sofort, und der Pfleger fchrieb die Depesche nieder: Fran von Urau, Kaltenburg, Ulanenstraße 26.. Herzliche» Gruß, meiner lieben Jutta und unserem Kind. Papa Harro. Ebenso — 674 Venf zu geTettett', wo hier J'uita Wit der großen nnd fTetnen| Hildegard bereits vorausgegangen war, um für ein behagliches Heim zu sorgen. Leutnant v. Ur au war immer noch etwas erholungsbedürftig und erhoffte von dem Winter in einem milderen Klima die Wiederherstellung seiner vollen Kräfte. In dankbarer Treue gegen Cousine Hildegard hatte man Genf zum Aufenthalt gewählt, weil sie hier an der Universität zu studieren beschlossen und die Philologie belegt hatte. Ter Zug für Genf geriet iit Sicht. Dörrenbach und Harro standen am Wagenfenster. Beide trugen die Uniform! und schwenkten die Mützen. Auf dem Bahnsteig standen Jutta und Hildegard, sie winkten einen Gegengruß zum Willkommen. Nun hielt der Zug. „Jutte, meine Jutta!" — „Harro, Tu —" Ein kurzer Ruf, ein kurzer Blick, eine selige Träne: beide fühlten, daß alles vergeben und vergessen sein sollte, daß sie andere geworden waren und die Zukunft ihnen gehörte, wie sie jetzt das Leben und die Liebe verstanden. Es war gut, daß der Major über den Gepäckschein verfügte und Hildegard an einen Wagen dachte. So kam Uran bald heim. Es war nur ein schlichtes Heim, wenige Zimmer, in einem kleinen Hause. Aber das Haus stand draußen und die Fenster seiner Zimmer waren geöffnet. Späte Rosen und Weinlaub rankte herein, durch den duftenden Rahmen sah män auf grüne Gelände/dazwischen blinkten die blauen Wellen des Sees. Ter schlichte Raum selbst aber umfaßte sein Weib und sein Kind. Und freudevoll hob sich Harros Brust. „Nun mußt Tu sie auch sehen —" Jutta lächelte. Mit lieblicher Würde und seligem Stolze Mhrte sie den Gatten an das Bettchen, darin Klein-Hildegard lag und schlief. IN tiefer Bewegung blickte Harro auf sein Kind; fast schien es, Klein-Hildegard fühle den Blick, und was der Moment bedeutete — sie dehnte die rosigen Glieder und schlug die seidenbewimperten Lider weit auf. „O —" Ein Ruf des Entzückens drang über des jungen Vaters Lippen. »Was sie für herrliche, herrliche Augen hat!" „Und blau, so sonnig blau wie Du!" Jütta lächelte abermals selig und stolz. Er nickte init denk gewohnten glücklichen Mannesstolz. „Und sieh nur das Haar, so glänzend und goldig, so weich und schon so lang!" fuhr die junge Mutter fort. /Das 'aber hat sie von Dir!" jubelte er da und nahm Klein-Hildegard, «welche Jütta aufgenommen halte, in Empfang. Und „Jütta, meine Jutta — Hildegard, kleine Maus!" jubelte er immer von neuem mit süßem Staunen. Dann mit ernst bewegtem! Tone klang es: „Wir müssen gut sein, gut werden schon ihrellvegen und glücklich auch!" Und -nieder jubelnd hielt er Klein-Hildegard hoch, in die Luft. Und fröhlich krähte Klein-Hildegard zu dem Papa herunter, der ihr wohl zu gefallen schien. Dann aber reichte sie mit den kleinen, runden Händchen auch nach der Mama. Jutta nahm das Kind; Harro schlang seinen Arm nM beide. So standen sie da, Vater, Mutter und Kind, ein in sich vollendeter Ring, der alles enthält, was das Leben an Sorgen und Mühen; aber auch an einzig Köstlichem umfaßt. Dörrenbach und Hildegard traten hinaus auf die Veranda, welche das Häuschen umlief. IN tiefem Purpur lohte der Himmel drüben über den grünen Geländen auf. Rosen rankten über ihrem Haupte iu die Höhe, blühten drunten in dem Garten zu ihreu Füßen. Sie aber blickten in die Blumen und sahen sie nicht. Vor ihren Augen stand ein anderes Bild, das Bild von dem Glücke, das sie soeben geschaut. „Mein gnädiges Fräulein", begann! Dörrenbach nach einer Weile, vielleicht durch den Moment' zu einer ähnlichen Philosophie geneigt, wie' sie einst Hildegard Lindstedt mit Vorliebe betrieben. „Mein gnädiges Fräulein, was halten Sie von der Gerechtigkeit des Schicksals? Ist nicht doch, wie der Apostel sagt: Alles Gnade auch hier?" Auch Hildegard war eine andere geworden in all der Zeit, ihre Gedanken hatten sich geklärt. Nur für einen Augenblick huschte es gleich einem Hauch über die hohe, reine Mädchenstirn, vielleicht eine Erinnerung an die Arbeit, den Kampf, die jene Klärung bereitet. „So lange dies Reich der Welt besteht, Herr v. Dörrenbach", sagte sie dann leise, „wird es Könige und Arbeiter hier geben, die Gerechtigkeit aber darin gefunden werden, daß ein jeder vollbringt, was seines Amtes ist, und damit den Lohn empfängt, der seiner Art und seinem Amte entspricht." Dörrenbach neigte das Haupt. Wieder schwiegen der einsame Mann und das einsame Mädchen eine Weile. An den grünen Geländen von dem See herüber erhob sich der Wind. Jetzt wehte er beit Dust der Rosen zu ihnen empor. „Und wem es nicht gegeben ward, König in diesem Reiche zu sein?" begann Dörrenbach aufs neue. Er machte! eine Bewegung, als möchte er. noch einmal das Bild schauen! von einem Glück, von dem er auf ewig Abschied genommen.; Auch Hildegard wandte ihr Haupt noch einmal zurück, daun blickte sie geradeaus. Und mehr wie eine Fortsetzung von ihres Partners Gedanken, als eine Antwort ans seine Frage klang es: „Wem es nicht gegeben, die sonnig goldene Krone zu tragen — Nun, wenn auch das Schicksal einem Könige feine Krone in die Wiege legt: daß es Kronen gibt —i daß Könige werden, ist niemals eines einzigen Werk. Wirken und schaffen aber, helfen und arbeiten, daß das Glück werde und gedeihe, blühe und bleibe, die Gerechtigkeit immer mehr zum Durchbruch komme auf Erden, das dünkk mich — kann jeder von uns." ' Dörrenbach nickte. Er hatte Hildegard verstanden. „Sie sind doch eine Frau", sagte er leise. Da noch einmal gleich einem Hauch flog es über des Mädchens reine Stirn. Ein Seufzer drang über beider Lippen; ihre Augen blieben dunkel. Tann aber hoben sie das Haupt, blickten klar und fest, geradeaus, wie auf einen Weg, der gegangen sein wollte^ Ihre Züge waren ernst; um den Mund legte sich ein Lächeln, wie es die Hand des Todes seinen Kindern im unvergänglichen Frieden nach dem einigen Abschied von dem unruhevollen Leben meißelt. Ihre Stirn aber schien wie in Licht getaucht, eine Aureole, welche die Resignation — als Endhöhe des Lebens — denen leiht, so sich darein! gegeben haben, nur ein Arbeiter zu sein in dem Reiche mit den sonnig goldenen Kronen. Maudereim aus der Kaiserstadt. (Nachdruck verboten.) Vom Berliner Obstverbrauch. — Unsitten beim Obsteffen. — Ein Eiernngliick. — Tranbeneinfuhr. Selten hat die Sommersonne, die unfern Feldfruchten diesmal ein bischen zu glutvoll gewesen, solche Obstfulle zeitigt wie in diesem Jahre. Wer trotz der reichlichen Ernte art Aepfeln, Birnen und Pflaumen fehlte für den Spreeäthener lange Zeit die billige Zufuhr auf unseren Wasserwegen, da! die berühmten „Aeppelkähne" wegen des unerhört niebrigen Wasserstandes unterwegs irgendwo liegen bleiben mußten. Erst die Regentage des Oktober haben die Erlösung gebracht. Die lang erwarteten Zillen trafen ein und seitdem schwelgt Berlin in den süßen saftigen Früchten der böhmischen Obstplantagen.- Tie Preise sind gegen die Vorjahre ganz erfreulich niedrig. Mart kauft ein Pfund guter Aepfel für 10 bis 15 Pfennig, Kaiserkronen, Birnen kosten ebenso viel, Napoleonsbutterbirnen sind um ein geringes teurer. Ta der fliegende Obsthändler mit seinem flachen Handwagen noch immer an jeder lebhaften Straßenecke lauert, so ist der Einkauf im Vorübergehn ermöglicht, und so sieht man denn Groß und Klein, die immer hungrige Schuljugend mit dem Ranzen auf dem Rücken, naschige Tienst- mädchen, eilige Ladenfräulein, aber auch "sehr nobel gekleidete, ^genannte „bessere" Herren, diese Verkaufsstände umlagern, um mit den lockenden Früchten den Gaumen zu letzen. In dieser Beziehung ist der Berliner nämlich sehr ungeniert, und der Dandy, der flott in einen rotbackigen Apfel hineinbeißt, während er die übrigen in der Zeitungsdüte beinah zärtlich an seist Herz drückt, bis auch sie in die Reihe kommen, ist eine typische Erscheinung. Auch die Berliner Hausfrau ä la Wilhelmine Buchholz, die bekanntlich in recht guten Verhältnissen lebt, knuspert unterwegs, zumal in der Straßenbahn ober im Omnibus, vergnügt an ihrem Grasensteiner herum, was nicht gerade immer zur Erhöhung des ästhetischen Wohlbesindens ber Mitfahrenden beiträgt. Tenn man hört dabei mitunter Töne, die allerdings den hohen Grad ihrer Genußsteude verraten, aber trotzdem nicht sehr angenehm berühren, und sieht Zähne, die an die östreichi- fchen Grenzpfähle erinnern, so schwarzgelb sehen sie aus. Noch eine andere Unsitte bedenklicherer Art läßt dieses billige Obstjahr stark überwuchern. Wenn die lieben Herrschaften nämlich mit ihrem Apfel soweit sind, daß sie mit den alten Burschen fingen könnten: „Geblieben ist uns doch 'der Kern", so tun sie leider gerade das Gegenteil von dem, was nun das Lied tn fchöner Selbstverständlichkeit verlangt: „Und den laßt fest uns halten!" Ach nein, sie haben dazu nicht die geringste Neigung, sondern pfeffern den glitschrigen Rest aus das Asphalt, im besten Falle auf den Fahrdamm und verursachen natürlich durch diese gedankenlose Bequemlichkeit sehr häusig Unglücks" 675 — falte. Wie manches alte Mütterchen ist durch so einen nichtsnutzi- gen Obstrest ausgeglitten und zu einem bösen Fall gekommen. Unlängst beobachtete ich auf der Potsdamerstraße eine eilige Spreewälderin mit einem Korb voll frischer Hühnereier, die auf eine Apfelsinenschale getreten hatte, die jemand auf die Gleise der Straßenbahn hatte fallen lassen, und dabei so unglücklich ins Rutschen gekommen war, daß ihr die Eier aus dem Korb und auf die Straße kollerten, während sie selbst mit Mühe und Not noch den Rädern diner eben herannahenden Straßenbahn zu entgehen vermochte. Tie Räder des Kolosses richteten natürlich ein ganz niederträchtiges Gemetzel in den jetzt so teuren Trinkeiern an und badeten sich förmlich in Eigelb. Tie Spreewälderin jammerte, und suchte alsbald die wenigen ganz gebliebenen oder doch nur angeknickten vom Fahrdamm zusammen und legte sie in ihren Korb zurück, während ein schnell zusammengeströmter Zuschauerkreis sein Gaudium daran hatte und faule Witze dazu riß: „Tet 's ne deire Wagenschmiere!" fagte ein halbwüchsiger Taugenichts und ein zweiter fügte im Ton ehrlichen Mitgefühls hinzu: „Wenn Se se bloß vorher hart jekocht jehai hätten, Freilein!" Für den rücksichtslosen Veranlasser dieses kleinen tragikomischen Unglücks hatte kein Mensch ein Wort der Verurteilung. Wie sollten sie denn auch? Verfuhr doch jeder von ihnen mit seinen Kernen und Schalen genau ebenso. Erst wenn die schadenfrohen Langohren einmal selbst zum Opfer werden, merken sie, wie verdammenswert ein solches Verfahren inr Grunde genommen doch ist! Und dann kann man sie schimpfen hören, aber wacker! Was die Fülle der Aepfel noch übertroffen hat, sind die Weintrauben, die Berlin förmlich 'überflutet haben. Tie Ziffern des Vorjahres werden diesmal weit überholt, und wir hatten schon 1903 die Kleinigkeit von 700 Waggons in unseren Markthallen, wovon zwei Trittel italienische Trauben waren. Ter Rest kam aus Macedonien und Ungarn. Letzteres liefert übrigens in Postkisten gleichfalls einen,stattlichen Posten für den Berliner Verbrauch, der nur durch die Weiterungen mit der Zollbehörde nicht noch größere Tjmensionen annimmt. Tenn besser im Aroma sowohl als im Aussehen sind die ungarischen Trauben ganz entschieden. Wenig am Markt war wegen ausgefallener Ernte die Preißelbeere, die aus den skandinavischen Ländern zu uns kommt. Auch die Pilze machen sich rar. Tie Bananen vermögen sich noch immer nicht bei uns einzubürgern, obwohl sie gegen früher im Preise gesunken sind. Ter Mehlgeschmack, den diese Frucht im Zustande der Vollreife wohl nicht besitzen mag, behagt dem Berliner nicht. Er ist für das Saftige. Daher erfreut sich auch die Ananas steigender Beliebtheit, und wenn in einem unserer großen Warenhäuser billige Fruchtwoche ist, und das Pfund Ananas bis auf 60 Pfennig heruntergeht, so seht sich auch ber" kleine Mann seine Änanas- bowle an, die noch vor wenigen Jahren zu den unerschwinglichen Genüssen bei uns gehörte. A. R, Heimatlie-e des Landbewohners. Von meinem Schreibtische aus habe ich den Blick auf einen kleinen, stillen Platz, auf dein nichts weiter zu sehen ist, als zuweilen spielende Kinder. Gedankenlos schaue ich daher meist über den öden Platz hinweg, ohne zu sehen, viel weniger zu beobachten. Trotz dieser Gedankenlosigkeit konnte ich Nicht umhin, ein kleines Mädchen zu bemerken, das mir in die wohlbekannte Umgebung nicht zu -gehören schien. Es stand, in der Türecke eines Hauses gedrückt, mit übereinandergekreuzten Aermchen, gleich einer alten, und schaute vor sich hin. Manche Tage, ja Wochen und Monate vergingen, und so oft ich daran dachte und hinauf- fah, fast immer fand ich das kleine Persönchen an seinem einsamen Platz. Es mochte drei bis vier Jahre zählen, war aber ein kräftiges, stämmiges Figürchen von gesundem Aussehen. Ta mich das Wesen des Kindes zu interessieren begann, beobachtete ich sein Verhalten. Es gab aber dabei eigentlich nicht viel zu beobachten, denn das Kind blieb sich immer gleich. Mit derselben Miene traurig-ernster Gleichgiltigkeit, stand es da, es.mochte regnen oder schneien, und wenn die Sonne schien. Andere Kinder konnten um es her lausen oder spielen — das kleine Mädchen rührte sich nicht. Selbst wenn die Kinder zu ihm kamen und freundlich mit ihm taten, blieb es stumm. Es wehrte sie ab, bis sie gingen und es in seiner selbstgewählten Einsamkeit ließen. Auf meine Nachfragen hörte ich dann, daß es ein Vogelsberger Bauernkind sei, dessen Mutter ihrLeben bei der Geburt eines folgenden Kindes hatte lassen müssen. Tas kleine Mädchen war daher aus der Heimat weg zu den Verwandten in die Stadt gekommen und hatte hier bald allen Frohsinn verloren, trotzdem es gut behandelt wurde. Tas Heimweh zehrte bereits an dem kleinen Kinde, ein großes, tiefes Heimweh, das sein kindliches Wesen ausfullte. Nun dachte ich wir, wenn die Natu? eine solche Heimat- liebe in das Herz des Menschen legt, daß sie schon im Kinde sich so mächtig offenbart, es gegen alle andere Reize und Freuden gleichgiltig werden läßt, dann muß doch ein größerer Nutzen aus dieser Heimatliebe gezogen werden können, als es geschieht. Wahrscheinlich wird sie zu wenig gepflegt und gefördert, auf dem Grunde, dm die Natur gelegt, nicht weitergebaut, so daß wir beim Landbewohner im reiferen Älter von einer Landflucht zu sprechen begannen, die nicht allein in Brotmangel öder Not ihren Grund hat. Beim Stadtbewohner kann! die Anhänglichkeit an die Heimat im engeren Sinne nicht so groß werden, des öfteren Wohnungswechsels wegen. Tie Liebe zur Heimat knüpft sich zuerst und "am festesten an die eigene Scholle, bann an das Torf, das der Einwohner bis zum letzten Winkel mit jeder Eigentümlichkeit kennt, an die ländlich-stille, oft schöne Umgebung, an das freie Landleben überhaupt. Ter Bergbewohner, dessen Heimat augenfällige Schönheiten birgt, mag mehr als. der Bewohner des Flachlandes an ihr hängen und stolz auf ihre Schönheit sein. Tas Leben verschlägt aber gerade ihn häufiger weit timt derselben fort, weil sie ihm keinen Unterhalt bieten fmtit. Anstatt aber in der Ferne eifrig tätig zu sein, um bald wieder in die Heimat zurückkehren zu können und dort mit den Ersparnissen aus der Stadt den Grund zu legen zu einem bescheidenen, arbeitsreichen aber freien Bauerndasein, werden die Landkinder angezogen vom genußreichen Leben der Stadt, datz sie als junge, vergnügungssüchtige Menschen kennen lernen, und sie verschwenden ihr Geld und vergessen die Heimat, ohne zu wissen oder zu bedenken, daß ihnen auch in der Stadt das Leben als Vater oder Mutter einer zahlreichen Familie späterhin einmal bittere Sorge und Not Bringen wird. Möge doch alles geschehen, daß die Landkinder ihrer an« geflammten Heimat treu bleiben, daß die unbewußte Anhänglich« feit der ersten Jugend zur bewußten Heimatliebe heranwachse.- Ties kann aber nur geschehen, wenn sie das rechte Verständnis, die volle Wertschätzung von allem besitzen, was die Natur und das Leben auf dem Lande bietet. Es kann nicht ausbleiben, daß die Förderung des praktischen Verständnisses in Verbindung mit einem schönen Idealismus dem Lande manche gute Kraft erhalten wird. . ,: i ., ■ .. Greisenhafte Kinder. Eine Beobachtung, die jedermann macheir kann, ist, daß gleichaltrige Menfchen nicht einen gleichaltrigen Eindruck machen. In höheren Jahren wird der Unterschied "schon sehr deutlich, denn es gibt junge Siebziger, die von vielen Leuten, die das sechzigste Jahr noch nicht erreicht haben, beneidet werden. Aber in allen Zeiten des Lebens sind solche Unterschiede bemerkbar. Uebrigens laufen die Uhren der einzelnen Organe in einunddemselben Menschen auch nicht gleich schnell. Jemand hat vielleicht mit vierzig Jahren ein greisenhaft altes Herz, und sein Gehirn, seine Leber, seine Lunge usw. sind daneben nicht über ihr normales Alter hinaus. Tie merkwürdigsten Fälle sind jedoch greisenhafte Kinder, nicht etwa altkluge Kinder oder überhaupt solche, die ihrem : Alter erheblich voraus sind, sondern wirklich "greisenhafte in: eigentlicher Bedeutung des Wortes. Tie Erscheinung ist glück- ■ sich erweise selten, aber so sonderbar, daß sie eine Beschreibung rechtfertigt, wie sie neulich von einem hervorragenden Arzt vor der Britischen Medizinischen Vereinigung gegeben worden ist. . Sie hat den Namen Progeria (vorzeitiges Greisentum) erhalten und ist eine Vereinigung dessen, was dieser Name besagt, und einer kindisch zurückgebliebenen Entwickelung, wobei aber das erstere überwiegt. Es muß noch betont werden, daß die betreffenden Personen sonst keine Krankheit durchzumachen gehabt haben. Das Leiden beginnt in früher Kindheit mit dem Verlust des Haars, der so stark sein kann, daß in einem halben Jahr mehr als die Hälfte des ganzen Kopfhaares ausfällt. Gleichzeitig beginnt das Kind abzumagern: die Schultern fallen nach "vorn, und die Brust wird beengt infolge eines Stillstandes in der Entwicklung der Schlüsselbeine. Ter Kopf ist verhältnismäßig groß und erinnert etwas an einen Wasserkopf. Wenn das Kind weiterwächst, wird das Haar immer spärlicher und wird grau, so daß unter Umstünden, schon im Alter von sieben Jahren nur noch ein sehr dünner grauer Schopf übrig ist. Tas Wachstum ist gehemmt, und das Kind nimmt überhaupt alle Anzeichen eines greisen- ■ haften Verfalls an. Tie Haut wird lose und runzelig, die Arterien zeigen greisenhafte Veränderungen, und das ganze Aussehen und. sogar das geistige Verhalten ist eher das eines alten Menschen als das eines Kindes. Solche Kinder ermfiben leicht, teils wegen Muskelschwäche, teils wegen Kürze des Atems, die gewöhnlich aus ungenügender Herztätigkeit entspringt. Tie genaue^Prüfung ergibt eine merkwürdige Mischung von Greisenhaftigkeit und kindlicher Zurückgebliebenheit. Tie Haut, das £>aar, das Gefäßsystem und die Enden der langen Knochen sind die eines alten Menschen. Tie Schäfte der langen Knochen, die Knochen des Schädels, die Zähne und die Brustdrüsen weisen deutlich Spuren ungenügender Entwicklung auf. Tie Leber, die blutbildenden Organe und die Geschlechtsteile scheinen sich in normaler Weise zu entwickeln, und die allgemeinen Verrichtungen des Körpers meist in ganz besiicdigender Weise vor sich "zu gehen. Ter Tod tritt gewöhnlich tut Alter von siebzehn Jahren ein, und zwar an Herzschwäche und an der sogenannten Brustangst. Es ist auffällig, daß auch die anatvtnische Untersuchung krank-' hafte Veränderungen an den einzelnen Organen nachgewiesen hat/ die sich sonst nur bei Greisen finden/ wie die Verkalkung der Arterien und die saferartige Veränderung der Nieren, lieber die Ursachen der Krankheit ist man noch gänzlich im unklaren, da ein einzelnes Organ dafür nicht hat verantwortlich gemacht werden können. ................ ...... ~ ---------JuO 4 676 — Vermischtes. * An der Wiege eines Königskindes. Der kleine Prinz von Piemont hat sehr frühzeitig den Lieblingssport seines Vaters kennen gelernt. Wie ein römischer Korrespondent berichtet, konnte man knrz vor der Abreise der königl. Familie von Racconigi den kleinen Prinzen und seine Amme im Park in einem Motorwagen sitzen und aus das Kommen der Königin warten sehen. Die Königin war immer eine zärtliche Mutter: aber man kann sich denken, daß sie in ihren Jüngstgeborenen wie vernarrt ist, und man erzählt auch manchen spaßhaften Zug darüber. So hat sie schon mehrere Wärterinnen entlassen, weil ihre übermäßige mütterliche Sorgfalt Anlaß zu Zwistigkeiten gibt. Jedes Kleidungsstück, das dem Kind angezogcn wird, befühlt die Königin erst, um sicher zu sein, daß es auch gut getrocknet ist. Aus Argentinien kam in der vorigen Woche eine prächtige Wiege in indischem Stil, aus farbigen Gräsern gestickt, an. Eine zweite wurde von Italienern aus Newhork geschickt. Tie Königin Elena soll siebzehn Wiegen aus den verschiedenen Weltteilen' erhalten haben, und wenn sie auch nur eine gebrauchen kann, so besteht sie doch darauf, daß der Prinz in jeder einzigen wenigstens eine kurze Zeit liegt, um die Geber nicht zu enttäuschen. Jetzt erscheint auch schon seine Photographie auf Postkarten und in Zeitschriften. Ein unternehmender Franzose schrieb vor einiger Zeit an König Viktor Emanuel und bat um das Monopol, als einziger die Züge des Thronerben vervielfältigen ■ zn dürfen. Als Entgelt für dieses Recht wollte er zehn Prozent von dem Ertrag den von der Königin begünstigten Liebeswerken zuwenden. Tie Königin hat selbst auch ihren Sohn bereits in verschiedenen Stellungen skizziert. Aus Paris hat die Königin vor kurzem ein schönes „Babybuch" kommen lassen, in das das Gewicht, der Körpcrzustand, das erste Lächeln des Kindes usw. mit liebevoller Sorgfalt eingetragen werden. Tas Kind wird jeden Morgen gewogen, und wenn die Zunahme unter dem Durchschnitt ist, so hält die Königin mit ihren Aerzten Beratung. König Viktor Emanuel, der fast spartanisch streng erzogen wurde, erhebt vergebens Einspruch gegen diese Methode. „Wenn Tu zwei Söhne hast, kannst Tu ein solches Wagnis nnternehmen", meint die Königin. „Wir haben nur den einen Sohn, und es ist besser, daß man seiner körperlichen Erziehung zuviel Aufmerksamkeit schenkt als zu wenig." Von allen Herr- . scherinnen Europas ist besonders Königin Mexandra von England um das Wohl des Kindes besorgt. Fast jede Woche tauschen die beiden Königinnen Briefe aus; Königin Alexandra hat dem Kinde auch eine große illustrierte Bibel geschenkt. * Ter Einfluß von Augenüb eranstren gung auf das Gehirn. Es wird ziemlich allgemein angenommen, daß das Auge als der meist entwickelte Sinn in einem besonders engen Zusammenhang mit dem Gehirn steht. Damit ist die Anschauung verbunden, daß eine Ueberanstrengung des Auges stärker auf das Gehirn zurückwirke, als die irgend eines anderen Sinnes. Viele Aerzte sind sogar der Meinung, daß auf diesem Wege verschiedene Störungen der geistigen Tätigkeit mittelbar durch 'das Auge hervorgerufen werden. Ueber diese Frage hat nun vor der Akademie der Medizin in Newhork eine sachmännische Erörterung stattgefunden. Besonders eingehend wurde der Gegenstand von Professor Tana behandelt, der zunächst darauf hinwies, daß man zwar von Ueberanstrengungen des Auges, nie aber von einer solchen des Ohres oder der Zunge sprechen hörte. Bit Bezug auf das Auge unterscheidet man gewöhnlich zwei Arten von Ueberanstrengungen, eine eigentliche, die auf einem Unvermögen der Anpassungsnerven beruht, und eine andere, die den Anstrengungen zur Ueberwindung dieser Unstimmigkeiten zuzuschreiben ist. Ter letztere Vorgang soll cs sein, der die Grundlage für eigentliche Geistesstörungen werden kann. Professor Tana stellt aber die Behauptung auf, daß überhaupt keine tvirUiche Geistesstörung je von Augenüberanstrengung ausgegangen und daß ebensowenig eine solche je durch eine Korrektur von Sehfehlern geheilt worden ist. Eine gewisse Erschöpfung und Niedergeschlagenheit tritt allerdings ein, wenn Studenten und Bücherwürmer ihre Augen überanstrengen, falls, diese schon Refraktionsfehler aufweisen; dasselbe wird bei Personell mittleren Alters erfolgen, die an beginnender Kurzsichtigkeit leiden. Ruhe und auch die Benutzung passender Gläser sind hier das einfache und- einzige Heilmittel. Tagegen^ werden geistig gesunde Menschen durch Sehfehler nicht geistig krank, und nur erblich belastete Personen können durch Ueberanstrengung des Anges schneller diesem Schicksal zugeführt werden. Auch andere Sachverständige vertraten den Standpunkt, daß die Beziehung von Epilepsie, Veitstanz und andern Erkrankungen des Gehirns zu der Beschaffenheit des Auges sehr übertrieben worden wäre. Es sind verschiedentlich gründliche Versuche gemacht worden, den Einfluß einer Augenbehandlung bei Epileptischen zu beobachten, aber stets sind die erhofften Erfolge ausgeblieben. _____ «Humoristisches. * Der A st ronom als B r ä u t i g a m. „Steh' bett Stern da oben, Oskar — das ist unser Glücksstern!" — „Tu irrst, Geliebte! Tas ist Alpha im Kleinen Hund!" * 'E i n echter Sauertopf. „Schön' guten Tag, Herr Registrator! Wie bekommt Ihnen denn Ihr Urlaub?" „Ach lassen S' mich aus! Ich muß immer an den Tag denken, wo der Tienst tvieder beginnt — und das gift' mich in einem fort!" — H ö ch st e L e i st u n g. Ihr meint, cs sei ttichts Wahres an den Späßen Von all' den Professoren, die zerstreut? Ich kannte einen, der den Schirm vergessen Bei einem Regen, den er selber prophezeit! ' v «Literarisches. — Deutsche Burgen u n d Schlösser — so kautet der Titel eines illustrierten Aufsatzes von Tr. Damm in der „M o d e r n e n Kun st" (Verlag von Rich. Bong, Berlin W. 57, Preis des Heftes 60 Pf.). Des Weidmattits Herz erfreut Buchwalds Plauderei über die deutschen Jagdhunde, zu der C. Sterry Zeichnungen lieferte. Tora Duncker schildert die.ersten Bühnen- erfolge Paul Lindaus.. Grab eins Roman „Tas stille Leuchten", hält das Gebirgsmilieu fest. Tie bildende Kunst berücksichtigt der Text dieses Heftes u. a. mit einem illustrierten Artikel über Holzschnitzerei in Oesterreich. Ein Aquarellsacsimiledruck von C. Röchlings Schlachtbild „Friedrick der Große bei Zorndorf vor der Front des Regiments von Bülow" wird Sammlern Freude bereiten, wie auch die Holzschnitte nach den Gemälden „Ein Göttertrank" von dem Münchener humoristischen Genremaler E. Harburger, H. Courselles-Tumonts Komposition „Die Gefangene" und P. E. Mesplss, Balletszene: „In vollem Glanz". Als Extrabeilage ziert das Hest ein Holzschnitt aus Talbot Hughes'- Allegorie: „Tas Schicksal". — „T er Grütli-Ka lender". für das Jahr 1905. . 100 Seiten Quarts. Preis 50 Cts. — Rob. Seidel führt uns in diesem Kalender über den Gotthard ins Tessin bis L u g a n o in einem Artikel, der jedem die Sehnsucht ttach den sonnigen Gefilden der Südschweiz wachzurufen vermag. Mit 16 Illustr. Taneben Erzählungen, worunter eine von Ilse Frapan hervorgehoben zu werden verdient. Ein Basler Humorist, Redakteur F. A., hat einen Beitrag beigestenert und zwar: „Der Herr Gluckst verzellt, was-em passiert isch, wo-n-er het welle in ostasiatische Krieg zieh". — Der deutsche Spielmann, herausgegcben tiott Ernst Weber, verlegt von Georg D. W. Callweh-München, nennt sich ein dichterisches Sammelwerk für Jugend und Volk., Tas Beste der gesamten deutschen Literatur in Poesie und Prosa, insofern die Stücke kinder- und volkstümlich genannt werden können , will er geben. Tie Sammlung gliedert sich in Einzelbände, von denen jeder ein in sich geschlossenes Ganzes bildet und von einem Künstler illustriert erscheint, dessen Eigenart dem Charakter des jeweiligen Stoffgebietes ungezwungenen Ausdruck verleiht. Obgleich auch einzeln zu haben, eignet sich dock die ganze Folge wie kaum ein zweites Werk der Vergangenheit und der Gegenwart zur Anschaffung für Lesebibliotheken. Ter deutsche Spielmann hofft, zum eisernen Bestand iebec Volks- und Jugendbücherei zu werden. Er huldigt.:icht einer vorübergehenden Mode des Tages. Er schöpft aus dem aufgesveicherten Schatz der Jahrhunderte und wird darum auch seine Geltung für das Jahrhundert behalten. Erschienen sind bisher: Band 1 Kindheit, illustriert von Ernst-Kreidolf, Band 2 Wanderer, illustriert von I. V. Cifsarz, Band 3 Wald, illustr. von W. Weingärtiter, Band 4 Hochland, illustr. von Franz Hoch, Band 5 Meer, illustr. von I. V. Cissarz, Band 6 Helden, illustr. von W. Weingärtner, Band 7 Schalk, illustr. von Julius Diez, Band 8 Legenden, illustr. von G. Ad. Ströbel, Band 9 Arbeiter, illustr. von Georg Osk. Erker, Bänd 10 Soldaten, illustr. von Georg Osk. Erler, Band 11 Sänger, illustr. von Hans Röhm, Band 12 Frühling, illustr. von Hans v. Volkmann, Band 13 Sommer, illustr. von Edm. Steppes, Band 14 Herbst, illustr. von Karl Biese, Band 15 Winter, illustr. von Karl Biese. Bexirrätsel. Nachdruck verboten. Nimm ein Drittel Apfelsine, Doch vergiß die Farbe nicht. Weißt du nicht, wie sie erschiene, Weint es dunkelt: so bediene Dich besondrer Art voit Licht. Nnie ihn, der es erfunden, Dessen Raine wohlbekannt. — Hast du Alles recht verbunden. Ist sogleich ein Wort gefunden Mir „Musikwerkfabrikänt." Auflösung in nächster Nunrnter. Auflösmtg der Charade in vor. Nr.r Brand, Eis; Braitdeis (Stadt in Böhmen.) Redaktion: August Goetz. — Rotationsdruck und Verlag der Brühl'sclMr Universitäts-Buch- und Steindruckerei, R. Lange, Gießen.