Samsiag den 11. Suni. 1904 S-nn B (Nachdruck verboten.) Irühtingsstürme. Roman von Paul Oskar Höcker. (Fortsetzung.) Die Kniee zitterten ihm noch. Er vermochte nicht sogleich zu sprechen. Als sie ihm die Gefahr vorstellten, in der er geschwebt, schüttelte er aber doch den Kopf. Daß er einen Moment lang dem Tode ins Antlitz geschaut, wollte er auch nicht einmal vor sich selber wahr haben. „Laßt hrich> Kinder!" sagte er unwirsch, „macht doch kein Aufhebens von einem kalten Pad! Ich bin herübergekommen, trotz allem, und damit holla!" Das Geschrei der am Ufer Mitlaufenden war in ganz Gill gehört worden und hatte viele Leute veranlaßt, das Abendbrot zu unterbrechen und an den Strand zu eilen. Aengstlich fragte man durcheinander, was denn los sei. Zuprtzas Name war bald aus aller Lippen. Aber er selbst war ihnen bereits entwischt. Hastig entledigte er sich, in seiner Wohnung angelangt, der durch und durch geweichten Kleider und schlüpfte in trockenes Zeug. Eine wohltuende Wärme fühlte er in sich^ Seine Stimmung war freudig gehoben. Es war ihm, als müßte ihm die nächste Stunde die langersehnte Erfüllung eines berauschenden Glückes bringen. Rasch machte er sich dann auf den Weg nach. Sakuthen — zu Fränze. Glücklicherweise hatte es zu regnen ausgehört, aber die Straße war in bösem Zustand. Der Marsch durch den weichen, zerfließenden Schnee erhitzte sein Blut von neuem. Ob sie sich, freuen würde? Was sie wohl sagen würde, daß er doch noch kam? Denn jetzt hatte sie ihn doch kaum mehr erwarten ~ können! An Dieter, an Pratje, an den kleinen Patienten dachte er nicht. Die Wklt war ihm einzig und allein Fränze. Wie ein Rausch war es über ihn gekommen. Jetzt nur noch ein paar Minuten, und er hatte das Gehöft erreicht. Wenn er ins Haus trat, würde sie gewiß zu allererst sein Kommen hören. Dann eilte sie ihm entgegen — und er würde sie an sich reißen, sie an sich pressen, sie wild stuf Mund und Hals und Augen küssen und ihren lieben Kopf zwischen seinen Händen halten, ihre Wärme fühlen, ihr Atmen fühlen, trunken vor Wonne, trunken vor Seligkeit..... Für eine Sekunde zitterte da plötzlich- ein fahles, blasses Bild in der Dunkelheit vor ihm — er glaubte bas blerche Antlitz Dieters zu sehen — er hörte dabei den bitteren, zerguälten, ohnmächtig verhärmten Ton, in dem er neulich zu ihm gesprochen. Mer rasch, zerrann es wieder. Nein, nein, er wollte daran nicht denken. Nichts hatte ein Recht, sich seiner Liebe in den Wea zu stellen. Sie waren füreinander ja bestimmt, es gab keine Bedenken, keine Hindernisse mehr.. Und er verging vor Sehnsucht. Er fühlte mehr und mehr ein Zittern in seinen Gliedern r-i er verlor fast den Atem. Da hatte er endlich, das Werk erreicht — fast, laufend, stürzend kam er zur Haustür. Drinnen war alles festlich erleuchtet, es duftete nach Blumen, eine b-ehagliche Wärme durchströmte das Haus — ganz so, wie Fränze es liebte. Die Tür gjitnt Speisezimmer stand offen. Am gedeckten, blumengeschmückten Tisch saßen Lotz und Pratje. Sie hoben in freudiger Ueberraschung den Kopf, als sie ihn kommen hörten. „Na, endliche Doktor!" rief der Kranke. „Tirsell, leg raAch das vierte Gedeck wieder auf! — Wo steckten Sie bl!oß, Doktor? Wir hatten Sie schon ganz aufgegeben." „Ist Fränze trn? >— Sind sie gut angekommen?" fragte Zupitza verwirrt. Suchend blickte er um sich. Pratje ivar ihm munter entgegengegangen, dämpfte, auf der Diele aber die Stimme. „So leidlich, leidlich. Das arme Frauchen hat sich, was Redliches mit Sascha plagen müssen." „Was ist's mit dem Kleinen?" „Vielleicht bloß die Aufregung von der Reise und Ueber-. müdung. ®r will partout nicht schlafen, der Bengel. Sie ist Men bei ihm. Wollen Sie sich den Jungen mal ansehen ?" „Gern — ja." Er sagte es ganz mechanisch. Dann lief er stracks auf die Treppe zu. „BleMn Sie — bleiben Sie ruhig hier", rief er mit etwas unsicherer Stimme auf dem Wege, „ich finde schon!" „Licht ist doch oben?" hörte er Lotz noch fragen. Er war bereits auf dem oberen Treppenabsatz, immer zwei Stufen mit einemmale nehmend. Pratje hatte die Tür zur Diele wieder geschlossen, weil es auf den Kranken zog, wäbrend Tirsell nach der im Souterrain gelegenen Küche eilte, um Die Auskunft des Doktors hier zu melden. Der Lichtschein der Diele reichte nicht bis ins obere Stockwerk; Zupitza sah jedoch einen hellen Türspalt vor sich, auf den er zuhalten konnte. Atemlos öffnete er die Tür. Das Zimmer war leer. Aber nebenan hörte er leise singen. Fränzes Stimme. In einer Art lähmenden, betäubenden Schrecks blieb er plötzlich stehen. Er sah sich, ganz unerwartet an der Schwelle von Fränzes Schlafzimmer. Die Tür zur Nebenkammer, in der Alex und Theo in den Ferien zu wohnen pflegten, war geöffnet. Nebenan war's dunkel; hier tauchte das Licht der mattgetönten Ampel alles in einen sanften, warmen Schimmer. Es war ein reizendes, kleines Boudoir mit hellen Lackmöbeln in englischem Geschmack, mit zartblumigen Musselinvorhängen und hellen Tapeten. Das schon zur Nacht her- r- 342 — gerichtete schmale Bett stmrd an der etwas schrägen Wand. Der ganze Eindruck des Raumes besaß etwas Mädchenhaftes, Zartes, Keusches. Ein leiser Duft erfüllte das Zimmer, derselbe zarte Hauch- der ihm aus ihrem Haar entgegenzuwehen pflegte. Fränzes Stimme war mehr und mehr herabgesunken — es war das verträumte Verklingen eines sinnigen Kinder- liÄ)chens. Die Melodie war ihm bekannt, aber des Textes entsann er sich nicht. Sie sprach auch die Worte nicht aus, sondern summte die Weise nur, immer langsamer, immer langsamer, leiser, immer zögernder die Töne einander folgen lassend, als ob sie dazwischen den Atemzügen des Kindes lauschte. Noch als er die Treppe heraufgestürmt war, hatte ihn ein wildes, sinnliches Begehren getrieben. Der Anblick ihres Stübchens, das Reine, Weihevolle, Heilige, das im Ausdruck ihrer Stimme lag, die seltsame, füßverträumte Melodie, die Nähe des entschlummernden Kindes — das alles brachte ihm mit einemmale das verbrecherische seiner Wünsche zum Bewußtsein. Er erwachte aus einem wüsten schwülen Taumel. Als er jetzt das Rauschen ihres Kleides vernahm, als er ihre leisen, leichjten Schritte sich nähern hörte, rann ein fröstlicher Schauer über ihn, und er preßte atemlos die Hand gegen die Schläfe. Es war ihm, als ob eine Stimme in chm spräche, eine warnende, angstvoll warnende Stimme, die plötzlich sein Herz stillstehen machte. „Fränze —!" sagte er leise und weich, bittend, fast erschüttert. Sie hatte wohl jemand kommen hören, aber nur das Mädchen oder Pratje vermutet. Als sie nun Zupitzas Stimme erkannte, tat sie ein paar raschere Schritte. In freudiger Bewegung erschien sie in der Kammertür. Ihre Augen strahlten. Sie winkte ihm aber lächelnd und sanft abwehrend zu, sich ganz still zu Verhalten. ■ „Er schläft!" flüsterte sie leise. Vorsichtig zog sie, immer wieder lauschend, die Tür an, bis sie lautlos ins Schloß sank. Dann streckte sie ihm beide Hände entgegen, stumm, aber sichtbar freudig ergriffen. Eine Sekunde lang hielt er ihre Hände in den seinen, bezaubert von dem gütigen, besorgten, mütterlichen Zug, der ihr Antlitz adelte, tief bewegt von der Glückseligkeit, die sich in ihrem impulsiven Gruß ausprägte, — dann umschlang er sie plötzlich, nannte zärtlich ihren Namen und preßte seine Lippen auf die ihren in einem langen Küß. Es war aber nicht mehr die wahnwitzige, sinnverwirrende Gier, die ihn vorhin beherrscht hatte. Unsagbar süß und heimisch überkam es ihn. >Er hatte auch nicht das Gefühl, daß er sie verletzte, eher das Bewußtsein, daß er sie schützte, indem er sie in seinen Armen hielt. „Liebe, liebe Fränze", flüsterte er noch einmal, fast ohne die Lippen von ihrem Mund zu heben. Sie machte sich von ihm frei. Wer für einen Augenblick, das war ihm nicht entgangen, hatte sie sich seiner Liebkosung willig hingegeben. Nun fuhr sie sich verwirrt übers Haar, das er ihr leicht in Unordnung gebracht hatte, und sagte kopfschüttelnd, unter einem bittenden, vorwurfsvollen, fast traurigen Lächeln: „So sollte es aber doch nicht sein — unser Wiedersehen I" Er hielt ihre Hände fest. „Sprich nicht", bat er leise, „schilt mich nicht und laß mir Deine Hand. Bitte, bitte. So — nur einen Augenblick noch. Und sieh mir ins Auge." „Wie seltsam Du bist. . . Wie siehst Du mich — wie sehen Sie mich an?" „Ich hab" Dich lieb, Fränze. Ich war nur ein halber Mensch! ohne Dich, Aber jetzt bin ich glücklich. Unermeßlich. Siehst Du, ich weiß nun, daß wir Hand in Hand durchs Leben gehen müssen." Sie schluckte, atmete erregter, suchte seinem Blick auszuweichen. „So — sollst Du doch nicht sprechen!" Sie weinte plötzlich Zart umfaßten seine Hände ihren Kvpf. Er lehnte sie an sich, beugte ihr Gesicht zurück und küßte ihr die tränenden Augen. „Nicht weinen, Fränze. Es ist doch so selig. Franke, Du kannst es doch auch nrcht mehr verbergen. Hast Du Dich wicht gebangt wie ich,?" Sw hatte die Augen geschlossen. Furchtsam kam es Von ihren Lippen: „Es ist Sünde — wahrhaftigen Gatt, es ist eine schwere .Sünde!" Ein erschütterndes Schluchzen, erfaßte sie wieder. „Du weißt ja nicht — was Du in mir weckst!" Er hielt noch immer ihren Kopf an seiner Brust fest. „Ach, liebe, liebe kleine Fränze! Dagegen können wir beide nicht an. Ich nicht — und Du auch nicht. Es ist unsere Bestimmung." Endlich kam sie von ihm frei. Schwankend ging sie ein paar Schritt weit durchs Zimmer. Auf dem Stuhl dicht neben ihrem Bett sank sie nieder und preßte das Antlitz in ihre Hände. So hilflos — und doch so heilig erschien, sie, ihm in ihrer zerknirschten Bestürzung. Bittend, beschwichtigend — als ob er ein Kind tröstete — sprach 'er ihr zu. Er ließ sich bei ihr auf ein Knie nieder, nahm ihre Hände wieder in die seinen utnd liebkoste, küßte sie. Sie ließ es nun ruhig geschehen, verträumt, versunken lauschte sie seinen Worten. „Siehst Du, Fränze, Du bist wie ein großer Feiertag in mein Leben getreten. So strahlend schön und feierlich. Und festlich soll's nun immer zwischen uns bleiben. Sieh mich doch gut und vertrauend an. Ich will ja nichts weiter als Dir sagen dürfen, wie lieb ich Dich habe. Und wie unendlich glücklich Du mich gemacht hast. Liebe, kleine Fränze!" Allmählich sammelte sie sich wieder. Es gelang seinen kittenden Wvrten sogar, auf ihr Antlitz ein Lächeln zu locken, das ihr einen rührenden, fast kindlichen Ausdruck gab. Wer dann schloß sie die Lider wieder, alles Licht erlosch in ihren Zügen, und in tiefem Kümmer kam's von ihren Lippen: „Wie soll ich nun Dieter wieder ins Auge sehen? Ach — warum hast Du mich in solche Qual gebracht! Es ist Sünde — es ist doch Sünde." „Nein, Fränze, keine Sünde. Du nimmst ihm ja nichts. Du gibst ihm nur. Ja, wirst ihm jetzt mehr geben, als bisher. Denn siehst Du — wenn Tu selber glücklich bist, Fränze, dann wird wieder Sonne im Haus sein. Du wirst es mit Sonne erfüllen. Und das wird auch sein Leben heller, erträglicher machen — ihn über den trüben Rest forttäuschen. Glaubst Du mir nicht?" „Ich weiß nicht. Es ist mir so neu — so unbegreiflich." Ein tiefer, tiefer Atemzug hob ihre Brust. Stockend flüsterte sie, in Furcht vor sich selbst: „Ach Liebster —!" Er hatte sich erhoben, stürmisch zog er sie mit sich empor. Innig sie umschlingend hielt er sie in seinen Armen fest. Er küßte sie nicht mehr, sah ihr nur glücktrunken ins Antlitz. So standen sie lange schweigend und lauschten der Stille um sie her. , (Fortsetzung folgt.) Zas künstlerische Aazit des Irankfurter Toukünülerfestes. Die anstrengenden Frankfurter Festtage sind nun schon eine Weile vorüber. Nun, da sich die Wogen der momentanen gegenseitigen Begeisterung, gelegt haben, wo nicht mehr das freudige Festtagsmilieu den nüchternen kritischen Sinn beeinflußt, wird es sich zeigen, was ein jeder Teilnehmer an positivem Gewinn mit nach Haus genommen hat. Darüber war man sich allenthalben im karen: Weniger wäre mehr gewesen! Eine enorme Quantität von kompositorischen Erzeugnissen der letzten zwei Jahre hatte der allgemeine Deutsche Musikverein diesmal aufgestapelt. Und das alles war nur ein verschwindender Bruchteil von alle dem, was der begutachtenden Prüfungskommission zur Ausführung eingereicht wurde. Der Chorus der Zurückgewiesenen wird, nachdem es offenbar geworden, daß viel Minderwertiges zur Aufführung gelangt ist, mit verhaltender Schadenfreude die absprechenden Urteile lesen. Den Kommissionsmitgliedern, für die als verantwortlicher Leiter Max Schillings zeichnet, kann aus diesen mannigfachen Mißgriffen kein Strick gedreht werden. Sie haben sich eben über den Wert und die Wirkung der ausgewählten Stücke beim Durchlesen der Partituren getäuscht, wie hundert andere zuverlässige Fachleute vielleicht ebenfalls getan hätten. Bei dem Einstudieren der Werke mag es manchem zum Bewußtsein gekommen sein: das ist ein Fehlgriff. Doch da war es zu spät. Es mag sein, daß die maßgebenden Kommissionsmitglieder der ü ltrafezessionistischen Richtung ein zu großes Feld eingeräumt haben. Doch vielleicht liegt gerade darin, daß man die schrankenlosen Programmatiker sich einmal weidlich auStoben ließ, die Gewähr für eine sich klärende Zukunft. Denn das eine hat der jungdeutsche Radikalismus bei dieser Gelegenheit bewiesen: auf diese Weise geht es fernerhin nicht weiter! Tje musikalische Sezession, wie sie sich in Frankfurt in — 343 — LXV|vl» IVVIln UlUU Viivm-j vv,‘ * y-—- • « : (letz- Jnjurienklage an den Kopf geworfen zu bekommen. Sie rgno- -ehcn), rlerte vornehm die giftige Bosheit, die m der Frage gelegen >i der 1 und erklärte forsch: „Mein Mann muß ins Hotel wahrend der Plaudereien aus der Kaiserstadl. (Nachdruck verboten.) Lnstiges vom Fraucnkongreß. — Liliencron in Berlin. — Das Resterthrater. erläuternden Ueberschriften, die den einzelnen Abschnitten beigegeben sind. Da heißt, es: Borverkündung, von Werdelust und tausend Zielen, durchs Feuer, durch die Schmiede, ein Sonnentag des Glücks, die große Frühmesse im Walde, ein Mondfest im Teich, die stillste Stunde, um das Höchste, der neue Morgen II Seitdem Richard Strauß mit seinem „Zarathrufla" zum erstenmal die Philosophie gestreift hat, haben sich die Epigonen auch dieses musikalisch sterilen Gebietes mit Eifer bemächtigt. Die Gloriasinfonie ist ebenfalls ein Niederschlag solch musikprogrammatischer philosophischer Jdeem Ein gut Stück Za- rathrusta steckt auch in der Nicodsschen Partitur. Der Unterschied zwischen Strauß und Nicodö ist nur der, daß ersterer sich einzig durch die reichen poetischen Bilder der Nietzschen Dichtung ganz allgemein anregen ließ, während letzterer sich ein vollständiges Programm über Menschheit- und Welterlösung zurechtmachte, das er bis in die kleinsten Einzelheiten musikalisch zu illustrieren suchte. Das Nicodssche Werk stellt an den Hörer rein physische Anforderungen, die bisher voimkeinem Tonsetzer auch nur annähernd gewagt worden sind. Die mehr als zweistündige im-' unterbrochene Dauer der Sinfonie "ist eine Zumutung, die die allerschärfste Zurückweisung verdient. Gleich schlimme künstlerische oder vielmehr unkünstlerische Exzesse wurden von keinem der anderen Sezessionsjünger verübt, obschon die Werke Volkmar Andreäs, Bruno Walters und Charpentiers ebenfalls manches abstruse enthalten. Auch Friedrich Klose's „Leben ein Traum" birgt unmotivierte Willkürlichkeiten zur Genüge, doch dieses Opus hat auch Momente, die die Hand des echten Talents deutlich erkennen lassen., , Wenn wir ernsthaft fragen, welches sind diejenigen Werke des Frankfurter Tonkünstlerfestes, die einen Gewinn für die Zukunft bedeuten, so sind im Ganzen nur vier Schöpfungen zu nennen. Und darunter ist wieder nur eine einzige, die einen bleibenden Wert behalten wird. Die drei ersteren sind Wilhelm Bergers „T o t e n t a n z", Georg Schumanns „T o t e n k l a g e" und Paul Scheinpslugs „Worpsweder Stimmungsbil- d e r". Das bleibende Werk ist Meister Richard Strauß' „S i n- fonia domestica", die einen geradezu beispiellosen und völlig neidlosen Erfolg bei allen Parteien errang. Mit diesem Opus hat sich Strauß einen tüchtigen Schritt von der. uferlosen Programmusik entfernt. Der Rückzug zur absoluten Musik (letz, tere ist natürlich nicht in klassisch-formalem Sinne zu verstehen), den er bereits im „Heldenleben" angetreten hat, wird bet ihren äußersten Konsequenzen zeigte, ist in eine Sackgasse geraten, und da heißt es, rnöglrchst schleunigst kehrt machem So gewaltig wie die beiden Führer der nwdernen Musik, Strauß und Schillings in die Zukunft hineinragen, so schlimm ist es mit Epigonemtum bestellt, das den beiden Großen zwar das äußerlrche „Wie" abgesehen hat, dem es aber mit wenigen Ausnahmen an dem eigenen „Was" fehlt. Diese hypermodernen Geister vergessen über ihren himmelstürmenden, tiefgeistigen Ideen gänzlich, daß es in erster Linie auf die musikalische Potenz und nicht auf die kompositorische Technik, mit der allein sie alles zu erreichen glauben, ankommt. All diesen geistvollen Tonsymbolikern, die die größten psychischen Probleme in Form von sinfonischen Dichtungen zu lösen suchen, denen selbst abstraktes philosophisches Denken ein willkommenes Ohjekt für ihre kompositorischen Experimente ist, all diesen „gebildeten", Komponisten fehlt der mühelos sprudelnde Quell der Erfindung, aus dem sie in naiver Frische ständig schöpfen können. An großen, neuen musikalischen Gedanken mangelt es ihnen, und an angeborenem Gestaltungsvermögen, das von innen her die fruchtbare Materie zu volleitdeten künstlerischen Gebilden fügt. An stelle der urwüchsigen, natürlichen Schöpfungskraft, die unsere großen Meister auszeichnet, setzen sie einen von außen her künstlich befruchteten schwächlichen Eklektizismus, ließet den dürren Gehalt und die Physiognomielosigkeit der eigenen Erfindung soll das Rasfinement der technischen Mache hinwegtänschen. Immer größer werden die aufgewendeten orchestralen Mittel. Was verlangt beispielsweise Mcods in seiner zweistündigen Gloriasinfonie für eine Besetzung? Das gewöhnliche große Orchester genügt ihm nicht, er braucht zwölf Hörner, o Trompeten, vier Pauken, 5 kleine Trommeln, 2 große Trommelst, 3 Paare Becken, Triangel, Glockenspiel, Holzharmonika, 2 Tambourins, 6 Doppel- paare Kastagnetten, Tamtam, große Glocken, 12 Trillerpfeifen, Orgel usw. Und wo bleibt die erstrebte künstlerische Wirkung! Sie steht zu den aufgewendeten kolossalen Mitteln in gar keinem Verhältnis. Wie armselig muß es mit dem positiven Fonds solch eines komplizierten Komponisten beschaffen sein. Ein aus dem Vollen schöpfender Geist denkt an derartigen äußerlichen Firlefanz nicht. Selbst Richard Strauß, der in einigen seiner realistischen Tondichtungen gewiß alles mögliche an, instrumentalem Raffinement geleistet hat, blieb stets innerhalb künstlerisch zu rechtfertigender Grenzen. Das Nicodssche Werk dürste auch den radikalsten Anhängern der unumschränkten Programmmusik einige Beschwerden bereitet haben. Nicodä ist sonst ein ernster Musiker. Daß er hier in solch schlimme Extravaganzen verfallen ist, beweist aufs llarste, wie verworren die Pfade sind, die von dem Wege, den Richard Strauß mit sicherem Schritt betreten hat, seitwärts ins Gestrüpp abführen. Auch bezüglich des programmatischen Inhalts ist das Werk Nicodss ein wahres Monstrum. Man höre nur einmal die Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus. Just den deutschen Rosenmond mit seinen süßen poesieumslimmerten Mär- chendüsten haben sich unsere lieben modernen Frauen ausgesucht, um in Berlin von ihren verkümmerten Rechten zu reden und natürlich dabei ein bischen gegen die ruchlose Männerwelt mobil zu machen, soweü sie noch wagt, sich gegen die stürmisch hereinflutende Gleichberechtigung der beiden Geschlechter zu mucksen. Spaß bei Seite: ich habe gegen den Wackern Kampf, den der gemäßigte Flügel der Frauenheils-Armee gegen veraltete Vorurteile und verknöcherte Staatseinrichtungen führt, nicht das geringste einzuwenden. Mer ich kann auch das Lachen nicht lassen, wenn ich sehe, wie der linke Flügel seine Attacken macht, dabei weit übers Ziel hinausschießt und die glänzendsten Leistungen auf dem Gebiete unfreiwilliger Koinck liefert. „Frauenweltbund" „Internationaler Frauenkongreß", „Internationale Frauenstimmrechtskonferenz" ... es schwirrt einem ordentlich vor den Ohren vor lauter Jnternationalitat. Und da passiert gleich bei der ersten dieser Versammlungen das lustige Malheur, daß eine waschechte Fortschrittlerin, Frau Dr. Metta Jacobs-Holland, einen ernsthaft gemeinten Antrag embrmgt, die Presse auszuschließen. Glücklicherweise fand sich für diese Maßregel keine Majorität, und so war es den Männern denn vergönnt, die zum Teil sehr guten und sachlichen Reden auch gedruckt zu genießem Aber ich wollte ja von den Schatten reden, die dem Kongreß voranspazierten.. Die zeigten sich m so mancher Berliner Familie. Wo nur erwachsene Töchter m Anspruch genommen wurden von den Vorbereitungen, die die Berliner Frauenvereinigungen zu treffen hatten, ließ sich die Sache nicht allzu hart an. Aber dort, wo „Mama" selbst auch in die Bresche sprang, hat doch manch armes Männerherz arg leiden müssen. Folgendes wortgetreue Gespräch notierte meine schwarze Seele eines Tages in einem von Konntee-Damm gefüllten Straßenbahnwagen: „Ach, sagen Sie doch, Frau Doktor, wer kocht denn nun m diesen bewegten Tagen bei Ihnen? Sie haben doch augmbllck- lich kein Mädchen! — fragte eine scharfe Hakennase ein klemes molliges Stubsuäschen. , „Ganz einfach, Liebste. Mein Mann geht ms Speisehaus. Wie soll ich denn kochen, wenn ich von neun bis ems Nicht zu Hause bin?" ____ . ,,, „Ich habe es einfacher und billiger eingerichtet", mischt sich eine lange an einen Schnepfenschiiabcl erinnernde Damen- liase ein. Ich wette hundert gegen eins, daß sie einer ehemaligen Lehrerin gehört, die beim Dozieren immer den rechten Zeigefinger dagegen gelegt hat, weil ihre Spitze ein wring nach links neigt. „Meine Kinder habe ich mit dem Mädchen zu meuter Schwiegermutter geschickt. Dort müssen sie auch schlafen. Vereinsangelegenheiten und Wirtschaftsführmig fordern nun mal getrennte Wege. Mein Mann geht mittags zum Esten gleichfalls dort hin — na, und ich? Speise, wo ich gerade bm. ^ch habe meine Familie nun schon drei Tage nicht gesehen! — »et diesem Bekenntnis nahm ich mnerlich rede schnöde Bemerkung zurück, die ich je gegen eine Schwiegermutter^der Welt geschrieben. Schon aber flog eine neue Frage durch den Raum, deren Beantwortung mich nicht minder interessierte: „Wo bringen Sie denn die beiden Rostocker Datnen unter, beste Freundin? Ihre Wohnung ist doch kaum,fur Sie selbst ausreichend?" erkundigte sich süßlich lächelnd eme etwas sehr magere Vertreterin des schönen Geschlechts mit jenem unangenehmen Funkeln in den Äugen, das alles Wohlwollen tn der Stimme Lügen straft. Aber die Gefragte war eme Herrennatur, wenn man das noch von einer Frau sagen darf, ohne , eine „Sinfonia domestica" ganz offenbar. Strauß gibt hier so gut wie kein Komentar. Er überläßt es ganz dem Hörer sich in der Musik zurechtzufinden. Die Musik der „Sinfonia domestica" ist aus sich selbst beweiskräftig genug, um auch ohne gelehrte programmatische Einschachtelung unmittelbar auf den Hörer wirken zu können. Die sensationellen amerikanischen Berichte über das Werk, die dasselbe auf alle mögliche Weffe lächerlich zu machen suchten, haben sich als völlig haltlos erwiesen. Die „Sinfonia domestica" ist die reifste, ja vielleicht die bedeutendste Schöpfung, die Strauß bisher der Welt geschenkt hat. Der Erfolg dieser Sinfonie wird einen heilvollen Einfluß auf das ziellos daraufloskomponierende Gründeutschland ausüben. Der Drang zum Aeußer- lichen, Extravaganten wird nachlassen, nachdem man eingesehen hat, daß nicht das Raffinement der Mache und das Aufgebot der äußeret: Mittel, sondern eine echte poetische Musiknatur das Ausschlaggebende beim fruchtbringenden Schaffen ist. Hoffentlich zeitigt bereits das nächste Tonkunstlerfest in Graz bte Früchte der neugewonnenen Erkenntnis. — 344 — neun Tage. Wir Frauen stehen nun jetzt einmal mitten im Leben. Tas muß der Mann sich gefallen lassen. Und wenn er der Frauenbewegung kein Opfer zu bringen hat, glaubt er nicht an ihre Bedeutung und Wichtigkeit!" Ein paar ehrliche Bravos mischten sich mit meinem ironischen, das ich, eben aus der Türe schreitend, nicht unterdrücken konnte. Hätte ich nicht aussteigen müssen, würde ich mich vielleicht gehütet haben, da ich bedenklich in der Minorität war, und ich von der Ueberlegenheit des anderen Geschlechts im Redekampse bedingungslos überzeugt bin. So aber konnte ich's getrost wagen. Die neun Tage gehen schließlich auch vorüber, der arme Gatte, der den Rostocker Damen hat Platz machen müssen, wird wieder in sein Heim einziehen, stolz darauf, einer großen Sache ein kleines Opfer gebracht zu haben und — vielleicht um ein paar fidele Abenteuer reicher als vordem. Also: „Marsch mit Humor ms Fest- getriebe!" wie Detlev von Liliencron in einem Stoßseufzer ruft, dessen „schneidige Muse" sogar unser Reichskanzler, wie man sieht, etwas kasernenhofmüßig anerkennt. Der Jubeltag dieses lebendigsten aller gegenwärtigen Poeten ruft die Erinnerung an seine Berliner Ueberbrettlzeit wach, zu der ihn Bausenwein, der ehemalige Direktor des „Bunten Brettl's" am Alexanderplatz engagiert hatte, um ihn gegen Wolzogen's eben erstandenes „Buntes Theater" in der Köpenickerstrasse auszuspielen. Aber dieser hohle Bretterboden war nichts für unseren Detlev, und so tapfer er sich geschlagen hatte in Böhmen und Frankreich : auf dem Tummelplatz der Schminke waren keine Lorbeeren für ihn gewachsen. Seine Deklamationen waren farblos, überstürzt und gequält. Man hörte es aus jeder Zeile heraus, wie unglücklich er sich in dieser neuen Rolle seines bunten Lebens ftihlte. Und wenn der Vorhang sich senkte, stürzte er förmlich davon und war nur selten zu bewegen, sich dem applaudierenden, ihm sicher furchtbar gleichgiltigen Publikum noch einmal zu zeigen. Nun, die Periode der Uebcrbrettelei hat ja nicht lange gedauert; aber ich glaube zu wissen, daß Detlev die Flinte schon lange vorher ins Korn geworfen hat, ehe die bunte Jagd aus war. Und er hat wohl daran getan. Von unseren Bühnen bildet sich das „Berliner Theater" zu einer Art von Rcstergeschäft aus. Nicht nur, daß es einen Teil der bei Neumann-Hofer unter den Tisch gefallenen neuen Stücke übernomnien hat, wie Zobeltitz's „Eiserne Krone" und Wilden- bruch's „Unsterblichen Felix"; nein, es wird auch den endlosen „Zapfenstreich" Beyerlein's noch ausnützen und sogar den vom Königl. Schauspielhaus wohl aus „erstklassigen" Gründen ab- gesetzten Schwank des Freiherrn von Schliche „Im bunten Rock" im Theater des Westens mit einem Sommer-Ensemble wieder zur Aufführung bringen. Auch an „alten Sachen" kann mitunter offenbar noch ein schönes Stück Geld verdient werden! . . . _____ A. R. Vermischter. * Korpsgeist in der Tierwelt. Welcher Korpsgeist den „Proletarier der Vogelwelt", unseren Haussperling, belebt, darüber konnte ich — so schreibt ein Leser der „Straßb. Ztg." .— kürzlich hübsche Beobachtungen machen. Ich hatte bei einem Morgcnspaziergange in aller Frühe zwei junge gelbschncibelige Spatzen gefangen, die sich zur Feier des Tages vom Nest frei gemacht hatten, ohne in ihrem jugendlichen Gemüt eine Ahnung davon zu machen, wie schwer das Leben heutzutage auch für einen jungen Sperling ist, besonders wenn er nicht die geringsten Kenntnisse in der Kunst des Fliegens besitzt. D a die Tierchen zweifellos zu Grunde gegangen oder Gassenbuben und Katzen zum Opfer gefallen wären, nahm ich sie mit und hing sie in einem alten Käfig vor das Fenster. Schon wenige Minuten später erschienen die Alten, obwohl meine Wohnung durch etwa anderthalb Kilometer Straßenzüge von der Fundstätte entfernt ist, und begannen zu locken. Gleichzeitig sammelte sich das Spatzengeschlecht der ganzen Umgegend auf einem gegenüberliegenden Baume und hielt ein großes Protestmeeting ab, wo ich, wie mir schien, hei den einzelnen Rednern des Tages nicht sehr gut wegkam. Indessen sah die Versammlung bald ein, daß mit derartigen Verwahrungen den jungen Gemeindegenossen im Käsig nicht geholfen sei, und es entwickelte sich ein fesselndes Bild. Der Herr Vater der zwei eingesponnenen Sprösslinge nahm einen vorgeschobenen Beobachtungsposten ein, von wo er den Jungen unausgesetzt zurief: „Kopf hoch! Wir kriegen euch schon wieder frei!" und von wo er die übrige Gesellschaft von meiner jeweiligen Annäherung benachrichtigte. Die betrübte Mama tonnte mehr. Sie trug den Nimmersatten Schreihälsen mit rührendem Mut und ohne eine Viertelstunde zu ermüden, den ganzen Tag Futter zu. Dieses Futter schaffte aber die gesamte übrige Sperlingsgemeinde herbei: alle Augenblicke erschien eines der grauköpfigen Weibchen oder eines der dicken Männchen mit der schwarzen Krawatte und brachte einen Schnabel voll nahrhafter Dinge. Unweit des Käfigs, an einem Mauervorsprung, wo sie vor mir völlig sicher waren, setzten sie sich nieder, und dort nahm ihnen die Sperlingsmutter den Proviant ab, um ihn rasch einem der hungrigen Burschen in den aus dem Käfig herausgesperrten Schnabel zu stopfen. Die Mutter konnte sich, dank ihrer genossenschaftlichen Hilfe, damit begnügen, den ganzen Tag nur den drei Meter langen Weg zwischen dem Mauervorsprung und dem Käfig zu machen, nur zuweilen von ihres Ehemanns Gnaden abgelöst, der offenbar sein Leben als Staatsbürger und Familienvater teurer einschätzte. Ich möchte übrigens hervorheben, dass das zugctragene Futter ausschließlich in Insekten, besonders den schwarzen Köcherfliegen, bestand. Auch am nächsten Tage wurden die verteilten Rollen im Dienste der Nächstenliebe von meiner Spatzengemeinde in aller Frühe mit gleicher Hingebung ausgefüllt und das Verproviantierungsgeschäft trotz des strömenden Regens den ganzen Tag unermüdlich fortgesetzt. Da mich ein nachmittags vorgenommener Versuch im Zimmer überzeugte, daß die jungen Bürschchen jetzt etwas besser schwirren konnten, machte ich dem Idyll ein Ende und trug meine Gefangenen in den gegenüberliegenden Garten, wo ich ihnen freien Abzug mit klingendem Spiel gewährte, d. h. das letztere besorgte die auf alleu umliegenden Bäumen eingefallene Gesellschaft der Alten, die mit jubelndem Gezwitscher die Befreiten in ihre Mitte nahm. * Radlerinnen im fernen Osten. Das Zweirad hat manche Umwälzungen verursacht, am überraschendsten aber wirkt die Revolution, die es in der traditionellen Abgeschlossenheit der Frauen im fernen Osten verursacht hat. Die Königin von Siam ist eine eifrige. Radlerin und hat ein Gefolge von radelnden siamesischen Damen, wenn sie eine Radtour unternimmt. Dadurch hat sie auf ganz natürliche Art die neue Mode auch bei ihren Untertanen eingcführt. Das Radeln hat sich auch nun in dem benachbarten Birma eingebürgert. In AkyaÜ kann man eine ganze Schar junger Birmaninnen zu Rade spazierenfahren sehen. Die Birmaninnen sind die intelligentesten und forsschrittlichsten Frauen im Osten. In mancher Hinsicht haben sie sogar mehr Freiheit als ihre europäischen Schwestern, so dass es auch nicht weiter auffallend ist, wenn sie im Radfahren an der Spitze marschieren. Die Frauen im Osten tragen bekanntlich weiße Beinkleider. Das Radeln brauchte also nicht, wie bei uns, erst auf die Mode einzuwirken, der geteilte Rock war vielmehr früher da, als das Radeln. Kauswirtschaft. Verhütung von Blutvergiftung durch Insekte n st i ch e. Die heißere Jahreszeit erhöht bekanntlich durch die Massenvermehrung der Insekten die Gefahren für Leben und Gesundheit des Menschen und nur allzuhäustg kommen Fälle von Blutvergiftung vor. Faulende Tier- und Pflanzenreste — im Walde besonders die sogenannte stinkende Morchel — locken die Fliegen herbei und liefern ihnen die giftigen Bestandteile, die nun auf Menschen und Tiere übertragen werden. Man sollte nun aus diesem Grunde stets ein Gläschen mit Salmiakgeist zur Verfügung haben und auf Touren stets bei sich führen, um bei eingetretenem Insektenstich die betroffene Stelle damit zu betupfen. Hat man in solchem Falle dergleichen nicht zur Hand, so tut auch ein Streichholz, falls z. B. die Hände getroffen sind, indem man dasselbe anzündet und die betroffene Stelle der Flamme nahebringt, vortreffliche Dienste. Die Hitze zieht das Gift aus. Ein sehr wesentliches Mittel, namentlich, wenn bereits Geschwulst eingetreten ist, bietet die Milch, insbesondere Buttermilch und dicke Milch, womit man die Stellen kühlt. Ist die Hand getroffen, so hält man dieselbe so lange als möglich in dicke Milch. Man hat fchon beobachtet, daß bei einer Person, welcher bereits der Arm stark angeschwollen war, das Baden in geronnener Milch außerordeniliche Dienste leistete. ________________ Preisrätsel.*) (Nachdruck verboten.) In vorstehende Figur, mit Ausnahme der vier schwarzen Felder sind die Buchstaben AA, B, C, EEE, fall, J, KK, L, N, ERBE, K derart einzutragen, daß die vier Außenseiten sowie die beiden Diagonalen Wörter von folgender Bedeutung bilden: 1. Fahrzeug. 2. Frucht. 8. Pflanze. 4. Stadt in Spanien. 5. Portugiesische Provinz. 6. Weiblicher Vorname. *) Lösungen sind mit Aufschrift „Preisrätsel Lösung" versehen innerhalb acht Tagen an die Redaktion der ».Gießener Familienblätter" cinzusendcn. Auflösung des Bilderrätsels in vor. Nrr Jugendgespielen. Redaktion- August Götz. — Rotationsdruck und L'erlag der Trühl'ickcn Universitäts-Buch- und Ctcindruckerei. R. Lange, Eießen.