1904, -™ M. 184 ßi RS WMWW MW -MSS Das Testament des Mankiers. Kriminalroman von A. M. Barbour. (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) » Tiefe Worte trafen die Ohren des jnÄgen Mannes wie ein Schlag. Sie wirkten beinahe betämvend auf ihn, wmiger aber ihrer ungeheuerlichen Anschuldigung halber, a.s wegen des seltsamen Umstandes, daß sie ihm wie eine Wiederholung der Worte vorkamen, die er seinem Prinzipal entgegengeschleudert hatte, als er ihm während der Nacht in Gedanken mit -b-em von ihm ausgefundenen alten, vergilbten Papier gegenüberge'treten war. Diese Szene mit allem Beiwerk von gegenseitigen Anschuldigungen und Beschimpfungen, wie Lügner, Betrüger, Dieb, hatte er sich so ausgemalt, wie sie sich jetzt nach der Darstellung von Frau La Grange tatsächlich abgespielt hatte, und deshalb fuhr es jetzt Skott einen Augenblick lvirr und zweifelnd durch den Kopf, ob er die Szene nicht nur im Geist», sondern, ohne es zu wissen, in Wirklichkeit durchlebt haben könnte. Erst die in starrem Entsetzen aus ihn gerichteten Blicke der Anwesenden brachten ihn wieder zur Karen Besinnung. Flammende Zornesröte trat auf sein Gesicht, er bemcisterte aber diese Aufwallung schnell und gewann seine frühere Ruhe wieder. „Sie haben seit gestern abend Zeit gehabt", fuhr der Coroner zur Zeugin gewandt fort, „über das von Ihnen Gehörte nachzudenken. Sind Sie auch heute noch der Meinung, daß es Herrn Skotts Stimme war, die Sie hörten?" „Mehr noch wie gestern. Mein Glaube ist inzwischen noch bestärkt worden." „Wodurch? Durch eigene Wahrnehmungen oder durch Mitteilungen anderer?" „Durch Mitteilungen einiger Leute des Tienstper- sonales." „Sahen Sie, wie Herr Skott die Bibliothek wieder Verließ." „Nein." „Zu welcher Stunde fand das von Ihnen gehörte Gespräch statt?" „Als ich mein Zimmer wieder betrat, fehlten zehn Minuten an ein Uhr." „Bernahmen Sie später noch irgend ein ausfälliges Geräusch?" „Nein. Es herrschte überall Ruhe. Ter Teil des Hauses, den mein Mann bewohnte, liegt von allen übrigen Schlafzimmern auch zu entfernt, als daß man von dort etwas hätte hören können." Nach einigen weiteren Fragen, die nichts Wichtiges mehr zutage förderten, entließ der Coroner die Zeugin, sah nach der Uhr und sagte: ,^err Whitney, ist Hardy schon zurück?" „Ja; er ist soeben Lekommen." „Nun, Hardy, dann treten Sie noch einmal vor. Was bringen Sie für Nachrichten?" „In der Fremdenliste des Hotels Arlington fand sichj ein Herr Namens Carruthers nicht verzeichnet. Ms ich aber den Herrn, so gut ich wußte, beschrieb, meinte der Kellner, ein großer Mann mit dunkler Brille wäre allerdings gestern abend ins Hotel gekommen, hätte im Speisesaal gesessen und dann noch gegen eine Stunde Zeitung gelesen. Nachher aber, etwa zwischen sieben und acht Uhr, sei er wieder fortgegangen und nicht zurückgekehrt. Darauf ging ich nach dem Hotel Riverside, um mich wegen des anderen Herrn zu erkundigen. Die dortige Fremdenliste enthielt den Namen Richard Hobson. Man sagte mir, er wäre gestern vormittag gekommen, und hätte sich bald einen Wagen genommen, um nach Schöneiche zu fahrem Zum zweiten Frühstück ist er wieder da gewesen und dann! den ganzen Nachmittag auf seinem Zimmer geblieben, too: er den Besuch eines Mannes erhielt. Am Abend sind die beiden ausgegangen. Wann Herr Hobson wieder gekommen, wußte niemand, er hat aber im Hotel übernachtet, auch noch da gefrühstückt, ist jedoch dann mit dem nächsten! Zuge nach der Stadt gefahren. Nun begab ich mich auf den Bahnhof, um vielleicht dort noch etwas über Herrn Carruthers zu erfahren, und da hörte ich am Billetschalter, daß ein Mann in grauen: Ueberzieher und dunkler Brille heute morgen 3.50 ein Billet nach der Stadt genommen Hütte. Weiter konnte ich nichts erfahren." Der Coroner erhob sich jetzt. „Morgen vormittag zehn Uhr werde ich die Vernehmungen fortsetzen. Ich bitte dazu wieder um das Erscheinen des gesamten Hauspersonales." Darauf empfahl er sich den Herren und Damen des Hauses und ftrhr zur Bahn. Nach dem Mittagessen schlossen sich die drei männlichen Familienglieder mit Herrn Whitney in die Bibliothek ein, um die jetzt gänzlich verschobenen Verhältnisse zuj besprechen und die Maßnahmen zu beraten, die behufs Sicherung ihres Erbrechtes zu ergreifen sein würden. Harry Skott benutzte unter dem Borgeben notwendig zu erledigender Geschäfte den nächsten Zug zur Stadt. Sein Hauptzweck war aber, einen in hohem Ruf stehenden Advokaten, Herrn Sutherland, aufzusuchen, um sich seines Rechtsbeistandes zu versichern. Herr Sutherland hatte aus eigenem Antriebe den Verhandlungen des Nachmittags beigewohnt, kannte also bereits deren Verlauf und zeigte sich umso lebhafter für die Sache und deren Vertretung interessiert, nachdem Skott an der Hand des von ihm aufgefundenen Dokuments seine Lage bis ins kleinste Tetarl klargelegt hatte. Nach Schöneiche zurückgekehrt, machte Skott noch zu später Stunde einen Spaziergang fm Park. Ein bitteres Lächeln flog über fiatn Gesicht, als er zu den hell erleuchteten. Fenstern der Bibliothek aufblickte, woher die erregten Stimmen der dort versammelten Herren zu ihm t! drangen, die sich zum Kampfe um das Erbe dessen rüsteten^ 734 - der nicht weit von .ihnen in matt erleuchteter Kammer ungeliebt, unbetrauert und vergessen aus der Bahre lag, nachdem er noch gestern abend bei glänzendem Mahle der Mittelpunkt vieler Aufmerksamkeiten und schmeichelhafter Kundgebungen seiner Gäste gewesen war. Das N e tz wird gesponne n. Die Aufsehen erregenden Nachrichten der Morgenzeitungen lockten wieder eine Menge Neugieriger zu dem Hause der Mordtat. Schon lange vor der zur Fortsetzung der Vernehmungen festgesetzten Stunde herrschte in Schöneiche eine lebhafte Bewegung. Ter Verhandlungssaal bot inbezug auf die Anwesenden und deren Gruppierung fast ganz dasselbe Bild wie tags zuvor, nur Harry Skott hatte seinen Platz mehr in der Nähe des Coroners genommen. Er bemerkte Wohl die vielen mit Argwohn und Mißtrauen auf ihn gerichteten Blicke und war auch darauf vorbereitet, daß er wahrscheinlich noch mehr belastet werden würde; trotz alledem zeigte er aber eine Sorglosigkeit und Sicherheit, die jeden in Erstaunen setzte. Niemand konnte in ihm noch einen Angestellten des Hauses erkennen. Seine Miene und Haltung war die eines in stolzer Unabhängigkeit sich fühlenden Mannes. Sogar Herr Whitney wußte nicht, was er von ihm denken sollte. Dicht neben Skott, aber in der Stuhlreihe hinter ihm, saß Herr Sutherland. Den beiden Herren gegenüber, ziemlich alle Anwesenden vor Augen habend, lehnte scheinbar teilnahmlos und uninteressiert, Herr Merrick an einem Pfeiler. Als erster Zeuge wurde der Portier Johnson aufgerufen. Er sagte zunächst über sein Zusammentreffen mit dem Kammerdiener Hardy aus, wobei neues nicht zutage kam, und der Coroner fuhr fort: „Auf deu Wunsch Herrn Whitneys hielten Sie sich nun vor der Bibliothekstür auf, um niemand außer der Verwandtschaft Herrn Mainivarings einzulassen; Sie sahen also, wie nach und nach infolge der Schreckensnachricht das ganze Haus herbeieilte. Können Sie angeben, wie lange ungefähr es gedauert haben mag, bis sich alle zusammengefunden hatten? „Hardy schlug kurz nach sieben Uhr Lärm. Die Dienerschaft kam gleich und bald darauf folgten auch die Herren. Bis die Damen erschienen, mögen aber so an die zwanzig bis dreißig Minuten vergangen sein. Nur Frau La Grange kam erst eine ganze Weile nach, acht." „Mit Ihrem Sohne?" „Nein. Den Herrn Walter habe ich überhaupt den ganzen Vormittag nicht gesehen." „War er denn nicht int Hause?" „Das weiß ich nicht;, es muß aber wohl so gewesen sein, denn vor dein zweiten Frühstück habe ich ihn nicht zu Gesicht bekotnmeu." „Wann sahen Sie Herrn Mainwaring zürn letztenmal?" „Vorgestern abend, kurz nach elf Uhr. Da war ich gerade in der großen Halle, als er voit draußen hereinkam und Herr Skott eben hinausgehen wollte; ich hörte, wie er dann fugte, Herr Skott solle später noch einmal in die Bibliothek kommen." „Bemerkten Sie dabei in dein Tone Herrn Maiuwa- rings oder in dem Verhalten Herren Skötts irgend eine Mißstimmung?" „Nicht die Spur. Sie waren beide ganz wie sonst." „Haben Sie vorgestern noch, einen anderen Fremden ins Haus gelassen, außer den beiden, die gestern hier erwähnt wurden?" „Nein." „Sie warteten beim Frühstück mit auf und werden da gehört haben, wie das Gespräch auf Herrn Hobson kam. Mel Ihnen hierbei an Ihrem Herrn etwas auf?" „Hm — na — die Sache war ihm Wohl nicht ganz recht; Vach Aufhebung der Tafel trat er an mich heran und fragte Wich leise, ob Herr Hobson nach ihm gefragt hätte." „Ließen Sie den ManU auch ein, als er abends Wiederkam?" „Am Portal nicht; ich wies ihn iiac£) dem Seiten- eingange an der Südseite." „Wohl auf Geheiß voit Frau La Grange?" i. ,/Jä, die hatte es so angeordnet." i ,/Gab sie einen besonderetr Grund dafür an ?" . ,,Nun, sie sagte nur: ,Johnson, wenn der Herr Hobson heute abend wiederkommt, lassen Sie ihn durch die Seiten^ Pforte ein, ich möchte nicht, daß er noch einmal bemerkt wird, weil sein Besuch heute morgen zu so viel Gerede Anlaß gegeben hat.'" „Er soll am Abend in Begleitung eines anderen Mannes gekommen sein. Wie sah der aus?" „Viel habe ich nicht von ihm gesehen, weil er im Schatten stand; ich glaube aber, er war ebenso groß wie Herr Hobson, nur viel stärker." „Habeu Sie später beide wieder Weggehen sehen?" „Nein." Ter Portier wurde entlassen, und der Kutscher Brown' ausgerufen. „Nun,- Brown, erzählen Sie einmal, wann und wie Sie Kenntnis von dem Tode Herrn Mainwarings erhielten." „Tas war gestern früh, so gegen halb acht. Ich striegelte gerade die Pferde, da kam „Onkel Moses" — mit Verlaub, wir nennen nämlich den Gärtner so — und schreit: „Jesus, Jesus, der Herr ist gemordet, er liegt im Turmzimmer und alle —" — —" „Schon gut", unterbrach der Coroner den als sehr redselig bekannten Mann. „Wie lange waren Sie schpn im Stalle, als Sie die Nachricht erhielten?" „Na, 'ne gute Stunde kann's Wohl gewesen sein." „Waren Sie vorher schon im Hause gewesen?" „Nein, aber nun lief W gleich rn die Küche, nm noch mehr zu erfahren. Alles redete da durcheinander, daß man gar nicht zu Worte kommen konnte, ich wußte aber etwas, was kein anderer wußte, denn ich hatte in der Nacht etwas gesehen, und als jch endlich Ruhe geschaffen hatte und gerade im Begriff bin, den Leuten das zu erzählen, kommt der Portier und sagt, ich sollte gleich zu Herrn Ralph kommen." „Wo waren Sie in der Nacht?" fragte der Coroner plötzlich. Broivn stutzte einen Augenblick, antwortete dann aber bereitwillig: „Na, wenn's sein muß — ich war mit ein paar Freunden zur Stadt gefahren und kam von dort erst ziemlich spät zurück. Sehen Sie, gerade das aber war ein sehr glücklicher Umstand." „Wieso?" Ter Zeuge räusperte sich. Er sah die Gelegenheit zu einem längeren Vortrag vor sich und gedachte diese voll auszunützen. Langsam und selbstbewußt, im Gefühle seiner Wichtigkeit, begann er: „Also, das kam so: Wie ich schon sagte, hatten wir uns etwas verspätet, und als wir hier aus dem Bahnhofe wieder ankamen, eilte ich, nach Hanse zu kommen. Ich schlug den kürzesten Weg nach dem Fußpfade ein, der um den See herum in den Park führt. Als ich da eilig am User entlang schreite und um eine Ecke biege, sehe ich auf einmal in kurzer Entfernung vor mir einen Mann stehen, der mir den Rücken zukehrt. Er mar groß und schien rabenschwarzes Haar zu haben; sein Ueberzieher reichte ihm beinahe bis auf die Füße. Ich war neugierig, was der um die Zeit da machte, und schlüpfte schnell hinter ein paar dicke Bäume. Kaum ftanb. ich da, als er sich bückte und etwas vom Boden aufhob. Dann ging er weiter und kam gerade auf mich zu. Der Mond schien hell, und ich bemühte mich, sein Gesicht zu sehen, das gelang mir aber nicht, da er den Mond hinter sich hatte. Nachdem er an mir vorüber war, paßte ich auf, welchen Weg er nehmen würde, und da sah ich, daß er schnell auf dem Fußweg davonschritt, den ich eben gegangen war, er also wohl nach der Stadt wollte. „Haben Sie nicht sehen können, ivas er von der Erde aufhob?" „Mir kanr das Papier vor wie ein in Papier eingeschlagener kleiner Kasten." „Faßten Sie keinen Verdacht? Stieg in Ihnen nicht der Gedanke auf, deu Mann anzusprechen, um ihn näher in Augenschein zu rrehmen, wo er doch zu so ungewöhu- licher Zeit aller Wahrscheinlichkeit nach vom Hanse hergekommen ff ein mußte?" „Na ja, das wäre wohl am Ende richtig gewesen, aber ich wollte mich nicht gern sehen lassen, und legte der Sache auch kein großes Gewicht bei, bis „Onkel Moses" mir gestern früh erzählte, er hätte in der Nacht gesehen —" „Ach, kümmern Sie sich doch nicht um das, was der sah, das werden wir von ihm selber hören. Hier handelt 735 es sich um Ihre persönlichen Wahrnehmungen. Haben Sie noch eine Aussage zu machen?" „O ja", entgenete Brown gedehnt mit einem schnellen Blick auf La Grange. „Sehen Sie, wie ich nun nach der Begegnung mit dein Manne ans Haus komme, um daran herum nach dem Stalle zu gehen, stutze ich auf einmal, weil ich einen schwachen Lichtschein gewahre, der aus einem Fenster auf den Hof fällt. Ich denke: mußt doch mal sehen, wer da noch auf ist, und schleiche mich nach der Seite hinüber. Tas Licht kam, wie ich nun sah, aus dem Zimmer vou Herrn Mainwarings Sekretär, und da die Fenstervorhänge nicht zugezogen waren, konnte ich deutlich erkennen wie Herr Stott im Zimmer auf und ab schritt. Ich dachte: ,dem muß wohl was fehlen', denn sein Gesicht erschien mir ganz anders wie sonst, es war mir, als ob es blaß und verstört aussehe. Ich beobachtete ihu eine ganze Weile und betrat dann beit Kiesweg, der nach dem Stalle führt. Da muß er wohl aber irgend was gehört haben, denn Plötzlich blieb er Ivie erschrocken und lauschend stehen und gleich darauf löschte er das Licht aus. Diesen Augenblick benutzte ich, mich schnell davon zu machen. Los wurde ich die Sache aber nicht gleich, denn ich dachte, 's wär' doch mächtig sonderbar —" „War Herr Skvtt völlig bekleidet?" unterbrach der Coroner. „Ja", stieß Brown kurz und mürrisch hervor. „Begaben Sie sich gleich in Ihre Wohnung?" ,,^a. „Wieviel Uhr war es, als Sie diese betraten?" „Bald drei!" „Hörten oder sahen Sie sonst noch etwas während der Nacht?" „Nein." „Und am Morgen erfuhren Sie von dem Mord erst, als der Gärtner zu Ihnen kam?" „N .— ja, nein", stotterte Brown, wieder mit einem Blick auf Frau La Grange, die ihn unverwandt scharf cmsah. ,Lhre Antwort ist ganz unsicher. Drücken Sie sich klar Und bestimmt aus!" „Sehr wohl", antwortete Brown barsch und verdrossen, „ßd) sage, daß ich von nichts gewußt habe, bis „Onkel Moses" kam." „Gut, dann sind Sie jetzt entlassen." Brown schritt langsam mit finsterem Gesicht auf seinen Matz; der Coroner blickte ihm verwundert nach. (Fortsetzung folgt.) Maudereisn aus der Kaiserjiadt- (Nachdruck verboten.) Die Toteninsel im steinerne» Meer. — Berlins ehemaliges Geheimratsviertel. — Quantz nnb der alte Fritz. — Onanist Denkmal. Vor wenigen Wochen endlich ist durch eine Entscheidung der Krone die Beseitigung eines kleinen, wohl des kleinsten Berliner Friedhofs, ermöglicht, der mitten im brandenden Getriebe der Weltstadt liegt, von den Millionen Menschen, die daran vorüber hasten, nicht bemerkt, weil ihn ziemlich hohe Mauern abschließen, und doch ein Hindernis des Verkehrs, wie es an dieser Stelle, deren Frequenz sich im Laufe eines halben Jahrhunderts verhundertfacht hat, schon längst nicht mehr hätte geduldet werden dürfen, trotz aller Pietät, die man den Ruhestätten Jeimgegangener Geschlechter von Herzen gönnt. Die Dreifältig- eitsgemeinde, deren Kirche neben dem Friedhof an der südlichen Mündung der Mauer- und Kanonierstraße liegt, war die Besitzerin dieses alten Friedhofsrestes, und sie verteidigte ihn, wohl aus finanziellen Gründen, mit einer nicht gerade christlichen Hartnäckigkeit, bis nun das Enteignungsverfahren dieser Toteninsel im steinernen Meere der Weltstadt das wohlverdiente Ende bereitet. Wo dieser merkwürdige Kirchhof liegt? Wenn Tu vom Potsdamer Bahnhof kommst, lieber Leser, und biegst nach rechts in die Königgrätzerstraße ein, so hast Dn ihn von zwei Seiten umgangen. Es ist das eine Stelle, die mit zu den größten Brennpunkten des Berliner Lebens gerechnet werden darf, seit auch die Mündungen der Hochbahn hier angelegt worden sind. Vor noch nicht gar zn langer Zeit herrschte in diesem Berliner Bezirk, der oberen Friedrichsvorstadt, noch 'die vornehme Ruhe des „Geheimratsviertels". Das war um die Mitte des vorigen Jahrhunderts, als die Eisenbahn von Berlin nach Potsdam und Magde- burg noch fast lokale Bedeutung hatte. Da waren Köthener-, Bernburger-, Königgrätzer- und Anhalter Straße die Hochburg des höheren Beamtentums. Aber mit dem Anwachsen der Ver- kehrswogen sind sie nach und nach zu lebhaften Geschäftsstraßen geworden unb haben ihre Rolle an das inzwischen entstandene Potsdamer Viertel abtreten müssen, das als Geheimratsviertel indes auch heute schon nicht mehr gelten kann. Jetzt sind die „Geheimräte" schon wieder weiter nach Westen gezogen und bevorzugen die Gegend Hinterm Nollendorfplatz, nach Charlottenburg zu oder die südliche Tiergartengrenzc. Noch hundert Jahre weiter zurück, und wir finden das Potsdamer Tor noch wirklich als Tor vorhanden. Eine Stadtmauer schließt Berlin vorsichtig ab, und das Terrain des Potsdamer Bahnhofs sowie der heutigen Königgrätzer Straße liegen außerhalb dieser Stadtmauer. An dem Wege, der an dieser Maner entlangführt, haben vermögende Bürger sich hier und da Landhäuser mit schönen Gärten angelegt. Ein gewisser Petitjean hat auch einen großen Hopfengarten hier. Dem Kamnterherrn de Vigneule gehört der „blaue Himmel", das letzte der Gartenhäuser vor dem Tore; und dort wo heute allabendlich die Köthener Straße den Menschenstrom zu Berlins vornehmstem Konzectlokal, der „Philharmonie", zu- und ableitetz hatte der musikalische Berater des „Alten Fritz", Herr Johann Joachim Quantz aus Oberscheden in Hannover, ursprünglich für den Schmiedehammer bestimmt, nachher aber der Flöte den Vorzug gebend, sein Heim ausgeschlagen. In diesen Tngeit, wo der wohlbeleibte Leoncavallo als Günstling des Kaisers in Berlin weilt und seinen „Roland" einstitdieren Hilst, ist es nicht uninteressant, Nachschau zu halten, wie Friedrich zu Quantz stand, der ja schon zu Lebzeiten des gestrengen Soldatenkönigs heimlich als Lehrer des musikliebenden Kronprinzen fungierte. Quantz war damals noch in Dresden mtb kam nur von Zeit zu Zeit nach Berlin herüber. Erst 1741 siedelte er als Komponist und Lehrer in des jungen Königs Diensten, nach Berlin über. Seine Bezüge waren für die damalige Zeit nicht gering bemessen. Außer einem jährlichen Gehalt von 2000 Talern empfing er sirr jedes neu von ihm komponierte Konzert 100, für jedes Solo 25, für jede dem Könige gelieferte Flöte 100 Dukaten. Ta er allein 300 Konzerte komponierte, kann man ungefähr ermessen, daß Quantz cs in Berlin sehr bald zu einem behaglichen Wohlstand brachte. Mit den Flöten, deren Technik er wesentlich verbesserte, hatte er mitunter seine Not. Der große König behauptete einmal von einer, die Quantz mit besonderer Sorgfalt hatte Herstellen lassen, sie sei nicht ganz rein, was den eigensinnigen Musiker sehr verdroß und ihn schließlich zu der Bemerkung hinriß: „Wenn ein großer Herr es ertragen könnte, die Wahrheit zu hören, so würden Ew. Majestät gleich wissen, daß es nicht an der Flöte, sondern woran es liegt!" Ein keckes Wort, das den König zn der erregten Antwort veranlaßte: „Wie, ich sollte die Wahrheit nicht vertragen können? Sage er, was wahr ist!" Worauf Quantz ziemlich verdrießlich darauf aufmerksam gemacht haben soll, daß der hohe Flötenspieler sein Instrument nach dem Spiel in der Hand behalte oder unter dem Arm trage, was eine ungleiche Erwärmung zur Folge habe und die Verstimmung Hervorrufe. Der König quittierte diese Erklärung mit einem kurzen: „Es ist nicht wahr!" Als aber Quantz acht Tage lang während der Konzerte des Königs kein einziges der sonst gewohnten „Bravos" spendete, gab der alte Fritz klein bei und erklärte, daß Quantz Recht, gehabt habe. Diese Bravos scheinen dem Könige merklich wertvoll geivesen zu sein; denn er wiederholte fehlerhafte Stellen auf der Flöte so lauge, bis statt des sonst erfolgenden Räusperns der Meister endlich damit herausrückte; ja, er änderte auch in seinen Kompositionen, wenn das Räuspern sich nicht legte, unb drollig ist es, den Sieger von Beuthen die fehlerhaften Quinten endlich korrigieren zu sehen, damit „Quantz sich keinen Katarrh zuziehe!" Ist das nicht ein Verhältnis, das auf die ichlichte Größe des Philosophen von Sanssouci die seinsten Lichter wirft? Die letzte der Qunntz- schen Kompositionen, bei der ihm der Tod die Rotenfeder aus der Hand nahm, vollendete der König durch ein Schluß-Allegro, und ließ die drei Teile, die sehr einfache, aber zu Herzen gehende Melodien aufweisen sollen, zur Aufführung bringen. „Man sieht, Quantz ist mit sehr guten Gedanken, ans der Welt gegangen!" äußerte er dabei tief ergriffen. Er selber hatte den rüstigen 76er, der in Potsdam plötzlich erkrankt war, wie einen Freund überwacht unb für seine Pflege geborgt. Das Denkmal, das er ihm setzen ließ, zeigte in Lebensgröße jene der neun Musen, die dem Flötenspiel besonders gewogen war: Euterpe, mit einem Knaben, der sich an ihre Kniee lehnt unb die umgekehrte Fackel hält. Er stand bis in die Mitte des vorigen Jahrhunderts auf dem Platze des eheinaligen Gottesackers vor dem Nanenschen Tor, der zuletzt als Baumschule diente, bis auch er, der Bebauung anheimfiel. Dann wurden Denkmal und Gebeine nach einem Kirch-Hof in der Teltower Vorstadt übertragen, wo ich ersteres auf meinen Berliner Kirchhofswandernngen jedoch bis heute noch nicht habe auffinden können. A. R. vevmr?chtes. * Der Zar als Spieler und Sportsman. Zar Nikolaus müßte kein echter Russe sein, wenn er nicht für ein „Spielchen" eine Schwäche hätte. In einem Artikel des „Royal Magazine" erzählt R. W. Bester darüber: Spät am Wend, so um 10 Uhr, wenn sich die Zarm zurückgezogen hat, setzt sich 'der Kaiser mit feinen Gästen zu einem Rubber oder zu dem nationalen Hasardspiel, dem „Wint", nieder, bei dem mit einem 736 Schlag Vermögen gewonnen und verloren werden können. Und da ist er nicht mehr die müde, nervöse, reizbare Person, als die ihn seine Minister so gut kennen. Er ist dann kühn, schneidig, sein ganzes Wesen atmet eine gewaltige Energie. Der geborene Spieler ist er, kaltblütig, schnell, verwegen, nie um einen Ausweg verlegen, ein Meister der Strategie und ein gefährlicher Gegner, wenn es sich um eine verzweifelte Partie handelt. Noch eine andere grosse Leidenichaft hat der Zar: das Rauchen. Kaiser Wilhelm und König Eduard sind ja als starke Raucher bekannt, aber er schlägt beide ans diesem Gebiete. Tie Havannas, die er raucht, müssen schwarz sein, und den Tag über kommt ihm die Zigarre nicht aus dem Munde. Ter Leibarzt, der gegen dieses Laster ivohl ein Dutzendmal und mit Recht protestierte, denn Kaiser Nikolaus ist alles, nur kein starker Mann, musste schließlich nackgeben, als ihm der Zar sagte: „Wollen Sie mich meines einzigen Vergnügens berauben?" Selbst die Kaiserin, die sonst einen großen Einfluß auf ihren Gemahl ausübt, ist dreier Leidenschaft gegenüber wehrlos. Anderseits ist Zar Nikolaus auch ein Freund jeder Art von Sport. Nur bringt er es ans keinem Sportgebiet zu großen Ehren. Ganz im Gegensatz zu seinem Doppelgänger, dem Prinzen von Wales, ist er ein schlechter Angler und ein unglücklicher Schütze. Höchstens als Radfahrer mag er passieren. Er liebt es, nach Bester, zu Rad größere und kleinere Ausflüge zu unternehmen, meistens ganz allein, ohne jede Begleitung. Auf einer dieser Radlerparpen soll er einmal ein gelungenes Abenteuer erlebt haben. Er war ziemlich weit von seinem Schlosse entfernt, als ihm mitten aus der Straße ein Reisen platzte. So was kann auch einem Kaiser passieren. Nikolaus stieg also ab und begann nun seine kaiserlichen Kenntnisse darauf zu verwenden, wie der Schaden am besten zu reparieren wäre. In diese Aufgabe war er so perltest, daß er gar nicht das Nahen eines Reiters wahrnahm, der, als er bei ihm anlangte, ihn anbrüllte: „Herr! Was soll das heißen? Wissen Sie nicht, daß Sie Ihren Vorgesetzten zu grüßen haben?" Erstaunt drehte sich der Zar, der zufällig die simple Uniform eines Infanterie- Obersten trug, um und sah über sich einen gewichtigen, augen- rollendcn General hoch zu Roß. „Ich bitte um Entschuldigung", ertridertc er sanst, „aber ich habe auf dem Throne viel zu wenig Zeit, um alle meine Generale persönlich zu kennen." Schade, daß kein Photograph dabei war. Das Gesicht des Herrn Generals muß geistvoll gewesen jein bei dieser Entschuldigung. * Was für drastische Vordere Hungen in Amerika für einen Mordprozeß getroffen werden, erhellt aus einem Vorbericht über den Sensationsprozeß gegen „Nan" Patterson, der vor einigen Tagen in Newport unter ungeheurem Andrang des Publikums begonnen hat. „Nan" Patterson, eine elegante junge L e b c d a m e , wird beschuldigt, ihren Geliebten, den Buchmacher Joung, bei Gelegenheit einer Fahrt in einem Cab er- s ch o s s e n zu haben. Um zu beweisen, daß Joung sich nicht selbst getötet haben kann, sondern von einer anderen Person den verhängnisvollen Schuß erhalten haben muß, hat die Staatsanwaltschaft zu einem merkwürdigen Mittel gegriffen, und das Merkwürdigste ist, daß die Verteidigung mit genau demselben Mittel den Beweis erbringen will, daß Joung Selbstmord begingen habe. Tie Anklage behauptet, daß nach den Raumverhält- niistn im Cab fein anderer Schuß möglich gewesen sei, als ein vou'.Her Person, die neben Joung im Cab.saß, abgefeuerter; um dies den 'Geschworenen zu Genüt zu führen, hat der Staatsanwalt sich ein m e n s ch l i ch e s G e r i p p e verschafft, an dem er anatomisch demonstrieren ivill, welchen Weg die Kugel genommen hat. Wer auch der Verteidiger ist nicht müßig gewesen; er erschien gleichfalls mit einem Gerippe vor Gericht, um seinerseits zn beweisen, daß unter besagten Raumverhältnissen nur Joung selbst die Kugel abgefeuert haben könne. Mit Spannung sieht man den hochinteressanten Demonstrationen, die der Mediziner „Ueb- ungen am Phantom" nennt, entgegen; „Nan" Patterson hat inzwischen Vorbereitungen anderer Art getroffen, um die Jury für sich zu gewinnen: sie hat sich für ihren Prozeß drei neue Toiletten machen lassen, da sie der Ansicht ist, daß Männer- Herzen durch gutsitzende Kleider einer lebendigen Schönheit weit wirksamer beeinflußt werden können, als 'durch noch so gelehrte Demonstrationen am Skelett. Es scheint sich in diesem Punkte int Laufe der Zeiten eine bemerkenswerte Wandlung vollzogen zu haben: Phryne suchte vor Gericht „durch sich selbst" zu wirken, d. h. durch die kühne Enthüllung ihrer plastischen Reize vor den Richtern; die moderne Schöne aber glaubt, ihr Selbst erst durch die Künste der Schneiderin ins rechte Licht setzen zu können! Literarisches. — In Berücksichtigung des großen Interesses, das der See und allem mit ihr Zusammenhängende» jetzt ans allen Schichten unseres Volkes entgegengebracht wird, erscheint im Verlage von Stefan Gejbel in Mtenburg eine neue Büchersammlung für die Jugend und das Volk ohne Unterschied der Konfession, des Alters nnd Standes, unter dem Gesamttitel: Deutsche Seebüch erei, Erzählungen aus dem Leben des deutschen Volkes zur See für die Jugend und das Volk, herausg. von Prof. Tr. I. W. Otto Richter (Otto von Golmen). Die Einzelbändchen der „Deutschen Seebücherei" bieten Erzählungen aus dem Leben des deutschen Volkes zur See vom Anbeginn desselben bis zur Gegenwart. Jeder Band enthält ein farbiges Vollbild. Ter einfache Band kostet kartoniert 1 Mk. Von der Sammlung liegen uns vor: Bd. 1. Dänenherrschaft und ihr Ausgang (1201—1227) und Bd. 3. Tie Hansa und König Waldemar Atterdag (1361 bis 1370). — Gerstäckers „Regulat oren in Arkansas"! iegen in handlicher Form als Separatbändchen der „Universal- Bibliothek für die Jugend" vor. Gleichfalls Unionsverlag. Tas hübsche kleine Buch besitzt schriftstellerischen Wert. In diesem Bilde ist Licht und Schatten, da ist Psychologie, da ist der Anschein des Erlebten. Eine fremdartige, gleißende Welt zwar, aber doch eine Welt, in die man sich versetzen kann, ohne vorher selbst zuin Indianer geworden zu fein. Von den Indianern zum Krieg! Die Erzählung „ImGra - natfener am Palu" von A. Oskar Klaußmanu, die in Loewes Verlag (Ferdinand Carl) in Stuttgart erschien, fft eine Geschichte der kriegerischen Unternehmungen bis zur Erstürmung der russischen Stellung Bei Kiautschou durch die Japaner, diejenige Aktion, durch die die Wschließung Port Arthurs von der Außenwelt vollendet wurde. Was aus einem solchen Stoff in dem Rahmen einer Jugenderzählung zu machen war, hat Klaußmann daraus gemacht. Tie gräßliche Menschenfchlächterei da drüben hat freilich kaum lichte Punkte. Eines der fursttbarsten Dramen der Weltgeschichte und doch nicht dramatisch im dichterischen Sinne! Allerdings wenn man an die Beziehnitgen denkt, die sich zwischen den Todeskandidaten im Feld und den Lieben in der Heimat ergeben — da könnte man wohl mit dem weicheren Weh der Erinnerung und der Sehnsucht, mit den Folgen der Trennung draußen und daheim ein Quell tieferer Poesie erschließen. Entschieden lobenswert ist an dem Band die Ausstattung; vier prächtige Farbdruckbilder und eine künstlerische Einbanddecke zeichnen ihit besonders aus. — „Töchter-Albu m". Begründet von Thekla von Gmn- pert. Neue Folge 7. Band. Herausgegeben von Berta Wegner- Zell. Mit 29 Farbendruckbildern, 8 Beilagen und zahlreichen Abbildungen im Text. Zum 60. Male erscheint diesmal das „Töchter - Album" auf dem Weihnachtsmarkt. Kaiserin Ä n g n st e V i k t o r i a hat diesem Jubelbande zwei s e l b st a u f- geno mmene Photogramme als Ehrengabe gespendet. Vom übrigen Inhalt des Bandes, der 37 Vogen Großformat umfaßt, seien hier nur einige Glanznummern erwähnt. So z. B. ein „Blütenstrauß", der goldenen Jubilarin gewidmet, zn dem mehrere bekannte Dichter und Dichterinnen Beiträge gespendet haben, die handschriftlich wiedergegeben wurden. Sils ein Kunstwerk für sich darf das Märchen von der Lerche, von Therese Dahn, bezeichnet werden, das Illustrationen von Wittschas aufiveist. Interessant ist die Entstehttngs- geschichte des „Töchter-Albums", welche die jetzige Herausgeberin als Einleitung voranstellt und in der voll Anerkennung der Begründerin des Werks, Thekla von Gumperts, gedacht wiro. Im Anschluß hieran plaudert Paul Lindenberg vom Reichskanz er- palais in Berlin, in dem sozusagen die erste Anregung für dies Jahrbuch gegeben wurde. Ein Bild der Prinzeß Elisa Radziw-l., der Jugendliebe des ersten deutschen Kaisers, ebenso eine interessante Originalzeichnung der Prinzessin, die sie selber und Herrn von Wildenbruch den Vater des Dichters, auf der Garirn- terraffe des historischen Palais zeigt, sind dem Beitrag gefügt. Rühmend hervorzuheben sind auch eine Sllbrecht Türer- Stndje von Tr. Georg Malkowsky mit Wiedergabe der berühmtesten Bilder des Meisters, ferner ein Lebensbild der Mutter Bismarcks mit einem Porträt derselben. Geographisches Rätsel. (Nachdruck verboten.) Je eine der nachfolgenden geographischen Bezeichnungen enthält in ihrem Namen eine der Zahlen 1 bis 10. Wie lauten dis Namen? Berg in Tirol — Teil von Ungarn — Stadt in Bayern — Vorort von Wien. — Stadt in der Rheinprovinz — Ort in Mecklenburg-Schwerin — Stadt in Ungarn. — Stadt in der Schweiz — Binnensee aus der Insel Usedom — Stadt in der Nheinprovinz. (Auflösung in nächster Nummer.) Auflösung des Rösselsprungs in vor. Nr.: Ein Wort der Lehre — nimm es hin Ins Leben: halt die Zunge fest, Denn ungewog'ne Rede fliegt Unflügger Vogel ans dem Nest. Doch noch ein zweites beßres Wort; Halt deine Seele fromm und rein. So wird was deinem Mund entfliegt, Nie ein unflügger Vogel sein. (Arndt.) Redaktion: August Goetz. — Rotationsdruck und Verlag der Brühl'fchenUniversitäts-Buch- und Steindruckerei, R. Lange, Gießen.