Mittwoch den 9, Uovemöer r Aus Lieöe. Roman von M. v. Eschstruth. (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) Kielleicht, daß er ihr eine Aussicht eröffnete, die ihr Herz in seinem innersten Grunde ersehnte, während er sie doch noch vor der Notwendigkeit eines festen Entschlusses schützte, was doch noch etwas zu viel für die erschöpften Kräfte und schwankende Stimmung bedeutete. Und so kam es, daß auch Mama, die gekommen war, um Jutta in ihrer schweren Stunde beizustehen, als sie endlich bett Mut nahm, zu fragen, ob denn nicht Harro von der Ankunft eines Töchterchens unterrichtet werden sollte, die Antwort erhielt, daß sich die junge Mutter die Sache überlegen wollte. „Wie lange?" fragte dann Frau von Stammen, freudig über diese Willfährigkeit erstaunt. Sie hätte am liebsten gleich depeschiert. Und „bis morgen", klang es nun doch wieder zögernd- wie unter einem kleinen Kampf, in nur zu natürlicher Scheu. Am anderen Morgen aber spielte das Schicksal die neue Zeitung in Juttas Hand. Das Blatt brachte die Anzeige, daß Rittmeister v. Greditz an einem Lungenschlag in Monte Carlo, wohin er im letzten Herbst gegangen war, nachdem er wegen seiner Bronchialbeschwerden den Abschied eingereicht hatte, verschieden sei. Und JNtta war doch 'sehr anders geworden in der Zeit! Wie auch alte Erinnerungen bei dem Namen frisch blutend wurden, welch eine Mut von Gedanken bei der Nachricht über ihre Seele gingen, die arme kleine Frau sagte kein Wprt. Auch später, als Besuche erschienen, und der Fall durchgesprochen wurde, da gingen und kamen, wohl die Farben auf den immer noch so blassen Wangen, doch den Lippen entschlüpfte abermals' kein Laut. Nur noch später, als Mama noch einmal Meinte, was denst nun eigentlich an Harro depeschiert werden sollte, da richtete sich Jutta entschlossen in die Höhe: „Gar nichts. Bon mir, von uns wird er keine Zeile erhalten — Mein Kind ist mein Kind — und ich bringe es schon durch." Und so fest, fast rauh klang die weiche Stimme, daß Mama, im Moment wenigstens, keinen Einspruch wagte. Aber auch Hildegard empfand, daß diesmal doch etwas mehr als nur eine augenblicklich! wieder verstärkte Verstimmung, eine kinder- yafte Impulsivität oder gar ein kinderhafter Trotz "hinter den Worten lag, tuttb schwieg. Doch 'auch Frau von Stammen wurde jeder späteren Meinungsäußerung überhoben. Die junge Frau begann zu fiebern, das Thermometer zeigte 39 Grad und der Arzt schien besorgt. „Nicht erregen, mit nichts antippen, was erregen kannst erklärte er für Juttas Umgebung. „Sie müssen ruhig sein, Sie dürfen nicht krank werden. Das schadet Ihrem Kind", mahnte er die junge Mutter. Und Jutta erschrak, doch es hieß ruhig sein, ruhig werden für ihr Kind. „MGarda", flüsterte sie ab und zu, „das Lebet: ist manchmal doch, recht schwer." Hildegards Nickte: „Die Liebe aber hilft." Dann nickte auch JNtW „Nur daß man sehr ost zu spät erfährst was die richtige! Liebe war :--" Und nun nahm sich die kleine Frau zusammen!. Sie wurde ruhig und erholte sich auch, ja sie war jetzt gesund? Nur daß ihre Wangen so blaß blieben, viel blässer, als der Arzt meinte, daß das für den Fäll gerade notwendig sei, und daß ein leichter Schatten immer noch nicht gang von der wieder blütenweißen Stirn weichen wollte, i—! Hildegard konnte sich denken, was die junge Frau, trog ihrem Mutter glück, ja durch dasselbe erst recht bedrückte.^ Aber sie hatte Harro gelobst keinen VersöhnungsversuH zu machen. Sie würde atich nie direkt- in solcher Richtung gegenüber der Eoustne vorgegangen sein. Sie meinte vieö mehr, daß, wenn zwei Menschen auseinandergekommen sind? sie erst wieder mit sich selbst zurechtkomMen müssen, um inj Wahrheit wieder zueinander kommen zu können. Und einzig tn diesem Sinne hatte das hochherzige Mädchen auf bist unerfahrene, ungeschulte junge Frau entgttiutrfen versuchst Nun aber begann Hildegard die Sache auch noch von einer anderen Seite anzusehen und Meinte jetzt, ob Man nichts doch zwei Menschen, die im Grunde doch nur die Fehler der Jugend auseinandergebracht und' auseinanderhielten, die Hand bieten möchte, uw sie schneller von Unbesonnenheist Torheit, Heftigkeit und Trotz genesen zu lassen. Doch 'sie wußte nicht, wie Männer in solchem Falle denken; sie konnte darum auch zu keinem sicheren Entschlüsse kommen? Es trieb sie aber unaufhaltsam, mit einem treuen Manng darüber zu reden. Und so schrieb sie endlich an Dörrenbachs den ehrlichsten, besten Freund der Familie Urau, und erklärte ihm, es dürfte vielleicht ganz gut sein, wenn, ex sich mal unter ihnen zeigen wollte. J ck 22. Kapitel. Asmus von Dörrenbach hatte sich so seine Gedanken zurechtgelegt, als er die Kunde von Harros Meldung für- China in der Zeitunglas. Sobald er Urlaub haben konnte, war er von seiner jetzigen Garnison nach 'Kaltenburg gefahren, wo Frau Fama jene Gedanken bestätigte. Natürlich, daß niemand etwas Bestimmtes zu erwähnen vermochte, wohl aber jedermann bestimmt zu wissen meinte, daß es schon länger nicht all right bei dem jungen Paare gewesen! sei, und wohl eine etwas stärkere Szene als gewöhnlich den Ausschlag gegeben haben möge.. Für Dörrenbach war das genug. 'Er stand zu der kleinen Frau und Machte ihr sofort seinen Besuch. Gewiß hatte JNtta den treuen, sürsorgenden Menschen bitter vermißt während all dieser Zeit. Vielleicht, daß sie daran dachte, wie er ihr immer zur Seite gestanden — wie sie sein Rat einst vor Torheit behütetund daß sie nun doch so — so unglücklich geworben war — beim „ich kgnn ihn nicht sehen, nicht heute, nicht jetzt, Garba", wehrte die arme Keilte Frau mit tränenerstickter Stimme, als der Major bereits gemeldet und in den Salon eiugetreten, war. „Es — 666 — erinnert mich an zu viel — Jit viel — — AVer nimm Du ihn an." Und kindlich, harmlos', impulsiv, ganz, wie sie sich in sein Herz gestohlen, fügte sie hinzu: „Sage ihm, daß er mir seine Freundschaft bewahren soll." Da hatten denn nun Hildegard und Dörrenda chzusammengesessen und sich gesorgt um die kleine Frau. Der Major hatte die bittere Pille hinuntergeschluckt und sein Gegenüber beschworen, Frau von Ur au zu melden, daß sie im Leben und Sterben auf ihn rechnen könne, was Hildegard dankbar entgegen» nahm . Als er jedoch beim Scheiden, der materiellen Ber- yältnisse gedenkend, eine nur ganz leise, ja nur den Hauch einer Anspielung wagte, ob sich nicht« der zarten, verwöhn- ten kleinen Frau die Sache etwas erleichtern ließe, da hatte! sie das sehr entschieden, fast streng und vorwurfsvoll gb gelehnt. „Man tut dem Menschen durchaus nicht Wohl, Herr von Dörrenbach", hatte sie gesagt, „wenn man ihn in seiner Verwöhnung bestärkt, vielmehr, wenn mau ihn abhärtet und kräftigt auch für die rauhen Zeiten des Lebens. Ich bleibe bei meiner Verwandten, bis sie allem gewachsen ist, oder —" Hier brach Hildegard taktvoll ab, bann aber setzte sie leise und diskret hinzu: „Und darum wird e§' auch gut sein, Herr Major, wenn wir in jeder Weise Vorsicht üben." Der Major hatte verstanden und er neigte betrübt den Kopf. Nach wenigen Sekunden aber schon brach er fast freudig aus: „Wie klug Sie sind und gut, mein gnädiges Fräulein'! Schade, daß Sie fein Manu sind!" „Ich gebe Ihnen das Kompliment zurück. Schade, daß Sie keine Frau sind! Wer Freunde können auch wir sein, trotzdem." Damit hatte Hildegard Asmus von Dörrenbach die Hand geboten. Und „Auf mein Wort!" hatte er einge- schlagen. „Wenn Sie irgend eines Dienstes,, eines Rates bedürfen, ich bin da," Kaum, daß nun dem! wackeren Asmus Hildegards Brief jetzt zu Händen gekommen war, rüstete er sich denn auch für die Reise. Und am nächsten Tage traf erschau in Kaltenburg ein. Zum ersten Male gerade saß Jutta mit ihrem Kinde, 6a§" sich mittlerweile aus einem kleinen Heidewölfchen in Klein-Hildegard umgewandelt hatte, am offenen Fenster. Die erste Frühlingsluft spielte mit des Frühlings erster Sonne um sie beide, als der Major seine Karte hiuein- schickte. „Willkommen, Willkommen!" hörte er die liebe Stimme sagen. „Willkommen, mehr als Willkommen!" So trat ihm herzlich unbefangen, wie immer, die junge Frau (entgegen. „Herr Gottz Herr Gott!" stöhnte der Major. „Sa viel Glück, so viel Glück", dachte er im stillen, während er si'chl darauf beschränkte, nur zu sagen: „Wie lange haben wir uns nicht (gesehen." Sofort wurden Jüttas heitere Mienen umwölkt. Ihre Lippen zuckten. „Nein, nicht toeinen, nicht daran denken", bat er schnell. Und Jutta bemühte sich um Fassung. „Nein", lächelte sie wehmütig, „ich denke nur daran noch, wie Sie immer gilt un£> treu zu nur gewesen sind. Und gelt. Sie bleiben mir auch immer gut?" „Meine gnädigste Frau" — nun traten dem wackeren Dörrenbach selbst die Tränen in die Augen. „Ich weiß, ich weiß." Jutta lächelte abermals und weich, wie er sie nie gekannt hatte. „Darum sollen Sie auch, der erste sein, der mein kleines Mädel sieht." Tie junge Frau trat zu der Wiege, schlug den blauen Vorhang zurück und nahm das kleine Wesen auf. Und wie sie nun vor ihm stand, ihr Kindchen im Arm, da ward dem wackeren Dörrenbach zu Sinn, als sähe er einen lichten Schein weben um die liebe Gestalt, das liebe Gesicht. Mit heiligem Schauer fgin es über ihn, was die zierlichen Formen etwas voller, die weiche Haltung etwas fester, das zarte Gesichtchen noch etwas zarter, dafür aber die großen Augen um so tiefer leuchten gemacht und die kindlichen Züge vergeistigt hatte. Mit heiligem Schauer empfand er das Wunder der Mütterlichkeit, welche das Weib zur Madonna bestimmte, mit seligem Entzücken den Liebreiz, welcher der Madonna von dem Weibe geblieben. Und wie der Katholik vor seiner Madonna, wäre auch Dörrenbach .am liebsten anbetend vor der jungen Mutter in die Knie gesunken; in Wonne und Entzücken hätte er das liebreizende Weib in seine Arme geschlossen. „Herr Gott, Herr Gott", stöhnte er abermals, doch 'wieder nur im stillen, „welch ein Glück, welch 'ein Glück!" — Und dann in ganz natürlichem Jreundestone klang es: „Na, was. hat denn Harro dazu Ein Zittern ging durch die weiche Gestalt. Das blasse Gesichtchen wurde noch blasser, die blauen Augen blickten schwarz. Schnell legte Jutta ihr Kindchen in die Wiege zurück. „Er — er weiß — von nichts", sagte sie leise. — »Er soll auch nichts wissen." „Na — nein — Wie ist denn das möglich?" rief Dörrenbach erstaunt und erschrocken zugleich. Und nun schluchzte die arme kleine Frau doch bitterlich. „Ach, Herr von Dörrenbach, das ist eine traurige Geschichte." — „Nicht — nicht weinen", tröstete er schnell, obwohl er selber in heller Verzweiflung war. „Sie haben recht/" Jutta schüttelte das Köpfchen. „Ich darf mich nicht aufregen, das schadet meinem Kinde." Ernst blickte sie auf Klein-Hildegard hirnieder: „Das ist jetzt meine Erzieherin.. Aber. ist sie nicht auch reizend?" Das klang wieder ganz nur in holdem Mutterglück. Dörrenbach verstand durchaus!' nichts von Kindern; er sah auch eben von dem kleinen Geschöpf nichts, als das Gesichtchen, das gleich einem Rosenblatt ans den Spitzenhüllen der Kissen heraussah, und das blonde Haar, das ihm bereits lang und glänzend in die Stirn fiel, und meinte glücklich: „Ja, sie wird wie Sie werden, gnädige Frau. Und das ist gut!" Und nun lachte Jutta doch heiter, wie lange nicht. Im selben Augenblick jedoch unterbrach sie sich schon wieder, Tränen im Blick: „Nein, nein, Herr von Dörrenbach, das wäre nicht gut, denn! ich war gar nicht gut. Und darum wird meine süße Maus keinen Water haben." „Mer meine gnädige Frau. Dann in einer Erregung, die nur zu sehr an die Jütta der früheren Tage erinnerte, sprudelte sie es heraus: „Ich bin sehr töricht gewesen und sehr böse auch. Ich — ach, erlassen Sie mir mein Sündenregister. Aber glauben Sie nur gleich das.' schlimmste von mir, Herr von Dörrenbach. ®ri *t blickte er drein, dann aber lächelte er doch und' ward ungläubig ganz und gar. „Doch, doch"", behauptete aber -Jutta aufs neue. „Ich weiß, ich hätte mich nicht so Yinreißen lassen dürfen, nicht tun, was — nein, es läHt sich ja nicht sagen. Aber ich war auch so sehr gereizt — und Ihnen darf ich es doch sagen, Sie mären unser beider Freund — Harro war nicht immer — nicht immer gerade gut zu mir", endete sie hier ,in einem! Tone, dessen rührende Ergebung dem Worte in ihrem Munde jeden Stachel nahm. „Sie wissen alles. Sie wissen ja auch, wer die Schuld daran trug." Und Dörrenbach nickte verständnisvoll, „So habe ich es ihm denn auch gesagt", fuhr die junge Frau fort, wie erleichtert, daß sie sich nun endlich doch einmal, jetzt aber auch über ihr Unrecht, aussprechen konnte. „Wir sind geschieden auf immer — ich bin fortgegangen." — So ernst hatte sich Dörrenbach die Sache nicht gedacht. Er schwieg. „Nun aber", klang es jetzt schluchzend neben ihm —, »nun aber — ich hätte so gern für’ mein Kind feinen Water gehabt. Ich wollte es ihn auch wissen lassen, ihn! bitten — vielleicht, daß er, um der Kleinen willen, vergessen hätte, was uns getrennt — daß wir, um unseres Kindes willen, wieder gufammengetommen wären — doch —" Jutta brach -a.b und zog ein Zeitungsblatt aus der Tasche, »Ich trage es bei mir", erklärte sie, „um fest zu bleiben in mir selbst und meinem Entschluß." Damit reichte sie dem Major das Blatt, und er las die Todesanzeige des Rittmeisters von Greditz. Wieder war es eine Weile still zwischen ihnen beiden. „Vielleicht, gewiß"", begann darin Jutta zu erläirtern, da Dörrenbach sie zum ersten Male nicht zu verstehen schien und immer noch recht bitter betroffen dreinblickte, „xewiß, er wäre Wohl — vielleicht — zurückgekommen, zu mir und dem Kinde, von dem er keine Alhuung hat. Aber er liebt diese Frau, sie liebt ihn. Nun (ist sie frei — sie ist reich. Und ich — ich bin arm. Und er liebt mich auch längst nicht mehr. Nein, ich will uns ihm nicht 'aufdrängen. Ich und mein Kind, wir wollen ihm' nicht hinderlich 'werden bei dem Glück."" Hier barg die arme kleine Frau aber doch das Gesicht in heu Händen und weinte bitterlich. Immer noch 'stand Dörrenbach in heller Ver> zweiflung da. Er wußte nicht, was tun. Endlich führte er Jutta sanft zu einem Sessel und setzte sich neben sie, „Nun, nun", bat er, und zuletzt: „Sie dürfen sich nicht so aufregelt, meine liebe gnädige Frau, dürfen wirklich nicht sich nufregen — jetzt " Und sofort wischte Jutta auch die Tränen wieder aus den Augen. Doch die arme kleine Frau war immer noch ein Anfänger in der Kunst des! Lebens, der Selbstbeherrschung. Wie der Zauberlehrling! die einmal" wachgerufeuen Geister seines Meisters noch nicht zu bändigen versteht, so konnte auch sie der Empfindungen — 667 — nicht gleich wieder Herr werden, denen sie endlich, nach so langer Zeit, einmal Lauf gelassen hatte. Unwillkürlich drang es über ihre Lippen: „O, Herr von Dörrenbach, es ist ja so furchtbar traurig, allein zu fein!" Unwillkürlich erhob sie sich und breitete die Arme aus: „Daß meine Maus, meine süße, arme, kleine Maus keinen Vater haben soll!" — Hier schwankte die junge Frau. Dörrenvach sprang hinzu und umschlang sie mit seinem Arm. Sie würde sonst unfehlbar hingefallen sein. So fühlte er Die weiche Gestalt beben nahe seinem Herzen. Herr v. Dörrenbach sah den Weißen Nacken, darüber das Spiel der goldenen Locken — sein Entzücken — so dicht vor seinen Lippen. Er hielt sie fest in seinem Arm, die Frau, welcher er seine Hände hätte unter die Füße legen, die er hätte schützen mögen bis zu jedem Haar auf ihrem Haupt. Die Frau, die das Glück bedeutete, nach dem er sich gesehnt sein Lebenlang! Und mächtig stieg die Versuchung in Asmus auf. Er kannte Ellinor, er kannte Harro; sie würde kein Mittel scheuen, ihn zu umgarnen — und er, er würde ihren Schlingen verfallen. — Und dann — — Sollte es nicht möglich, ja müßte es nicht natürlich sein, bann die Frau, die er liebte, zu gewinnen? sie und ihr Kind? O, er wollte auch ihm ein treuer Vater sein. Er wollte sie hüten beide als sein höchstes Gut; wollte sie schützen vor jeder Unbill und Gefahr, überschütten mit dem Köstlichsten, das die Erde hat. Und er würde glücklich sein, glücklich, wie ein Gott, wenn sie sich das nur gefallen lassen wollten. (Fortsetzung folgt.) Hnm, der Meutemr.^) Trim war wirklich ein allerliebster kleiner Teckel. Tas rehfarbene, kurze Haar glänzte in der Sonne wie Atlas, und weich und warm wie brauner Samt erschien der dunklere Streifen, der sich über den Rücken zog und in den Schwanz hinüberspielte. Ja, aber dieser Schwanz! Immer trug Trim ihn keck nach oben gebogen und bewies damit, daß er keinen reinen Stammbaum habe. „Schade", murmelte das alte Fräulein Minchen, Trims Herrin, „schade, das; er nicht ganz echt ist! Wer weiß, was für ein Durchgänger sein Vater gewesen ist! Vielleicht . . . doch nein, sicher war's der Vater gewesen, der sich einen Schritt von: Wege erlaubt hatte!" Aber trotz dem fehlerhaften Schwänze war der kleine Teckel Murchens Liebling. Sie bewohnte ein sauberes Altjungfern- ftübchen, das Spuren von Trims Tatendrange aufzuweisen hatte. Der Teppich vor dem Sofa hatte gestopft, eine Base gekittet werden müssen, und ein Tischfuß war von Trim als Zahnring benutzt worden; aber nun war der Kleine ja über ein Jahr alt und also aus dem gröbsten heraus, nun würde er ihr ein treuer Wächter und Beschützer werden und sie auf ihren einsamen Spaziergängen im heimatlichen Walde begleiten. So dachte Fräulein Minchen. Wenige Tage später stntzte Trim plötzlich auf dem Spaziergange, hob zitternd vor Aufregung den Kopf, als wittere er etwas, schnob und schnüffelte den Weg entlang, und jagte plötzlich wie ein Pfeil davon. Minchen rief und pfiff und pfiff und rief — aber vergeblich. Sie setzte noch ein Weilchen unter bitterbösen Empfindungen ihren Weg fort und entschloß sich dann zur Uui- kehr. Sie hatte aber noch nicht den Saum des Waldes erreicht, da raschelte und knackte es in den Büschen hoch obeil am Abhange, sie hörte lautes Schnaufen — und nach wenigen Augenblicken war Trim neben ihr, iimtanzte sie mit lautem Freudengeheul, als habe er sie lange, lange gesucht und endlich gcfnnden, -und zeigte nicht beit Schatten eines Schuldbewußtseins. Minchen war ganz überwältigt von seiner Freude. „Er hat inich doch sehr lieb", dachte sie und vergaß alle Bitterkeit. Trim stellte sein Freudengeheul ein, als er Minchens Sanftmnt fühlte, nub trottete mit lechzenber Zunge unb klopfenben Flanken neben ber Herriir heim. Am Abend dieses ereignisreichen Tages kam eine kleine Gefährtin für Trim zu Fräulein Minchen, ein zottiges, schneeweißes, kleines Hündchen, namens Leda, das reiselustige Hausgenossen in Minchens Obhut zurückließen. Leda und Triin kannten einander bis _ jetzt nur vom Ansehen, da Leda mit weiblicher Be- scheidenhert jeder Annäherung des kühnen Trim bei gelegent- nchen Begegnungen ans der Treppe oder im Hofe ansgewichcn war. Minchen gab sich der Hoffnung hin, daß Trim in LedaS Gesell- schafr sich Wohler daheim fühlen und seine Zerstreuung ilicht "ssber dem Hause auf unerlaubtem Wege suchen würde. Wie ge- W1™! diese Wege seien, das wurde Miuchen durch einen Brief des pwrsters zu Gemüt geführt, der ihr kurz und bündig mitteilte, . *> Mit Erlaubnis der Verlagsbuchhandlung G. A. v. Halem m Bremen entnehmen wir das obige Märchen dem soeben erschienenen Buche: „Goldene Früchte aus Märchenland", Märchen für inng rind alt von Elisabeth Gnauck-Kühne. daß er ihren Hund erschießen würde, wenn er ihn noch einmal tagend im Walde träfe. Fräulein Minchen nahm sich vor, Trim acht Tage lang an der Leme zu führen und ihm die Ungebühr seines Betragens tunlichst vorzustellen. Trim hörte ihr aufmerksam zu, heulte zustimnleud, wedelte bittend mit dem plebejischen Schwänze, spang endlich mit einem Satze auf Minchens Schoß und bestürmte sie mit Liebkosungen. Minchen verstand ihn und nnr's zufrieden. Eine Woche lang wanderten die drei nun friedlich durch Wald und Flur. Minchen führte Trim an einem blauen Bande, das ihm gut stand, und Leda trottete gesittet nebenher. Sie fragte nichts nach Unabhängigkeit und kannte keine Freiheitsgelüste, dafür hielt sie aber auf ihr Aeußeres und liebte gute Verpflegung. Wenn ihr Milch mit Wasser gereicht wurde, dankte sie, und wenn sie an eine aufgeweichte Stelle im Wege kam, machte sie lieber einen Umweg, als daß sie ihre niedlichen weißen Zottelpfötchen beschmutzte. „Sieh nur, Trim, wie fein und zierlich Leda sich hält", rief dann Minchen bewundernd, „ich hoffe, sie wird dir ein Vorbild". Trim nickte und leckte Leda im Weiter- gehcn flüchtig über das Haar, ohne daß diese durch solche Lobeserhebungen und Huldigungen irgendwie beeinflußt zu werden schien. Sie war immer bewundert worden und verdiente es voll- konnnen auch in ihren eigenen Augen. Sie war immer zierlich, immer manierlich; über ihren Lebenswandel ließ sich im Ernst nichts sagen — mit einem Worte: sie war korrekt. Und wer würde das nicht bewundern? Endlich holte Minchen zum achten und letzten Male das blaue Leitband und knüpfte es an Trims Vatermörderhalsband. Heute schlug man Minchens Lieblingsweg ein, denselben, auf dem Trim einst das Weite gesucht hatte. Als er in die Nähe der gefährlichen Stelle kam, faßte ihn eine heftige Unruhe. — „Was hast du plötzlich?" fragte Leda. „Tu zitterst ja am ganzen Leibe! Friert dich etwa?" — „Unsinn!" rief Trim mit einem vernichtenden ZorNesblicke. „Ich... ich rieche. . . riechst du nichts?" — „Nein!" bekannte Leda und hob gleichmütig das ichwarze Stumpfnäschen ein bißchen aus dem Lockengewirr heraus. — „Wilde Kaninchen müssen in der Nähe sein", schnob Trim, „nein . . . warte mal" ... — er schnupperte noch heftiger — „ich glaube ... ich lieche ... ja wirklich, es ist ein Dachs. Tachs! Dachs!" meldete er laut und schnob so heftig, daß der Staub von der Fährte flog und Minchen die Leine fester faßte. — „Rege dich doch nicht so unnötig auf, Trim!" mahnte Leda. „Was geht dich denn dieser Tachs an? Und zerre nicht so unmanierlich an der Leine! Geht Fräulein Minchen die Geduld aus, so bekommen wir verdünnte Milch bei der Heimkehr." „ Trim stand seufzend still. Leda wußte nicht, ob er Atem schöpfte oder sich besann. „So ist's recht", lobte Fräulein Minchen, „du bist ein artiger Hund!" und sie wollte sich bücken, um ihn zu streicheln, aber in demselben Augenblick flog er davon wie der Pfeil von der Sehne und war verschwunden und mit ihm das blaue Band, das er der führenden Hand entrissen hatte. Minchen stand wie erstarrt. Leda setzte sich hin und heulte; ob sie die Unzuverlässigkeit des stärkeren Geschlechts im allgemeinen oder Trims Treulosigkeit im besonderen beklagte, verstand Fräulein Minchen nicht, aber sie würdigte Ledas Schmerz, und beide traten gleich enttäuscht, gleich moralisch entrüstet, zusammen den Heimweg au. Gegen Abend stellte Tim sich geräuschlos ein. Fräulein Minchen würdigte ihn keines Blickes, sondern sagte nur verächtlich: „Abenteurer!" Aber Leda rümpfte die Nase und knurrte empört: „Wie, siehst du aus? Pfui! Komm mir nicht nah, bis du dich gesäubert hast!" Trim wälzte sich auf allen Matten in, her kleinen Wohnung und kroch dann kleinlaut in seinen Korb. Leda thronte tugendstolz in dem ihrigen und legte den Kopf auf die andere Seite, um ihn nicht zu sehen. Trim tröstete sich mit einem Knochen, den er in seinem Korbe fand, und mit der Kräftigung kam auch neuer Mut über ihn. Er lugte über den Rand seines Korbes und flüsterte freundlich: „Leda, bist du mir böse?" — „Gewiß", gab Leda zurück, „und nicht ohne Grund. Konntest du nicht bei Minchen und mir bleiben? Mußt du immer verbotene Wege gehen?" ■— „Aber Leda", rief Trim vorwurfsvoll, „ich sagte dir doch, ich hätte eine Tachsspur gefunden ! Denke dir doch: eine Tachsspur! Unb so frisch war sie, sage ich dir, sie roch so scharf, baß 'ich den geschmeidigen Feind vor mir sah. Ein Dachsbau mußte ganz in der Nähe sein; und ich habe ihn, gesunden, Leda, ich bin darin gewesen und habe den Tachs hinausgetrieben! Erst setzte er sich zur Wehr, aber ich faßte ihn, siehst du, so" — und Trim sprang erregt auf und wollte Leda fassen; diese aber bereitete der Vorstellung ein jähes Ende, indem sie gähnte: „Sei so gut und verschone mich mit solchen rüden Jagdgeschichten. Ich verstehe nickt, iuic man sich um eines Dachsbaues willen so zurichten kann. Dn siehst aus wie ein Landstreicher, dein linkes Ohr ist zerfetzt und blutig und —' nimm es mir nicht übel — du riechst schlecht." „Was tut, denn das", rief Tim mannhaft, „es war doch herrlich! 3tein, wie konntest du nur sitzen bleiben, als ich 'auf und davon ging! Natürlich dachte ich, du kämest mir nach. O Jagen! Jagen! Die Spannung, ob man den Feind stellt, die Wonne, wenn man ihn hat, der Rausch, wenn man siegt! Was machen denn da ein paar Blutstropfen oder zerfetzte Ohrlappen aus! Glaubst du, man dächte nur daran?" — 668 — Er wartete vergeblich auf Antwort; Leda war schort ein- geschlafen. , Am andern Tage ging Minchen allein mrt Leda spazieren; Trim blieb daheim. Aber der Postbote kam, ließ die Flurtüre offen, und Trim entschlüpfte. Er nahm sich vor, Minchen und Leda einzuholen und sie zu begleiten, aber bald spürte er wieder die Führte des Dachses auf, und da war alles vergessen, Minchen und Leda, süßer Rahm rind Rutenstreiche: er jagte. Es ging auch über eine Wiese hinweg, wo der Förster eine Fuchsfalle ausgestellt hatte. Trim trat hinein rmd — o weh! — er war gefangen. Von Schmerzen gequält, lag er auf dem Rücken, eine Vorderpfote in das tücsische Eisen eingeklemmt. Er heulte und winselte, und es dünkte ihm, er läge eine Ewigkeit dort, bis er endlich in der Ferne Ledas Stimme hörte. Er klagte, so laut er konnte, und nach einiger Zeit standen Minchen und Leda an seiner Seite. Während Leda ihn liebreich leckte, öffnete Minchen die Falle, nahm den halbtoten Trim auf den Arm und trug ihn nach Hause. Stundenlang legte sie ihm nasse, kühle Umschläge auf die gequetschte Pfote und reichte ihm alle seine Leckerbissen, während Leda stillbetrübt neben ihm saß. Trim leckte dankbar Fräulein Minchens sanfte Hand und sah flehend zu ihr auf. — „Ja, ja", meinte Minchen, „nun wirst du dir wohl die Hörner ab- gelaufcn haben." Als Trim am andern Morgen mit Behagen seine Much geschlürft hatte, glaubte Leda den Zeitpunkt zu einer Bemerkung gekommen und Hub an: „Ich mache dir keinen Vorwurf, Trim, denn du bist bestraft genug; ich frage dich nur, wie ist es möglich, daß du so handeln kannst? Wenn wir nicht kamen, verhungertest du elendiglich. Was treibt dich "nur weg? Tas sage mir. Gefällt diir dein Korb nicht? Oder magst du die Milch nicht? Oder bin ich dir vielleicht nicht hübsch genug? Und doch muß ich, ohne eitel zu sein, gestehen, daß ich nicht ganz reizlos sein kann, denn ich habe viele Anträge" . . . Trim schloß ihr auf wirksame Weise das Mäulchen, indem er zärtlich ihr Gesicht leckte; als er aber ermüdet abließ, nahm Leda das Thema unbeirrt tv-ieder auf. „Mir scheint, Trim", schloß sie, „daß du es hier sehr gut hast, und dich einer schreienden Undankbarkeit schuldig machst". — „Leda, Leda I" rief Trini da schmerzlich gekränkt, „du irrst! Ich liebe dich und verehre unsere gute Herrin, ich wollte euch einholen und begleiten und hätte es getan, wenn nicht die Tachsfährte gewesen wäre, Leda, Leda, stelle dir doch vor, wenn ich ihn gefaßt hätte! Toch was rede ich so? Wenn du nicht weißt, was jagen ist, weißt du auch nicht, was leben ist. O die Jagd, die Jagd! Siehst du, du sprichst von den guten Tagen hier. Ja, wir haben eine schöne Stube und bekommen fette Milch und ein saftiges Fleisch; aber was ist das alles im Vergleich zur Jagdlust! Lieber Hunger und Turst und Kälte leiden, als gefangen sein und nicht jagen dürfen. So ging es nur auch heute. Als ich die Tachsspur roch, wußte ich nicht mehr, was ich tat, vergessen war alles andere, nur vorwärts, vorwärts — auf den Dachsbau los! Da trat ich in die Falle" ... , .Und lägest noch darin", vollendete Leda, -„wenn wir dich nicht winseln hörten. Aber ich sehe wohl, weder nach Minchens Zorn, noch nach meinem Schmerze fragst du weiter; was kümmert es dich auch?" Ta fing Trim noch einmal an zu schmeicheln, imb er war so zerknirscht und gelobte so ernstlich Besserung, daß die Schmollende Gnade für Recht ergehen und ihren letzten Groll schwinden ließ. In inniger Eintracht fand Minchen das Paar und störte zartfühlend die Weihe der Versöhnung mit keinem Worte. lieber eine Woche war Trim leidend. Tann war die Pfote geheilt, der Schrecken bei allen etwas verwunden. Zur Feier der Genesung wandelte man den Waldweg entlang, den Minchens konservativer Sinn bevorzugte. Sie war überzeugt, daß Trim jetzt für immer von seiner Jagdliebhaberei geheilt sei. Mit ruhigem Anstand hielt er neben Leda Schritt, so daß diese mit heimlichem Stolze auf den gebesserten Begleiter blickte und den stillen Neid ihrer Standcsgenossinnen bei jeder Begegnung zu fühlen glaubte. Aber da kam die verhängnisvolle Stelle. . . Trims Augen glühten, die Flanken zitterten, der Atem schnob . . . und wie der Blitz war er auf und davon. Minchen rief überlaut, Leda heulte mit eingezogenem Schwänze, aber beide verstummten jäh, als in der Nähe ein Schuß fiel. „Tas ist der Jäger!" schrie dann Minchen, „Trim, Trim, wo bist du?" Sie hastete vorwärts in der Richtung, wo der Schuß gefallen war, und hieß Leda suchen. Bald heulte diese kaut auf und gab der Herrin zu verstehen, daß sie den Gesuchten gefunden habe. Keuchend vor Anstrengung und Aufregung bahnte Minchen sich 'den Weg zu der Stelle, wo der arme Trim lag. Tie Kugel hatte ihn getroffen, er blutete aus einer kleinen Wunde in der Seite. Minchen verband ihn, so gut sie konnte, mit ihrem Taschentuch und trug ihn vorsichtig nach Hause. Trim lag ruhig in seinem Korbe, nur ab und zu winselte er, und atmete schwer; der Tierarzt erklärte aber, es sei um ihn geschehen, er werde den Morgen nicht mehr erleben. Leda saß treulich neben ihm, leckte ihn und sah ihn tieftraurig an. „Es war doch schön, liebe Leda", sagte Trim leise; „ja^ wenn ich nur noch einmal jagen könnte!" . . . Bald stellte sich starkes Fieber ein. „Bist 'du da, Sebcr", rief er wiederholt und war zufrieden, wenn sie ihn leckte. Einmal noch wurden seine Augen hell: da sah er deutlich, wie Fräulein Minchen in ihrer weißen Nachthaube mit der getollten Krause sich über ihn beugte und eine große Träne an der langen Nasenspitze hing. Tann wurde es wieder dunkel. Minchen legte ihm ein frisches, feuchtes Tuch über; da glaubte er, er käme in den kühlen Dachsbau. — „Leda", rief er, r,Leda, ich hätte den Dachs doch gefaßt, wenn nicht der Jäger" . . . Dann war er tot. Fräulein Minchen grub ihm im Garten hinter dem Hause ein kleines Grab und stellte einen blühenden Rosenstock daraust LrievaL'rsches. In der gewohnten geschmackvollen Ausstattung tritt „Ueber Land nndMee r", Oktav-Ausgabe „D e r M o n a t" den neuen 21. Jahrgang mit seinem soeben zur Ausgabe gelangten Oktoberheft an. Ter reiche Schmuck von künstlerischen Illustrationen und die Mannigfaltigkeit und Gediegenheit des Inhaltes lassen das Bestreben gewahren, den nach Form und Inhalt gleich vornehmen Heften zu ihren alten Freunden immer neue Leser zu gewinnen. An der Spitze des belletristischen Teils steht ein neuer großer Roman des Schweizer Dichters Ernst Zahn, „Tie Clari-Marie", der das Schicksal einer einfachen, aber groß- denkenden Frau aus dem Schweizervolk in ergreifender Weise vorführt. Außerdem bringt das Heft eine geschichtliche Erzählung „Ter Obrist", die für die zahlreichen Verehrer August Sperls eine besonders angenehme Ueberraschung sein wird, und eine Geschichte aus Urkunden, die in Stein a. Rh. spielt: „Abt Davids letzte Tage" von Prof. Tr. Ferdinand Vetter-Bern. Eine juristische Humoreske „Prozeß-Schulze auf Reisen" hat Tr. jur. Ernst Grüttesien beigesteuert. Illustriert sind die Aufsätze „Fritz August von Kaulbach" von Franz Wolter, „Spaziergänge durch die St. Louiser Weltausstellung" von Karl Eugen Schmidt, „Ein unbekanntes Stück Schweiz" (das Greyerzer Ländch«l) von Georg Luck. „Tie große Einheit des Weltbaues" von Tr. Wilh. Meyer, „Schwedische Volkstänze" von August Ahmann und „Zu Besuch bei einem japanischen Mllionär" von Franz Woas. Hervor- gehoben seien unter den Einschaltbildern die Beiben farbigen Kunstbeilagen: „Eine Gondelfahrt in Venedig" nach dem Gemälde von Max Schlichting und „Ein Querkopf" nach, Edmund Harburger; ferner F. Aug. von Kaulbachs „Wer nicht liebt Wein ,Weib imb Gesang" usw. — Gabriele Reuter: Tas böse Prinzeßchen. Märcheu- spiel. (S. Fischer, Verlag, Berlin). Geh. Mk. 1,50. — Wie das böse Prinzeßchen für feine Unarten und Schlechtigkeiten vom Königshofe verjagt wird, in den Märchenwald eines gar schlimmen Zauberers gelangt, dort durch allerhand Aengste und Leid zur Erkenntnis ihrer Fehler geläutert und schließlich von dem buckligen Joringel, der sich am Ende natürlich in einen wunderschönen Prinzen verwandelt, erlöst und befreit wird, bnä erzählt Gabriele Reuter fesselnd und anmutig den lauschenden Kleinen. — Robinson Crusoe, Tas Original des Daniel de Foe, bearbeitet von Otto Zimmermann. Mit Bildern von F. H. Nicholson. (Umschlagzeichnung, von I. Gläser.) — Otto Zimmermann hat sich mit tunlichster Treue an das Original des Dichters gehalten und unter Verzicht auf schulmeisterlichen Ton, der das Kunstwerk De Foes nur zu zerstören geeignet ist, fast überall die schlichte, ans Herz greifende Sprache des Meisters selber reden lassen. Tie Ausstattung, die vielen Bilder und der niedrige Preis machen das Buch zu einer „billigen Ausgabe" ganz nach dem Sinne der modernen Jugendschristenbewegung. Silbenrätsel. Nachdruck verboten. ft, ft, dem, bi, e, ger, ke las, le li, iti, rri, c, ot, pal, ra, ri, te, te, tr, va». 81ns vorstehenden Silben unb Buchstaben sollen sieben Wörter gebildet und derart unter einander gesetzt werden, daß die Anfangsbuchstaben, von oben nach unten, und die Endbuchstaben von unten.nach oben gelesen das Ziel mancher kühnen Forscher bezeichnen, sowie das Hinderniß, welches der Erreichung dieses Zieles entgegensteht. Es bedeuten aber die einzelnen Wörter Folgendes: 1. Strom in Afrika. 2. Weiblichen Vornamen. 3. Einett Feuerwerkskörper. 4. Einen Schmnekgegenstcmd. 5. Griechische Gottheit. 6. Einen Astrononteit. 7. Küstengegend am Mittelmeer. Attflösung in nächster Nummer. Auflösung des Logogriphs in vor. Nr:. Sordinen, Sardinen. Redaktion: August Goetz. — Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei, R. Lange, Gießen.