1904 VMM | sM MU W um nach einem neulich vergessenen Taschentuch zn fragen, mußte sie dableiben, auf jeden Fall. Leider aber hatten Uraus mittlerweile eine neue Köchin bekommen. Nachdem Harro die Fleischjerrechnungen zu hoch befundeu, man etwas weniger Zunge und Filet verbrauchen wollte, vor allem aber die Trinkgelder der sonst immer aus- und eingehenden Gäste fortfielen, hatte es Sophie unter ihrer Würde erklärt, zu bleiben. Ihre Talente und Kenntnisse verlangten -eßen einen anderen Betätigungskreis. Es war die erste bittere Pille, die Jutta in ihrem Leben hinsichtlich der wirtschaftlichen Erfahrungen schluckte. Harro aber hatte gesagt, Sophie sei einfach eine unverschämte Person, es wäre Zeit, daß sie aus dem Hause käme. Auch Frau Dr. Maus, ihre Hauswirtin, au die sich Jutta iu ihrer Not gewandt hatte, hatte über solche Unverschämtheit die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen und der jungen Fran eine „andere" besorgt, die Gott danken wollte, in ein so feines Haus zu kommen. Diese andere war allerdings ein sehr solides, ehrliches, anständiges Mädchen, lange nicht so anspruchsvoll und so gerissen wie Sophie; aber auch in der Küche nicht ganz „fix und komplett". Es hatte das ehrlich bekannt und gehofft, die gnädige Frau würde etwas nachhelfen. Die gnädige Frau hatte hier die Achseln gezuckt und gelächelt. Da sie aber in Not war, gemeint, es würde sich schon machen, und dann nicht wieder daran gedacht. Ebenso hatte sie die kleinen Ausstellungen, die seitdem Harro hin nnd wieder bei Tisch losließ, iiberhört oder ihn einen Gourmand genannt. „Die Suppe schmeckt mal wieder nach was, das uicht ganz just ist", sagte der Leutnant eben, nachdem er den ersten Schluck getan, und legte den Löffel neben den Teller. machte Jutta, die gänzlich unempfänglich für Tafelfreuden war. „Na, Hildegard, Dir scheint die Sache auch nicht geheuer", wandte sich nun Harro an die Cousine, die gleichfalls mit verzogenem Mund den etwas bräunlich aussehenden G-riinkernschleim löffelte. „Du bist ja sachk verständig, wie ich mich erinnere. Wäs ist los?" Und Hildegard, von seiner /Anerkennung gehoben, vor sich die junge Frau, die nur hübsch war, von der niemand etwas verlangte, die jedermann nur verwöhnte, wie eben auch die duftenden Veilchen erzählten, meinte ein wenig überlegen: „Angebrannt!" „Da hörst Du's", nahm Harro auf. „O, es schadet aber nicht viel", erklärte nun sofort Hildegard höflich. „Danke", erklärte der Herr vom Haus. Jutta aber lachte, ein Grübchen in jeder Wange. — „Tant de bruit pour une Omelette! —Ein Soldat muß alles essen können. Ich habe Dich eben schon verwöhnt." Und Harro, der sich nicht ärgern, auch nicht ärgerlich in Gegenwart eines Dritten werden wollte, behauptete seine Laune: „Also denken wir, wir wären im Krieg, Garda, und seien dankbar, daß wir überhaupt etwas haben." Damit löffelte er seinen Teller hinunter. Hildegard hätte unter solchen Verhältnissen ihr Leben lang von angebrannter Suppe gelebt. Jutta aber freute si ch,daß Harro endlich 'mal ein bißchen nett mit der Cousine wurde. Der Braten, ein Roastbeef und ein schönes Stück, sah recht einladend ans seiner silbernen Platte aus. Angenehm berührt, setzte Harro das Messer zum Zerschneiden au. Seine Stirn jedoch färbte sich, während das Messer mühsam in deni Fleische arbeitete. Endlich war er so weit. Die Schnitten gingen herum. Hildegard begann an entern Bissen zu würgen, es schien, sie konnte nicht damit fertig werden; Jutta hantierte etwas betroffen mit Messer und Gabel auf ihrem Teller. Harro jedoch brach los: „Völlig ungenießbar, das Zeug!" Und ehe noch jemand etwas sagen konitte, berührte er die Klingel über der Lampe: „Die Köchin soll hereinkommen!" donnerte er den Burschen an, den der elektrische Draht herbeigerufen hatte. Blaß uttd zitternd, wie ein persönlich gewordenes schlechtes Gewissen, kam das Mädchen heran. Aber auch ein Wurm krümmt sich, wenn er getreten wird. Harro konnte recht deutlich werden. Uttd da Fräulein Julie saud, daß ein solcher Angriff auf ihre kuliuarischen Künste,. zumal sie sich nicht für „komplett" ausgegeben hatte, von feiten des Herrn, den das gar nichts anging und angesichts einer Freundin, die dabei ganz überflüssig war, eine Kränkung ihrer Menschenrechte" bedeutete, so fuhr auch sie eklig aus und endete, nicht unwürdig eines Portiaspruchcs, daß eine gnädige Frau, die einem auch nicht 'mal bescheiden konnte, und ioetut sie zu Haus nötig wäre, in der Malstunde säße, gar feine Frau fei. (Fortsetzung folgt.) Aie schöpferische Nyantaste öeiur Kinde. Taß int Kinde Mächte von Fähigkeiten schlummern, die noch verwandt sind mit bett schöpferischen Bildungskrästen des Genies, hat man schon oft betont. Eine Fülle wertvollen Materials zu dieser Frage trägt Fr. O u e y r a t in seinem neuen Werk „Les Jeux des enfants" zusammen. Zunächst spricht er von der illusorischen Phantasietätigkeit des Kindes, die aus allen den alltäglichen Tingen Wunderwelten des Märchenlandes hervorzaubert. Aus den ungewissen und seltsamen Formungen der Wolken und der Gesteine, aus den schwarzen Lagerungen des Waldes und der Ebenen erwachsen wundersame Wesen, tolle Berzerrttngen und Masken. An dem geschtvärzten Stuck der Tecke läßt das Kind stundenlaitg seine Blicke hinwandern, und malt sich allerlei aus, so vieles und so merkwürdiges, wie nur der Maler des Lionardo, der in altem Mauerwerk und rissigem Gesteiit ungeahnte Schönheiten entdeckte. So erzählt Anatole France von seiner Kindheit: „Meine Mutter stellte jede Nacht meine Wiege ganz nah an ihr Bett, dessen ttesige gebauschte Vorhänge mir Furcht und Bewunderung einflößten. Kaum lag ich in meinem Bettchen, so tanzten sogleich wildftemde Gestalten um mich herum, Leute mit langen Nasen wie Storchschnäbel, wilden, tief herunterhängenden Schnurrbärten, spitzen Bäuchen und krummen Wackelbeinen. Sie zogen an mir vorbei, mit dem Profil mir zugewandt, jeder ein großes rundes Auge mitten auf der Backe, mit Bürsten, Besen, Guitarren, Spritzen und allerlei Instrumenten bewaffnet." Tie Phantasie des Kindes geht ins Ungeheuerliche und Groteske, sie macht größer und gestaltet neu, aber ihr fehlt die Erfahrung, die auf Grund der Naturbeobacht- ung ein gesteigertes Abbild der Welt bietet und nach etvigeir Gesetzen neue Gestalten formt; wirr und phantastisch zusammenge- tmirselt, vor allem ins Riesenhaste gehoben sind ihre Gebilde. So erweckten die schweren Bettvorhänge in Anatole France die Vorstellung, als seiett seine Eltern gütige, ewige, einzigartige Riesen, die ihn sicher in aller Gefahr beschirmen würden. Wie erstaunt ist der herangewacUenc reife Mann, wenn er die Stätten seiner Kindheit wiedersieht und dieses Traumland märchenhafter Erlebnisse nun vor sich liegen sieht, so klar und nüchtern int Sonnenschein, so alltäglich und gewöhnlich. Tie kleine Pfütze, war sie nicht einst das weite Meer? Der stille, verschlafene Garten ein Urwald von verwirrender Größe und diese kleinen Hügel schwindelnd hohe Gebirge? Toch nicht nur int Gröbermachen und Steigern des Gesehenen lebt sich die kindliche Phantasie aus; sie bevölkert auch die Welt mit ganz neuen Wesen, schasst sich aus bem Nichts ein eigenes Wnnderreich. Hinter der täglichen Umgebung liegen die geheimnisvollen, weiten Lande ihrer Ahnung und sie erzählt von fremden Leuten, die hinter den Bergen wohnen. Besonders aus engen Winkeln, in dunklen Schränken und tiefen Ecken tauchen ihm solche Visionen hervor; die Unwissenheit des Kindes, die die realen Gründe der Evscheinnugen noch nicht versteht, sucht so eine höchst naive, poetische Erklärung. Anatole France sah in dem Glas- schrank seiner Mutter, in den er aus den Zehenspitzen nur schüchtern lugen konnte, eine Merkwürdigkeit ersten Ranges, mit der sich seine Phantasie stark beschästigte. Tas Kind macht auch die toteu stummen Tinge lebendig, leiht ihnen Gefühl und Seele. Selbst die Buchstaben werden Personen. So sprach ein kleiner Junge, der den Buchstaben „W" in sein Herz geschlossen hatte, nur von „meinem guten alten „W". Ein junger Herr von vier Jahren soll ein L machen, doch die Feder gleitet aus, und der Buchstabe wird recht schief und erscheint ans die Zeilen gebückt. „Sieh mal; cs hat sich hingesetzt!" ruft der Kleine. Von zwei Buchstaben, die zu eng aneinander gerieten, sagte er, sie „plauderten zusammen". Mit ihrem Lössel, ihrer Tasse, ihrem Teller stehen Kinder in einem innigen Verhältnis, reden oft zu ihnen und weinen bitterlich, tvenn jene entzwei geben. Wie nur irgend ein Dichter pantheistischen Wcltfühleus 596 gefielt sie Mumm und Pflanzen, selbst dm Steinen eine Seele. Traurig rief ein kleines Mädchen, als es ein paar Blumen welken sah: „Wie niedlich sind sie doch! Ach, Mama, laß sie, bitte, nicht sterben", und es weinte bitterlich, als im Herbst die Blätter von den Bäumen auf die Erde sanken. Ganz abstrakte Worte erwecken im Kinde Vorstellungen bestimmter anschaulicher Tinge. Bei dem Ausdruck „Tie Jagd ist geMosseu" dachte ein kleiner Junge an gewalttge Tore, die um die Wälder und Felder herumständen und nun mit großen Schlüsseln zugeschlossen würden. Bei dem Worte „der Frühling ist gekommen" fragte ein Kind danach, ans welchem Wege er käme, und wie er denn aussähe, ob er an der Tür klingeln würde. Ein älterer Knabe schrieb in seinem Aufsatz folgendes: „Als ich in die Schule kam, da dachte ich bei dem Worte „Vaterland" an eine gute Frau, die nur beim Untergänge der Welt sterben könne, und die die Mutter von uns allen ist." Tie Phantasie des Kindes lebt besonders auf in seinen Spielen; wie eng der Spieltrieb gerade mit dem künstleri- schen Schaffen zufammeuhängt, haben seit Schiller viele betont, besonders Groos in seinem Buche „Tie Spiele der Menschen". Wer nicht nur unbewußt formt das Kind die Gestalten seiner Umgebung nm, es sind auch getvisse Kräfte des Fortdichtens nach fremden Anregungen schon in seiner kindlichen Phantasie zu verspüren. T-iese Wesen eines fremden Geistes führen nun in seinem Hirn ein eigenes Leben, werden ein Teil seiner Umgebung, seine Gefährten und Freunde. Tas Kind überträgt gewisse Gestalten dichterischer Erfindung resolut in die reale Welt. So hat z. B. Tickens die Gestalten der Bücher, die er in seiner Jugend las, gar bald heimisch gemacht in seiner eigenen Heimat. „Jede Scheuer aus der Nachbarschaft, jeder Stein in der Kirche erinnerten mich an die Helden meiner Lieblingsbücher und vermischten sich mit den Situationen, in denen ich sie mir vorstellte." Tas Kind sieht die Tinge, die man ihm erzählt, sogleich in völliger Lebendigkeit vor sich, und vermöge einer höchsten Leichtigkett assoziativer Bilder sammelt sich um ein einziges Wort eine Menge anderer Vorstellungen. Loti erzählt von einem kleinen siebenjährigen Mädchen, mit dem er in einem Garteneckchen eine große Aprikose aß, und das dabei folgende Geschichte erzählte: „Es war mal ein kleines Mädchen, das machte eine sehr große Frucht aus den Kolonien auf; da kam aber ein wildes grünes Tier heraus, das biß das kleine Mädchen, und das starb daran." Wie leicht ein Kind auch den verschlungenen Pfaden einer Erzählung folgt, und wie die Erklärungen Großer sie nur in ihrem eigenen Nachdichten stören, lehrt eine Geschichte von einer Mutter, . die ihrem kleinen Jungen von sechs' Jahren eine Geschichte vorliest: „Ich fürchte, Tu verstehst mich nicht, mein Junge", sagte sie. „Oh, Mama, ich würde schon recht gut verstehen, wenn Tu mir nur nicht soviel erklären wolltest." Sehr interessant ist es, wie sich langsam die dichterische Fähigkeit in dem Kinde bildet. Von einem gewöhnlichen Anlaß aus steigen ihm allerlei Zusammenhänge auf, und es beginnt zu erzählen, ruckweise, wttr, in jenem schlichten Ton, in dem unsere Heldenlieder und die Geschichten aus der Kindheit der Völker reden. Manchmal sieilich werden diese Erzählungen auch schon zu kühnen Aufschneidereien, wie die Geschichte eines fünfjährigen Jungen zeigt, der einmal auf dem Meere gefahren war und nun davon erzählte: „Einmal, da bin ich auf dem Meere gefahren in einem Rettungsboot; plötzlich, da sah ich einen riesengroßen Walsisch, und nun sprang ich aus dem Boot und dem Walsisch mitten auf den dicken breiten Rücken und ritt auf ihm und machte auf feinem Rücken eine große Reise, und alle kleinen Fische sahen zu und lachten dabei aus vollem Halse." _____________ Musik, — ZurResormder Hausmusik. Es ist ein bemerkenswerter Zug unserer, an reformatorischen Bewegungen so reich ge- fegneten Zeit, daß sich die verschiedensten Bestrebungen geltend machen, Kunst und ihren veredelnden Einfluß immer mehr ins Volk zu tragen und die weitesten Kreise zum verständnisvollen Mitgenuß an allem was Kunst heißt, zu erziehen. In der Musik hat man sich vorzugsweise auf die gemeinnützige Veranstaltung populärer Musitoufsührungen größeren. Stiles und die Ausgabe billiger Noten beschränkt, ohne sieilich dessen eingedenk zu sein, daß der Nutzen dieser Darbietungen ein nur geringer ist, so lange man für die Hausmusik (in dieser liegt ja der Schwerpunkt der Musik, der intimsten aller Künste) und die Veredelung ihres heutigen verflachten und jeden tieferen Gehaltes entbehrenden Charakters nichts tut. In dieser Hinsicht sind nun die Aussprüche -tniger hervorragender Tonkünstler und Schriftsteller interessant, welche als Antworten auf eine von der Zeitschrift „Das Harmo- nium" erlassene Rundfrage über eine Reform der Hausmusik veröffentlicht wurden. Paul H e y s e erklärt, er verdanke seine tiefsten musikalischen Genüsse der Hausmusik und erzählt von dem ergreifenden Eindruck, den ihm das Phantasieren Böcklins auf dem .Harmonium gemacht. Tr. Rich. Ä a t k a, der bekannte Musik- sckriftsteller, spricht sich in erster Linie für die Pflege des Ensemble- fpieles aus und bezeichnet die Einbürgerung des Harmoniums als einen bedeutungsvollen Faktor für die Neubelebung der Hausmusik; er tritt lebhaft für die von der Schriftleitung obengenannter Zeitschrift neu angeregte Veranstaltung öffentlicher Hausmusik- abende ein. Pros. Tr. Wolbert v. Han st ein befürwortet die. Einführung des orchestralen Elementes in die Hausmusik und äußert: Tas Harmonium bietet diejenigen Tondichtungen, die sich ohne Zwang auf ihm zu Gehör bringen lassen, jedenfalls in viel schönerer, reicherer^ weil mehr dos Herz ergreifender Art, als das Klavier. Im Sinne weitester Verbreitung des Harmoniums äußern sich Prof. Hugo Heermann -Frankfurt und Peter Raabe, der Dirigent des Münchener Kaim-Orchesters. Besonders' eifrig plädieren Viktor Blüthgen und dessen Gattin Clara Eysell-Kilbnrger für die Einführung des Harmoniums in die Hausmusik, denn cs müsse der „gemüt- und sinnlosen Klavierpaukerei gesteuert werden"; im übrigen sind beide „abgesagte Feinde jeder Hausmusik, die tagsüber und bei offenen Fenstern ausgeübt wird oder sich über Mitternacht ausdehnt"; aus den Klagen^des unter dem „Klavierunfug", wie es scheint, sehr leidenden Schriftstellerpaares tönt der Mahnruf um eine „Schonzeit für den geistig arbeitenden Zeitgenossen". Otto Ernst, der Verfasser von „Flachsinann als Erzieher" legt besonderen Wert ans die orchestrale Klangfähigkeit des Hannoninms und gesteht: „Ich bin fest davon überzeugt, daß die Einbürgerung dieses Instrumentes für die Hausmusik von größtem Segen sein tonnte, so fest, daß ich schon vor dem Erscheinen Ihrer Zeitschrift beschlossen hatte, mir jetzt noch ein Harmonium zu kaufen und es nach Kräften spielen zu lernen." Auch er hält die Veranstaltung zwangloser öffentlicher Haustnusikabende für eine vorzügliche aussichtslose Idee. — Schon aus diesen wenigen Aeußer- nngen hervorragender Autoritäten geht hervor, daß die neueren Bestrebungen für die Einbürgerung des modernen orchestralen Harmoniums in die Hausmusik ernste Beachtung verdienen. Tas Klavier ist ja, wie die Erfahrung täglich lehrt, nicht im stände, die alleinige Basis einer edlen hauslsihen Musikpslege zu bilden. Daß eine Neubelebung der Hausmusik mit zu dem Wünschenswertesten gehört, was uns die Kunst geben Tarnt, ist nicht eindringlich genug zu betonen! Ans diesem Grunde wird matt auch die Veranstaltung öffentlicher Hausmusikabende, wie sie die Redaktion des „Harmonium" angeregt hat, willkommen heißen. Tas Paradoxe der Bezeichnung soll uns nicht hindern, das Gute solcher Demonstrationen, und nichts anderes wollen und sollen sie fein, zu erkennen und freudig zu begrüßen. vermischte». * Schönheitskonkurrenz für Kinder. Den Preis auf der Kinderschau der Weltausstellung in St. Louis hat als vollkommenstes Exemplar eines Kindes der ztvei Jahre acht Monate alte Knabe Virgin Krell erhalten. Die Preisrichter beschreiben ihit als körperlich vollkommen in jeder Beziehung und dabei vonwunderbarem Temperament, sodaß er im ganzen als ein auserlesenes kleines Vorbild eines kindlichen Apollo gelten tonn. Tie in den amerikanischen Blättern veröffentlichten Bilder von ihm bekräftigen diese begeisterten Schilderungen. Er hat goldblondes Haar, hellen Teint und große dunkle Augen. Sein Gewicht ist 31 Pfund bei 34 Zoll Höhe, 31 Zoll Brustumfang und 8 Zoll Breite von Schulter zu Schulter. Der Vater des Kindes, ein italienischer Künstler, nimmt den Ruhm der Anfziehnng dieses kleinen Apoll ausschließlich für sich in Anspruch. „Die Sorge für ihn lastete infolge Krankheit seiner Mutter ausschließlich auf mir", sagte er. Frische Luft, körperliche Hebungen und angemessene Nahrung sind nach Krell die emsigen Mittel zu gleichem Erfolg. Täglich schlief der kleine Virgin in der freien Luft und lies ohne Schuhe umher. .Bei der Geburt war das Kind durchaus nicht besonders entwickelt, aber frische Lust brachte das Wunder zu stände. Zur Ernährung von Kindern empfiehlt Krell Milch mit Zusatz von mehlhaltigen Stoffen, ein oder Mei gekochte Eier und soviel Brot, Früchte und gut gekochtes Gemüse, als das Kind haben will. Fleisch, Kuchen und Süßigkeiten verbietet er aufs strengste. * Der Genuß roher Kuhmilch ist durchaus nicht ratsam. Wer nun iiibezug auf Geschmack die frische Milch der abgekochten vorzieht, der braucht nur ein zu Schnee geschlagenes Eiweiß unter die gekochte und wieder abgekühlte Milch zu quirlen. Auf ungefähr Vt Liter Milch kommt ein Eiweiß. Im Geschmack ist sie dann, besonders wenn sie noch etwas warm getrnnken wird, von frischer Milch nicht zu unterscheiden. Worträtsel. (Nachdruck verboten). Der Erste hat braußen sein Zweites getrieben, Drum bin ich hübsch zu Haus geblieben. Bald kam dann auch mit meinem Jungen DaS Ganze durch den Garten gesprungen. Auflösung in nächster Nummer. Auflösung des Telegraphenrätsels in vor. Nr.r Hirse, Tanz, Tisch, Lauge. Hit; schlag. Redaktion: Auaust Goetz. — Rotationsdruck rind Verlag der Brühl'schen Universttäts-Bucb- und Steindruckerei, R. Lange. Gießen.