W jl’l'O» WI«!i । i kl am|' wBglyiJ! 1904» -- Wr. IbO Ä M Das Testament des Bankiers. Kriminalroman von A. M. Barbour. (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) erwiderte sie mit spöttisch gekräuselten Lippen. „Er hat den Verwandten statt der Erwartungen für die Zukunft die Erfüllung ihrer Wünsche gebracht." „Es läßt sich in keiner Weise annehmen, daß auch nur einer von ihnen das schreckliche Ereignis in diesem Licht betrachtet", entgegnete er scharf. „Mag sein", gab sie leichthin zu, „mir jedoch erschien es, als ob wenigstens einem von ihnen die Freude an der verheißenen Erbschaft durch den Gedanken an das voraussichtlich noch lange Leben des Testators beeinträchtigt wurde." „Von wem sprechen Sie", fragte er barsch. „Es ist unnötig, Namen zu nenneu", antwortete sie kühl, „aber hätten die Londoner Mainwarings gewußt, was ich weiß, würden sie niemals über das Wasser gekommen sein, um eine Rolle in der Posse zu übernehmen, die gestern hier in Szene gesetzt wurde. Es gibt Mainwarings, wie Sie bald erfahren werden, die bessere Rechte und Ansprüche auf das Erbe haben." Tas alles sprach Frau La Grange in einem hochfahrenden, fast gehässigem Tone; ihre ganze Art und Weise zeigte, daß sie au'ch nicht die Spur eines Mitgefühls oder Interesses für den Toten empfand. Ter Anwalt schien die versteckte Drohung in ihren letzten Worten völlig überhört zu haben; er fragte plötzlich ganz unvermittelt: „Wann sahen Sie Ihren Herrn zum letzten Male, Frau La Grange?" Sie wollte eben antworten, als Skott aus dem Turmzimmer trat. Bei seinem unerwarteten Erscheinen imb durchdringendem Blick, mit dem er sie ansah, glitten in schneller Folge Schatten der Ueberraschung, der Furcht und des Trotzes über ihr Gesicht. Sie zögerte einen Augenblick, dann antwortete sie nachlässig: „Gestern abend, ziemlich spät." Ter Anwalt war im Begriff, weiter zu fragen, wurde jedoch durch Herrn Thornton unterbrochen, der in der Tür erschien und sagte: „Ich muß leider stören, aber der Coroner mit seiner Begleitung ist eingetroffen, und ich möchte Sie bitten, Herr Whitney, die Herren zu empfangen, da Sie diese wohl alle kennen." „Gewiß — Bitte, Herr Skott, erwarten Sie uns hier." Frau La Grange schien zu überlegen, ob sie bleiben oder srch entfernen solle. Ta sie jedoch in den auf sie gerichteten Augen des Sekretärs instinktives Mißtrauen las, .verließ sie mit einer bochmütigen, leichten Neigung des Kopses gegen den jungen Mann das Zimmer. In demselben Augenblicke hörte man die Herren nahen. Wichtige Entdeckungen. Herr Whitney traf die An gekommenen auf der zum zweiten Stock führenden Hanpttreppe. Er begrüßte zuerst; einen jüngeren Herrn, Dr. Hobart, den Arzt unb intimen! Freund Hngh Mainwarings. Diesem folgten die Herren! Elliot und Chittenden von der Firma Mainwaring & Co. Ten Schluß bildete der Koroner mit einem kleinen Herrn! von unscheinbarem Aeußern, den der Anwalt mit großer Herzlichkeit begrüßte und später den Familienglied-ern als „Herrn Merrick" vorstellte. Er führte die Ankömmlinge sogleich nach der Bibliothek, in der sich einen Augenblick darauf auch Ralph Mainwaring und sein Sohn einfanden. Na^ch gegenseitiger Bekanntmachung und dem von Ralph einem Diener erteilten Befehl, niemand einzulassen, berichtete Herr Whitney kurz über die Entdeckung des Mordes/ und dann begaben sich alle nach dem Turmzimmer. Tr. Hobart beugte sich sogleich traurig über die in' unveränderter Lage gelassene Leiche. Der Millionär war! einer seiner ersten Gönner gewesen, und dieses Verhältnis hatte sich, trotz der Verschiedenheit ihres Alters, bald zu einem freundschaftlichen gestaltet. Nach einem langest Blick in das Gesicht seines Freundes untersuchte er mit dem Coroner zusammen die Wunde. Der kleine Manns, der den Coroner begleitet hatte, sah schweigend zu. Es stellte sich heraus, daß die Kugel gerade über dem rechten Auge eingedrungen war, in etwas gesenkter Richtung das Gehirn durchbohrt und am Hinterkopf in der. Nähe des Nackens ihren Ausgang genommen hatte. Ungeachtet der sorgfältigsten Nachforschungen gelang es aber nicht, die Kugel aufzufinden. Tie Besichtigung wandte sich nun dem neben der rechten Hand des Toten liegenden Revolver zu. Er trug den Stempel der Firma Smith & Wesson, Kaliber 32, und zeigte nur eine leere Kammer. Aller Wahrscheinlichkeit nach hatte diese also die verhängnisvolle Kugel enthalten. Ter Coroner hielt den Revolver empor. „Weiß einer der Herren, ob die Waffe dem Verstorbenen geb hörte?" Es entstand eine Pause; dann sagte Herr Whitney r „Einen Revolver besaß Herr Mainwaring, ob das aber der f einige ist, weiß ich nicht, da ich ihn nie gesehen habe. Vielleicht vermag Herr Skott ihn zu erkennen." „Nein. Mir ist er auch nur insoweit bekannt, als ich ihn gelegentlich in dem Pult Herrn Mainwarings liegen sah. Ich habe ihn niemals so genau betrachtet/ um ein Urteil abgeben zu können." „Wenn er sich immer im Pult befänd, scheint mir das einfachste", bemerkte Herr Whitney, „wir überzeugen uns, o_b er^noch da ist. Sie haben ja wohl den Schlussel, Herr „Gewiß; wir können sogleich nachsehen." — 718 — Tarnit trat der junge Mann an das Pult und schloß (8 auf. Ter nächste Augenblick zeigte, daß der Revolver tticht in ehr darin lag. Die Herren sahen sich verwundert an. „Sonderbar", murmelte der eine. — „Was soll man nun denken?" äußerte ein anderer. — Herr Thornton aber rief: „Also Selbstmord! Wie ich mir von Anfang an dachte." Ralph blickte fragend ans Herrn Whitney, der energisch den Kopf schüttelte, und auch der Coroner zeigte eine ungläubige Miene, als er sich erneut niederbeugte und noch einmal die Wunde betrachtete. „Sagen Sie, Herr Doktor", wandte sich Ralph an Herrn Hobart, „wie lange kann er tot sein?" „Ich würde meinen, acht bis neun Stunden", erwiderte der Arzt. „Tann muß der Tod wohl auf der Stelle eingetreten sein?" forschte der Anwalt. ,/Ohne Zweifel. Es scheint kaum anders möglich." Ralph sah auf die Uhr. „Jetzt ist es halb zehn. Danach würde man also ein Uhr morgens als die Todesstunde rnnehmen können?" „Ganz recht. Das dürste ungefähr stimmen", bestätigte der Coroner, indem er gleichzeitig fragte: „Um welche Zeit wurde Herr Mainwaring zuletzt gesehen?" „Soviel bis jetzt festgestellt werden konnte, gegen Mitter- stacht." „Hm — also gegen zwölf Uhr. Won wem und wo?" „Hier von dem Herrn Geheimsekretär — nebenan in der Bibliothek." Ter Coroner machte sich einige Notizen. „So", sagte er dann, „nun kann der Tote dem Leichenbesorger übergeben werden. Ich möchte jetzt zunächst den Bedienten sprechen, der die erste Nachricht brachte." Während der Mann gerufen wurde, empfahlen sich, die Herren Elliot und Chittenden, und auch Tr. Hobart sowie der junge Mainwaring begaben sich nach unten. Inzwischen war Herr Merrick — nach einer genauen Untersuchung des Toten und aufmerksamer Musterung des Zimmers — die Hände in den Taschen seines kurzen Lein- wandrockes und die Augen auf den 'Fußboden geheftet, langsam nach der Bibliothek geschlendert. Hier bückte er sich mehrmals, das Teppichmuster scharf betrachtend. Als er in dieser Weise Mei- oder dreimal das Zimmer umschritten hatte, untersuchte er der Reihe nach den Verschluß der Fenster und Türen, besah mit gleicher Aufmerksamkeit das Rauch- und Schlafzimmer Und trat von da in die südliche Vorhalle. „Ein sehr rätselhafter Fall", Hub der Coroner endlich wieder an, nachdem er den von ihm gewünschten Bedienten gesprochen und wieder entlassen hatte. „Bis jetzt haben wir noch absolut nichts, was irgendwie Licht in die Sache bringen könnte, ich hofft aber auf Merrick. Wenn einer den Schleier des Geheimnisses zu lüsten imstande ist, so ist er es." „Tiefer kleine Herr Merrick?" fragte Thornton überrascht den Anwalt. „Ist der ein Detektiv? Der Mann sicht mir nicht gerade nach etwas Besonderem aus. Dilettantenarbeit können wir aber in unserer Sache nicht gebrauchen." „Die wird Ihnen der ManU auch nicht liefern/ daraus können Sie sich verlassen!. Mir ist Herr Merrick seit Jahren als einer der zuverlässigsten, gewandtesten Gehermpolizisten bekannt." „Meine Herren"/ unterbrach, hier Ralph, „ehe wir irgend etwas weiteres vornehmen, halte td)! es für an gezeigt, uns Gewißheit zu verschaffen, ob ein Raub stattgefunden hat." „Ganz meine Ansicht"/ stimmte Herr Whitney zu, „und ich schlage vor, zuerst den Geldschrank einer Besichtigung zu unterwerfen, obwohl er kein Zeichen trägt, daß er ge- gewaltsam geöffnet wurde, ohne Kenntnis des Mechanismus aber nicht anders hätte geöffnet werden können." „Und doch, wird es sich empfehlen, sogar recht genaue Nachsuchung in ihm zu halten", erklang plötzlich die ruhige Stimme des Detektivs, der unbemerkt wieder eingetreten war. „Ich habe Veranlassung zu glauben, daß die Person, die wir suchen, ziemlich vertraut mit verschiedenen Mechanismen in diesen Räumen sein muß." Aller Augen richteten sich erwartungsvoll aus den kleinen Mann, sein steinernes Gesicht aber belehrte jeden!, daß er nicht willens sei, seine Worte näher zu erklären/ und keiner stellte deshalb eine Frage. Sämtliche Herren traten vor den Schrank; einige schnelle! Handgriffe des Sekretärs öffneten ihn. Der erste Anblick zeigte alles in musterhafter Ordnung, Nichts schien von! unberufener Hand berührt worden zu sein. Als. jedoch der Anwalt trotzdem eine eingehendere Prüfung vornahm, stutzte er plötzlich. Sein Auge hatte entdeckt, daß der Deckel der ihm bekannten, sonst stets verschlossenen Geldkassette Main- warings nur lose auflag. Er hob ihn hastig, und nur einige wertlose Papiere sehend, durchsuchte er nunmehr den' Schrank in offenbarer Bestürzung. Endlich drehte er sich, bleich vor Schrecken um. „Also doch nicht alles in Ordnung?" fragte Ralph mit gespanntem Blick. „Fehlt etwas?" „Gewiß, und zwar sehr viel!" rief der Anwalt in größter Erregung. ,Zier in dieser Geldkassette — er nahm sie aus! dem Schrank — befindet sich nur noch ein Checkbuch, ein Bündel Wechselblanketts und ein Pack Briefe, die allein! für Herrn Mainwaring Interesse hatten. Das Geld aber fehlt!" „War viel darin?" „Sogar eine recht beträchtliche Summe! Herr Mainwaring legte sie in meiner Gegenwart hinein, als wir das letztemal zusammen aus der Stadt kamen. Außerdem aber", fügte Herr Whitney langsam und mit Nachdruck hinzu, „außerdem aber barg auch der Schrank den Kasten mit den alten Familien-Juwelen, und auch dieser fehlt!". „Was? Tie Familien-Juwelen!" riefen die beidest Vettern gleichzeitig, und Ralph fuhr mit zorngerötetem! Gesicht fort: „Tie wurden hier in diesem Hause aufbewahrt? Unmöglich! Unglaublich! Sie bildeten ja schon! allein ein. großes Vermögen!" „Einer solchen Sorglosigkeit hätte ich Hugh allerdings! nicht für fähig gehalten!" stimmte Thornton unwillig zu.. „Sorglosigkeit nennst Du das?" brauste Ralph weiter.. „Ich nenne das. eine an! Blödsinn streifende Dummheit/ ja geradezu ein an der Familie, begangenes Verbrechen-! Ist mir jemals so etwas vorgekommen! Nun ist es doch klar, daß es ein Raubmord war, oder sind Sie etwa auch jetzt noch anderer Meinung, Herr Whitney?" Ter Anwalt zuckte die Achseln. „Ein Raub liegt vor; das muß ich zugeben, aber —" fügte er ebenso höflich als. bestimmt hinzu, „meine frühere Ansicht bleibt trotzdem unverändert. Ich halte den Raub für eineu Nebenumstand! des Mordes, bin jedoch auch jetzt noch völlig überzeugt/ daß er nicht den Beweggrund dazu abgegeben hat." „Herr Sekretär", wandte sich nunmehr Ralph an Skott, „war noch irgend jemand außer meinem Vetter und! Ihnen' mit der Mechanik des Schrankes vertraut?" „Daß ich nicht wüßte", entgegnete der junge Mann ganz unbefangen, obwohl er sah, wie aller Augen auf ihn gerichtet waren und der Detektiv ihn scharf beobachtete. Ralph tobte förmlich über den Verlust der Juwelen, und auch die ihn Umgebenden schienen ganz so wie er —! wenigstens für den Augenblick — von der Entdeckung des! Diebstahls so benommen, daß jeder Mdanke an den Mord in den Hintergrund gedrängt war. „Sie müssen um jeden Preis wiedererlangt werden", sagte Ralph zu dein Detektiv. „Es befanden sich Edelsteine unter der Sammlung, die nicht ihresgleichen haben, ein Vermögen kosteten und seit Generativsten Erbstücke in der Fmailie gewesen sind." Es wurde nun noch ast verschiedenen Orten gesucht, es! ergab sich Mb er nichts, was irgend einen' Anhalt für den Mord oder den Raub geliefert hätte. Man kam schließlich überein, vorläufig alles weitere bis zu der aus drei Uhr nachmittags angesetzten gerichtlichen Untersuchung zu verschieben, und schon schickten sich die Herren an, das Zimmer zu verlassen, als Herr Whitney sagte; „Bitte, noch einen Augenblick, meiste Herren. Mir fällt da eben etwas, ein, das möglicherweise einen' Schlüssels für den Beweggrund zum Morde geben könnte. Wir habest vergessen, nach dem Testament zu sehen. Wollen Sie so gut sein, Herr Skott, noch einmal das Pult aufzuschließest und das Testament hcrauszstnehmen." Ralph stutzte. „Das Testament? Ja, wahrhaftig i— na'/ Sie denken doch nicht etwa --- „Ich denke", unterbrach der Anwalt mit einem ganz eigentümlichen Lächeln, „ich denke, es köstnte doch am Ende- in unserem Besitze sicherer sein." „Weiß Gott, da haben Sie recht", bemerkte Thornton/ - 719 — ^Fch Mmdere mich, Mainwarkrg, daß Du daran nicht schon Mbst gedacht hast." Inzwischen hatte Stott das Putt geöffnet. Gleich der erste Blick ließ ihn erkennen, daß oas Dokument nicht mehr auf der Stelle lag, auf der er es zuletzt gesehen hatte. Er begann zu suchen und durchstöberte alle vorhandenen Fächer. Endlich die Vergeblichkeit ferneren Suchens einsehend, drehte er den schon ungeduldig werdenden Herren oas Gesicht zu und sagte verstört: „Ich finde das Testament nicht; es ist verschwunden !" Diesen Worten folgte eine beinahe unheimliche Stille, nur der Anwalt sprach-, indem es in seinen Augen wie von! einer erhaltenen Genugtuung leuchtete; i: „Tas habe ich mir . gedacht!" I vk'iu ... . (Fortsetzung folgt.) Ernst und Kumor im Kinderspieheug. Das Kinderspielzeug ist immer eine bald versteckte, bald offene Nachahmung der Wirklichkeit. In dieser Tatsache steht Hunwr und Ernst dicht beieinander. Und fast noch enger verschmolzen liegen beide in dem Gedanken, daß alle Jahre Hundert- tauiende von ausgewachsenen Händen, schwieligen und wohlgepflegten, sich regen, um die Werkzeuge für dieses kindliche .Nachahmungsspiel, das Spielzeug herzustellen, daß zahllose Fabriken bei dieser Arbeit bestehen und zahllose Köpfe Jahr aus Jahr ein darüber nachsinnen, wie sie bem Geschmack der kleinen Welt gerecht werden und wie die Errungenschaften der großen Welt in jene kleinen übertragen werden können. Ter Erfolg ist Nicht ausgeblieben. Unsere Spielwarenindustrie hat es in der Nachbildung der Wirklichkeit zu einer Vollendung gebracht, die ast mehr den Erwachsenen als das Kind selbst in Erstaunen fitzt, und unsere Spielwarenläden sind zu Sehenswürdigkeiten 1 reworden, an denen niemand mehr vorübergeht. Und selbst darin findet siH ein Körnchen Humor und ein vielleicht noch größeres Quantum Ernst. Aber wir wollen nicht vor dem Schaufenster stehen bleiben, sondern eintreten und einigemale zwischen den Puppen, Tieren, Puppenstuben, den Rüstungen und Mordwaffen, den Baukasten und den anderen Herrlichkeiten einherwandern. Merkwürdig, wie sich doch die Neigung eines Volkes selbst in harmlosem Spielzeug zu erkennen giebt! Daß wir im Zeitalter der Industrie leben, merkt man an den zahllosen Dampfmaschinen und Lokomotiven, aber nichts von allem, was man sieht, erinnert daran, daß in unfein Tagen sich "politische Ereignisse abspielen, deren Hauptfiguren sich für Puppenmodelle vorzüglich eignen. In anderen Ländern ist man anders darin. Doch nein — so unpolitisch, wie es scheint ist auch der Deutsche nicht; nur daß jer seine politischen Anwandlungen bescheiden in den Soldaten.schachteln verbirgt. Dort intzen findet man heute das Neueste vom Neuen, nämlich den russrsch-japanischen Krieg und den Aufstand in Südwest-Afiika. Diesen in breitester Ausführlichkeit snit gefallenen Rindern/ niedergerissenen Häusern, käncpsendeN Farmern und bogenschießenden Herero. Daß die Flachfigur vielfach dem Vollsoldaten gewichen ist, gehört zwar nicht zum Neuesten, hat aber die Folge gehabt, daß man den Gesichtern, die Züge lebender Personen beizulegen beginnt. Die deutschen Fürsten und besonders die Mitglieder des Kaiserhauses müssen dabei mit ihren Porträts herhalten. Ms gute Deutsche jedoch vergessen wir heute auch die Schwärmerei für die Antike und die Ritterzeit nicht, und ehe noch unsere Herren Söhne im gött- lichen Homer vom männermordenden Achill lesen, können sie schon mit Bleifiguren die „Zerstörung Trojas" spielen, den Streitwagen Hektors und die Schönheit der Hellenen bewundern, und ehe sie noch in der Schule die Kreuzzüge „gehabt haben",, können sie schon auf ihrem Spieltisch die Geharnischten gegen die „Türken- Kunde" losziehen lassen. Sie können auch selbst zu Schwert und Lanze greifen, die Rüstung anlegen und sporenklirrend zum Schrecken aller Feinde in den Straßen einherstolzieren, obwohl, wie die Tageschronik zu berichten weiß, die jüngste Schlacht an den Rehbergen ohne Brustpanzer und Beinschienen geschlagen worden ist; sie können sich auch in einen Lohengrin verwandeln, und wenn die kleine Schwester, an der eigentlich ein Junge verloren ist, gern mitspielen möchte, dann hat sie heute die Möglichkeit, sich ä la Jungfrau von Orleans oder Walküre zu wappnen. Solange noch kein Rezept gefunden worden ist, das den Weltfrieden herbeiführt und sichert, wird auch die Lust zum Kriegspielen im Jungen leben. Weit mächtiger aber noch als sie ist im Kinde der Drang zum Bilden und Schaffen, und jedem, der menschlichen Fleiß und Schaffenstrieb für nichts besseres Kält als die Folge einer bitteren Lebensnotwendigkeit, soll man ein Kind zeigen, das ohne Absicht und Aussicht auf Gewinn und ohne durch äußere Notwendigkeit beeinflußt zu sein, sich stundenlang mit seinem Baukasten zu schaffen macht. Läge der Trieb "zum Schaffen nicht im Menschen, dann wäre es unerfindlich, warum gerade der Baukasten, dieses edelste aller Kinderspieleuge, eine geradezu ans Fabelhafte grenzende Vervollkommnung erfahren Kaf. Einst — ach einst waren wir verwundert, wenn wir außer den glatten Holzklötzen zwei bunte Fenster und einige Säulen im Baukasten vorfanden; heute hat sich schon fast wieder der Anker- Steinbaukasten überlebt. Sein Kollege mit den Mzernen Klötzen ist aus seinem Grabe auferstanden, aber sein neues Leben hat einen glanzvollen Inhalt bekommen. Heute begnügt man sich nicht mehr mit schlichten Fassaden, Giebeln und Wänden; heute entsteigen demselben Baukasten die Akropolis von Athen, eine indische Pagode, ein altrömisches Wohnhaus, eine Ritterburg; heute baut das Kind arabisch, maurisch, im Stil der Renaissance und der Rokokozeit; ja sogar Schiffe, Eisenbahnwagen und Festungen lassen sich heute aus Bauklötzen zusammenfügen, imd wer einmal ein Ingenieur werden will, schlägt schon als Junge mit Hilfe seines Baukastens eine Brücke über einen imaginären Fluß. Was dem Knaben der Baukasten ist dem Mädchen die Puppe. Wenigstens in Deutschland ist es so, und die deutsche Puppe hat, soweit Schönheit der Formen in Frage kommt, längst Weltruf erlangt. Tie Nachbildung der Wirklichkeit hat bei ihr, so möchte man annehmen, das Mögliche erreicht, denn unsere Puppen schlafen und schreien nicht nur, sie können sogar gehen, und vielfach hat man es schon fertig gebracht, einen Phonographen in ihr Inneres zu versenken, so daß sie auch reden können. Aber alle Vollkommenheiten, zu denen es heute die Puppeutechnik gebracht hat, bleiben belanglos neben der rührenden Liebe und Sorgfalt, mit der das Kind seine Puppe, die schöne tote die häßliche, die vollkommene wie die unvollkommene, pflegt und hegt. Kein Spiel zieht das Gemüt des jungen Menschenkindes so in Mitleidenschaft tote das mit der Puppe; Humor und Ernst paaren sich nirgends im Kindesleben so anmutig tote dort, too ein kleines Hausmütterchen an seinem aus Wachs geformten Ebenbild mütterliche Pflichten übt. Von dem Maschinensfnelzeug zu reden, ist eigentlich überflüssig. Daß die Technik hierin Vollkommenes leistet, daß sie ihre kleinen Lokomotiven und Dampfmaschinen den Riesenmodellen bis ins einzelne getreu nachbildet, ist kein Geheimnis mehr. Sie findet alle Jahre Neues, und in diesem Winter ist sie selbst den lokalgefchichtlichen Ereignissen vorangeeilt^ denn, wie man in dem Schaufenster eines unserer größten Lpielwarengeschäfte sehen kann, hat sie sogar schon eine Miniaturschwebebahn auf den Weihnachtsmarkt gestellt. Ernst und Humor soll im Kinderspielzeug seinen Ausdruck finden, wenn es das Kind bei der Nachahmung der Wirklichkeit, wirksam unterstützen will. Ob das technisch vollendete Spielzeug da das richtige ist, ob es nicht vielmehr den Ernst der Wirklichkeit auf Kosten des Humors zu stark hervorhebt und der Phantasie und selbständigen Schöpferkraft des Kindes allzu weit vorgreift, ob die bekannte Redensart, daß es keine Kinder mehr gibt, auf den Weg der technischen Vervollkommnung hingewiescn hat, oder ob gerade der Realismus im Spielzeug mit daran schuld ist, daß jene Redensart entstehen konnte — alle diese Fragen sollen hier nicht beantwortet werden. Aber alle, die Kinder beschenken wollen, haben sich jetzt darüber zu entscheiden. Sie werden es tun, und dann werden sie in die Spielwarengeschäfte gehen, dort prüfen, staunen und wieder staunen, und schließlich —. alle ihre Vorsätze vergessen. VerMischte». * Der feste Schlaf der Jugend. Vor einiger Zeit stießen die Dampfer Goolistan und Inventar während eines dichten Nebels int nordatlantischen Ozean, dicht vor Vigo, zusammen. Beide Schiffe waren beschädigt; der Goolistan. aber so ernstlich, daß man voraus sah, daß er sinken werde. Infolgedessen ging die Mannschaft in die Boote. Eines der Boote kenterte und sieben Matrosen ertranken. Der Rest der Mannschaft wurde an Bord des Inventar genommen.. Ter Kapitän des Goolistan glaubte als letzter das sinkende Schiff verlassen zu haben. Als aber am folgenden Morgen das Schiff immer noch schwamm, gingen einige Leute wieder an Bord zurück, um zu sehen, ob sie noch etwas von ihrem Eigentum reiten könnten. Ihr Staunen war groß, als sie den Schiffsjungen festschlafend in seiner Hängematte fand-en. Er hatte den ganzen Zusammenstoß und die Räumung des Schiffes überschlafen, während jeder davon überzeugt war, daß er einer der Ertrunkenen gewesen sei. * Zusammenlegbare Kinder-Sitzwagen. So zweckmäßig und elegant die Kinder-Sitzwagen neuerdings ausgeführt werden, es läßt sich doch "nicht verkennen, daß sie insofern recht unbequem sind, wenn es sich darum handelt, sie auf der Bahn usw. mitzunehmen. Der in solchen Fällen verhältnismäßig große Raum, den sie einnehmen, hindert die Benutzung von Straßenbahnen und Omnibussen. Um diesem Uebelstande abzuhelfen, ist ein zusammenlegbarer Kinder-Sitzwagen konstruiert worden, der während des Nichtgebrauches so zusammengeschoben werden kann, daß die Räder dicht nebeneinander zu stehen kommen. Ein derartiger Kinderwagen hat den Vorteil, in der Wohnung verhältnismäßig wenig Raum fortzunehmen; dann läßt er sich mit Leichtigkeit die Treppen herunter und hinaus tragen; endlich dürfte seine Mitnahme auf den Stehplätzen der Straßenbahnwagen und der Omnibusse sehr gelegen kommen. Tas Gewicht eines Wagens dieser Art beträgt rund acht Kilo, so daß er das Gewicht der gewöhnlichen Wagen für Kindertransport nicht übertrifft. Diese praktische Neuheit dürfte namentlich für die Ba- 720 bfirfntffc bet großstädtischen Kinderpflege sehr erwünscht kommen, »veil man nunmehr die Möglichkeit hat, auch von der Wohnung entfernt gelegene Erholungsplätze aufzusuchen. * Sie hat so große Eile. Aus Pest erzählt das dortige „Polit. Volksbl."; Eine alte Tame winkt dem Kondukteur eines Omnibusses auf der Andrassystraße, er möge halten. Tas geschieht prompt. „Nun leben Sie tvohl, Frau Grünberger", sagt die alte Dame zu der sie begleitenden Freundin. „Ich schreibe Ihnen und lasse Sie wissen wie es mir gefallt, sobald ich einige Tage dort gewesen bin. Sie haben ja meine Adresse, nicht wahr? 9?ein? Ach, ich war der Meinung, daß ich sie Ihnen gegeben hätte. Ich habe sie in meinem Arbeitsbeutel hier, zwischen meinem Taschentuch und meinen Schlüsseln. Ich werde sie gleich finden, einen Augenblick! Es ist besser, daß Sie sie gleich mitnehmen, sonst können Sie mir ja nicht schreiben. Hier ist sie — nein, das ist ein Rezept für meinen Husten. Ach, sehen Sie wohl, jetzt habe ich sic! Nun werden Sie doch nicht vergessen, mir zu schreiben, nicht wahr? Und wenn Sie Frau Steiner sehen, grüßen Sie sic, bitte, von mir. Sie ist eine reizende Frau, nicht wahr? Aber daß die einen solchen brutalen Manu geheiratet hat, ist einfach unglaublich! Aber so geht es überall in der Welt! Meiner armen Schwester Marie ist cs ebenso ergangen; die war so sanft wie ein Lamm — geradeso wie ich — sagte niemals ein böses Wort — tat nie Unrecht — und konnte sich mit jedem Menschen vertragen. Nun sehen Sie doch einmal die Unverschämtheit des Kondukteurs, der Mensch ist wahrhaftig abgefahren, ohne mich mitzunehmeu. Nun muß ich noch zehn Minuten warten, bis der nächste Wagen kommt, und ich habe so große Gle!" Literarisches. — Es ist eine der modernsten Bestrebungen nnsercr Tage, einen geläuterten Geschmack in die breiteren Schichten des Volkes zn tragen, um sie einem höheren Kunstverständnis entgegenführen zu können. In Verbindung mit den Fortschritten der Reproduktionstechnik verdanken wir diese Erziehung zur Kunst in erster Linie den Künstlern, die mit Feder und Stift als Illustratoren die Kunst auch in die Häuser trugen, in die der exklusivere Pinsel wohl kaum gekommen wäre. Tie Namen Julius Diez, Adolf Münzer, Richard Scholz Hans Thoma, Heinrich Lefler, Joses Urban, Arpad Schmidhammer sind heute in aller Munde, und wer hätte bei Nennung eines dieser Namen nicht die Empfindung, einem Bekannten gegenüberzustehen? — Wenn nun die Firma Josef Scholz in Mainz es unternommen hat, zur Illustration einer Serie Biärchenerzählungen und Malbücher diese Künstler zu gewinnen, die uns hinaufgeleiteten zu den Höhen einer formvollendeten reinen Schönheit, so wurde dadurch der Anfang gemacht, dem Kinde bereits dasjenige Verständnis für künstlerische Auffasimg und Form beizubriugeil, das ihm später eine vortreffliche Grundlage abgeben wird, auch die Natur selbst mit den Augen des Künstlers zu sehen nnd zu genießen. Die typischen Eigenschaften der illustrierten Künstler sprechen auch aus den Bilderbüchern heraus wieder ihre altgewohnte Sprache. Tas „Marienlind", gezeichnet Pon Urban und Lefler, in seinen fein nuancierten Farbtönen und seinen rythmischen Linienkompositionen, die derber zugreifendc, dabei aber hochphantastische Art von Julius Diez („Dornröschen"), die realistische Ausfassung, in der Richard Scholz uns „Hänsel und Gretel" bringt, die in geradezu berauschender Wirkung zusammenströmenden Farbtöne Adolf Münzers (Aschenputtel), die drollignaive Zeichnung von Arpad Schmidhammer zu „Rotkäppchen", sodann die Malbücher mit Landschaften von Altmeister Haus Thoma, die, den kindlichen Fähigkeiten und der ungelenken Hand der Kleinen durchaus angepaßt, doch Blätter sind, die auf den Ehrentitel „künstlerisch^ unbestritten Anspruch machen können; die Malbücher mit Märchendarstellung von Richard Scholz und den humoristischen Bildern von Arpad Schmidhammer, die mit einem begleitenden Text die Illustration in die Hände des Kindes legen und so der Phantasie und der Auffassung desselben fruchtbringende Tätigkeit geben. Alle diese Werke sind künstlerische Leistungen, so eigenartig und von so weittragender Bedeutung, daß wir der Firma zu dem glücklichen Wurfe, den sie mit Herausgabe des „Deutschen Bilderbuchs" und des „Deutschen Malbuchs" gemacht hat, nur gratulieren können. Der Preis ist zudem ein so niedriger (das „Deutsche Bilderbuch", das Buch 1 Mk., das „Deutsche Malbuch", das Hest 40 Pf.), daß es seinem Zwecke entsprechend, künstlerische Erziehung in weiteste Kreise zu tragen, vollständig gerecht werden dürfte. — Björnstjerne Björnson, Da gl and, Schauspiel in vier Akten. _ Deutsche Originalausgabe. Geh. 3 Mk. Bon Albert Sangen, in München. Gleichzeitig mit der norwegischen Ausgabe erscheint auch die deutsche Originalausgabe von Björnstjerne Björnsons neuem vieraktrgem Schauspiel „Tagland". In diesem Schauspiel wandelt Björnson nicht auf den Bahnen seiner letzten großen Gedankendrameii. Er tut einen festen und glücklichen Griff ins Leben und schildert uns den ewigen Kampf zwischen Alten und Jungen, zwischen der aussteigenden und der absterbenden Generation, zwischen Vater und Sohn. Tas ist ein Kampf, der sich int Leben jedes Menschen abspiclt, ein lebendig menschliches und kein philosophisches Problem. Und charakteristisch für die ungebrochene Frische und Kraft des Lichters, der die Siebzig überschritten hat, ist es, daß er sich, ohne in Ungerechtigkeit gegen das Alter zu verfallen, mit seiner ganzen Sympathie auf die Seite der Jugend und des Fortschritts stellt, obwohl er weiß, daß die Jungen, wenn auch sie einmal alt geworden sind, sich ihren Söhnen ebenso hennncitd in den Weg stellen werden, wie einst ihre Väter ihnen selbst. Tie Menschen, zwischen denen sich der Konflikt abspiclt, haben nichts Ergrübeltes und sind nicht Träger von Ideen, sondern die Ideen, die sie vertreten, erwachsen organisch aus ihrer inneren menschlichen Natur. Mens check sind cs voll Blut und Lebe» und insbesondere ein paar Frauengestalten hat Björnson hier wieder geschaffen, denen so leicht kein anderer lebender Tichter Ebenbürtiges an die Seite stellen kamt. „Tagland" ist ein Stück, das Björnsons berühnttem Fallissement wohl am nächsten steht, und wird sich sicher gleich jedem Schauspiel auch die deutsche Bühne in schnellstem Siegeslauf erobern. — Aus demdeutschenSagenschatz. Tie Nibelungen. Lohengrin. König Rother. Gudrun. Wolfdietrich. Für die Jugend neu erzählt von A. Oskar K l a u ß m a n n. Mit 6 Bunt- bildern. Oktav. Eleg. geb. 4 Mk. — Was die Jugeitderinner- ungett dem Einzelnen sind, bedeuten die Sagen dem Volke. Und wie jeder freudig immer wieder weilt im Zauber dieser Erinnerungen, so drängt es ein Volk, das gesund national zu denken und zu empfinden vermag, immer wieder den starken Geist und frischen Hauch seiner Sagen auf sich wirken zu lassen. Für die Jugend ist der Sagenschatz ein Gesundbrunnen, der sie kräftigt gegen krankhaftes Grübeln und weichliche Sentimentalität. Ter deutschen Jugend kann nicht oft genug unser herrlicher nationaler Sagenschatz in ansprechender jyorm dargeboten werden. — Eilhard, F., Ein Schock Weihnachtsnüsse mit zugehörigem „Nußknacker/' für Kinder und Erwachsene. Preis 1 Mk. Verlag von Walther Fiedler. Leipzig. — Ter Verfasser— eilt, hochgestellter Staatsbeamter — hat in einer Reihe niedlicher, flüssiger, scharfpointierter, dabei doch leicht zu erratender neuer „Rätsel", uns ein Schatzkästlein beschert. Jung und Alt werden mit Vergnügen auf diesem „Schock" Nüssen unter dem Weihnachtsbaum herumbeißen. — Tie Union, Deutsche Verlags-Gesellschafts Stuttgart, erfreut in jedem Jahr unsere Kinder durch neue Weihnachtsbücher. Ihre Kränzchen-Bibliothek ist für Mädchen bestimmt. Auch der Heuer vorliegende Band ist mit einem Vollbild und zahlreichen Text-Illustrationen versehen und kostet eleg. geb. 3 Mk. Tas Format ist handlich und der Baud gut ausgestattet. Baronin vonVietinghoff hat Backfisch- chens Lehr- und Wanderjahr anmutig, spannend und lehrreich zugleich in dem diesmaligen Wcihnachtsbaude geschildert. Es ist eine wirkungsvolle Erzählung, die unseren netten kleinen Backfischchen zum Feste viele Freude machen wird. Fürs Haus. Unter dem Beirat erfahrener Mitarbeiterinnen wird in diesem Blatt (es kostet monatlich 50 Pf.) das Hauswesen in feiner ganzen Vielgestaltigkeit eingehend besprochen. Küche, Wäsche-B -- Handlung, Zimmerschmuck finden ebenso Erörterung wie die gesellige Unterhaltung, Gesundheitspflege, Kindererziehung, Hebung der Dienstboten usw. Eine Probenummer erhält man in jeder Buchhandlung, sowie auch durch die Geschäftsstelle „Fürs Haus" zu Berlin SW. Im Föhrenwald. Hier hat in heilger Majestät Natur dem Ernst ein Heim gegeben. Hier grünt der Föhre düstres Leben, Ob Zephyr oder Schneesturm weht. Dem schwer geprüften Menschenkind Ist dies der Ort, um Trost zu suchen. Hier blüht kein wechselnd Laub der Buchen. Stets schwarz verhüllt die Kiefer sinnt. ____________ Adolf Metz. Bolkslieder-Rätscl. (Nachdruck verboten.) Es liegt vor dem Tore ein stilles Haus, wie du schon weißt. Ich sehn' mich nach der Zeit, meint fern int Grund viel goldene Sternlein stehen und Hans umher schleicht. Noch ist die Heimat, der ich mich so ergeben, im Forst. Am Brunnen schieß du den Hirsch. Blühende Wecker sind da. Ich hab alle wilden Vögel. Leb denn wohl. Wenn obige Worte ohne Berücksichtigung der Interpunktion anders zusammengeslellt werden, so ergeben sie den Anfang von 10 bekannten Bolksliedern. Auflösung in nächster Nummer. Redaktion: August Goetz. — Rotationsdruck und Verlaa der Brübl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei. R.Lanae. Gieße«.