er in das Zimmer nebenan. Es war das Schlafzimmer.^ Ta auf seinem Kissen, in die Spitzen hineingesteckt, fand er ein Stücken Papier: „Ich gehe zu Mama. Du brauchst keinen Versuch zu machen. Ich komme nicht wieder"", hatte Jutta Mit erregter Hand darauf gekritzelt. Wieder war? Harro wie vom Donner gerührt. Daran hatte er nicht! gedacht, das hatte er nicht erwartet, nicht hinter sein«? kleinen Frau gesucht. Nun packte es ihn, all sein Mut geriet in Wallung, Etz meinte jetzt gan zbestimmt, sich wieder mit ihr versöhnen zu können. Mrd wieder hatte sie ihn irr seinem besten Wollens lahm gelegt, einen Strich durch/die Rechnung gemacht^ Natürlich würde sie die Geschichte an die große-Glocke hängens Papa und Mama in Mitleidenschaft ziehen. Harro stöhnte, er warf sich Erschöpft auf einen Stuhl. „Meinetwegen, es läßt sich eben nicht mit ihr Leben!"" klang es dann nach einer Weibe von seinen Lippen, Und was ihn seiner Frau gegenüber bedrückt, wog wieder leichter. „Nun bin ich frei, ganz frei!"' Und er ging daran, seine Sachen für die Mreise zu ordnen. „Ter Herr Leutnant gehen nach China"", erklärte Klaus Sophie, als er den Befehl zum Packen bekommen, und sitz neugierig fragte, was denn los sei. „China?! Es rappelt Ihnen wohl —". Sophie, die just dabei war, ein Frikassee anzurichten, hielt mit Rührei: ein. „Nee, nee" — Klaus! fuhr sich durch das Haar. „De ganze Schwadron hat sich gemeldet."" „Die ganze Schwadron, der Wachtmeister auch?" „Mer natürlich"" — Klaus schien zu wissen, daß es sich hier nur um einen bestimmten Wachtmeister handeln konnte, und setzte sein breitestes Lächeln auf. „Der Wachtmeister erst recht. —" „Daß Dich doch — so was !"" — Tie Köchin fuhr mit dem Löffel aus und ein Hühnerbein fiel auf den Bode::. „Wird sich umgucken. Da gibt es keine Koteletten."" „Nee"", Klaus bückte sich nach dem Hühnerbein. „Und die Chinesinnen haben alle schebbe Augen"", fügte er, in tracht des Augenblicks, nm Sophie eine Artigkeit zu sagen, hinzu. „Pfui Deiwel!"" Sophie schimpfte und schluchzte zugleich. „Wie kann ein Mensch in 'nen Land gehen, wo es! nur Reisbrei gibt ."" „Das verstehen Sie nu nich, Freilein."" — Klaus kam sich eben sehr groß vor. Und indem er vergnügt den Rest des Hühnerbeines unter seinen Zähnen zermalmte, erklärte er weiter: „Das, was ein richtiges Soldat ist, geht immer dahin, wo sein Leutnant ist."" Ta schlug die Schelle an. Klaus nahm die Schüssel auf. Und ob auch er mit seinem und für seinen Leutnant durch Tick und Dünn gegangen wäre — wenn der Herr Leutnank auch Heute mittag mit keinem Appetit gesegnet sein sollttz — er hatte nichts dagegen, denn die Schüssel war gut, Vesser noch, als gestern abend die Koteletten. Sophie aber nahm sich vor, es ihrem Herrn „zu sagen"", auch daß die liebe, gute gnädige Frau, wie ihr jetzt eine Laterne aufging, gan zeecht getan hätte, zur Mama zu gehen. Denst was ein ordentlicher Mann ist, der geht nicht ist einen Krieg, wenn er nicht kommandiert wßrd. 1904 MM WÄ\ W fiFitev; MS Aus Ließe. Roman von M! v. Eschstruth. (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) 19. Kapitel. Schluchzend fast vor Bewegung, war Harro nach der Unterredung mit seinem Rittmeister die Treppen hinuntergestürmt. Wie vorhin lag die Sonne über der Welt. Der junge Offizier meinte, er sähe ihr Leuchten zum ersten Male. Nie waren ihm die Kronen der alten Bäume so grün, der Himmel darüber so blau, so wundervoll blau erschienen, hatte er das Leben, einzig das Leben, so stark empfunden! Die Tür des Gartens siel hinter ihm in das Schloß. Er erschrak. Was er einen Moment vergessen, flutete wieder über seine Seele--„Ellinor", murmelte er zuletzt. Und mit all ihrem verführerischen Zauber sah er rhr Bild vor seinen Sinnen. Es trieb' ihn, den Kopf zu wenden, nur noch einmal zurückzuschauen, ob er einen Blick von ihr erhaschen möchte — Doch, das war vorüber, mußte vorüber sein. Sie dursten jetzt nichts mehr miteinander gemein haben. — Ihre Stellung war gerettet — ihm selbst aber blieb nur noch ein Ziel, eine Aufgabe jetzt. Und unentwegt hielt er den Kopf geradeaus, entschlossen! setzte er einen Fuß vor den anderen und eilte nach der Kaserne. Auf dem Hofe war es -leer, auch in der Masse begegnete er keinem der Kameraden. Es war ihm lieb', er hätte in dem Augenblick mit keinem zusammentreffen mögen. Dann tönten die Trompeten, die Leute traten an. „Hier!"" —i „Hier!"" — „Hier!"" Wechselnd vom höchsten Tenor bis zum tiefsten Baß, brummend und heiter, sonor und dünn, klar und heiser bezeugten die Stimmen, daß die Schwadron vollzählig sei. Harro sprach nur wenige Worte; doch sie mußten von kräftiger Wirkung sein — denn, als er seine kürze Rede damit schloß, daß, wer sich melden wolle, vortreten möge, trat die ganze Schwadron vor wie ein Mann. Sie wollten alle mit ihrem Leutnant fort. _ Ein Chaos von Empfindungen bewegte beit jungen Offizier. Schon sah er die Wellen sich türmen auf hoher See — was ihn bedrückt und erzürnt, gequält und belastet, es blieb immer mehr zurück, je mehr die heimatliche Küste entschwand. — Dann stand er vor dem Feind. Er wollte sich Ehre machen, sich und seinem Regiment! Möglich auch, daß ihn die Kugel traf, die heute au ihm vorübergsgangeu. Er war zu einem Abschied in Versöhnung geneigt, als er endlich sein Heim wieder betrat. Hier jedoch war es still. Es war so still, daß es ihm' auf die Nerven fiel, — tttfeinemi Zimmer ein Mensch. Schließlich mußte Sophie heran. Die gnädige Frau, ja die gnädige Frau waren fort zur gnädigen Frau Mama. OB' das denn der Herr nicht wußte — Harro stand wie vom Donner gerührt. Er murmelte ttwas, das niemand verstand! Und nur, um Sophiens Erstaunten, hämisch spionierenden Micken m entgehen, schritt V 654 -<= AW sie jedoch später zum Herrn hineingiug, lag auf dessen Gesicht eine solche Wolke von Verstimmung, ein so unnahbarer Ernst, daß die doch ziemlich „kouragierte" Person keinen Laut wagte, dafür in den Biergarten nahe der Hu- saren-Kaserne lief, wo sich die Herren Unteroffiziere, Wachtmeister, Feldwebel und Sergeanten mit ihren Leuten, jeweilig auch ihren Damen, zu Vergnügen pflegten. Der Betreffende war denn hier auch zur Stelle. Sophiens Zunge bewegte sich in der bekannten Geläufigkeit, wurde aber endlich zUm Schweigen gebracht, indem der Wachtmeister Stübbecke, der auch nicht auf den Kopf gefallen war, Fräulein Sophie all die Zöpfe, die er erbeuten sollte, in Aussicht stellte — „zum beliebige:: Gebrauch", woraus ein verständnisvolles Gelächter ausbrach. Tics störte aber die. Einigkeit der beiden nicht. „Na, zum letzteu Abeud mache ich Ihnen ein Schnitzel, ein Holsteiner, mit 'nem Ei", erklärte Sophie beim Scheiden. Und der Wachtmeister war es zufrieden. 20. Kapitel. Alle Vorbereitungen waren beendet. Am audernMorgen sollte es fortgehen. Es war sein einziges Ziel, seine Erlösung, seine Rettung. . . . Harro hatte sich zuletzt auch eine frische Kriegerlust gestattet. Doch, ohne daß er es Merkte, war die gehobene StiMmuug bald wieder gesunken. Die Gedanken wanderten, ob er auch nicht wollte, immer aufs neue zu seiner Frau. Ob er es auch nicht wollte —■ sich dagegen sträubte: es bedrückte, es quälte ihn doch! —। Er wurde wütend auf sich — auf sie. — Wenn er nur einen Menschen gehabt hätte, um sich einmal auszusprechen, sich selbst zu entfliehen. Die Kameraden — ach, er war fertig Mit all den Menschen hier — der Boden brannte ihm unter den Füßen. Er hatte auch für das Liebesmahl gedankt, mit dem sie seinen Auszug feiern wollten. Die Feier paßte diesmal nicht! Aber er konnte, fühlte er, er konnte nicht länger, heute uibend nicht länger allein sein. Und Hildegard, an die er niemals mehr gedacht, tauchte plötzlich in seinem Erinnern auf. Tas Mädchen war diskret, besann er sich jetzt gern, verständig und — gut. Es war gegen Abeud, als Harro von Urau denn auch wirklich bei Fräulein Liudstedt eintrat. Hildegard war schmäler geworden, was sie größer erscheinen ließ. Angespannte Willenskraft und Arbeit hatten ihre nicht schönen, doch gut geschnittenen Züge durchgeistigt. Das der Einfachheit zuliebe kurzgeschnittene Haar stand besser zu ihrem Gesicht, als die für gewöhnlich etwas unglücklich vollendete moderne Frisur. Ter schlichte, fug freie, schwarze Rock, eine schlichte, kurze, schwarze Jacke, ein schlichter, glatter, weißer Leinenkragen, darunter ein dunkler Sylips, machten einen besseren Eindruck trotz dem etwas männlichen Anstrich der Toilette, als die sonst für gewöhnlich schlecht sitzenden Kleider. Harro bemerkte diese vorteilhafte Veränderung gar nicht. Er sah nur den gütig lächelnden Mund, den treuen Ernst in den Augen, wie es Hildegard immer zu eigen gewesen, danach er sich gesehnt, inpem er zu ihr ging. Hildegards Wohnung war chehr als einfach für den im Luxus lebenden Offizier. Ein recht verschossener Wandschirm stand nahe der einen Seite des Zimmers; dahinter mochte wohl das Bett seinen Platz gefunden haben. Ein Sofa mit billigstem Wolldamast überzogen, davor ein runder Tisch mit bunter, minderwertiger Teck ■, nahmen die gegenüberliegende Seite des Raumes ein. Das einzige Fenster schiess Hildegards Arbeitsstätte zu ergeben. Ein viereckiger Tisch, . ganz mit Büchern und Schreibmaterialien bedeckt, war dicht an die Scheiben gerückt, daneben befand sich ein einfacher Rohrstuyl. Grüne. Pflanzen gewöhnlichster Art, wohl nur gepflegt, um das ermüdete Auge dann und wann zu erquicken, standen ringsum und bildeten so ziemlich den einzigen Schmuck des Studentinnenstübchens. Aber auch diese Einrichtung störte den verwöhnten Offizier heute nicht. Er sank in den einfachen Stuhl in dem einfachen Raume und fühlte sich — erleichtert. Hildegard dachte wohl, daß etwas besonderes vorgefallen sein müsse; fragte aber nicht. Damit , er jedoch empfinden möchte, daß hier eine Seele nahe sei, falls er reden wollte, trat sie leise zu dem erregten Manne. Und zuletzt, wie von dieser stillen Nähe beruhigt und ermutigt zugleich, begann Harro damit, daß er nach Chinai ging. Hildegard erschrak, meinte aber dann, wenn sie Soldat wäre, so würde sie auch gehen, freilich, er sei verheiratet, und schließlich, was denn Jutta zu den: Entschlüsse gesagt habe. Und nun kam es heraus, nicht in glatten Worten, sondern mit Manchem abgebrochenen, einer Ergänzung ve- dürftigenr Satze oder Laut, wie es immer unbehaglicher in seinem Hause sei, wie sie, er und Jutta, nur noch recht unglücklich gelebt hätten, daß Jutta zu Mama gegangen sei. Wieder empfand es Harro als eine Wohltat, daß er bei all dieser Beichte Hildegard nicht in das Gesicht zu sehen brauchte, noch, daß sie ihn weder mit einem Urteil, noch einer Indiskretion unterbrach. Hatte sie doch, während er damit begann, gerade um ihm eine zwanglose Aussprache leichter zu machen, ein paar Tassen auf dem Tisch geordnet, und etwas Brot, Butter und kaltes Fleisch herbeigeschafft. Tann, indem sie die kleine Lampe der Maschine unter dem Wasserkesselcheu entzündete, bat sie freundlich: „Wenn Tu heute nichts anderes vor hast, dann trinke eine Tasse Tee mit mir." Und der Offizier brach ab in seinen verzweifelnden Gedanken, ließ sich nieder an dem einfach gedeckten Tisch in dem einfachen Raume und empfand nur das wohltuende Walten einer geschickten Frauenhand, die wohltuende Nähe einer feinfühligen, verständnisvollen Frauenseele. „Hildegard, wie ist es doch so himmlisch *ge? mütlich bei Dir", meinte er. Ein Lächeln huschte über Hildegards Gesicht. Sie unterdrückte einen Seufzer und lächelte aufs neue: „Du bist müde und erschöpft, lieber Harro. Komm erst mal zu Dir. Trinke wenigstens einen Schluck Tee." Damit stellte sie alles Nötige vor ihn hin. Er tat, wie sie geheißen. Es schien, als käme mit den erfrischten Kräften auch die Erinnerung stärker wieder. „Wenn Tu wüßtest, was alles hinter mir liegt", stöhnte er. ■ Hildegard war im innersten erschüttert; doch gewohnt, ihre Empfindungen zu beherrschen, ließ sie sich das nicht merken, machte auch keine indiskrete Bemerkung, sondern blickte ihn nur besorgt, in Teilnahme fragend an. „Es war auch zu gräßlich bei uns, es ist mit Jutta nicht auszukommen", führ er nun, durch die wohltuend empfundene Sympathie berührt, unter dem Drange, sich endlich einmal auszusprechen, fort. Ein Zittern ging über Hildegards Herz, die Tränen strebten nach ihren Augen. Sie zwang fte nieder. Wohl hatte sie sich mannigfach verändert in der Zeit, doch das alte Gefühl für Gerechtigkeit war, ob es auch mannigfache Klärung empfangen, gleich lebendig in ihr geblieben. „Solltest Du denn dabei so ganz ohne jede Schuld sein?" fi'ügte sie nun, doch sanft, ohne jeden Vorwurf, sorglich mild, wie eine weiche Hand, welche die Wunde untersuchen muß, die sie heilen will. Erstaunt, betroffen sah Harro das Mädchen an. Ihr Ton, ihre Frage, so schien es, hatten ihn im Interesse erfaßt, sie zeigten ihm eine neue Seite der Tinge, an die er nie gedacht. Und plötzlich schlug er die Hände vor das Gesicht. Wieder war Hildegard im innersten erschüttert. Vor allem aber mußte er Zeit haben, um zur Ruhe, zur Be- ftnming zu kommen. Und um ihm diese Zeit zu gönnen, machte sie ein Brötchen zurecht und legte es auf seinen Teller: „Komm erst zu ®lir"v bat sie dabei leise. Die sanfte Rühe, die forgliche Teilnahme wirkten beruhigend auf Harro ein. „Gewiß", begann er nach einer Weile, „gewiß, auch ich habe Jutta gereizt, gekränkt — gekränkt. Erlaß mir das Wie, Garda. Nimm es für geschehen; denke gleich das Schlimmste. Und doch —77 brach er mit wieder gesteigerter Erregung zweifelnd aus : „Und doch haben wir uns aus Liebe geheiratet. Ach, die schöne Liebe ist auch nur ein Wahn.77 Regungslos, vor Schrecken starr, hatte Hildegard diesen Bericht, diesen Ausbruch vernommen. Es dauerte ziemlich lauge, ehe sie sich fand. „Tie Liebe ist ein Geheimnis77, sagte sie dann leise. „Sie wächst und wird mit dem Menschen ; der Mensch wird mnb wächst mit ihr. Wem sie ihr Glück schenken soll, der muß sich ihr ganz ergeben, sich selbst überwinden, sich vollenden mit ihrer Vollendung. Darum, wie der Mensch ist, so wird auch stets seine Liebe sein." Wber- mals schaute Harro betroffen drein, dann ward es eine Weile still zwischen ihnen, still, wie die Natur unter der heißen Sommersonne liegt, «wenn sie ihre Reifearbeit vollbringt „Jutta, arme Jutta", seufzte Harro endlich. — „Warum! hatte sie auch so gar nichts von Dir, Hildegard!" meinte er dann. Ein unbeschreiblich Wester Ausdruck flog über Hildegards Züge: „Ich will Juttas Freundin werden77, entgegnete sie darauf. „Tu' das77, bat er daun warm. „Es wird mir lieb, es wird ihr gut sein, einen Schutz, einen Halt an Dir zu finden. — Denn, mit uns ist es aus, für immer!" Stolz reckte er sich dabei in die Höhe und blickte finster drein. 655 Hildegard öffnete die Lippen, bann schüttelte sie den Kopf. Vielleicht dachte sie, daß Schweigen hier besser am Platze wäre, denn eine Gegenrede, die ihn nur eifriger noch in solch schlimme Beteuerung hineintreiben würde. Und, kleine Diplomatin, die sie doch, als zu bent sogenannten schwachen Geschlecht gehörig, war, goß sie den kalt gewordenen Tee aus Harros Tasse fort, füllte diese von neuem, legte ihm noch eine Schnitte Brot mit Schinken auf den Teller und bat: „Du mußt nun wirklich etwas' zu Dir nehmen, sonst denke ich, es genügt Dir nicht, was ich bieten kann." Da mußte er — wohl oder übel — gehorchen. Und der verwöhnte Offizier meinte bald, daß ihm selten etwas so köstlich gemundet habe. Er empfand jeden Schluck warmen Tees, jeden Bissen Brot wie eine leib- und seelenstärkende Wohltat nach den letzten Tagen. (Fortsetzung folgt.) Am Fuße des letzteren wurden meine Hügel. , Meine Hoffnung betrog mich nicht. Herr Himly in Wiesbaden, em berühmter gelehrter Sinologe, hat diese Urkunden entziffert und mir mitgeteilt, daß die meiflen von ihnen aus den Jahren 264—270 nach Christi Geburt stammen, also aus der Zeit der *) Aus: Hedin, Abenteuer in Tibet. Reich illustriert, cleg. geb. 6 Mk. Verlag von F. A. Blockhaus in Leipzig. Kedm in der verschütteten ISüstenstadt.*) Mit der ganzen übrigen Karawane und neun bis an den Rand mit Eis gefüllten Säcken begab ich mich am 2. März in die Wüste hinunter und fand — nicht die vorigjährigen Ruinen und auch nicht die von Oerdek beim Suchen des vergessenen Spatens entdeckten alten Häuser, sondern ein drittes altes Torf oder eine Stadt, den größten Ort, den wir sahen. Neunzehn Däuser standen hier noch zum Teile und konnten leicht gemessen und in ihren Rissen ausgenommen werden. Tie ganze Gegend beherrschend, erhob sich am Nordrande des Torfes ein 9 Meter hoher Lehmturm auf einem gleichfalls 9 Meter hohen, vorn Winde ausmodellierten Hügel. Am Fuße des letzteren wurden (x , , , *• " 4-1 D u JUlH-Ut-ll Hl v litt- flirte und das Zelt der Leute am Morgen des 4. März auf» gesttstagen und der Eisvorrat unter einem geschützt liegenden Lehmgewolbe in den Schatten gelegt. Sobald die r “ - — - v, - ' .fleben Kamele sich etwas verschnauft hatten, erj-telt St Soje den Befehl, sie nach der Quelle zurückznsühren: dort sollte er zwei Tage bleiben und dann in zwei weiteren Tagc- reifen mit Chodai Vardi, den Pferden und allen Kamelen, die sämtlich mit soviel Eis, wie sie nur irgend ttagen könnten, beladen werden mußten, zu den Ruinen zurückkehren; denn dann galt es, die ganze Wüste noch einmal bis an die Kara-koschun-Süinpfe zu durchqueren. Am 9. März sollten wir wieder zusammeiitreffen. Wir wurden zu ihrer Orientierung ein gewaltiges Feuer auf dem Dugel unterhalten. Wir machten uns schnell an die Arbeit und gruben und stöber- H, ut den . Hauieru. Wir fanden dort allerlei Hausgeräte, 4Nunzen, Gefäße und dergleichen. Vielleicht barg der Turm, gleich einer indischen Stupa, einem Grabdenkmale, ein Geheimnis in Wir gruben auf seiner Plattform ein Loch, aber eg stellte sich heraus, daß er durch und durch massiv war. Ein großes Stuck semes obersten Teiles mußte jedoch erst mit Seilen Mgen abgerissen werden. Es siel herab wie ein donnernder n Utt^ wirbelte ganze Wolken schwarzbraunen Staubes auf. ittorC eS war, spät abends noch irgend Mnr evenr M te' hegten wir am Fuße des Turmes riesenhafte Scheiterhaufen von den dort massenhaft umherliegen- den Balken und Sparren, den Ueberbleibseln ehemaliger Häuser, anzuzunden. Es war etn außerordentlich phantastischer Anblick, ^urm ill feuerroter Beleuchtimg dastand, während der Mond weiß und kalt am Simmel schien. Ticke Rauchwolken und Me geueitterte^on Funken flogen über die Wüste Hin. Ein Elches Feuer mußte in sternklarer Nacht schon in sehr großer ^bar fein, und ich hoffte, daß wir Sofia Ahuns beraBre&eteg ti-euer am Ufer des Kara-koschun finden würden. , Wahrend der folgenden Tage durchstreiften wir die Gegend und fanden dabei Oerdeks Rumen wieder, in denen wir Bruchstücke s,ÄubJfrten ^binen Tempels, mehrere geschnitzte Bretter mit Buddhabtldern und verschiedene Kleinigkeiten entdeckten. ^vas Allerwichtigste aber war ein kleines Brettstück mit s“nmfianrltten Schriftzeichen. Schagdur fand es linb errang °.lso me Belohnung von zehn Liang (33 Mark), die ich dem Finder versprach ni'hatu^' ent^teIte e8 auch nur ein einziges Wort, Nachdem ich dieselbe Belohnung für einen derartigen Fund twa} einmal ausgesetzt hatte, arbeiteten alle mit verdoppeltem Eifer Sie ließen sich kaum Zeit zuul Essen und Schlafen. Ihre Bemühungen wurden mit größerem Erfolge gekrönt, als ich zu hosien gewagt hatte Erst brachte mir Mollah einen Papierfetzen chmesischen Buchstaben, und bann wurden Hunderte von kleinen, vollgeschnebenen PapierstÜcken gefunden. Tiefer Fund war ein konnte man vielleicht Schwarz auf Weiß erfahren, batte! blE 6 Altertümer waren und wie der Ort früher geheißen chinesischen Kaiser UÜan-Ti und Wu-ti. Wir erfahren auch, daß die Stadt Löu-lan hieß, und daß die Bewohner Ackerbau trieben und mit mehreren anderen, in Dokumenten erwähnten chinesischen Städten in Verbindung standen; es ist die Rede von einem ganzen Kriegsheere, das emquartiert werden soll, von Beamten, von. alltäglichen Angelegenheiten, die sich in L6u-lan zugetragen, von Jagd- und Getreidelieferimgeil. Tie gerettete Sammlung bringt mit einem Worte ungeahntes Licht in die politische und physische Geographie des innersten Asiens während der ersten Jahrhunderte nach Christus. Welch kolossale Veränderungen sind in diesen 1600 Jahren hier vor sich gegangen! Damals gab es hier fruchtbare Felder, grünende Wälder, rauschende Kanäle, freuiidliche Dörfer, buddhistische Tempel und lebhafte Verkehrs- straßen längs des großen Sees Lop-nor. Und jetzt! Nur unzählige Grabmale all dieser Herrlichkeit! Man kann sich kaum ein öderes Panorama denken als das, welches sich aus den Zinnen des Turmes vor dem Blicke aufrollt. Nicht eine Spur von organischem Leben in irgendwelcher Gestalt; die Gegend liegt so still und düster da wie ein Friedhof, der sich bis an den Rand des Horizontes erstreckt. Und weshalb ist diese Veränderung eingetreten? Einfach deshalb, weil der Tarimfluß, der früher nach Osten strömte und sich in den Lop-nor ergoß, seinen Sauf nach Südosten und Süden nahm und ben See Kara-koschun bildete, während der Lop-nor austrocknete. Als das Wasser verschwunden war, starb auch die Vegetation aus, und die Dörfer wurden von ihren Bewohnern verlassen. Ter Leser kann sich gewiß denken, tote erfreut und glücklich ich war, diese alte Kultur der Vergessenheit entreißen und dem menschlichen Wissensdurste schenken zu können. verinUchte». ""Bauernregel im November. November hell und klar, ist übel fürs nächste Jahr. — November trocken und klar, bringt wenig Segen fürs nächste Jahr. — Schwacher Balg beim Wilde zeigt an des Winters Milde. — Tummeln sich die Haselmäuse, ist's noch weit mit Winters Eise. —• Kommen des Nordens Vögel an, so folgt starke Kälte dann; siehst du noch Zippen im Waldgehege, hat's mit der Kälte noch gute Wege. — Find'st du die Birke ohne Saft, kommt bald der Winter mit voller Kraft. — Wenn die Bäume den Schnee halten, werden sich im Frühjahr wenig Knospen entfalten. — Wenn's zur Allerheiligen (1.) schneit, mache deinen Pelz bereit! — Zu Allerheiligen Reif, zu Weihnachten weiß und steif. — Allerheiligen klar und hell, sitzt der Winter auf der Schwell.' Allerheiligen Sommer für alte Weiber, ist des Sommers letzter Vertreiber. — Soll der Winzer glücklich sein, so tritt Allerheiligen Sommer ein. — Wieviel Tage vom ersten Schnee bis zum Neumonde fallen, so soll im Winter der Schnee auch ballen (tauen). — Ist der November kalt und klar, ist mild und trüb der Januar. — Wenn im November Donner rollt, roitb dem Getreide Lob gezollt. — Wenn im November Bäume blühn, ivird sich der Winter lang 'nausziehn. — Ist am Allerheiligen der Buchen- und Birkenspan trocken, wir im Winter hinter dem Ofen hocken; ist aber der Span naß und nicht leicht, so wird der Winter statt kalt, lind und feucht. — Fällt der erste Schnee im Dreck, bleibt der ganze Winter ein Geck. — Am Martini (11.) Sonnenschein tritt kalter Winter ein. — Ist's um Martini hell und falt, dann auch der Winter lang anhalt. — Wenn um Martini Nebel sind, so wird der Winter meist gelind. — Ist zum Allerheiligen die Birke schon trocken, müssen wir im Winter hinter dem Ofen hocken; ist er aber naß, nicht leicht, wird der Winter statt trocken feucht. Wenn die Gänse zu Martini ans dem Eise stehn, müssen sie Weihnachten im Kote gehn. — Martinstag trüb, macht den Winter mild und lieb, ist er aber hell, bringt er bald die Schell'. — St. Elisabet (19.) sagt an, was der Winter für ein Mann. — Hocken die Hühner in den Ecken, kommt bald des Winters Frost und Schrecken. — Zieht die Spinne ins Gemach, kommt gleich der Winter nach. — Katharinenwinter (25.) Plackwinter. - Im November viel naß, auf den Wiesen viel Gras. — Baumblüte spät im Jahr, mir ein gutes Zeichen war. — Sankt Martini setzt sich schon mit Dank, am warmen Ofeui auf die Bank. —- Der heilige Martin, verlangt Feuer in den Kamin. — Wie's um Kathrina (25.) trüb oder rein, so wird auch der nächste Hornung sein. — Haben die Hasen eil* dickes Fell, so wird der Winter ein harter Gesell. Binger M o st. Tie „Magdeb. Ztg." veröffentlicht folgenden feucht-fröhlichen Herbstbrief: ..Sehr geehrte Redaktion! 656 Es kann der Beste nicht in Frieden leben leben, wenn es dem bösen Nachbarn nicht gefällt. Es können aber anch die besten Vorsätze ins Schwanken geraten und anderes dazu, wenn cs einem guten Freunde gefällt. Es liegt ein kleines Menschenalter zurück. Wir beiden flotten Burschen der Carola-Ru-erta kamen von einem Ausfluge nach Bonn mit dem Rheindampfer zurück und trafen gegen 7 Uhr abends in Bingen an. Nie iverde ich diesen Anblick vergessen: die Sonne ging gerade unter, vor uns rechts der Mäuseturm, links vor uns der Niederwald, ein bläulicher Abendduft umwob das Ganze, und wachehaltend schaute die Germania hinüber dahin, wo die Lebensspenderin entschwand. Es war ein Abschluß unserer Rheinfahrt, so packend und stimmungsvoll, daß wir, keines Wortes fähig, in die tomrdervolle Landschaft hinausschauten, bis das Anlegen des Dampfers uns aus unseren Träumen riß. Aber ein Wglanz der Stimmung blieb in unseren Herzen, als wir anr Abend int Garten eines niedlichen sauberen Hotels cm Rheine saßen und Bingens köst- lichste Weine langsam genießend probierten: Kempter Berg, Scharlachberger Auslese und Kreszenzen der Stadt Bingen. Und gut und Tein waren die Weine, denn von Jammer am nächsten Tage keine Spur. Sv tauchen die längst verflossenen Jugendjahre mit ihrer jugendlichen Begejsterungs- und ihrer jugendlichen Trinkfähigkeit wieder vor mir auf, indes ich den süßen Anlaß dieser Erinnerungen in stillem Behagen schlürfe, allen guten Vorsätzen zum Trotz. Tenn den Genossen jener ftohen Jugendzeit führte just in diesen Tagen sein Weg wieder über Bingen, und als Zeichen des Gedenkens ließ er mir da vier Flaschen Most aus den besten Lagen der Stadt Bingen zugehen — ein Göttertrank — zwar scheußlich von Ansehen, wie aller Most, aber von einer Süße — den alten Griechengöttern müßte ihr Nektar dagegeir als ein gemeiner Surius erscheinen. Und das ist der Grund, Ihnen von diesem rein privaten Genuß Kunde zu geben, weil ich den Most so schwach an Sätrre fand, daß es gewiß St die Ihrer Leser, die säureschwache Weine trinken, müssen von tert ist, zu hören, wie der diesjährige Herbst in Bingen einen jo milden, köstlichen Tropfen beschert. Ergebens! Ihr Dr. * Die nördlichste Landzunge des Deutschen Reichs, die Kurische Nehrung, ine bis zum Jahre 1826 die Poststraße nach Rußland war, und über deren öde Sandftächen auch die Königin Luise trofc. schwerer Krankheit mit ihren Söhnen im Unglücksjahre Preitßens in einer Chaise die Flucht nach Memel antreten mußte, war kürzlich der Schauplatz erregter Unruhen der, dortigen notleidenden Fischerbevölkerung, zu deren Unstützung die preußische Regierung letzt Notstandsbauten angeordnet hat. Noch vor 50 Jahren sind ganze Ortschaftert auf der Kuri- schen Nehrung durch wandernde Sanddünen verschüttet worden. Tas ist jetzt anders geworden. Die ftüher kahlen Sandberge, deren Eindruck noch der berühmte E. T. A. Hoffmann in einer seiner düsteren Novellen $u einer recht abschreckenden Schilderung verwertet hat, sind letzt durch Fangzäune, Faschinen und Waldungen festbelegt. Trotzdem sind die einzelnen Törfer der Nehrung nur rate Reihe von Inseln int Sandmeere, und da diese Oasen zugleich zwischen Haff und Ostsee liegen, verkehren die Bewohner hauptsächlich zu Wasser miteinander. Nur wenn die Sturme den Fischern die Fahrt auf dem Haff nicht gestatten oder dieses zu gefrieren beginnt, wählen sie den Weg zu Lande, wo der über die Triebsandflächen dahinschreitende Wanderer oft auch stundenlang das einzige lebende Wesen ist. Auf der ganzen Nehrung gibt es keine Bienen und keine Störche, teilte Schlangen, Eidechsen und Ratten. Durch diese Sandwüste, in der Waldplantage von Nidden und von Peralk, dem damals armseligsten aller Nehrungsdörfer, ist im Frühjahr 1800 ein einst viel ge-- nomter Schrtiftsteller, gewandelt. August von Kotzebue schreibt in dem „merkwürdigsten Jahr meines Lebens": „Als wir die Saudwüsten am Kurischeu Haff durchzogen und in Nidden einen ganzen Tag auf Pferde warten mußten, nützte ich diese sonst langweiligen Stunden, mich von meiner Familie weg auf einen Sandhügel unter die Tannen zu stehlen und für mich und jedes niemer drei Kinder einige Reime auf diesen frohen Tag zu machen". Kotzebue soll hier das Lied gedichtet haben: „Es kann ja nicht immer, so bleiben, hier unter dem wechselnden Mond". Aber auch die Kurische, Nehrung, selbst hat einen Dichter hervorgebracht, einen Mann wie Professor Rhesa, der sich vom wißbegierigen Gänsejungen zu hohm Ehrenämtern auffchwang, der durch seine erste Sammlung litauischer Volkslieder Goethe zu der Aenßer- ung bewog, daß dadurch abermals einer seiner Wünsche erfüllt worden fei. Von der Misere seiner kurischen Heimat war Rhesa noch als Professor in Königsberg tief ergriffen, so wenn er einen «Äj dem Sandpfluge kämpfenden Weidenbaum besingt: „Tn alter Baum, du kämpfft noch mit den Winden, Ein Eremit in dieser Wüste Sand, Doch bald auch wird dein mildes Haupt verschwinden, Und nichts sagt mir, ivo meine Heimat stand." * Der „Kl ub der jnngenMädchen inHosen"gab unlängst den Zeitungen interessanten Gesprächsstoff — natürlich den amerikanischen Zeitungen; denn es braucht ivohl kaum gesagt zu werden, daß ein solcher Klub nur in Amerika blühen. wachsen und gedeihen kann. Ter „Klub der jungen Mädchen in Hosen" ist keine neue Gründung; er besteht schon seit mehreren Jahren und soll die körperliche und geistige Entwicklung strebsamer junger Tarnen fördern helfen. Vor kurzem veranstaltete der Klub ein großes gymnastisches Fest, dem mehr als 1000 Personen beiwohnten. Unter den Gästen befand sich auch Bischof Greer, der den jungen Damen in Hosen seinen Segen gab. Ein blaues Turnhemd, blaue Hosen, schwarze Strümpfe und eine kleine Mütze, die keck aufs Ohr gesetzt wird, bilden die Uniform der Klubmitglieder. In den Klub ausgenommen werden schon Mädchen von vier Jahren, aber älter als zwanzig Jahre darf kein Klubmitglied fein; wer dieses hohe Lebensalter erreicht hat, wird ans den Listen gestrichen, weil mit zwanzig Jahren die körperliche und geiftiae Erziehung der Damen beendet ist. Es wird auch nicht jedes Mädchen ausgenommen; Bewerberinnen müssen sich einer ausgezeichneten Gesundheit erfreuen und den besten Kreisen angehören. Tie blauen Hosen üben aber eine solche Anziehungskraft aus, daß sich zur Aufnahme alles meldet, was nur irgend über stramme Gentry-Beine verfügt. * Ueber die alten Griechen erfahren wir von der Seminaristin Frl. Lisbeth X. in ihrem Aufsatze — vielleicht als ein Resultat persönlicher Forschung — folgendes: „Tie alten Griechen waren das gebildetste Volk des Altertums. Ihre Errungenschaften auf dem Gebiete der Kunst als auch der Wissenschaft bilden die Grundlagen unserer heutigen Bildung. Auch was die sittliche Kultur anbelangt, standen die Griechen' auf sehr hoher Stufe: Jeder Grieche hatte nur eine Frau, und das nannte man Monotonie." Literarisches. ;— Der Frauen-Ka len der für das Jahr 1905, herausgegebeu vom Verein Frauen-Erwerb, ist im Verlag von Karl FuAe, Köln a. Rh., erschienen. Tas kleine Buch, 180 Setten stark und reich illustriert, ist eine empfehlenswerte Gabe für die gesamte deutsche Frauenwelt. Tas Kalendarium ist durch geräumigen Platz für Nottzen und Geburtstagsdaten, sowie durch Kontoseüen für die Einnahmen und Ausgaben jeden Monats ergänzt, während der daran angeschlossene „Küchenkalender" eine Ueberftcht über alles gibt, was die jeweilige Jahreszeit bringt. Bei dieser Rubrik ist Raum zum Einschreiben selbst erprobter Rezepte freigelassen. Leitartikel, wie die hier gewählten: a) Tie Aufgabe der deutschen Frau im nationalen Leben von Alice Stuerkow, b) Der Frauenerwerb in den Augen des Mannes, scheinen besonders geeignet, dem Buch warme Anerkennung zu sichern. Tie Pflicht der Frauen in bezug auf Haus und Familie, besonders in bezug auf die Erziehung der Kinder ist hier stark betont. Eine fachwissenschaftliche, aber populär gehaltene Abhandlung über den sozialen Fortschritt der deutschen Frau trt ihrer Rechtsstellung im Bürgerlichen Gesetzbuche von Dr. jur. Priester gibt der Frauenwelt die Möglichkeit, das Buch in Rechtsfällen als Nachschlagewerk zu gebrauchen. Im belletristischen Teil finden wir neben vorzüglichen Skizzen, Novellen (z. B. E. .Veth, „Satt") und Gedichten noch die Spezialinterefsen der Frauen in bezug auf Zimmereinrichtung, Mode, Sport, Kunst- Handarbeiten, Gesundheits- und Schönheitspflege berücksichtigt. — Im Verlag von W. Spemann in Berlin und Stuttgart erschien der bekannte schöne Kunst-Kalender, den diese Firma seit einigen Jahren herausgibt. Er bietet wieder für jeden Tag des Jahres ent gutes Bild als künstlerischen Eindruck nebst kurzer Beschreibung, sowie Verse, Aphorismen und Taten aus der Welt der Künste. Worträtsel. (Nachdruck verboten). Das Erste weißt Du gut zu machen, Obwohl Du doch kein Erstes hast. Und Feste giebst Du sondergleichen, Und ladest alle Welt zu Gast. Du trägst als Ganzer Dich aufs Feinste, Als großer zweiter gilst Du gern. Und wunderbar ist Deine Pose, Dein Frack mit Band und Ordensstern. Wie blickst Du stolz! Doch sieh, da rauschet Die imposante Gattin her! gort ist Dein Stolz: in Deinem Ersten ist Du das Zweite nimmermehr. (Auflösung in nächster Nummer.) Auflösung der Zahlenpyramide in vor. Nr.r A A s Ass Nase Agnes Redaktion: Augu st Goetz. — Rotationsdruck und Berlaa der Brühl'kchen Universitäts-Buch» und Steindruckerei, R. Lana«, Meße».