M An>MMÜ«nMLMMeßenwAn;eiZSk!,Brand" und „Peer Gynt" usw. usw. Auf eine Auslegung meiner Bücher würde ich mich natürlich ganz und gar nicht einlassen. Es ist besser, wenn Publikum und Kritiker sich auf diesem Gebiet nach eigenem Belieben herumtummeln dürfen — wenigstens bis auf weiteres. Mer ich möchte ganz einfach von den Umstanden und Verhältnissen berichten, unter deren Einfluß ich gedichtet habe — alles natürlich mit äußerster Diskretion und so, daß ein weiter Spielraum für Mutmaßungen aller Art bleibt. Raten Sie mir ab? Halten Sie ihn für zweckmäßig und glauben Sie, daß der Zeitpunkt gut gewählt, oder daß es vielleicht besser ist, noch damit zu warten? Geben Sie mir bei Gelegenheit in dieser Sache Ihren erprobten Rat! Aber ich bitte Sie, lassen Sie die Angelegenheit unter allen Umständen zunächst noch ganz unter uns bleiben! Auf jeden Fall beabsichtige ich, diesen Sommer zur Vollendung des Manuskriptes zu benutzen: denn ich gedenke heuer so wie so kein neues Schauspiel zu schreiben und habe auch sonst keine andere Verwendung für meine Zeit." Ein Stückchen Selbstbiographie gibt uns Ibsen in einem München, 18. Juni 1889, datierten Brief an einen norwegischen Publizisten. Ibsen stellt sich uns hier als Maler vor und in seinen Beziehungen zur Sozialdemokratie. „Ich besuchte als Knabe ein Jahr lang die Zeichenschule in Skien und lernte dort ein wenig Bleistiftzeichnen. Gleichzeitig oder etwas später empfing ich einige Anleitung in der Oclmalerei durch einen jungen Landschaftsmaler Mandt aus Telemarken, der sich zuweilen in Skien aufhielt. In Bergen beschäftigte ich mich verschiedentlich mit der Aquarellmalerei unter Äufficht des inzwischen verstorbenen Losting. Nach Christiania zurückgekehrt, malte ich ein wenig in Oel bei Magnus Bagge. Aber 1860 begannen die Vorbereitungen zur „Komödie der Liebe" und zu den „Kronprätendenten" mich stark zu beschäftigen, und seit der Zeit habe ich die Malerei an den Nagel gehängt. Mit der A r b e i t e r - bewegung selbst habe ich eigentlich nichts zu schaffen gehabt. Ich stand nur in freundschaftlichen Beziehungen zu Abildgard und wurde durch ihn bekannt mit Marcus Thrane. So erfuhr ich mancherlei von ihren Plänen, und nachdem die Verhaftungen stattgefunden hatten, fürchtete ich schon sehr als Zeuge vorgeladen zu werden. Aber zum Glück waren meine Briefe an Abildgard und vielleicht auch meine Manuskripte unter den verbrannten Papieren, wie es Henrik Jaeger erzählt." Zuletzt mag hier ein interessanter Brief an den einen Herausgeber der trefflichen Gesamtausgabe seiner Werke, an Tr. Julius Elias mitgeteilt sein: „Christiania, 20. Juni 1897. Lieber Elias! Es war mir eine große Freude, Ihren und Tr. Schlenthers Plan zu der neuen Gesamtausgabe meiner literarischen Arbeiten zu empfangen und mich 'mit ihm vertraut zu machen. Ich kann diesem Plan in allem wesentlichen zustimmen. .... „Tie Herrin von Oestrot" und „Nordische Heerfahrt" sind mein ausschließliches Eigentum. Es wird also keine Schwierigkeiten machen, diese Stücke in Herrn Fischers Verlag übergehen zu lassen. Das „Hünengrab" ist vor langen Jahren als Feuilleton in einem norwegischen Blatt gedruckt worden, und ich hasse. Ihnen eine Abschrift davon verschaffen zu können. Tic beiden anderen Schauspiele, die ich in meiner Jugend geschrieben, habe ich nie veröffentlichen mögen und wünsche wicht, daß sie übersetzt werden. . . . ." Hessische Fürstinnen. Aus Anlaß der Verlobung Sr. K. H. des Großherzogs mit der Prinzessin Eleonore von Hohensolrns-Lich sei daran erinnert, daß bereits zwei Fürstinnen mit dem Namen „Eleonore" den hessischen Thron geziert haben: Tie erste — Eleonore von Württemberg (1552 bis 1618) — war die zweite Gemahlin des L a n dg r a f e n Georg I., des Sohnes Philipps des Großmütigen und Begründers der Hessen-Darmstädtischen Linie. Als Tochter des Herzogs Christoph IV. von Württemberg und dessen Gemahlin Anna Maria von Brandenburg, wurde Prinzessin Eleonore schon mit 18 Jahren dem Fürsten Ernst von Anhalt vermählt und heiratete nach dessen Wleben den damals gleich ihr verwitweten Landgrafen Georg. Am 25. Mai 1589 hielt Eleonore ihren Einzug in Darmstadt, wo am nächsten Tage unter großen Festliä leiten' die Hochzeit stattfand. Mit der Pflichttreue einer echten Blutter trat sie bald ihren Stiefkindern nahe nnd genoß auch nach dem Tode Georgs deren innigste Verehrung. Ihrem Gemahl, der ihr von Herzen zugetan war, schenkte sie einen Sohn, der aber frühe starb. Im Sinne ihres Gemahls zeigte sie viel Interesse für die bauliche Entwicklung der Residenz; sollst die Abrechnung überdas Mauerwerk am Kaisersaalbau in Darmstadt von Eleonores eigener Hand auf vielen Bogen parafiert und unterschrieben. Nach dem Tode des Landgrafen am 7. Februar 1596 zog sich Eleonore auf ihr hessisches Wittum Lichtenberg zurück wo sie am 12. Januar 1618 verschied. Noch in seinem Testament hatte Georg I. seinen Söhnen liebevolle Achtung gegen ihre Stiefmutter empfohlen, „gleich als sei er selbst noch am Leben", und daß sie diese Empfehlung verdiente, beweist ihr Denkmal in der Stadtkirche von Darmstadt mit der, von ihren Stiefkindern gewidmeten Inschrift : „Tie jungen Herrn und Fräulein zart Liebt sie zumal nach Mutterart." Die andere Trägerin des Namens war die Prinzessin Sofie Eleonore von Sachsen, Tochter des Kurfürsten Johann Georg und dessen erster Gemahlin, Shbille Elisabeth von Württemberg. Sie kam zur Welt am 23. November 1609 und wurde am 4. April 1627 zu Torgau mit dem Landgrafen G e- or g II. von Darmstadt vermählt. Die H o ch z eit erfolgte unter ungewöhnlicher Prachtentfaltung und unter den Hochzeitsfestlich- keiten verdient besondere Erwähnung die Aufführung der ersten deutschen Oper. Es war die von Martin Opitz vollzogene Umdichtung der gleichnamigen Oper „Tafne" von Rinuecini, wozu Heinrich Schütz die Musik komponiert hatte. Auch diese Ehe nahm einen glücklichen Verlauf und war mit Kindern gesegnet. Georg II., dem seine Sprachenkenntnis den Beinamen „Ter Gelehrte", erwarb und- der auch das Darmstädter Gymnasium schuf, mutzte freilich mit seiner Familie lange Zeit der Residenzstadt fernbleiben und, nach zweijährigem Aufenthalt im Lichtenberger Schloß, infolge des Krieges nach Gießen flüchten. Tort wohnte er 18 Jahre im Universitätsgebäude, und dort erblickten auch die meisten Kinder des landgräflichen Paares das Licht der Welt. Von seinen Söhnen wurde Erbprinz Ludwig einer der hervorragendsten Fürsten seiner Zeit, und unter den Töchtern ist die fromme und gelehrte Prinzessin Anna Sofie, die spätere Aebtistin von Quedlinburg, als Dichterin geistlicher Lieder bekannt. Tie Liebe Georgs zur Wissenschaft, die er seinen Kindern einpflanzte, war aber auch seiner Gemahlin in hohem Grade eigen und in ihren Personalien heißt es: „Sie war eine große Liebhaberin von allerhand Büchern und Bibliotheken, wie denn am Tag, mit was vor großer Mühe, Sorg und Kosten sie ‘eine sehr ansehnliche, hochschätzbare Bibliothek deß Ort gezeugt und hinterlassen hat". Von ihren Werken befindet sich in Darmstadt ein Andachtsbuch, welches die von Sofie Eleonore nach Georgs II. Tod (1661) eigenhändig niedergeschriebenen Gebete and religiösen Betrachtungen enthält. In allen offenbart sich l>er unendliche Schmerz um den Verlust „ihres liebsten uud iiesten Schatzes, ihres herzallerliebsten Herrn". Somit dürfte der Name Eleonore auch für die künftige Mutter des Hessenlandes von guter Vorbedeutung sein. Ein großer Erfolg moderner Wohunngsknnst ist auf der Weltausstellung in St. Louis errungen worden. Ta diese hochwichtige Tatsache in den Nusstellungsberichten im all- gemeinen nicht genügend hervortrat, so haben wir es für angezeigt erachtet, einiges au3' den Darlegungen zu reproduzieren, welche eine der ersten Autoritäten auf dem Gebiete moderner Gewerbekunst, Tr. H. Mnthesius, kgl. preuß. Regierungsrat im -Ministerium für Händel und Gewerbe, hierüber veröffentlicht .hat. Muthesius setzt dieselben nunmehr in detaillierterer Weise im Dezemberheft der bei Koch in Darmstadt erscheinenden „Deutschen Kunst uud Dekoration" sort. Er betont wiederum, daß die Deutschen in kunstgewerblicher Beziehung an erster Stelle stehen und unter den Deutschen seien es die Münchner, die wieder allen voran schritten. Er sagt: „Von diesen deutschen Zimmern erhebt sich, was Vollendetheit des künstlerischen Eindrucks an- belaugt, ein kleines Zimmer bon Bruno Paul zu erster Höhe. Tie herrlichen grauen Kacheln von Scharvogel steigern dessen Wirkung. Tas Bruno Panische Zimmer ist ein Museumsstück; es zeigt das, was wir wollen und erstreben, in der Vollendung. Ferner nennt Muthesius unter den Leistungen ersten Ranges Räume von Riemerschmid-, Dnlfer, Pankok, Gebr. Rank, Bertsch und Niemeyer usw., auch die „Bereinigten Werkstätten" seien „an allererster Stelle zu nennen". Bon den übrigen Bahnbrechern moderner Wohnungsknnst, welche zu diesem für Deutschlands Stellung im kulturellen Weltverkehr höchst bedeutungsvollen Siege in hervorragender. Weise beigetragen, werden genannt : O l b r i ch, die Magdeburger Gruppe, Peter Behrens Länger, Billing, Kreis, Möhring und die Wiener. Sehr richtig weist Muthesius auch darauf hin, daß die angewandte Kunst mit ihren Erfolgen. der Schrittmacher für die Malerei ist, indem sie das Publikum zum guten Geschmack erzieht und somit das Verlangen nach anständig gemalten Bildern erweckt. Als Beweis dient der Eindruck, den die Bilder von Till als Wandschmuck in einem Raume von Läuger hervorriefen. Sein Gesamturteil faßt Muthesius dahin zusammen: „Tie Ausstellung bedeutet eine« Wendepunkt für das künstlerische Ansehen Deutschlands nicht nur im amerikanischen Publikum, sondern in der Schätzung aller Völker." WeiHnachLsöücher. — Große Kinder-Bor stellung im Zirkus. Ein neues künstlerisches Bilderbuch mit 12 Farbdrucktafeln von Fedor Flinzer und Reimen von Karsten Brandt. Groß Quer- quart. Ausgabe auf Papier, eleg. geb. 2.50 Mk. — Eine Novität von Flinzer ist wohl, imstande, allenthalben größtem Interesse zu begegnen. Soll hoch nach den heutigen Anforderungen das Bilderbuch ein kleines Kunstwerk sein, edel durch seinen Gehalt, frisch an Humor, geeignet, den lautesten Widerhall in der Kinder- scele zu wecken. Wenn daher dieser berufene Künstler eine Reihe köstlicher Zirkusbilder zu«: Gegenstand seiner neuesten Tarstell- ung wählt, so ist hinsichtlich einer originellen Wiedergabe der Tiercharaktere etwas Vollendetes in jeder Beziehung geboten. Tas Buch darf Anspruch auf Beachtung erheben. Die photo-lithographische Reproduktion in neun Farben ist vorzüglich. (Loewes Verlag Ferdinand Carl in Stuttgart.) — Lislott. Eine Erzählung für Mädchen im Alter von 9—14 Jahren von Martha Giese. Mit 4 Tonbildern. Ein eleganter Oktavband. 3 Mk. — Martha Giese weiß in diesem Buche den jungen Mädchen ideale Anregungen, rechte Sonne für ihre Entfaltung zu vermitteln. Was sie hier schuf, wirkt vorbildlich erzieherisch-, ohne aufdringlich zu predigen: Gesunde 716 — Tüchtigkeit, die sich übt, frisch zugreifend mit den Aufgaben des Lebens übereinzukommen, und echte Herzensbildung — das ist's, was sie tut Auge hat, und was iinsere Zeit zu betonen Anlaß bietet. Sprache und Darstellung ist feinfühlige, gewissenhafte Arbeit, voll intimer Natur- und Lebensbeobachtung. Möge die Mle Entwicklungsgeschichte der tapferen Lislott und ihrer Freundschaft mit dem armen Ziehkind Esther, die mit beider Koufir- matiou abschließt, die Freunde der Verfnsseriii erfreuen und thr recht viele neue erobern. Seit dem Tode Spyris gibt es raum eine berufenere Nachfolgerin als Martha Giese. (Loewes Verlag Ferdinand Carl in Stuttgart.) „ Junge Heldeu. Vier Erzählungen ans der Jugend- welt von Julms Pederzani-Weber. Mit 4 Buiitbildern. Oktav, feteg. üeb. 2 Mk.— Schönes und Gutes erzählt den jugendlichen' Lesern dieses Buch von heldenhaften Männern' Ihre Taten wecken m der Jugend den Wunsch, auch 'so ein Mann zu werden'! Diese Manner wären niemals die von Mit- und Nachwelt bewunderten Helden geworden, hätten sie nicht schon als Knabe st ern gutes, mutiges Herz besessen, und so schildert denn der Autor m lebenswahren Bildern einige blütenjunge Mensche«, d>e trotz ihrer körperlichen Schwäche und geistigen Unreife in ihrem ganzen Wesen Gottvertrauen, Nächstenliebe, eiserne« Wille« und Treuei« der Pflichterfüllung betätigen. Dieses Buch darf mit. Rücklicht auf seinen erzieherischen Wert als hervorragend bezeichnet werden, zumal cs sich in stattlichem Gewände präsentiert. (Loewes Verlag Ferdinand Carl in Stnttgart.i Ein armes Großstadtkind. Ein Jugendleben. Kindern und Eltern erzählt von Eduard Wahl. Mit 4 Farbdruckbildern. Oktav. Eleg. geb. 3 Mk. — Tie Frankfurter ^ugendlchriften-Kommission ist einstimmig zu der Ueberzeugung gelangt, datz dieses Buch eine wertvolle Bereicherung unserer Jugendliteratur bedeutet, und mit Recht verdient, in die Reihe empfehlenswerter Jugendschriften ausgenommen zil werden. Möge das Buch vollen Erfolg haben! r. r ~ Ter Verlag von E. Nister in Nürnberg ist mit zwei trefflich ausgestatteten Neuigkeiten auf den Markt getreten. Tie eine nennt sich Schöne alte Kinderlieber und will ein deutsches Hausbuch sein (4.50 Mk.), die andere erzählt Meister Lampes lustige Streiche uud Abenteuer (3 Mk.). Beide Werkchen haben Martin Boelitz 'zum Herausgeber bezw. zum Verfasser. Es siud großenteils liebe alte Bekannte, die in dem Kinderliederbuch ängetrosfen werden. Tie schwarzen Bilder in Holzschnittmanier von Wolf Jöhnsse« zeichnen sich durch rechte Natürlichkeit und Einfachheit aus, wie Kinderbilder sein sollen, und die bunteil ganzseitigen Illustrationen sind von außerordentlicher Feinheit in Zeichnung und Ausführung. Auch, das Werkchen von Meister Lampe, das der verständigen Forderung, in der Jugenderziehung beit Humor nicht zu kurz kommen zu lassen, gerecht loerden will, zeigt gute Illustrationen nach Tnsch- zeichnungcn von Maximilian Liebenwein. Tie Menteuer sind frisch und naiv erzählt und werden als kurzweilige Lektüre manches phlegmatische Kindertemperament wohl in erfreulicher Weise aufrütteln. A» die Rationalisten. Euch lächelt unser närrisch Tichterleben? O lächelt nur! wir gönnen Euch die Freude. . Ihr plagt Euch unten noch mit Erdenleide, Ta wir schon jetzt znut Himmel uns erheben. Sobald gelöst des Lenzes zarte Bande, Im Herbst die Flur verlassen liegt aufs neue, Führt uns in Fantasie zu schönstem Maie Ein letzter Sonnenglanz - durch Märchenlande. Und wenn der Herbst des Lebens uns beschleichet, Er immer uns gerüstet vor sich 'sieht; Ein Sang genügt — und jedes Alter schweiget. 'Ein süßer Traum läßt uns hinüberschweben, Tie Nachtigall singt unser Grabeslied. O lächle Euch nur unser närrisch Leben! ____________ Adolf Metz. Preisrätsel.*) Magische Gleichung. Nachdruck verboten. (a — b) + ( c — d) + e + (f — g) + h + (i — k) 4- (1 — rn) — x Es bedeutet: a: Tomuaß. b: Einteilung, c: Frucht, d; Wasser in nicht flüssigem Zustande, e: Fruchtkeim, f: Stimme, g: Spielkarte, h: Zustimmung, i: Krankheit, k: Teil des Körpers. 1: Teil des Eies, m: Raubtier, x: Weidwerk. *) Lösungen sind mit Aufschrift „ Preisrätsel -Lösung* versehen innerhalb acht Tagen an die Redaktion der „Gießenkt! Fa ntiliendlältek" cinzusendm. Auflösung des Rätsels in vor. Nr.: Alm Elm Ilm Olm Ulm. Redaktion: Auaust Goetz. — Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei, R. Lange, Gießen.