1904. Mr. 163. <88 ■ J Wt tilUi ■ Aus Liebe. Roman von M. v. Eschstruth. (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) „Ter Sperr Rittmeister lassen den Herrn Leutnant Bitten, nach dem Reiten vorzukommen", meldete eine Ordonnanz. Harro zuckte zusammen. Tas konnte freilich nur etwas Dienstliches sein. Einmal aber hieß es ja doch, dem Rittmeister gegenüberzutreten, mußte er sich sagen lassen, daß — Es schüttelte ihn, seine Zähne schlugen aufeinander. Und doch, es war nur richtig, sein Kamerad war im Recht. Der junge Offizier nickte schwer und schritt langsam aus. Wieder gleich Feuer Brannte es ihm in Kopf und Herz, lähmend wie Mei lag es in seinen Gliedern. Der Tod war das schlimmste nicht. Was Bedeutete für ihn noch das Leben! Ellinor — Er brach ab in seinem Denken. Wie schien die glänzende, bestrickende Gestalt seinem Geiste plötzlich so ferne gerückt! Jutta, sein Weib -— er hatte sie geliebt. Sie hatte ihm das Schlimmste angetan — und er — nein, er fürchtete sich vor dem Sterben nicht. Da trat die Sonne wieder unter den Wolken hervor, die sie gleich einem verdunkelnden Schleier verhüllt hatten. Und sie glänzte auf den Bäumen der Allee, auf den Wiesen, den Gärten, den Hügeln drüben am Horizont. Und Harro meinte plötzlich, er habe Frau Sonne noch nie so leuchten gesehen und die Welt so freudig funkelu in ihrem Morgenglanz. Der Wind spielte um seine Schläfen; tote herrlich doch solch ein junger Morgen toar Mit seiner wonnigett Luft und seinem Würzigen Dust. Unwillkürlich weitete sich seine Brtlst, zog er in tiefen Zügen den göttlichen Lebensodem ein Trompeten erklangen, Pferdegetrappel wurde vernehmbar. Eine Schwadron seines Regiments zog, von einem Marschritte zurückkehrend, den Weg entlang. Maubig sahen sie aus, aber männlich, tüchtig und fidel. Und die Sonne glänzte auf den gebräunten Gesichtern, auf den bunten Uniformen, aus den Rücken der Pferde. Trab, trab ritten sie weiter. Das Sattelzeug klirrte leise, die Mannschaft hielt sich stramm, ihrer Pflicht,, ihres Selbstes bewußt. Wie er sie doch liebte, seine blauen Jungen, seinen Dienst und alles, was damit zusammenhing. Me er es liebte, das Leben mit seinem sonnigen Glanze — seines jungen- Weibes goldenes Haar. Doch nein, das war vorüber. Der junge -Offizier schüttelte den Kops. Und wieder um so intensiver sah er den Reitern nach, bis sie um die nächste Ecke bogen, lauschte er hin, solange nur noch ein Pferdehuf klang, ein Sattelzeug klirrte. Da eB’en setzte die Musik von neuem ein: Morgenrot, Morgenroh, Leuchtest mir zunt frühen Tod. Und fein Herz kämpfte sich zusammen, ein Schauer rann durch seine Glieder. — — Dann faßte er sich schnell: Nein, et fürchtet keinen Tod, aber sterben um so etwas —A Damit stand es plötzlich klar vor seiner Seele, was langer schon in ihm nach Ausdruck verlangt: sterben, schmachbeladen, sterben, ohne etwas in dem Leben vollendet zu haben, ohne gutmachen zu können. Da aber schon lag sie vor ihm, die Billa Ellinor. Auch hier glänzte die Sonne auf den Bäumen, den Blumvn, der Fontäne im Gartest, der Beranda, den Fenstern. Nur in Ellinots Zimmer wärest die Läden geschlossen. Harro stöhnte — dann schritt er langsam und schwer die paar Stufen hinan. Jetzt faßte seine Hand nach dem Glockenzuge hier — seine Stimm« jedoch meinte er nicht wieder zu erkennen, als er sich durch den Diener Bei dem Rittmeister melden ließ. 18. Kapitel. Immer von neuem, da der Rittmeister sein Zimmer wieder Betreten, die Pistole in ihren Behälter geschlossen hatte, waren seine Blicke nach dem Briefe gewandert, bliebest sie an dem unglückseligen Schreiben seiner Frau haften. Tie Sache hatte ihn gepackt, wie Hans Joachim nicht für möglich gehalten, daß ihn noch etwas packen, erschüttern könne. Tie kleine Frau hätte etwas Klügeres tun können, murmelte er endlich. Damit wollte er sich in eine andere Stimmung Bringen. Allein es ging nicht. Die souveräne Laune, mit der auch er sich gewöhnt hatte, die Tinge zu Betrachten, aus dem Handgelenk zu schütteln, wollte sich nicht einstellen. Er sprang auf und ging mit großen Schritten in seinem Zimmer hin und her. Zorn, Groll, Empörung schnürten ihm die Kehle zu. Er ärgerte sich üBer die kleine Frau. Bald tat sie ihm nur noch leid. Der Rittmeister hatte seine Frau nie geliebt. Jetzt, da auch ihre tadellose Korrektheit, die ihn: immer noch imponiert hatte, in nichts zerfallen mar, haßte, verachtete er sie. Das aber änderte nichts an der Sache. Mit stet$' sich erneuernder Bitterkeit und empörtem Grol^ empfand Hans Joachim, was ihm dies Weib angetan, Die Lstge, den Verrat seines Offiziers und Kameraden. Und diesen seinen Offizier hatte er wirklich gern gehabt. Ja, — nein. Der Rittmeister schüttelte den Kopf; immer hastiger jedoch ging er in seinem Zimmer auf und ab. 9hm sah er ihst vor sich stehen, den jungen Menschen, schmuck und stattlich, finstere Entschlossenheit aus dem schönen Gesicht, das Pistol in der Hand, den Laus in die Lust gerichtet; ein Opfer, das sich für sein Vergehen selber stellt. 00 sah er ihn liegen auf dem grünen Grund, die noch eben blühendes Züge totenweiß, die Lippen verzerrt; an der Schläfe unter dem Haare ein kleines Loch, draus der Sttom des Lebens rann, unaufhaltsam dem Schicksal gehorchend. Hans Joachim kannte das. Er hatte einmal eine« Kameraden bei ähnlichem Falle sekundiert— niemand jedoch war ein Heil aus der Affäre erwachsen. Und heute? Immer [angfamer waren des Rittmeisters Schritte während dev der letzten Sekunden geworden. Tiefatmend, stöhnend fach ließ er sich in einen Sessel sallen, lehute den Kopf zurück! 650 itttb starrte geradeaus. — — Und wenn sich Herr von Greditz als' ziemlich von der Moderne beeinflußt erwiesen statte, auf eine schiefe Ebene geraten war hinsichtlich seiner Heirat und Ehe, es hatten doch auch moderne Anschauungen! bei ihm Eingang gefunden, um die Grenzen gewisser Urteile zu erschüttern für einen weiteren Ausblick auf dem Wege. „Und heute?!" wiederholte Hans Joachim endlich nach einer langen, langen Weile, darin ihm das Bewußtsein der Zeit entschwunden schien. „Und heute?!" Ja, was Halses denn! der armen, kleinen Frau, die gewiß ihre Unbedachtsamkeit^ ihren aufwallenden Zorn längst bereute, ihren Gatten immer lieb behalten würde ■—- trotz alledem — wenn er ihr diesen tüte einen Sperling aus den Erbsen wegschoß. „Strafe, Rache!" Der Rittmeister sprang empor. Wieder maß er mit großen Schritten das Zimmer. Er knüpfte die Uniform auf, es ivar, als sollte er ersticken. — Dann machte er wieder Halt; Geschehenes war nicht zu ändern. Ter Skandal aber kam erst recht heraus. Und der Skandal blieb; er fiel auf das Reginrent. Der Rittmeister machte kehrt auf dem Flecken, %uf dem er stehen geblieben war, um nach einigen Runden abermals hier Posto zu fassen. — — Die Tür zurVeranda stand offen. Er blickte hinaus in den schlafenden Garten, in die stille, kühle, weich duftende Lenzesnacht, deit Frieden der alles zur Ruhe bringenden! Natur. Hans Joachim kannte seine Frau. Jetzt hatte er sie ganz kennen gelernt, in einem neuen Lichte hatte er sie gesehen, so tote er es vorher nicht für möglich gehalten, durch tiefen Brief. — — .— In jedem Wort, in jeder Linie der kunstvoll gezogenen Buchstaben meinte er sie zu sehen, schlangenglatt und schlangenkühl, geschmeidig und geschickt, falsch und berechnend, nur für sich und ihre Stellung bedacht, ohne Herz, ohne Seele, ohne auch nur einen Funken wahrer Empfindung, ein Atom wahrer Natur: aber bezaubernd und bestrickend. Und so bestrickend, unentrinnbar bestrickend, hatte sie seinen Leutnant Umgarnt, wie die Schlange das Weib auf dem Bilde der Sünde von Stuck. Der Rittmeister haßte seine Frau. Seinen Leutnant aber liebte er doch. Wieder brach er ab in seinem Denken, es schüttelte ihn. Und wieder nahm er seinen Gang auf — nun blickte er hinaus in die weiche, kühle, stille Nächst und ihren leidlösenden Frieden. Sein Leutnant war ein Tor gewesen, eine Weide in dem Winde, in den Händen dieses Weibes! Er hatte eine Frau, jung, tmbedachtsam, wie wir alle einmal jung, unbedachtsam sind, aber warm, herzig und gut. Sie liebte ihn — er hatte sie geliebt. Ob es Nicht da doch eine bessere Sühne, eine bessere Lösung gab, geben möchte, als das tötende Blei — — Uno — fein Leutnant war auch ein guter Soldat, so wie man sie braucht vor der Front, in dem Kriege. „Heiliger Gott", sagte der Rittmeister endlich laut, als käme ihm ein erlösender Gedanke. „Deutschland hat jeden guten Soldaten nötige gerade jetzt. Seine Männer können etwas Besseres tun, als sich tot Fualten um solch eine Frau." Damit schien der Rittmeister zum Schlüsse gekommen zu sein. Und es war Morgen geworden. „Ter Herr Leutnant v. Uran", meldete eben der Diener seinem Herrn. Und ob der auch für den Besuch vorbereitet war, ja, ob er auch hatte darum bitten lassen, jetzt, da er ihm ins Auge sehen sollte, zuckte er doch zusammen. Tie eigene Beleidiugng, deren er im ganzen so wenig gedacht, die er so schnell vergessen hatte, machte sich geltend. Doch sein Offizier sollte nicht als Opfer' fallen--„Sehr angenehm", sagte der Rittmeister fest, meinte aber eben auch, er kenne die eigene Stimme nicht ntehr. Tie beiden Männer standen sich gegenüber, die Haltung entschlossen, die Züge fahl, und fanden kein Wort. „Mein Herr Rittmeister", begann Harro endlich, „ich komme, ich weiß — ich —" „Ich habe Sie bitten lassen, Herr Leutnant v. Uran", unterbrach aber da Hans Joachim von Greditz bereits den Kameraden, „ich habe Sie bitten lassen. Es ist Allerhöchste Ordre eingetroffen. Wir sind, wie Sie wohl schon erfahren, mit China engagiert. Majestät lassen ihre Truppen aufforderrr zum freiwilligen Dienst. Nur, wer Lust hast! und sich Meldet, geht mit. Ich wollte Sie also bitten, — bin leider wieder etwas heiser, soll Mich schonen — ich wollte Sie also bitten, lassen Sie die Schwadron sammeln und halten eine diesbezügliche Ansprache hier. Sagen Sie den Leuten — na, Sie wissen ja, was dahin gehört, Water- kand, höchste Güter: edelste Kultur — oder nein, halten Sie ftgt nur an das Materland. Vaterland bleibt Vaterland unter allen Verhältnissen — für alle seine Söhne^ und bedarf ihrer auch alle in gleicher Weise. Doch Sie können eine Anleihe bei der Geschichte machen. Tie Idee von dem neuen Kreuzzuge nach dem Orient spukt in vielen Köpfen. Nut:, der Kreuzfahrer zog aus nach Ruhm und Abenteuer, manch einer —" hier wandte der Rittmeister! seinem Leutnant den Rücken — „manch einer auch, weil er etwas auf der Seele hatte, das ihn bedrückte, oder um einem rostig gewordenen Schilde neuen Glanz zu erkämpfen. Machen Sie Ihre Sache gut, Herr von Ur au. Es wäre mir lieb, wenn meine Schwadron in ihrer Kriegs- tüchtigkeit nicht zurückbliebe." Damit wandte er sich wieder um und sah seinem Leutnant in das Gesicht. Und beide sahen sich wieder an. Einer hatte den anderen verstanden und, was noch mehr bedeutet, begriffen. Wie es auch in Harro stürmte, Mei letzten Ereignisse und Stunden hatten ihn gelehrt, seine Empfittdutrgen zu zügeln. Er war der Beleidiger, er hatte den Kameraden gekränkt. Er mußte, er wollte es hören können, was da gesagt war; er MLßstei, er wollte dankbar sein für die Form, in der zum Ausdruck kam, was sie beide betraf, ohne daß nur ein Wort gefallen wäre, das' nicht gesagt sein durste. Er wollte dem Kameraden dankbar sein, daß er, sich hoch über die Anschauungen ihrer Kreise stellend, ihm die verfallene Waffe wieder gab, um in dem Kampfe für das Vaterland in Ehren zu fallen oder neu zu erstehen. „Ich danke Ihnen, Herr Rittmeister", erklärte der junge Offizier in dienstlicher Haltung seinem Vorgesetzten, „danke Ihnen für den Auftrag. Ich werde der erste sein, der sich meldet." Ter Rittmeister nickte. „Ich werde mein Vertrauen nicht bereuen, Herr von Uran, Sie werden dem Regiment Ehre machen." Wieder nur legte Harry die Hand an die Mütze, verbeugte sich und ging. Unbeweglich blieb der Rittmeister stehen und blickte seinem Leutnant nach, lieber die etwas verlebten Züge flog ein lichter Schimmer, in seinen sonst kühlen Augen leuchtete es warm. Er hatte eine bisher nicht bemerkte Seite an sich entdeckt. Hans Joachim freute sich seit langem! wieder über sich selbst. Die Portiere öffnete sich hinter ihm. Ellinor trat leise ein. „Das ist groß und vernünftig gedacht." — So stand sie plötzlich neben dem Gatten. Sie hatte Harro kommen hören und sich hinter der Portiere versteckt gehalten. Sie mußte wissen, was das Schicksal brachte. „Groß und vernüftig von Mr", wiederholte sie noch einmal. Nun erst sah Hans Joachim seine Fran an. Die hatte eine fassungslose, schlaflose Nacht verbracht und' darum erst recht eine kleidsame Toilette gewählt. Das' lose Morgenkleid mit seinen weichen, weißen Falten lieh der überschlanken Figur etwas sehr anmutig Frauenhaftes; die weißen, dichten, duftigen Federn einer umgeschlungenen Boa ergaben gleichfalls eine sehr anmutige Aureole für den Kopf und brachten sein nachtschwarzes Haar, die schwarzen Augen zu erhöhter Geltung, täuschten schmeichelnd über die blauen Schatten hier und die fahle Mässe der Züge hinweg. Dennoch, jeder verklärende Schimmer, der soeben des! Rittmeisters Antlitz einen nicht alltäglichen Reiz verliehen, entschwand. Ebenso sank feine Stimmung, die sich loeit über das gewöhnliche Niveau erhoben, unter dasselbe zurück: „Du weißt ja, ich ließe nur Deine Millionen", entgegnete er schneidend. „Und außerdem hasse ich 'jeden Skandal —" „Nein, das war Großmut!" Hans Joachim kannte den girrenden Ton. „Noch etwas?" fragte er kurz. Frau Ellinor mußte wissen, wie es um ihr Schicksal stand. „Was — wie denkst Du—? Ich meine, wie wird es mit mit uns?" „Ah so —" mit finsterem Hohn sah der Rittmeister auf die Frau, die zum erstenmale in ^Verlegenheit war, wie sie ihre Worte setzen sollte, der zum erstenmale die Angst aus den Zügen sprach. Dann sagte er ruhig, ja kalt: „Wir, — ja, wir bleiben — zusammen." Ellinors Brust hob sich. Wie neubelebt schien das Blut durch ihre Adern zu fließen. Ein ungewöhnliches Empfinden hatte sie überkommen: „Ich danke Dir", sagte sie schmeichelnd, „Du sollst es nicht bereuen. Vielleicht, daß wir uns jetzt erst verstehen lernen —" Ue&er des Rittmeisters Züge lief ein mattes, spöttisches Lächeln. „Das wird die ZuUmft lehren", erklärte er kühl. Es geht den Menschen, wie den Völkern. Sie können gesunden, wenn sie vorübergehend von einer grassierenden Krankheit ergriffen werden. Sie erholen sich nicht — wenn ihre Leiden — decadence bedeutet. Darum touiours en vedette. Auch leben wir ja - 651 nur for sHotv." Wieder ward EMnor blaß, fast grün bis in die Lippen. „Guten Morgen", sagte sie und wandte fidj zunr Gehen. „Guten Morgen", sagte der Rittmeister. Er hatte in dem Augenblick die Empfindung, als habe er mit seinem Leben einen glänzenden Kauf und doch 'einen schlechten Handel gemacht. Frau Ellinor war wütend und empört. Sie hatte es eben so gut gemeint und müßte sich solche plumpe Dinge sagen lassen.' Nun, sie selbst und ihre Stellung aber waren gerettet! Das blieb, im Grunde, die Hauptsache doch. Davor trat alles andere, selbst die Liebe und das Schicksal des Geliebten, in den Hindergrund. Ich wenn Ellinor hätte wählen müssen — ich glaube, sein Leben würde ihr als kein zu hoher Preis dafiir erschienen sein. Glücklicherweise lag solche Wahl nicht in ihrer Hand, wußte sie aber auch noch nicht, daß dem Rittnteister — trotz alledem — etwas von deutscher Torheit geblieben war, sodaß er, ob er auch für sich den Kodex militärischer Ehre nicht länger allein für maßgebend hielt, doch auch niemandem zu nahe treten wollte, der anderer Ansicht war, und beschlossen hatte, den Abschied zu nehmen. Seine leidende Gesundheit ergab ja dafür einen genügenden Grund. (Fortsetzung folgt.) Hleöer die Wetvosttat im Kindrsalter. Ten mannigfachen Seelen- und Nervenstörungen bei Kindern wird schon seit längerer Zeit von Seite der Fachärzte berechtigte Aufmerksamkeit gewidmet, und es wurde ganz besonders in letzterer Zeit das nichtärztliche Publikum durch auszugsweise Wiedergabe fachmännischer Vorträge und Artikel in den Tagesjournalen über manche Symptome der kindlichen Hysterie oder Nervosität aufgeklärt. Umfassend und auch für den Laien überaus verständlich hat Professor Oppenheim die ersten Zeichen der Nervosität des Kindesalter in einem Vortrag behandelt, und dieser ebenso wissenschaftlich sachliche als auch dem Laien leicht verständliche Vortrag kann den meist Aufklärung bedürftigen Eltern und Lehrern nur bestens empfohlen werden. Wenn ich, so schreibt Professor Tr. Frühwald in der Halbmonatsschrift „Unser Kind", auf Grund meiner eigenen Erfahrungen und unter Anlehnung an den erwähnten Vortrag die Nervosität bei Kindern nur kurz' zur Besprechung bringe, so geschieht dieses, um die Mütter auf die mannigfachen störenden Erscheinungen im Seelenleben der Kinder aufmerksam zu machen, und um gewisse Sympwme vor laienhafter Mißdeutung zu bewahren. Was die ersteren betrifft, so bilden sie eben jenes große Kapitel der Nervosität oder Hysterie, deren Disposition in den allermeisten Fällen eine vererbte ist. Tiefe nervöse Disposition zeigt sich bei Kindern Armer und Reicher oft schon im zartesten Säuglingsalter. Ein unruhiger durch Hin- und Herwälzen oder Aufschreien oder Aufweinen gestörter Schlaf oder Schlaflosigkeit und ausfallende Schreckhaftigkeit gelten als die markantesten einschlägigen Symptome. Wiewohl diese erwähnten Erscheinungen ein oft wichtiges Begleitungssymptom der beginnenden oder schon ausgebildeten englischen Krankheit (Rachitis) sind, so treten dieselben auch ohne diese auf und erfordern dann ärztlicherseits eine besondere Aufmerksamkeit.. Tie stete Zunahme der oben erwähnten Erscheinungen und das allmähliche Hinzutreten anderer nervöser Symptome oder auch das Wechselvolle im Auftreten dieser, das Ausbleiben rhachitischer Veränderungen des Skeletts einerseits, andererseits die durch den Arzt nachweisbare Ausheilung derselben bei Andauer der nervöser: Symptome, läßt nur zu bald die anfängliche Vermutung auf nervöse Reizbarkeit begründet erscheinen. Bei zunehmendem Alter treten, wie schon erwähnt, in wechselvoller Art noch anderweitige abnorme psychische und motorische Störungen auf. Schon bei jüngeren Kindern tritt, von der Reizbarkeit abgesehen, oft eine wechselnde abnorme Gemütsstimmung, wie Launenhaftigkeit, Roheit, Bosheit und Jähzorn, auffallende Zu- und Abneigung gegen einzelne Personen der Umgebung, zu einem Spielzeug, oder es tritt eine Idiosynkrasie gegen gewisse stüher mit Vorliebe genommene Nahrungsmittel zutage, und diese psychische Störungen werden bei älteren Kindern nur noch auffälliger. All diese psychischen Motionen sind auch äußerlich sichtbar durch Farbenwechsel und partielle Fleckenbildungen der oft blassen Haut, plötzliche Schweißausbrüche, glänzende Augen uub bläuliche Verfärbung der meist kühlen, schweißigen Hände und Füße. Tie mit den psychischen sich oft kombinierenden motorischen Störungen zeigen sich durch mannigfache, besonders beim Sprechen oder Schreien auftretende unartikulierte Laute, unmotivierte und unpassende Gesten, körperliche Unruhe und zuckende oder hüpfende Bewegungen der Muskulatur, ganz besonders der Extremitäten. Zuweilen werden auch unartikulierte glucksende, krähende, schnalzende Laute mit ausgestoßen oder es tritt eine aussallende Aenderung des unrnhigen Atnrungsrhythmus durch plötzliches tiefes, seufzendes und laut hörbares Atmen auf. Auch im vchlaf sind mancherlei motorische Störungen zu beobachten; fie machen sich durch Zähneknirschen, Herumschlagen mit Armen und Beinen, Aufschreien und lautes Sprechen für das Kind und seine Umgebung störend bemerkbar. Auf eine ganz besonders nervöse Erscheinung, deren Besprechung zu Beginn der Schulzeit aber aktuell ist, will ich noch ausdrücklich Hinweisen. Es ist dies das nervöse Erbrechen. Wiewohl es auch im zartesten Kindesalter schon beobachtet wird, so tritt auch diese zuweilen mißdeutete Erscheinung ganz besonders im schulpflichtigen Alter nur zu häufig auf. Gewöhnlich gleich nach dem Erwachen und dann meist nur an den Schultagen oder unmittelbar nach dem in Hast eingenommenen.Frühstück erfolgt ohne Uebelkeit ein plötzliches Erbrechen meist nur von Schleim oder der eingenommenen Flüssigkeit. Tabei ist, wie überhaupt bei nervösen Kindern, häufig eine andauernde Appetitlosigkeit und Idiosynkrasie gegen Speisen oder gegen frühere Lieblingsspeisen derart vorhanden, daß es zu fast vollständiger Nahrungsabstinenz kommt. Dieses nervöse Erbrechen als solches äußert sich aber nicht nur als morgendliches Speien, es tritt auch bei oder nach stundenlangem Lernen, oder andaueriu- dem Sitzen in der Schule und dann vielleicht infolge geistiger Erfchöpfung oder anderweitiger psychischer Alterationen und dann ost auch mit Kopfschmerz vergesellschaftet auf. Tiefe Alterationen müssen aber gerade nicht durch Vorgänge in der Schule oder der Lehrstunde veranlaßt werden; Leid und Freude, die Aussicht auf An Vergnügen, oder der Genuß eines solchen, eine Fahrt oder eine anderweite Unterhaltung, alles also, welches die Psyche eines Kindes erregt oder herabstimmt, kann mit Erbrechen verbunden sein. Es würde mich zu weit führen und auch den Rahmen dieses Artikels überschreiten, wenn ich noch weitere Bilder der im Kindesalter zur Beobachtung kommenden Nervosität beschreiben würde. Ich würde auch damit im Kreise der für die Gesundheit ihrer Kinder stets zitternden Mütter eine ungerechtfertigte Angst erregen und mein Bestreben, ausklärend und beruhigend zu wirken, illusorisch werden. Tie Beruhigung über die Zukunft nervös veranlagter Kinder ist aber aus der Erfahrung zu schöpfen, daß zum Glück für die Generationen wohl in den meisten Fällen die besprochenen Erscheinungen sich im Laufe der Jahre bessern oder auch vollständig schwinden. Um dieses Ziel aber zu erreichen, und auf daß nicht die in der ersten Kindheit zum Ausdruck gekommenen Erscheinungen mit beit zunehmenden Jahren anderweitige psychische Abnormitäten zeitigen, soll und muh die Erziehung gerade solcher Kinder Hand in Hand gehen mit der verständnisvollen Individualisierung der Kinder und mit der unerschöpflichen und geduldigen Liebe der Umgebung des Kindes und seiner Lehrer. Bemerkenswerte Bäume im Großherzogtum Hessen. Nach dem hessischen Tenkmalschutzgesetz von 1902 ist die Pflege der Naturdenkmäler dem Ministerium der Finanzen, Abteilung für Forst- und Kameralverwaltnng, anvertraut; und dies mit Recht. Denn der Forstmann ist recht eigentlich dazu berufen, bezüglich der Pflege des Schönen in der Landschaft die Führerrolle zu übernehmen. Aus diesem Grunde gehört auch trotz der schwachen Stimmen Vereinzelter die Waldschönheits- pslege auf den Studienplan der forstlichen Hochschulen. Tast die Männer der grünen Farbe auf dem angedeuteten Gebiete Tüchtiges leisten wollen und können, bestätigt uns nicht nur die Schönheit der Waldungen in der Nähe der Residenz und an vielen anderen Orten, sondern ganz besonders das vor einigen Tagen im Berlage von Zedler und Vogel zu Tarmstadt erschienene Werk: „Bemerkenswerte Bäume im Großherzogtum Hessen in Wort und Bild". Tas Ministerium der Finanzen, Abteilung sür Först- und Kammerverwaltung, welches das Werk herausgegeben, hat hiermit wirklich Gediegenes geleistet. Keine trockene Statistik über das Vorkommen alter und großer Bäume langweilt uns. Tie Angaben der Dimensionen, des Alters usw. werden in einer sür den Leser anziehenden Form mit den ideellen Elementen der Darstellung zu einem harmonischen Ganzen vereinigt. Auf diese Weise werden wir in vielfach poetischen und malerischen Schilderungen mit den Baumriesen, Baumvctcrancn und sonstwie bervorragenden oder interessanten Baumgebilden unseres engeren Vaterlandes bekannt gemacht, das hiervon noch einen stolzen Reichtum'besitzt. Bor allem der Natursrennd und Turist, dann der Botaniker und Forstnrann, der Frennd nnd Erforscher alter Geschichte und Sage, der Maler und — der Dichter, sie alle werden in diesem prächtigen Buche Interessantes und Fesselndes finden. Tie Heimatsliebe wird und muß durch das Werk gefördert werden. Tenn welche Fülle von Erinnerungen rust^ das Buch wach! Die liebe Heimat, die uns seit den Tagen der Kindheit an das Herz gewachsen, tritt uns in ihrer alten trauten Schönheit wieder vor Augen. Neber 80 der bemerkenswerten Bäume des Großherzogtums Hessen werden uns in Wort und mit wenig Ausnahmen auch im Bilde vorgeführt. Tenn 34 Tafeln in Lichtdruck und 34 Abbildungen im Texte zieren das Werk. Alle diese Bilder — aus der Lichtdruckanstalt von Zedier und Bogel zu Darmstadt hervor- 652 gegangen — sind Meisterwerte an geschmackvoller Darstellung und feiner Reproduktion. Dazu sind noch zwei Kärtchen beigcgebeit, auf welchen wir die Standorte der Bäume näher bezeichnet finden. Mit Wohlgefallen und Interesse wird das Auge auf diesen schönen Bildern ruhen und sich an den herrlichen Schöpfungen der Natur erfreuen. Der deutsche Wald, der so vieles aus unserer Kultur erschließt, niuß jedem hierdurch noch mehr ans Herz wachsen. Tenn die Natur ist und bleibt doch die reichste Quelle des Schönheitsgenusses, da die Werke der Kunst, auf wenige Stätten zusammengedrängt, doch nicht so allgemein zugänglich sind. Mochte das Werk sich recht viel Freunde erwerben, zur Erhaltung und Pflege der Schönheiten der Natur allgemein anspornen und zum Studium der Mutter Natur immer mehr anregen, denn dies verleiht uns inneren Gehalt, der mehr wert ist, als gleißendes Gold! „Lies in den Werken der Natur, Im duft'gen Wald, in frischer Flur! Nichts spendet so wie sie hinieden Dem Geiste Kraft, dem Herzen Frieden!" Der Preis von 5 Mark ist in anbetracht der hohen Herstellungskosten äußerst mäßig und dem Verleger auch nur dadurch möglich gewesen, daß ihm die Forstverwaltnng ihre Unterstützung und Mitwirkung in jeder Beziehung angedeihen ließ. Vermachtes. * Die Entstehung der Sprache im Gehirn. Es galt bereits als ein großer Erfolg, als Broca eine bestimmte Windung des Gehirns als Sitz des Sprachvermögcns nachwies. Heute ist man sehr viel anspruchsvoller geworben und begehrt weit eingehendere Angaben über das Zustandekommen eines so wichtigen Teils der geistigen Tätigkeit. Professor Mills von der Universität Pennsylvanien hat jetzt eine sehr gründliche Untersuchung über die verschiedenen Teile des Gehirns, die zur Entstehung der Sprache wirken, veröffentlicht. Er zählt fünf Gehirngegenden auf, die dabei in Betracht kommen: Tas Gehirnzentrum zur Wahrnehmung des gesprochenen Worts in dem hinteren Teil der ersten und zweiten Schläfenwindung: das eigentliche Zentrum der Sprachäußerung, das schon von Broca entdeckt wurde, dem aber nach Professor Mills noch die vordere Hälfte der sogenannten ,^Jnsel" hinzuzufügen ist; das graphische Zentrum, das beim Schreiben tätig ist und im hinteren Teil der sweiten StirnWind- ung liegt; das Zentrum zur Auffassung der Worte durch den Gesichtssinn und endlich das Namenzentrnm in der dritten Schläfenwindung. Tiefe 5 Zentren stehen untereinander in Verbindung. Hier wird die Sprache gleichsam organisiert, um daun durch die Tätigkeit der Nebenzentren im Gesicht, in der Zunge und im Kehlkopf erst eigentlich in die Erscheinung zu treten. Tas Brocasche Sprachzentrum ist gewissermaßen der Antragsteller, der vornehmlich der Mitwirkung des Namenszentrums bedarf, um die Worte in dem beabsichtigten Ausdruck und Zusammenhang zu tage zu fördern. Ein anderer Teil des Gehirns steht noch in Verbindung mit den Bewegungen, die zu der eigentlichen Artikulation führen. Tie Erwerbung des Sprachvermögens rst der erste große Schritt in her Scheidung des Menschen vom Tier gewesen. Temgemäß zeigt auch das Gehirn des Gorilla oder anderer menschenähnlicher Affen einen Mangel an Entwicklung an den beschriebenen Teilen, ivährend bei diesen Tieren fcte Zentren für den Gesichts- und Gehörsinn, sowie für die Muskelbewegungen sehr stark ausgebildet sind. Tie Hirnwind- nng, in der der Sitz der Sprachäußerung zu suchen ist, ist beim Menschen bedeutend ausgedehnt, und das graphische Zentrum zur Worischreibung kommt ganz neu hinzu. , ~ ? ie Frau Bei den alten ® e r ma n en. Hart und herb, wie das Verhältnis von Herr und Knecht, war bei unfern Altvordern auch das Verhältnis von Mann und Weib, wenig» steus nach seiner rechtlichen Seite. Tenn von Rechts wegen war ■ dreies Verhältnis auf die einfache Formel gebracht: Herr und Magd. Die sehr verschiedene Wertung der beiden Geschlechter erhellt schon daraus, daß ein neugeborenes weibliches Kind aus- zusetzen bei manchen Stämmen, wenigstens unter Umständen, wie zur Zeit einer Teuerung oder Sungersnot, oder infolge unheilverkündender Träume, iiicht anstößig war. Noch zur ftänkisch- merowingiichen Zeit stritt man auf einer Kirchenversammlung über die Frage, ob die Weiber auch Menschen wären. Durchgehends war dem Manne vor dem Weibe, dem Sohne vor der Mutter dem Bruder vor der Schwester Vorzug und Vorteil eingeräumt' Jedes Weib galt für unmündig und entbehrte der freien Verfügung über die eigene Person oder über einen Besitz. Keines vermochte einen rechtsgiliigen Akt zu vollzieheir, vor Gericht erne Klage zn erheben oder gegen eine solche sich zu verteidigen. Ueberall bedurfte das Weib eines Vertreters, Fürsprechers, Vormundes, Vogtes. Tie Gattin war vom Gatten, die Witwe vom söhne, die vaterlose Tochter vom Bruder bevormundet. Auch das Erbrecht der Frauen war ein sehr beschränktes: rm allgemeinen fiel beim Tode des Hausvaters das ganze Eiche den Söhnen zu und gingen die Witwen und die Töchter leer aus. Trotzdem ist dem Verhältnis von Mann und Weib im Germanien schon von jeher ein schöner idealer Zug eigen gewesen. Tas Zeugnis des Tacitus, ivelcher von der germanischen Ehe mit hoher Achtung spricht, tritt hierfür ein, obgleich sein Gewicht auch hier einigermaßen abgeschwächt wird durch die offenbare Absicht des Römers, mittels Schönmalerei germanischer Sitteu- reiiiheit seinen Landsleuten eine Strafpredigt zu halten. Tie Sitte hat den starren Rechtsbaun durchbrochen und dem Weibe eine bessere Stellung verschafft, als das Gesetz ihm einräumen wollte. Tie Sitte aber, beziehungsweise auch die Unsitte, wird ja allzeit und überall zumeist durch die Frauen gemacht, und was schöne und kluge Weiber im Guten und im Bösen vermögen, steht auf gar vielen Blättern der Weltgeschichte zu lesen. Wie sich, was das Verhältnis von Mann und Weib angeht, in Germanien die Sitte schon frühzeitig zum Edleren gewendet hatte. Wird bezeugt durch die Tatsache, daß bei den meisten deutschen Stämmen Einweibschaft herrschte, Mehrweiberei dagegen nur selten vorkam. Daß aber nur die EinWeibschaft eine rechte Ehe und daß nur eine solche wiederum ein gesundes Familienleben begründet, ist allbekannt nicht minder, daß die Familie die Grundlage jeder rechtlichen rechtlichen Gemeinschaft unter den Menschen war und ist und daß demnach auf ihr alle Staatsbildungen beruhen. (Aus dem gegenwärtig erscheinenden Werke „Germania", Zwei Jahrtausende deutschen Lebens. Kulturgeschichtlich geschildert von Johs. Schere. 6. neu bearbeitete, mit co. 300 Abbildungen und 50 Extra-Kunstblättern versehene Auflage. 50 Lieferungen zu je 30 Pf. Stuttgart, Union Deutsche gesellschaft.) ________________ LTtsVavssches. — Ein neuer hessischer Kalender, der, zugleich eilt kleines Kunstwerk ist, ist von der Darmstädter Kunstanstalt Ä. H:n- mann herausgegeben Worden. Tas in moderner Kunstmanier aus- gestattete Werk ist zunächst ein Kalender für 1905, aber es ist gleichzeitig auch ein hervorragendes hessisches Prachtstück von dauerndem Wert, denn es enthält sechs in lithographischem Farbendruck ausgeführte Originalbilder aus Hessen von Ernst Liebermann, einem Münchener Landschaftsmaler, der diese für die Verfielfältigung farbig auf den Stein gezeichnet hat, wodurch jedes Blatt den Wert eines künstlerischen Originalwerks erhielt. Das erste Bild zeigt eine stimmungsvolle Winterlandschaft aus Darmstadt: „Auf dem Turm der Stadtkirche", bann folgt ein fesselndes Bild von Lindenfels, der altehrwürdige „Tom zu Mainz", eine anmutige Familienszene „Ans dem Vogelsberg", das kunsthistorisch interessante „Rathaus zn Heppenheim" und zum Schluß eine prächtige Stimmungsland- schaft „Aus dem Odenwald". Der Künstler hat alle seine Motive direkt der Natur entnommen und sie unter Verzicht auf störende Tetails für seine Kunstblätter verwendet. Sie werden in ihrer Farbenfrische und Stimmungskraft jeden Kunstfreund, durch ihren heimatlichen Zauber aber besonders alle Hessen mit Freude erfüllen. Ten Bildern ist von Professor Dr. Anthes ein erläuternder Tekt beigefügt worben. Wir sind überzeugt, daß der hessische Kalender von Hohmann sehr bald einest Lieblingsplatz "in vielen hessischen Familien einnehmen wirb. • — Der Gartenbau-Kalender ist im deutschen Hause längst ein lieber Freund geworden; so wird auch der neue Jahrgang 1905 mit Freude begrüßt werden. Tie besten Namen sind darin vertreten. Hermine Villinger hat eine, Plauderei „Unter dem Torbogen" beigesteuert, Hans Arnold eine seiner hnmor- durchtränkten Geschichten „Das Examenschweinchen", Adelheid Stier ein Gedicht „Tie Hausbauk". Tiefem, der Unterhaltung gewidmeten Teil folgt der „Tagesgeschichtliche Rückblick", der alle bedeutenden Ereignffse des vergangenen Jahres, mit besonderer Berücksichtigung des russisch-japanischen Krieges, und die Porträte hervorragender Männer und Frauen bringt. Hand in Hand mit dem reichen textlichen Gehalte des Buches, das in der Mannigfaltigkeit seines Inhaltes ein Nachschlagewerk für tausend kleine Fragen des Alltages ist, geht der Bilderschmuck, der außer einer farbigen Kunstbeilage eine Anzahl Vollbilder und viele Illustrationen zu den Erzählungen und zu den belehrenden Artikeln enthält. Zahlenpyramide. Nachdruck verbotm. 1 Vokal 1 2 Spielkarte und alte Münze. 12 8 nordische Gottheit. 4 12 3 Teil des Gesichts. 1 5 4 3 2 meiblischer Vorname Auflösung in nächster Nummer. Auflösung des Dreieckrätsels in vor. Nr.r LID ELLA R E M U S Redaktion: Auaust Goeü. — Rotationsdruck und Verlaa der Brühl'scheu UniversitätS-Buck- und Steindruckerei. R. Lange, Gieße«.