1904 ti m Areitag den 2. Septemöer. , Th ■irrhötiüi ml Gin angenehmes Kröe. Humoristischer Roman. Von Victor von Reisner. (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) Der Major wandte sich wieder zu seiner Frau. „Da ich die ganze Nacht mit ihnen zubrachte", sagte «r, >,fo will auch ich ein Bad nehmen — sie werden mir ja meine ängstliche Vorsicht hoffentlich nicht übel nehmen." Kopfschüttelnd ging Frau von Höchstfeld voran, traf die gewünschten Anordnungen und ließ sich dann von Erich über alles ausklären. Als der Major seinen äußeren Menschen gereinigt hatte, ließ er anspannen und fuhr nach der Stadt, um dort die vorbereitenden Schritte für seine innere Reinigung, für seine Rehabilitierung zu treffen. Der Oberst, an den er sich dieserhalb wandte, war nicht wenig überrascht, zu hören, daß sich Siepenaz eines solchen ganz unqualifizierbaren Benehmens schuldig gemacht haben sollte. „Jch^ danke Ihnen für Ihr Vertrauen und stehe Ihnen natürlich mit Vergnügen zur Verfügung", sagte der Oberst nach kurzem Ueberlegen, „möchte Sie aber bitten, mir bei den Verhandlungen freie Hand zu lassen." Herr von Höchst- feld sah. ihn mißtrauisch, an. „Bei der mir angetanen Beschimpfung kann es sich nur um' die schärfsten Bedingungen handeln", entgegnete er, „zehn Schritte Distanz mit Avauzieren." „Das wäre Mord !" Dem Major schwoll die Zor,nesader ganz bedenklich an. „Glauben Sie vielleicht, daß ich zeitlebens mit besudelter Ehre Herumlaufen will?!" fragte er scharf. „Davon kann nicht die Rede sein", erwiderte der Oberst ruhig, „jedenfalls dürfen Sie sich darauf verlassen, daß ich Ihre Angelegenheit genau nach, den Regeln der Standes- ehre zum Anstvag bringen werde", und nachdem nun der Major ohne weiteren Vorbehalt eingewilligt hatte, fragte er ihn, ob er schon einen zweiten Zieugen habe. „Noch nicht", entgegnete Höchstfeld, „ich. dachte an Major von Vranac." Um ihm einen Weg zu ersparen, ließ der Oberst diesen rufen, und bald daraus ritten die beiden Herren gegen Stepenvza, während Herr von Höchstfeld nach Hause fuhr. Als er dort ankam, sah er auf dem Hose ein fremdes Fuhrwerk stehen. „Wer ist hier?" erkundigte er sich! bei der Dienerschaft, und als man ihm mitteilte, daß es der Pfarrer sei, da erstarrte er im ersten Moment fast über diese schier unglaubliche Dreistigkeit, dann aber erfaßte ihn eine namenlose Wut, und kaum! seiner Sinne mächtig, stürzte er nach dem Empfangszimmex. Dort saß indes tatsächlich der Pfarrer. Als er am Morgen von des Majors Mißgeschick et* fahren hatte, da sagte er sich!, daß dies der geeignetste Zeitpunkt sei, ihn über die Vergangenheit und über sein ungerechtfertigtes Mißtrauen aufzuklären. „Wer am eigenen Leibe Unbill erlitten hat", kalkulierte er, „der ist am ehesten imstande zu begreifen, wie sehr auch ein anderer unter falschem Verdacht leidet." Frau von Höchstfeld und Erich versicherten ihm zwar wiederholt, daß der Vater in der schrecklichsten Laune sei und dies umsomehr, als er au ein Mißverständnis nicht glauben wolle. Der Pfarrer aber lächelte dazu nur und war fest überzeugt, daß er ihm binnen fünf Minuten di« Haltlosigkeit dieses Märchens begreiflich machen würde. „Ich bitte Sie, meine liebe, gnädige Frau", wiederholte er eben, „es ist ganz undenkbar, daß sich ein vernünftiger Mensch auf die Dauer der Wahrheit verschließen Eönnte t Noch dazu in einem Falle wie diesem, wo er sich bei ruhiger Ueberlegung selbst sagen muß, daß eine Absichtlichkeit vollkommen ..." — da ging die Tür auf und auf der Schwelle erschien der Major. Dem Pfarrer wurde beim Anblick des ihn unverwandt Anstarrenden doch etwas unbehaglich zu Mute, fein reines Gewissen gab ihm indes die Kraft, ihm ruhig ins Auge zu sehen, und auf ihn zugehend, sagte er mit ausrichtiger Herzlichkeit: ,>Jch bin hergekommen, um mit Ihnen ein ehrliches Wort zu reden." Der Major maß ihn mit nicht mißzuverstehender Verachtung, dann sich zu seiner Frau und zu Erich wendend, fragte er mit scharfem, verletzenden Tadel: „Wie durftet Ihr es wagen, diesen — Menschen AN empfangen?!" „Herr von Höchstfeld, ich,. . ." „Sie haben in meinem Hause nichts mehr zu suchen"^ herrschte ihn der Major int höchsten Zorn au, „und wenn Ihnen das noch nicht deutlich genug sein sollte, so . . ." „Erwin — Vater!" schrieen Frau von Höchstfeld und Erich, gleichzeitig auf. „Lassen Sie nur", gebot der Pfarrer Mit ruhiger Würde, „mein priesterliches Gewand wird mich wohl vor weiteren Insulten schützen." „Diesem Gewand haben Sie auch nur einzig und allein zu danken, daß ich dem Träger nicht eine empfindliche Lektion auf den Weg Mitgebe", schrie der Major außer sich Der Psarter wandte sich! aschfahl, aber erhobenen Hauptes zur Tüx, wo er noch einmal stehen blieb. „Sie ahnen nicht, tvas Sie heute taten", warf er ihm voller Bitterkeit vor, „Sie haben denjenigen von sich gewiesen, der durch ein Mitglied Ihrer Familie den surcht- barsten Schmerz seines Lebens erfahren hat, und der trotzdem hierher kam. Ihnen die Freundeshand zu bieten. So, nun gehe ich. Wenn Sie Ihr Unrecht «ingesehen haben,! dann wissen Sie, wo ich zu finden bin — von selbst komm« — 518 Ich sicher nicht wieder zn Ihnen, denn wenn mein Amt auch Demut von mir fordert, so verlangt es doch nicht die Preisgabe meiner persönlichen Ehre." „Sie und Demut!" rief ihnr der Major höhnisch nach, „bei mir verfangen diese Mätzchen nicht, bei mir nicht!!" Frau von Höchstfeld ging händeringend auf und nieder. „Erwin, um des Himmelswillen, wie konntest Du Dich mir so weit vergessen!" rief sie ganz fassungslos. „Ich habe mich nicht vergessen, ich habe nach reiflicher Ueberlegung gehandelt!" tobte er weiter, „und froh bin ich, herzlich froh, so schnell Gelegenheit gefunden zu haben, diesem Menschen meine Verachtung ins Gesicht zu schleudern." Erich hatte sich bisher nur mühsam beherrscht, nun aber konnte er nicht länger schweigen, wenn er nicht in seinen eigenen Augen als Feigling gelten wollte. „Du hast Dich in Deiner Leidenschaft zu einer ungeheuerlichen Beleidigung hinreißen lassen, Vater", sagte er fest, „denn dieser Mann ist die Lauterkeit selbst, dafür lege ich meine Hände ins Feuer." Herr von Höchstfeld war geradezu sprachlos über die Kühnheit seines Sohnes. Er starrte ihn mit hervorquellenden Augen an, und mit vor Wut zitternder Stimme drohte er: „Daß Tu Dich nicht noch einmal unterfängst, meine Handlungen zu kritisieren, sonst könnte ich vergessen . . ." „Nicht weiter, Erwin", unterbrach ihn seine Frau mit ganz ungewohnter Energie, „der Junge hat das Recht seiner eigenen Meinung, er ist kein Kind mehr, und wenn er Dir nut schuldiger Ehrerbietung Vorhaltungen macht, so . . ." „Ja, bist denn auch Du des Teufels?" fiel er ihr heftig ins Wort, „hat denn dieser Pfarrer auch Dich in seine Krallen bekommen?" „Ich weiß nur soviel, daß ihn an Deinem Mißgeschick auch nicht das geringste Verschulden trifft, daß er darüber ebenso empört ist wie wir." „Natürlich, weil er Mr das vorschwindelt, glaubst Du es auch gleich", höhnte er, „ich aber weiß, was ich mit meinen eigenen Ohren gehört habe, und wenn gar nichts anderes vorläge, so würde ich ihm schon deshalb die Dar gewiesen haben! Und nun bitte ich mir Ruhe aus, ich wünsche den Wmen dieses Menschen in meinem Hause nicht mehr erwähnt zu Höpen — habt Ihr mich verstanden?!" „Jawohl, Vater, ich habe Mch verstanden", entgegnete Erich mit bebender Stimme, „ich werde mich darnach auch auch so weit als möglich richten. Eines mußt Du aber gleich wissen, damit Du nicht glaubst, daß ich etwas hinter Deinem Rücken unternehme; ich werde ihm sagen, daß Du nur für Mch gesprochen hast, daß ich aber nach! wie vor die größte Hochachtung vor ihm hege." Herr von Höchstfeld brach in ein gellendes Lachen aus. „Oh, Mch durchschaue ich", pief er, „dahinter steckt diese Liebesgeschichte, zum Dank für seine Gelegenheitsmacherei ergreifst Du sogar gegen Deinen eigenen Vater Partei. Wer Du hast hie Rechnung ohne den Wirt gemacht, denn während Du Dich Hier durch Deine unkindliche Respekts- Widrigkeit aus meinem Herzen losreißt, sind schurr meine Zeugen bei diesem sauberen Grafen, um in meinem Namen blutige Satisfaktion zu fordern." Frau von Höchstfeld sank vor Entsetzen in den Sessel und sing laut zu jammern an. „Hast Du ettoa gedacht, daß ich diesen Schimpf auf mir sitzen lassen werde", polterte er, „meinst Du etwa, ich hätte meine Mannesehre in der deutschen Heimat zurückgelassen? „Nein, nein, sie sollen mich kennen lernen, sie sollen erfahren, daß man Mit mir nicht ungestraft sein Spiel treibt", und als sie noch! immer nicht zu weinen aufhörte, ging er, die Tür hinter sich! dröhnend ins Schloß werfend/ wütend nach seinem Zimmer. Erich eilte zur Mutter. „Keine Angst, liebe Mama, es kann gar nicht so weit kommen", suchte er sie zu beruhigen. „Dem Grafen wird es ja gar nicht einfallen, für solch eine Gemeinheit, die er sicherlich streng ahnden wird, einzustehen! Er wird Papa seinen Abscheu über das Vorgefallene ausdrücken, und damit wird er sich zufrieden geben müssen!" „Wenn Du doch Recht behieltest", klagte Frau von Höchstfeld. „Angenommen, es ginge wirkliche alles so aus und ich glaube es fast selbst — wie soll ess aber nur mit dem Pfarper enden?" „Da sehe ich für den Augenblick selbst keinen Ausweg", entgegnete Erich düster vor sich hinstarrend, „er müßt« ja kein Mensch er müßte ja der reine Engel sein, wenn er diese unglaublich«, diese ganz unfaßbare Insulte verzeihen könnte. Papa hat in einer Weise gewütet, die geradezu . . ." „Nein, nein, mein Kind, Du darfst Deinen Vater nicht so kurzer Hand verurteilen", nahm sie ihren Gatten gegen den Sohn in Schutz. „Vergiß nicht, in welch schrecklicher Aufregung er sich befunden haben muß. Mit zwei Landstreicherinnen, die sie vor seinen Augen auspeitschten/ sperrten sie ihn in ein Loch und drohten ihm noch obendrein mit derselben Züchtigung! Es ist ja haarsträubend! Bedenke doch wenn Du nicht noch rechtzeitig hinübergekommen wärst und dieses Gesindel sich tätlich cm ihm vergriffen hätte!!" „Das hätten sie keinesfalls gewagt!" widersprach Erich „Kann man das wissen? Diesem Volk ist alles zuzutrauen", fing sie von neuem zu jammern an. „Vater muß ja furchtbare Stunden durchgemacht haben, und da ihm diese Kerle des Pfarrers Aeußerung absichtlich in falschem Zusammenhang hinterbrachten, so ist seine namenlose 'Wut nur zu begreiflich" Erich bot ihr seinen Arm/ sie nach ihrem Zimmer zu geleiten. „An uns aber ist es", sagte er dabei, „des Vaters Schuld so viel als möglich gutzumachen. Ich! reite jedenfalls sogleich hinüber- und wenn Du erlaubst- werde ich ihm auch Deine Sympathie ausdrücken." „Ach Kind, ach Kind", seufzte sie. „Du ahnst es nicht, wie wehe es mir tut, nicht offen und spei auf die Seite meines Mannes stellen zu können: Mer Du hast rechtes ist dies das mindeste, was wir ihm schuldig sind —< sage ihm also, wie herzlich ich das Vvrgefallene beklage." Der Major war indes etwas ruhiger geworden. Erichs unerschrockenes Eintreten für den Pfarrer, noch mehr aber die unverblümte Parteinahme seiner Frau gaben ihm doch zu denken. Er war aber in seiner Wut noch zu befangen/, um die Möglichkeit eines Irrtums von seiner Seite zu- zugeben, war vielmehr — je länger er darüber griibelte — um so fester davon überzeugt, daß sie sich in ihrer Beschränktheit von dem scheinheiligen Getue dieses Erzfeindes seines Hauses hatte übertölpeln lassen. Freilich, daß er ihn direkt hinausgeworfen hatte, tat ihm nun fast leid, zumindestens verdroß es ihn, da vorauszusehen war, daß sich die ganze Gesellschaft nun erst recht auf die Seite des Beschimpften stellen wiirde. „Und wenn!" brummte er dann zornig, „ich pfeife auf diese Gesellschaft, mich verlangt nicht nach ihr — ich bin froh, wenn sie mich ungeschoren läßt." Pferdegetrappel lockte ihn ans Fenster. Es waren indes" nicht die schon ungeduldig erwarteten Herren, sondern Erich, der eben zum Tor hinausritt. Wohl ahnend, wohin der Weg den Jungen ftihrte, wollte er ihn schon zurttckrusen, als er es sich noch int letztem Moment anders überlegte. „Nein, sie sollen sehen", sagte er sich, „daß ich niemandem, selbst meinem eigenen Sohn nicht, meinen Willen aufzwinge. Dies wird ihnen wohl klar vor Augen führen, daß ich "keineswegs ein Hitzkopf bin, sondern ruhig und sachlich überlege." Und dann zog auch! noch, so etwas wie Mitleid für den JUngen durch sein Herz, dem er seine Träume von Liebe und Glück so grausam hatte zerstören müssen. Wenn nicht dieses Mitleid gewesen wäre, würde er wohl auch schwerlich Erichs Auftreten so verhältnismäßig ruhig hingenommen haben, aber da es ihm das' Mädchen in s einer ungezwungenen Urwüchsigkeit selbst angetan hatte, so begriff er den Schjmerz und die bittere Enttäuschung seines Sohnes nur zu sehr und wollte deshalb nicht M streng mit ihm ins Gericht gehen. AM meisten ärgerte ihn noch Erichs Begriffsstutzigkeit/ der noch demjenigen die Stange hielt, der einzig und allein an seinem Unglück schuld war. Wenn nicht diese dunkle! Geschichte mit dem Pfarrer gewesen wäre, in welcher dieser auch noch den Grafen hineinzuzieheu verstanden hatte, dann würde Erschs Werbung von Anfang an nichts im Wege gestanden haben. Aber nicht genug daran, hafte dieser Mensch, den Wetter Karl so genau durchschaut hatte, seine Netze immer weiter über die seinem Hasse verfallene Famine ausgewvrfen. Selbst das Kind seines besten Freundes schönte er nicht. 619 wenn es galt, seine Rache zu befriedigen. Mit scheinheiliger Biederkeit begünstigte er sogar noch diese Liebe, und dann, als er sah, daß der JUnge mit ganzem Herzen und ganzer Seele an ihr hing, ergriff er mit grausamer Ueberlegung die günstige Gelegenheit, eine Aussöhnung für alle Zeiten zu hintertreiben. . Ja, jct, so war es, es konnte gar nicht anders sein, und die ihm zugebrachten Worte bestätigten dies nur allzu deutlich. Das war also sein Werk, und Graf Stepenaz war dabei nichts weiter als sein willenloser Handlanger. Derjenige aber, der sich zu einer Schlechtigkeit mißbrauchen ließ, war in seinen Augen ebenso, fast noch gemeiner als derjenige, dem sie sein blindwütiger Haß diktierte, und schon deshalb sollte ihm der wohlverdiente Denkzettel zuteil werden. Er konnte die Ankunft seiner Zeugen kaum mehr erwarten, und als diese endlich angeritten kamen, mußte er sich mit aller Macht zur Ruhe zwingen, um nicht am Ende gar bei den Herren den Gedanken aufkommen zu lassens als ob ihn das bevorstehende Duell so sehr aufrege. Daß die Sache friedlich beigelegt werden könnte, lag ihm so himmelsern, daß er des Obersten Erklärung über den wahren Zusaminenhan-g erst gar nicht begriff. „Aber das geht ja nicht — das ist ja nicht möglich", stotterte er ganz verwirrt. „Graf Stepenaz ist natürlich mit Vergnügen bereit. Ihnen, wo und wie Sie es nur wünschen sollten, fein herzlichstes Bedauern auszudrücken", fuhr indes der Oberst in seinem Bericht fort. „Uebrigens hat er den Waldhüter nach einer reichlichen Tracht Prügel sofort aus dem Dienst gejagt, und dem ganzen Dorfe ist zur Strafe aus ein Jahr das Recht entzogen worden, im Walde Holz zu sammeln und ihre Schafe und ihre Schweine auf die herrschaftlichen Stoppelfelder zu treiben. Nach dieser wahrheitsgetreuen Darlegung, schloß der Oberst, „blieb uns' natürlich nichts anderes übrig, als die Forderung zurückzuziehen und uns in Ihrem Namen für beftiedigt zu erklären." „Und wir freuen uns herzlichst, fügte Major von! Vranae hinzu, „daß sich das Mißverständnis so glatt löste und sich zwei Ehrenmänner ohne die geringste Demütigung die Hände reichen tonnen." Herr von Höchstfeld war ganz fassungslos. Nach diesen Erklärungen noch auf seiner Forderung zu bestehen, wäre nicht nur Tollheit, nein, es wäre Wahnsinn gewesen, denn nach all dem Gehörten mußte er sich ja eingestehen, eine grandiose Eselei begangen zu haben. „Und dem Pfarrer hast Du ja dann — wenigstens in diesem Falle — auch Unrecht getan!" schoß es ihm plötzlich durch den Kops, sodaß er ganz erschrocken aufstöhnte. „Fehlt Ihnen etwas?" fragte ihn der Oberst verwundert. Mit gewaltsamer Willensanstrengung richtete sich Herr von Höchstseld in die Höhe. „Oh nein, oh nein", sagte er verlegen, „ich danke den Herren vielmehr für den kameradschaftlichen Dienst, den Sie mir geleistet haben" — und sich! seiner Hausherrupflicht erinnernd, bat er: „Sie schenken uns natürlich das Vergnügen zu Tisch — es rst ohnehin bald Mittagszeit." Die Einladung wurde angenommen, und Herr von Höchstfeld ging, seine Frau persönlich von dem Besuch zu verständigen, welche Gelegenheit er auch gern benutzte, der schon halb zu Tode Geängstigten zu ihrer Beruhigung mitzuteilen, daß alles beigelegt sei. (Fortsetzung folgt.) Wie die Zsrauerr gehen. „Gelassen wandelnd und in sanft geschwungenen: Schritt", so trat die homerische Helena daher vor den troischen Greisen, ein Entzücken dem Ange. Heute klagt man wieder darüber, daß die Frauen nicht geben könnten, und die schönen der einen Nation' zucken zum mindesten die Achseln über den Gang anderer Völker. „Was man heute gehen nenM, ist eigentlich nur ein Sichsort- bewegen", .hat man.verächtlich gesagt, und die Französin, die vielleicht noch am ehesten sich den Rhytmus einer feinen Kultur in ihrem leichten, eleganten Schreiten bewahrt hat, findet, daß die schöne Amerikanerin sich zu steif und gerade, zu eingeschnürt (corsetöe) bewege, daß die Engländerin den Körper ungraziös' Vorbeuge und zu lange Schritte mache; unsere deutschen Frauen treten, Nach dem Urteil der Französin/ .zu schwer auf und schlenkern Urft den .Ärmeng die Italienerinnen und Spanierinnen beugen! sich zu sehr nach hinten über, und die kokette Geziertheit ihrer sehr auswärts gestellten Schritte erscheint unnatürlich. Wollte man so die Schilderungen des Ganges in Wort und Bild durch alle Epochen verfolgen, man könnte eine sehr unterhaltende Kulturgeschichte des Ganges schreiben. Die vollendetste Art des Gehens ward bei den Griechen erreicht, deren allseitig ausgebildetes Schönheitsgefühl auch die geheimen Bewegungen des alltäglichen Lebens beherrschte. In den weiten Faltengewandungen, die die Melodie des Gehens begleiteten und sie widev- hallen ließen, schreiten die Jungftauen des Parthenon-Frieses gemessen und wohlabgewogen feierlich daher. Eine große ästhetische Kultur hat die würdige Rundung bestimmt, .mit der der eine Fuß das Auftreten des anderen begleitet, .und ein anmutig wechselndes Spiel des Gewandes belebt dieses machtvolle Wandeln. Die Griechin setzte den mit den Sandalen belleideten Fuß fest auf, sie suchte nicht, wie es bei den modernen Völkern Sitte geworden ist, die Bewegungen den Hüften! und Schenkel zu verbergen; sie hüllte nicht die Beine in einen engen Rock, der das Ausschreiten undeutlich macht, sondern die frei wallenden Stoffe folgten den Bewegungen der Gehenden, .ließen die Wiederholung der Schritte erkennen und gaben dem Gange etwas Notwendiges, während man sich heute manchmal darüber, wie eine Frau eigentlich geht, nicht ganz klar wird, weil die festen Formen der Kleidung den individuellen Rhythmus nicht an klingen lassen. Der Gang der Griechin war der natürliche Ausdruck ihrer Lebenshaltung; ihr Gehen war „Anmut", so wie sie Schiller von aller wahrhaft schönen Bewegung gefordert. Im Mittelalter, als, nach den Zetten eines unkunstlerischen Seins, zur Zeit der Kreuzzüge und der Minnesänger stütze Keime eines neuen ästhetischen Gefühls sich regten, mußte man erst gehen lernen. Man war so schwer gewesen und plump, der Gang ungleichmäßig und fahrig. Nun kam das Ideal der „Maze , der schönen.Selbstbeherrschung der Glieder und der Seele. Der Gang ward jetzt überleicht und tänzelnd; auf Zehenspitzen glitt man daher, .fetzte die Füße möglichst spitz und geckenhaft. Und während der Körper der griechischen Frau in leichter Neigung der Richtung der Füße folgte, wird nun, .wahrend die Füße vorwärts schreiten, .„der Kopf in die Lust gehrchen/ der Blick aufwärts gerichtet", .der Lech .möglichst zurückgebogen; so gehen sie daher „wie Pfauen". Eine französische Chronik erzählt, .daß die Frauen „mühsam sich fortbrachten", wie ein segelndes Schiff, unter der Last ihrer Stickereien und der Geziertheit ihres Ganges. Allmählich läutert sich dann dieser eckige und übertriebene Gang zu einem blumenzarten und lieblichen Schreiten, wie er in Dantes Werken und den frühen Bildern der Kölner und Sienesen lebt. Tie Frau scheint zu schweben; ihre Füße berühren kaum den Boden; die leise Neigung des Kopfes gibt den Grundakkord für das feine, behutsame Setzen der Füße, das flüchtige Erbeben des Gewandes. In der Renaissance verläßt die Frau diese himmlischen Regionen, aus denen sie früher herabzuschweben schien, und tritt als Erdenweib wieder kräftig auf. Sie gewöhnt sich wieder cm das Ausschreiten, an den Gebrauch ihrer Beine, und ihr Gang bekommt leicht etwas Springendes, Hüpfendes, Unausgeglichenes. Man sucht die freie Art des Schreitens, wie die'Frau des Altertums sie hatte, wieder aufzunehmen. Das Gaugmotiv wird bei den geschürzten Gewändern deutlich hervorgekehrt; aber statt des gemäßigten, würdevollen Tempos, in dem die Griechin schritt, flattern hier um die flinker auftretenden Füße die Kleider lustig und toll herum, scheinen erfüllt zu sein von dem über- fchäumenden Lebensmut dieses Völkerftühlings. .So auf Silbern des Botticelli und Fikippino Lippi. .Auch das schöne Motiv, einen Fruchtkorb oder einen Krug auf Kopf oder Nacken zu tragen, ,das dem herauflangenden Arm eine so weiche Linie, dem ganzen Körper einen wundervollen Schwung verleiht, haben sie von den Griechen .gelernt. . Doch wird der Gang allmählich massiger und schwerer, .bis dann schließlich das Weib des Rubens ungefüge und wuchtig, fast plump einherschreitet. Schwer fällt der Sammt und Brokat ihrer Kleider hernieder, sie scheint zu stampfen; ihre Hand ruht auf der Hüfte. Von dieser kraftvollen und vulgären Art des' Ganges fort bedeutet der Gang der Rokokodame eine Wendung zum Feinen, .Gezierten und Künstlichen, die wieder mtt der Gotik einige Verwandtschaft zeigt. , Ein spitzes' und behutsames Auftreten, ein melodiöser und tänzelnder Takt, wie ihn die gemessenen und wohlakzentuierten Töne -des Menuetts gaben, eignet nun dem Gang. Ter hohe Stöckelschuh gibt den: Tritt etwas' Zögerndes, Unsicheres, Kokettes. . Tie Bewegung der Seine verschwindet völlig unter dem steifen Reisrock; in bi elfer Zett durfte eine Dame „keine Beine haben", wie der berühmte -Ausspruch einer spanischen Prinzessin lautete. .Doch dieser steife, kerzengrade Gang, diese überzierliche, unbequeme Haltung wird bald durch einzelne freiere Nuancen gemildert. Der Rock wird ein wenig ausgenommen und läßt ein Paar Füße sehen, hie schon wieher in einer lustigen Chiaconne, einem Bauemtanz sich zu bewegen gewohnt sind. Spitzentücher und Schärpen lassen diese frischere Not anklingen, und das kokette Fächerspiel gibt dem nun beliebten schnellen Trippeln etwas Unruhig-Anlockendes. Mit der großen antiken Strömung, die %ut Zeit der Revolution sich 'erhob, .kam auch ein neuer Rhythmus in die Beweg- 620 -r uitgm: Freiheit und Aitgezwungenheit zogen eilt, und mit dem antiken Kostüm wollte man den antiken Gang Wiedergewmnen. Tock> wie die Revolution entartete, ,fo weben das Kostüm schamlos und der Gang frech; erst im Direktoire hat dieser wieder etwas Einfach-Natürliches, Anmut reiches. Besonders warb jetzt von einem schönen Gange gesondert, daß er mit dem Neigen des Kopfes, den Bewegungen der Arme völlig im Einklang fei; der Gang als ,chie äußere Begleitung -u der inneren Musik der Seele" ward wieder das erstrebte Ideal. Und auch heute wird man wieder diesem höchsten Ziel zustreben müssen, das die Antike verkörpert; vielleicht sind zugleich itit dem Eindringen der japanischen Kunst und anderer japanischen Moden auch gewisse Einflüsse des japanischen Ganges vorhanden, dessen schlanke Zierlichkeit doch eine höchste Grazie der Linie und Feinheit der Bewegung umschließt. Die Japanerinnen wissen in dem schnellen, abgerissenen und wiegend leichten Takt ihrer Tritte doch jene höchste Unnatur des chinesischen Ganges zu vermeiden, der mit verkrüppelten Füßen mühsam Humpelt und den stärksten Gegensatz zu dem hellenischen Gange bedeutet. Vermischter. * Sänger-Wett st reit. Die Berliner Wochenschrift „D a s n e u e Magazin" ist zum Schauplatz eines eigenartigen Dramas geworden: die Stammväter des sogenannten konsequenten Naturalismus, die Dichter Arno Holz und Johannes Schlaf, liegen si-'ch regelrecht in den Haaren, weil sie sich über die Berschserverhältnisse der von ihnen Ende der achtziger Zähre gedichteten „Familie Selicke" nicht mehr einigen können. Heute nach beinahe fünfzehn Jahren. Doch lassen wir Johannes Schlaf selbst reden. Im neuesten Hefte der obengenannten Zeitschrift tritt Schlaf seinem früheren Mitstreiter in Apoll folgendermaßen entgegen, nachdem er sich, vorher weidlich ausgeschimpft hat: „Ich frage also iwch einmal: ist Plan und Absicht zu Familie Selicke" von mir oder von — Arno Holz? Von mir! — Und ich frage nochmals: bin ich der Verfasser und Gestalter dieses Dramas oder — Arno Holz? Ich! — Ich, uitb niemand sonst! — Und ich möchte hier noch fragen: ist unsere deutsche ästhetische Kritik im Zustand einer völligen Verrottung und Decadence? Ich sage: ja, sie ist es! Und sie kann es kaum in einem höheren Grade fein! — Nun, was aber, frage ich, könnte Arno Holz sonst noch zu dem Drama getan haben? — Herr Arno Holz, ich rufe Ihnen also zu: Sie haben mit mir gemeinsam und pro forma — Ihr eigener damaliger Ausdruck! — einige Feilen auf den ersten sieben Seiten ungefähr des 1. Auszuges und ein paar wenige kleine und durchaus unwesentliche Aendenmgen auf den letzten des 3. Aufzuges mitgemacht. Und dies ist Ihr ganzer Anteil an der Arbeit und sonst rechtfertigt nichts, daß Sie mitzeichneten! Und dies und einzig dies ist die Wahrheit und kann nur die Wahrheit sein! ■— Wollen Sie iwch mit weiteren Winkelzügen, Finessen, Pikanterien, Spitzfindigkeiten und Hackenschlägereien Ihre Sache rwch mehr verschlechtern?! Sie sagten das böse Wort von „literarischer Hochstapelei": nun nein, Arno Holz! dies ist es nicht: aber Sie (erben an Autosuggestionen, heillos haben Sie sich in Autosuggestionen verrannt. Am Ende, der Teufel scheint nun mal seinen Spaß zu haben; kommt es zu tage, daß Sie die— pathologische Natur sind und daß ich sie nicht bin. Und so ist und liegt die Sache. —- Und nun dürsten wir wohl allerdings bald, sehr bald am „Schluß" und am Resümee sein." * Humor aus Schülerhefte n. Das Konstanzer Konzil wollte Hus anfänglich an seiner Verurteilung nicht teilnehmen lassen. — Ladislaus Postumns wurde drei Monate nach dem Tode seiner Ellern geboren. — Im sechzehnten Jahrhundert brach der Protestantismus aus. — Leopold von Dessau ging höchst eigenhändig auf seinen Feldern umher. — Die Aeghpter wickelten ihre Toten so fest in harzgetränkte Leinwandbinden ein, daß sie sich nicht rühren konnten. — Hagen fragte Brunhilde. um den Inhalt ihrer Tränen. —- In diesem literarischen Streite stand Gottsched andererseits und Bodmer einerseits. — Würde die Lombardei noch zu Oesterreich gehören, so könnte man sagen: die Alpen liegen zwischen Po und Donau. — Goethe ging wieder nach Seseu- jam, um Friederike noch einmal ins Gesicht zu treten. — Er nahm schnell Nahrung in sich auf und wurde so frühreif. — Er und feht Freund kannten sich bis auf den letzten Blutstropfen. — Als Goethe älter wurde, legte er sich aus den westöstlichen Diwan. —: Der Kuckuck hat zwei Füße nach vorn und zwei nach rückwärts. — Die Bewohner der Schwei; nähren sich fast ausschließlich von Touristen. (Pos. Lchrerztg.) * Kriegs korrespond ent en-Ge spräche. „Herr Kollege, wieviel Japaner lassen Sie in dieser Schlacht fallen?" J Ja, mehr wie 20 000 geht nicht, sonst komme ich nicht aus. Nach meiner Statistik leben an und für sich nur noch vier Japaner auf der ganzen Welt." — — „Wissen Sie, Herr Kollege,- wir können eigentlich! depeschieren, was wir wollen. Stimmt's zu- falltg, dann ist's gut — na, und stimmt's nicht, dann hat die russische Zensur unsere Meldung verstümmelt." — — „Donnerwetter, wenn jetzt eine Bombe käme!" — „Macht nichts. Mein Be- richt ist fertig." —• — „Können Sie chinesisch, Herr Kollege?" — „Ich nicht. Aber meine Leier werden's jetzt bald können." LrteimvZsches. =3 Literarische Festgabe zum 400. Geburtstag Philipps des Großmütigen. Die S chwurgeno ff en. Historische Erzählung aus der Zeit Philipps des Großmütigen von Hans Otto Becker. .VIII ,144 Seiten. Preis br. 1,60 Mk., in Leinenband 2 Mk. Verlag von Em-il Roth in Meßen. —: Die Erzählung führt uns in die große Zeit der deutschen Reformation und Renaissance und bietet uns ein anschauliches, fesselndes Ge- schichts- und Kulturbich, da die Landgrafschast Hessen in den politischen und religiösen Kämpfen als europäischer Machtfaktor ihre geschichtliche Mission erfüllte. Wir folgen an der Haich der Erzählung, in deren Hintergrund stets die Person des Landgrafen Philipp steht, den geschichtlichen Ereignissen, dem mächtigen Ans-. Mvnng der Macht des Landgrafen und dem tragischen Sturze und erhallen am Schluß den Ausblick auf die bessere Zukunft. Da die Arbeit, insbesondere die Schilderung des zeitgeschichtlichen und kulturUstorischen Mllieus auf genauesten Studien und eingehender Fachkenntnis beruht, kommt ihr, abgesehen von ihrer belletristischen Bedeutung auch eine gewisse erzieherische zu. Inhalt: 1. Sickingen vor Darmstadt. 2. Der Reichstag zu Worms. 3. Sickingens Ende. 4. Der Bauernkrieg. 5. Herzog Ulrich von Württemberg. 6. Der Schmälkaldische Krieg, — Seine Königliche Hoheit Groh- heW>g Ernst Ludwig geruhten die Widmung allerhuldvollst aw- zunehiuen. _____________ Wie einstmals. st Von Wilhelm Hertz. Wie einstmals roanbern meine Träume, Mooreinsam Haus, zu dir noch heut'. Doch kahl steh'n deines Garten Bäume, Die einst mit Blüten mich bestreut. Wie warst du laut und lichterhelle l getzt nachtet Fenster und Gemach. ft ruf' ich harrend vor der Schwelle: Nur öde Gänge hallen's nach. Im Walde regt sich's wie Gewimmer, Tief hängt der Himmel über's Moor, Aus Nebeln steigen in bleichem Schimmer Des Heidekirchlems Turm empor. Dort drüben, wo mit dumpfem Grollen Der Schneewind um die Gräber stiebt, Dort liegt begraben und verschollen Ein süßes Kind, das mich geliebt. st Das vorstehende Gedicht aus bem Nachlaß von Wilhelm Hertz ist ber September-Nummer der Süddeuts ch e n Monatshefte (München, Verlag der Südbeutschen Monatshefte) entnommen. Es hilft Dir nichts k In der September-Nummer von Velhagen und Klasings Monatsheften veröffentlicht Ludwig Fulda die nachstehenden Verse: Unentrinnbar. Durch tiefes Dunkel, heimlich und verstohlen, Bin ich entflohn vor meinem Herzeleid; Doch ach, ihm war kein Weg zu finster und zu weih Mich eiuzuholen. Nun hat es sich an meine Brust gekrallt Mit liebender, mit tätlicher Gewalt Und raunt mir zu: Willst Du nicht endlich rasten? Wer nicht mchr hofft, hat keinen Grund zu hasten. So heftig Du beflügelst Deinen Schritt Zur atemlosen Flucht in fernste Fernen, Ich lasse Dich nicht los; Ich komme mit: Es hilft Dir nichts, Du mußt mich tragen lernen. Rätsel. Nachdruck verboten. Als Krankheit ist es nicht willkommen, Im Garten aber seht Jhr's gern; Habt doppelt Ihr em s genommen, So tragen stolz sie ihren Herrn. Zwei Zeichen vor, steigt ein ohn' Zage» Die Vorigen werden fort Euch tragen! Nun laßt die Zeichen wieder fort Und setzt ein u am rechten Ort, So feht Jhr's jetzt im wilden Streit — Nun — liebe Leser — gebt Bescheid 1 «Auflösung in nächster Nummer.) Aliflösung des Homonym in vor. Nr.r Ottomane Heide Münster Koller Roß Ulster Elster Genie Else Ruh«. OhmKrueger. Redaktion: Paul Wittko. — Rotationsdruck und Verlag der Brühl' fchen Universitäts-Buch- und Steindruckerei, R. Lange, Gießen.