|iT MM BK uMLÄ HBjjfiyS M «ÄiJW DS^W w%' Montag den 1. Kug«st> tu W,! U AM W^DWWK^MW $ MMM MD rit —-,-L «I 1 r=-4T» Bhj i uuj Hin angmehmes Gröe. Humoristischer Roman. Von Victor von Reisner. (Nachdruck verboten.) Erich ging unruhig auf unv nieder. Dann blieb' er vor der Mutter sieben und fragte: „Wissen wir, ob nicht Herr von Szabo mit Vorbedacht Mißtrauen säet? Kestnen wir ihn denn fo genau, um blindlings seinem' Wort zu glauben? War es nicht vielleicht sogar voreilig, nist einem Menschen, der sich! nicht einmal durch Zeugnisse ausweisen konnte, einen dreijährigen Kontrakt zu schließen?!" Sie sah ihn ganz entsetzt an. „Du wirst doch nicht etwa glaubens daß wir einem' Schwindler in die Hände gefallen sind?" „Rein, nein, soweit geht mein Bedenken nicht", beruhigte er sie, „ich, will sogar annehmen, daß er 'dem Vater, dessen Ansmosität er ja bald heraus hatte, NNr Nach dem Munde redet, K aber auch das will mir nicht gefallen, denn Menschen, die sich so aalglatt jeder Meinung anzupassen verstehen, sind Schwächlinge und verdienen schon deshalb kein Vertrauen? „Aber wir brauchest ihn' doch: so notwendig", hielt ihm die Mutter vor,- „und er hat auch! tatsächlich gleich! so energisch er'ngreifen, daß wir froh sein müssen, ihn gewonnen zu haben! Sieh, mem Kind", fuhr sie dann überredend fort, „Du machst dem Vater wegen seines Mißtrauens eisten Vorwurst verfällst aber' genau in denselben Fehler. Während aber sein Mißtrauen einen realen Hintergrund hat, nämlich, die eindringliche Warnung seines Vetters und die nscht wegzuleugnenden Mißhelligkeiten, die Uns feit der ersten. Stunde unseres' Hierseins verfolgen, läßt Du Dich nur vost unbestimmten Gefühlen, über die S)u Dir selbst nicht Rechenschaft zu geben vermagst, leiten. Das ist nicht nur unrecht, sonderst auch töricht. Und nun gib mir das Versprechen, dest Vater künftig nicht mehr durch Deinen Widerspruch, zu reizen. Du wirst dadurch Dir und Uns das Lebest erleichtern? , Erich fand sticht gleich eiste Antwort, Was die Mutter da sagte, hatte zwar Hand' und Fuß und doch konnte er, ihr nicht recht gehen, denst eist ustbestimsntes Mwas ließ ihn ahnen, daß all dieser aufgestapelte, und künstlich, gezüchtete Verdacht an ent ent hoffentlich nicht allzufernen Tage in nichts zerfließen würde. Seine Aufgabe müßte demnach post NUN an nur darin bestehen, stach Leidest Seiten hin beruhigend zu wirken, UM das HinzukomMest eines' Neuen Zündstoffes nach. Möglichkeit zu verhüten, Wenn er das verhinderst' wollte, banst war es aber erst recht nötig, mit dem Vater im allerbesten .Einvernehmen zu bleibest, damit er nicht hstr.ch häuslOP Reibereiest ist stoch gereiztere StimstrüM käme. „Liebe Mama", sagte er daher stach reiflichem Ueber- legeN, „was an mir liegt, soll gewiß zu Deiner Beruhigung! geschehen. Ich sehe ja selbst ein, daß wir ustter den ov- waltenden' Umständen Herrn von Szabo brauchen und werde mich seinen Vorschlägen und Anordnungen — falls siePapas Billigung findest — fügen. Hingegen habe ich aber auch eine Bitte an Dich." „Und die wäre?" Mache der gräflichen Familie eiste freundschaftliche Annäherung nicht zu schwer. Wir sind doch gezwungen, hier zu leben, warum sollten wir also nicht in Friedest und Eintracht —" „Ja, was glaubst Du denst eigentlich von mir" fiel sie ihm ganz entrüstet ins Wort, „Meinst Du etwa, daß ich mit der Absicht yinfayre, sie vor den Kopf zu stoßen?" „Aber, liebe Mama, wie Werbe ich Denn von Dir so etwas glauben", wies er diesen Gedanken von sich, „ich wollte damit nstr gesagt haben, daß ein herzliches Zusammenwirken von Euch Damen für beide Teile von Segen wäre. Und dann troch eines, liebe Mama, nimm Erna gehörig ins Gebet. Sie hat in der letzten Zeit so viel vost Uebelwollen und Mißtrauen reden gehört, baß. sie sich ist ihrer Dummheit vielleicht veranlaßt fühlest könnte, eine Lanze für ihre Familienehre zu brechen!"- Na, weißt Du, so dumm ist sie aber doch nicht mehr!"- nahm Frau von Höchstfelb die Kleine in Schutz. „Bei ihr ist immer das Unwahrscheinlichste das Nächstliegende", beharrte Erich, „zudem sind dort zwei sechzehnjährige Jünglinge auf Lager, denen sie gewiß imponieren wollen wird und deshalb ist eine vorhergehende und zwar ‘ sehr eindringliche Warnung recht wohl am Platze." Die Mutter wurde durch diese Worte, deren Berechtigung nicht so ohne weiteres von der Hand zu weisen war, ist ihrer Zuversicht über. Ernas geistige Reise doch! etwas schwankend und so versprach, sie denst, der Kleinen auf de- Stelle Verhaltungsmaßregeln gebest zu wollen. Einstweilen mußte es aber bei der Absicht bleibest, da Erna weder im Haus, noch in den Stallungen, die sie als ihre ureigenste Dontäne betrachtete, zu finden war. Von dem im Hose spielenden Kindern erfuhr mast endlich, daß sie vor beiläufig einer Stunde mit ihrem Angelzeug gegen die Jlloda gegangen sei. Ursprünglich, hatte Frau von Höchstfeld diesen gefähr- lichen Sport nicht erlauben wollen, als man ihr aber klav gemacht, daß die Jlloda ein ganz seichtes Nebenflüßchen 5er Save sei, welches sich bei der jetzigen Jahreszeit durchs waten ließe, hatte sie ihre Einwilligung gegeben und dies um so lieber, als das Fischen für Ersta bte schönste Uebung zum Stillsitzen sein müßte. , . Erna schlug aber den lieben Ihrigen em Schstrppchech Sobald der erste Karpfen an der. Ästgel zappelte, was bei dem großen Fischreichtum schon ist der ersten Viertelstunde der Fall war, ließ sie sischen fischen, setn ustd machte M 450 — kursionen den Fluß entlang, bis in die nächsten Dörfer, wo sie bald bei alt und jung bekannt war. Auch heute duldete ihr quecksilbernes Temperament sie nicht lange am selben Fleck und nachdem sie ihren Fang in Sicherheit gebracht, wanderte sie singend und jodelnd und so recht von Herzen ihre unbeaufsichtigte Freiheit genießend, flußaufwärts. Dabei lugte sie scharf nach rechts und links, ob sich nicht irgend etwas entdecken ließe, was ihre Tatkraft zu kühnem Eingriff anspornen könnte. Ihre Phantasie gaukelte ihr die verwegensten Bilder vor. Sie sah brennende Häuser vor sich, in welche sie mit eigener Lebensgefahr stürzte, um den armen Leuten, die weit weg auf den Feldern arbeiteten, ihr bißchen Hab und Gut zu retten. Dann wieder sprang sie in die reißenden, wildschäumenden Fluten und brachte ein mit dem Tode ringendes Kind ans zerklüftete Gestade, wo sie es, jeden Dank freundlich ablehnend, in die Arme der verzweifelten Mutter legte. Wölfe, die iu ihrer Einbildung rudelweise die weidenden Schafherden heißhungrig umschlichen, verscheuchte sie einzig und allein mit ihrem drohenden Blick und so verbreitete sie überall, wo sie sich nur zeigte. Glück und Segen und wurde zum Dank von allen wie etne Heilige verehrt. Sie träumte diese Heldentaten mit solch einer aufregenden Wirklichkeitsvorstellnng, daß sie förmlich zitterte. Ihre Wangen glühten, ihre Spitzbubenaugen strahlten vor Lust und Freude und das Haar, welches sie sich, um einer richtigen Walküre zu gleichen, aufgeknotet hatte, flog zerzaust und verwildert um den Kopf herum. Jetzt ließ sie sich müde ins Gras fallen und sah, als sie sich von dem tollen Lauf erholt hatte, ernüchtert um sich. „Ach Gott", seufzte sie, „die Geschichte ist eigentlich schrecklich fade. Wenn doch einmal wirklich ein Kind ins Wasser fiele oder —" sie hielt erschrocken inne, bekreuzigte sich, wie sie es von den Bauernwerbern gesehen hatte, und bat ganz inbrünstig: „o Du himmlischer Vater, verzeih' Mir den sündigen Gedanken, ich habe Mir nichts Böses dabei gedacht. Ich will von nun au auch gewiß recht ernsthaft werden und. . ." da sah sie einen Hasen ausspringenstreifte eins, zwei den einen Schuhe vom Fuße und diesen als Wurfgeschoß benutzend, holperte sie dem Ausreißer mit wahrem Jndianergeyeul nach. Aber auch dieses Vergnügen fand bald sein Ende, da Meister Lampe absolut keinen Sinn für Humor besaß und schleunigst verschwand. „Fergling, Hasenfuß!" schrie sie ihm lachend nach und kauerte sich dann an einer anderen Stelle des Ufers nieder. Plötzlich schlug ein eigentümlich glucksender Laut aus dem Schilf an ihr Ohr, Neugierig horchte sie auf und sofort sah sie sich in Gedanken von gefräßigen Kaimans, Alligatoren, Flußpferden und sonstigen beutegierigen Ungeheuern überfallen. Eine Zeitlang wartete sie gespannt, als aber absolut nichts Außergewöhnliches eintrat, ging sie dem gleichmäßigen Geräusch nach. Da, als sie das Schilf auseinanderbog, entschlüpfte ihr ein Freudenschrei. Angebunden an einem Pflock schaukelte hier em Kübst! Das war dM sichtbare Zeichen einer höheren Machs! Also nicht auf dem Lande, aus dem Wasser lag ihr Reich ! Ohne viel zu überlegen, wollte sie in den Kahn springen, als sie noch rechtzeitig bemerkte, daß derselbe Wasser gefaßt hatte, allerdings nicht viel, aber immerhin bis zu den Knöcheln. J5ie selbst hätte eine solche Lappalie natürlich nicht gestört^ doch blieb zu bedenken, daß die nassen Schuhe und Strümpfe an ihr zum Verräter werden konnten. Dem mußte vorgebeugt werden. Sie eilte also schnell wieder das Ufer hinaus, entledigte sich auch des zweiten Schuhes, streifte die Strümpfe von den Füßen, verscharrte alles unter einem Sandhügel Und kennzeichnete diesen vorsichtigerweise durch eine eingesteckte Weidenrute. Dann stieg sie entschlossen in den Nachen und griff nach dem Ruder. Noch ein kurzer Moment des Schwankens, da sie ja noch nie ein Ruder in der Hand gehabt hatte, dann aber sagte sie sich, daß das Kunststück nicht so schwer sein könne, und stieß mutig ab. _ , Die Geschichte ging auch die erste Zeit ganz schön von statten. Der Kuhn glitt durch die Strömung sanft flußah Md wenn er einmal aus dem seichten Grunde hakte, dann gebrauchte sie das Ruder als Stange, stemmte es in den Grund und brachte ihn so weiter. Es war eine himmlische Fahrt und ihr Selbstbewußtsein hob sich dabei ins Unermeßliche. Nur eines machte ihr dabei ein klein wenig Sorge; daß sie immer mehr vom Ufer abtrieb. „Ach tvas", redete sie sich indes selbst Mut zu, „danst schiebe ich eben nach links und komme wieder zurück." Plötzlich gab es aber einen Ruck und der Kahn saß auf einer Sandbank - fest. Erst lachte sie darüber, als sie ihn jedoch trotz allen Stemmens und Schiebens nicht loszubringen vermochte, wurde ihr doch immer bänglicher zu Mute. Sie spannte nun ihre ganzen Kräfte an — der Kahn rührte sich aber nicht von der Stelle. Hilfesuchend glitt ihr Blick über die Ufer hin, ohne indes eine menschliche Seele zu entdecken und nun geschah, was sie nie und njmmer für möglich gehalten hätte, sie fing herzbrechend zu weinen an. Nicht aus Furcht oder weil sie für ihr Leben zitterte —> Gott bewahre! — sondern nur wegen der armen Mama, der sie durch ihren Tod so schrecklichen Schmerz bereiten würde. Noch einmal raffte sie sich zur äußersten Anstrengung auf — jedoch mit demselben vergeblichen Bemühen. Dann kauerte sie ergeben aus dem Querbrett nieder und nahm von ihrer Jugend erschütternden Abschied. Alle ihre Sünden fielen ihr nun brennend auf die Seele und jetzt, im Angesicht des Todes, sah sie erst ein, welch undankbares, welch schlechtes Kind sie war. Erst heute hatte sie wieder der armen Mama, die doch ohnehin immer ihre Schlüssel verlegte, dieselben absichtlich an den dafür gehörigen Schlüsselhaken gehängt, wo sie gewiß niemand vermuten würde! „O Gott, o Gott, ich war ein elendes Geschöpf", stöhnte sie, „mich trifft nur eine gerechte Strafe!" In ihrer Angst fühlte sie das Wasser im Kahn immer höher und höher steigen und getraute sich gar nicht, die Augen -aufzuschlagen. Schließlich tat sie es aber doch und sah zu ihrem freudigen Erstaunen, daß sie sich getäuscht hatte. Diese Freude schwand aber ebenso schnell als sie gekommen, denn ein viel entsetzlicherer Gedanke erfaßte sie mit tiefem Schauder. „Wenn ich nicht ertrinke", sagte sie sich, „dann muß ich hier elendiglich verhungern und sie werden mich meiner armen Mama als Skelett ins Haus bringen!" Erschauernd drückte sie die Hände vors Gesicht und! blieb nun völlig apathisch sitzen. Mochte nun was -immer geschehen, sie wollte wenigstens als echte Heldin ohne Klage sterben. Sie fühlte deulich, wie sie schon schwächer und schwächer wurde und ermattet von der ausgestandenen Angst und von der ungewohnten Anstrengung schlief sie, trotz aller Todesfurcht ein. Eben, als sie über die Regenbogenbrücke in Walhalla einzog, tauchten aus dem jenseitigen Ufer die beiden gräflichen Zwillinge auf. „Sieh mal dorthin", machte Dinko, der Aeltere, seinen Bruder aufmerksam, „das kann doch nur Fräulein von Höchstfeld sein." Mirko, der stets der gleichen Meinung war und die Autorität seines „älteren" Bruders respektierte, nickte nur. Sie schauten lange Zeit hin, endlich meinte Dinko; „Sie rührt sich ja gar nicht, ich wette, daß sie einge- schlasen ist wollen sie auf angenehme Weise wecken." „Za, das wollen wir tun", stimmte ihm Mirko bereit» willigst zu — „aber wie?" Dinko antwortete gar nicht, sondern bückte sich nach einem Steich und Mirko folgte unaufgefordert seinem Beispiel, dann sauste es durch die Luft und — „klatsch, klatsch"- spritzte das Wasser neben Erna aus. Mit entsetztem Schrei sprang diese in die Höhe und wäre auf ein Haar aus deut Kahn gefallen. Ehe sie noch recht zum Bewußtsein gelangte, hörte sie auch schon rufen r „Gestatte, mich vorzustellen, mein Name ist Dinko Graf Stepanez" — und gleich darauf eine zweite Stimme: „Meiner, Mirko Graf Stepanez," Sie wußte, was sich gehörte, und obgleich sie mit dem Leben schon abgeschlossen, knickste sie doch artig und rief zurück: ,-Zch bin Erna von Höchstfeld." (Fortsetzung folgt.) 451 Ber- mit dem zehnten oder spätestens tritt dann ein Stadium ein, in dem Wie und was sollen Kinder essen.? Von Dr. Paul Meißner. Ist schon bei den Erwachsenen die Frage der Ernährung von der allergrößten Bedeutung, so ist sie es bei den Kindern in noch viel höherem Grade. .Es ist ja selbstverständlich, daß eilt wachsender, werdender Organismus von der Art der Nahrung abhängiger ist, als der fertige, ausgewachsene Körper. Bei diesem handelt es sich doch um Erhaltung des Vorhandenen und um Ersatz des Verbrauchten, während bet dem kindlichen Körper Neues gebildet werden soll. Dementsprechend ist auch die Qualität der Nahrung nicht gleichgiltig, man wird dem wachsenden Körper anderes Baumaterial zuführen müssen als dem ausgebildeten. .In der allerersten Lebenszeit enthält die Muttermilch alle die Stoffe, die das neugeborene Kind braucht, sowohl um sich zu erhalten, als auch um zu wachsen. Ist die Muttermilch nicht zu beschaffen, so wird Man tn allen Ersatzmitteln ihre Zusammensetzung nachzuahmen und zu erreichen versuchen. .Doch wir wollen von dem ersten Lebensjahre absehen und hier von der Ernährung des Kindes nach der Entwöhnung sprechen. Zunächst muß betont werden, daß es durchaus nicht .erwünscht ist, die Milchernährung so lange wie möglich auszudehnen, wenigstens nicht unter normalen Verhältnissen. Das Stillen hat 14. Monat .aufzuhören. Es L... .... , ... dem Körper andere. Ernährungsstoffe zugeführt werden sollen, wo die beste Milch, ja die Muttermilch nicht mehr ausreicht. Der Magen und Darm deS Säuglings ist nur darauf eingerichtet, Milch zu verarbeiten und auszunützen, später geht diese Fähigkeit immer mehr und mehr zurück, schließlich wird von: Erwachsenen Milch durchaus nicht in der Weise ausgenützt, wje beim Säugling. .Es ist daher falsch, die Milch als Nahrungsmittel par excellence zu bezeichnen, sie ist es nur für gewisse Lebensalter, wenn sie auch in Fällen von Krankheiten als Nährmittel souveräne Bedeutung haben kann. Ist also ein Kind entwöhnt, so entsteht die Frage: welche Nahrung soll man verabreichen? Im allgemeinen wird man mit einer ganz leichten Kost beginnen. Nun find allerdings die Begriffe leicht und schwer bei Speisen sehr relattv und erfahren individuelle Modifikationen, und doch wird man bei der Kinderernährung ohne Schwierigkeit das Rechte sinden. Zunächst kommt das Fleisch in Frage. Dieses kann, in mäßiger Menge gegeben, .nur nützlich sein, vorausgesetzt, daß es geeignet zubereitet ist. Ob man das Fleisch kocht oder brät, ist ziemlich irrelevant, nur soll man bermeiden, mit dem Fleisch Fett zu verabreichen. Fett ist immer schwer verdaulich, oder besser pefapt, .verlangt Pom Magen eine ganz erhebliche Leistung, die tnt jugendlichen Alter zweckmäßig Noch .nicht genügend geleistet werden kann. Neben Fleisch ist natürlich .auch Fisch sehr Wohl gestattet, wenn er gekocht und Von Gräten befreit gereicht wird. Alle Gewürze sind natürlich zu vermeiden. Dagegen soll Salz gegeben werden. .Es hat sich Ui den letzten Jahren eine Besorgnis hier und da geltend gemacht, daß Kochsalz schädlich fei. Das ist aber nur bei ganz übertriebenen Fütterungen mtt diesem Salz der Fall, bei normalem Gebrauch ist nichts zu befürchten. Die Speisen sollen nicht übermäßig, aber sie. müssen genügend gesalzen sein. Neben Fleisch .ist großes Gewicht aus Gemüse zu legen, soweit sie nicht besonders hohe Anforderungen an die Verdauung stellen. Obenan stehen die Leguminosen, die Hülsenfrüchte, Erbsen, Linsen, Bohnen, deren Hoyer Nährwert dem des Fleisches sehr nahe steht. Auch hier kommt eS auf .eine geeignete Form der Zubereitung an. In erster Linie wird die Verarbeitung zu Püree empfehlenswert sein, daneben aber auch die Herstellung von Legumi- nofensuppen. Ferner sind verschiedene Getreidearten zur Kindernahrung recht geeignet. Haferschleim- und Gerstenschleimsuppen gehören hierher, ferner Gries und Graupen. Kartoffeln besitzen einen sehr geringen Nährwert, sind aber ihres Wohlgeschmackes wegen sowie zum Zweck der Beseitigung des Hungergefühls durch Füllung des Magens kaum zu entbehren. Tie grünen Gemüse, mit Ausnahme der Kohlarten, können, . wenn auch in kleineren Quantitäten, gegeben werden. Man sieht aus dieser kurzen Uebersicht schon, welch weiter Spielraum für die Zusam- Inensetzung von Kindermenüs vorhanden ist. Neben dieser Nahrung .soll natürlich Kuhmilch ' weiter gegeben werden. Sie ist das geeignetste Getränk neben reinem Wasser, Tee, Kaffee sind ungeeignet, nutzlos', ost schädlich. Kakao in geringen Mengen, zumal für etwas ältere Kinder, ist recht geeignet, nur darf man ihm nicht Wunder von Nähreffekt zutrauen. Bouillon ist ein ganz nutzloses, an Nährstoffen völlig armes Getränk, fei sie auch aus noch so viel Fleisch gekocht. Das Fleisch, aus dem die Bouillon gezogen wird, ist das wertvolle, nicht der wässerige Extrakt. Obst, besonders in gedörrtem und gekochtem Zustande ist sehr zu empfehlen und kann oft in der schonendsten Weise die Verdauung .regeln. Mehlspeisen sind gewiß schon wegen ihres Zuckergehaltes nahrhaft, trotzdem erscheint es nicht gut, die Kinder daran zu gewöhnen. Sie sollen nur in mäßigem Grade und mehr als etwas Besonderes Verwendung finden. Eier spielen in der Kinderernährung mit Recht eine große Rolle, allerdings soll vor allem das Eigelb zur Verwendung kommen, das Eiweiß wird am besten, geschlagen und anderen Speisen zugesetzt, z. B. .dem Apselpüree. Gekocht ist. es schwer verdaulich und daher nicht geeignet. Kindern Alkohol zu geben, ist eine Sünde. In keiner Form und in keiner Quantität ist die Darreichung von Spirituosen zu gestatien. In dieser Hinsicht wird ost im Scherz viel gesündigt. So viel über die Art der Nährmittel; nun .müssen wir aber mit einigen Worten auf das Wie der Nahrungsaufnahme eingehen. Als erster Grundsatz gelte, die Kinder haben sich an ganz bestimmte Mahlzeiten zu gewöhnen. Ein Säugling nimmt normalerweise 6—7 mal Nahrung zu sich, ein zweijähriges Kind kommt mit fünf Mahlzeiten aus, und in späteren Jahren kann man drei Hauptmahlzeiten entrichten, und daneben vielleicht noch zwei kleinere Mahlzeiten verabreichen. Es ist ein Grundfehler, .wenn die Regelmäßigkeit in der Nahrungsdarreichung nicht streng gewahrt wird. Der Organismus richtet sich auf die Nahrungszufuhr ein, und jede Unregelmäßigkeit kann einem Diätfehler gleich .kommen. Auck bei Erwachsenen ist dieser Punkt von großer Bedeutung, vielmehr noch bei Kindern. Des weiteren soll die Nahrungsausnahme nicht nebenher geschehen. Das Kind soll nicht beim Essen spielen und nicht beim Spielen essen. Wie ost sieht man die Kleinen mit dem Vesperbrot in der einen und dem Spielzeug in der anderen Hand umherlaufen. Das ist vom Uebel. .Wenn gegessen wird, dann hat das Kind mit sauberen Händen ordentlich am Tisch zu sitzen und zu essen. Das Essest soll auch .nicht in der Hast geschehen, es muß Zeit dazu sein, das Kind muß sorgfältig kauen, die Nahrung genügend zerkleinern und mit dem Speichel gut vermischen. In dem Alter, .in dem das Kind wegen seiner Zähne noch nicht ordentlich .beißen und kauen kann, müssen die Nahrungsmittel genügend zerkleinert vorgesetzt werden. Kinder gewöhnen sich sehr leicht das „Schlingen" an, sie schielen schon während des Essens stach dem Spielplatz; das darf picht fein, und muß jhsten mit Energie abgewöhnt werden. Die Speisen sollen warm aber nicht heiß fein. Allzu heiße Speisen werden schlecht gekaut und verderben die Zähne. Während der Mahlzeit zu trinken, ist überflüssig und kann leicht abgewöhnt werden. Ist die Mahlzeit zu Ende, dann soll man den Kindern den Mund reinigen, .oder die größeren Kinder anhalten, dies selbst zu tun. Diese Maßregel konserviert das Gebiß, und darauf ist das allergrößte Gewicht zu legen. Eine eingehende und nie er-. müdende Fürsorge für die Zähne bei Kindern ist unumgänglich, nötig. Denn schlechte Zähne sind oft der einzige Anlaß hartnäckiger Verdauungsstörungen. In den ersten Lebensjahren werden meistens die Kinder mittags schlafen gelegt. Das ist ganz gut wenigstens bis zum vierten Jahre, aber es soll nicht unmittelbar nach dem Mittagessen geschehen, weil int Schlafe die Verdauung entweder ganz aufhört .oder doch nur recht träge vor sich geht. (Berl. .Lok.-Anz.) Gepäckträger und Kandgepäck. (Nachdruck verboten.) Eine Warnung stir das reifende Publikum.. Allgemein ist die .den Reisenden in Sicherheit wiegende Annahme verbreitet, .daß "für die Handlungen der bei einer Eisenbahn angestellten Gepäckträger, insbesondere also für Beschädigung und Veruntreuung .des ihnen übergebenen Handgepäcks, die Eisenbahnverwaltung hastpslichtig sei. Diese Annahme ist.jedoch.nur in beschränkter Weise begründet, wie ein Reifender — was zur allgemeinen Warnung dienen mag — zu seinem Schaden erfahren hat. .„Wie ,Gesetz und Recht', eine volkstümliche Halbmonatsschrift für Rechtskunde (Verlag von Alfred Langewort in Breslau; .Preis ganzjährig 4 Mk.) in ihrem letzten Hefte berichtet, hatte derselbe bei seiner Ankunft auf dem Bahnhose zu Lübeck, da fein Zug erst nach Ists Stunden weiterfuhr, dem Gepäckträger feinen Handkoffer mit ber Weisung übergeben, diesen zur Weiterfahrt an den Zug zu bringen. Aus dem Gepäckraume, wohin er von dem Gepäckträger gebracht worden war, wurde der Koffer gestohlen. Die Er - satzklage des Reisenden gegen die Eisenbahnverwaltung hat das Oberlandesgericht Kiel durch Urteil vom.7. .Mai 1900 abgewiesen. Nach .dem bestimmten Wortlaute des § 37 der.Eisenbahnverkehrs-Ordnung erstreckt sich die Haftung der Eisenbahnverwaltung .nur auf das Befördern des Reise- und Handgepäcks der Reifenden durch die Gepäckträger von und nach den Züg:n, Ab- fertigungsstellen usw. innerhalb des Stationsbereiches. Für eine andere von dem Gepäckträger übernommene Vertragsleistung, wie z. V. für das Ausbewahren von Handgepäck ober für bie Beförderung nach ber außerhalb des Stattonsbereiches liegenden Wohnung des Reisenden haftet die Bahnverwaltung nicht; ber Gepäckträger tritt hier als selb staubiger Gewerbetreibender auf, der dem Reifenden allein haftet. Wenn ber Bestohlene dem Gepäckträger gegenüber auch nicht von einem Aufbewahren gesprochen hat, so ging doch in Wirklichkeit seine Absicht dahin, e selbst his zum Abgänge des Berliner Zuges, also während nächsten IVe Stunden, um den Koffer nicht zu kümmern. Die Pflicht des Gepäckträgers sollte somit nicht nur darin bestehen, daß er beit Kosser nach bem Kieler Zuge hinbrachte, sonbern auch darin, .daß er den Koffer während V/s Stunden aufbewahrte. Von einem lediglich auf.die Beförderung von Zug .zu Zug gerichteten Auftrag .kann hier mit Rücksicht auf die Länge der 452 zwischen Ankunst und Abfahrt der Züge liegenden Zeit nicht die Rede sein. Zwar kommt bei jedem Befördern von Gepäck eine gewisses Maß von Aufbewahrung in Frage. Im vorliegenden Falle handelte es sich aber nicht um eine Aufbewahrung während der Ausführung .der Beförderung; das Ausbewahren bildete vielmehr einen selbständigen Teil in der Leistung. des Gepäckträgers und stellte sich als durchaus gleichwertig neben die Beförderung, sodaß in Wirklichkeit ein Auftrag mit gernisch- tem Inhalt vorlag. Auf einen derartigen Vertrag kann sich die Haftpflicht der Eisenbabnverwaltung Nur insoweit erstrecken, als er die Beförderung .des Gepäckes zum Inhalt hat. Die toeit.rgehende Vertragsleistung des Gepäckträgers fällt unter dessen eigene Verantwortung. Die Bahnverwaltung haftet als Verwahrer nur dann für die Aufbewahrung des Gepäcks, wenn dieses in der zu solchem Zwecke errichteten Aufbewahrungsstelle niedergelegt ist. Es mag Ja freilich das Einbringen des Handgepäcks zur Aufbewahrungsstelle und das Abholen von dort, namentlich ’6ei starkem Reiseverkehr, mit Unbequemlichkeit und Zeitverlust ver- bund.'n fein: aber es gewährt doch die erforderliche Sicherheit ftir dessen Verbleib und sichert jedenfalls die Ersatzpflicht der Etsenbahnverwaltung für eine etwaige Beschädigung oder gar den Verlust des Gepäcks, abgesehen davon, daß "sie billiger ist, wie die Annahme eines Gepäckträgers. Also Vorsicht in der Behandlung des Handgepäcks! Aie „Uäuöer der Schönheit." Die grausame Barbarei, die. darin liegt, daß man armen Frauen ihr Haar abkauft, um reiche Damen damit zu schmücken, Mrd nicht nur im alten Rom geübt, sondern ist: auch heute noch sehr verbreitet, und der Handel mit Frauenhaar steht in Blüte. Reue- Maizeroy erzählt im „Gaulois" eine Szene, die er zu Motthslijas-sur-Oetlar in der Landschaft Vjvarais gesehen hat. An den alten, halbverfallenen Wällen haben die Käufer des Frauenhaars ihre engen Hütten gufgeschlagen, vier Pfähle, dje fnit einer Wachstuchdecke überspannt sind, einen Lehnstuhl und ginen Kasten, aus bem sie allerlei billige Kostbarkeiten herausnehmen, und im Sonnenlicht funkeln dann billige Ohrringe und glitzernder Tand vor den begehrlichen Augen. Aus allen Teilen Frankreichs kommen diese „Räuber der Schönheit" heran- gefahren, und sie suchen in den gedehnten Tönen der Pariser Boutevardhändler, in dem Dialekt, wie er auf den Quais von Marseille gehört wird, hie Bäuerinnen zu perlocken und anzU- ziehen die aus den hochgelegenen Ortschaften herabsteigen. Und nun beginnt ein Kampf in den Minen der jungen Frauen, sie wünschen sich mit bem glitzernden Zeuge zu schmücken, doch sie Müssen dafür die Schönheit ihres Haares hingeben, alle die blonde, braune und schwarze Pracht, hie sie sonst so stolz beim Tanz und Kirchgang unter dem kleinen Häubchen, mit bunten Bändern aufgeschmückt zu tragen gewohnt sind. Doch eine nach .der anderen gibt dem Drängen der fremden Männer nach und läßt sich auf dem Sessel niedet, .um ihre Flechten der grausamen .Schere preiszugeben. Der Mann läßt ihr keine Zeit, sich zu besinnen; mit gierigen Fingern .hat er im Nu die Nadeln aus ihrem Haar gezogen; nun hält.er die Locken in der Hand, er prüft die Dichte und Festigkeit, .läßt Lichter im Sonnenglanz äuffahren, prüft hie Reflexe und Spiegelungen, die in einem blassen Grund Wummern, die blauen Schatten, die das dunkle Schwatz reich und verführerisch machen, die Warmen .Tönungen, die ein Braun beleben. Er streichelt die Kostbarkeit, die ihnr bald gehören soll, und läßt sie nicht mehr 6U8 der Hand . . . Und die armen ihrer Schönheit beraubten Mädchen verlassen traurig .die Hütte, in der der Räuber gelauert: sie halten die harten Hundertsousstücke in den Händen und haben ferne Freude an dem Gelds. Andere haben große Tränen in den Augen, ..da sie .ein Teil ihres Selbst hingegeben haben. Doch manche jubeln auch über die erlangten..Kostbarkeiten, und manche, die zurückgewiesen sind, weinen, weil sie für ihr Haar nicht die sehnsüchtig begehrten Dinge einhandeln können. Da kommt mit eiligen Schritten ein kleines gebrechliches Ting- chen von 17 Jahren mit frischen, .rosigen Wangen und hellen, .unschuldig großen Augen herbei, und sie Littet den Menschen, der ihr eben die leuchtende Haarkrone geraubt: „Ach gebt mir doch wenigßens eine schöne Locke. Ich will sie meinem Bräutigam schicken. Der ist bei den Soldaten, und man sagt, daß im Kriege eine Locke Glück bringt. Und er !vird mich noch lieben, trotz- dem ich mein Haar verkauft, wenn er etwas davon besitzt." „Da hätte man viel |u tun, .wenn man darauf hören sollte", antwortet der rohe Mensch, „das gibt's nicht". .Und sie nimmt eines der Geldstücke, .die sie von ihm empfangen, und kaust nun ein. wenig ihres eigenen Haares wieder zurück und schlüpft Wrt, selig, wenigstens ein Pfand für beit Geliebten gerettet zu haben von dem Reichtum, den sie verloren... Teubner in Leipzig .erschienenen 2. Bande der Hessischen Blätter für Volkskunde, von. seinen Erlebnissen bei der Vermessung einiger Gemeinden des Kreises Alsfeld im Jahre 1865: „Ich hatte der Bürgernieisterei in X.. gebührende schriftliche Mitteilung davon gemacht, daß das Werk der Vermessung der Gemarkung irt einigen Tagen beginnen werde, und um die Einberufung einer Gemeinderatssitzung gebeten, in welcher ich gedachte, der löblichen Gemeindeversammlung dse notwendigen Mitteilungen über die pflichtmäßige oder wünschenswerte Mitwirkung der Gemeinde bei besagtem Werke zu machen. Ich war woUvorbereitet mit einem guten Vortrag über die Nützlichkeit, ja Notwendigkeit der Vermessung .im allgemeinen und der Gemarkung X. ,im besonderen. Ich trat in.das Beratungszimmer ein; es war das intime Zimmer des Bürgermeisters, der diesmal nicht auf dem Bette lag, sondern ordnungsgemäß oben an dem Tische auf einem Stuhle saß. .Rundum die Gemeinderäte. Es war schon ein erquicklicher Tabaksduft im Zimmer, da die Männer ihre kurzen Pfeifen rauchten. .Ich wurde lebhaft an eine Kriegerberatung der Sioux nach Fenimore .Coopers Beschreibung erinnert. .Braune, hagere Gesichter mit in die Stirn hängenden HaareN, .unbeweglich und int tiefsten Ernst. Mein Gruß wurde gemessen erwidert. ,Da sonst nichts erfolgte, nahm ich auf Die von mir ergangene Einladung Bezug und hielt ohne weiteres meinen Vortrag, eindringlich und mit jugendlicher Wärme. Schließlich proponierte und ' verlas ich den Entwurf eines Vertrags zwischen mir und der Gemeinde betreffend die Vermarkung der Eigentumsgrenzen (das war des Pudels Kern) und empfahl denselben zur geneigten Annahme und Unterzeichnung. Tiefe Stille. .Ich fragte, ob einer der Herren Gemeinde-, ratsmitglieder etwas zur weiteren .Erörterung oder Förderung der Angelegenheit vorzubringen habe oder ob noch irgendwelche Auskunft .meinerseits erwünscht sei. Tiefe Stille. Da war auch ich mit meinem Latein zu Ende und sagte: „Ich glaube wohl, .die Herren wollen sich die Sache noch in Ruhe überlegen und ich bitte, mir mitzuteilen, .wann dieselben geneigt sein wer-, deN, in weitere Verhandlungen einzutreten. Einstweilen kann ich mich dann ja wohl entfernen." Ich ergriff Stock und Hut und da tat der.Herr Bürgermeister deN Mund auf und sagte: „Met wern's üwwerlege". Ich empfahl mich, sehr enttäuscht und wenig hoffnungsfreudig. Draußen aber stand der Rechner und fragte nach dem Resultat der Sitzung. Ich teilte es ihm mit und et sprach die denkwürdigen Worte: „Es sein laut er Oisse" (Ochsen); eine Stunde darauf aber brachte er mir zu meinem großen Erstaunen und zu meiner Freude den von Ge- tttetnberät und Bürgermeister unterschriebenen Vertrag. Dieser sicherte mir für das nächste Jahre einen guten Diätenverdienst neben der Gebührentaxe, die ich aus der Staatskasse erhielt und die dazumal geradezu schmachvoll war." * Wagner-Gräber. Wir lesen int „Kunstwar t": Auf dem alten Johannis-Friedhof in Leipzig liegen zwei Graber,, die keinen Stein und keine Inschrift aufweisen und weder Stein noch Inschrift brauchen. Für die Masse sind sie nur zwei, grüne Wellen im Erdenmeer wie andere; wer sie aber sucht, weiß sie auch zu finden, und ihm sagt ihr grünes Epheuleben und die Akazie mit dem Vogelgezwitscher das Beste, was er hier hören mag. Ln diesen zwei Gräbern liegen Wagners Mutter. Johanna Geher und seine älteste Schwester Rosalie Marbach, die vornehme Künstlerin und für Wagner nach seines edlen. Stiefvaters Geyer Tod auch eine treue Fürsorgerin feiner Jugend. Der alte Johannis-Friedhof ist nur noch in Resten da. Schon aus der Nähe aber .droht mit Lastwageugerassel der. oberste Kommandeur heutiger Stadtbaukunst, der „moderne Verkehr". Mird er die Gnade haben, um diese grünen Inseln auszuweichen? Trotz üblen Gemunkels glauben wir: Ja, er wird es tun. Leipzig würde seinem Rufe als Pflegerin geistiger Güter und insbesondere solcher, die mit der Tonkunst zusammenhängen, doch zu sehr schaden, wenn es diese Gräber vertilgest ließe — wir möchten mit dieser Möglichkeit zum mindesten vor-, läufig noch gär nicht rechnen. Näher scheint nns die Gefahr, daß man die Gräber nach ihrer Entdeckung.durch das Bewußtsein der Oeffentlichkeit „monumental" wird „hervorheben" wollest — leben wir doch noch immer in einer Zeit, die sich würdige Schönheit meist erst da .vorzustellen vermag, wo irgend etwas Künstliches dazu kommt. .Wir sprechen dringend dafür, die Gräber zu lassen, .wie sie all die Zeit her gewesen sind und tote sie noch ’ sind. ...... ...... Ergiinzungsrätsel. Nachdruck verboten. F.e.w..l.e.s..n.mD..k.nti... nt D . ch .. n I . H . nd . l . s . . rä . . t d . . W . l . . e . u . . n . . i . Auflösung in nächster Nummer. Redaktion: August Götz. — Rotationsdruck und Verlag der Vrühl'schcu striiversttäis-Duch- und Stciudruckereß ..N. Lange, Gießen. Auflösung des Bilderrätsels in vor. Nr.t Seid einig. vevmrschtes. -m ~ Gine Gemeinderatssitzung im Vogelsberg vor .40 Jahren. Ein hessischer Beamter erzählt in dem soeben bei