(Nachdruck verboten.) Schloß Osterno. Roman von S. Merrim an. (Fortsetzung.). »d-sA?8° M nic fegte »ZßUSNLW-«- und ihm ÄEn -MZMSLSL- eigenen Hm.L »L° W" bc" ’i4> und W il",”™""' ble «>»' f°re‘en, eitle »erwart- uich!"meh^Za' L"L tomm??8'n3i®Ä1,‘6t bil*'' i-! h-»-»"ch »«t| •** - „etatoff, seid Ihr es?" fragte er. !-MUML--NLk daß ich Ihnen Bericht erstatte" 1 U)ICU "??‘™™T9^f,ni’S **f« Versammlungen flatp" Är°^H°'rnk?" $ur*,‘»- i=i* drei RZchsm." Durchlaucht." das gewiß?" I '^a' Errer Durchlaucht." -tzu-^i-!WL^°"b tei‘et- Der $=me ,°lg.e.hu-u, - ZMLMb« - —tttÄK.1* •» » —«. »in «e "Unhr JÄ6ar-Z 6aB Paul ironisch w Da?^-»sieben ihnen Branntwein zu trinken" allem ' erschien dem Starosten als 4 Rätselhafteste von «Ä-s a-ii» SM n«4 einer «eile M.'.,®!» weL» ,»m L?r'geL I IM» AMuFKIE Ihr könntz ! Ks^/^ldken die K.nder, wenn sie etwas brauchens und die | §^En haben offenbar Befehl, nicht zu plaudern Die Was sol?ich üln?" aU§ bCm 3StiSe' '^nn sie mir begegnen. "^eigt ihnen, daß Ihr Euch nicht vor ihnen fürchtet" Eindrucks ^aUt maä),t «uf den Bauern immer LZWMLMK^ I , /r^rnd Sie das, Steinmetz?" fragte Bank raick mH der Hand in die Tasche fahrend W ' ra[cI) mtf „Ja." „Was machen Sie hier?" mirs'Ä9eBe u.uf Sie acht", antwortete Steinmetz in seinem 'Ulden Ton. Es war die reine Narrheit von Ihnen heuw su.^dre Schenke, zu gehen. Die Zeit, wo einer von un« beiden hier allein herumgehen konnte, ist jetzt vorbei." 34. Kapitel. ' A t r o i s. ... e .fesstisrererje ■» WBM-----EZ Edla, so lange das kalte Wetter anhielt, den ^ee feririM-pr? lchtbn"Abend?feblti>,7^^öhnlich erschienen. Während der trßren ewende fehlten fte nte; denn plötzlick batten und Steinmetz ihre langen Fahrten r rr- ^U), uäch.steri Sonntag nachmittag war die qanze Ge-- wurde aufgerissen, und der Baron von Chaur- Die n -hf* BtetrI)' oB.ei" selbstbewußt und ruhig ins Ziminer ^b vollkominene Leichtigkeit, mit der er sich bewegte verriet g ße Bertrantheit Mit schwierigen Lagen' seine lebte 93a. ssgnung mit Paul und Steinn-etz ivar zum mindesten nickt sehr freundschaftlich gewesen. Nelly mißtraute ibm mL w *’ “■” *”,$- 5 Er trug .sein Reitkostüm, eine kurze Pelziopd"^ Nelr. Handschuhe, etne Mütze, eine silberbeschlagene Reitgerte und MM' «°»<--°-ute. «wM NM Ä „iVürft, ich bin gekommen, um an Ihre Großmut zu Elf Bk ir ,.-*1. kommens der Tür < j ich gejor: 5 sein gum der Lage chiges an s- mand wird .vrieten voll- . hatte etwas stsvolle Würde, t, seinen lächer- ,t der ernsten Höf- .mmer auszeichnete. Roman haben." 1 Wenn Steinmetz und Chauxville beisammen waren, I stockte das Gespräch niemals, auch fehlü es ihm Nickst an einem gewissen, scharfen Beigeschmack. Endlich lenkte lkdoch I der Gast, auf den sich die ganze Aufmerksamkeit konzen- I triert hatte, diese Aufmerksamkeit em wenig von sich ab Er begann einen Streit über den besten und kürzesten -wg 1 von Osterno nach Thors, sodaß Steinmetz das Zimmer verließ, um eine Karte zu holen. Wahrend dessen Abwesem | heil bewunderte er die Aussicht vom Fenster und w^de durch diese strategische Bewegung m stand gesetzt, Etta zuzuflüstern: „Ich muß Sie sprechen, bevor ich gehe. Es ist unbedingt notwendig." Kurz nach Steinmetz' Rückkehr und der Entscheidung I über den Weg nach Thors verließ Etta das Zimmer, und ein paar Minuten später meldete der Bediente, daß das Pferd des Barons gesattelt sei. Herr von Chauxville empfahl sich sofort unter vielen | Versicherungen ewiger Dankbarkeit. . .. „Haben Sie die Güte, mich der Fürstin zu empfehlen, ich | will "sie nicht stören", fügte er hinzu. „ \ Allein zufällig traf er Etta auf der Treppe und äußerte s so große Bewunderung für das Schloß, daß sie die Tur | des großen Salons öffnete und ihn hinemsuhrte, um ihm diesen Rauul zu zeigen. r „Wir können sie nicht langer zuruckhalten - sagte er, I sobald sie allein waren. „Was erst Donnerstag stattfinden sollte, wird schon übermorgen, Dienstag geschehen. Vergessen Sie nicht, - um sieben Uhr muß die Seitentur geöffnet werden. Ah, wer ist das?" Beide fuhren erschrocken herum. Steinmetz stand hinter ibnen aber er konnte die Worte des Barons nicht gehört haben. Er schloß sorgfältig die Tür und trat mit fernem finsteren Lächeln auf fite zu. . , , „A nous trois", sagte er in der Sprachje, itt der sich diese drei am heften verstanden. Ter Baron biß sich auf die Lippen und wartete auf bas, was kommen sollte. „A nous trois", wiederholte Steinnietz. „Baron, Sre lieben ja Epigramme. Der Mensch der die Dummheit anderer überschätzt, ist selbst der größte Dummkopf. Eiil lahines Pferd, — appelliere an die Großmilt des Fürsten, — bitte, mich zu empfehlen, — mein Gott! Nach all den lanaen Jahren sollten Sie mich doch besser kennen, Nmn, ovvellieren", sagte er in freimütigem Tone. „Wollen Sie die Güte haben, Nlir eilt Pferd zu leihen? Ich I den Wald, als mein Pferd über eine Wurzel, stolperte und lahm wurde. Ich merkte, daß ich nur drei Merlen von I Osterno entfernt war und kain deshalb hierher. Mern I Pech muß die Entschuldigung für diesen — Einbruch fern. ' Paul tat, was Nächstenliebe und Höflichkeit von ihm I verlangten, ignorierte es, daß Chauxville fern Pferd wahr- ! scheinlich absichtlich lahm gemacht hatte, und bot ihm «ne Erfrischung an, während ihm em neues Pferd gesattelt wurde' Weiter ging er jedoch nicht; denn er hielt es nicht für angemessen, %eSt Manne! der eine Wocheftüher versucht hatte, ihn zu ermorden, Gastfreundschaft für die Nacht I anäU5eSen Sie viel allein?" fragte Paul, während die! Diener dem ungeladenen Gaste einige kräftige Delikatessen I VOl^L,Si, Fürst, es ist mein erster Versuch, und wenn mir nicht dieses Vergnügen verschafft hatte, würde ich sagen, daß er mein letzter bleiben wirdck' „Man kann sich leicht verirren, und außerdem - die beiden Freunde warfen einen scharfen Blick auf das Gesicht des Barons, „außerdem ist die Gegend letzt ziemlich inni<£e$ Baron legte sich reichlich Straßburger Gänseleberpastete vor. . , .. ., ,, „Wirklich?" meinte er. „Nun, nur werden sie nichts tun,"ich bin ja ein Fremder." , , , . „Und wohl auch eine Waise", fügte Steinmetz lachend hinzu. „Glauben Sie aber, daß die Bauern warten werden, um sich danach zu erkundigen, mein teurer Chauxville? „Auf jeden Fall werde ich nicht warten, um zu antworten, sondern gleich verduften", antwortete der Baron in demselben leichten Tone. „Ah, gnädiges Fraulem, ich sehe, daß die Herren Sie mit ihren Schauergeschichten erschrecken wollen; aber das geschieht nur, um, das dustere Lokalkolorit zu wahren; diese Russen müssen immer ihren Mein teurer Baron, das glaube ich kaum. Aber auf jeden Fall gedenke ich mich noch weiter emzumischen. Etta blickte voii einem zum andern. Ihr erster ^mpuls WMMM« : WMWN" ”6me&‘°E ttÄ *, b>s mt ihm "zu Ende bin, Madame. Dies ist vielleicht unsere letzte ! Ter^Baron^'blickte Steinmetz mit' seinen lauernden I Augen an und glich nun vollständig dem falsch lächelnden I Luckiskopf oben im Rauchzimmer. I „Bewahren Sie Ihre, Ruhe und lassen Sie uns m Gegenwart einer Dame nicht streiten , g e . Etta. „Warum nickst? “Ä'W nua um M iu .nl, „lauben, daß der Baron das Recht hat, Sw zu verfolgen, weil er ein Paar untergeordnete W^ispchel z Freunden zählt, so irren Sw sich Unser ' sehr klug, aber mit dem bißchen, wasser über Die . Hi 1 sammenkunft zwischen dem Baron und Ihnen w Starkes, Gare.. die seine Beleivich , sein laute lichen Umfang vergessen ließen „Fürstin", sagte er, indem e- lickkeit, die sein Benehmen gegen «ü ........ . - ... ju ihr wandte, „icffi weiß die Klughei,, nnt der sw sich zu Ihrer jetzigen Stellung aufgeschwunden haben,.voll zu.würdigen allein ich muß Sie daran erinnern, daß chese Stellung gewisse Verpflichtungen mit sich bringt. Es entspricht kaum der Würde ein« Fürstin Alexis, sich in ihrem eigenen Hause in eine gewöhnlich^ Liebesintrigue einzulassen. „Es ist keine gewöhnliche Liebesintrigue. rief, Etta mit flammenden Augen. „Wie dürfen Sw solche Ausdrucke gebrauchen? Wo ist Ihre vielgerühmte Freundschaft? Ist dies ein Beweis dafür?" Karl Steinmetz verbeugte sich ernst. „Fürstin, diese Freundschaft steht Ihnen zn Diensten, I ^Ctron brach in ein leises, verächtliches fachen aus und biß sich nervös auf den Schnurrbart, wahrend er Ettas Gesicht beobachtete. . @inen Augenblick lang stand die Frau zwischen den beiden Gefürchteten, dann wandte, sie sich zu stemmetz; er hatte den Sieg errungen, den größten, den er Claude von Cbaurville ie aus den Händen gerissen hatte. , ,Sie wissen doch daß dieser Mann mich iii seiner ^^"Sie^alleii^ nicht uns beide", antwortete Steinmetz. lassen sich von Ihrer Phan- I tasie"fortreißen und mischen sich in etwas, was «re nichts 507 )i}! Fest; wenn der der erste Fahr wird, beim erst Worten, jedes ( m erstenmal gewaschen wird, wenn 'cht, das flaumige Haar geordnet int ersten Schritt, bei den ersten -chtig und wird durcb ein vrächj- Auf dem 8. allg. deutschen Lehrerrnnentage zu. Dresden sprach Frl. Marie v. Bredow aus Berlin über die Notwendigkeit der Ergänzung und Vertiefung der geschichtlichen Bildung durch die Staats- und Ge- sellschaftskunde. Tie Belehrung über wirtschaftliche und gesellschaftliche Fragen der Gegenivart, ist auf geschichtlichem Gründe konkret zu entwickeln. Der Geschichtsunterricht hat die Aufgabe, rein sachgemäß die Kenntnisse zu übermitteln, welche zur Teilnahme am Gemeinschaftsleben befähigen, und die Neigung zu solcher Teilnahme zu fördern, Kenntnisse, welche übermittelt werden müssen, sind im wefeiitlichen: 1 Verfassung und Verwaltung des deutschen .tiqes Fest gefeiert. Die Mädchen führen fast dasselbe Leben wie die Knaben und gehen fast ebenso gekleidet. Ausge- nommen an Festtagen, wenn ihre. Gesichter gepudert, die Haare sorgfältig zusammengerollt und die Arme mit Juwelen bedeckt werden, können sie nach Belieben umherlansin. Bald kommt der ereignisreiche Tag, tin dein die Ohren durchbohrt werden. Jetzt verläßt das Mädchen die Kindheit und fängt an, ein „Blumenleben" zu führen. Im Aeugern; und in ihren Bewegungen trachtet die junge Birmanin, einer Bluine zu ähneln, deren Köpfchen sich int Winde nmgtz und 'die Jünglinge zu bezaubert,. Fast immer gelingt es ihr auch, denn die Birmanin ist eines der reizendsten, lieblichsten Geschöpfe. Selbst das ärmste Mädchen ist an- mutig und hat eine Stimme, wie man sie sonst selten trifft. Die kleine Japanerin ist gleichfalls ein entzückendes Geschöpf, wie eilt strahlender, glücklicher, schöner Schmetter- L, 1 .— v i ... i • *1. fix Ss „ a X\.a ¥ r\vwn-t 4- ioi+ptl PtYt PTt reitet- wenn der Grund dazu weder in einer Liebesmtrigue, noch in der Wacht lag, die dieser Dann auf sre wegen der Armenliga ausübt, — worin lag dann der Grund? Etta ^erwidert^nichts, sondern blickte Chaüxville an, und er antwortete wiederum für sie. Ich will jetzt nicht von Dingen sprechen, die Sie nichts angehen", sagte er. „Aber Sie müssen doch zugebeu, daß das Geheimnis der Armenliga Grund genug war, um mir eine kurze Unterredung unter vier Augen mit der Fürstin zm verschaffen." ... Steinmetz ließ diese Bemerkung unbeachtet, er stand neben Etta, zwischen dem Baron und der Tür, und sein breites, tief gefurchtes Gesicht war von der Erregung des Augenblicks gerötet, seine großen, traurigen Augen hefteten sich besorgt auf ihr Gesicht. (Fortsetzung folgt.) Kiudttleben in aller Welt. Ein anziehendes Thema behandelt ein soeben in London erschienenes Buch, „Worlds Children" von Dr. Mortimer Menpes und Miß Dorotby Menpes, das sich mit dem Leben der Kinder bei den verschiedenen Volkern befaßt und von den liebenswürdigen, bisweilen auch unliebenswürdigen Lügen der Kleinen erzählt. Von den Kindern des eigenen Landes interessiert in der Schilderung den Verfasser besonders das irische. Das irische Kind, „dessen einziger Freund das Familienschwein ist, hat eine Phantasie, die den Aberglauben in Poesie verwandelt. Selbst der Schmutz draußen wird von ihm mit lachenden, schadenfrohen Elsen bevölkert, die beim Hin- und Herspringen endlose Streiche spielen, jetzt das träge Schwein necken, danti die Kinder am Haar ziehen uitd springen, lachen und singen. Irische Kinder kümmern sich nicht um ihre einfachen, safrangelben Kleider, die sie jahraus, jahrein tragen, oder um das Hungergefühl im Innern zur Schlafenszeit, wenn sie schreckliche Geschichten von ungehorsamen Kindern horten, die zu Tode gekniffen wurden, von schönen Mädchen, dm beim Hören von Feenmusik dahinsterben, und von tausend kühnen schlechten Menschen, die von Feenspeeren getötet wurden. Sie sprechen niemals sorglos von ihtren, denn wenn die Wut einer Fee erst erregt ist, so ist das schrecklich." Die amerikanischen Kinder prahlen sehr, — die Knaben verbringen ihre halbe freie Zeit damit, umständlich zu beschreiben, wie sie aus dem Spielplatz andere Knaben schlagen. In jeder italienischen Familie hat das jüngste Kind es immer gut; wenn die älteren Geschwister auch öfter Hunger leiden, das jüngste Kind ist itnmer dick und zufrieden. Jeder macht einem Kinde Platz, selbst der ärgste Straßenverkäufer setzt den Preis seiner Süßigkeiten herab, und mancher Räuber ist mit Gesahr seines eigenen Lebens aus seiner Bergfeste herabgekommen, um sein Kind taufen zu lassen. In einigen Teilen Spaniens begrüßt die Mutter bei der Geburt ihr Kind damit, daß sie ihm mit einem Teller auf den Kopf schlägt; zerbricht der Teller, so ist es ein gescheites, verständiges Kind, anderenfalls macht es Sorgen. Die glücklichsten und zufriedensten Kinder in der Welt sind die birmanischen. Bei seiner Geburt wird das Kind freudig begrüßt, und nach nicht langer Zeit betrachtet es sich als Alleinherrscher, das seiner Mutter Haushalt und den ihrer Freunde mit absoluter Macht beherrscht. Die Welt scheint sür das Kind gemacht zu feilt. Es kann seinem Vater die Zigarre aus dem Mund nehmen und damit spielen, es kann den Garten des Nachbars verheeren, ohne auch nur ein ärgerliches Wort zu hören oder einen zornigen Blick An sehen. Alle Erwachsenen scheinen nichts Besseres zu kennen, als zum Vergnügen eines Kindes beizutragen. In jedem Augenblick sind sie bereit, mitzuspielen, Märchen zu erzählen oder ein Spielzeug anzufertigen. In jedem Haus und Garten int Dorfe hat düs Kind freien Zutritt, und niemals hört es das lästige „Es schickt sich, nicht". Die birmanischen Kinder sind wie in Japan die „Blüte des Landes" und werden sehr zärtlich und sorgfältig erzogen; jede Neigung wird aufmerksam beobachtet, die Eltern leiten beständig und unterdrücken schlechte Angewohnheiten int Anfang mit der sanitesten Autorität. Jede Geburt ist ein ..„,....3 ein entzückendes Gelampt, tote em glücklicher, schöner Schmetterling Selten weint sie, denn sie bekommt selten einen Klapps". Welche Mutter könnte auch das Herz haben, eine so zierliche Blüte zu berühren? Das kleine Mädchen liebt Spaß, Spielzeug, Süßigkeiten, Tee in kleinen Tassen; vor allem aber liebt es seine große, rundköpfige Puppe. Das Kind ist wunderbar spielerisch und sanst, immer ideal gekleidet und immer voll Selbstbeherrschung. Es hat einen entzückenden Mund, schöne Zähne und blitzende schwarze Augen, und es weiß dies auch Jede Japanerin will schon sein und jedes kleine Mädchen hat ihren zierlichen Lackkasten mit Rot und Puder. Das schwarze Haar hat einen blauen Schein, und aNe Mädchen wetteifern, wer sein Haar am kleid amsten trägt, wessen Haar am glänzendsten und glattesten ist, wessen Gürtel am zierlichsten gebunden ist und wessen Kleid am harmonischsten wirkt. Die halbe Zeit nimmt die Wissetischast des seinen Benehmens m Anspruch Tie Japanerin wird unterrichtet, wie sie gehen, kmeen und wieder ausstehen muß, ohne eine einzige Falte ihres „Kimono" in Unordnuung zu bringen. Sie muß richtig servieren können, ein Brett tragen und es zierliche aubieteu können, und von denkbar größter Wichtigkeit ist es, einem Gast zierlich eine Tasse zu reichen. Aus der Art, wie sie eine Tasse „Saki" reicht, kann der Mann ihren Charakter erkennen. Sie wird gelehrt, ihre Gefühle zu beherrschen, nicht zu weinen oder laut zu lacyen; ihr ^größtes Gluck liegt tn der vollkommenen Erwerbung der Selvstbeherrsch- ung und in der Macht, auch unter den betrubendsteti Umständen heiter zu lachen. In Indien wird die Geburt eines Knaben, durch das Anschlägen der Gongs gefeiert, damit die gute Nachricht überall gehört wird und die Nachbarn ihre Gaben und Glückwünsche darbringen können. In den ersten Lebensjahren wird das Kind als halbgottisch au- aesehen, und alle Frauen der Familie sind besonders fnr sein Wohlergehen besorgt. Mit vier Jahren aber beginnt die Erziehnng, bei der die äußerste Strenge obwal>et. ^st der Knabe vier Jahre alt, so befragt der Vater euren Astrologen, welches der glücklichste Tag ist, ihn zur Schule M schicken Ist der Tag festgesetzt, so wird der Knabe gebadet, man zieht ihm die beste Kleidern an und bringt ihn in den Tempel dEt er dem Gott der Gelehrsamkeit Opfer dar- bringe und ihn bitte, er möge ihn in seinem Schulleben gelehrt und fleißig werden lassen. Dann wird er zu eine Schule gebracht, wo eine Zeit strenger Disziplin besmiit. Kommt er morgens als erster in die Schule, so gibt mau ihm mit dem Stock einen Schlag über den Rucken, und feder folgende Knabe bekommt einen Schlag mehr, der letzte, natürlich eine reichliche Tracht. Kommt em Kind sehr spat, so mufi es eine Stunde lang aus einem Bem stehen, oder die Arme gerade vor sich halten, oder einen Ziegelstein hoch in der Lust halten. Für jede neue Stunde muß der Knabe dem Lehrer ein Geschenk geben. 508 Reiches und des preußischen Staates. Gesellschaftliche mtb wirtschaftliche Lage der Gegenwart durch Einführung in die Geschichte a) des Bauernstandes, b) des Bürgertums, damit verbunden deik Städteentwicklung, des Handels und des Gewerbes. 3. Belehrung über gesellschaftliche und wirtschaftliche Fragen der Gegenwart und Behandlung der sozialen Einrichtungen in Staat und Gemeinde. 4. Kenntnis der heutigen Rechtspflege, Gesetzeskunde. Das Wichtigste ans dem Familien- und Gesinderecht und der Arbeiterschutz- gesetzgcbung. Nm eine solche Einführung in das Verständnis der Gegenwart zu ermöglichen, muß vor altern die Kulturgeschichte im Unterricht berücksichtigt werden, die Methode aus einer im wesentlichen erzählenden zu einer im wesentlichen entwickelnden gewandelt werden. Die deutsche Nationalgeschichte muß noch stärker als bisher in den Mittelpunkt des gesamten Geschichtsunterrichts gestellt werden. — Auch über Musik Pädagogik ist in Dresden verhandelt worden. Der ungeheure Aufschwung, der: die praktische Ausübung der Musik in den letzten Jahrzehnten ge- noiumen hat, erhöht das Interesse für diese Kunst in weiten Schichten der Bevölkerung und das Bedürfnis nach Lehrkräften. Aber das Angebot übertraf bald die Nachfrage. Tie Zahl der Kandidaten und Kandidatinnen der Musikpädagogik wuchs binnen kurzem ins Unglaubliche. Institute, deren Leistungen sich vielfach deckten mit der Devise „billig und schlecht schossen an allen größeren Orten zu Dutzenden empor. Ungehindert strömte eine Schar Unberufener, minderwertig in Bezug aus Fachkenntnisse wie allgemeine Bildung, einem Lehrfach« zu, für welches Examina und Unterrichtserlaubnisschein nicht 'erforderlich waren. Ter Musiklehrende sank herab zum Bediensteten, dessen Leistungen in dem Maße in Anspruch genommen wurden, wie es der Bequemlichkeit, dem größeren oder geringeren Fleiß der Schüler entsprach. Eine umfangreiche statistische Erhebung lieferte den Beweis, daß auf musikpädagogischem Gebiete fast überall die gleichen Mißstände herrschen. Aus etwa 200 deutschen Städten ertönten mit geringen Varianten die gleichen Klagen über die Unsicherheit der finanziellen Lage, die Schutzlosigkeit der Unterrichtenden gegenüber der Willkür, ja vielfach! Rücksichtslosigkeit des Publikums. Ter Weg der Selbsthilfe wurde betreten, man schritt zur Organisation der Bernfsgenossen, die jetzt als voll- kommen gesichert betrachtet werden kann. Der im Herbst in Berlin stattfindende m u s i k p ä d a g o g i s ch e K o n g r e ß ist in erster Linie cyrf die Initiative der Musiksektion des Allgem. deutschen Lehrerinnenvereins zurückzuführen. Auf dem Arbeitsprogramm der nächsten zwei Jahre stehen: die Feststellung der Wege, welche einzuschlagen sind, um den Musiklehrerinnen in ihrem Alter — abgesehen von der Beihilfe, die ihnen das Klebegesetz gewährt — eine sorgenfreie Existenz zu schaffen. Auf Grund einer genauen statistischen Vorarbeit, für welche eine Kommission ernannt wurde, hofft man die Sache erfolgreich in Angriff nehmen zu körinen. Die Frage der staatlichen Prüfung der Musiklehrerinnen, für welche die Sektion auf dem Wege der Petition an den Kultusminister eingetreten ist, die Erweiterung der Regulierung der Honorarfrage (auch die Konservatorien sollen zu einem besseren Vertragsverhältnis mit ihren Lehrkräften herangezogen werden), die Sichtung der Klavierliteratur, die Fühlung mit iden Musikverlagsbuchhandlungen, die schon jetzt ein lebhaftes Verständnis der Bewegung bekunden. Tr. E. M. vermischtes. * Der ausgesperrte Gouverneur. Einen sehr hübschen Scherz haben sich kürzlich die Bewohner der Tonga-Inseln geleistet. Diese stehen unter britischem Protektorate und zwar unter dem Regime des Gouverneurs der Fidschi-Inseln. Die innere Regierung wird aber von einem eingeborenen Häuptling, der den stolzen Namen „König Georg II." führt, mit einem eingeborenen Parlament und < sonstigen Käuaka-Autoritäten besorgt. Kürzlich kam nun die Nachricht, daß der Gouverneuer, Sir Henry Moore Jackson, in Nukualofa landen werde, um nach dem Rechten zu sehen. Die weißen Ansiedler, die mit der Kanaken-Regieruug schon lange nicht zufrieden waren, bereiteten schnell ein ganzes Bukett von Beschwerden vor, aber „.König Georg", der wohl ein schlechtes Gewissen hatte, wußte Rat. Kaum war S. M. S. „^ylaheS" mit Exzellenz an Bord im Häfen fron Nukümofa eingetroffen', als dem Gouverneur von den Donganern erklärr wurde, an eine Landung sei nicht zu denken, denn in Fidschi, woher das Schiff kam,' seien die Masern! Das war richtig, man hatte dort etwa 16 000 Masernfälle, einige mit tödlichem Ausgange gehabt, aber der Gouverneur hatte nicht Lust, deswegen einen Monat in Quarantäne zu liegen. Er erbot sich- sich vollständig ausräuchern und desinfizieren lassen: aber das half ihm nichts. Ter „Pylades" dampfte also unverrichteter Sache wieder ab, und die weißen Ansiedler hatten das Nachsehen. Der Gouverneur soll aber gedroht haben, er werde mit verstärkter Macht wiederkommen und dann landen, und wenn es Tongaleute von den Kokosbäumen regnete. Wenn er die Drohung wahr macht, dürfte der Eingeborenen-Regier- ung jener paradiesischen Inseln wohl das letzte Stündlein geschlagen haben. * Eine hüb sche Blum en lese der Schönheitsuri t t e l im 16. Jahrhundert veröffentlicht der „Petit Paristen". Sie ist einem 1562 in Venedig erschienenen Werke über, Frauenschönheit entnommen, das einen Arzt Namens Marinello zum Verfasser hat. Wollte eine etwas hagere Dame ihrer Gestalt mehr Fülle geben, so mußte sie sich lange unbeweglich in einem kühlen Zimmer aufhalten, das durch Riechfläschchen mit Rosen- und Lilienwasser, Amber und Kampfer frisch zu erhalten war. Dabei hatte sie Essig und Gesalzenes, vor allem aber jede Zornerregung zu vermeiden, nebenher ein Bad von Kamillen und Malven zu nehinen und Einreibungen mit Veilchenwasser zu machen. Dazu war „so viel wie eine Kastanie" von einer Latwerge aus iveißem Mohnsamen, Terpentin und Butter vorgeschrieben. Entfettungskuren — auf die Marinello übrigens weniger Gewicht legt, da die damalige tonangebende italienische Damenwelt mehr für eine gewisse Leibesfülle schwärmte — waren viel einfacher, denn es bedurfte dazu nur eines Destillats aus Wein, Ingwer, Rosmarin und einer Garofilet (Nelke) genannten Pflanze, wovon jeden Morgen ein Glas zu trinken war.' Als Haarwuchsmittel empfiehlt das Buch eine Abkochung von Myrtenkörnern, Gatläpfeln und Mirobolanten in Rosenwasser. Blieb danach der Erfolg aus, so mußte allerdings ein eingreifenderes Mittel benutzt werden, das aber auch so sicher wirkte, daß es beim Einreiben „selbst auf der Handfläche Haare erzeugte". Es bestand ans Mäusedreck und einein Pulver? aus gebrannten Bienen, welche Stoffe mit Rosenöl geknetet wurden. Auch ein Enthaarungsmittel führt Marinello an; es wurde durch Verreibung je einer Unze Epheuharz, Auripigment und Kolophonium mit Ameiseneiern, gebrannteU Blutegeln und Froschblut hergestellt. Runzeln verschwinden nach Marinello bei dem' Gebrauch einer Salbe, die dadurch gewonnen wird, daß man geraspeltes Hirschhorn in etwas' Wasser so lange kocht, bis sich, auf diefem eine Art Fettschicht bildet, die dann mit Bohnenmehl zu vermengen.' ist. Zur Pflege der Zähne schreibt das Buch nicht etwa' deren Reinigung, sondern einen Auszug von Myrtenblättern und -Beeren vor, der löffelweise einzunehmen ist. Das Werk Marinellos, der sogar ein Mittel dafür weiß, daß die Damen beim Flötenspiel die Backen nicht in unangenehmer Weise aufblasen, war seinerzeit in Italien und Frankreich weit verbreitet. Mejn Bub. Mein kleiner Bub', — sagt meine Frau, — Gleicht mir aufs Haar genau. Und sie hat recht; denn, wenn ich seh' Dem Bub' in seine Schelmenaugen, Ich mir im Herzen leis gesteh': Ta kann der Vater utt viel taugen! Silbenrätsel. (Nachdruck verboten.) a bet bi das don e Horn i le li ne ne ners ni o pi re rus scl tag wie. Aus diesen Silben sind 7 Wörter zu bilden von folgender Bedeutung: 1. kleines Raubtier; 2. weiblicher Vorname; 8. altgriechische Landschaft; 4. spartanischer König; 5. juristischer Ausdruck; 6. Warnungsapparat; 7. Wochentag. Sind die richtigen Wörter gefnnden, so ergeben die Anfangs- und Endbuchstaben int Zusammenhang gelesen die Namen zweier deutscher Dichter der klassischen Zeit. Redaktion: August Cöp. -- Ro'ationedruck-und Verlag der Vrii.l