EBB' T^ber-.aufR. H-No! . G .^sg otitiimil forderte die Damen auf, dasselbe zu tun?'< taten Sie Alle, außer — „Sie feuerten sie zwei- oder dreimal ab, wie ich glaube, Miß? Und Sie trafen ein Ziel, nach dem Sie schossen?" Das Mädchen antwortete fast mit einem Aufschrei des Schreckens. „Ich traf es nicht! Wer sagt, daß ich's traf?" Clifford richtete sich auf und stützte den Arm. In einem Augenblick hatte Nell so viel Fassung zurück» gewonnen, daß sie ihn bat, sich wieder niederzulegen. Ihre Stimme aber schwankte. Hemming sprach in einem sehr milden und wie sich entschuldigenden Tone, als er in seinem Verhöre fortfuhr: „Ist dieses die Pistole, deren Sie sich dabei bedienten ?" Er zog aus einer seiner Taschen die alte Kavalleriepistole, die er von Shingle End mitgebracht hatte. „Ja", erwiderte Nell, Cliffords Versuche, die Untersuchung zu Ende zu bringen, nicht beachtend, „das ist sie." „Erinnern Sie sich- was geschah, als Sie sie alle gesehen hatten und damit fertig waren?" „Ja. . Der Oberst hat sie wieder geladen —?" Sie brach plötzlich ab und sah zu Boden. „Sie sind sicher, daß er sie wieder lud?" „Ja. Er lud sie wieder und hing sie dann wieder an den Nagel." 1903. — Nr. 67. „Und „Ja." „Und geschah." „Sie außer mir." Von Kopf zu Füßen zitternd, ivarf Nell einen flehenden Blick auf ihren Liebhaber. fürchteten Alle?" das? Bitte, sagen Sie mir, was sich alle, sie zu berühren." '** ' " J """" 1 “ - —— | bietenden Blick auf den Geheimpolizisten fort, „wer es! eigentlich ist, der sie zu sehen wünscht." Als Nell hereinkam, war sie daher sehr überrascht. Es beunruhigte Clifford zu bemerken, daß sie erbleichte, und heftig zu zittern begann, als sie erkannte, wer fit; zu sprechen verlangte. Hemming kam sofort zur Sache. „Erinnern Sie sich. Miß", sagte er, in einem sehr ehrerbietigen Tone, „daß Oberst Bostal ungefähr vor eurer Woche eine alte Pistole von einem Nagel einer Wand seines Hauses herabgenommen und sie Ihnen und 'einigen andern Damen gezeigt hat?" Nell erinnerte sich Sie warf bei diesem Zugeständnis einen erschrockenen Blick auf Clifford. „Können Sie mir sagen, wer die Damen waren?" „Mrs. Lansdowne und ihre Tochter, und Miß Theodors und ich" „Der Oberst feuerte sie ab — oder nicht?" „Ja." Mittwoch den 6. Mat. /\ (Nachdruck verboten.) Das Gasthaus am Strande. Roman in zwei Bänden von Florenee Warden. Autorisierte Uebersetzung aus dem Englischen. (Fortsetzung.) Cliffords Wunde hatte sich ernster erwiesen, als anfangs vermutet wurde. Die Gefahr einer Entzündung ttar vorhanden und die Aerzte hatten verordnet, daß er ganz ruhig zu halten wäre. Als daher noch au demselben Abend Hemming im Gasthofe vorsprach und Mr. King zu sehen verlangte, würde er rund abgewiesen worden sein, wenn Clifford nicht selbst die Frage gehört und, die Stimme erkennend, darauf bestanden hätte, den Geheimpolizisten zu sprechen. „Und was wünschen Sie von mir?" fragte Clifford begierig, als Hemming in das kleine Zimmer geführt worden war. „Nun, Sir, ich höre, Sie haben Miß Claris seit dem Verhöre gesehen?" war des Geheimpolizisten fast vom Zaune gebrochene Frage, mit der er das Gespräch eröffnete. „Ja. Nun?" „Wohlan, Sir, die Dinge sehen für die junge Dame so schlecht wie möglich aus/" Und er warf auf den Kranken einen forschenden Mick, als er diesen Sachverhalt aussprach Clifford fagte nichts und Hemming fuhr fort: „Da ich wußte, daß Sie — nun ein Freund der jungen Dame wären, Sir, hielt idji es für richtig, es Sie wissen zu lassen, da ich völlig gewiß bin, wer der Urheber von beiden, dem Mord und den Diebstählen, ist; und ich suche nur noch die Beweiskette etwas stärker zu machen, um den Wer-' Haftsbefehl zu erwirken." „Von wem?" „Das überlasse ich Ihnen, zu erraten. Ich! kann Ihnen sagen, daß ich die Pistole gefunden habe" — Clifford fuhr auf — „und die Kugel paßt genau in den Lauf." „Wünschen Sie noch einige Fragen an die junge Dame zu richten?" fragte Clifford gleichmütig. „Nun, die junge Dame scheint fo abgeneigt — doch natürliche wenn Sie glauben, daß sie sich dazu herbeiließe. Uebrigens ist es nur eine Art Ueb erhören, und ich! glaube, sie weiß das." Diese Worte und der Don, in dem sie gesprochen würden, stellten den Glauben des Liebenden hart auf die Probe. Doch Clifford wankte nicht. Er hieß Hemming die Pflegerin rufen, die vor der Tür draußen wartete, und schickte sie sofort zu Nell mit der Bitte, noch einmal zu ihm zu kommen. „Und sagen Sie ihr nicht", fuhr er mit einem trotz- (— 266 „Haben Sie seitdem die Pistole wieder berührt?" „Nein, nein." „Hat sie irgend ein anderer mit Ihrem Wissen seitdem berührt?" ,"Wozn soll alles dies führen?" fragte Clifford ungeduldig. „Ja, das kaun ich Ihnen jetzt noch nicht sagen. Aber der Oberst und diese junge Dame und Miß Bostal sagen gleichlautend aus, daß er die Pistole vor einer Woche geladen und wieder an den Nagel gehangen hat; und als ich sie wieder heute abend von dem Nagel herunternahm, war sie entladen. Das ist vorderhand alles, Sir." Einige Minuten lang harrte Hemming in der Erwartung, daß Clifford King oder Nell etwas zu ihm sagen würden. Als diese still blieben, empfahl er sich mit weiteren Entschuldigungen wegen seiner Zudringlichkeit. Die Liebenden sahen einander an. „Nell", fragte Clifford wispernd, als sie allein waren und einige Augenblicke geschwiegen hatten, „ist es wahr, daß Du damit geschossen hast?" „Ganz wahr. Zweifelst auch Du jetzt au mir?" „Nein, ich schwör' es Dir zu. Doch, Nell, mein Liebling, gleichwohl fange ich- an, für Dich zu zittern." Die Stiryme des jungen Mannes war unsicher. Nell sah ihm mit furchtbarstem Entsetzen ins Auge. „Wenn ich etwas wüßte, würde ich es sagen, was auch die Folge wäre", schrie sie plötzlich auf. „Es ist nicht recht, mich so viel leiden zu lassen." „Diese Rede war für den, der sie hörte, verblüffend-, aber sie wollte darüber keine Aufklärung geben. Sie sagte zu Clifford, daß sie Zeit, es zu bedenken und in Betracht zu ziehen brauche, und während er ihr forschend ins Gesicht sah, erhob sie sich plötzlich und indem sie rasch zu ihm sagte, sie würde ihn bald wiederseheu, verschwand sie aus dem Zimmer, als ob sie fürchtete, daß sie zusammenbrechen würde, wenn sie den Abschied verlängerte. Am folgenden Morgen, bald nach dem Frühstück, rief sie die Wärterin aus dem Zimmer, um sie za fragen, ob sie hineingehen und Wschied von Mr. King nehmen könnte. Clifford starrte sie erstaunt an. Sie war in Hut und Mantel und allem Anschein nach, reisefertig. „Wußtest Du nicht, daß ich schon gestern nach London zu meiner Tante reisen wollte?" fragte sie. „Man hielt mich an, um mich meine Zeugenaussage ablegen zu lassen. So geh' ich ftott dessen nun heute." „Aber —" fing Clifford an und zögerte dann. „Du meinst, es macht mich verdächtig, fortzugehen?" sagte sie gereizt. „Nun, mögen die Leute denken, was sie wollen. Wenn die Polizei meiner bedarf, so wird sie mich-, glaub' ich, zu finden wissen", setzte sie bitter hinzu. Clifford war betreten. „Kind, sprich nicht so, Kind!" rief er. „Ich glaubte nur, baß Tu an dieser Sache zu sehr interessiert wärst, um fortgehen zu können, bevor man die Wahrheit entdeckt hat." Nell stand unruhig da und sah ängstlich aus. „Wann wird das sein?" fragte sie, mit den Achseln zuckend. „Ich müßte für immer hier bleiben, wenn ich darauf warten wollte." Clifford stützte sich auf den Ellbogen und starrte sie an. „Nell, wünschest Tu, daß man die Sache entdeckt?" fragte er forschend. Sie zögerte, dann den Kopf rasch erhebend, zischelte sie mit leiser Stimme: „Nein, ich, kann Dir nicht sagen warum — aber nein, nein, nein!" Dann sah ich ihn flehend an, die blauen Augen mit Tränen gefüllt. Er streckte ihr die Arme entgegen. „Gleichviel, Nell. Was Dir mir immer auch sagst, oder was Tu immer für gut befindest, mir zu verhehlen, ich liebe Dich und vertraue Dir immer gleich sehr." „Nun", flüsterte sie, und ihr fast harter, trotziger Ton verwandelte sich plötzlich in einen voll Sanftheit und Dankbarkeit, „frage ich nichts mehr nach dem, was sie glauben und was sie mir hm." „Tu wirst mir schreiben, Nell? Du wirst mich an Dich schreiben lassen?" flüsterte Clifford, als er sie umfing. Doch schluchzend und von Angst und Kummer durchs schüttelt, zeigte Nell sich nicht willfährig. „Tu magst mir schreiben", sagte sie, „sobald dieses Geheimnis ganz aufgeklärt ist, aber nicht eher." „Doch, Nell, Du sagtest, daß das niemals sein würde!" „Tann wirst Du -auch niemals mehr an mich- schreiben", antwortete, von Schluchzen halb erstickt, das Mädchen, indem es sich von ihm losriß und aus dem Zimmer stürzte. Ihr Onkel wartete draußen. Er war tief bewegt, und nur mit Mühe vermochte er die äußeren Zeichen des Kampfes zwisch-en Liebe und Argwohn zu unterdrücken, als er ihr in den Wagen half. Ihre Fahrt nach dem Bahnhof war so still wie ihre Fahrt vom Rathause aus am gestrigen Tage gewesen war. Erst als sie am Eingang des Bahnhofgebäudes vorfuhren, redete Nell ihn an. „Onkel George", sagte sie mit leiser, bewegter Stimme, „warum kannst Du mir nicht mehr vertrauen?" Ter Gastwirt war gerührt. Er war im Begriff, ihr zu sagen, daß, wie groß sein Verdacht auch sein möchte, seine Liebe für sie so stark wie immer wäre, als der Anblick eines Polizeibeamten, der sie aufmerksam überwachte, die Worte auf seinen Lippen erstarren machte. „Da hast Du den Grund, weshalb ich's nicht kann", antwortete nach einer Pause George Claris heiser. „Sieh', wie Du überwacht wirst, wo Du Dich zeigst. Ich erwarte, daß man Dich abreeisen lassen wird." Nell sagte nichts, stieg aber mit zusammengepreßten Lippen und ängstlichen Blicken aus dem Wagen. Den Erwartungen ihres Onkels nicht nur, sondern auch ihren eigenen entgegen, wurde ihr jedoch gestattet, ihre Reise ungehindert anzutreten. Als der Zug aus dem kleinen Bahnhof fortgedampst war, wendete sich der Gastwirt rasch Und trotzig an den Polizeibeamten. „Nun", sagte er barsch, „was ist Ihr Begehr?" „Nichts vorderhand, Mr. Claris", antwortete der Mann. „Sobald wir aber etwas bedürfen, werden wir es auch schon zu finden wissen." Welchen Sinn er dieser Bemerkung auch beilegen mochte, so war George Claris doch klug genug, sich nicht danach zu erkundigen. 18. Kapitel. Das Wrack in der Bucht. Während der der Abreise Nells nach London folgenden Wochen nahmen die Geisteskräfte ihres Onkels von Tag zu Tag ab, bis der lebensfrohe Gastwirt mit dem roten Gesicht wenig mehr als der Schatten seines früheren Selbst geworden war. 'Er vermißte seine Nichte mehr, als er es sich selbst gestehen wollte. Und obschon es wahr war, daß seine Seele von Argwohn gegen ihre Aufrichtigkeit und Ehrlichkeit vergiftet war, so würde er doch bereit und willig gewesen sein, sie wieder bei sich aufzunehmen und die Zweifel zu vergessen, die er nicht ganz zu ersticken vermochte. Doch Nell war scharfsichtig genug, diesen Gemütszustand zu erkennen, der ihr unbewußt in den Briefen chres Onkels enthüllt worden war. Daher sie Gründe vorschützte, um länger in London zu weilen, und George Claris vereinsamt blieb. Der Gastwirt, obwohl er Cliffords Vertrauen zu Nell nicht teilte, war dem jungen Advokaten doch dankbar dafür. Er sagte ihm aber, daß ihm seine Nichte verboten hätte, ihre Adresse bekannt zu geben, und Mr. King mußte daher ruhig di.e Zeit erwarten, da das Mädchen selbst sie ihn wissen ließ. Kurz bevor Clifford nach völliger Genesung mit Widerstreben nach London abreiste, hatte er noch eine andere Zusammenkunft mit dem Geheimpolizisten Hemming, der, nachdem er vierzehn Tage verschwunden gewesen war, sich wieder auf dem Schauplätze seiner Nachforschungen einstellte. Hemming war schweigsam, machte aber den Eindruck, als ob er fester -als je überzeugt wäre, auf der richtigen Spur dessen zu sein, der den Mord und die Diebstähle verübt . hatte. „Nun, und was beabsichtigen Sie jetzt zu tun?" fragte Clifford gespannt. Wollen Sie neue Netze answersen?" Hemming sah ihn scharf an. „Es würde nutzlos sein", antwortete er trocken, „bis —" „Bis was?" „Ja, Sir, es muß heraus — bis Miß Claris zurückkommt." Clifford bezwang den Zorn, der in ihm aufstieg, weil 267 es die Lippen des Polizisten nur fester geschlossen haben würde, wenn er ihn sichtbar werden ließ. „Es würde mir aber lieb sein, wenn Sie doch den versuch damit machten", sagte er. „Wollen Sie es für meine Rechnung tun? Ich wünsche es sehr gut ausgeführt zu sehen, gleichviel, was es kostet." „Sie werfen das Geld nur weg, Sir", erwiderte Hirn- mr'ng höflich, „Doch wenn Sie es wünschen und zu zahlen gesonnen sind, so kann es natürlich geschehen." Clifford zog eine Visitenkarte hervor und gab sie dem Detektiv. „Das ist meine Adresse", sagte er. „Ich verlasse mich darauf, daß Sie Ihr möglichstes tun werden." „Und Sie wollen sich nicht von einer unnützen Ausgabe abreden lassen, Sir?" „Nein." Ehe sie auseinandergingen, hatten Clifford und der Geheimpolizist die Einzelheiten eines kleinen Anschlags verabredet, der, wie Clifford dachte, sicherlich hinreichen würde, die Begierde des verschlagenen, aber vermessenen Diebes zu reizen, der der Anstifter des ganzen Unglücks war. (Fortsetzung folgt.) Unser Garten im Mai. (Nachdruck verboten.) Schauerig tvar der April. Frost und Sturm haben argen Schaden an unseren Saaten und Obstbäumen angerichtet. Der Sturm nahm die Erde mitsamt den Pflanzen und trug sie fort, und deshalb wird derjenige, welcher auf windigem Felde Frühpflanzungen machte, sie durch neue ersetzen müssen. Wo Johannisbeeren dem starken Winde ausgesetzt waren, find die Blütentrauben verdorrt. Wo Obstbäume in voller Wüte standen, haben sie sehr gelitten. Gottlob, es waren unsere Aepfel, Birnen und Kirschen nur ui den wärmeren Lagen soweit, daß sie in Bliite standen. In den weniger bevorzugten Gegenden werden sie jetzt mit Eintritt des wärmeren Wetters zu blühen beginnen, und so sind wir noch nicht um die Hoffnungen einer guten Obsternte gekommen. Sind die „Gestrengen" milder, dann kann noch alles gut werden. Nach der Blüte beginnt das Spritzen mit der hsprozentigen Kupferkalkbrühe. Wo sich an den Obstbäumen Raupen vom Goldaster oder vom Ringelspinner zeigen, müssen sie mit der Raupensackel heruntergebrannt werden. Zusammengerollte Mütter sind vorsichtig zu öffnen und die darin lebende Raupe zu töten. Blüten, die zusammengeklebt erscheinen, sind zu trennen, da auch sie vom Ungeziefer zusammengeschweißt sind. Bei Stachelbeeren, — wo die Larven der Stachelbeerwespe auftreten — wird mit Petroleumseifenbrühe oder mit Pariser Grün, 60 bis 80 Gramm, und ebensoviel Kalk auf 100 Liter Wasser, oder mit einer Mischung aus 5 Gramm Schwefel kaliuni, 100 Gramm Schmierseife und 100 Liter Wasser gespritzt. Das Spritzen muß aber geschehen, so lange die Raupen noch klein sind. Bei größer gewordenen Raupen nutzt Schwefelkalium und Petroleumseifenbrühe nicht mehr und ist das Pariser Grün später wegen den größer gewordenen Früchten nicht rätlich. Es wird, wenn die „Gestrengen" vorüber sind, der Wein hochgebunden und ihm durch Zwirnsfädeu Schutz gegen Spatzen gegeben. Es beginnt der Kampf gegen Wicklerraupen durch Zerdrückung, gegen Erdsloh durch Aufstreuen von Kalkstaub oder Tabaksand, gegen Blattläuse durch Bespritzen mit Quassin oder Tabaksbrühe, oder einem anderen der vielen Mittel gegen Blattläuse. Das Pflanzen von Kartoffeln wird eifrig fortgesetzt und im ersten Drittel des Monats zu Ende geführt. Alle Kohlarten, die im Mistbeet herangezogen sind, müssen ausgepflanzt werden. Frühe Kohle, ote das Aprilwetter überstanden haben, sind mit flüssigem Dung zu düngen. Vom 10. Mai ab beginnt das Legen von Bohnen, Gurken und Kürbis ins Freie. Mit dem Auspflanzen der herangezogenen Gurken wird besser bis nach, den „Gestrengen" gewartet. Das Hacken, Jäten und Gießen bildet eine Hauptarbeit im Wonnemonat Mai. Maikäfer sollten überall gesammelt und getötet werden, der Engerlingsplage ist dadurch am wirksamsten entgegen zu treten. Kohlfliegen, Kohlgallenrüsselkäfer sind durch Wegnahme der befallenen Pflanzen unschädlich zu machen. In den jüngeren Spargelanlagen sollen mit Fliegenleim beschmierte Stäbchen, die der Spargelpfeife ähnlich sehen, zum Fang der Spargel- slrege ausgesteckt werden. Die jüngeren Spargelanlagen sind tüchtig zu gießen, die neuen Triebe vorsichtig an die Stäbchen zu binden. , Spargelaussaaten, die im Herbst gemacht wurden und jetzt aus dem Boden herauskommen, erhalten die erste Düngung mit Jauche. Das Spargelstechen beginnt. Beinr Stechen Vorsicht! Spargelpfeifen, die aufgehoben werden sollen, in Erde an schattiger Stelle im Garten eingraben. Spargel, die versandt werden, sollen ungewaschen in die Spargelkisten, welche für 10 Pfund, als Postpaket versandt, folgende Größe haben: Länge 50 Ctm., Breite 20 Ctm., Höhe 15 Ctm. Die Ernte vom Rhabarber ist int vollen Gange. Rhg- barberblüten sind auszubrechen. Starkgerupftem Rhabarber ist flüssiger Dünger zu geben. Zu Ende des Monats das Anhäufeln der Kohlpflanzen und der Kartoffeln nicht vergessen. IM Blumengarten beginnt itach den: 13. Mai die größte Tätigkeit. Es wird jetzt alles, was wir mühsam groß gezogen, auf die Beete gepflanzt, nachdem diese gelockert nnb mit Kompost bedeckt worden sind. Nach dem 20. Mai beginnt auch das Auspflanzen der Zimmergewächse, welche häßlichen Wuchs haben und kräftig zurückgeschnitten werden sollen. Für diejenigen Gewächse, welche besonders starken Wuchs zeigen müssen: Canna, Musa, Hedychium, Caladien '/sw., ist es vvrteilhait, eine starke, 30 bis 40 Ctm. dicke, Schicht aus Pferdemist in das Beet zu bringen. Wer bislang von seinen Canna, Begonien und Heliotrop nur kleine, winzige Pflänzchen gewonnen hat, wartet besser noch 8 bis 14 Tage mit dem Auspflanzen, da sich die Pflanzen bei der alten Pflege schneller kräftigen. Es kommen hinaus der Lorbeer, dre Aucttba, Phormium, Evonymus, Alpenrosen, auch! Myrthen und alle anderen Pflanzen, welche wir nicht im Zimmer behalten wollen. Der Schmuck des Balkons ist jetzt fertigzustellen. Wo ein reicher und leichter Blütenflor gewünscht wird, sind Petunien und Pelargonien in erster Linie zu wählen. Wo die Berankung des Balkons durch schnell wachsende Pflanzen herbeigeführt werden soll, ist das Auspflanzen von Hopfen, Tropaeolum und Jpomoea schnell durchzuführen. Wo wilder Wein schon die Grundlage für den Schmuck bildet, da ist durch Pflanzen votr Jpomoea und Tropaeolum oder Feuerbohnen ein leichter Blütenflor in dem dunklen Blattwerk zu schaffen. Auch Ampeln sind jetzt, aus Moos und Draht hergestellt, aufzuhängen und zu bepflanzen mit Petunien, Pelargonien, Fuchsien oder Lhsimachia. Die Instandsetzung und Herstellung der Laube ist jetzt endgiltig > durchzuführen und dabei der Preisaufgabe des Erfurter Führers im Gartenbau, der Preise von 50, 25 und 25 Mark für die schönste und praktischste Laube ausgesetzt hüt, zu gedenken. Man schütze die Laube gegen die Sonnenseite und lege den Eingang, wem: es irgend möglich ich so, daß er nach Norden liegt, denn es ist sehr unbequem, wenn die Sonnenstrahlen in die Laube hineinscheinen können und diese nicht allein unnötig Heist sondern auch zeitweise ganz unbewohnbar machen. I. C. Schmidt, Erfurt. vermischte». * Was aus einem Hause ohne Hausherr wird, darüber gießt ein Geschichtchen Ausschluß, das in französischen Blättern die Runde, macht. Jtt einem meist von Arbeitern, kleinett Geschäftsleuten unb Handwerkern bewohnten Hause in der Rue Palikao zu Paris herrschte seit etwa 6 Monaten eine Art Anarchie. Die Eigentümerin des Hauses, Madame Nisault, war gestorben, und es meldeten sich keine Erben. Die Folge davon war, daß auch niemand kam, die wöchentlichen Mieten einzuziehen, nnb das war für bie Mieter immerhin recht erfreulich. Da aber bie Portiersfrau keinen Lohn mehr erhielt, faub sie es nicht für nötig, bie Treppen zu reinigen, ben Flur zu kehren und die Fenster der Flure in ben einzelnen Stockwerken zu waschen. Das Haus würbe mit jedem Tage mehr einem Augiasstall ähnlich Die Mieter wurden ärgerlich, bie Nachbarn beschulbigten einander, daß sie bett Schmutz aus Treppen unb Fluren liegen ließen, und vor einigen Tagen explobierte der allgemeine gegenseitige Groll in einer allgemeinen Prügelei aller gegen alle. Blutend, mit verbundenen Köpfen und Armen, erschien etwa die Hälfte der Hausbewohner bei dem Polizeikommissar Girard, um die Klagen wegen Körperverletzung anzubringett. Nachdem der Poltzeibeamie nicht ohne Mühe den allgemeinen Tatbestand 268 festgestellt hatte, versprach! er allen Beschädigten Genugtuung. „Ich werde die Sache sofort dem Gericht übergeben und Sorge tragen, dag für das Haus ein Beschlagverwalter bestellt werde, der vor allem ein Großreinemackien besorgt und bei dieser Gelegenheit auch die rückständigen Mieten einholen wird." — Die rückständigen Mieten! An die hatten die „Blessierten" Wohl am wenigsten gedacht! , @3 soll ihnen nicht besonders Wohl zu Mute gewesen sein, als sie den Heimweg einschlugen. * Das Rauchen der Schulkinder. Auf die Gefahren, mit denen die ständig zunehmende Gewohnheit der Heranwachsenden Jugend, Zigaretten zu rauchen, ihre körperliche Entwickelung bedroht, lenkt ein englisches Blatt die Aufmerksamkeit. Von den verschiedenen Arten, Tabak zu rauchen, ist das Zigarettenrauchen am beliebtesten, aber auch am gefährlichsten für die Heranwachsende Jugend. Besonders stark ist die Wirkung auf das Nervensystem. Das leichte Zittern der Hände, das falsche Sehen, die unregelmäßige Herztätigkeit, die gestörte Verdauung, die schleimige Zunge und die reizbare Kehle sind alles Zeichen des vielen Rauchens. Früher kaufte der Straßenjunge für seinen Penny einige Unzen Gewürzzucker oder gebackene Früchte und. erhielt so wenigstens etwas Nahrung. Heute verkünden seine untersetzte Figur und seine runzeligen Züge seine Entartung. Der Arzt eines Kinderkrankenhauses in einer großen Provinzstadt schreibt das frühzeitig gealterte und müde Aussehen der Kinder der Stadt der herrschenden Mode des Zigarettenrauchens zu. Die Mediziner haben es immer verurteilt, daß die Jugend Tabak raucht, und das Uebel wird durch die Zigaretten sehr vermehrt. Eine Untersuchung, die an einer Klasse von Studenten der Yale-Uni- versität vorgenommen wurde, zeigte merkwürdige Ergebnisse. Acht Jahre lang stellte man Vergleiche zwischen Rauchern und Nichtrauchern an. Gegenüber den Rauchern gewannen die Nichtraucher 24 v. H. an Gewicht, 37 v. H. an Größe, 42 v. H. an Taillenumfang und 8.36 Kubikzoll an Lunaenausdehnung. So auffallend war die verkümmernde Wirkung des Tabaks auf Menschen in der Entwickelung. Die Gesetzgebung von 33 Staaten Nordamerikas verbietet daher den Verkauf von Tabak an Burschen unter 16 oder 18 Jahren, und rm norwegischen Storthing hat man drastische Maßregeln gegen den Verkauf von Tabak an Kinder in den Städten ergriffen und die Polizei ermächtigt, aus den Händen der Knaben Tabak und Pfeifen zu nehmen, die Ite in ihrem Besitz findet. * Liebesäußerungen beim Heiraten. Wenn der Drplomat freit: „O, lassen Sie uns ewige Allianz schlreßen." Der Soldat: „Du hast meinem Herzen eine unheilbare Wunde geschlagen, oder: Du kamst, ich sah, Du fiegtest." Der Arzt: „Nur Du kannst mein krankes Herz heilen/ Der Gärtner: „Nur ein Wort von Deinen Lippen, und unser Weg durchs Leben ist mit Blumen bestreut." Der Maurer: „Laß uns unsere Hütte bauen." Der Seemann: „Schone Jungfrau, bei Dir finde ich einen Hafen für alle Sturme des Lebens." Der Kutscher: „Erhöre mich, so sollst Du immer die Zügel führen." Der Juwelier: „Dies ein- Ssge Band soll die goldene Kette bilden." Der Gelehrte: „Ach!, laß mich Dein Herz erforsch!en und mein Glück in Deinen Augen lesen." Der Restaurateur: „Du füllst meinen Lebensbecher bis zum Rand." Der Bildhauer: „Wenn Dem Herz nicht von Marmor ist, so laß mein Bild darin wohnen." Der Bäcker: „Willst Du teilen mein Brod in Lust und Not?" Der Seifensieder: „Du sollst meines Lebens Llcht feilt." (Welt und Haus.) Literarisches. Die Redaktion von Velhagen & Klasings Monatsheften hat nach ihrer Gewohnheit dem Mai- Heft wieder den Charakter eines Frühlingsheftes gegeben. Unter dem Titel „Lenzesklänge" finden wir Frühlingsgedichte fast aller namhaften Dichter und Dichterinnen unserer Tage und lernen sie zugleich im Bilde kennen. Bvguslaw Sporgies führt uns durch Wort und Bild in die „Berliner Parks"; Professor Dr. Ed. Heyck schildert uns in gleicher Weise „Das Liebespaar in der Kun st". Die Frühlingssonne spielt auch! eine große Rolle tn den Widern, die dem Aufsatz, von Fritz Stahl über „Eugen Bracht" beigegeben und zum Teil farbig reproduziert sind. Eine Novelle von Hans Hoffmann: „Tante Fritzchen auf Abwegen" erzählt uns, wie dieser Liebling des liebenswürdigen Dichters einem Liebespaar zu seinem Lebensglück verhilft, auf die Gefahr hin, mit den höchsten örtlichen Autoritäten in einen schweren Konflikt zu geraten. Bon großem aktuellen Interesse ist der trotz des spröden Stoffes sehr amüsante Aufsatz von Dr. Felix Falker „Macedänisches". Der Roman von Otto von der Pfordten: „D a s o f f e n e F e n st e r" schließt in diesem! Heft, in dem zugleich ein Roman von Ida Boy-Ed „Die Ketten" zu erscheinen beginnt. Die „Neue Äusik-Zeitung" (Verlag von Carl Grüninger, Stuttgart) bringt in Nr. 12 ihres 24. Jahrgangs u. m. das Porträt Henry Woods, Leiter des Londoner Queens-HallÄrchesters. Die von Conrat-London geschriebene biographische Skizze dazu enthält gleichzeitig einen Ueberblick über den Entwickelungsgang der jungen englischen Kapellmeister im Gegensatz zu dem der deutschen. Des 70. Geburtstages von Johannes Brahms ist in einem Aufsatz „Brahms und Billroth" von Prof. Weber gedacht. Als weiterer Beweis für die Aktualität des Blattes möge sein Pariser Bericht über die dortige „Parsifalauf- führung" gelten; die „Neue Musik-Ztg." nimmt Stellung gegen den damit verübten Eingriff der Pariser in die künst- lerifchen Rechte Bayreuths. Musikbriefe und Berichte, eine Erzählung und Anekdotisches tragen zum reichhaltigen Inhalt der Nummer bei, die als Mnsikbeilagen ein „Früh- lingslied" von Professor Heinrich Schwartz-München und ein Klavierstück von Karl Kümmerer-Sondershausen entk hält. Die „Neue Musik-Ztg." abonniert man bei den Buche, und Musikalienhandlungen. Sie koshet das Vierteljahr —i 6 Nummern — 1 Mk. Die amerikanis ch e B o d e n k u l t u r hat im Laufe des letzten Jahrhunderts Leistungen aufzuweisen, welche diejenigen aller anderen Erdteile bei weitem übertreffen/ Es bildete sich zur Bewältigung der außerordentlich! schwierigen Aufgaben in der Urbarmachung und Bearbeitung des Bodens in Amerika/ vor allem durch die ausgedehnte Verwendung höchst sinnreich konstruierter Maschinen, eine! ganz besondere Technik heraus. Ursprünglich hat Amerika! von Europa in der Bodenkultur gelernt — jetzt empfiehlt sich das umgekehrte Verhältnis: Europa hat alle Veranlassung, neue maschinelle Methoden zur Bearbeitung des! Landes aus Amerika herüberzunehmen. Das Heft 19 der illustrierten Zeitschrift „Für Alle Welt" (Deutsches Verlagshaus Bong & Co., Berlin W. 57 — Preis des Vrerzehn- tagshestes 40 Pfg.) bringt in dieser Hinsicht aus fachmännischer Feder einen mit zahlreichen Abbildungen versehenen, höchst bemerkenswerten Artikel, der für den deutschen Landwirt und den Techniker von gleicher Bedeutung ist. Ebenso wird der in derselben Nummer enthaltene Auf-, satz: „Praktische Winke für den Weinbauer" vielen willkommen sein. Reichhaltig ist auch! diesmal wieder die Rubrik der „Neuesten Erfindungen und Entdeckungen". Beiträge aus Zeitgeschichte, Volkswirtschaft, Historie, Geographie, Völkerkunde, Sport und Gesundheitspflege erhöhen die Mannigfaltigkeit des Inhalts der Nummer. Dem Unterhaltungsbedürfnis tragen die drei Romane Rechnung; „Die Templer vom Ringe" von Robert Kraft; „Der Ziehsohn" von Adolf Ott und „Merkwürdige Geschichte eines auferstandenen Pompejaners" von A. Challandes. Eine Zierde des Heftes bildet die farbige Kunstbeilage-„Arabisches. Dorf" nazchi dem gleichnamigen Gemälde von R. Fuchs. Wortspiel. (Nachdruck verboten.) Nachstehende Buchstabengruppen sind zu fünf Wörtern zusammen« zusetzen, von denen jedes aus fünf Buchstaben besteht: ag, all, ess, g»s, le, nde, ne, Pl, st, uti. Die Wörter müssen bedeuten: 1. Körperteil; 2. afrikanischer Fürst; 3. Wirtschaftsranm; 4. schlesische Kreisstadt; 5. südamerikanisches Nagetier. Werden von diesen Wörtern die Anfangs- und Endbuchstaben gestrichen, so ergeben die übrigen Buchstaben im Zusammenhang gelesen ein bekannte- Sprichwort. (Ausiösung in nächster Nummer.) Auflösung des Bilderrätsels in vor. Nr.: Wettbewerb. Nedaktton: August Götz. — Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitüts-Buch. und Ctcindruckerei (Pietsch Erben) in Gießen.