*3^ I SW 1903. — Nr. 65. Montag den 4. Mai. k — Nr. 65. Montag den 4. Mai. MeMWnilien^ Z AkterhallMzsblMMMchmerAnzrigerGMmlA«zener). ’v(t’ r -au fC.±iZEIgll^ U (Nachdruck verboten.) Das Gasthaus am Strande. g Roman in zwei Bänden von Florence Warden, g Autorisierte Uebersetzung aus dem Englischen. ff" (Fortsetzung.) Die Aufregung deS Tages hatte Miß Bostal mitteilsamer und herablassender als gewöhnlich gemacht. Ihr Vater, der nicht im Gerichtssaal gewesen war, kam setzt hinzu und zog Miß Theodora mit einem Nicken gegen George Claris und einer kalten Begrüßung Nells mit sich fort. Der alte Herr sah kalt aus und war entschieden bei schlechter Laune. „Vorwärts, komm' mit", sagte er. „Mrs. Lans- downe will uns beim Nachhausefahren mitnehmen. Ich begreife nicht, warum Du Dich hier eine Minute -länger, als nötig ist, aufhältst. Ich sollte denken. Du müßtest e feilt, dieser grauenhaften Geschichte ledig zu werden. m rasch!" Und Miß Theodora ließ sich pflichtschuldig von ihm fortführen. Die kalte Heimfahrt von Onkel und Nichte begann schweigend. Sie konnten bereits in der Ferne die kleine Gruppe von Häusern sehen, von denen der ,Blaue Löwe' das bedeutendste war, als das Mädchen sich plötzlich- ihrem Onkel zuwendete und fragte: „Onkel George, was hast Du? Warum bist Du gegen mich so anders^ so ganz anders?" Es entstand eine Pause. Ein Kampf in der Brust des Mannes vor sich, ein erbarmenswürdig hestiger Kampf zwischen der Liebe, die er von jeher für seine Nell im Herzen getragen hatte, und den Anfällen von Verdacht und von Zweifel. (SS war mit einer heiseren, unnatürlichen Stimme, als er, die Frage abwehrend, erwiderte: „Anders? Wieso anders?" „Du weißt, o Du weißt es", wisperte Nell zurück. George Maris blickte sie an. Und eine Minute lang kam das alte Vertrauen in sein Herz zurück und er sagte sich selbst, daß er ein Narr wäre, ein elender alter Narr, einem Zweifel an ihrer makellosen Güte und Wahrheit Eingang in sein Herz zu gestatten. Dann ab'er zogen sich die häßlichen Gedanken, die ihm von dem Zweifel und dem Verdachte aller, die ihn umgaben, unmerklich eingeflößt worden waren und die angefangen hatten, seine Seele zu verdüstern, aufs neue über ihm dunkel zusammen. Er vermochte nicht, ihr eine offene Antwort zu geben, obschon er fühlte, daß es besser gewesen sein würde, wenn er es fähig gewesen wäre. Er schöpfte tief Atem und antwortete, ohne sie anzusehen: „Ach nun, meine Liebe, es ist nicht so leicht, munter und heiter bei solchen Dingen, töte diese zu sein", und er deutete dabei auf den neulichen Vorfall, indem er mit der Peitsche zurück in der Richtung auf Stroan schnellte, „die sich fast Unter unfern Fenstern zutrugen." Und dann schwiegen sie beide, sich beide in dem- Kben Augenblick bewußt werdend, daß sie sich dicht wirklich, so ist's. Ich beauftragte die Wärterin/ jemand für Geld zum Verhöre zu schicken, um mir Bericht zu erstatten. Gr traf dort gerade ein, als die Jury beim Frühstück war. Und so habe ich alles von Deiner Aussage und den Wahrspruch! gehört. Und wahrhaftig, ich kann nicht begreifen, wie danach irgend jemand, natürlich mich ausgenommen. Dich nicht in Verdacht haben sollte, ja, Dich!" Nell, die vorher ganz weiß gewesen war, wurde jetzt Kochrot und sah ihn an. „Du meinst, daß Du mich gleichfalls beargwöhnst?" Du hältst mich für fähig —" „Nein, Kind, natürliche ich nicht. Ich glaube jedoch, daß Du Deine Aussage sehr schlecht abgabst und daher nicht erwarten kannst, dag Dich jemand bemitleidet. Und nun sage mir, warum Du nicht zu mir zu kommen und mich, zu sehen wünschtest?" Nell ließ schweigend den Kopf hängen. „War es, weil es Dir gleichgiftig war, mich! jemals wiederzusehen?" Das Gesicht flog empor und eine leidenschaftliche Verneinung leuchtete darin auf. „Nun, war es denn, weil Du fürchtetest, ich würde Dich mit Fragen bestürmen?" Das Gesicht senkte sich wieder. „Ueber was wolltest Du mit mir sprechen, als Du verlangtest, daß ich zu Dir hierher käme?" Sie blickte zu ihm mit einem Gesichte voll Schrecken auf. „Ach, das ist es ja eben!" flüsterte sie hastig. „Das ist's, warum ich Dich jetzt nicht zu sehen wünschte. Ich wußte, daß Du es zu wissen verlangen würdest, Und jetzt — kann ich es Dir nicht mehr sagen." „Warum nicht?" „Gestern", fuhr Nell fort und ihre Stimme ward leiser, „wollte ich Deinen Rat einholen, weil es sich nur um einen Diebstahl handelte. Heute darf ich es nicht, denn es ist jetzt ein Mord, der in Frage steht." „Du weißt etwas, Nell!" „Nein. Ich wünschte, daß ich es wüßte. Aber — ich argwöhne es. Und ich darf selbst Dir meinen Verdacht nicht ins Ohr flüstern, bis ich etwas mehr Kenntnis darüber erhalten habe. Willst Du damit nun zufrieden sein und nicht von mir verlangen, zu sprechen, wo ich lieber schweigen möchte?" Clifford zögerte. „Hast Du nicht das Vertrauen zu mir, daß auch ich schweigen würde?" Nell fing an, verblüfft und erbärmlich auszusehen, hier und dorthin durch die sich widerstreitenden Gefühle von Liebe und Pflicht gezogen. Clifford sah, wie heftig der Kampf in ihr war, und als ein großmütiger Mann entschied er in ihrem Sinne. „Nun wohl, Nell, Du sollst Dein Geheimnis behalten. Das aber wisse: ich muß der erste sein, der es erfährt. Versprichst Du mir das?" „Ja, o ja! Und ich danke Dir von ganzem Herzen." Das Gewicht der Sorge fiel mit einmal von der Seele des Mädchens. Das vollkommene Vertrauen, das Clifford in sie setzte, war der Balsam, dessen ihre verwundete Seele gerade bedurfte, und die Stunde, die ihr die Wärterin am Bette des Geliebten zu verbringen erlaubt hatte, obschon sie nach dieser Auseinandersetzung fast schweigend verbracht wurde, war eine Stunde des Glücks und so großer Erleichterung, daß sie hinausging, der Welt und ihres Onkels Verdachte mit frischem Mure entgegenzutreten. (Fortsetzung folgt.) Unter herterem Hrmmel. Rom. (Schluß.) Rom, das. selten eigene Künstler erzeugte, zog auch zur Zeit der Renaissance magnetisch die besten Kräfte mt oder zwang sie wenigstens wie zur Zeit des Kaiserreiches seinen Dienst. Ein vollständiges Bild würde man freilich in Rom nicht von der Kunst der Renaissance gewinnen, aber von Jacopo Dorriti und Giotto an haben doch einzelne Künstler aller Entwickelungsphasen hier Proben ihres Könnens abgelegt, ja, einzelne haben sogar ihr Bestes hier geleistet. Der zarte mystische Fra Angelico wird in der Nikolaus- kapelle zum Maler strenger, monumentaler Fresken, Pin- turriecchio leistet in den Wandgemälden in St. Maria del Popolo oder in den Borgiagemächern so Vollendetes, als hätte er in diesen Kunstwerken ewig giftige Gesetze für Wandmalereien niederlegeir wollen. Und wie manche köstliche Perlen finden sich zerstreut in den Galerien, ich erinnere nur an Crivelli in dem Museum des Lateran, an das rätselvoll schöne Irdische und himmlische Liebe von Titian oder an das berühmte, ganz in Rot gehaltene Porträt eines Kardinals von van Dyck. Rafael — der einzige Name — läßt die Zeit Leo X. vor uns erstehen! Wie er hineinpaßte in diese Zeit mit seiner bestrickenden Liebenswürdigkeit, seinen vollendeten Sitten, seiner schönen Erscheinung und seiner rastlosen Tätigkeit! Wir sehen ihn, den Liebling des Papstes und der Großen, den Abgott des Volkes von einem Feste zuni andern eilen, und in den flüchtigen Stunden der Ruhe doch, Werke schaffen, zahlreich genug, um das arbeitsreiche lange Leben eines andern Meisters zu füllen. Fast ist es, als hätte der schöne Jüngling die Kürze seines Lebens geahnt und hätte deshalb nicht schnell genug alle Freuden und alles Schaffen auskosten können. Wie er es verstand, seinen Schülern Geist von seinem Geiste einzuhauchen, damit sie mitschüfen an seinem unvergänglichen Werke. Man betrachtet immer von neuem die kl. bibl. Darstellungen, welche unter dem Namen, „die Bibel Rafaels" bekannt sind. Man sucht die Tafelgemälde auf, die Rom von ihm geblieben sind, man weilt Stunden und Stunden in den Stanzen, und je ernster man sich in diese Schöpfungen versenkt, um so klarer tritt das Bild des Künstlers vor unser Auge. Durch! die Mitarbeit der Schüler hat sich wohl in die Fresken der Stanzen manche Flüchtigkeit eingeschlichen, aber viel Unvergänglichkeit bleibt doch in den herrlichen Arbeiten. Hier wird es einem klar : Rafael war in seiner Kunst ein souveräner Herrscher, der mit feinem Verständnisse das Erbe seiner Vorgänger antrat, der mit fast femininem Anpassungsvermögen aus allem Schaffen seiner Zeit herausfühlte, was sich feiner Eigenart einverleiben ließ, ohne sie zu zerstören. Das also Uebernommene und fleißig Gemehrte wußte er aber dann mit genialem Geiste zu eigenen Gebilden umzugestalten. Rafael geriet nie in Konflikt mit feinen Zeitgenossen. Aus der Fülle seiner Gaben suchte er liebenswürdig allen Anforderungen gerecht zu werden. Wer aber wagt zu entscheiden, ob fein innerstes Empfinden mehr in der Sixtinischen Madonna oder in den von ihm entworfenen nnd von seinen Schülern aus- aeführteu Darstellungen aus der Geschichte der Psyche in oer Farnerina zum Ausdruck kam? einem Werke, das trotz der unvorteilhaften Restauration noch heute zu den anmutigsten und liebreizendsten gehört, das je die Kunst hervorgebracht. Aber so sehr wir Rafael bewundern — was in seiner. Zeit Neues werden tvollte, was mit gewaltigem Ingrimm sich aufbäumte gegen Veraltetes, was Welten zertrümmerte und neue entstehen ließ — dieser tiefste Kern des 16. Jahrhunderts kam nicht in Rafaels Werken zur Offen- barung. Der Mann, welcher mit Titanenkraft alles Gähren und Werden einer peuen Welt offenbaren sollte, war aus anderem Holze geschnitzt. Er war ein Einsamer, der nicht teilnahm an den Festen der Großen, der keinen Kreis von Schülern und Verehrern um sich sammelte, der, wie kaum ein zweiter nach Liebe verlangend sein lebelautz doch einsam blieb, der mit vollen Händen Geld austeilte an die Seinen und selbst in bitterer Armut lebte, der Fürsten und Päpsten diente, und doch bis an sein Ende ein eifriger Republikaner blieb. Dieser Einsame war kein anderer, als Michelangelo, vor dem selbst der mächtige Julius II. sich beugte, zu dem aber Leo X und die Seinen nur in scheuer, widerstrebender Ehrfurcht aufzublicken wagten. Diese und ähnliche Gedanken kamen mir in der Sixtinischen Kapelle, in der ich immer von neuem Stunden stiller Betrachtung verbrachte. Die Fresken an den Wänden der Kapelle sind von Signorelli, Botticelli und andern und zeigen diese un- 264 mittelbaren Vorgänger Rafaels vielleicht in ihrer höchsten Vollendung. ®S: wäre unmögliche in Kürze alle die Schönheiten anzudeuten, die sich, in den strenge geschlossenen Kompositionen in den Landschaften, den einzelnen Gruppen und Figuren finden. Etwas von der Poesie und dem Sonnenglmrze Italiens ist darin sestgebannt. Erheben wir aber dann von den Wänden die Augen zur Decke, so fühlen wir, daß eine Kluft sich auftut zwischen der Auffassung dieser Künstler und der Welt Michelangelo's. Mr dürfen den Grund nicht in äußeren Dingen suchen. Dasselbe Leben, dieselben Kämpfe, die Michelangelo's Seele durchwühlten, umbrausten zum größten Teile auch die übrigen Künstler, aber auch hier bewahrheitet es sich wieder, daß es nicht darauf ankommt, was wir erleben, sondern wie wir 'es erleben, „Hier sitz ich forme Menschen Nach meinem Bilde, Ein Geschlecht, das mir gleich fei/4 So prometheisch empfand Michelangelo, so erschuf und erlebte er den Menschen, nicht die Menschen. Wie oft waren dieselben Motive behandelt seit Jahrhunderten, aber so gewiß in den Fresken Giotto's ein neuer Frühling, der ganze Zauber des zum erstenmal Erlebten uns entgegenklingt, so gewiß ersteht uns hier eine völlig neue Welt. Ern Titan bricht mit allem bisher Giltigen und trägt sein eigenstes inneres Leben, sein unbezwingliches Sehnen in sein Werk hinein. Wer hat vor Michelangelo das Brüten des Schöpfer- geistes über der Materie in dieser Art empfunden und zum Ausdruck gebracht. Wie öft war ergreifend und naiv vor ihm die Erschaffung Adams geschildert: aber wer hat wie er, die Tiefe des Wortes erfaßt: und er blies ihm ein den lebendigen Odem in seine Nase und also ward der Mensch eine lebendige Seele. Wer hat gleich ihm verstanden, der tiefen Sehnsucht des Menschen nach, Leben, die lebenweckenve Kraft des Schöpfers zum Ausdruck zu bringen? Wer hat wie er die eben zum Bewußtsein erweckte Eva, ihr Erstaunen, ihr Verlangen nach Aufklärung über alles Wunderbare um sie herum — empfunden und ausgedrückt? Wie oft haben vor ihm Adam und Eva den Apfel vom Baume gepflückt — aber wer hat vor ihm vermocht, die Erregung ünd Leidenschaft zu schildern/ welche die beiden Sünder zur Tat trieben, wer zeigte je vorher die innere zwingende Macht — personifiziert durch den herabrauschenden Engel, die Adam und Eva nach ihrer Tat unweigerlich, aus dem Paradiese vertrieb? Und welch Geschlecht von Höhenmenschen hat Michelangelo in seinen Propheten und Sybillen dargestellt, ein Geschlecht von Kämpfern, deren Seele sich aufbäumt gegen alles Morschgewordene in dem Bestehenden, Heroen, die trotz aller Enttäuschungen und Bitternisse das Banner ihrer Ueberzeugung hoch tragen oder endlich verzweifelnd an deui kleinen Geschlechte rings um sie herum wie Jeremias, der Gewaltigste unter ihnen, müde zusammenbrechen. Es ließe sich noch! viel sagen von dem einzigen Werke, vieles auch ließe sich sagen über das „Jüngste Gericht" in derselben Kapelle, dem Altarswerke des Künstlers; aber warum Einwände erheben gegen Werke, von denen doch, jeder von uns fühlt, daß sie in der ganzen Kunstgeschichte nur einmal vorkommen und daß kern anderer, als der einzige Michelangelo sie hätte schjaffen können? Schüler konnte Michelangelo nicht heranbilden, er hätte ihnen denn zuvor seine innerste Seele mitteilen müssen! Laß mich, mit dieser Erinnerung an die Kapelle Six- tina schließen und nimm sie als letzten Gruß aus dem sonnigen Italien, ehe ich für diesmal wieder irr die rauhe nordische Heimat zurückkehre. — E. E. Vermischtes. * Ethikünd Aesthetik d er Frauen kleid ung, lieber dieses Thema brachte die Wiener „Zeit" die Rezension eines Vortrages, woraus wir folgendes entnehmen. Wir nrüssen uns vor allem über die wahre Bedetung, welche der Toilette oder sagen wir lieber dem Kleide der Frau von Haus aus zukommt, klar werden, und wir können entweder sittliche Ursachen annehmeu, in dem Falle etwa, als! es sich darum handelt, den Körper den Blicken anderer zu entziehen, oder wir können mit größerer Berechtigung gewisse klimatische Forderungen als grundlegend annehmen. In diesem ©nute gelangen wir zu dem Begriff eines! schätzenden Kleides. Aber von dieser ursächlichen Bedeutung sind wir heutzutage weit abgekommen. Zum Unterschied von dem zweckmäßigen Kleid haben wir den Begriff der Toilette ausgebildet. Gr basiert nicht auf der Not-. Wendigkeit, sondern auf der Eitelkeit. Im sozialen Sinne bedeutet die Toilette eine der schwersten Lasten des Haushaltes. Die Frau hat das Bedürfnis, schön zu erscheineü und zur Befriedigung dieses Bedürfnisses erschernt ihr kein Opftr ihres Mannes zu groß. Man müsse sich doch ernstlich, fragen, ob ein sittlicher Grund darin liegt, daß/ wie es oft geschieht, eine Unsumme von Vermögen hingeworfen wird, u!m ein Minimum von Schönheit zu erzielen,, das Glück und den Frieden des Hauses preiszugeben und nicht selten seine materielle Wohlfahrt. Mancher Bankerott hat hier seine Wurzeln, und der Stoff einer neuen Toilette liefert zuweilen den Stoff einer Ehetragödie. Eigentlich sucht in den Sensationstoiletten nur die Eitel-, kett kleinlichster Art ihre Befriedigung, etwa der lächerliche Wunsch, zu zeigen, wie hoch das Einkommen des Mannes zu schätzen sei, wieviel Vermögen man habe, oder! auch nur, um Neid und Eifersucht zu erwecken. An diesen! Verirrungen ist allerdings nicht vie Frau allein schuld.. Sie putzt sich um zu gefallen. Sie putzt sich nicht für sich, Kirn für die Männer, und bedenkt wohl kaum, daß ihr. nicht in dem liegt, was sie scheint, sondern was sie ist,, nicht in der Hülle, sondern in dem Inhalt. Man müßte eigentlich die Resormbewegung bet den Männern beginnen! und ihnen vernünftige Schönheitsbegriffe beibringen.. „Kleider machen Seute" ist ein Wort, an das sich die allermeisten ängstlich klammern, und darum finden sie nicht den! Mut, sich umbequemer Toilettenforderungen zu entledigen. Ein Spaßvogel, der sagte, wer soll denn die Kleider machen! als die Leute, hat einen der stärksten Widerstände berührt. Denn daß die Kleider von den Leuten gemacht, daß zahl-, reiche Industrien an dem unsinnigen Toilettenluxus hängen^ die unerschöpfliche Argumente für ihre Daseinsberechtigung ins Feld führen werden, das macht den Kampf schwer. Me ein geschmackvolles, zweckmäßiges Kleid auszusehen hat, weiß natürlich auch der Redner nicht zu sagen, denn dieses Zukunstskleid ist Sache langsamer Entwicklung. Der neue Gedanke müsse allmählich durchftckern, das' ist ja bekanntlich der traurige Weg alles Guten. Ein Narr macht leichter zehn andere, als ein Bernünstiger auch nur Einen bekehrt. * „Onkel Dom" tot. Der Neger, der seinerzeit der amerikanischen Schriftstellerin Harriet Beecher-Stowe als Modell in dem bekannten Roman „Onkel Doms Hütte - diente, ist jetzt im hohen Ater von 111 Jahren gestorben. Mit seinem wirklichen Namerr hieß er Domian Argo, als Sklave gehörte er dem früheren General Kennedtz. Bilderrätsel. (Nachbildung verboten.) (Auflösung in nächster Nummer.) Austösutig des Ergänzungsrätsels in vor. Nr.! Jung gewohnt, alt getan. Redaktion: August Götz. — Rotationsdruck und SS erlag der BrLbl'jche« UniversitätS-Bnch« und Cteindruckerei ^Pietsch Erben) in Gießen.