Freitag den 28. November. Nr. 177. 1902 15 d.'NQH. bl^-ss-gn ikply VTjS WMS Bffi WM >uuutumi..j Mit dem Abdruck des fesselnden Romans Kinder des Ostens von Georg Buß beginnen Mir in nächster Rümmer. Redaktion der „Gießener Familienbl." Wilhelm Hauff. (Zu des Dichters 100. Geburtstage.) Bon Tr. Karl Hagemann. (Nachdruck verboten.) Wilhelm Hauffs Name gehört zu denen, die man nicht ohne Rührung nennt; sein Bild — dieser frische, offene Jünglingskopf mit dem natürlich fallenden Haar, den schalkfrohen, fein gezeichneten großen Augen und dem zum Plaudern, Scherzen und streiten immerdar aufgelegten schmalen Mund — unter die Reihe von Künstler-Typen, die man nicht wieder vergißt: selbst, wenn man das ganze Bilderbuch des Herrn König, diese leider immer noch bekannteste, aber durchaus rückständige, zusammengeklitterte Geschichte der deutschen Dichtung damals als halbwüchsiger Mensch im Drange nach Liiteratur-Kenntnis und -Erkenntnis in einem großen Zuge verschlang. Fast will es scheinen, als ob das gewinnende Aeußere dieses sympathischen Kunstjüngers, als ob das traurige Geschick des zu Größtem Berufenen den Genuß seiner Werke steigerte und die zersetzende Kritik zurücktreten ließe. Tas tragische Los des so früh aus vollem, erfolgreichstem Schaffen Abberufenen stimmt uns milder. Man rechnet die vorhandenen Schwächen seiner Leistungen der schnell-fertigen, zu vorsichtiger Selbstkontrolle wenig aufgelegten Jugend an, entschuldigt sie und scheidet sie danlit gleichsam mehr oder weniger aus. So genießt denn Wilhelm Hauff auch noch heute nach mehr als sieben Dezennien eine echte, durch nichts zu erschütternde Volkstümlichkeit. Tie hundertste Wiederkehr seines Geburtstages wird daher Tausende und Abertausende wieder zu seinen Dichtungen greifen lassen, um mit einer gewissen Wehmut dieses oder jenes Lieblingsbuch des schon im 25. Jahre Verstorbenen, oder doch wenigstens diese oder jene schöne Stelle nochmals wie zu einer stillen Gedenkfeier vorzunehmen und dankbarst zu genießen. Zwar nicht lange dürfte es in den meisten Fällen bei dieser Stimmung bleiben. Einige wenige Sätze aus den „Memoiren", aus den „Phantasieen", oder gar aus dem ,Mchtenstein", und der Frohsinn, der aus diesen Schöpfungen quillt, die lebenswarme Heiterkeit und Gegenwartsfreude, die über diese Druckseiten hinzittert, gießt uns bald ganz dem Leben wieder — dem Leben, wie es Hauff gelebt, tote er es geschildert und dadurch zur Nacheiferung empfohlen hat. Es imrd Sonntag, wenn man seine Bücher Hauff ist ausschließlich Epiker. Man muß ihn sogar! ohne weiteres zu den besten Erzählern rechnen, die sich jemals ln deutscher Sprache vernehmen ließen. Abgesehen von einer seltenen Vollendung der äußeren Form und einer wohlthuenden Glätte oer Diktion, lacht eine sonnig« Taseinslust aus all seinen Phantasieen, liegt ein jugendlich-schillernder Glanz über seinem Wesen und Schaffenr denn er ist Süddeutscher — spricht aber auch eine Ehrlichkeit der Empfindung, eine Offenheit seines Menschentums, und nicht zuletzt das prächtigste, jedoch etwas verhaltene Gemüt aus all seinen Schöpfungen: denn er ist Schwabe... Im Drama hat er sich niemals versucht, und auch seine wenig zahlreichen Gedichte vermögen höheren Ansprüchen nicht stand zu halten. Ihm fehlt als Lyriker jede persönliche Eigenart. Er machte Gedichte, weil er darum gebeten wurde und weil es zum guten Ton gehörte, daß Romanschriftsteller bei Gelegenheit auch einmal Verse auf- einauderreimen. Besonders unbedeutend sind seine Liebesstrophen. Aber auch die Freiheits- und Turnlieder, die er nach der Art unseres Körner und Ernst Moritz Arndt verfaßte, wurden damals von vtelen anderen wohl ebenso gut und bester geliefert, und die Burschen- uno Trinkgesänge bekommt ein poetisch angehauchter Verbindungsstudent unserer Tage zur Not ebenfalls noch in der Güte fertig. Voll seinen Soldatenliedern haben dagegen vor allem zwei eine ausgesprochene Volkstümlichkeit erreicht und verdient. Giebt sich das sehr beliebte „Steh' ich in finstrer Mitternacht" noch etwas sentimental und allerweltsmäßig, so gehört das stimmungsvolle, tief empfundene Morgenlied des zur Schlacht ausziehenden Reiters, dem das glutvolle Frühvot zum Sterben auf dem Ehrenfelde voran- leuchtet, zu unseren schönsten Volksliedern: die wunderbar schlichten, aus den einfachsten Ausdrücken für einfachste Gedankengänge zusammengesetzten Strophen zeigen mit ihrer stillen, ergreifenden Tragik den Typus der deutschen volkstümlichen Lyrik. Von seinen epischen Schöpfungen inachte wohl derzeit die Satire auf die platten Sudeleien des unter dem Pseudonym H. Clauren schreibenden Berliner Hofrats Heun, wenn auch mehr durch die äußeren Begleiterscheinungen, das größte Aufsehen. Diese erste parodistische Leistung des unheimlich schnell produzierenden Dichters ist aber eigentlich doch recht schwach — so schwach, daß die Mattigkeit seiner Persiflage tmd die Salzlosigkeit des karrikierenden Elements später sogar bei einigen Litterarhistorikern die Ansicht aufkommen lassen konitte, Hauff habe zunächst einfach einen Roman nach dem Geschmack der Menge gcschrre- ben und erst nachher auf Vorhaltungen seiner Freunde hin durch Aufsetzen einiger satirischer Lichter das Ganze als Parodie aus Clauren ausgegeben. Dem ist nun aber nach den neuesten Forschungen nicht so. Dem Tochter tst seine Absicht hier einfach nicht ganz geglückt. Wie man ; solche Parodieen anlegt und zum Jubel der lesenden Zett- 700 genossen durchführt, hak uns Fritz Mau Muer in (e kn em über alles köstlichem Buche „Nach berühmten Mustern" und Brei Harte in den „Kondensierten Novellen" gezeigt. Tiefe beiden modernen Schriftsteller wurden zwar weniger bissig, dafür aber um so deutlicher, witziger, kürzer und schlagender. Sie wollten ja aber auch nicht den moralisch Entrüsteten spielen, sondern geistreich unterhalten, das heißt Humoresken schreiben, Karrikaturen zeichnen. Hauff bemüht sich dagegen, einfach nUr eine Geschichte ini damaligen Stile der elegant-frivolen Tagesromane zu bieten, Und hat dadurch feinen Zweck verfehlt. Was jedoch dem Satiriker nicht ganz gelang, gelang dem Pamphletisten um so besser. Ter Dichter mochte wohl selbst zu der Einsicht gekommen sein, daß fein „Mamv im Monde" das Ziel nicht getroffen habe, und daher das Bedürfnis empfinden, noch etwas eindeutiger zu werden. Dies that er in seiner mit Recht berühmten „Kontroverspredigt", die mit zu dem Treffendsten zählt, was jemals über Modeschriftstellerei und Liebedienerei mit der Masse, über den Geschmack und die Bedürfnisse des Turchschnittspublikums gesagt ist. Schonungslos wird hier mit tiefem Verständnis von dem Wesen wahrer Kunst und mit echtem Tichterunmut, mit heiligem Ernst und flammender Liebe zum Guten, Schönen und Wahren die erbärmliche Mache gewisser Vielschreiber und ihr billiges Spekulieren auf die menschlichen, allzu mensch- lichen Schwächen der großen Lesewelt bloßgelegt. Solche Leute gießt es zu allen Zeiten. Hauffs „Kontrovers- predigt" hat daher Ewigkeitswert. Als Ganzes vermögen ferner die gleichzeitig mit dem „Mann im Monde" entstandenen „Memoiren des Satans" ebenfalls nicht recht zu befriedigen. Wir vermissen hier vor allem die künstlerische Geschlossenheit. Als Form ist einfach die Formlosigkeit eingesetzt. Und das kann natürlich, rein ästhetisch betrachtet, niemals hingehen, so geschickt der Verfasser auch sonst das Skizzenhafte des Werkes als Tage- buchblätter des Teufels zu begründen und den vermeintlichen Herausgeber durch fingierte Einleitungen unb Anmerkungen zu markieren versucht. Seinen Hauptzweck, die derzeitigen Verhältnisse in mehr oder weniger parodistischen Silhouetten zu zeichnen urid typische Gegenwartsbilder in leichter Verzerrung zu geben: also Kritik und Glossar zu den sozialen Zuständen jener Kulturperioden zu liefern, ist im ersten Teil der „Memoiren" noch am besten gelungen. Tie famosen Schilderungen des Studentenlebens beruhen auf eigenen Anschauungen. Weniger geriet dagegen die Persiflage auf die bessere Gesellschaft. Tie Stellen, wo Satan den ewigen Juden, den er zufällig im Berliner Tiergarten getroffen, des Weitläufigeren instruiert, wie sich dieser bei dem ästhetischen Thee benehmen soll, und wo der ihnen als Führer dienende Dichter das geistreichelnde Gethue und das ganze Milieu der Berliner Salons beschreibt, sind ja gewiß sehr ulkig. Leider hält aber nachher der Verlauf des Thees selbst nicht ganz das, was in der Einleitung versprochen wurde. Hauffs Humor ist in den „Memoiren" im ganzen noch ziemlich äußerlich und erreicht nicht die Tiefe und Schwerkraft, wie später im „Lichtenstein" und in den „Phanta- fieen". Er witzelt die Gegenstände mehr an, als daß er sie humoristisch durchleuchtet. Ten satten, urwüchsigen Humor, die humoristische Stimmung, und nun gar den in eine leise Lebenstragik ausklingenden „Humor unter Thronen" kennt er hier noch nicht. Dafür ist aber feine komische Art sehr amüsant, feine Pointen eben als Produkte intellektueller Ueberlegenheit geistreich und schlagend. Er findet das Komische, Lächerliche, Widersinnige, ja, Perverse sofort an den Dingen Heraus, präpariert es mit leichter Hand und reicht es seinem Publikum unter einem Vergrößerungsglase dar. Weil übrigens die „Memoiren" wegen der vielfachen Anspielungen auf zeitgenössische, heute nicht mehr allgemein bekannte Litteraturwerke durchaus gebildete Leser verlangen, so finden sie in unseren Tagen kaum noch ein großes Pubnkum. Tie kunstfreudige Menge pflegt sich lieber au seine übrigen Dichtungen zu halten, an seine für alle Zeiten dem Wolke zugehörigen „Märchen", an den trotz offenkundiger Schwächen liebens- und lobenswerten „Lichtenstein" und an seine „Skizzen" und „Novellen". Hauff gehört hier zu den jüngeren Romantikern, die von den Wunder-Erzählungen und Legenden des Mittelalters sich mehr zur realen Menschheit, zur Gegenwarts-Gesellschaft wenden und statt des äußerlich Wunderbaren, den Schwerpunkt auf die Regungen und Gegenregungen des Seelenlebens, des innerlich Wunderbaren, legen. Als die weitaus beste aller Hauff'schen Novellen muß „Das Bild des Kaisers" gelten. Sie 'gehört durch die Abgeklärtheit und Grazie ihres Stils und die Reife in der künstlerischen Turch^- führung, durch ihre wundervolle sprachliche Form und innerlich folgerichtige Komposition neben wenigen Schöpfungen von Tieck, Hoffmann, Gottfried Keller und natürlich Goethe zu den schönsten Leistungen in deutscher Prosa. Sein auch sonst bethätigtes eminentes Geschick, das Thun und Lassen einzelner Personen in einem Stück allgemeiner Zeitgeschichte aufgehen zu lassen, zeigt sich ganz hervorragend in dieser Hauffs'schen Meistererzählung, die hierdurch eigentlich schon so etwas wie eine Mittelsgattung zwischen Roman und Novelle darstellt. Dazu sind die Gegensätze in den Charakteren und Situationen glänzend cherausgearbeitet, die verschiedenen Persönlichkeiten, trotz des geringen Unterschiedes in der Art ihrer Dialektik, scharf umrissen. Tie Charakterisierung geschieht mehr durch das, was sie sagen, als durch die individuelle Manier, wie sie es sagen. Tie Kunstfertigkeit, die äußere und innere Sprechtechnik des Einzelnen zur Charakterisierung mit heranzuziehen, war erst einer späteren Zeit Vorbehalten. Die Romantiker konnten und wollten das gar nicht. Dazu mußte von neuem der Naturalismus in die Lande gehen. Tie in des Dichters Heimat noch heute sehr beliebte Novelle vom „Juden Süß" kann dagegen als Kunstwerk lange nicht den gleichen Rang beanspruchen. Ter geschloffene Ernst des ganzen Vorwurfs, überhaupt der ganzen Zeit, wurden nicht genügend zum Ausdruck gebracht, wenigstens nicht überall festgehalten. Tie Liebesgeschichte will ans dem schweren, politischen Hintergrund nicht passen, so gefällig sie auch erfunden und dem Ganzen eingefügt ist. Sonst hat aber Hauff auch diese Geschichte wieder brillant erzählt. Ten größten Leserkreis unter seinen sämtlichen Novellen findet aber doch wohl noch immer „Tie Bettlerin vom Pont des Arts", die mit ihren Süßlichkeiten und sentimeutalischem Aufputz zweifellos als die bei weitem schwächste an gerufen werden muß. Natha- niel Sichel hat sie gemalt. In vielen Backsisch-BoudocrA hängt sie: diese Dame in Trauer mit dem koketten Spitzenschleier und den tellergroßen Augen. Ganz so schlimm, wie dies fürchterliche Bild, ist die Novelle nun aber doch nicht: trotz der mangelhaften Technik im Aufbau, trotz der vielfachen Exmrse, die nicht dahin gehören, trotz der recht gewaltsamen Kviistruktion des Ganzen und mancher Unans- geseiltheiten in der Charakterzeichnung behält sie immer als flott hingeschriebene, spannende Geschichte einen gewissen Wert. Konnte der gewissenhafte Beurteiler bei fast allen bisher erwähnten Werken Hauffs neben all den großen und schönen Vorzügen doch einige mehr oder weniger fühlbare Mängel nicht ganz unterdrücken, so hat die absprechende Stimme bei einer Schöpfung ganz zu schweigen. Sein herrlicher Schwanengesang, die „Phantasieeu im Bremer Ratskeller" sind menschlich und künstlerisch in gleicher Weife ohne Fehl. In diesem Scheidegruß verehren wir zunächst die graziöseste, liebenswürdigste Spukgeschichte unserer deutschen Litteratur, man möchte sagen, der Weltlitteratur überhaupt. Selbst E. Th. A. Hoffmann muß hier zurücktreten. Aber noch mehr. In der Lebendigmachung des toten Kellers, in der meisterhaften inneren und äußeren Charakterisierung der Apostel, des Bacchus und der Rose als Personifikationen der im Weine schlummernden Geister, in dem feinsinnigen Abschattieren der verschiedenartigsten Stimmungen von: dem jeder Sentimentalität baren feierlichen Ernst, der wehmutvollen Rückschau auf die vergangene Jugend bis zur bacchischen Zechlust, zur höchsten, ungezügeltsten Sinnen- sreude, offenbart sich etne Gestaltungskraft und ein poetischer Zauber — die ganze Anlage und konsequente Turch? führung des Gedichtes zeigt ein so erstaunliches Kunstvermögen, die äußere Form einen so hervorragenden Meisterer der Sprache, daß wir diese köstlichen Blätter als die abgerundetste künstlerische Gabe der gesamten romantischen Sitte* raturpemode überhaupt bezeichnen müssen. Wenn man jetzt zum hundertsten Geburtstag wieder einmal etwas von Hauff lesen will, dann hole jnan sich die „Phantasieen" vom Regal herunter.- 707 — Vermischtes ,datz Heller mehr.' Das ehrliche Geschäft. Mn höchst respektabler, aber etwas beschränkter Herr entdeckte kürzlich, daß er seinen Schirm irgendwo vergessen hatte. Er hatte kurz zuvor drei Geschäfte besucht, und war überzeugt, daß der Schirm in einem der Läden stehen geblieben sei. So ging er zurück, um ihn zu suchen. „Der Schirm ist hier nicht gefundetl worden", hieß es in dein ersten Laden, worauf der Herr ein wenig die Achseln zuckte und weiterging. Im nächsten Laden erhielt er dieselbe Antwort, zuckte noch stärker mit den Achseln, und ging in das dritte Geschäft. Dort erwartete ihn jedoch der Schirm, und wurde Fürstlichkeiten zu Pferde. Gegenüber dem deutschen Kaiser, der bekanntermaßen einer der vorzüglichsten Rerter unter den regierenden euvo- päischen Herrschern ist und stundenlang ohne Ermüdung im Sattel zuweilen zubringt, ist König Eduard nur ein mittelmäßiger Vertreter der Reiter königlichen Geblüts und das trotz der großen Vorliebe des englischen Monarchen für den Reitsport und die Pferdezucht, die ihn an keinem der hauptsächlichsten jährlichen Pferde-Rennen fehlen läßt. Ten in England so beliebten Fuchsjagden kann der König keinen Ge,chmack abgewinnen und als Prinz von Wales hielt er sich bereits nach Möglichkeit von ihnen fern. Es gehört in der That aber auch ein vorzüglicher Reiter dazu, eine rechte Fuchsjagd vom Anfang bis zu Ende mitzumachen, zumal es da über Hecken und Gräben geht, die einem Sonntagsreiter ein für alle Mal die Lust für die schöne Reitkunst benehmen konnten. König Eduard hat verschiedentlich, wenn »chon me,st ohne sein Zuthun, das zweifelhafte Vergnügen gehabt, unsanfte Berührung mit dem Erdboden zu machen. So gelegentlich eines Rittes mit der verstorbenen belgischen Königin im Hyde-Park des fashionablen Londoner Westends als das scheu gewordene Pferd eines Reiters das seine überrannte und zu Falle brachte. Es war ein recht glücklicher Zufall, daß der damalige Prinz keine ernsteren Verletzungen erlitt. Sandringham hatte der englische Thronfolger zu jener Zert stets ein Gestüt von etwa 30 der besten Raise- KÄ- Mn,rbenen er jedoch mit Vorliebe, um nicht zu sagen s^? Eßllch,.einen arabischen Ponnie wählte. Bei seiner ^"^enheit in Homburg pflegte der Monarch regelmäßig ^orgcn nach Fn edrichshof zu reiten, um seiner hohen Schwester, der Mutter unseres Kaisers, einen Besuch ab- KUjrarren. Königin Alexandra dagegen ist eine vorzügliche föetienn, gleich ihrem königlichen Vater, der frühzeitig f ^>ine Töchter die körperlichen Uebungen n cht vernachlässigten. Ter englische Thronfolger reicht an seinen Vater heran. Es ist das schließlich^ nicht zu verwundern, denn der „Sarlor- hat sechzehn Jahre seines Lebens hauptsächlich auf dem Wa,.er zugebracht, und das englische Sprichwort, da,; ein Matrose nur einen schlechten Sitz im Sattel rnne habe, besteht hier vollauf zu Recht. Der beste Reiter in der englischen Konigsfaniilie ist wohl der Herzog voii Eon- der Bruder des regierenden Herrschers, dessen I Militärische Erziehung ihn auch z,rm guten Reiter heran- V 11 Vv t v . Der Eifenvahnminister auf Reife». Von der Rhein, reise des Eisenbahnministers Budde wird der „Bonn Z" eme kleine Geschichte bekannt, für deren Richtigkeit sie allerdings Nicht emstehen kann. Sie ist nicht neu, aber amüsant genug, um wiederholt zu toerbeit. Der Minister hatte die Absicht, von Köln aus eine Station bei Bonn zu inspizieren und benutzte, da er sich etwas verspätet hatte, zur Fahrt dahm em Koupee, in dem bereits ein Herr saß. Ta der Fremde distinguiert aussah, stellte sich der Herr Minister vor, indem er ihm seine Karte gab und ihm gleichzeitig darauf aufmerksam machte, daß in dem Koupee — einem molligen Koupee erster Klasse — nicht geraucht werden dürfe, sofern auch nur ein Jahrgast dagegen Einspruch erhebe. Leider machten weder die elegant lithographiert« Karte des Eisenbahnministers, noch sein deutlicher .Hinweis auf das Rauchverbot bei dem fremden Fahrgast irgend einen Eindruck. Mit demselben Gleichmut, wie voryer, bnes er die Ringlein seiner Henry Clay in die Luft und kümmerte sich den Kuckuck um den Herrn Minister. Tas ärgerte Herrn Budde, und er beschloß, den schuldigen Fahrgast seine ganze Macht energisch fühlen zu lassen. Als der Raucher daher auf der nächsten Station den Wagen verließ, winkte Herr Budde den Stationsvorsteher heran. „Stellen Sie gefälligst den Namen dieses Herrn fest" — eine Handbewegung gab die Richtung an — „er hat in einem Koupee erster Klasse unbefugter Weise geraucht." Ter Stationsvorsteher that, wie ihm geheißen, ohne seinen Vorgesetzten zu kennen. Aber tote erschrak er, als der Fremde kühl lächelnd eine schön lithographierte Karte zog: Eisenbahnminister Budde! Zum Henker, da hatte er bald eme Dummheit gemacht! Er salutierte also vorschriftsmäßig vor dem Pseudominister, stammelte eine kurze Entschuldigung und raunte nach dem Koupee, um den dort wartenden Herrn zu benachrichtigen . . . „Sie werden begreifen" meinte er, den wirklichen Minister bedeutungsvoll anblinzelnd, „daß ich Ihren Wunsch nicht erfüllen kann, jener Fremde dort war nämlich — der Herr Eisenbahnminister." Nun war die Reihe des Erstaunens an Budde. „.....Was, Eisenbahnminister? Ter bin ich ja. . ." Ter Stationsvorsteher lachte über diesen Scherz, aber Budde ruft noch einmal, diesmal schon heftiger: „Der Eisenbahnminister bm ich, verstanden?" Leider war keine Zeit mehr zum Verstehen. Pustend und dampfend rasselt der Zug mit deut wirtlichen Minister soeben zum Bahnhof hinaus, der Sta- ... । twusvorsteher aber steht verdutzt da. Wer war nun der Neben dem deutschen Kaiser ist auch Kaiser Franz Rechte? uiwlücklicben^Ga M n'tnu»n >Ciffr's11 ”$ Lahi gk.it ui feiner Rechtsschutz für Modellhüte. Aus Paris wird chelhafteu Lchamen Zner Cirkusd^^^m ??^ fd)1-T I berichtet: Tie hiesigen Modistinnen, die mit ihren reizen- schen Gesellschaft eü, £ befr ^erreicht- den, kapriziösen Zusammenstellungen von Bändern, Federn, a-sebener ss f , die in England em gern I Blumen, Flitter«, Gazen, Perlen usw. die Welt b herrschen Sflute" ripfniinfrirn Ih.Vsa6 8 reiten als Reiterin, da die teil sich zu dunem Zweck vor einigen Tagen in der Arbeits- Trww/i.' Ull- bemjenigen der Jagdteilhaber als börse, um ein Syndikat zu bilden. "Mit Hilfe dieses Komitees ««sraO I» Klufsehen erregte - Ter junge König von Spanien ist nicht ent vorzüglicher Schütze, sondern auch Reiter und er Üblich das Pferd mehrere Male zu wechseln. Sein Gestüt ist eines der besten m Europa, und besonders sind es die en gleichen und irischen Ponnies, neben den spanischen Und arabischen Vollblutpferden, die von Kennern geschätzt werden. Wahrend der Zar und seine Gemahlin nur selten einen Ausritt unternehmen, pflegen der König und die K°"fgm von Italien gern und oft der Reitkunst obzuliegen. Königin Helene zeigt sich da recht als die Tochter der Berge Und die kühne Reiterin, die sie schon zu Kindzeiten in ihrer montenegrimschen Heimat war. Tie Palme dürfte ihr aber i ,, . ,---------, . PrrnzeZm Pantine von Württemberg streitig machen, die prompt^ausgehandigt. wre vorzügliche Ausbildung der Liebe ihres könialicken I zz&dren Sie", rief er mit Genugthuung aus, „L—, Katers für die Pferdezucht zu danken hat. I rch sagen, das ist hier wirklich ein ehrliches Geschäft. - I Vei den beiden dort drüben kaufe ich aber für fernen 708 Redaktion: Curt Plato — Rotationsdruck und Werlau der Brühl'fchrn UniversitäiS'BuL- und Cteindruckerei (Pietsch Erden) in Gießen. rarischen Teiles: Berthold- Teiwel. Red. des künstlerischen Teiles: E. M. Lilien. (310 S.) kl. Quart. Berlin, Indischer Verlag, eleg. gebd. 6.— Mk. Raabe, Wilhelm, Tie Leute aus dem Walde. Roman. (363 S.) Berlin, Otto Janke. 4.— Mk. Lagerlöf, Selma. Jerusalem I. In Dalarne. Erzählung. (355 S.) München, Albert Langen. Lindner, Ella. Jutta, Roman. (193 S.) Dresden und Leipzig, Moewig und Hoeffner. 2.— Mk. Tann heißer, Ernst. Miaulina. Ein Wörterbuch für kleine Kinder. Mit farbigen Bildern von Julius Diez. Köln, Schafstein & Co., gebd. 3.— Mk. Da men-Almanach für das Jahr 1903. (269 S. Mit einer Illustration in Farbendruck.) 37. Jahrg. Berlin, Haube und Spenersche Buchhdl., eleg. gebd. 2.— Mk. Spemanns Kunst-Kalender 1903. Berlin W> Spemann. Heyck, Ed. Prof. Tr. Frauenschönheit im Wandel von Kunst und Geschmack. (167 S. Mit 130 Abbildungen.) Bielefeld, Welhagen und Klasing, eleg. kart. m. Goldfchn. 4.— Mk. Schiel, Adolf. 23 Jähre Sturm und Sonnenschein in Südafrika. (592 S. mit 39 Abbildungen, darunter 20 Separatbilder.) Leipzig, F. A. Brockhaus, gebd. Hohenzvllern-Kalender 1903. (20 S.) Leipzig, Giesecke und Tevrient. 1.— Mk. Weltall und Menschheit. Gesch. d. Erforschung der Natur und ^Verwertung der Naturkräfte. Lieferung 15 bis 17. (345—415 S.) Berlin, Bong L Go. ä —.60 Mk. Vogt, G. Die Wachsuggestion in ihrer Begründung und prakt. Anwendung. (67 S.) Leipzig, Selbstverlag, geb. 2.50 Mk. B e ch t e r e w, W. v. Tie Energie des lebenden Organismus und ihre psycho-biologische Bedeutung. (132 S.) Wiesbaden, I. F. Bergmann. 3.— Mk. Goltz, B. v. d. Im Banne der Madonna. Roman. (320 S.) Leipzig, E. Ungleich. 3.— Mk. Fron, Konrad-. Tas Weltgericht. Eine Erzählung ans dem großen Bauernkrieg. (361 S.) Leipzig, E. Ungleiche 3.— Mk. Schlaf, Johannes. Peter Boies Freite. Roman. (333 S.) Leipzig. Hermann Seemann Nachflg. 2.50 Mk. H o l z a m e r, Wilhelm. Ter arme Lukas. Eine Geschichte in der Tämmerung. (248 S.) Ebda. 2.50 Mk. Strindberg, August. Elf Einakter. Aus dem Schwedischen von Emil Schering. (301 S.) Ebda. H a u s s ch a tz ä l t e r e r K u n st. Heft 2—11 (ä. Lieferung 5 Blatt Meisterradierungen) gr. Fol. Wien, Gesellschaft für vervielfältigende Kunst, ä 3 Mk. Ruskin, John. Werke. Bd. 4. Vorträge über Kunst. (240 S.) Leipzig, Eugen Tiederichs. 4.— Mk. — Bd. 11—1 12. Moderne Maler. (312 S.) 5— Mk. Tolstoi, Leo N. Gesammelte Werke. Serie 1. Sozial-ethische Schriften. Ebda. Bd. 1. Meine Beichte. 1.50 Mk. Bd. 2. Mein Glaube. 2.50 Mk. Bd. 3—4 Was sollen wir denn thun? 2.50 Mk. Franken, Constanze v. Katechismus des guten Dons und der feinen Sitte. (215 S.) Leipzig, Max Hesse, gebd. Münchener Kalender 1903. Regensburg,Verlags^ anstatt vorm. G. I. Manz. 1— Mk. Sohnrey, Heinrich. Hütte und Schloß. (416 S.) Berlin, Martin Warneck. 3.— Mk. Storck, Carl. Deutsche Litteraturgeschichte 2. Aufl. 10 Lieferungen. (500 S.) Stuttgart, Muthsche Verlagsbuchhandlung 5.— Mk. Silbenrätsel. (Nachdruck verboten.) AuS nachstehenden 17 Silben: ach, ar, bal, ein, le, li, mee, mei, na, ne, ne, Pau, rt, se, wand, wil sind sieben Wörter von folgender Bedeutung zu bilden: 1. Redeform, 2. Singvogel, 3. weiblicher Vorname, 4. Teil des Wagens, 5. Tänzerin, 6. Stadt in Deutschrußland, 7. Schutz des Landes. — Sind die richtigen Wörter gefunden, so ergeben die mittelsten Buchstaben im Zusammenhang gelesen einen männlichen Vornamen. (Auflösung in nächster Nummer.) Auflösung des Anagramms in vor. Nr.: Erich, Nagel, Dame, Emil, Garten, Ulanen, Traum, Asien, Leib, Laut, Estrich, Siam, GraS, Utah, Trave. Weihnachtsbücher. Aren, N. Das Leben ist doch schön. Roman. (276 S. Dresden und Leipzig.) Noewig & Höffner. 3 Mk. Daheim-Kalender für 1903. (276 S.) Bielefeld, Welhagen & Klasing, gebd. Berliner Kalender 1903. 12 Monatsbrlder re. Red.: Prof. Tr. Voß. Berlin, Fischer & Franke. Bormann, Edwin. Es lebe der Humor. Neue Dichtungen in Hochdeutsch und Sächsisch. (242 S.) Leipzig, Selbstverlag, gebd. 3.— Mk. Rosegger, Peter. Waldferien. Ländliche Geschichten für die Jugend. (262 S. Mit 18 Vollbildern.) Leipzig, L. Staackmann, gebd. _ Ade, Mathilde. Ueberkinder-Bilderbuch. Lustige Bilder und Reime für das kleine Volk. (32 S.) Eßlingen, I. F. Schreiber, gebd. 3 Mk. Meinholds Märchen-Bücher: Brüderchen und Schwesterchen, das tapfere Schneiderlein, die Hexe und die Königskinder, Schneeweißchen und Rosenrot, König und Drosselbart, gr. Okt. Dresden, C. C. Meinhold und Söhne, & 1 Mk. Wohlbrück, Olga. Iduna. Eine Sehnsuchtsgeschichte. (256 S.) Leipzig, Hermann Seemann Nachflg., gebd. 4 Mk. Wildenbruch, Ernst von. Vice-Mama. Eine Erzählung. (306 S.) Berlin, G. Grotesche Verlagsbuchh. Kart, mit Goldfchn. 3.— Mk. . Trowitzsch's Reichs-Kalender 1903. (200 S.) Berlin, Trowitzsch Sohn, gebd. 1.— Mk. Kreid olf, Ernst. Tie Wiesenzwerge. Ein Bilderbuch mit Text. Köln, Schafstein und Co., gebd. 3.— Mk. van Beeker, Käthe. Guste, Gretel und ich. Eine Erzählung für Mädchen. (192 S. mit 6 Vollbildern.) Stuttgart, Loewes Verlag, gebd. 3.— Mk. Knabenfreund. Eine Sammlung von Erzählungen historisch, und anderen Inhalts, Balladen, Gedichten re. yerausgeg. von Otto Promber. (144 S. mit 8 Buntbildern.) Stuttgart, Loewes Verlag, eleg. gebd. 4,50 Mk. Löhr, I. A. C. Erzählungen für Kinder. (111 S. mit 6 Bunt-, 6 Ton- und 28 Textbildern.) Stuttgart, Loewes Verlag, gebd. 2.50 Mk. Giese, Martha. Unser Dorchen. Eine Erzählung für Mädchen. (146 S. mit 4 Buntbildern.) Stuttgart, Loewes Verlag, -eleg. gebd. 3.— Mk. Für mein Kind. Ein Bilderbuch für das erste Kindesalter. (Mit 18 Buntbildern.) Leporello-Ausgabe, Loewes Verlag, gebd. 2.— Mk. Töchter-Album. Begr. von Thekla v. Gumbert, herausg. von Berta Wegner-Zell. 48. Bd. 1902. (573 S. mit 1 Heliogravüre, 15 Farbendruckbildern, 13 Beilagen.) Glogau, Carl Flemming, eleg. gebd. 7.50 Mk. Herzblättchens Zeitvertreib. Herausg. von Thekla von Gumbert, 47. Bd. 1902. (196 S.) Ebda., eleg. gebd. 6.— Mk. Deutscher Jugendhain. Jllustr. Jahrbuch für Knaben und Mädchen. Bearbeitet von Theodor Schäfer. (156 S.) Dresden, C. C. Meinhold & Söhne, gebd. 3.50 Mk. Kleinschmidt, Albert. Im Forsthaus Falkenhorst, der deutschen Knabenwelt gewidmet. (252 S. mit 4 Farbendruckbildern). Gießen, Emil Roth, in Prachtband 4.— Mk. Blum, Hans. Bismarck. Ein Buch für Deutschlands Jugend und Volk. (319 S.) Heidelberg, Carl Winters Universitätsbuchh., eleg. gebd. 5.— Mk. Ionston, Sir Harry H., Geschichte der Kolonisation Afrikas durch fremde Rassen. Aus dem Englischen übersetzt von Max Halfern, lW5 S. mit einer Karte von Afrika.) Ebda. 7.— Mk. Vierordt, Heinrich. Vaterlandsgesänge. (151 S.) Ebda. gebd. 3.— Mk. Ziegler, Leo. Neue Rätsel für Groß und Klein. (179 Ebda. 1.20 Mk. Fischer, Kuno. Ueber die menschliche Freiheit, Prorektoratsrede. (47 S.) Ebda. 1.20 Mk. Graevenitz, v. G. Deutsche in Rom. (300 S. mit 1 Titelbild, 99 Abbildungen, Romplänen und Stadtans.) Leipzig, E. A. Seemann. 9.— Mk. Warnecke, Tr. Georg. Hauptwerke der bildenden Kunst in geschichtlichem Zusammenhänge. (440 S. mit 441 .Abbildungen im Text und 4 Farbendr.) Ebda. 6.— Mk. Jüdischer Almanach 5663. Redaktion des litte-