Mittwoch den 16. April. w ikll 1902. — Nr. 56. ['< n11 8 |/y®4OT|y Am Nachmittage wollte Thomas einen Augenblia bei seinem Freund, dem Unterförster Jensen, vorsprechen, und beauftragte inzwischen seinen Vater,, den Gast zu unterhalten. Aber der eilte unruhige Mann lief alle Augenblick davon, bald um ein Wort mit den Dienstboten zu reden, bald um hinter einem durchgegangenen Kalb yer- zulaufen. Schließlich verschwand er ganz. xöje ging in den Garten hinaus, wo er dem ^raulein beinahe einen tödlichen Schreck cingesagt hätte. Sie stand dort und hängte die gesteifte Wäsche zum Trocknen auf. „Ich habe Sie wohl erschreckt?" sagte er, als ev sah, daß sie ganz dunkelrot geworden war. Ach nein \u Sie zupfte an einem Kragen ihres Verlobten, der nicht so recht auf dem Dornstrauch hängen bleiben wollte. Er betrachtete sie mit einer eigenen, stillen Ge- nugthuuug; es machte ihm Scherz, daß sie Zeichen, von Unruhe in seiner Nähe verriet. Gr zürnte ihr übrigens noch ein wenig von heute morgen her; es war durchs aus nicht passend von ihr, mit einem solchen Gesicht durchs Zimmer zu stürmen, nachdem er kaum zwei Minuten dagewesen war. „Es scheint mir, Fräulein Rabe, als wenn Sie so — ich weiß nicht recht — so schweigsam geworden seren. • „Nicht daß ich wüßte." „Sie waren wenigstens ivett mitteilsamer, als Sie sich auf dem Pfarrhof aufhielten." »c „Vielleicht." Sie entfernte einige kleine Fliegen von dem Kragen. „Ich war ja damals auch noch.junger. „Jünger? Die paar Jahre können doch keine Ver| „Ein wenig Ernst führen die Jahre stets mit sich,. Tas sei freilich auch seine Erfahrung, aber .einer Ansicht'nach habe sie doch allen Grund, so recht von Herzen lebensfroh und glücklich zu sein. „Tas bin ich auch." „ „ Nur noch zwei Monate bis zu dem großen Tage, an dem Sie den Myrtenkranz tragen sollen// Sie erwiderte nichts, und auch er wußte im Augenblick nichts weiter zu sagen. „Sie sind wohl sehr eifrig mit Ihrer Aussteuer I beschäftigt?" i „Ach ja, ein wenig." , . i ,Es muß doch eine große Freude für ein junges | Mädchen sein, sich die Brautaussteuer zu besorgen!" „Ja, da ist vielerlei zu bedenken." . „Und die Spannung, alle die lichten Bilder bet oem Gedanken an die neuen Verhältnisse." . . „ „Ach, man ist zu sehr durch die Arbeit m Anspruch I $ „Ja, aber vorhin sagten Sie doch, daß Sie nicht I so übermäßig viel zu thun hätten!" „Nein, das habe ich nicht gesagü. Sie errötete 1 noch mehr und beugte sich über den Korb. (Nachdruckverboten.) I Die Möve. Roman in zwei Bänden von Zacharias Nielsen. | Autorisierte Uebersetzung aus dem Dänischen von Mathilde Manu. (Fortsetzung.) Ter alte Müller war stillzufrieden umhergegangen und hatte sich bie §änbe gerieben in der stolzen Ueber- zeuanng, daß er im Grunde Thomas den Streich spielte, j tön zu einem ordentlichen Menschen zu machen. . I -ver alte Müller Rabe war weit und breit ut. der Umaegend bekannt. „--Müller Rabe von Ostholmstrup - der alte Rasmus Rabe, ja wohl, ja wohl!" - Tann war es den Leuten gleich, als sähen sie etwas Lustiges vor sich, etwas Gelbliches, Runzeliges, als wehe ihnen der Duft frischen Schnupftabaks ins Antlitz. Frisch und | lebhaft, wie er immer gewesen, bewegte er sich noch beute im Feld und auf dem Moor nut der Unermüdlichkeit eines Jünglings, bald in vollem Trab auf seinen Hinten O-Beinen, bald auf beut Rücken emes munteren dreijährigen Füllens. Alle Augenblicke brach er Arm und Beine, oder holte sich doch eine häßliche Schramme, die ihn zwang, bas Bett längere Zeit zu Hilten, ier Arzt ermahnte ihn oft zur Vorsicht, ba seine Knochen infolge zu großer Kalkmenge ungewöhnlich zerbrechlich seien, aber wenn ber alte Rabe in Eifer geriet, vergaß er alle Warnungen unb ging dreist drauf los. Er war übrigens bet allen beliebt als ein braver, hilsbereiter Mann, dte Leute wußten aber sehr wohl, daß er, wie so viele andere brave Mitbürger, einen kleinen unruhigen Wurm tn seinem Innern hatte, einen Wurm des Ehrgeizes, der durch Selbstvertrauen gezeugt, unb im Laufe der Zetten durch Heute politische Händedrücke unb Lächeln genährt war. Nachdem er während eines Menschenalters alle.Stnfen der kommunalen Amtsleiter erklommen hatte, bie mit ber -burbe eines Gemeinderats endet, hatte er seit einer Reihe von Jahren hartttäckig gekämpft, um eine politische Rolle tu der Umgegend zu spielen, unb es schließlich erreicht, daß sein Name als Vertrauensmann in den Sparkassenbüchern oes seeländischen Bauernstandes angeführt würbe, und daß er bei einem Festessen im Holmstruper Kruge neben dem Reichstagsabgeordneten saß. Dann beruhigte sich der Wurm — höher hinauf wagte er nicht zu streben. itles Klagen und Wimmern Wird dir die Not nur verschlimmern; Lege nur gleich die Hände an, So hast dn das Schlimmste schon abgethan. „Tann muh ich Sie mißverstanden haben." Eie schwiegen beide eine Weile. „Es ist so hübsch drinnen in den Zimmern geworden", begann er wieder. „Ach ja!" „Eie haben wohl selber alles dort geordnet?" „Ja!" „9hm haben Sie sich das Ganze nach Ihrem Geschmack einrichten können." „Ja." Tie Unterhaltung wollte nicht so recht in Gang kommen, es schien fast, als wolle sie sich nicht mit ihm einlassen; sie stand da und war ganz vertieft in ihre Kragen und Manschetten, obwohl diese wirklich sehr gut hingen. Ter Postbote kam und reichte ihr einen Brief und eine Zeitung über die Hecke. Was war das nur für eine unbekannte Handschrift? Sie öffnete den Brief und sah nach der Unterschrift : Emilie Böje. Während des Lesens wurden ihre Augen größer und größer. Plößlich ließ sie die Hand, die den Brief hielt, sinken und schaute zu Böse hinüber mit einem Blick, der zugleich Entsetze« und das tiefste Mitleid ausdrückte. „Missen Sie wohl", fragte er, von der Zeitung aufsehend, „daß hier draußen ein Wrack steht, das auf eine Sandbank festgelaufen ist?" Ja, das wisse sie. „Ob so ein Wrack wohl wieder flott werden kann?" „Wie meinen Sie?" „Ich meine, ob so ein Wrack wohl wieder flott werden kann, oder ob es dem Untergang geweiht ist?" „Das weiß ich nicht — ja, es kann wohl gerettet werden — entschuldigen Sie mich, bitte, ich muß hinein Und —" Er -hörte nicht, was sie sagte; sie ließ den Korb stehen und schlug den Weg nach dem Hause ein. Mas waren es doch im Grunde für sonderbare Menschen! Thomas war fortgegangen, der Alte war fortgelaufen, und nun sie! Er dachte darüber nach, ob es nicht am richtigsten sei, in die Harchtstadt zurückzukehren, aber eine überwältigende Müdigkeit in dem unteren Teil des Rückgrats zwang ihn, ruhig auf dem Mühlen- hr/f zu bleiben, wenigstens heute. „Ah — etwas Neues?" erklang es plötzlich vom Wege her, wo der kahle Kopf des alten Müllers halb verdeckt von der knöcherigen Hand, die mit einem feuchten baumwollenen Lampen im Gesicht herumfuhr, über der Hecke jimt Vorschein kam. „Ich glaube nicht, daß es etwas Neues ist", erwiderte Böje, ihm die Zeitung reichend. „Nein, es ist eine flaue Zeit — Stagnation in allen Verhältnissen, kein Leben in den Konturen. Wir werden bald zum Spott und zur Schande des ganzen Auslandes werden. Ach, lieber Böje, ich wollte. Sie hätten Oberst Tscherning gekannt! Du Gerechter, so ein Rrefenkerl! Sie sollten nur lesen, was er in den dreißiger Jahren über Volksbewaffnung und Schulwesen und all dergleichen geschrieben hat — ich habe es in meinem Zimmer." „Ja, ich habe, wie gesagt, allerhand Achtung vor Oberst Tscherning, aber —" Und nun entspann sich eine neue politische Diskussion mit kleinen Hieben und vielen Armbewegungen, ohne daß doch die Sicherheit eines der Kämpfenden bedroht gewesen wäre — sie hatten eine solide, breite Dornenhecke zwischen sich. Mährens das Wohl und Weh des Staates hier unter den Pappeln beraten wurde, bog Thomas mit großen Schritten durch! das Heck, das zu der Holmstruper Wiese führte, und lenkte seinen Gang dem Waldwege zu. Tie Försterwöhnung war ein uraltes Gebäude mit gestampften Lehmwänden und einem Strohdach, das wie ein mächtiger Mützenschirm über die kleinen blauangestrichenen Fenster hing. Der Unterförster stand vor der Thür und machte sich mit einem Revolver zu schaffen. Er war ein kleiner, kurzhalsiger Herr mit einem mächtigen, sonnenverbrannten Bart, der wie ein Bündel Reisig aus die Brust herab-- hing. Er war ziemlich korpulent — eine Folge der kräftigen ländlichen Kost, -die er in reichlichem Maße zu sich nahm. „Mensch !" begrüßte ihn Thomas. „Zum Teufel auch, wie hast denn Du Dich eingeöünzelt?" „Ziegenpeter", antwortete der kleine Mann verstimmt, den Kopf so viel schüttelnd, als -es die strammen Sehnen und die dichte Schicht von Strümpfen, die er um den Hals gebunden hatte, zuließen. „Tu hast ein neues Schießgewehr bekommend „Ja, ich habe es eben probiert. Es ist eins von Edinson, eins von denen, das die Kugeln selbst gießt." „Das die Kugeln selbst gießt?" „Ja, ich glaubte, Tu kenntest die Dinger." „Laß mich einmal sehen. Wie geht denn die' Sache zu?" „Ja, siehst Du, wenn es sich einmal ereignen sollte, daß man überfallen wird und keine Kugeln bei sich hat, so kann man nur einen Bleiknopf von der Hose abreißen, ihn zusammenbiegen, und in eins der Löcher! stecken, dann schmilzt er, sobald der Schutz abgeht, kühlt in der Spitze der Form ab, und wird zu der reizendsten kleinen Spitzkugel. Verteufelt, was die Amerikaner alles! aushecken!" Ter Müller sah aus den kleinen Mann herab, imt möglicherweise ein Zwinkern mit den Augen zu entdecken; der Untersörster aber schaute ins Blaue hinein, während sich alle Qualen des Ziegenpeters auf seinem Antlitz abspiegelten. „Hm, ja", sagte der Müller unsicher. „Ha, ha ha! Wenn Tu nur nicht auch den ZiegeW Peter bekommst." Jetzt wurde der Müller ärgerlich. „Ja, man kann,- weiß Gott, nicht mehr wissen, was man heutzutage glauben soll und was nicht." „Ha, ha, ha!" Jedesmal, wenn Thomas sich -abwendete, drehte sich der Unterförster nach ihm um; in diesen Tagen mußte der ganze Körper als Hals dienen. Der Müller kam mit seinem Anliegen und erzählte dann, daß er Besuch habe. - „Erinnerst Tu Dich Böjes noch?" i „Böje? Ah! Du meinst den Verwalter?" - f - „Ganz recht!" „Tann rat' ich Dir, doch gut acht auf Deinen Tauben-« schlag zu geben, mein Junge." „Was meinst Tu damit?" „Ach, ich kam zufällig 'mal darüber zu, wie er einem! Mädchen gegenüber Kunststücke mit den Augen machte. Es! war ganz sonderbar, zu sehen, wie er sie an sich, zu ziehen vermochte. Sie wurde schließlich! so verwirrt, daß, er mit ihr hätte machen können, was er wollte; da kam aber jemand." _ | „Unsinn! Tu bist betrunken gewesen, Jensen!"- Ter Unterförster nickte. „Ja, ja!" Als Thomas ging, begleitete ihn der Förster auf einem Richtwege und führte ihn an einige junge, abgeborkte Eichen am Rande des Waldes. Thomas, der sehr empfänglich- für! Natureindrücke war, betrachtete gedankenvoll die langen,- rötlichen Stämme, die kreuz und guer im Grase lagen. „Tu wirst ja ganz einsilbig", meinte sein Begleiter. „Ja, es kann einem lerd thun um solche junge, schlanke Bursche!" „Ja, ja, ja!" Thomas stand wiederum eine Weile schweigend da-. „Kannst Du nicht verstehen, Jensen, wie jeder Nerv iw so einem jungen Baume schreien muß> wenn Ihr an ihm zerrt und ihn schindet und ihm die Haut abreitzt?" „Ha, ha, ha!" „Es ist wirklich unrecht! Sie haben hier gestanden, sind gewachsen und haben sich, nach, dem Sonnenschein gesehnt,- und -dann auf einmal fallt Ihr mit der Axt über sie her! — und alles ist aus! Das ist wirklich unrecht." Ter Müller ging. Der kleine Seufzer über die Eichfi bäume war gar bald vergessen, als er aus das offene Feld hinauskam, wo die Natur mit ihrem überschweng- lich-en Reichtum an Farben und Tönen und Duft die ganze Fröhlichkeit des Blutes wieder in ihm wachrief. Ueber- sprudelnd von Lebensdrang, den Sinn erfüllt von unklaren! Hoffnungen auf Glück und Lebensgenuß, wanderte er kräftigen Schrittes den Weg hinan, der zu seinem Heim führte. Aus der Diele begegnete er Helene. „Thomas, ick glaube, es Aßt sich doch machen mit dem Fremdenzimmer." 223 die Flamme nach allen Seiten ausschlug. Mit einem energischen Zug um den Mund ergriff Jte den Leuchter, lenkte die Schritte der Thür zu und wollte hinausgehen, besann sich! aber und kehrte zum Bett zurück, wo die widerspenstige Ecke sich abermals und wo noch eine Keine Falte aus dem ——— Nun entspann sich ein geschäftiges Treiben mit Besen und Staubtüchern in dem entlegenen Fremdenzimmer. Kisten und Kasten wurden entfernt, Wollhaufen und Flachsbündel fortgefchasft, Luft in die Fenster hineingelasseu, und ausgespannte, graue Schleier mit ausgesogenen Fliegcn- leichnamen aus den Ecken gefegt. ~ Am Abend ging Helene mit einem Lacht hinauf, um M sehen, ob nun alles in Ordnung sei. Das Zimmer war fast nicht wieder zu erkennen, alles war so glänzend rein, so zierlich geordnet; aber am Kopfkissen war noch! eine Ecke, die ein wenig herabgebogeu werden mußte, und aus dem Oberbett lag eine kleine Feder, die dort unmöglich bleiben konnte. , v , .. Mgentümlich beklommen, wie sie sich suhlte, setzte sre sich einen Augenblick ans offene Fenster und schob das Licht aus den Tisch hinauf. Und nun kamen sie wieder, diese warmen Moorwinde, mit Balsam- und Buchenduft. Em kleiner, neckischer Lufthauch! hüpfte durchs Fenster und huschte ihr durch das Nackenhaar, bis zu den, Schläfen hinauf. Stammführer, eine seltene Auszeichnung, allein da hapert's plötzlich mit dem Gelbe. Alle Lieferanten und Manichäer gehen ihm zu Leibe, aus reiner Angst um ihre Kröten, als ob Potsdam nicht an der Havel, sondern am Nil oder Peiho läge. „Lodderfritzchen" — so heißt er nämlich mit Spottnamen, wenn Du es noch nicht wissen solltest — ivird blechen müssen, um ehrlichen Herzens seinem Kommandeur die Versicherung, keine Schulden zu haben, geben zu können." „Lodderfritzchen? Pfui, das ist ein häßlicher Name." ,,3tts', bekräftigte der Alte, indem er leicht auf den Tisch schlug, „besonders für einen so begabten jungen Offizier, der bald Hauptmann werden wird." Martha saß ganz still und gesenkten Auges da, der Vater aber beobachtete sie scharf. „Dem", polterte er weiter, „fehlt nur eine energische, kluge Frau, die ihn bei aller Liebe gehörig an die Kandare nimmt — unter'n Pantoffel „Na, Du hast Dich also doch besonnen! Pfui, Du böses, böses Mädchen, das sich! mir gutem, bravem Menschen gegenüber stets aus die Hinterbeine setzen muß. Wenn ich Ge- .schichteu schreiben könnte, so würde ich eine von der „häßlichen Helene und dem guten Thomas" verfassen." ' Sie lächelte ein wenig und beugte sich! zu ihm hinüber. „Mein süßes, geliebtes Mädchen!" rief er aus, schlang die Arme um sie und preßte sie lange und innig cm seine Fritz "wischte sich die Augen: „So viel Liebe verdiene ich gar nicht, ich! schlechter Kerl, ich — Bummelfritze!" Die Gläubiger stellten sich schnell ein und konnten ihr Staunen nicht verbergen, daß der sonst so sorglose Oberleutnant diesmal sämtliche Rechnungen geprüft und viel Unrichtiges gefunden hatte. Tie kleinen Aaditions- und anderen — Schreibfehler beliefen sich auf fast 500 Mark. Allerhand Achtung! Etwas angegriffen nahm Fritz nach der „Auslöhnung" seiner Gläubiger Platz im Lehnstuhl, brannte eine Zigarre an und verfiel ms Grübeln. Nun konnte es nach Potsdam gehen, ja tüchtig. Dienst Der Fritz?" " " I und immer Dienst, gelobte er sich und sah ich rm Geiste " 4a natürlich! mein Kind der Fritz, das verwöhnte I schon vor der Stammkompagme, die das Muster für die Fritzchen der Tanten, deren verliebtes Herz und weiche Hand ganze Infanterie werden sollte Tie Wohnung ^den Kom- dem Beuael nicht das" — der Oberst führte eine nicht muns, der Kaserne des Lehrbateillons, iE eE neuen mikiuverstebende Handbewequnq aus — „beizubringen ver- i Menschen, keinen — er verschluckte tn Gedanken seinen ihm ÄK’SZlnt Kind, Las A thut nur zu wohlbekannten SchMamen - emz^ es nicht, damit überschütten sie ihn leider, sondern die Ord- eigener Krast wollte er stch A dM summelwven r nung! Ohne sie geht ein Millionär zu Grimde, ja, ja." | rechen und den g „Was ist denn vorgefallen?" „Schulden hat er, überall. Immer ankreiden lassen drauf los leben, das war seine Devise von jeher. Ueberall ' ;te Kerl, frei und das machten sich che. Muß der betrogen worden sein!" ^aterchen, bei seinem Einkommen ist es ihm ein Leichtes, alles zu begleichen." „Hat sich was! Bezahlte Rechnungen — MdiknM ^Er weiß nie, wie er s h' st /. V c' Nämlich als Kompagnieführer zum Lehrbataillon, . fxicßt V* „Väterchen, da irrst Du, glaube ich", erwiderte lebhaft die Tochter, „Fritz wird nie eine Zipfelmütze tragen, fo gutherzig er ist." „Ei sieh' da, mein Töchterchen will mich wohl lehren, diesen unverbesserlichen Bum — wollte sagen jungen Herrn, richtig zu beurteilen! Na, na, beruhige Dich, Du sollst ihn nicht haben, Du nimmst ihn ja gar nicht mal, wenn er so dreist ist, Dich zu fragen; — ich, als Vater würde aber auch ein lautes Veto einlegen. Mahlzeit, Kind, nichts für ungut. Bring' mir gleich die Pfeife zum Kaffee." uuy 3wutlliruui, „„ , Fräulein Martha erhob sich und schritt hinaus, der worauf er sich! ganz ausgelassen aufs Licht stürzte, sodaß Alte guckte ihr nach, sorgenvoll, er hatte die Thraue int - ■ -- “ ° Auge seiner Einzigen wohl bemerkt. Oberleutnant Fritz v. Zwhssen saß inzwischen wohlgemut auf dem Kanapee in seiner Wohnung. „Mas kann das schlechte Leben helfen", meinte er voll faerichtet hatte, I Galgenhumor, indem er fich ein Glas Rotwein zu Gemüte Oberbett aus- I führte und mit der linken Hand in einen Stoß Rechnungen zuglätten war. | fuhr. „'N netter Posten das! Alle Hagel, beichte ich Tante Tann blieb sie lange Zeit mit dem Licht nt der Hand Aurelie oder Euphrosine — geblecht muß werden! Was stehen und blickte vor fich hin. j sage ich nur? Topp, ich sag's beiden! Jeder filtriere ich Endlich richtete sie sich, auf und schöpfte tief Atem, als I unter dem Siegel tiefster Verschwiegenheit tn runder wolle sie alle Ueberreste von altem Waldduft auskehreu I Summe — 2000 Mark ist jede Pille wert — di« Halste und die Brust mit guter, gesunder Holmstruper Luft füllen. I e|n, feine darf von der Anderen etwas ahnen, jede wirb Aber plötzlich drang ihr eine erstarrende Angst ins Herz, I gleich hoch von mir bewertet, keine darf sich eines Vor- und die Hand gegen die Brust gepreßt, wandte sie ihre ^ges rühmen, falls mal die Chose ruchbar wird, lede thräneuerfüllten Augen gen Himmel, ein heißes Gebet föMt sich furchtbar geschmeichelt, mein Vertrauen allein flüsternd: „Gott, mein Erlöser, hilf ihm!"' zu besitzen und wird mit List dies vor der anderen ver- (Fortsetzung folgt.) | bergen. Also 'ran an die Briefe! Schön ist's freilich! nicht .—- I von mir und — mein Wort, ich beichte ihnen den ganzen Zauber, sowie ich die Batzen habe, ja, ich thu' es, sie sind MMytts KMV. doch zu herzlieb!" x Eine Militärgeschichte von Richard Bach. Nicht lange dauerte es, und zweimal. 20001 «Karllangten (Nachdruck verboten.) I richtig an nebst zwei von Tmik für das Vertrauen über» Sehr still und in sich! gekehrt betrat Oberst a. D. von fließenden Brtefen Moerner das Speisezimmer, nickte seiner Einzigen ernst aber freundlich einen Gruß zu und begann die Mahlzeit. Fräulein Marthas schöne Augen hingen zärtlich besorgt am lieben Antlitz des Vaters. „Was beschäftigt Dich, Väterchen", forschte sie teilnehmend, „schütt' Dein Herz aus, wenn Du darfst?" „Was werde ich nicht dürfen", gab knurrend der alte Herr zurück, „doch ob es gerade für Dich paßt, möcht' ich bezweifeln - solch' Schlingel!" fügte er leiser hinzu.. Marthas scharfes Ohr vernahm es jedoch ganz deutlich, ein leichtes Rot huschte über ihre Wangen und sie fragte: wiedererstatten. Er konnte sie von den Ziisten semes Ver- -, mögens, das Dank der Fürsorge seines verstorbenen Vaters ■t bis zur Vollendung des fünfunddreihigsten Lebens;ahies i unantastbar festgelegt war, ersparen. ' Und bann? Je nun, dann suchte er sich eine orau. t Nicht jede würde ihm ein Korbgeflecht verabreichen. Wie " Fräulein von Moerner heute mittag.. Potz> unt- Blitz, das s! Bezahlte Rechnungen - Fidibus! Er ^ermäbel^atte t^m ninbtoeg erftort,^°e W.a steht, unb nun platzt bte Bombe. Er soll | richtig P^e einen Bruder, abe .s. • ^.^Uich hatte mgnieführer Mm Lehrbataillon, sogar als I was in solchen fällen immer ges g hielt er, ber grundnoble die Schmarotzer zu Nu! „Aber Mterchen, sie ihm, der noch ganz starr vor Staunen über die ihm unglaublich dünkende Absage vor ihr stand, die Hand gegeben, feuchten Schimmer in den Veilchenaugen, die so herzgewinnend und doch wieder so ernst und unnahbar blicken konnten, und gesagt: „Fritz, meine Freundschaft bleibt Tir, und wenn Du Dich verlobst da in Potsdam oder sonst wo, so laß es mich als die Erste wissen." Dabei hatte ihre Stimme gezittert und die Wangen waren blaß geworden. „Hm, 's kann auch alles Wahn gewesen sein", sagte sich nachher Leutnant Fritz, „ein schwerer Lastwagen rumpelte grade vorbei, die ganze Bude zitterte, und das mit dem Blaßwerden war vielleicht nur eine optische Täuschung. Ich versprach ihr, meine etwaige Verlobung zuerst ihr mitzuteilen, wir nannten uns plötzlich wieder Sie und ich eilte dann mit dem Fracht-Korb von dannen. Beim Frühschoppen sah ich den alten Herrn — eitel gletscherhafte Höflichkeit, wenngleich er als mein Pate das Tu nicht unter» ließ. Zum — na, ich will mich nicht versündigen, aber auf mein Marthchen hätt' ich Stein und Bein geschworen! Mas fang' ich mit solcher Freundschaft an, die doch nicht chemisch rein ist?" „Hör' mal, Kind", sagte nach einigen Monaten Oberst von Moerner eines Abends zu seiner Martha, „ich reise morgen nach Potsdam .Willst Tu mit?" „Geht nicht, Väterchen, hier ist zu viel zu thun." „Kenne das! Große Wäsche, Bude umkehren u. s. w. --na, nun bleibe ich drei Tage weg — sag' mal, soll ich mich nach dem Fritz erkundigen?" „Er hat ja erst zu Deinem Geburtstag ausführlich geschrieben." „Wer grüßen darf ich ihn doch, gnädigste Prinzeß, he?" „Gewiß, Väterchen ,sag' ihm auch, ich hätte mit Freuden seine Ernennung zum Hauptmann vernommen." „Also doch! Uebrigens mit 28 Jahren Kompagniechef, ein Bombenturkel!" „Tu stelltest ihm ja selbst das Zeugnis eines ganz ausnahmsweise befähigten Offiziers aus." „Na ob! Aber an seiner —" der Alte verschluckte das häßliche Wort, als er es im Auge der Einzigen feucht schimmern sah — „wird er scheitern. Soll übrigens leidlich ordentlich geworden sein, bezahlte hier alles auf Heller und Pfennig und, denke Tir, hob die quittierten Rechnungen auf. Menn's nur vorhält!" „Väterchen, der wird aus eigener Kraft gesunden!" „Was Tu nicht alles weißt, kluges Töchterlein! Aber nein", fuhr er anzüglich fort, „es wird ihn wohl jemand durch einen elektrischen Rippentriller zur Vernunft gebracht haben. Wenn ich nur wüßte, wer? Der müßte ihm eine zweite und dritte verbesserte Auflage zukommen lassen — meinst Tu nicht auch?" „Gar nicht nötig, lieber Vater, solche Hülfe giebt man edlen Geschöpfen nur einmal — sonst nie wieder." Bewundernd betrachtete der Oberst sein Kind, er strich ihr übers volle Haar, küßte. zärtlich die Stirn und zog sich brummend in sein Gemach zurück. Nach Verlauf einiger Tage kehrte der alte Herr frohgelaunt von seiner Besuchsreise aus Potsdam heim; er behauptete, sehr erfrischt und gestärkt zu sein. „Ter Fritz läßt danken für Dein Interesse und grüßen. Er verkehrt viel bei Konsuls. Ob es ihm der süße Fratz, die Mieze, angethan hat? Jcy sage Dir, Marthchen, das ist 'n Prachtmädel." Fräulein Martha horchte hoch auf und erklärte dem Papa, daß Fritz versprochen habe, seine Verlobung ihr zuerst mitzuteilen. „— Sooo?!" sagte der Oberst. Tas Kommando zum Lehrbataillon war abgelaufen, Hauptmann Fritz v. Zwyssen befand sich auch bereits in der alten Garnison. Tas wußte Fräulein von Moerner. Ta erklang plötzlich die Glocke, ein seiner Silberton, wie von Sporenrädchen, traf ihr Ohr, eine wohlbekannte Stimme ertönte und Fritz trat ein, den Helm in der Hand, angethan mit Schärpe. „Grüß' Gott, gnädiges Fräulein." „Herzlich willkommen — Herr Hauptmann." Sie standen sich gegenüber, er im Tageslicht mit einem Leuchten des Glückes über dem frischen Gesicht, sie im Schatten, ernst und erwartungsvoll. „Nun giebt er Tir Kunde", dachte sie, und unwillkürlich suchte ihr Blick seine linke Hand. Er bemerkte dies und sagte ernsthaften Tones: „Noch nicht, gnädiges Fräulein, doch ich hoffe, daß er bald am Finger blinkt. Ich versprach, Ihnen als Erste den Namen meiner Braut zu nennen und das soll sogleich geschehen. Ich muß nur ein wenig zurückgreifen. Vor drei Jahren nämlich hieß man mich! den Lodderfritz — ja, ja, ja — doch trotzdem hielt ich! um ein schönes, kluges Mädchen an, das ich, solange ich denken konnte, liebte und stets lieben werde. Ich erhielt zu meinem allergrößten Staunen ein Meidengeflecht mit Freundesworten. So unbestimmt fühlte ich wohl, daß meine — na, wir verstehen uns, gnädiges Fräulein — an dem Abfall schuld war, jedenfalls zog ich den alten, sehr häßlich gewordenen Rock aus und zwängte mich, es kostete zuerst Schweiß, in ein neues Gewand. Und das alles brachte außer meinem festen Willen der mir erteilte kalte Wasserstrahl oder eigentlich nur der allein zu stände. Nun möchte ich der schönen Korbflechterin danken und sie bitten, den Korb wieder an sich zu nehmen, denn eher vermag ich ja eine wichtige Frage nicht an sie zu richten und ihr den Namen meiner Braut zu nennen — Martha, willst Tu den Korb nicht wieder haben?" Tiefe Stille herrschte im Gemach-, Fräulein von Moer- ners Atem ging schwer und ihre Blauaugen gingen über. „So bring' ihn nur schnell, Fritz", kam es ganz leise von ihren Lippen. Mit einem Satz war Fritz zur Thür hinaus und imt einem Satz wieder zurück. " „Ta hast Du ihn", rief er übermütig und reichte ihr ein Körbchen, gefüllt mit duftenden Rosen, „Martha, ich bin nicht mehr der Lod—" eine weiche Hand verhinderte das Wort. „Martha, Geliebte, ivillst Tu mich nun? Meine Braut heißt immer und ewig Martha von Moerner — nicht wahr?" Zu den Glücklichen trat leise der alte Herr: „Aechtes Gold wird klar im Feuer! Mädel, Tu hast Dich tapfeN gehalten und Recht gehabt, er würde von selber gesunden. ■ „Papa, am meisten half dabei der Korb!" Velhagen & Klasmgs Monatshefte. Wir leben wirklich in einer kunstfrohen Zeit — endlich einmal wieder! Das beweist, von vielem anderen abgesehen, die Fülle der neuen kunstgeschichtlichen Erscheinungen ans unserm Büchertisch. Trotz dieser Fülle fehlte aber doch em Buch, das in straffer Zusammenfassung und in enter auch dem gebildeten Laien verständlichen Darstellung einen Ueber- j blick über die moderne Malerei giebt. Hier will die soeben erschienene Monographie von Dr. Al fr. Ko epp en „Die moderne Malerei in Deutschland" emsetzen (Jllustr. Monographien, herausgegeben von Hans von Zabeltitz. Verlag von Velhagen & Klasing in Bielefeld und Leipzig). Man darf dem Buck einen bedeutenden Erfolg prophezeien, denn es ist ein wirklicher, zielsicherer Führer für die mannigfachen Bewegungen unserer modernen Kunst, für die es Verständnis und Liebe erwecken will. Das war nur möglich an der Hand guter Abbildungen, nicht durch das Wort die Theorie allein; und so bringt die Monographie denn nicht weniger als 137 mustergiltige Reproduktionen moderner Meister. Schon hierdurch ist die Monographie zu einem Geschenkwerk ersten Ranges geworden. Telegraphenrätsel. Nachdruck verboten. Die Striche und Punkte entsprechen den einzelnen Buchstaben der nachstehend in anderer Reihenfolge aufgessthrten Wörter. Diese Wörter sind so zu ordnen, daß die aus die Punkte fallenden Buchstaben tm Zu- sammenhanq ein bekanntes Sprichwort ergeben. Berlin, Haut, Keil, Knoten, Lieder, Nest, Niere, Note, Schalter, Schatten, Schatz, Weber, Zwerg. (Auflösung in nächster Kummer,) Auslösung des Silbenrätsels in vor, Nr.: Augenblick. ___ Redaktion: I. V.: R. Dittrnann. — Rotationsdruck und Verlag der Brübl'schcn UniversitätS-Buch- und Steindruckerei (Pietsch Erben) in Gießet