Mittwoch den 12. Mär;. Nr. 38. 1902. M W ki i| r । Gnädiges Fräulein sollte sich die Gelegenheit nicht entgehen lassen und einen Abstecher dahin unternehmen. Sitz werden es nicht bereuen." „Ihrer genauen Ortskenntnis nach scheinen Sie schon einmal diese Gegend besucht zu haben?" „Bereits dreimal. Immer wieder zieht cs mich ttt diese entzückende Landschaft, diesen gesegneten Landstrich, der noch viel zu wenig von den Touristen gekannt und gewürdigt wird. Aber dies hat wiederum sein Gutes, man findet keine überfüllten und deshalb überteuerten Gasthäuser und anch der Schwarm der Ausländer hat sich noch! nicht bis hierher verloren. Sie, gnädiges Fräulein, bereisen diese Gegend wohl zum ersteumal?" „Ja. Mein Arzt hat mir.Stille, Luftveränderung und eine Masserfahrt empfohlen, lind da ich bei einer Rheinfahrt die erstere nicht haben konnte imb mein Arzt auch neue Eindrücke für mich wünschte, so hat er mir eine Weserfahrt angeraten. Nichts Aufregendes sollte es sein, sondern eine Gegend, die in ruhiger Schönheit auf mein Gemüt wirken soll. In Münden bin ich eingestiegen, komme nun itBer Karlshafen und will ebenwvhl in Hameln landen. Mein Ziel ist Minden und die Porta Westfalika." „Dann haben wir dasselbe Ziel, das nur durch meine Fußtour etwas verzögert >vird. Wie wäre es, gnädiges Fräulein, wenn Sie auf dem Rückwege, nachdem Sie Minden wieder hinter sich gelassen, die Partie von da zu Wagen zurücklegteu, die Paschen- und Schaumburg besuchten und vielleicht auch noch die Ahrensburg mitnähmen? Es lohnt sich wirklich der Mühe." „Sie malen das so verlockend aus, Herr von Lohberg, daß ich kaum zu widerstehen vermag." „Es soll mich freuen, von Ihnen bestätigt zu hören, was ich Ihnen Rühmliches davon sagte." „Darf .ich mir eine Bitte erlauben, eine recht große, gnädiges Fräulein?" c _ Sie sah ihn fragend an. „Bestimmen Sre den Tag und die Stunde, wo Sie den Abstecher unternehmen wollen, und erlauben Sie mir, Sie dort zu erwarten." „Herr von Loßberg!" „Reisefrciheit, meine Gnädigste! Warum wollen Sie mich des kurzen Glückes berauben, nach fo langer Zeit einmal wieder mit Ihnen zusammen zu sein?" „Es sei", sagte sie nach kurzem Besinnen. „Dank, tausend Dank!" In Hameln, wo sie gegen Abend landeten, trennten sie sich, um in verschiedenen Gasthöfen Quartier zu nehmen. Am nächsten Morgen, zu uoch früher Stunde, lag der Dampfer zur Abfahrt bereit. Noch lag der Tau aus Gräsern und Halmen, und über dem Wasser schwebte ent leiser Dunstschleier. Es versprach ein köstlicher ^ag zu Für einige Stunden hatten Hella und Loßberg noch gemeinsame Fahrt. Sie begrüßten sich heute mit leuchtenden Augen und einem stillen Händedruck. lAcr cinfam leidet, mehrt das Leid durch Grübeln, Vergißt das Glück, umringt sich mir mit Ucbeln. Doch vieles, was sein Herz verdrossen hat, Vergißt, wer Last- und Lcchgenossen hat. Shakespeare. Nachdruck verboten. Ein verhängnisvoller Ning. Novelle von E. Hain berg. (Fortsetzung.) Er blickt eine Weile stumm in die Ferne, während Hella ihn still beobachtet. Dann sich ihr wieder zuwendend, sprichst er, und seine Stimme klingt bedeckt: „Gnädiges Fräulein, können Sie sich den Fall nicht denken, daß im Leben eines Mannes sich oft ein rascher Wechsel vollzieht, eine Stunde kommt, die bezwingend alles niederwirft, was trotzige Strenge und übertriebenes Ehrgefühl als Scheidewand auf- gebaut hatte und zu töten versuchte, was zum Leben bestimmt war?" . , . n rr „Herr von Loßberg, ich bitte, nicht diese Sprache! Lassen Sie, wie Sie selbst vorhin baten, die Vergangenheit ruhen, und leben wir der Gegenwart." „Warum wollen Sie dem Reuenden verbieten, zu sagen, wie elend er sich selbst gemacht, sich um den schönsten Teil seines Lebens betrogen hat —" _ „Nicht weiter — nicht in diesem Ton, .Herr von Log- berg. Erzählen Sie mir lieber, wie es Ihnen sonst bisher ergangen ist. Aus dem einstigen Leutiiant ist gewiß inzwischen eilt Rittmeister geworden." „Zu dienen, gnädiges Fräulein." „Und Sie befinden sich jetzt auf einer Urlaubsreife?" „Ja, und dabei habe ich mir einmal das durch Hoff- maun von Fallersleben berühmte Schloß Eorvey angesehen: ich komme soeben von dort." „Entsprach der Besuch Ihren Erwartungen?" „Die Bibliothek ist jedenfalls eine auserlesene und reichhaltige, doch dies richtig zu schätzen und zu beurteilen, versteht allein der Fachmann. Es war auch mehr eine kleine Unterbrechung der Reise. Ich kam vorgestern mit dem Dampfer, stieg daselbst ab und beabsichtige nun, heute meine Reise bis Hameln fortzusetzen und morgen weiter bis nach Rinteln. Von diesem Ort ab, der sehr romantisch von üppigen Feldern, reichen Obstgeländen und bewaldeten Höhen umgeben liegt, beginnt meine Fußtour über Steinbergen, am Fuße der Ahrensburg, hin zu den beiden auf ziemlicher Höhe übereinander thronenden, alten Burgen, Paschen- und Schaumburg, wo ein großartiger, wunderbar schöner Ausblick weit in die Lande den Bergsteiger belohnt. 150 Ms dann gegen zehn Uhr der Dampfer in Rinteln eintraf, nahm Loßberg von seiner Reisegefährtin auf einige Tage Abschied mit den leise gemurmelten Worten: „Auf Wiedersehen in drei Tagen!" Für kurze Zeit war er in Versuchung gewesen, seine Fußtour aufzugeben, den Dampfer nicht zu verlassen und mit Hella die Reise bis nach Minden fortzusetzen. Doch bald besann er sich eines andern. Nein, es war besser, bei der Verabredung zu bleiben. Die Tage, die bis zu der verabredeten Begegnung dazwischen lagen, dienten zu ruhiger Sammlung, und die spannende Erwartung des Kommenden bedeutete für ihn auch ein Glück. Die nächsten Stunden verflossen Hella wie im Traum. Ein sonniger Strahl war in ihre Seele gefallen. Loßberg hatte vergeben. Die Schuld war ausgetilgt, die so lange und schwer auf ihr gelastet. Wie segnete sie jetzt diese Begegnung, welche ihr anfänglich so unsagbar peinlich gewesen und die alten Wunden aufs neue bluten gemacht. Hatte sie bisher die Frage noch zweifelnd bei 'sich erwogen, ob es auch rötlich sei, das Loßberg gegebene Versprechen des Zusammentreffens aus der Paschenburg zu halten, so sagte sie sich nun: Warum nicht? Zwei so alte, gereifte Menschen können sich das wohl um der alten Freundschaft willen erlauben. Was ist denn auch weiter dabei? Ein paar Stunden gemeinsamen Schauens und Ge- nießens — und unsere Wege trennen sich wieder, vielleicht auf Nimmerwiedersehen. Warum also durch kleinliche Philisterei sich um ein paar gliickliche Stunden bringen, die wahrscheinlich nie im Leben wicderkehrten. Und als sie dann am dritten Tage nach ihrer Trennung an dem verabredeten Ziel anlangte, da trat Loßberg ihr am Schlag ihres Wagens entgegen, und half ihr beim Aussteigen. Keine Verlegenheit auf beiden Seiten, nur ein großes, unbeschreibliches Frohgefühl leuchtete aus beider Blicken. Dann führte sie Loßberg zu einem längst reservierten Platz, der einen köstlichen Rundblick gestattete, und wo ein sorgsam gedeckter Tisch ihrer harrte. „Nun schauen Sie um sich, gnädiges Fräulein, und sagen Sie, ob ich zu viel versprochen, als ich Sie auf diesen Bergesgipfel hinwies?" Hella stand lange stumm, ihre Hände hatten sich unwillkürlich gefaltet, sie konnte sich nicht losreißen von dem wunderbar lieblichen Bilde, das Herz und Sinne gefangen nahm. In Paradiesesschöne, ein Eden friedlichen Gedeihens, in dessen blühenden Gefilden nur glückliche Menschen wohnen konnten, so sonnenverklärt, so traumhaft schön lag die Gegend vor ihren entzückten Blicken. „Hier möchte man Hütten bauen und glücklich sein", sagte Hella. Loßberg, der sie unablässig beobachtet hatte und mit freudiger Genugthuung den Zauber bemerkte, in welchem oiese herrliche Naturschönheit Hella gefesselt hielt, hatte die Worte verstanden. „Ja, glücklich sein", wiederholte er, „in schöner, friedvoller Umgebung, das erscheint auch mir als das höchste Ziel menschlicher Wünsche. Aber vergessen wir über den: Idealen nicht das Prosaische, unserem Körper Notwendige." Er entkorkte eine Flasche und goß den perlenden Wein in die bereitstehenden Gläser, hob sein Glas empor, und Hella tief in die seelenvollen Augen blickend, sagte er bedeutsam: „Auf ein großes, unendliches Glück!" trank sein Glas leer bis auf die Neige und warf es gegen einen Baumstamm, wo es zerschellend niederfiel. Für einen Augenblick schloß Hella die Augen. Nebel umwehten ihre Sinne. Was sollte das heißen — war es möglich, daß Loßberg — ?" Doch weg mit allen grüblerischen Gedanken, und genießen, was die Stunde bot — wie bald würde sie verrauscht sein. — „Herr von Loßberg", hob sie nun gehaltenen Dones an, „Sie sind mir noch Bericht über Ihr bisheriges Schicksal schuldig, wie ist es Ihnen in all den verflossenen Jahren ergangen?" Einen Augenblick war es, als male sich leichte Enttäuschung aus seinem Gesicht, dann aber, als er Hella nochk- mals zu Speise und Trank genötigt, entgegnete er offen und frei: „Gut und schlecht, wie das ja wohl in jedem Menschenleben vorkommt, nur daß bei dem einen das, Gute, sich. „Hellch en?" konnte. (Schluß folgt.) Sie neigte stumm das Haupt. Er faßte ihre Hände und zog sie an sich „Hellch wollen wir es neu und schöner erstehen lassen? Sie war noch immer keines Wortes mächtig, nicht int stände, ihre Gefühle zu sondern. Was stürmte nicht alles auf sie ein. All die Schmerzen vergangener Tage wuroen aufgewühlt unter feinen Worten, ihr schwankender Glaube an ihn, den sie sich selber nie vergeben und der ihn so vollständig alle Brücken abbrechen ließ, daß kein ®ebim$e eines sich Wiederfindens und Vergebens je auskommen bei dem andern das Böse das Uebergewicht hat. Nachdem ich nach unserer damaligen Trennung über ein Jahr ruhe- und friedlos dahingelebt, bald in völliger Zurückgezogenheit von allen weltlichen Freuden und Genüssen, dann wieder mich hineinstürzend in die Welt des Genusses, mich zu betäuben — zu vergessen, heiratete ich, hoffend, daß durch die stete Gegenwart eines lieblichen Wesens den ruhelosen Wanderer ein Heimatgefühl überkommen würde. Es sollte nicht sein. Nur ein großer Fel war es und eine neue Schuld, die ich damit auf mich h... „Das junge Weib sah in mir ihren Abgott, sie war ein Kind an Unschuld und Reinheit. Aber das Kind konnte dem geprüften, nnd in Schmerzen gereiften Manne, der ein anderes Ideal in seinem Herzen getragen, nicht bte sein innerstes Wesen verstehende Gefährtin sein. Ich hatte mir das anders gedacht, geglaubt, gerade in ihrer Jugend eine Gewähr künftigen Glückes zu besitzen. Das war eine falsche Rechnung; ich hatte vergessen, daß Jahre darüber vergehen müssen, ehe das Kind zum selbstbewußten Weibe reift. „Sie aber konnte aus der Kindheit nicht heraus, und da, wo ich ein mich verstehendes, mir gleichdenkendes Wesen suchte, fand ich ein Kind mit kindlichen Ansichten nnb manchmal auch kindlichem Trotz. „Die arme, junge Frau, sie hat ihre fteudlose Ehefessel nicht lange zu tragen gebraucht. Kaum em Jahr nach unserer Verheiratung wurde unsere Ehe durch, ihren frühzeitigen Tod wieder gelöst und das Kind, das sie nnr geschenkt, in einem Sarg mit ihr zu Grabe getragen." Eine lange Pause war nach dieser Schilderung einer so traurigen Vergangenheit eingetreten. Keiner der beiden Menscyen wagte die Pause zu unterbrechen. Hellas Blicke schweiften in die Weite, als suchten sie in der Ferne etwas Verlorenes, während Loßbergs Augen nicht von ihr ließen und ihre innersten Gedanken zu er-, forschen fucyten. Endlich ward Hella die Pause zu drückend, und indem sie den verlorenen Blick wieder ihrem Gegenüber zuwandte^ fragte sie mit leiser Stimme: „Haben Sie nie versucht, die Lücke wieder auszufüllen, kein anderes Werb m Ihr verödetes Heim geführt?" Loßbergs Blick ruhte mit einem Ausdruck auf ihr, der! Hella erbeben machte. Sie bereute die ungeschrckte Frage, die sie in eine peinvolle Lage gebracht hatte. Nun war ihr einziges Sinnen, rasch einen unverfänglrchen Gesprächsstoff herbeizuführen, um dieser ein Ende zu bereiten. Wer wie das meist geht. Je peinvoller solch eine Verlegenheitspause empfunden wird, und je rastloser man sucht, dieser durch eine vassende Redewendung em Ende zu machen, je weniger ist das Hirn im stände, eswa^ Passendes zu finden, das diese peinliche Situation verkürzt. Entweder wird etwas recht Dummes gesagt, oder man schweigt sich eben aus. Auch Hella marterte vergebens! ilr Hirn um eine passende Gespräch sw endung. Da weckte Loßbergs Stimme sie aus ihrem qualvolleir Suchen. „Hella!" Es waren nur die beiden Silben, nur ihr Name. Doch noch nie so von seinen Lippen gesprochen, und sie wirkten auf sie mit unwiderstehlicher Gewalt, Aus den Augen der Einsamen brachen Thränen. Loßberg sah das zuerst mit Erschrecken, gleich daraus aber ging em Leuchten,durch seine Züge. Er faßte ihre Hand. „Hella, trauern Sie um verlorenes Glück?" 151 — Das half. (Nachdruck verboten.) In den Memoiren des Rev. Julian Aoung, Unterkaplan des „Hampton Court Palace", findet man folgende amüsante Episode: Das Schloß dient als Obdach für Personen von Stand, aber geringen Mitteln. Aus diesem Grunde wird es von manchen unehrerbietig „das vornehme Armenhaus" genannt. An einem heißen Sonntag fiel eine junge Dame, die nicht in dem Schloß, sondern in der Nachbarschaft wohnte, während des Gottesdienstes in der Kapelle in Ohnmacht. Sir Horace Seymour, ein Held von Waterloo, ein auffallend schöner Mann und Witwer, nahm die Ohnmächtige in seine Arme, trug sie in sein Zimmer, legte sie auf das Sofa, übergab sie der Sorge der Haushälterin und kehrte auf seinen Platz zurück. Merkwürdigerweise fielen an zwei der folgenden Sonntage zwei andere junge Damen in Ohnmacht während des Gottesdienstes, und jedesmal wiederholte derselbe Kavalier seine ritterliche That, brachte die Leidende in sein Zimmer und kehrte in die Kapelle zurück. An dem dritten der drei ereignisreichen Sonntage sagte Lady Seymour, die Tante des Helden, nach dem Gottesdienste zu dem Kaplan: „Wissen Sie,. Mr. Uoung, ohnmächtig werden wird zur Epidemie, wenn wir nicht bald ein Ziel setzen. Mit Ihrer Erlaubnis werde ich! nächsten Sonntag vor dem Gottesdienst an der Eingangsthür zu der Kapelle einen Zettel mit folgender Bekanntmachung anbringen lassen: Achtung! Da sich unter den jungen Damen, welche diese Kapelle besuchen, eine starke Neigung bemerklich macht, ohnmächtig zu werden, so wird hiermit angezeigt, daß in Zukunft die ohnmächtigen Damen nicht mehr von Sir Horace Seymour, sondern von dem Fußboden-Kehrer Branscombe hinausgetragen werden." Tie Warnung hatte den gewünschten Erfolg; die Ohnmachtsansälle hörten völlig auf. Gartenbau. Nachdem wir unsere Leser letzthin auf das im Verlage von Tvowitzsch & Sohn in Frankfurt a. O. erschienene Werk „Der neue Gartenbau" von H. M. Stüin g fello w aufmerksam gemacht haben, wollen wir im Anschluß daran Nicht verfehlen, auf eine soeben in demselben Verlage eri- schienene Schrift hinzuweisen, welche das Ergebnis praktischer Versuche zum Gegenstand hat, die nach! Stringfellowscher Pslanzmethode unternommen wurden. Bekanntlich ist die Stringfellowsche Theorie geradezu umwälzend im Vergleich zu unseren einheimischen Pflanzenmethoden, wie sie auf Gärtnerlehranstalten gelehrt und in der Praxis ausgeübt werden. Man hat daher mit vollem Recht zur größten Vorsicht gegenüber der aus Amerika überkommenen neuen Lehre vom kurzen Wurzelschnitt, von der Verkehrtheit der Tieflockerung des Bodens rc. angeraten. Immerhin aber regte das Stringfellowsche Werk, angesichts der Erfolge, die sein Verfasser durch seine Methode erzielt hat, zu Versuchen auch bei uns an. Solche Versuche hat Friedrich Wannieck, einer der bedeutendsten Baumschulenbesitzer und Obstzüchter. Oesterreichs, in größerem Umfange unternommen. In der vorliegenden Schrift veröffentlicht er das-Ergebnis derselben. Dieses Ergebnis ist doppelt interessant durch die Gegenüberstellung der beiden Pflanzmethoden: der amerikanischen und der einheimischen, deren Resultate durch 24 Wbildungen illustriert sind. Als großer Vorzug ist es dem Bericht anzurechnen, daß er durchaus sachlich gehalten ist, und daß )er Berichterstatter keineswegs blindlings auf Stringfellow chwört, wenn er auch dessen Buch ins Deutsche übersetzt und eine Lehre bei uns eingeführt hat. Das Buch führt den Titel: „Bericht über die währenv der Periode 1900—1901 angestellten Pflanzversuche nach den Vorschriften von H. M. Stringfellow, Practical Horiiculturist in Galveston, Texas. Von Friedrich Wannieck, Besitzer der Victoria-Baumschulen in Schöllschitz, Ober-Gerspitz und Lobbecina. Mit 24 Wbildungen", und kostet 1 Mark. Es ist durch jede Buchhandlung oder gegen Einsendung von 1,10 Mark direkt vom Verlage zu beziehen. Wir empfehlen es allen, die sich für die neue Pflanz- niethode interessieren, und sich über ihre Anwendbarkeit in unseren klimatischen und Bodenverhältnissen unterrichten wollen, aufs angelegentlichste. Gemeinnütziges. Schlaflosigkeit, diese äußerst lästige Begleiterscheinung so vieler Krankheiten, setzt ärztlicher Kunst oft hartnäckigen Widerstand entgegen. Ein unschädliches innerliches Mittel gegen dieselbe ist saure Milch, etwa ein Viertelliter, zwei Stunden vor dem Schlafengehen getrunken. In leichten Fällen von Schlaflosigkeit, wie sie beispielsweise ein starker Schnupfen mit sich bringt, empfiehlt sich folgendes einfache Verfahren: Man nimmt im Bette die Rückenlage ein, deckt sich gut zu und legt das unter dem Kopf fort- gezogene Kopfkissen vorn über das Gesicht. Die Lunge atmet dadurch unwillkürlich tiefer, um die nötige Menge Sauerstoff unter diesen erschwerenden Bedingungen zu beschaffen, und dieses tiefe Atemholen führt bald zum wirklichen Schlaf hinüber. Ein Ersticken ist nicht zu befürchten, da unter dem Kopfkissen immer noch genügend Luft beim Atmen zuströmt, und bald nach dem Einschlafen der Körper selbstthätig das ihm lästige Kopfkissen zur Seite schiebt. Oft wird dabei gleichzeitig infolge der Wärme unter dem übergedeckten Kopfkissen die vom Schnupfen verstopfte Nase wieder geöffnet, sodaß der Schlafende wieder regelmäßig atmen kann. Asthma--Kranks dürfen jedoch dies Verfahren nicht anwenden, da es einen asthmatischen Anfall bei ihnen Hervorrufen könnte. In schweren Fällen von Schlaflosigkeit empfiehlt sich ein warmes Bad mit kühler Uebergießung des Nackens vor dem Schlafengehen. Der Patient sitzt hierbei bis zum unteren Brustrand im Wasser von 30 Grad R., und eine zweite Person gießt ihm fortwährend aus einer Gießkanne 20 Grad R. worin cs Wasser über Nacken und Schultern hinab, bis er nach wenigen Minuten schläfrig wird. Es kommt bisweilen vor, daß an Schlaflosigkeit Leidende auf diese Weise direkt beim Baden einschlafen. Auch Holzsägen, einige Zeit vor dem Schlafengehen ausgeführt, ist ost von ausgezeichneter Wirkung. In einer größeren Nervenheilanstalt steht den Patienten zu jeder Zeit in der Nacht ein Zimmer mit Sägebock zum Holzsägen zur Ver> fügurtg, damit sie, weun sie in der Nacht aufgewacht, sich dort wieder Schlaf holen können. In ähnlich günstiger Weise wirkt auch Radfahren, wenn es in mäßigem Tempo etwa eine Stunde lang in der Dämmerung, also nicht unmittelbar vor dem Schlafengehen, ausgesührt wird. Noch kürzlich dankte mir eine junge Frau für dieses einfache Mittel, das ihr stets einen ruhigen, gesunden Schlaf veri- schaffte, während alle früher angewandten inneren Mittel mehr oder weniger erfolglos gewesen seien. W. M. „Prakt. Wegweiser", Würzburg. Logogriph. (Nachdruck verboten.) Mit W im Wald, Mit Z am Kleid, Mit G erschaut man'S Weit und breit. (Auflösung in nächster Nummer.) Auslösung des Tauschrätscls in vor. Nr. t Bier, Made, Fell, Blei, Mutter, Nom, Wind, Halm, Nest, Wette, Rate, Heer — Balltoilcttc. Mode. Was ist modern? Die Beantwortung dieser Frage interessiert die Frauenwelt zurzeit ganz allgemein; denn begreiflicherweise wünscht jebe Frau die für die Frühjahrsund Sommersaison nötigen Anschaffungen der neuen Mode entsprechend zu bewirken. Ein ganz vorzüglicher Ratgeber in dieser Hinsicht ist nun das neue, mit ca. 300 Modellen, sowie mit Modeberichten und praktischen Belehrungen für Die Schneiderei aus gestattete „Reichhaltige Modenalbum und Schnittmusterbuch der Internationalen Schnittmanufaktur, Dresden-N. 8" zum Preise von nur 60 Pf. Die Frauenwelt ist allgemein entzückt von dieser großartigen Modeschau für eine ganze Saison, deren Wert um so mehr hervortritt, als nur wirklich praktische Vorlagen in einem gediegenen und ansprechendem Geschmacke geboten werden, und außerdem von allen Modellen vorzüglich sitzende Schnitte zn einem sehr mäßigen Preise erhältlich sind. — 152 — Modell Nr. 814. Modell Nr. 811. — Rotationsdruck und Verlag der Brübl'schen Redaktion: E. Burkhardt. mi feinem anderen Gebiete der Tamentoiietie ZWMMMW- "ÄdUch ln «a"m"»»d’Ä»“»» U« l$W* NMWMWZ tzWM-WSW ^er^Brst läßt oben voll erscheinen, während °d« «® s Ä ieitlid) alatt anliegt, und nnr von vorn em wenig bau- X Nerickiedenheit mit der sie bereits anftritt. So bat^rnan Blusenjacketts mit einreihigem und zwei- laM XS“"»* manchmal et« Hefa.« Re?länaernnq des englischen Rückens) angedeutet. Dabei Ausstattung noch gar nicht öeduchü s ^sehen SX ÄÄSSt*»« L gemeinsames, wie , B. die SSieSSSsäSS KL-L «KL ?ÄÄ %?Ä”/ L geschweifte «SS* Sl-7L,E «- mt. °MZxm mäßige Schweifung am $Ia|e, h> 0) allgemeinen GUZUDZLUZM MÄiÄS^sÄss Mi^MtS-Buch- und Steindruckerei Metsch Erben) in Gießen. W-d-nöericht nöer Mäntel:mi Bearbeitet und mit Abbildungen versehen von «i daselbst erhältlich. 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