Miss raK f in guter Witz ist wie die reife Frucht, Di« unversehens von den Bäumen fällt; Ein schlechter, die man abzuschütteln sucht, Und die dann — unreif — den Geschmack vergällt." (Gült, Leitstern.) (Nachdruck verboten.) Die Möve. Moment in zwei Bänden von Zacharias Nielsen. Autorisierte Uebersetzung aus dem Dänischen von Mathilde Mann. (Fortsetzung.) Den ganzen Nachmittag gärte es in ihrem Sinn, als Ke ihm aber am Abend dre Thür öffnete, und er sie in seine Arme schloß und ihr in die Augen sah mit den Worten: »Wir sind uns doch nicht mehr böse, nicht wahr?" — da fiel der Schaum bald zusammen. Die Gevatterfrage wurde dann zu beiderseitiger Befriedigung gelöst, und das kleine Fest verlief sehr gemütlich. Helene war bisher fleißig zur Kirche gegangen, ihre Mutterpflichten erschwerten es ihr jetzt aber, sich von Hause zu entfernen. Böse, der sie in dem ersten Jahre oft begleitet hatte, bald zu dem einen, bald zu dem andern Kanzelredner, wurde allmählich ein wenig flau und hatte so viel an der Form des Gottesdienstes und der Art und Weise des Predigers auszusetzen. „Wenn Du aber zur Kirche gehen willst, mein Schatz, so laß Dich darin nicht stören, ich werde Svend schon inzwischen hüten." Zuweilen ging sie, zuweilen blieb sie zu Haufe, oft aber störte ein kleiner ungemütlicher Mißlaut ihre Sonntagsstimmung. Die Baterwürde hatte Böjes Brust mit Stolz geschwellt, und seinen Drang, am Leben teilzunehmen, erweckt. Durch Lesen von Zeitungen und Büchern, durch Unterhaltungen mit Rudolf und anderen roten Fortschrittlern wurde «r mehr und mehr von den Umsturzgedanken erfaßt, die in der Heimat selbst ausgebrütet waren, und von den neuen Strömungen, die sich ihren Weg aus fremden Ländern gebahnt hatten, und die ihren Einfluß auf das Leben der Hauptstadt in den Zeitungen, in stürmischen Versammlungen, in der Bürgerwelt und in Tausend Familien zeigten, wo der Kampf zwischen den Vätern und den Söhnen heiß entbrannte. Much Helene wurde durch das Einatmen der neuen Luft aufgerichtet. Wie hatten sich ihre Lebensverhältnisse doch verändert! Ihre Kindheit hatte in stiller Luft geatmet, ihre Mädchenzeit war an entlegenen Orten dahingeglitten, wo man das Getöse der Welt i nur aus der Ferne vernahm — dann war sie plötzlichs i mitten in den Strudel hineingeworfen worden, und zwar) zu einer Zeit, too ihr Seelenleben in eine so stärket Schwingung geraten war, wie nie zuvor. Mtes und NeueK kämpfte in ihr; oft überfiel sie eine Unruhe, die sie äugst« lich und unsicher machte; aber in festem Vertrauen nutz die Rechtschaffenheit ihres Mannes und auf seine geistige! Reife bemühte sie sich mit ehrlichem Willen, ihren Platz an seiner Seite einzunehmen. Oft erhob freilich ihr Selbständigkeitsgefühl Einwen- düngen, die Ursache zu vielen kleinen Zusammenstößen! gaben; aber sie konnte doch nicht zu allem ja und Amenj sagen, wenn sie nicht mit ihm übereinstimmte. Er wav auch oft ein wenig zu stark in seinen Ausdrücken. WeshalÄ rieb er ihr wieder und wieder unter die Nase, daß sie! noch in dem alten orthodoxen Formwesen befangen sei? Das war ja gar nicht wahr! Sie konnte der kirchlichen Freiheit große Zugeständnisse machen, sie war z. Ä- durchaus nicht dagegen, daß tüchtige unstudierte Mäuner Zutritt zur Predigerwirksamkeit erhielten, sie gestand den Menschen auch das Recht zu, selber ihre Seelsorger zu wählen — im Grunde hatte sie Sympathie für vieles von der neuen Bewegung. Alles aber, was den Stempel Sozialismus und der Freigeisterei trug, war und bneB ihr ein Greuel, wie sie auch viel an der realistischen Litte« ratur auszufetzen hatte. Gegen diese richtete sie eines Tages, als sie ein wenig in Rudolfs Bücher hineingeguckt hatte, einige wohlgemeint« Hiebe. „Es ist gräßlich, man kann doch heutzutage nicht ein Buch mehr öffnen, ohne auf Verführungen, Ehebruch und Selbstmord zu stoßen! Weshalb schreiben sie nur alle über diese abscheulichen Themata?" Die neuen Micher seien eilt Ausschlag von dem Bedürfnis der Zeit nach Klarheit über das, was das moderne Leben in seinem Innersten berge, meinte Böje. Das Verhältnis zwischen Mann und Frau sei in allen Ländern an der Tagesordnung . Es sei gut, daß klarsehende Menschenkenner die menschlichen Triebe unter das Mikroskop legten und sie gründlich in ihren haarfeinen Abzweigungen untersuchten — das bringe alle denkenden Köpfe in Bewegung^ erwecke die Flauen, feueve die Menschheit an, auf neue; Gesetze hinzuarbeiten, die einen gesunden, natürlicheren Grenzwall für die allgemeine Sittlichkeit errichten und dem Licht und der Luft Zutritt in die Familie verschaffen könnten. „Ist es denn etwa auch notwendig, alle Augenblick« mit sinnlichen Pikanterieen aufzuwarten? Wie nun zum Beispiel dieser Schriftsteller, der nicht zehn Zeilen schreiben kann, ohne daß wenigstens eine davon den Anstrich von Sinnesreiz hat. Er denkt sicher nie an etwas anderes als an solchen Schmutz!" „Er führt dabei selber das reinste Leben!" In demselben Augenblick kam Rudolf hereingestürmt mit weitaufgerissenen Augen und halb geöffneter Wes^ 270 „Viktoria! Endlich haben wir unser Ziel erreicht! Professor Bröns hat mir heute versprochen, daß er Montag abend um acht Uhr kommen wolle — Fräulein Strange erscheint auch — und Kapitän Ranch. Du lieber Gott, welch einen Staub der Kampf aufwirbeln wird!" Er rih die Brille ab und rieb sie mit dem Taschentuche, während er weiter redete und den blinzelnden Blick von dem einen zum andern schweifen ließ. Böje war in großer Spannung, und Helene mußte versprechen, der Versammlung beizuwohnen, obgleich sie eigentlich keine Neigung dazu verspürte. Nach längerem Disput war mittlerweile die Dämmerung hereingebrochen, und Rudolf und Böje gingen. Helene stand lange int Schlafzimmer und dachte an die Unruhe der Gegenwart, die durch alle Risse und Spalten in ihre Zimmer drang und oft häßliche Mißlaute in die gemütliche Stimmung brachte. Hin und wieder drang das Gerassel eines Wagens von der Straße herauf. Sonst war alles still- Während sie dastand und ihren kleinen Sohn betrachtete, der in der Wiege lag und schlief, glitten ihre Gedanken in weichen Uebergäugen ans Gebiete, wo die geheimen Erinnerungen des Herzens in buntem Durcheinander hervorquollen. Der Kleine erwachte. Sie nahm ihn auf und legte ihn an die Brust und sah mit geriihrtem Liebesblick aus sein schweißtriefendes kleines Gesicht herab. Dann legte sie ihn wieder in die Wiege und deckte ihn sorgfältig zu. Aufs neue kämen die Gedanken von allen Seiten auf sie hereingestürmt und nahmen ihren Sinn gefangen, wäh- rend sie mit gekreuzten Armen dastand und vor sich niederschaute. Die Eindrücke wogten und glitten ineinander über, wie die wechselnden Farben einer Seifenblase. Schließlich aber legte sich eine undurchdringliche Finsternis über ihre Sinne und ließ alle Gedanken in eine graue, tote Masse verschwimmen. Mit einem klagenden Seufzer warf sie sich über den Puff: „Ach, — Thomas!" Der große, hell erleuchtete Bersammlungssaal nahm sich prächtig aus mit seinen goldenen Säulen, die von geschnörkelten Broncearmen mit weißen Lampenkuppeln um- kränzt waren, mit seinen zierlichen Stuckrosetten und Friesen, und seinen bunten Wandmalereien, auf denen wilde Tiere umhersprangen und Palmen zum Himmel aufragten. Allmählich füllte sich der Raum mit einer sehr gemischten Menge; im ganzen wohl an zweihundert Menschen. In demselben Augenblick, als die Glocke des Vorsitzenden ihre ersten Töne über die Anwesenden aussandte, wandten sich sämtliche vierhundert Augen der Erhöhung zu, wo die Direktion — darunter Rudolf und einige Damen — Platz genommen hatte. Helene, die den kleinen Herrn im Grunde sehr gern hatte, saß schon lange da und amüsierte sich, ihn hin und herfahren zu sehen, allen Hindernissen ausweichend, wie eine Quecksilberkugel, die in Bewegung geraten ist, bald mit dem einen im Gespräch, bald einen anderen begrüßend, die Damen auf die Zehen tretend, sich verneigend und lächelnd. Jetzt aber richtete auch sie den Blick auf den Vorsitzenden, der mitteilte, daß zwei Fragen zur Erörterung kommen würden: „Die Ehe und die Religion" und „Die Staatskirche und die Fran", daß diese Fragen jedoch gemeinsam behandelt werden sollten. Professor Böns habe das Wort. Professor Böns erschien auf der Rednertribüne, die Hand voller Papiere, die Augenbrauen in die Höhe gezogen, gleichsam erstaunt darüber, daß er das Wort habe. Mit fließender Beredtsamkeit entrollte er die Geschichte der Ehe, ging dann zu der Behandlung der verschiedenen Formen der Ehe in der zivilisierten Welt über und wies nach, wie die monogamische Ehe ihrer Zeit dem Kirchengesetz untergeordnet worden sei durch eine Machtanmaßung der herrschsüchtigen Kirchenfürsten. Sodann wurde er durch eine Rednerin, Fräulein Strange, abgelöst, eine nicht mehr ganz junge Dame, groß, von kühner Haltung, schlank wie eine Wespe, „so dünn, daß sie durchbrechen würde, falls der Oberkörper ein wenig Uebergewicht erhielte", meinte ein lustiger Maurer, der in Böjes und Helenes Nähe saß^ Ihre lange Rede „voller Salzsäure", wie sich der Maurer recht hörbar ausdrückte, machte kein Glück, obwohl ein paar eifrig klatschende und rufende Herren sich alle erdenkliche Mühe gaben, die Stimmung zu beleben. Nachdem noch ein Kapitän Ranch das Wort erhalten und zum Entsetzen seiner Frau auch Böje die Rednertribüne betreten hatte, wurde mit der Annahme einer gemeinsamen Petition, die als wünschenswert hervorhob, die Versammlung geschlossen, und mit einem Hoch auf die Direktion brachen die Teilnehmer auf und ergossen sich in einem wogenden warmen Strom in die Kälte der Frühlingsnacht. Helene, die mit Wohlbehagen fühlte, wie der kühle Hauch des Windes über ihre glühenden Wangen fuhr, atmete tief auf und stellte sich an einen Baum, um Böje zu erwarten. Wie wohl Frau Eck und der kleine Svend daheim miteinander fertig würden? Sie bereute, daß sie von denk Kleinen gegangen war. „Ihr Mann ist Ihnen wohl abhanden gekommen?"« Es war ein kleiner, blasser Student der Medizin, der entfernt mit Böje verwandt war und der zuweilen zu ihnen kam. — „Ja, ich weiß nicht, wo er geblieben sein kann", erwiderte sie, sich umsehend. „Er wird fürs erste wohl kaum kommen, er sitzt mit Herrn Rudolf bei einem Glase Bier." Der Student erbot sich, sie nach Hause zu begleiten^ aber sie wollte doch noch ein wenig warten. Endlich kam Böje. „Na", sagte er mit einer etwas unsicheren Freude, „nun bin ich doch auch einmal auf den Brettern gewesen." Sie schwieg, und als im selben Augenblick ein Schwarm von Freunden herangestürzt kam, wurde er von ihr fort- gerissen. So trat sie denn mit dem Studenten den Heimweg an. Als Böje spät in der Nacht heimkehrte, füllte er das kleine Schlafzimmer mit einem warmen Rumduft und versetzte den Stühlen und dem Waschtisch einige ganz unverdiente Züchtigungen mit seinen Knöcheln und Stiefelspitzen, war aber doch noch klar genug, um zu Bette zu finden, ohne Licht anzuzünden. Helene sagte kein Wort- Erst am nächsten Mittag, als die Suppe auf dem Tische dampfte und die beiden Eheleute neben einander Platz genommen hatten, Helene mit dem Kleinen auf dem Schoß, hatte man Gelegenheit, über die Ereignisse des gestrigen Tages zu sprechen. „Nun, was sagst Du denn zu der Versamnilung?" fragte Böje, aus seinen Teller herabblickend. Am liebsten hätte er die Versammlung Versammlung sein lassen, da er sehr wohl wußte, daß sie ein unangenehmes Nachspiel haben würde; aber es wäre feige gewesen, hätte er den: aus dem Wege gehen wollen. „Ich fragte, wie Dir die Versammlung gefallen habe", wiederholte er, als sie ihm das erstemal nicht antwortete. „Mir hat das Ganze durchaus nicht gefallen!" „Nicht?" Sie schwieg einen Augenblick und verabfolgte den Händen des Kleinen, die nach Gabel und Teller griffen, eine kleine Züchtigung. „Ich weiß gar nicht, wie es zugeht", sagte sie, „aber ich finde, wir entfernen uns mehr und mehr von alle dem, worin wir erzogen sind." „Möchtest Du denn, daß wir in den Kleidern unserer Großeltern umherzögen?" „Nein, das nicht, aber ich möchte wohl, daß unsere Zeit ein wenig von der Ehrfurcht unserer Großeltern für den guten Ton besäße. Es ist ein häßlicher Geist, der bei unseren Versammlungen das Wort führt, es waren auch häßliche Worte, die Du über die Geistlichen sagtest." „War es etwa eine Lüge?" „Ja, bleib nur ruhig, Hans; sonst kann ich überhaupt nicht mit Dir sprechen." (Abermals ein leichter Schlag aus die kleinen Finger." „Du sollst die Gabel liegen lassen, hörst Du?" „Ich fragte, ob es eine Lüge sei oder — eine Unwahrheit, wenn Dir das besser paßt." „Du weißt sehr wohl, daß ich auch nicht für diese prahlenden Orden in der Kirche bin; aber man soll seinem Unwillen über dergleichen Dinge nicht Ausdruck in bitteren Worten verleihen, die an eine Schar von Menschen gerichtet sind, die sie gegen das Christentum selbst auslegen.^ „Mögen sie sie auslegen, wie sie wollen. Man darf 271 — doch wohl ttt einem freien Lande die Männer der Oesfent- lichkeit züchtigen, wenn sie es bedürfen." „Zuerst soll man sich selber, seine eigene Maßlosigkeit züchtigen. Erinnerst Du Dich nicht, wie einig wir neulich über Goethes Worte waren: „Alles, was unseren Geist befreit, ohne uns gleichzeitig die Herrschaft über uns selbst zu verleihen, ist verderblich." Fräulein Strange sei ihrer Ansicht nach ein unleidliches Zerrbild einer Frau. Wenn man an das Wort des Apostels Paulus dächte, daß die Frau nicht in Versammlungen reden, sondern „in Stille und Unterthänigkeit" hinnehmen solle, so sei es im höchsten Grade empörend, eine Frau so auftreteu zu sehen und zu hören, wie leichtfertig sie über die Gnadenmittel der Kirche rede und daber Unsittlichkeit und Schamlosigkeit lobpreise. (Fortsetzung folgt.) Unser Garten im Mai. Won I. C. Schmidt, Erfurt. (Nachdruck verboten.) Won überall her wurde eine reiche Obstblüte gemeldet. Die Frosttage vom 27. und 28., welche in verschiedenen Gegenden bis 3 Grad R. Froft brachten, haben manchem vollblühenden Baum geschadet. Immerhin dürfen wir hoffen, daß dem Blütensegen noch ein reicher Fruchtsegen folgt. Wir hoffen es und wir wünschen es. Das Blühen, das Fruchtansetzen und das schnelle Wachsen verlangt aber vom Baume viel. Es ist deshalb notwendig, daß wir nach dem Fruchtansatz die Bäume gießen und düngen. Notwendig ist auch, daß wir schauen, ob dem Baume durch seinen Fruchtbehang nicht zu viel zugemutet werde. Allzu starker Fruchtansatz erfordert ein Ausdünnen. Weiterhin fordern unsere Obstbäume die Spritzung mit i/2 Prozent Kupferkalkbrühe, gegen das Fusicladium. Das gilt für alle Aepfel und Birnen. Im Formobstgarten wird entspitzt und angebunden. Es wird Obacht gegeben, auf den lästigen Zweigabstecher, es wird Obacht gegeben auf die Stachelbeerraupe und ihr mit Pariser Grün oder Petroleumseifenbrühe zugesetzt, auf die Blattläuse und Blattwickler, und wo hier und da Früchte zusammenhängen, auseinander damit, und die Wicklerraupen getötet. Im Gemüsegarten stechen wir den köstlichen Spargel, Vorsicht dabei, d as Messer soll nicht in den Wurzelstock hineinfahren oder junge Knospenanlagen zerstören. Das Pflanzen von Kohlarten wird fortgesetzt. Früh gepflanzte Kohle werden mit flüssigem Dünger gedüngt. Vom 10. Mai ab legen wir Bohnen, Gurken, Kürbis. Wir machen auch noch eine Folgeaussaat vou Erbsen und Puffbohnen. In Töpfen herangezogene Mrbisse und Gurken werden ausgepflanzt, Tomaten ebenfalls. Eine der wichtigsten Arbeiten bildet das Hacken, Gießen und Jäten. ‘ Bei dieser Gelegenheit sind schlecht gewachsene Setzlinge vom Kohl, Kohlrabi und anderen Sachen durch kräftigere zu ersetzen, ista uf die Kohlfliege, auf die Maden der Wurzelfliege acht zu geben. Der Erdfloh soll mit Kalk oder mit Tabaksand vertrieben werden. Man erntet Pflücksalat, Rhabarber, Stachelbeeren zum Grünpflücken und macht von den Stengeln der Mairüben das beliebte Stielmus. Die Mistbeetkästen leeren sich. In ihnen beginnt nun mehr und mehr die Liebhaberei des Einzelnen. Dieser baut Melonen, jener pflanzt seine Kakteen aus, ein Anderer benutzt das Mistbeet für seine kranken Zimmerpflanzen oder zur Heranzucht von Hahnenkamm, Begonien, Gloxinien und dergleichen mehr. Dabet hat das Mistbeet jetzt den großen Vorteil, daß sich alles leicht in ihm ziehen läßt, wenn man nur für richtigen Schatten und richtige Luft sorgt. An den Ziergärten wird im Mai die letzte ordnende, Hand gelegt. Die Teppich ^und Blumenbeete werden, sobald die kalten Tage vorüber sind, bepflanzt, der Rasen wird dauernd unter der Maschine gehalten. Erwähnenswert ist dabei, daß eine neue Maschine, die den Namen „Erfordia" trägt, in den Handel gekommen ist. Sie hat den großen Vorteil, daß ihre Räder nicht mehr den ungeschnittenen Rasen niederdrücken und vermeidet dadurch jedes' streifige Schneiden des Rasens. Ende Mai kann man bei gut lösenden Rosenwildlingen anfangen, auf treibendes Auge zu veredeln. Wo Mehltau bei Rosen sich zeigt, ist mit Schwefelblüte zu stäuben. Bei kaltem Wetter nützt die Schwefelblüte nichts, sie muß dann durch eine Spritzung mit Schwefelleber ersetzt werden: Welkende Rosentriebe bergen in sich den Rosentriebbohrer und sind abzuschneiden und zu verbrennen . Die Zimmer werden leer. Es beginnt das Bepflanzen unserer Balkonkästen, das Aufstellen unserer harten Zimmerpflanzen auf dem Balkon. Die empfindlicheren Gewächse sind im Garten aufzustellen und niemals ist das Einsenken der Töpfe in die Erde zu vergessen. Palmen, Gloxinien, Tydaen bleiben besser im Zimmer und stehen Palmen IM. vom Fenster entfernt, wo sie nicht von brennenden Sonnenstrahlen getroffen werden, besonders gut. Die Vermehrung von Pflanzen aus Stecklingen kann auch im Mai statt- finden, und sind dazu die krautigen Triebe zu verwenden. Sie wachsen leicht und sicher. Velhagen & Klasings Monatshefte. Das Maiheft derselben trägt, wie alljährlich, dem Wonnemonat reichlich Rechnung. Unter dem Titel „Lenzesklän g e" werden in geschmackvoller Umrahmung zahlreiche Frühlingsgerichte geboten; in dem Aufsatz „Münchner Pfingsttage" von Willy Rath begleiten wir die Münchner auf ihren Ausflügen aufs Land; prachtvoll gefärbte „Exotische Schmetterlinge" erzählen uns von einer Welt, die au Farbenglanz selbst unsere Frühlingspracht weit hinter sich läßt. In einem überaus reichillustrierten Artikel würdigt Fritz von Ostini den Malers Albert von Keller. Allerliebst ist eine humoristische Skizze aus -dem bayrischen Volksleben von Edmund von Freyhold: „Z'w e g'n 'n Sch m ar r'n." Professor Ludwig Pietsch hat für die Rubrik „Vom Schreibtisch und aus dem Atelier" „Meine Erlebnisse bei der Eröffnung des Suezkanals" beigesteuert. Die wunderbaren Festtage, die zu Ehren dieses Ereignisses damals veranstaltet wurden, tauchen in diesen Erinnerungen in ihrem vollen märchenhaften Glanz wieder ans der Vergangenheit auf. M b st r i ch r ä t s e l. (Nachdruck verboten.) Es lodert in des Menschen Brust Mit wilder, verzehrender Glut; Es spornet an, verdunkelt den Blick, Bringt Gärung in das Blut. Streichst du ein Zeichen, wird daraus Ein Nauie, sehr bekannt; Ihn führet mancher wack're Mann Im schönen deutschen Land. Und streichst du noch ein Zeichen drin, Wird es als Trank geschätzt, Und wer das Rätsel; löst, dem wird Als Dank es vorgesetzt. (Auflösung in nächster Nummer.) Auflösung der Logogriph-Scherze in vor. Nr.: 1. Lacht, leicht, Licht. 2. Gras, Gram, Grab. 8. Geste, Gaste, Guste. 4. Main, Maid, Mais. 5. Stern, Stein. „Material und Form" stehen wohl bei allen Dingen auf der Welt im innigsten Zusammenhang, sodaß letztere meist durch ersteres bestimmt wird; wenigstens ist dies das Natürliche, und entstehen leicht Geschmacklosigkeiten, wenn man von dieser allgemeinen Regel abweichen will. Auf keinem Gebiete ist diese Regel jedoch so wichtig, wie auf demjenigen der Schneiderei, und hat Frau Mode selbst genügend Ge- schmack, um dies vollkommen einzusehen, ivie alle ihre diesjährigen Neuheiten deutlich bekunden. Man braucht nur einen Blick auf die modernen, so überaus vielseitigen Rockformen zu werfen und man wird sofort bemerken, daß das Material die Form bestimmt, denn ber den Röcken kommt besonders der Stoff zur Geltung, da von ihm größtenteils der Fall und die Wirkung der Fasten abhängig ist. MMÄt über Mit Mfotmt« in ZisanimtihlW mit dm nittiti Ach« Bearbeitet und mit Abbildungen versehen von der Internationalen Schuiltmauusaktur Dresden-N, Reichhaltiges Modenalbum und Schuittmusterbuch zu 50 Pfg. daselbst erhältlich. — SIS Modell 206. Modell 227. Modell 225. Betrachten tote zunächst die modernen, reichen und «urcklichtigen Stosse. Dieselben entfalten ihre Schönheit nur^dann voll und ganz, wenn sie in einer tzswftseN' duftigen stille anaewendet werden, und richtet sich dreie teurere wiederum nach dem Grade der Dichtigkeit. Ganz dünner Organdy und Voile z. B. erfordert em ganz duftig Arrangement, weshalb «um hierbei den Jerstoffrock um die Hüften in leichte und ausspringende Uchen ordn^ sodaß der ganze Rock in reichliche Falten Mt. Jnkrusta tionen von Spitzen um den unteren Rand oder auch verstreut über den ganzen Rock sorgen für d^ notige Gamniu Dock, der Geschmack ist verschieden und dre losen Falten find nicht jedermanns Sache. Deshalb ^,.^^^ eme WTimprfiMuno dabin, daß der obere Rockterl bis unaesayr zum Knie glatt bleibt, während die notwendige Fülle erst von liier an beginnt, so zugleich die moderne, oben enge, unteii wcitausladende Rockform auf das vollkommenste erreichend. Da sind zunächst die schmalen, emgerechten Bolants, welche besonders bei Waschstoffen sehr gefällig wirken. Dieselben werdeil in den verschiedensten Breiten und in ganz beliebiger Anzahl angefertigt; immer aber ist man bestrebt, ihnen die nach hinten etwas aillstelgende Linie M geben, welche für die moderne, elegante Silhouette nun einmal unentbchrlich ist. Ebenso beliebt, wie die ein- oereihten Volants, ist der Fältchenvolant, und zwar derjenige, dessen oberer Rand in nach unten aussprnrgende Fältchen genäht wird. Derselbe besitzt den Vorzug größter Variationsfähigkeit, denn die Fältchen können in beliebig Gruvpen geordnet oder mit Garnituren unterbrochen Ml verschiedenen Längen genäht oder auch mit Hilfe von Spitzen- inkrustattonen an das obere Rocktell gesetzt werden. Ben sonders letzteres repräsentiert die höchste Eleganz und kommt hauptsächlich dann zur Geltung, wenn der Rock em abn ewte Md a W* sächlich die leichten, dünnen Tuche und die Tafftseide, welche ihren Einfluß auf die Formen ausgeubt haben, und zwav ist dieser Einfluß eigentlich ein einheitlicher, da beide m der Wirkung, hauptsächllch allerdings m der technischen Wn,?^ ung d ch bet der Bearbeitung viel Aehnlichkell nnt einander baben Sie lassen sich sehr gut absteppen und eignen sich vermöge ihrer gleichmäßigen, glatten Oberfläche besonders gut zu allen serpentinartigen Arrangements. Daraus ist denn auch die große Anzahl von Meriden-, Volant- und '•jäS’Äfck di- Nmh-i. d-r W existieren in den allerverschiedensten Variationen. Da sind zunächst die zahlreichen, schmalen irberemanderfalrendeN Blenden. Dieselben sind nur dann wirklich elegant, wenn das darunter befindliche Rockteil seinerseitseinwemg serventineförmig geschnitten ist, sodaß sie selbst fast ganz flach gehalten sein können. Bei Tuchen und nicht srans-u- den Stoffen werden die äußeren Kanten einfach glatt geschnitten, meistens werden sie jedoch pafsepolliert und abgesteppt, selterrer werden die Bleitden abgesüllert, da sonst ILL o?0lf w schwer wird und unten reihrockartig steht. Die,e (Mpfabr besteht überhaupt bei den Blendenröcken, weishalb Vame Stoffe zu verwenden und die Blenden selbst nur aus ein weiches Futter zu setzen. Ein beliebt^ Arrcmgement^der Blenden besteht darm, daß rnan ste m der voweren Mitte teilt, womit dann meist im oberen Rocktell eme Naht m der vorderen Mitte übereinsttmmt. Häufiger noch findet man diese Anordnung der den Röcken mit drei breiten flachen Volants, llelchecheichfals surr Neuheit der Saison gehören. Diese flachen Volants werden manchmal auch noch an den Sellen gespalten und treten dann Verschnürungen vderandereGarniturett, welche dieselben scheinbar zusammenhalten, auf. Willniaidieses Arrangement mit 3 Volants für duftige Stosse und für Waschstoffe verwenden, so halt man sie etwas Weller, also serpentineförmiger, wie an Modell 206 gezeigt ist. Ebenfalls zur Gattung der Blendenrocke ist dre Form mit apartem, glockenförmigen Oberteil zu rechnen, denn der einzige Unterschied besteht darin, daß das Oberteil lvE über die Volants fällt, so gewissermaßen den obersten Volant bildend, während sonst die Volants einfach angesetzt werden. Soll dieses Oberteil wirklich elegant fallen, |Q emvftehlt es sich, ihm einige nach unten ausgeschweifte Nähte zu geben, wodurch es mit den übrigen Volants besser harmoniert ________________ Schließlich folgt noch die gvoße Serie der Niesensaurm foft für alle Stoffe eignen und auch große Auswahl m i°- m biibmd,- Kniehöhe in Quersäumchen gesteppten Bleseiisaumröckegvelche sich einer allgemeinen Beliebtheit, erfreuen , As Schmtt hafiir verwendet man entweder die Serpenttnefornl odm die Form mit geschweiften Nähten. Letzterm- gehört auch an sich mit zu d en am meisten getragenen Rocken.und wird besonders bei tailor-made-Kleidern und ^EÄ- 8ane 6 hnUitat da er sich besonders für schwere Stoffe eignen Sllbüverständlich bedeuten alle diese modernen Rockformen eine bedeutende Komplikation der modernen Damenschneiderei, denn ein sorgfältig aufgestellter und auspro bierter Schnitt ist dabei direkt unentbehrlich, weshalb wir nickt unterlassen, auf die Internationale SchnlltmanufaUur, Dresden-N hinzuweisen, welche die Ausstellung und her- Sckn tten als Spezialität betreibt und daher E b-ftK« bl dieser B-richimg b°W, sodass ihre Schnitte als adsolut zuverlüsstg und zweifellos elegant zu bezeichnen sind. f