Ssmstag den 6. September, Rr. 132 1902. Ms Bl (Nachdruck verboten.) Miß Cookson aus New-Jork. Won Heinrich Lee. (Fortsetzung.) Es war ein Offizier. Gr war anscheinend leblos. Die Neider wurden ihm heruntergeschnitten und die Aerzte konstatierten nun eine Verhetzung der Schädeldecke und einen schweren Bruch.1 des Schulterkuochens. Ob er mit dem Leben davon kourmen würde ■— merkwürdig genug, daß es ihm überhaupt noch, geblieben war — das ließ sich, vorläufig nicht sagen. So lag er denn jetzt in diesem Saal. Wieder hatte ihn der Tod verschmäht, denn noch ein paar Tage und, so hatte ihm der Arzt verkündigt, er würde dann das Bett verlassen können. Das spanische Geschwader war vernichtet, der Krieg zu Ende. ' Nur jede Aufregung mußte noch von dem Patenten ferngehalten werden. Sein Kopf schmerzte noch Er starrte nach den Fenstern hinauf, die seinem Bette gegenüberlagen. Dort hinter diesen Fenstern breitete sich der Ozean aus, dort hinter diesen Fenstern war Deutschk- land. In weiter, weiter Ferne war es, — so weit wie sein ganzes bisheriges Leben, das hinter ihm lag. Nun sollte er es weiter tragen? Wohin? Tort hinter den Fenstern lag im Grünen ihr weißes Haus. Wo würde sie jetzt sein? An der Seite eines' Anderen. Ein Schwalbeupaar schoß an dem Fenster vorbei. Er kannte es. Es hatte sich oben unter dem First ein Nest gebaut. Wie glüMch waren diese Tiere. Tie Saalthür öffnete sich. Der Arzt trat herein. Aus allen Betten richteten sich halberstaunte Blicke auf ihn. Denn es war jetzt nicht seine Zeit. Hinter ihm her kam eine schwarzverschleierte Dame. Besuch! Mer auch die Besuchsstunde war jetzt nicht. Herwarth sah 'sie immer näher und näher kommen, der Arzt kam fetzt geradewegs auf ihn zu, während die Dame einige Schnitte hinter ihm zurückblieb. Mister Rawdon, einer der Assistenzärzte, war ein junger Mann, der bet den Kranken wegen seiner Gutmütigkeit und gelegentlichen Nachsicht, die ihm bei aller nötigen Cmetgte Und Tüchtigkeit eigen war, sich b'esonderer Beliebtheit erfreute. „Mister Schöneck", sagte er, „ich bringe Ihnen Besuch Damenbesuch. Eigentlich rst es außer der Zeit, Über Damen kann man nichts abschlagen. Ich, befehle Ihnen nur, sich nicht aufzuregen. In einer Stunde hole ich die Dame wieder ab." Mister Rawdon rückte galant für die Dame einen leeren Stuhl an das Bett, schmunzelte, verbeugte sich vor der Käme, die — gewiß aus zarten Rücksichten, aus' Furcht vor unberufenen Zeugen — noch immer zögerte, näher, zu treten, und verließ dann wieder den Saal. „Herwarth!" sagte sieietzt, vor seinem Bett,denSchleier lüftend, mit zitternder Stimme. „Ottilie!"' Er machte eine wilde Bewegung. Mer es waren fünfzig freindä Zeugen' im Säal. Sie mußten sich beide beherrschen. Sie setzte sich zu ihm auf den Stuhl nieder. Kein Wort wollte ihr erst über die Lippen. Sie fühlte nur das Glück, daß sie nicht zu spät gekommen War, daß er lebte, daß er wieder gesund werden würde . » Tann fing sie zu sprechen, zu flüstern an, von der Nachricht, die ihr über ihn geworden und warum sie her-! übergekommen war, zu ihm — von ihrer Reue, ihrer Ge^ wisseuspein, von ihrem Wunsche, das Geschehene wieder; gutzumacheu, und wie dieser Wunsch alles' andere Begehren/ das sie einmal wild durchslamMt, in ihr zurückgedrängt hatte — auch ihre Liebe zu ihm. Fast erstickend, stoßweise, mit gesenkter Stirn brachte sie das Letzte heraus. Weh das war die Buße, die sie sich auferlegt hatte, und die sie jetzt an sich erfüllen mußte, gleichviel) ob sie auch lieber? daran vergangen wäre. Sie schwieg. Lautlos hatte er ihr zugehört. Was willst Tu nun von mir?" fragte er jetzt. „Daß Du mir verzeihst," „Ich habe Dir nichts zu verzeihen." Auf seinem Leidenslager, in den schlaflosen Nächten, hatte er über alles nachgedacht, und nun erleichterte eH ihm die Seele, daß er es sich .heruntersprechen durfte.. „Ich, habe Dir nichts' zu verzeihen", sagte er, „Du bist nur das Werkzeug meines Schicksals gewesen. Ich wollte das Glück meines Lebens auf einer Lüge aufbäuen und Tu hast sie zerstört und hast Wahrheit geschaffen! zwischen mir und Bell. Dafür habe ich Dir zu danken und auch dafür, daß Du mich auf den Weg gebracht hast, meine Schuld an ihr zu sühnen, denn ich, habe sterben wollen — sterben für ihr Baterland, für sie. Auch der Verbrecher hat nicht mehr als sein Leben, UM seine Schuld zu zahlen. Nun bin ich mit ihr quitt." Was wollte er sie glauben Machen? Als verriet er ihr nicht, worin sein ganzes einziges Glück bestand. Und weshalb war sie sonst hier, als um es ihm zurückzuerobern — gleichviel, was es sie selber kostete. „Wie Du mir vergeben hast, so wird sie nun auch! Dir vergeben", sagte sie. Sollte er ihr die ganze Wahrheit gestehen? Auch daß sich die, die doch! noch sein gesetzliches Weib war, bereits! mit einem Anderen getröstet? Warum erfüllte dieser Gedanke, mit dem er sich doch wahrlich vertraut genug gemacht hätte, jetzt Plötzlich sein noch immer wundes Gehirn vor und' brennend wie Mit Flammenschcin. Versteckt, verschlossen, vergraben hatte er 526 offnen und dabei seine Lehrmeisterin anschen — wenn sie auch seinen Blick niemals erwiderte und geflissentlich die Augen von ihm abwandte. Tie Ehre seines Namens! Das war sein Letztes! „Schweig'!" stieß er hervor. Sie verstand ihn nicht. Sie sah nur, daß etwas in ihm arbeitete, etwas, was sie nicht kannte, was sie mit Furcht, niit Schrecken erfüllte. Sie fragte ihn, sie drang in ihn. „Schweig'!" seine Schmach — in seinem Innersten. Wie aber diesesprcchen durfte er sie noch nicht, nur die Lkvveu lautlos Frau, die hier an seinem Bette saß, nun daran rührte, ......5-»-- sie hervorzerrte ans Licht, preisgegeben den Augen aller Welt--das hatte er noch nicht bedacht! Das noch nicht. Er schrie es jetzt gellend durch den Saal. Sein ganzes Gesicht war mit Röte bedeckt und in seine Augen trat ein glühender Glanz. Ter Wärter eilte herbei. Ein zweiter, mit der Instruktion vertraut, lief nach dem Arzt. Die Kranken hatten sich in ihren Betten aufgerichtet. Ottilie hatte sich zitternd erhoben und war ein paar Schritte zurückgetreten. „Ruhig, ruhig", sagte begütigend der Wärter und drückte den jetzt in wilde Fieberphantasien ausbrechenden Kranken in die Kissen zurück. Ter Arzt kam. Er sah sofort, was geschehen war. „Ich muß Sie bitten, Madame", sagte er, „daß Sie sich sogleich entfernen. Begleiten Sie die Dame", befahl er dem einen Wärter. Ter Mann führte sie hinaus. Erst draußen kam sie zur Besinnung. Was war geschehen? Man ließ sie nicht mehr zu ihm hinein, erst eine Stünde später gelang es ihr, den Arzt noch einmal zu erreichen. Er sah sehr ernst und dabei ungehalten aus. „Mister Schöneck hatte einen Rückfall bekommen", sagte er kurz, „ein Gehirnfieber, und ich fürchte, daran haben Sie die Schuld, Madame!" „Ich?" stammelte sie. „Ich habe Ihnen den Besuch ausdrücklich nur unter der Bedingung gestattet, daß Sie jedes aufregende Gespräch, vermeiden. Das aber haben Sie nicht befolgt." Sie brach in Verzweiflung aus, aber der junge Mediziner hatte kein Mitleid mehr mit ihr. Nur soviel wollte sie noch wissen, ob der Rückfäll mit Gefahr verbünden war. „Das Lebten steht auf dem Spiel!" erwiderte er. Tann ging er und sie war allein. Sie waren jetzt noch viel mehr allein, als früher — bevor er in den Krieg gegangen war. Was Bell betraf, so hatte sie eben kein Talent zur Krankenpflegerin und zum Stillsitzen. „Ich glaube, ich habe meine gesunden Nerven nicht mehr", hatte sie gesagt, „laßt mich wie ich bin, ich bin eine schlechte Gesellschafterin. Ihr werdet schon allein ohne mich mit einander auskommen." Nur darauf hatte sie bei seiner Rückkehr bestanden, daß er sich in ihr Haus zur Pflege bringen ließ. Im übrigen war sie meistens mit sich allein, sie wollte es nicht anders oder sie fuhr nach Newyork, wo sie allerhand rätselhafte Geschäfte hatte. Nun war er heimgekehrt, und er hatte sich geprüft, wie Bell es von ihm verlangt hatte, und nun wußte er, wo er sein künftiges Glück zu suchen hatte. In den kleinen Händen lag es, die sich ihm auf die Lippen legten, wenn er sprach. Sie hatte Kummer. Ten Kummer um ihren Bruder., Warum konnte er ihr nicht helfen? Warum konnte er ihn ihr nicht bringen? Nun haßte er ihn ja nicht mehr. Und dennoch wünschte er manchmal, daß sie diesen Bruder, uni den sie trauerte und heimliche Thränen vergoß, niemals wieder finden möchte. Damit er selbst der Einzige war, der schützend die Arme um sie breiten durfte, denn sie brauchte solche Arme, ihr ganzes Wesen schrie darnach. Er suchte nicht mehr zu verstehen, was sie sprach, Er hörte nur noch, auf ihre Stimme. Er sah in ihr Gesicht. Jeden Zug kannte er darin, und doch konnte er sich niemals! daran satt sehen. Wie ganz anders war doch seine Liebe zu Bell gewesen. Bell hatte er wie ein Sklave, wie ein Knecht geliebt. Aber dieses Mädchen liebte er wie ihr Beschützer und wie ihr Herr — und nun schämte er sich plötzlich seiner früheren Liebe. „Carla", unterbracht er sie, und er nannte sie zum ersten Male blos bei ihrem Vornamen, „sind alle Mädchen in Deutschland so wie Sie?" Sie antwortete auf diese Frage nichts, aber sie schalt ihn. Elftes Kapitel. Ter Krieg wär beendet. Durch die Vereinigten Staaten zog der Siegesj'ubel. In Longbranch, in dem hübschen SchiveizerhLuschen, kas Bell gehörte, gab' es einen Verwundeten zu pflegen. Der Verwundete war Fred. Vor Manila hatte er einen Schuß in die Schulter bekommen. Er hatte gefährliche darnieder gelegen, wochenlang, nun aber befand er sich, in der Genesung. Auch das Bett hatte er schon verlassen dürfen. Er lag jetzt in einem Rohrstuhl, der auf die Veranda geruckt war, vom Gärten her zog die warme wff doch erfrischende Luft herein und neben ihm saß eine sehr hübsche junge Dame und las ihm aus einem Buche vor. Das Buch war deutsch Zwar konnte Fred von dem Vorgelesenen unmöglich viel verstehen, denn was er in der Schale von der deutschjen Sprache gelernt hätte, das hatte er langst wieder vergessen. Auch hatte er mit ihrem eigentlichen Studium erst seit ganz kurzem begonnen und seine Lehrmeisterin darin war eben diese so hübsche junge Dame. Aber wenn er auch erst ein paar Brocken davon verstand, so machte ihm das Bu= hören doch ein ganz außergewöhnliches Vergnügen. Wie hätte er geglaubt, daß die deutsche Sprache fo wohllautend war — oder kam dieser Eindruck blos von der Vorleserin her? Ganze Stunden lang konnte er ihr zuhören. Was Carla vorlas, das war Goethes Iphigenie. Ter Arzt hätte ihm ausdrücklich das Sprechen verboten — Nur das Allernotwendigste hatte er ihm erlaubt. Manchmal wollte er sich nicht fügen, dann aber legte ihm Carla die Hand auf den Mund und sie wurde böse. „Sie dürfen, Sie sollen nicht fo viel sprechen, Herr Bennet", befahl sie ihm, und doch hätte er es immer wieder thun mögen, nur um ihre Hand auf seinen Lippen zu fühlen. So wär es auch mit ihrem deutschen Unterricht bestellt. Sie sprach! ihm nur die einzelüen Wörter und ein- tzelne kurze Sätze vor und erläuterte sie ihm, aber nachf- „Nun, fangen Sie wieder an!" Cr hielt ihre Hand gefaßt und sagte: „Earla, ich habe Sie lieb. Wollen Sie meine Fran werden?" Umsonst suchte sie sich von ihm loszureißen und zu fliehen. Er hielt sie fest, „Earla — ja?" Ohne sprechen zu können, schüttelte sie endlich den Kopf und ihr Gesicht war rot wie die Päonien im Garten, Endlich brachte er es, warum sie den Kapf schüttelte, aus ihr heraus. Weil sie ihr eigenes Glück, solange sie um ihren Bruder trauern mußte, für eine Sünde hielt. „Wenn er nun tot ist?" fragte er. Die Thränen stürzten ihr über die Wangen und sie riß sich los. Sie floh hinaus in den Park, bis sie im dichtesten Gebüsche, wo sie niemand sehen konnte, auf eine Bank glitt. Noch waren ihre Wangen feucht, und doch fühlte sie ein so großes Glück, daß sie es keinem Menschen hätte sagen können. Fred Bennet wollte sie zu seiner Frau. Vor dem Fahrdämme her drang das Geräusch eiues heranrollenden Wägens, Cs war ein Fiaker, der vom Bahnhof kam. Vor der Parkthür hielt er an. Heraus stieg eine schwarzgekleidete, verschleierte Dame. Der Kutscher, der sein Geld schon bekommen hätte, fuhr davon, und die Dame trat an das Thor, um die Glocks zu ziehen. Carla hätte sie schon erblickt, sie eilte auf die Dame zu und öffnete ihr. Die Dame hob ihren Schleier. Carla fuhr zurück. „Ottilie!'< (Schluß folgt.) 527 verboten. durch das schnell und Kaktee» als Festungen Nachdruck ats yjctTtett|taDt eine große Bedeutung, die sich nac Ausführung der neuen Strecke noch fteigent dürfte. Bei meiner Rückkehr zum Galerntunnel fand ich dort schon einen Streckenrevisionswagen auf mich warten, den der gefällige Direktor der Bahn gesandt hatte. In diesem' fuhren wir dann den 170 Kilometer langen Weg zum Stillen Ozean nach Callao zurück, getrieben eigene Gewicht des Wagens, welches denselben leicht hinabrollen ließ. Eine berühmte Bergbahn. Ein Mtnderwerk der JNgenieurknnst. Bon E. C. Rost. ,w Nach toeiteren 19 Kilometern Fahrt erreichen wir Matucaua, 2315 Meter über dem Meere. Der Ort dient als Luftkurort und wird von Äungenkeidenden viel besucht Hrer begrünt eine Wundervolle landschaftliche Szenerie, die der Bahn mrt zu ihrer Berühmtheit verholsen hat. Nirgends sonst findet man solche Blicke aus unheimliche, zerklüftete Berge, tote hier. Die Fährt geht bald vorwärts, bald' rückwärts, über das Zrckzacksystem, denn die Lokomotive schiebt ■ r ettte Sektion vor sich her bis zur Weiche, dann die nächste Strecke hinauf re. Durch tief- dunkle Tunnels, über starke Eisenbrücken, dann am Ab- dre, Bahn wurde von den bekannten Eisenbahnmagnaten Meigs und Tyorndike mit einem Gesamtkostenaufwand von 43 Millionen Dollars erbaut. Ta die Gesamtlänge der Strecke nur rund 220 Kilometer beträgt, so gehört sie tu den kostspieligsten, die je gebaut sind 9 ' 3 Ich hatte das Glück, die Gunst des Direktors zu erlangen, welcher mir in jeder Weise die Bereisung und das Studium der ihm unterstellten Linie erleichterte. Auf meinen verschiedenen Reisen wurde ich von dem Betriebschef der S-.recke, einem Nord-Amerikaner, begleitet, der leider ""ö em Auge bei einem Unglücksfall auf der verloren hat. Den Ausgangspunkt unserer Touren ^dete Änia, obwohl die Bahn bis zur parisischen Küste ^^dst nach Callao hinabfuhrt. Die Steigung beträgt etwa Prozent, die Fahraeschwindigkeit, einschließlich Aufenthaltszetten, etwa 25 Kilometer pro Stunde. Ich ging daher PV einiger Besorgnis an die Reise heran wegen des schnellen Aufstiegs in die dünne Luft des Hochgebirges, da die Passagiere fast alle unter diesem plötzlichen Wechsel zu lecken haben. ■ Wenn Lima, die Königin der Städte am Stillen Ozean tu der Ferne unseren Blicken entschwindet, sehen wir nichts als niedrige Hügel, mit kümmerlicher Vegetation bedeckt die sich mdes auch schon nach wenigen Kilvknetern so voll- standtg verliert, daß kaum noch ein verkriippelter Kaktus von Zeit zu Zeit sichtbar wird. Diese niedrigen Hügel bilden die Korberge der Aiiden. Eine Fahrt von 53 Kilometern rlus nach Choica, 840 Meter über dem Meere. Hier S em größerer Bahnhof vorhanden, der als Ausweich- statlon dient. Die Bahn ist nämlich nur eingleisig gebaut, zahlreiche hübsche Landhäuser auf, die den !?°W°benden Mirgern von Lima als Sommersitz dienen. 22 Kilometer weiterer Fahrt bringen uns nach San Bartholoms, 1490 Meter hoch, das ebenfalls als Ausweich- station der sich begegnenden Züge dient. Bon San Bartholoms beginnt unsere Zickzackfahrt über das hier von Henry Meiggs ausgeführte System der sogenannten V-Weichen, durch welches vor alleni die kostspieligen Schleifen und Umführungen um Bergabhänge vermieden werden sollten. Sieben Kilometer weiter treffen wir m einer Höhe von 1752 Meter über dem Meere auf die weltbekannte Agua de Berrugas-Brücke, über das Thal gleichen Namens führend, die zu den Höchstliegenden Brücken V^^Welt gehört. Während des Baues derselben verloren I zahlreiche Arbeiter ihr Leben durch eine gefürchtete und stets tödlich verlaufende Krankheit, welche ebenfalls „Ber- | rugas" genannt wird. Sie wird durch bett Staub und die | Berggase verursacht, die gerade diesem Ort eigentümlich I I ?a^Tt. dtel zlemlich bedeutende Brücken nach | 5^^orague, wo wir unter uns nicht weniger als fünf verschiedene Stücke der Bahnstrecke, die wir nach einander I Vvsstert haben, sehen. An diesem Orte be- I findet sich ettte bedeutende Calriumearbidfabrik welcke den I sUr ^ethylengasdarstellung unentbehrlichen Rohstoff aus o-, —V — mpeu aoer- reichlich vorhandenen Kalfftein fabriziert Tie ragen, ist die berühmte Oroyabahn, offiziell Ferrvcarril ^?e,Station ist Aruri 122 Kilometer von Callao ent- Central des Peru. Es ist eine amerikanische Gründung: '.und 3075 Meter über dem Meere. Hier finden tvir '---j - 9’ 1 em werteres Beispiel für die zahlreichen Schwierigkei en mit denen man beim Bau der Bahn zu kämpfen hatte und wegen deren siegreicher Ueberwindung sie berühmt dNi bekannten Doppeltunnel. Dieser bildet ein Glied des V-Weichensystems; die Züge fahren in den unteren Tunnel, von der Maschine vorwärts gedrückt, ein und werden nach Passieren der Weiche aus dem oberen Tunnel herausgezogen. Drei Kilometer weiter kommen wir zu der alten Minenstadt San Mateo, in deren Nähe die Jnfier- nillo-(Höllen-)Brücke — eine Eiserrbrücke, zwischen zwei Tunnels über eine wilde Hochgebirgsschlucht führend — einen hochromantischen Blick auf den tief im Thale dahin- brausenden Nemae-Fluß gewährt. Die weitere Fahrt führt uns, 141 Kilometer von der Küste, nach Chicla, ebenfalls eine Minenstadt, 3870 Meter über dem Meere. 24 Kilometer weiter gelangen wir nach Casapalca, 4148 Meter über dem Meere, wo eine nord- amerikanische Gesellschaft Silbergewinnungsanlagen bo. treibt. Hier hält das Soroche, das von allen Bergsteigern mit Recht so gefürchtete UeBel der Atembeschwerden infolge der dünnen Hochgebirgsluft, die allermeisten Reisenden vor weiterer Fahrt zurück. Nur wer gegen das Vergäbet gefeit ist — und das sind nur die Gebirgsbewohner , , selbst — oder sehr viel Willenskraft besitzt, kann die ■ Weiterreise versuchen, die noch ein ganz bedeutendes Stück bergauf führt. Andernfalls muß man mit dem Aufenthalt in dem sehr primitiven Hotel des Ortes vorlieb nehmen, oder aber sich der Gastfreundschaft des Direktors der erwähnten Silberwerke versichern. Bon Casapalca aus haben wir noch 17,6 Kilometer bis zum Galeratuunel, dem höchsten Punkt der Bahn und gleichzeitig höchsten Punkt überhaupt, der bisher von einer Eisenbahn erreicht wurde. Ter Tutmel hat eine Länge von 2,4 Kilometer; das Wasser, welches aus seiner östlichen Mündung fließt, nimmt seinen Weg zum atlantischen Ozean, während das aus der westlichen Mündung ausfließende dem Stillen Ozean zustrebt. An der Wasserscheide des Tunnels befinden ivir uns 4777 Meter über unserem Ausgangspunkt, d. h. annähernd so hoch als unsere höchsten Alpengipfel. Hier befinden wir uns schon in der Region des ewigen Eises. Bon dieser Stelle an sind es noch 51' Kilometer bis zum Endpunkt der Bahn, Oroya, das nur 3714 Meter über dem Meeresspiegel liegt. Diese letztere Strecke bietet weniger Interessantes als die am West- abhang des Gebirges', indes ist auch hier der Bergbaubetrieb ein recht bedeutender und lohnender. Won Oroya aus ist eine Verlängerung der Linie bis „„ , , Eerro de Paseo, das etwa 1800 Meter höher liegt, ge- sind. Es wird erzählt, daß ein Mann an der Krankheit I £tmtt uud schon fertig vermessen. Dieser Ort hat ebenfalls starb, nachdem er die Brücke nur ein einziges Mal vassiert ats Minenstadt eine große Bedeutung, die sich nach der hatte. Es mag an dieser Stelle bemerkt werdet!, daß die """"" «»*•■*» ^fttben eine Menge der verschiedensten Mineralien in sich bergen und daß das Wort Ampen in ber In dian er sprach e, aus ber es entstammt, nichts anderes bedeutet, als KUpfer- berge. r' In den Ländern, in welchen der Kaktus wächst, haben zahlreiche Tiere augenscheinlich erkannt, daß diese stachelige Pflanze ihnen in Zeiten der Gefahr als Zufluchtsort banne mrä Tuu um Z1US ! dienen kann. In San Gabriel (Kalifornien) pflanzten, b?s tu d e depen fast setikrechte Wände wie Charles F. Holder im Seiend Am. mitteilt, die alten aier ebrsür,bin!e? JL™9Clt sch eilten, ergreift jeben Passa- Missionare eine Hecke von Fackeldisteln um ihre Besitzung, And imfLnb^9 feute 8^ er I um dieselbe vor räuberischen Indianern zu schützen. Reste Stellet^roße der Natur an dieser I dieser Hecken sind als interessante Reliquien der Vergangen- um sie Anden muß man selbst sehen, I heit noch anzutreffen. Eine solche Gruppe stachelbedeckter * Jt zu begreifen, Hinter Matueana führt uns I Pflanzen müßte eigentlich als ber wenigst geeignete Zn- (Nachbruck verboten.) Die einzige Eisenbahn der Erde, die zu Höhen empov steigt, welche noch die höchsten Gipfel der Alpen über- 028 Redaktion: Curt Plato. - Rotationsdruck und Verlag der Brühl'sche« UniverfitStS-Duch. und Eteindruckerei (Pietsch Erben) in Güßen. *) Die Direktion des Zoologischen Gartens in Berlin teilte uns auf Anfrage mit, daß ihr ein Vogel dieses Namens nicht bekannt sei. — Vermutlich handelt es sich um eine lokale Bezeichnung für einen in der Naturtvissen- schaft unter anderem Namen bekannten Kogel. Rätsel. (Nachdruck verboten.) Du hast ihn gern und bietest ihm Die allerbesten Speisen an, Und meldet er sich ungestüm, Suchst du ihn zu vertreiben dann. Doch kommt er nie zu dir als Gast, Dann fühlst du dich g-langwerlt, krank. Und wenn den besten Koch du hast. Er macht dir sicher nichts zu Dank. (Auflösung in nächster Nummer.) Blick' unverwandt hinab zum Fluß/ Bis Deine Thränen fallen, Und sieh durch ihren warmen Gnu Die Flut hinunterwallen. Hinträumend wird Vergessenheit Des Herzens Wunde schließen; Die Seele sieht mit ihrem Leid Sich selbst vorüberfließen. Blick in den Strom. Zur Erinnerung an SenaX Sahst Du ein Glück vorübergehn, Das nie sich wiederfindet, Jst's gut, in einen Strom zu sehn, Wo alles wogt und schwindet. Nadeln armierten Kaktusstammes befindet, kann als. eüte uneinnehmbare Festung angesehen werden. Die Stamme mit den großen Nestern bilden einen malerischen Anblick in ienen dürren Regionen, und wer nicht mit den Gewohnheiten des Gila-Spechtes vertraut ist, würde kaum vermuten, daß die schwarzen oder verfallenen Löcher an der Oberfläche Nestöfsnungen dieses interessanten, geschickten Vogels bilden, der auf diese Weise seine Eier uno Zungen vor der intensiven Sonnenhitze und allen Verfolgern schützt. Eine große, aus einem dichten Gewirr stacheliger , das au Blätter bestehende Kaktusmasse bildet gleichsam eme ganze I ? ' 6{e £uft befestigte Stadt. In dem Erdgeschoß wohnen die Känguru- * - ........ . Ratten, während die oberen Geschosse von Vogelnestern I e^eR has klassische Land der Freiheit!, eingenommen werden. Am Rande einer von Holder ge- « - sundenen Kaktusgruppe befand sich das ungeheure Nest einer Holzratte, während nahe dabei die Höhle enter Känguru-Ratte sich zeigte. Zahlreiche durch Erdeichhörnchen gemachte Löcher in der Nähe sprechen für das Vorhandensein dieser schädlichen Tiere. In dem oberen Stockwerk befinden sich verschiedene Nester von Spottdrosseln, Finken, sowie das Nest eines Kolibris und verschiedener anderer Vögel, deren Identität von dem Forscher nicht festgestellt werden konnte. Große Spinnen weben ihre Netze von einem der großen Blätter zum anderen. Verschiedene Eidechsen beanspruchen die Kaktusgruppe als ihr Heim und sonnen sich auf den Zweigen an warmen Tagen, während sie sich am Wend auf den Erdboden begeben, wo ihre Höhlen nach allen Richtungen führen. Alle diese verschiedenen Geschöpfe, sowie viele Käfer und verschiedene Säugetiere finden Unterkommen im Kaktus) behütet von einer stacheligen Schutzwehr, welche die Feinde sticht und verwundet. ~ Dg. Doch unbekümmert stets Um Mcnschenlnst und Leid, O starre nur hinein, hinein, Du wirst es leichter missen. Was Dir, und soll's Dein Ltebstes sein. Vom Herzen ward gerissen. Auflösung des Ergänzungsrätsels in vor. Nr.r Wie langsam schleicht die Zeit, So stöhnt der eine schwer; Der andre seufzet bang: Die Zeit eilt gar zu sehr. flucbtsort für Tiere erscheinen; dennoch halten sich hrer viele Kaninchen auf. Diese Tiere graben ihre Hohlen unter den Zweigen und Wurzeln der Pflanzen, da sie wissen, daß sie dort sicher sind vor Verfolgung durch ©iiten, Präriewölfe, Habichte und Hunde, ihre Feinde. Fast jede 'mit Kaktus bestandene Stelle gewährt einigen Tieren Schutz, und der Durchschnittsjäger giebt) lwber seme Beute aus, als daß er versucht, m eine solche Schlachtreihe scharfer Spieße einzudringen. Die verschiedenen Kakteen, namentlich die in Gruppen wachsenden, dienen. aber ganz besonders als Zufluchtsort für Vögel. Holder hat den Roadrunner"*) zu Pferde gejagt, da der Vogel nicht fliegen wollte und schließlich seine ZufMcht «t ciner aus- gedehnten Kaktusgruppe suchte, rn welcher- er sich augenscheinlich vor jeder Verfolgung sicher fühlte. Das Nest des Roadrunner" findet sich oft im Kaktus, und Holder sah auch das Nest der kalifornischen Wachtel, welches ge- scknckt unter den breiten, überhängenden, stachelbesetzten Blättern verborgen war. Eines der interessantesten Nester wurde an einem riesigen Kerzen-Kaktus, einer in der Wüste Neu-Mexikos und im alten Mexiko typischen Form, entdeckt. Das Nest wurde von dem Gila-Specht (Centurus urovvaialis), einem interessanten, vor vielen Jahrm von i Dr Kennerly entdeckten Vogel, hergestellt. Er fand den- I Vermr^cyre ♦ , selben auf seiner Expedition längs des 35. Breitengrades, I Rauchende Knaben. Weber dieses Themaschreibtem und Professor Spencer A. Baird gab tat Jahre 1854 die I Mitarbeiter des Amsterdamer Handelsblad U. das Fol- erste Beschreibung dieses Vogels. Er ist verhältnismäßig I fleni)e. Nestern wurde von mir zu Huizen eta vierjäh. selten, man sieht ihn nicht oft, und seine seltsame, eigen- g e s Kerlchen gesehen, das eine Cigarre rauch^ die er sich, tümliche Stimme wird selbst von denen Nicht häufig ge- | toie° Me Mutter sagte, für einen ihm hört, 'welche die großen Wüsten des Südwestens bereisen, I hatte. Eine mit der Mutter utta ^ndeoen Torf in welchen dieser Vogel lebt. Bisweilen wird er auf den Umwohnern angeknüpfte Unterredung brachte ans Licht, daß Mesquite-Bäumen gesehen, von denen er, wenn stch ^ses rauchende Kind dort keine Ausncchme A Mer gebm beobachtet sieht, mit lautem Angstschrei auffliegt. Dieser ’ fünfjährigen Und noch lungeren Kfndern Cigarren mck Sckrei erinnert nach Dr. Cooper an den der Phaenopepla I > . J Svazierqanq; manche Kinder sind sogar tm Besitze H. Whrend der Zett del Mstens hält sich der Vogel A NgarreLuta Ja, mit^altem Ernste wurde von an dem Kaktus fest und macht eine Oeffnung, welche er ^iner Seite versichert, daß Kindern von Sw^bis drei durch beharrliches Picken erweitert, bis er das Innere des I Jahren eine Tabakspfeife in den Mund Seg^n wird. Stammes erreicht, worauf er dann ferne Mbeit nach unten | möchte diese Versicherung als eme Unvmhrhnt am fortsetzt. So stellt er schließlich eine Höhlung her, welche l wenn sie nicht so bestimmt gegeben wü^e- der er mit Blättern und weichen Teilchen von Samen aus- I !§ at ift es durchaus nichts auffalleitaes rn Holtan^ denk polstert. Dieses Rest, das sich in einer Hohe von 12 bis Lande des billigen Tabaks, rauchende K'-ader auf der Straße 30 Fuß über dem Boden und zwar ttn Innern mit ~rtSlttreffetL Es ist dies jedoch vielfach dm Mhuld derEr^ - ' ' ’ -- ----- "ra 1 wachsenen, die ihre halb anfgerauchten Cigarren, anstatt sta wearuwerfen Schulkindern in die Finger geben. Man sieht detrn auch in den Städten nicht nur Gymnasiasten, sondern auch sechs- bis zehnjährige Elementarschüler mit brennender Ciaarre oder Cigarette zur Schule gehen, ohne daß os mtffnYTf Dem Schreiber dieses gegenüber wohnt ein zehn- «S , btt feit W uE> D°s « Ciaarre oder Pfeief unter ununterbrochenem Spucken raucht, b S Irrt K manchmal ein vierjähriges Männchen Idasaus einem irdenen Pfeifchen stolz Dtaakwol^ in die Luft zu blasen versucht. Wie gesagt, fallen so^d traurigen Erscheinungen in Holland kaum noch, ans. Dafür