Mil f//. A^^estern stürmt'- noch, und am ISergen f&Sr Blühet schon daS ganze Land ... Will auch nicht für morgen sorgen, Alles steht in GotteS Hand! Putz dich nur in Gold und Seiten: In dem Felde über Nacht Engel Gott'S die Lilien kleiden, Schöner, als du'S je gedacht. Sonn* dich auf des Lebens Gipfeln: Ueber deinem stolzen Haus Singt der Vogel in den Wipfeln, Schwingt sich über dich hinaus! BSgel nicht, noch Blumen sorgen, Hat doch jedes sein Gewand — Wie so fröhlich rauscht der Morgen: Alles steht in Gottes Hand! Eichendorfs. -J11."111. . -_ L_L'- ■ 1 1---------- ------ (Nachdruck verboten.) Die Göttin des Glücks. Roman von Reinhold Ort mann. Erstes Kapitel. „Guten Abend, Bernhard! Wenn ich Dir ungelegen komme, sag's rund heraus! Du weißt, zwischen uns grebt's keine höflichen Redensarten, und keine thörichten Empfindlichkeiten." „ ,, , . Der diese Worte gesprochen, war em ausfallend großer und stattlicher jünger Mann von ausgeprägt nordischem, vielleicht friesischem Typus — blond, blauäugig, und mit einem offenen, gutmütigen Gesicht. Er hatte, von der Haushälterin ohne weiteres eingelassen, nach kurzem Anklopfen die Thür des einfach ausgestatteten Arbeitszimmers geöffnet, und war auf der Schfvelle stehen geblieben, mit seiner hohen, breitbrüstigen Gestalt den Rahmen fast vollständig ausfüllend. In sichtlich freudiger Ueberraschung sprang der Rechtsanwalt Bernhard Sylvander, dem die frische Begrüßung gegolten, aus seinem Schreibstuhl auf, und trat mit ausgestreckter Hand dem Besucher entgegen. „Nein, Alter — und das ist gut für Dich! denn wenn nicht alle Empfindlichkeiten zwischen uns verpönt wären, müßte ich Dich wohl mit sehr ungnädiger Miene empfangen. Es sind, glaube ich, beinahe zwei Wochen, daß Du Dach hier nicht mehr hast blicken lassen." „Wirklich! Na, dann werde ich wohl alle diese vierzehn Tage hindurch von meiner Arbeit festgehalten worden ein. Der Mensch ist eben leider nicht blos zum Plaudern und Biertrinken auf der Welt. Ich störe Dich also nicht?" „Im Gegenteil, Du konntest keine bessere stunde wählen. Mach' Dir's bequem, mein lieber Harro! Da sind Zigarren, und für ein mannhaftes Getränk wird, wie ich denke, meine gute Frau Heitmüller auch ohne besonderen Auftrag sorgen; denn daß Du es nur weißt, Harro Boysen: sie hat ihr verwitwetes Herz an THch verloren. Und daran, daß sie in den letzten vierzehn Tagen noch brummiger war als sonst, ist sicherlich nur Dein Ausbleiben schuld." „Ja, es ist merkwürdig, was für ein Glück ich bei den Frauen habe, die über die sechzig hinaus sind. Vermutlich ist in meiner äußeren Erscheinung etwas Hilfloses und Schutzbedürftiges, das sie geradezu heraus fordert, mich freundlich zu bemuttern." „In der That, das muß es sein", lachte der Rechtsanwalt, dessen schlanke Gestalt zierlich und beinahe klein erschien neben der des reckenhaften Freundes. „Unbegreiflich, daß ich nicht schon längst auf diese Erklärung verfiel. Aber sind es denn auch wirklich nur weibliche Wesen von so ehrwürdigem Alter, die Dich! mit ihrer Zuneigung beglücken?" Harro Boysen, der sich's bereits in der Sofaecke behaglich gemacht hatte, zuckte mit den Achseln. „Jungen Mädchen muß man imponieren, um ihre Gunst zu gewinnen. Und darauf verstehe ich mich herzlich schlecht. Ueberdies bekomme ich ja eigentlich gar keine zu Gesicht." „Ausgenommen Fräulein Erika Herbold! Oder ist sie nicht mehr bei ihrem Vater?" Ter andere war eben im Begriff, sich eine Zigarre anzuzünden. Und aus der Umständlichkeit, mit der er dabei verfuhr, erklärte sich's wohl, daß die Antwort lange auf sich warten ließ. „O doch!" sagte er endlich, sich ganz in blaue Rauchwolken hüllend. „Der aber imponiere ich schon gar nicht. Und ein Verlangen, sich meiner Hilflosigkeit anzunehmen, hat sie bisher ebensowenig zu erkennen gegeben. Wäre mir auch, offen gestanden, gar nicht sehr lieb, wenn sie's thäte." „So hast Du Deine Ansichten über sie geändert?" „Welche Ansichten, Sylvander?" „Nun, ich glaube mich dock.zu erinnern, daß Du Dich wiederholt recht wohlwollend über sie ausgesprochen hast." „Wohlwollend? das ist schjverlich das richtige Wort. Ich habe Dir vielleicht gesagt, daß ich sie um ihres starken, tapfern Charakters willen bewundere, und daß--aber da Tri. sie nicht kennst, kann Dich das eigentlich gar nicht interessieren. Und wir wollen mit Deiner Erlaubnis von etwas Vernünftigerem reden." ............._.vJ Las Erscheinen der Haushälterin schob den Beginn dieser vernünftigeren Unterhaltung noch um ein kleines hinaus. Tie bejahrte Frau Heitmüller, die sicherlich viel braver und tüchtiger war, als sie hübsch und liebenswürdig aussah, brachte in der That unaufgefordert ein halbes Dutzend Bierflaschen und zwei Gläser, von denen sie zuerst dem Gast eines hinsetzte: „Wohl bekomm's, Herr Boysen!" sagte sie, um dann nach einem kleinen Zögern hinzuzufügen: „Es ist Münchener Hofbräu, und hoffentlich noch frisch, obwohl es schon recht lange auf Sie wartet." Harro Boysen hatte seinen Pokal gefüllt, und trank ihr mit freundlichem Lächeln zu. „Prosit, liebe Frau Heitmüller! Es ist frisch, als käme es direkt aus dem Faß." Tie Haushälterin sah so glücklich drein, als ihr runzeliges Gesicht es zuließ. Der Rechtsanwalt aber rief, sobald sic sich wieder zurückgezogen, mit erheucheltem Unmut: „DahastDu's! für Dich hütet sie derartige verborgene Schätze, und id) mußte mich während der ganzen Zeit" mit schalem Lagerbier begnügen. Wahrhaftig, wenn ich nicht gerade in einer so "" versöhnlichen Stimmung wäre, ich würde ernstlich eifersüchtig auf Dich werden." „Und diese großmütige Stimmung — welchem glücklichen Ungefähr habe ich sie zu verdanken? Hast Tu Deinen ersten fetten Prozeß ergattert?" „Etwas viel besseres, Harro — ich habe mich verlobt." Eine sehr mäßige Ueberraschung nur war es, die sich in Harro Boysens Antlitz spiegelte. Er begnügte sich, die Zigarre aus dem Munde zu nehmen, und dem Freunde mit einer gelassenen Bewegung die Hand zu reichen. „Möge es zu Deinem Glück sein, Bernhard! Ich brauche ja nicht zu fragen: mit wem; denn ich sah das Verhängnis kommen, seitdem Du mir von Deiner ersten Begegnung mit Inge erzähltest." „Dein Scharfblick war vielleicht so bewunderungswürdig nicht. Habe ich sie doch wirklich schpn an jenem Tage geliebt. Und wie hätte es auch anders sein können? Ist sie denn nicht das holdseligste und liebenswürdigste Geschöpf auf Erden?" „Es wäre schlimm, wenn Tu anders über sie dächtest. Wann giebt's denn nun Hochzeit?" „O, damit hat es einstweilen noch gute Wege. Dein Oheim will ja sogar unser Verlöbnis erst bekannt gemacht wissen, nachdem ich ihm seinen Prozeß gewonnen habe." „Und das sagst Du mit solcher Seelenruhe? Ja, machst Tu Dir denn wirklich Hoffnung, diesen verrückten Prozeß zu gewinnen?" „Nicht die geringste, Harro!" „Und was soll unter diesen Umständen aus Dir und Inge werden?" „Ein über die Maßen glückliches Ehepaar, wie ich hoffe. Tie Bedingungen des Herrn von Restorp find doch wohl nicht allzu tragisch zu nehmen. Einen wie beträchtlichen Eigensinn er auch entwickeln kann, sobald es sich um diese leidige Prozeßangelegenheit handelt, das Glück seines einzigen Kindes wird er ihr doch schließlich nicht zum Opfer bringen wollen." „Hm! Ich weih nicht — Tu folltest ihn doch lieber bewegen, freiwillig von der aussichtslosen Verfolgung seines vermeintlichen Anspruches abzustehen." „Ich würde leichter den Justizpalast von der Stelle rücken, als daß ich ihn dazu bestimmte. Alles, ivas ich erreichen würde, wäre, daß er die Sache einem andern Anwalt übertrüge. Und ich habe triftige Gründe, das nicht zu wünschen. — Aber was ist denn das? Noch ein Besuch — um diese Stunde?" Tas zweimal rasch nach einander erfolgte Anschlägen der Wohnungsglocke hatte ihn zu dieser erstaunten Frage bewogen. Tie verstummten Freunde hörten den schlurfenden Schritt der Haushälterin, ein längeres Durcheinander mehrerer Stimmen, von denen die eine ihrem hellen, angenehmen Klange nach einem jugendlichen weiblichen. Wesen angehören mußte, und endlich ein dumpfes Geräusch von dem Niedersetzen eines schweren Gegeinstandes. Bernhard, der seine Wißbegierde nicht länger zügeln konnte, stand auf, um sich über die Natur der seltsamen Störung zu unterrichten. Aber er hatte die Thür des Arbeitszimmers noch nicht erreicht, als sie ziemlich ungestüm von draußen geöffnet wurde, und als eine junge Dame in knapp anschließendem grauen Reisemantel ihm gerade in die Arme lief. „Hanna!" rief er in höchster Ueberraschung. „Ist es denn möglich? Ich habe Dich nicht einmal an der Stimme erkannt, so wenig war ich darauf gefaßt, daß Du es sein könntest." Er hatte sie umarmt, und sie bot ihm mit einer sehr- graziösen Kopfbewegung ihre Wange zum Kusse — eine weiche, fein gerundete, und von einem lieblichen Rot überhauchte Wange. Tann machte sie sich los, und erwiderte heiter: „Mein Reiseentschluß kam so plötzlich, daß es zwecklos gewesen wäre, Dir zu schreiben, da mein Brief.hätte später eintreffen müssen, als ich selbst. Ich wollte Dir von unterwegs telegraphieren; aber ich. gab es wieder auf, weil Tu Dir dann über die Gründe meines Kommens vielleicht ganz unnütz den Kopf zerbrochen hättest. Genug, daß ich da bin — nicht wahr? Irgend einen Winkel, wo ich unterschlüpfen kann, wirst Du doch wohl haben?" Während sie mit ihrer wundervollen, metallisch klingenden Stimme das alles sehr rasch hervorgesprudelt, hatte sie die Hände erhoben, um die Nadel herauszuziehen, die ihr einfaches Reisehütchen auf den dicken Haarflechten festhielt. Die Schönheit und das tadellose Ebenmaß ihrer biegsamen, zugleich schlanken, und üppigen Gestalt offenbarte sich in dieser Stellung vollkommener, als es in irgend einer anderen hätte geschehen können- Und als nun der helle Lichtschein des Kronleuchters auf ihr Gesicht fiel, sah Harro Boysen, der sich gleich bei ihrem Eintritt erhoben hatte, daß ihre Züge noch reizender waren, als die herrlichen Linien ihres jugendlichen Körpers. Die feine, gerade Nase, der kleine Mund mit den schwellenden, zart rosig schimmernden Lippen, das wie von einem antiken Bildner gemeißelte Kinn, waren Einzelheiten von vollendeter Schönheit. Aber das Bestrickendste in diesem klassischen Mädchenantlitz waren ohne Zweifel die großen, dunklen, leuchtenden Augen, deren Blick sich mit wundersamer Klarheit auf denjenigen richtete, zu dem sie sprach. Sie hatte den Fremden noch nicht bemerkt, oder vielleicht auch hatte sie sich nur den Anschein gegeben, ihn nicht zu sehen; denn in ihrem Mienenspiel gab sich weder Verwunderung noch Verlegenheit kund, da Bernhard sagte: „Ehe wir diese schwierige Unterkunftsfrage lösen, erlaubst Tu mir wohl. Dir einen lieben Freund vorzustellen, der Dir bent Namen nach längst bekannt ist. Harro Boysen, genannt der neue Praxiteles — meine Schwester Hanna." Sie hatte sich nach dem jungen Manne umgewendet, und ihre Augen richteten sich auf sein Gesicht, ebenso fest und unbefangen wie vorhin auf das des Bruders. „Ich kenne Sie allerdings schon seit einigen Jahren", sagte sie, ihm die Verlegenheit oer ersten Anrede ersparend. „Wenn ich in den Sommerferien mit Bernhard zusammen war, pflegten Sie in seinen Erzählungen jedesmal eine hervorragende Rolle zu spielen. Ich freue mich daher aufrichtig, Sie endlich auch von Angesicht zu sehen." Dabei bot sie ihm mit der natürlichsten Liebenswürdigkeit ihre Rechte, von der sie während des Sprechens mit einem einzigen Ruck den perlgrauen Handschuh abgestreift hatte. Behutsam nur, wie etwas sehr Zartes und Zerbrechliches wagte Harro die kleine, zierliche Hand zwischen seine Finger zu nehmen. Aber der kräftige Druck, den er zu seinem lebhaften Vergnügen fühlte, bewies ihm, wie est und muskulös dies schmale Händchen war. „Ich brauche wohl nicht erst zu versichern,, daß die Freude eine gegenseitige ist, mein gnädiges Fräulein — oder muß ich nicht vielmehr sagen: Fräulein Doktor?" Aber sie schüttelte, indem sie ihre Hand zurückzog, in lächelnder Abwehr den dunklen Kopf. „Nein, nennen Sie mich nur bei meinem Namen — ohne alle Ehrentitel, auf die ich keinen Anspruch habe; denn ich habe das Studium vorläufig aufgegeben, und nur des Schicksals dunkle Mächte wissen, ob ich es jemals wieder aufnehmen werde." „Wie, Hanna — höre ich recht?" fragte der Rechtsanwalt erstaunt. „Du willst abspringen — jetzt unmittelbar vor der Promotion? Und nachdem Du mir erst kürzlich - isa Schwimmende Postämter. Ein modernes Verkehrsbild. Von Dr. Albert Lüders. (Nachdruck verboten.) Im April dieses Jahres ist gerade ein Jahrzehnt verstrichen, seit Schaffung einer postalischen Einrichtung, die im Binnenlande noch wenig bekannt ist, obwohl sw nn transozeanischen Verkehr von steigender Bedeutung ist. Wrr meinen die Seepostämter, welche im April 1891 ins Leben gerufen wurden und zu einer wesentlichen Abkürzung der Beförderungszeit überseeischer Postsendungen geführt haben. Im gegenwärtigen Augenblick, wo einschließlich des Marinepersonals im fernen Osten mehr als 20 000 Angehörige des deutschen Volkes weilen, deren Familien mit Spannung uno Sehnsucht den von dort kommenden brieflichen Nachrichten entgegensehen, hat die Frage, wie der Postverkehr über die Ozeane nach fernen Ländern sich abwickelt, eine erhöhte Bedeutung, welche es rechtfertigt, dem Leser einmal das Thun und Treiben in diesen schwimmenden Postanstalten vorzuführen. Jedermann hat heute ein großes Interesse daran, daß feine Briefe mit möglichster Geschwindigkeit am Bestimmungsort ankommen; nicht nur der Geschäftsmann, sondern geschrieben, daß Deine Doktor-Dissertation so gut wie fertig sei?" Hanna nickte, und etwas selbstbewußt Herrisches war in der Haltung ihres schönen Kopses wie im Klang ihrer Stimme, als sie erwiderte: „Ja — trotzdem! Ich habe die Lust verloren, und es wird von tausend Umständen abhängen, ob sie mir je zurück-1 kehrt." „Dein Reiseplan ist also nicht blos dem Wunsche entsprungen, mich wieder zu sehen? Du wolltest Zürich auf längere Zeit verlassen?" „Aus immer, wie ich hoffe. Jedenfalls habe ich alle meine irdischen Besitztümer mit mir genommen. Das Handgepäck und ein Koffer mit Kleidern und Wäsche stehen draußen auf dem Gange. Tas übrige wird in den nächsten Tagen als Frachtgut nachfolgen. Herr Boysen entschuldigt es gewiß, wenn ich Dich bitte, mir vor allem ein Plätzchen anzuweisen, wo ich mich von dem Staub der zweiund-. zwanzigstündigen Reise befreien kann. Dem anmutigen Drachen, den Du zur Hüterin Deines Hauses bestellt hast, wagte ich nicht mit solchem Anliegen zu kommen." „Tu wirst zunächst mit meinem Schlafzimmer vorlieb nehnien müssen, bis wir ein anderes Arrangement getroffen haben. Aber ich möchte nicht gern ein ungünstiges Vorurteil gegen meine wackere Frau Heitmüller in Dir aufkommen lassen. Mag sie auch äußerlich eine gewisse Aehnlichkeit mit dem von Dir genannten Fabeltier haben, in ihrem Innern--c „Ist sie ein Schaf, ich glaube es Dir gern. Aber das hindert nicht, daß ich mich vorlänfig noch ein wenig vor ihr fürchte." Bernhard Sylvander lachte. „Du — Dich fürchten! Nein, Hanna, alles will ich Dir glauben, nur das nicht. Und wenn sie auch vielleicht eben bei Deinen: Empfange nicht gerade ihre freundlichste Miene aufgesetzt hat, — morgen wird sie Dir ja doch Deine Wünsche von den Augen abzulesen suchen. Weißt Tu noch, was der Vater immer von Dir sagte, wenn Du als halbwüchsiges Mädel die tückischsten Pferde und die bissigsten Köter im Handumdrehen zu lammfrommen Geschöpfen machtest? Sie ist ein Sonntagskind, sagte er, und irgend eine Fee muß ihr die Gabe verliehen haben, Mensch und Tier mit ihrer Stimme zu bezwingen." „So? Sagte er das?" fragte Hanna lachend, und Harro Boysen meinte, nie etwas Berückenderes gehört zn haben, als dies silberne Lachsen. „Nun, ich glaube, ohne die Unterstützung durch eine tüchtige Hetzpeitsche würde sich damals dies Feengeschenk herzlich schlecht bewährt haben. Tarf ick also bitten? Ich sage Ihnen natürlich noch nicht Adieu, Herr Boysen; denn Sie dürfen sich durch mich nrcht vertreiben lassen. Und ich werde Ihnen Bernhard nicht länger als auf einige Minuten entführen." (Fortsetzung folgt.) auch der Private berechnet ganz genau im voraus, ob seine Postsendungen ein 50 oder 100 Meilen entferntes Ziel einige Stunden früher oder später erreichen, und die Postverwaltungen aller Kulturländer sind schon seit langem dem Bedürfnis einer schnellen Beförderung dadurch entgegen» gekommen, daß, sie die fahrenden Bahnposten errichtet haben, von denen täglich Tausende auf unseren Schienenwegen verkehren. Mit der Post nadj überseeischen Ländern verhielt es sich früher jedoch ganz anders; der deutsche Postbeamte übergab sie in Hamburg oder Bremen dem Kapitän des abgehenden Schnelldampfers, welcher die aus Hunderten von Briefbeuteln bestehende Post übernahm und bis zu dem Augenblicke für diese haftete, in dem er sie in New-York oder einem anderen tzafenorte den Beamten der fremdländischen Post übergab. Inzwischen, also während einer Zeit von 6—9 Tagen, lag die ungeheure Menge von Briefen und Drucksachen — meistens gegen hunderttausend und darüber — unberührt, einen Dornröschenschlaf haltend, in einem wohlverschlossenen Raume des Schiffes, und im Bestimmungshafen bedurfte es dann erst wieder einer halb- bis ganztägigen Arbeit eines zahlreichen Personals, um diese Flut von Postsachen zu sortieren und zum weiteren Versand auf dem Bahnnetz fertig zu stellen. Es lag nun eigentlich recht nahe, die Dauer der Seefahrt zu dieser postalischen Arbeit auszunutzen, indem man einen oder mehrere Beamte die Post begleiten ließ, welche die Sendungen bereits so zu ordnen hatten, daß bei der Ankunft des Schiffes sofort der Weiterversand erfolgen konnte. Aber gut Ding will Weile haben, und schließlich wäre es wirklich ungerecht, bei derart wichtigen internationalen Einrichtungen zu verlangen, daß sie übers Knie gebrochen werden sollten. Nachdem die Behörden der verschiedenen in Betracht kommenden Staaten sich geeinigt hatten, waren die Dampfschiffahrtsgesellschaften, schon um ihr Personal von der lästigen Verantwortung zu befreien, sofort bereit, die nötigen Räume auf den Schiffen für die neuen Postämter zur Verfügung zu stellen, und so waltet jetzt diese Einrichtung seit 10 Jahren in durchaus zufriedenstellender Weise. Nach wenig volkreichen Ländern mit gering entwickeltem Handelsverkehr erfolgt die. Beförderung natürlich vielfach in der bisherigen Weise, obwohl, da hier auch die Tampfer- verbindung eine seltenere ist, sich auch auf diesen Routen jedesmal so viel Postsachen aufhäufen, daß sich die Notwendigkeit der Errichtung immer neuer Seepostämter herausstellt. Zwischen Europa und den Vereinigten Staaten von Nordamerika gehen gegenwärtig jedoch jährlich, über . 70 Millionen Briefe hin oder her, uni) zu diesen kommen noch Zeitungen und Drucksachen im Gewichte von ungefähr 15 000 Zentnern, sodaß von einem Kontinent zum anderen im Durchschnitt täglich etwa 100 000 Briefe und 20 Zentner Zeitungen abgehen. Der größte Teil dieser Mengen fällt nun den deutschen Seepostämtern zu, weil der Weg von Qesterreich>-Ungarn, Rußland und den: ganzen Orient naturgemäß über Bremen und Hamburg geht; für die Beförderung nach Europa aber benutzen die Amerikaner mit Vorliebe die Postämmter auf deutschen Schiffen, auch wenn es sich um Beförderungen nach England und Frankreich handelt, weil eben diese Einrichtungen noch von keinem anderen Staate mit gleicher Vortrefflichkeit und Vollendung durchgefnhrt sind. Schon in den im deutschen Jnlande nach Bremen und Hamburg verkehrenden Zügen werden aus den nach Amerika bestimmten Postsendungen jene, welche nach den Hauptverkehrsplätzen New-Bork, Philadelphia, Boston, Baltimore, Cincinnati, St. Louis, Chicago gehen, in besondere Benkel sortiert, die mit der gesamten übrigen deutschen und außer- deutschen Post, welche meist 100 bis 150 Säcke umfasst, in Brunshausen unterhalb Hamburg oder in Bremerhaven au Bord des zunächst abgehenden Postdampfers gebracht iterben. Hier werden sie von den beiden Postbeamten, dem deutschen und dem amerikanischen, in Empfang genommen, von welchen auf der Tour nach New-York der Deutsche, unterstützt vom Amerikaner, das Oberkommando führt, während auf der Rückfahrt die Rollen vertauscht werden. In der Zeit, wo der Amerikaner auf dem Oberdeck die Auflieferung der Postsäcke überwacht, verstaut der Deutsche tief unten im Vorderschiff die ihm vom Schrffspersonal zugetragenen Stücke in der Packkammer, und zwar ist dieser - M - Buchstabenrätsel. Nachdruck verboten. Mit m bringt'S Leid, doch heilt'S die Zeit. Mit f ist es von hohem Stand. Mit s da wächst'S, mit b gibt'S Ruh. Nicht schwarz, nicht weiß ist es mit u. Auflösung folgt in nächster Nummer. Auflösung der Geheimschrift in vor. Kr.: Mit seltsamen Geberden werden, weil sie sonst zu lang werden. Bor Ende Ma: rst das Auspflanzen ins Freie nicht anzuraten. „Praktischer Wegweiser", Wurzburg. übrigen getrennt, die in einen besonderen wohlverscUossenen Teil der Packkammer wandern und bis zur Landung unberührt bleiben, weil die Zuvorkommenheit der deutschen Boit denn doch nicht soweit geht, auch den Sendungen Lemden Ursprungs die Vorzüge der sofortigen Bearbeitung I möglichstem Schutz gemcu angedeihen zu lassen, zu deren Durchführung das drer-brs I fmt fnp an d. vierfache Beamtenpersonal erforderlich wäre. Tas Mittel» schiffS im Oberdeck gelegene Postamt ist, da auf den Schiffen mit jedem zollbreit Raum gespart werden muß, natürlich kein Saal, aber mit seinen Dimensionen von 4twa 4 Meter im Quadrat, immerhin geräumig genug, um zwei nder drei Beamten das Arbeiten an den an den Quer» » —••• münden entlanglaufenden Tischen und Regalen mit ihren I Was viel schneller. Später müssen die Pflänzchen versetzt Hunderten von verschiedenen Sortierfächern bequem zu ge- < — «• Mai ist statten, während an der den Fenstern gegenüber liegenden Seite sich die Schlafkabinen der Amtierenden befinden. Die Beamten, welche ihre Arbeit nur unterbrechen, so lange sie an den Mahlzeiten in der Offiziersmesse teilnehmen, wo sie in der zweiten Klasse Verpflegung erhalten, beginnen mit den deutschen Briefbeuteln, die einer nach dem andern aus der Packkammer herausgeholt werden; der Amerikaner hat dabei keineswegs Zeit zum Spazierengehen; denn es liegt ihm die Pflicht ob, die für die llnionsstaaten bestimmten Briefe gleich nach den Staaten und Hauptbahnlinien zu kartieren, und außerdem die enorm umfangreiche New-Yorker Post auf die etliche 30 Bestell- ümter der durch Einverleibung von Brooklyn und verschiedenen Vororten auf drei und eine halbe Million Einwohner angeschwollenen Riesenstadt zu verteilen. Sobald die deutsche Post erledigt, kommt die aus Oesterreich-Ungarn Dienst so eingerichtet, daß die Säcke auch nicht einen Augen- I an vre merye; ryr? -veyw diick "aus dem Gesichtskreise der Beamten kommen. Erst I facher, weil die eiwgefchr nachdem Zahl und richtiger Verschluß der Postbeutel fest- | derselben bereits von Bud< gestellt ist, darf der Unterbeamte des Bremer oder Hamburger Postamtes abstoßen. Nun beginnt der eiligste Teil der Arbeit; denn tn wenig mehr als 24 Stunden ist Southampton im Kanal, wo zum letzten Mal in Europa angelegt wird, erreicht, und bis dahin haben die beioen Beamten, denen nur „ in Zeiten Gibt man sich viele Pein; Kein Mensch will,etwas werden, Ein jeder will etwas sein. Goethe, an die Reihe; ihre Behandlung gestaltet sich ettvcrs einfacher, weil die eingeschriebenen Briese und Werwriefe —>apest> Wien und Prag in besonderen, verschlossenen Beuteln zur Auflieferung gelangen, also nur einfache Briefe zu sortieren sind. So gestaltet sich in etwa zehntägiger Arbeit das ungeheure Material allmählich! zu hunderten von neuen nu ulx> . Gruppierungen. Die Postbeutel werden sodann sorgfältig Zeiten I verschlossen, versiegelt und plombiert, auch genau abge- ki^wnderHarken" Verkehrs "eine Hilfskraft zugesellt I wogen, und bevor die langgestreckte Jnsfll Long-^sland, die ake Ände voll J ZunMt heißt es, die I New-York vorgelagert ist, in Sicht kommt, ist auch das s? fe äs L8 MUWMMWWWM MMMSDMWZZSM d>° Dampfer d« R.d«°rMi- ,rctc£er Beamte tau» nun einige Stege feine greift«- MMMUM UNNMZW zurecht kommen, um den Amernkafahrer zu erreichen I nur mit dem Unterschiede daß nun bis Bremerhaven Iätsäässä5®? Enn deutschen und österreichisch - ungarischen Beutel von den I liche Leiter ist. ------------- ..... ' " " *L~ 1 Nlumenpflege. Aussaaten von Sommerblumen sollten ins freie Land nicht vor Anfang Mai, und dann nur unter möglichstem Schutz gemacht werden. Wer kern Frühbeet zur Verfügung hat, säe an der Südseite einer Mauer auf vorher gut zubereiteten Beeten, decke bei Nacht durch Anlehnen einer Strohdecke an die Mauer oder bringe über das Beet in mäßiger Höhe Fenster an. Ausgediente Winterfenster leisten hierzu ganz gute Dienste. Zweckmäßiger, wenn auch umständlicher ist die Aussaat in Kistchen, die man mit hellen Glasscheiben belegen kann. Die Samen keimen unter feMttar. •. e»el|«tbt. - 9nt mtb Verlag bet »rflhl'sch« UeieeitttitMBwfr «nb CtriabmÄrni (»»««14 Erbe») ta •»«*«*•