8S81 m Wh EMM MWWV atjJ i Strafe sein. Leider aber wurde !*’J‘rnÄmÄs UmftänV «u der «utsfüteun« Lier Lst?Ä-hW Ich ,mch,° «« 1 «»K'tJS » = SS-Ä MKSLSLSLM armes Kind trotz müssen Sie s°g°» Itz 'dl>ch -m° »«- LumLrE P-rI°MchI-U 9ef"Tikn W. d« dm (Nachdruck verboten.) I Der Schmetterling. Novelle von Reinhold Ortmann. (Fortsetzung.) | Anfänglich hatte Rauten wohl noch ein paar Mal gehört haben mochte, hatte ihn bestimmt, ferne ~t I 8U °nnd"das ist alles, was Sie mir zu sagen wünschten?" fragte er sich zu einem Lächeln zwingend. „Na, -sre . werden mir das Zeugnis ausstellen, daß ich Sre geduldig ausreden lassen. Gestatten Sie mir nun aber auch | di cvh habe gar keinen Grund, irgend^ etwas zu verschweigen, zumal ich doch wohl an- I nehmen darf, daß ich mit einem Ehrenmann, und mit ÄÄÄ Sw*.. u,* e tut mir wuhchuftl« ich"" K»dMma»°n »«g von einem Diebstahl im gewöhnlichen Sinne des Wortes B?illan?schmetterttng, um bett es das äSSSHs Lch- wünschte Schmetterling wurde zu einem wahren Zankapftl da beide Schwestern Anspruchs auf ihn erhoben. Zulehr aber wurden die Rechte meiner Frau auch von meiner Schwägerin als die besseren anerkannt, und ,es war lediglich unserer Gutmütigkeit zuzuschMben, daß sw bte — 482 — Er trat ans Fenster und blickte zu der Bergwand hinüber, in deren Waldesdickicht Lillis „Märchenschloß" verborgen lag. Aber er sah nichts; denn der Himmel Zhatten sich düster bezogen, und die Höhen rings" umher und es war denn auch seine erste Eingebung, daß er zu dem Stelldichein nicht gehen dürfe, wie flehentlich auch immer Lillis Bitte klang. War es doch im besten Falle Nichts anderes, als eine Stunde bitterster Qual, die sie und ihn erwartete, wenn er ihrem Verlangen nachgab. Zudem auch regte sich's in seinem Herzen wie bange Furcht, daß eg um all seine mühsam erkämpfte Festigkeit geschehen sein könnte, wenn er sich noch einmal dem Zauber ihrer verführerischen Schönheit aussetzte, diesem Zauber, dessen gefährliche Macht er nun hinlänglich an sich erfahren. Vermittler zwischen ihr und mir machen kann. Ich bin nrcht reich, aber zur Zahlung einer angemessenen Entschädigung erkläre ich mich ohne weiteres bereit" „Kein Wort mehr!" fuhr Rudolf auf, unfähig länger an .sich zu halten. „Ich will die Beschimpfung nicht gehört haben, die Ihr schamloses Anerbieten enthält. Aber machen wir nun wenigstens ein Ende! Da liegt alles, was Sie zum Schreiben brauchen. Setzen Sie Ihr Geständnis auf, damit es noch mit der Mittagspost an seinen Bestimmungsort abgehen kann." „Wie, Sie lehnen meinen Vorschlag ab? Und ohne zuvor diejenige befragt zu haben, auf deren Entscheidung es hier doch allein ankommen kann? Das sollten Sie sich wahrlich noch überlegen, Herr Rechtsanwalt! Die l.u"ge '^ame hat, soviel ich, weiß, ihre Gefängnisstrafe bereits verbüßt, und es ist mir bekannt, daß sie in durstigen Verhältnissen lebt. Eine anständige Geldsumme rst für sie also jedenfalls von viel größerem Wert als en,e nachträgliche Freisprechung, die doch nur eine recht zweifelhafte Entschädigung für die ausgestandenen Leiden bedeuten würde. Zum mindesten aber kann ich verlangen daß Sie nur Zeit lassen, mit dem Fräulein selbst darüber zu verhandeln." I Komödie, die er ihm da vorspielte, aber er war dennoch nicht fest genug, ihm die Erfüllung seines Wunsches äu versagen. „Also auf morgen denn!" sagte er. „Ich werde Sie bis nenn Uhr vormittags hier erwarten." „Und Sie werden vorher nichts gegen mich unternehmen ?" „Nein, ich werde bis zu diesem Zeitpunkt keinem Menschen Mitteilung machen, von dem, was ich weiß, damit Ihr Geständnis in' den Augen der Richter nichts von dem Anschein der Freiwilligkeit einbüße. Aber ich gebe Ihnen mein Ehrenwort, daß ich mich mit dem Schlage der neunten Stunde jeder Rücksicht entledigt fühlen, und schonungslos gegen Sie vorgehen werde, wenn Sie mich etwa vergeblich auf Ihr Erscheinen warten ließen." „Ich werde kommen — verlassen Sie sich darauf. Und Sie haben mir sonst nichts mehr zu sagen?" „Nein, nicht das ich wüßte." „Auch — auch keine Bestellung an meine Tochter?" „Nein, Herr von Rauten — keine!" „So darf ich mich wohl verabschieden. Auf Wiedersehen also in vierundzwanzig Stunden! Guten Morgen!" „Guten Morgen!" Ranten wandte sich zum Gehen, aber er verweilte noch sekundenlang zaudernd auf der Schwelle, ehe er das Zimmer wirklich verließ. Noch bis zum letzten Moment schien er auf eine Sinnesänderung Rudolfs gehofft zu haben. Und als er seine Erwartung betrogen sah, als der junge Rechtsanwalt ihm vielmehr den Rücken kehrte wie einem hinausgewiesencn Bettler, da verzerrte sich sein leichenfarbiges Antlitz zu einer wahrhaft unheimlichen Grimasse der Wut. In seinen Augen war ein Glitzern wie in den tückischen Lichtern eines sprungbereiten Raubtieres. Einen Augenblick schwankte Rudolf wirklich. Erdachte an die Armut der beiden Frauen, und daran, daß er m der That kein Recht hatte, ihrer Entschließung vorzugreifen. Aber sein unschlüssiges Zaudern währte kaum Zanger als etne einzige Sekunde. Wie er Margarete Willisen kannte, war er ja der Antwort gewiß, die sie diesem Elenden auf seinen schimpflichen Vorschlag neben wurde. Es war ihm, als mache er sich einer tödlichen Beleidigung des edlen, stolzen Geschöpfes schuldig, wenn er durch fein Benehmen gewissermaßen den Anschein erweckte, als hätte er sic eines derartigen schmachvollen Abkommens fähig, gehalten. Verantwortung für meinmMungsweis‘e$‘auf ‘mich" I w ^rac£) "lehr, und aufatmend erklärte er. „Jch^bin sicher, Mch im vollen Nnverstä^dnis I qehenden“^ckloüH Wc ^er dem Fort- Mit ihr zu befinden." I lwvcnoen ja^oß. Nun erst schien der andere den verzweifelten Ernst I Zehntes Kapitel. i^br ^age mit voller Klarheit zu erkennen, und er ließ „Bei allem, was Ihnen heilig ist, beschwöre ick Sie n’rh!11 CJs die Maske spöttischer Ueberlegenheit fallen, wie ! mir heute abend eine kurze Unterredung an dem Orte rorhiu die des anmaßenden Hochmuts. Der stolze ! unseres gestrigen Zusammentreffens zu gewähren Rth einer Viertelstunde die Schwelle über- I kann Ihnen keinen passenderen Vorschlägen, weil weder war zu einem völlig geknickten armen I mein Vater noch sonst ein Mensche auf der Welt etwas 'FM to?rsenr fber demütig um Erbarmen flehte, davon wissen darf. Aus diesem Grunde bitte td). Sie E ,^kel und tiefer Verachtung wanote Rudolf sich I auch, mir keine Antwort zukommen zu lassen. Ich werde von ihm ab. I um sieben Uhr dort sein, und geduldig harren, bis Sie Wort gehört", erklärte er. I erscheinen. Sie können mir wegen meines thörichten „-.assen Sie uns doch diesen ebenso zwecklosen als wider- ! gestrigen Benehmens unmöglich so böse sein, daß Sie wartigen Auftritt beenden/ mich vergebens warten ließen. Denken Sie wegen dieses Hapten richtete sich auf. Sein Gesicht war aschfahl, j Brieses nicht schlecht von mir, und halten Sie sich ver- Schultern bebten. „Gut denn", erwiderte er. sichert, daß ich mich nur uach den grausamsten Kämpfen , wich ^hrem Verlangen fügen. Aber einen j entschließen konnte, ihn zu schreiben. Wenn Sie jemals Aufschub von vierundzwanzig Stunden wenigstens dürfen ein klein wenig Freundschuft für mich gefühlt haben, werden mir mcht verweigern. Ich verspreche Ihnen, daß I Sie jetzt wenigstens bereit sein, mich anzuhören, ehe ich mich Wahreno dieser Zell nicht von hier entfernen I Sie mich verachten. Ihre unglückliche - Lilli von Ranten." gewonnen?"^ mtt etuem V°to)En Aufschub für Sie Das war der Inhalt eines unverkennbar in großer 9 cvjjr mid3 _ „jÄia. 9rfipr ., . , . ,. . . Hast und Aufregung geschriebenen Billets, das Rudolf „llur mich nichts. Aber ich habe em Kmd, und I auf dem Tische seines Zimmers voriand als pt nwrn •niphrtrtp1 es armen, unglücklichen Kindes willen, er- I fünf Uhr nachmittags von einem Spaziergänge heim- Ä w n vor ^hnen zu dieser letzten Bitte, kehrte. Eine peinlichere Ueberraschung, als sie dieser Brief sw nach Paris schicken, wo sie, wie ich hoffe, in einer nnr befreundeten Familie Zuflucht finden wird. In demselben Augenblick, wo ich das schriftliche Bekenntnis memer Schuld in Ihre Hände lege, und wo Lillis Zeugnis somit überflüssig geworden ist, wird sie von hier abreisen. Aber ich werde sie alsdann wahrscheinlich memals Wiedersehen. Und wenn auch nur noch ein winziger Rest von Menschlichkeit in Ihrem Herzen ist so können Sie einem verzweifelten Vater diese letzten vierundzwanzig Stunden nicht verweigern, die er noch mll ^seinem Kinde verleben möchte." , ^Witten schienen seine Stimme zu ersticken, und er fuhr sich mit den behandschuhten Fingern an die Augen. Es war nach Rudolfs innerster Ueberzeugung nur eine i 1 i i i .1 i i c c < l 3 s r $ i s x k r b l L e t a G A d S tt ei n u W se bi u w fd s° u K fti vi P gk 483 hatten sich in ihre grauen Wolkenschleier eingehüllt. Bis tief an den Berglehnen hinunter wallten und wogten die weißlichen Nebel. Alle Farbe und Fröhlichkeit schien aus der gestern noch so herrlich prangenden Landschaft verschwunden. Und wie er so in die trübe Melancholie des Regentages hinausstarrte, fühlte sich Rudolf mehr und mehr von einem tiefen, schmerzlichen Mitleid mit dem armen jungen Wesen bewegt, das da oben vergeblich auf ihn warten sollte. Deutlich glaubte er sie vor sich zu sehen zwischen den kalten, nassen Felsen, im fahlen, undurchdringlichen Nebel, tote _ sie Viertelstunde auf Viertelstunde mit angstvoll klopfendem Herzen und in zitternder Spannung in die Einsamkeit hinaushorchte auf jeden Laut, der die Annäherung eines menschlichen Fußes zu verraten schien. Und es schnürte ihm die Brust zusammen, als er sich vorstellte, wie sie dann endlich enttäuscht und verzweifelt in Regen und Dunkelheit wieder hinabsteigen würde ins Thal, von bitterer Verachtung erfüllt gegen den Mann, der ihr gestern in heißen Worten von seiner leidenschaftlichen Sehnsucht nach ihr gesprochen hatte, während er heute taub gebliebeu war sür ihr Flehen, für den qualerpreßten Aufschrei ihres armen, hilflosen, gefolterten Herzens. Nein, so sollte es nicht sein! Er konnte ihr nicht helfen, konnte das Schreckliche nicht von ihr abwenden, das des Schicksals unerbittlicher Ratschluß, nicht sein Wille über sie heraufbeschworen, aber er brauchte sie darum noch nicht irre werden zu lassen an seiner Menschlichkeit, und an seiner innigen Teilnahme. Nicht die Schande ihres Vaters, aber die Pein des nutzlosen Wartens wenigstens durfte er ihr ersparen. Und es mußte wahrhaftig traurig um ihn bestellt sein, wenn er trotz des klaren Bewußtseins seiner Pflicht der Versuchung unterlag, dte ihre Augen, ihre Stimme, ihre ganze holde Person bisher für ihn bedeutet hatten. Als gegen sechs Uhr von dem Turme des Ktrch- leins die Abendglocke ertönte, befand er sich bereits auf dem Wege. Und es war gut, daß er so frühzeitig aufgebrochen war; denn die Nebel, die immer dichter und tiefer niedersanken, gestatteten nur ein langsames Steigen auf dem von der Nässe glatt und schlüpfrig gewordenen Gestein. (Fortsetzung folgt.) Aus dem Soumuaufgangs-Lande. Von Wilh. F. Brand. Nachdruck verboten. Wunderliche Gegensätze. — Eröffnung des Landes. — „Nicht die Ausländer, sondern wir sind die Barbaren". — Nippon. — Aelteste Dynastie der Welt. — Kaiserin Jingu Kogo. — Tie Schogune. — Frühere Verbindungen mit der Außenwelt. — Deutscher Einfluß. — Moderne Staatsverfassung. Das „Land der ausgehenden Sonne" zieht in tägliche erhöhtem Maße die Aufmerksamkeit des Westens auf sich, in Sachen der Politik nicht minder, als in Bezug auf Handel und Industrie, ganz vornehmlich aber auch als das begehrliche Ziel des Vergnügungsreisenden und Forschers. . Und ist das Land nun wirklich! so wunderschön? Sind seine Bewohner so ungewöhnlich anziehend? ' Ich kann beides nur bejahend beantworten, wenn ich! auch! nicht umhin kann, hinzuzufügen: Es wäre doch wohl besser gewesen, wenn die schwärmerische Verhimmelung, welche ^apan von mancher Seite erfahren, sich in etwas engeren Grenzen gehalten hätte! Allein was wir auch hier und da mögen auszusetzen haben, das interessanteste Land bleibt es für den europäischen Reisenden wohl immerhin, dieses von der Natur so reich gesegnete Land zweier gleichzeitig nebeneinander und im Kampfe miteinander einherziehenden verschiedenen Kulturepochen und der daraus immerfort uns entgegenstarrenden Gegensätze, wo der Fernsprecher bereits in so vielen Häusern angelegt, deren Fensterscheiben noch aus Papier sind, wo längst der allgemeine Schnlunterricht ein- gesührt und Tempel mit den ersch-reckendsten Götzenbildern an allen Ecken sich uns darbieten, wo das Rauchen allgemein — auch! für Damen — als durchaus schicklich erachtet wird, jegliches Küssen aber für unanständig gelt, wo man aus Reinlichkeitsrücksichten beim Eintritt ins Haus die Schuhe ablegt und die Speisen mit Holzstäbchen zum Munde führt, wo eine konstitutionelle Regierung eingesetzt und die Eltern ihre kaum zur Jungfrau herangereisten Töchter in die — Joschiwara verkaufen, wo — ja, wo Nacht und Tag nebeneinander herrschen, das Land, wo die iHinne aufgehen mag, ja schon aufgegangen ist, aber nur erst auf die Höhen ihre Strahlen entsendet, wo in den Niederungen aber noch eine wunderliche Dämmerung herrscht. Freilich ist es noch früh am Morgen. Es ist noch nicht ein halbes Jahrhundert, daß die Sonne — die Sonne einer neuen Kultur — und zwar gleichfalls von Osten her sich zeigte, aber dann vom fernen Westen ihre besonders nährenden und erwärmenden Strahlen aussandte. Erst 1854 erzwang eine amerikanische Flotte die Eröffnung des Landes für die Außenwelt, und nun beeilten sich auch die europäischen Staaten, sich Eingang in das Land zu verschossen. Diese beinahe gänzliche Abgeschlossenheit von der Welt erscheint um jo befremdender, als doch dort auch! bis dahin eine gewisse, in mancher Hinsicht sogar ziemlich^ entwickelte Kultur geherrscht hat, wenn auch« die noch 1865 nach Europa geschickte Gesandtschaft selbst mit dem offenen Urteil zurückkam: „Nicht die Ausländer, sondern wir sind die Barbaren." Das Wort Japan, das von dem chinesischen Dfchipon abzuleiten ist und in der Sprache des Landes Nippon heißt, bedeuket „Reich, des Ursprunges der Sonne". Vom chinesischen Standpunkte aus lag ja diese Auffassung auch nahe genug, und aus dieser hat sich wieder die japanische Sage hergeleitet, daß von Amaterasu, der Göttin der Sonne, das Haus des Mikado abstamme, das, von Jimmo Tenno 660 v. Ehr. begründet, in ununterbrochener Reihenfolge bis auf den heutigen Tag den Thron des Landes innegehabt hat, demnach, also die älteste Dynastie der Welt wäre. Doch kommt dabei zunächst in Betracht, daß der Mikado neben der einen Hauptgemahlin auch noch ein Dutzend Gattinnen — und auch dabei wird wohl nicht genau gezählt — nebenher haben kann, deren Kinder im Falle der Kinderlosigkeit der Hauptgemahlin auch erbfolgeberechtigt sind. Ferner überliefern uns die japanischen Historiker solche eigenartige Geschichten, wie die von der heldenmütigen Kaiserin Jingu Kogo, deren Gemahl einen Kriegszug gegen Korea ausrüstete, vor dem Ausmarsch aber starb. Nun übernahm die Kaiserin in der Rüstung ihres Gatten selbst den Oberbefehl. Sie fühlte sich indessen auch Mutter. Das war uun für die Erbfolge ja recht erfreulich, aber in einem Augenblick, wo es galt, über das Meer in den Krieg zu ziehen, doch etwas lästig. Da kam ihr die Ahnmutter des Hauses, die Sonnengöttin Amaterasu, zu Hilfe, übergab ihr ein Wunder wirkendes Steinchen und gebot ihr, dasselbe in ihren Gürtel zu thun und diesen eng um den Leib zu schnüren. Auf diese Weise gelang es, die Geburt des Kindes bis nach! ihrer siegreichen Rückkehr aus Korea zu verschieben, und volle drei Jahre nach dem Tode ihres Gatten gebar sie einen Sohn. Der Stein wird noch! heute gezeigt, aber wohl nicht mehr benutzt. Mit Hilfe solcher Mittel lassen sich allerdings unschwer Dynastien aufrecht erhalten. Neben der Gewaltherrschaft des Mikado entwickelte sich im Laufe der Zeit eiu stark ausgeprägter Feudalismus, und gegen Ende des 12. Jahrhunderts hätte einer der Großen des Landes, Doritomo, thatsächlich alle Gewalt an sich, gerissen und regierte das Land unter dem Titel Scho- gun, während der Mikado, „vor lauter Heiligkeit zur Puppe herabgesunken", in einer „goldenen Gefangenschaft" gehalten wurde, viel zu heilig, als daß er sich um Regierungs-Geschäfte kümmern durfte. Das Schogunat erbte vom Vater auf den Sohn fort und wurde dann im Laufe der Zeit von verschiedenen anderen Familien an sich gerissen; und dieses Dualsystem der Regierung dauerte bis 1868 ort, wo das Schogunat, durch innere Zwistigkeiten bereits untergraben, durch, das Eindringen fremden Einflusses vollends gebrochen wurde. Der Mikado war wieder Alleinherrscher. 484 Freilich ganz und gar abgeschlossen von der Außenwelt war das Jnselreich eigentlich niemals. Wie es serner- seits Kriege führte auf dem asiatischen Festland, so kamen ihm selbst von China und 'Soreci die Hauptfaktoren des intellektuellen Lebens: Schriftzeichen, mancherlei Künste und Wissenschaften, sowie die buddhistischen und consucianischen Lehren. Schon um das Jahr 1300 traf als einer der ersten Europäer Marco Polo, der bekannte Venetianeu in Japan ein. Doch sein Aufenthalt war nur vorübergHcnd. Erst um die Mitte des 16. Jahrhunderts landeten wieder Europäer, zuerst Portugiesen, dann auch Spanier und zumal Holländer. ' Schon die Portugiesen führten auch das Christentum ein, aber nach wenigen Jahrzehnten wurden die Christen unter schändlichen Grausamkeiten ausgerottet, und es durfte kein Europäer mehr ins Land kommen mit Ausnahme von ein bis' zwei Dutzend Holländern, die unter strengster Aufsicht der Regierung und in demütigendster Stellung bis irr die Neuzeit einen eng begrenzten Warenaustausch mit bestimmteu Personen unterhielten. Nur eine geringe Anzahl von Schiffen durfte in dem Hafen von Nagasaki einlaufen, wo die kleine Zahl von Holländern streng auf die kleine Insel Teschima verwiesen war, die jetzt einen Teil der Stadt ausmacht. Seit 1868 ist eine Flut von Neuerungen über Japan hereingebrochen, wie die Weltgeschichte kaum je zuvor etwas Aehnliches zu verzeichnen gehabt hat. Von jenem Jahre ab wurden begabte junge Leute in großer Zahl zu ihrer Ausbildung nach Europa gesandt, und erfahrene Männer auf allen Gebieten des öffentlichen Lebens von dort nach Japan berufen, die Nation in allem Wissenswerten zu unterweisen. Vornehmlich war es Deutschland, auf das Japan bei Neugestaltung der Dinge sein besonderes Augenmerk rich-- tete, und deutscher Einfluß war auch in diplomatischer Hinsicht lange Zeit mächtiger als der irgend eines anderen Landes, freilich nur bis zur Beendigung des letzten chinesisch-javanischen Krieges, wo unsere Regierung zu Gunsten Chinas ihren Einfluß geltend machte. Im Augenblick erfreut sich Deutschland hier keiner besonderen Beliebtheit. Bei allen Bestrebungen, das Fremde sich anzueignen, brach nun aber auch rasch das Verlangen nach einer- nationalen Selbständigkeit durch- das zumal infolge des siegreichen Krieges ein stark ausgeprägtes Nationalgefühl, ja einen erstaunlichen nationalen Dünkel mit sich brachte. Die europäischen Unterweiser werden mehr und mehr entlassen, und es hat sich lange schon das Streben geltend gemacht, auch alle Lehrämter möglichst mit Eingeborenen zu besetzen. Das ist ja natürlich genug, aber ob man da nicht mit allzu großer Hast zu Werke geht? Der wichtigste und gewagteste Schritt aber, den Japan auf seinem Eilmarsche zur Aneignung europäischer Zivilisation gethan, war die Einführung einer Staatsverfassung nach europäischem und zwar vornehmlich preußischem Muster. Dieselbe wurde 1889 verkündet, und im folgenden Jahre trat das erste Parlament zusammen. GemernnÜtziges. Eine praktische Garten l eiter. Tie ^gewöhnliche Leiter mit zwei Holmen hat einige Uebelstände, die besonders hervortreten, wenn die Leiter eine beträchtliche Höhe erreicht und wenn man mit ihr auf unebenem Booen arbeitet. Sie ist für einen Mann allein schwer auszustellen und steht am Hang nur fest, wenn die Stollen quer zum Anhang laufen. 1 . Die Zweibaumleiter wird übertroffen m diesen beiden Hinsichten von der Einbau ml eiter, der sogenannten ,°Tiroler Lehne". Man kann sich eine solche leicht ans einem schön geraden, konisch zulaufenden Baume durchs Eintreiben von Sprossen herstellen. Am Fuße bekommt sie zwei eiserne Zacken zum festeren Stand und oben läßt man etwa einen bis anderthalb Meter lang die Sprossen fehlen, sodaß man mit dem sprossenlosen Ende bequem in die Krone fahren kann. , ., r , In der neuesten Nummer des praktischen Rat- q e b e r s i m O b st - u n d G a r t e n b a u, die vom Geschäfts- amt zn Frankfurt a. O. kostenlos bezogen werden kann, ist eine solche „Tiroler Lehne" abgebildet, wie sie sich em alter Praktiker selbst hergestellt hat. Er erzählt in dem zugehörigen Artikel auch von einem Instrument, das er „Baumknecht" nennt. Es ist ein starker Knüttel mit Haken, den er von der Leiter aus, wo er zur Sicherheit sestge- 6 tut beit wird, nach einer Astgabel der Krone legt, um dann, auf dem Knüttel stehend, bequem entfernter hangende Früchte ernten zu können. Gegen das Wundreiben der Hände beim Waschen macht man eine schwache Lösung von Schellack in Spiritus und reibt damit die oberen Teile der Hande einige Tage vor Beginn der Wäsche ein. Zur Aufbewahrung von Säften diene folgende Anweisung: Um vollständig klare Shrupe zu erhalten, filtriere man nicht, wie dies meist geschieht, durchs Flanelltuch. Unter Anwendung von geeignetem Filtrierpapier und eines Trichteransatzes lassen sich in kürzester Zett selbst Mengen bis zu 20 Kilo in heißem Zustande durch em einziges Filter mittlerer Größe gießen. Den filtrierten Syrup lasse man im geschlossenen Gefäße erkalten und fülle in kleine, gewöhnliche Medizinflaschen ab. Vor dem Einfüllen sind dieselben mit 96prozenttgeut L-Pirttus auszuspülen. Nachdem die Flaschen bis zum unteren Rande des Halses angefüllt sind, gieße man vorsichtig bis zur Hälfte des Halses eine Schicht Spiritus auf und verkorke unter Vermeidung stärkeren Schüttelns, wie Große der Flaschen richtet sich! nach dem betreffenden Standgesatze der Offizin, doch nehme man die Fläschchen nicht großer als 150 bis 200 Ccm. Inhalt. Nur Shrupe, wie Zucker- syrup, Himbeersyrup u. s. w., lassen sich m Literflaschen, in obiger Weise eingefüllt, dauernd aufbewahren. Mch im Hochsommer halten sich auf diese Weise abgefullte vorzüglich, und ist selbst bei längerer Ausbewahrung nicht ... befürchten, daß dieselben sauer werden oder in Garung übergehetu „Prakt. Wegw.", Würzburg. Dreißig Geschichten von Hermann Heiberg. Leipzig, Johannes Cotta Nachfolger. Preis geb. Mk- 5. So schlicht der Titel, so reich der Inhalt. In vier Abschnitten, überschrieben: Ernsthafte Geschichten, Phantasien, ' allerlei Hurnore, Geschichten ans der Welt, bietet Heiberg hier eine lohnende Aehrenlefe, die auch nicht ein taubes Korn aufzuweisen hat. Heibergs Gabe, das Leben in allen seinen Zügen packend zu schildern kommt in diesen Geschichten überzeugend zum Ausdruck, und keiner wird solche, tote „Neues Leben", „Was der Spiegel erzählt", „Peter Lücks Beklemmung", „Um tausend Mark" verfolgen können, ohne im innersten davon ergriffen zu werden. Kannten wir Heiberg bisher als Meister im Großen, so spiegeln diese Geschichten lebhaft seine Treue im Kleinen wieder. Bdt- Zahlenpyramide. (Nachdruck verboten.) 1 Vokal. 1 2 Fürwort. 2 13 Gewässer. 1 4 2 3 Weiblicher Vorname. 5 1 2 3 4 Preußische Festung. 5 6 1 2 3 4 Kleines Raubtier. (Auslösung in nächster Numiner.) Austöm-g der Saack>a >uabe tu ooitger Nummer. (Dreizttger von Fr. Schrüser.) W. KeS, Ta5, b2, Lei, f7, Bc4, e2, f3. Schm. Kii4, Bb3, cö, 6, e3. 1. Lel-h4, KcB; 2. T»5-a2. - 1.....Ke5; 2. Lg5. " Redaktion: E. Burkhardt. - Druck und Verlag der Brühl'schen UniversnStS-Buch- und Steindruckerei (Pietsch Erben) in Gießen.