MM WWZALLWLZLsLiÄ liii’'//' 3M f s ist kein Meister so vollkommen, daß nicht mehr lernen ihm thät frommen. Sprichwort. (Nachdruck verboten.) Die Göttin des Glücks. Roman von Reinhold Ortmann. (Fortsetzung.) Harro lächelte geheimnisvoll, und deutete ans den Gipsabguß der noch unfertigen Gruppe. „Wäre sie das rechte Modell für unsere Glücksgöttin, wenn sie nicht auch ein wenig von der Wunderkraft einer Göttin hätte? Es ist, als ob nichts Trauriges und Krankes in ihrer Nähe bestehen könnte. Haben Sie diese Empfindung nicht auch schon gehabt, Erika?" „Sie ist schön und klug, und liebenswürdig — wenn sie es sein will. Tas erklärt wohl hinlänglich den Eindruck, den sie auf Sie und auf meinen Vater gemacht hat. Aber ist Ihnen angesichts der scheinbaren Besserung in seinem Befinden nicht schon zuweilen die Befürchtung gekommen, Harro, daß dies wunderbare Wiederaufflackern von Lebensenergie, wie Sie es nennen, die Kräfte meines Vaters nur um so schneller verzehren könnte?" Er war bestürzt über den Ton, in dem sie das fragte. Nein, daran hatte er bisher noch nicht gedacht. Und er wollte es auch nicht glauben. „Wie kommen Sie auf solche Gedanken, Erika? Hanna sagt doch, daß der Stillstand Monate, und selbst Jahre andauern könnte." „Ja, sie sagt es. Aber sind Sie auch sicher, daß sie selbst daran glaubt?" „O, so dürfen Sie nicht von ihr denken. Sie ist die Wahrhaftigkeit selbst. Mit meiner eigenen Ehre will ich mich dafür verbürgen, daß fie keiner Lüge fähig ist." „Verzeihen Sie, Harro! — Es war nicht meine Absicht, Sie durch einen Verdacht gegen Fräulein Sylvander zu kränken. Aber es fällt mir so schwer, an ein Wunder zu glauben. Und — so seltsam und lieblos es Ihnen vielleicht klingen mag — ich komme nicht dazu, mich über die unerwartete Wendung zu freuen." „Tas begreife ich in der That nicht. Ich meinte, Sie müßten darüber ebenso glückselig sein, wie ich." „Ja, das sollte ich wohl. Und ich komme mir auch recht schlecht vor, daß ich es nicht kann. Aber es ist mir nun einmal unmöglich. Ich habe nie an Ahnungen geglaubt, und doch drückt mich setzt die Ahnung von etwas Fürchterlichem darnieder, das mir nahe bevorsteht." Sie erschrecken mich, Erika! Es ist so sonderbar, gerade aus Ihrem Munde solche Worte zu hören. Und das, wovor Sie sich fürchten, es ist---nein, ich mag es nicht aussprechen, ich mag nicht einmal daran denken." Sie aber sprach es aus. „Ich fürchte, daß inein Vater bald sterben werde — ja, das ist es, Harro! Ich fürchte es jetzt viel mehr als damals, wo er so entsetzlich zu leiden hatte, und wo während der einzelnen Anfälle jeder Augenblick der letzte zu fein schien. Ich kann ihn nicht anfehen in seiner trügerischen Rüstigkeit, und in seinem fieberhaften Schas- fenseifer, ohne daß mir das Herz brechen will bei dem Gedanken, es sei nur ein allerletztes Aufflammen vor dem Ende." „Mein Gott, welche grundlose Qual, die Sie sich da selbst bereiten! Es sind Ihre überreizten Nerven, die Ihnen solche Einbildungen erzeugen ■— glauben Sie es mir, liebe Erika! Sie haben sich zuviel zugemutet in den ersten Wochen von des Meisters Krankheit. Sie sind erschöpft, und diese Erschöpfung allein schafft Ihnen solche marternden Gedanken." „Ja, vielleicht haben Sic recht. Obwohl ich mich gar« nicht erschöpft fühle. Ich wüßte ja aucfy nicht, wie ich es tragen sollte, wenn es geschähe. Ihn zu verlieren — verlassen, und allein sein — ganz mutterseelenallein! — Nein — lieber tot!" „Aber meine liebe, teure Erika, wie mögen Sie nur so sprechen! Wir werden den geliebten Meister noch lange behalten. Aber wenn dereinst" auch er der Natur seinen Tribut zahlen muß, dann werden Sie doch noch immer nicht allein nnd verlassen sein. Nein, gewiß, das werden Sie nicht! — Bin ich denn nicht da, Ihnen beizustehen, und Sie zu schützen, so gut ich's eben kann?" „Es war nicht das, woran ich dachte, Harro! Nicht meine Schutzlosigkeit schreckt mich; denn ich glaube wohl, daß ich stark genug sein würde, mich im Notfälle selbst zu schützen. Tas andere aber — das, was mit dem Vater aus meinem Leben verschwindet, das könnten Sie mir bei allein redlichen Willen doch nicht geben." „Ich vermag ihn nicht zu ersetzen, das weiß ich wohl. Aber ich kann Ihnen doch ein Freund sein, Erika — ein treuer, brüderlicher Freund! Oder hätten Sie nicht Vertrauen genug zu mir, mich dafür zu nehmen? Bin ich in Ihren Augen nicht mehr der gute Kamerad, der ich Ihnen einst bei unseren gemeinsamen Studien und Strei fereien gewesen?" „Ah, das ist lange her. Mir ist, als wäre es nie gewesen." „Erika! Sie thun mir iveh. Womit habe ich das verdient?" „Nein, ich will Ihnen nicht weh thun. Ich ivill nur nicht, daß wir uns gegenseitig belügen. Es ist nun einmal 294 sie machte auch ihrerseits garnicht den Versuch, diese Schranke niederzureißen. Sie schren vollkommen zufrieden mit der gegenwärtigen Lage der D-rnge, und war gegen Erika von derselben liebenswürdrg heiteren Unbe- fanaenbeit wie in der ersten Stunde. Ohne den langen Abendmantel abzulegen, den f re über ibrem Kleide trug, ließ sie sich, nachdem sie auch Harro etwas oberflächlich gegrüßt hatte, in einem der sterslehmgen Armstühle noch nicht da? Sein Befinden hat | sich "doch hoffentlich nicht verschlechtert?" E^schickte mich hierher, Sie um Nachsicht öji bitten, I falls er sie heute ein wenig warten lassen müsse. stch werde I ihm jetzt mitteilen, daß Sie gekommen srnd, und ich derrle, " "Z i* teS Mieder herabgefallenen Vorhanges nicht mehr bewegten, sprang Hanna lebhaft von ihrem kaum erst eingenommenen d Ah, wie heiß es hier ist zum ersticken! Und mit einer ungestümen Bewegung warf sre den ärmellosen Mantel ab, unbeküm'.uert darum, daß er hinter ihr auf den gipsbestäubten Boden niederglitt. Tas weiße Kaschmirkleid, das sie trug, glich im Schnitt und Faltenwurf fast einem altgriechischen Frauengewande, tote sie auch ihr prachtvolles Haar zu einem griechischen Knoten am Hinterkopf aufgesteckt hatte. Ihr schlanker, biegsamer Hals und ihre herrlich geformten Arme waren entblößt. Aber wie berückend schön sie auch aussah, war . doch nichts Nuscbicklicktes in ihrem Anzuge. Sie hatte in ihm um bedenkU jeden, auch den vornehmsten Ballsaal betreten können, ohne die tadelnde Kritik einer sittenstrengen Mit- schwester herauszuforderm einmal die Zeichnungen sehen, Harro, die^Sie nach den Angaben des Professors für die Gruppe entworfen hatten", sagte sie, und zwar — vermutlich mit Rücksicht auf die Anwesenheit be» alten Atelierdieners — in französischer Sprache. „Da wir allem sind, möchte ich von Ihnen noch mehr über die Entstehung ÖCj Erdhütte bereitwillig ein Schubfach des großen Schrankes herausgezogen, der für die Aufbewahrung der Zeichnungen diente, und breitete die Blätter vor ihr aus. Aber sein Geist wußte offenbar sehr wenig von dem, was mechanisch seine Hände thatcu. Er hatte kemen anoereu Gedanken, als den an Hannas sinubethörende Schönheit, und seine wonnetrunkenen Augen hingen tote festgebannt an ihrem Antlitz, an ihrer Gestalt. „Der hinaufstürmende Jüngling und das Madcheil, dm ntriirffiatten will, sind also fast ausschließlich , Ihr SBerJ?" fragte sie, nachdem sie die Skizzen eine Zeitlang schweigend betrachtet hatte. „Leugnen sie nicht, Professor Herbolb hat es mir selbst gesagt." , , Nun ia ich habe sie fast allem modelliert. Aber was'will das bedeuten, da doch die Idee allem dem Meister gehört, und da er in jedem Augenblick mit seinem Rate und mit seiner Belehrung neben mtr stand. „Ich sage nicht, daß cs etwas bedeutet. Es war nur die Tbatsache selbst, die ich noch einmal festgestellt sehen wollte' Aber sagen Sie mir doch, warum der Professor in der Haltung der Glücksgöttin von dem Entwurf abgewichen ist! Mir will diese hier freier und natürlicher erscheinen." „ , . öarri? mußte noch näher au sie herautreten, um die Bewegung ihres schlanken Fingers auf der Zeichnung verfolgen zu können. Und statt auf ihre Frage zu antworten, benützte er diese beglückende Nähe, um ihr zuzuflusteru. Wie schön Sie sind, §anua — und tote grausam Wann endlich werde ich das Wort von Ihren kippen Horen, in der menschlichen Natur begründet, daß wir nicht dieselben kein können zu allen Zeiten unseres Lebens. Und es ist aut so- denn für jede entschwundene Illusion, die uns einst beglückt hat, tauschen wir ja eine Erfahrung etn, btc Erika- aber ich weiß nicht, wie id)_ es mtr tn BegUg auf uns beide deuten soll. So viel ist sicher, daß metne Emvsindunqen heute noch dieselben smd, und daß m mich sehr traurig macht zu denken, ich hätte ^hre stteunb- scliaft und Ihr Vertrauen verloren." , . ,, ,©ie haben sie nicht verloren. Es ist nur eben alla- anders geworden, als es damals war. Und man kann doch auch wohl herzliche Wertschätzung für emander.hegen.ohne sieb darum gegenseitig Verpfttchtungen und Ruckstchtau ai s umlegen Luch die Freundschaft ist eine Kette und ich liebe es so wenig, andern eine Kette anzulegen, als ich gesonnen 'bin, eine zu tragen. - Aber da tst Fraulem Shlvander!" Sie war aufgestanben, und der von dem alten Kruschke soeben eingelassenen Hanna um ^mge Schrttte entgege gegangen. Mit ruhig sreunblichem Gruße bot ste ihr bie Hand. Ihr Benehmen gegen das schone Mobell ihres Vaters war nicht wärmer und nicht kühler geworden, als es an dem Tage ihrer ersten Begegnung gewesen war. L. war noch immer weit entfernt von hmgebender Herrlichkeit wie von hochmütiger Zurückhaltung. Hanna hatte sicherlich keine Ursache gehabt, sich über irgend einen Mangel an höslicher Rücksichtnahme zu beklagen; aber sie hatte von sehr wenig, seinem Empfinden sem muffen, wenn ste das Dasein der unsichtbaren Schranke nicht gefühlt hatte, die unübersteiglich zwischen ihr und Klemens Herbolds mxäy WeU ich nicht den Verdacht auf mich, laden will, als hätte ich nm Ihres Geldes willen zugestimmt, ^hre 5raU,Umtotneine§ Geldes willen! Habe ich Sie wirklich recht verstanden?" "Äber wcuu'es iuu' das ist —", und feine grenzenlose Bestürzung hatte sich mit einemtnal iu übermütige Fröhlichkeit verwandelt - „wenn es nur das ist, Jo tft ja aneo gut; denn niemand würde einen solchen Verdacht g g @ie erbeben er müßte denn aus einem Narren Hause svrunaeu sein. Wissen Sie auch, aus welche ungeheure Summe mein Vermögen sich beläuft? Erschrecken Sie nich , — aber es sind wirklich und wahrhaftig ganze merzig- tausen^Marknag ^ute sein; aber in einigen Jahren oder "Monaten oder vielleicht auch Wochen Jtttb Sie alle Voraussicht nach der Bisher einer Million. «ber „Eine Million, von der ich selbst nichts weiß? AVer ich fange an zu verstehen. Mein Ohemi, nut dem Sie f jetzt so häufig zusammenkommen, hat ^huen von fetmi verrückten Prozeß gesprochen, und da auch ich zu de Erben des seligen Dietrich, von Restorp gehöre, konnten älC Sie^hinderte ihn durch ein abwehrendes Kopsschütteln, seine Rede zu vollenden. . ,Jch bin nicht so närrstch, wie sre vermuten. Ti Lustschlösser Ihres Oheims haben plötzlich em sehr feste und greifbares Fundament gewonnen. Seme und .Ihre I Erbanfprüche sind nicht nur völlig berechtigt, soudern wav das Wichtigste ist, sie lassen sich auch beweisen. lind da er noch immer eine sehr ungläubige Mi machte, erzählte sie ihm in raschen Worten von der Aust findung des Brieses, dessen Vorhandensein die Sachlage mit einem Schlage so von Grund ans verändert hatte. I Hatten sich anfänglich in die Aeußerungen 1L Erstaunens noch immer sehr^lebhafte.ZwHel so mußten ihre Zuversicht und die ruhige Klarheit ihrer I Auseinandersetzung ihn wohl allgemach überzeuge . Schicken Sie den alten Mann fort", gab sie ebenso leise "zurück „Ich habe mit Ihnen zu reden. mer- Vorwand zur Entfernung Kruschkes war schnell gefunden. Und sobald sie mit einander allem waren, sagte Hanna, wie wenn sie damit jeder stürmischen Frage des iuitaen Künstlers vorbeugen wollte, nut gedampfter Stimme. ”‘”9™ ton Sie mich Ä)i6 «* ,1° nernünftia als es Ihnen nur immer möglich ist. ^a, ich will Ihnen heute auf Ihre Frage antworten. Aber meine Antwort lautet nicht so, tote Sie ev vielleicht er warten; denn ich sage nein." Ganz entgeistert starrte er ste an. ( ,Tas ist unmöglich! Das lasse ich nicht .geltem Warum — um des Himmels willen — warum westen Ste 295 eigenen Händen ein '—rr—,---------u— feilten von ihnen je mit letbttajen Angen gesehen. Aber so , schön und so gut es auch sein mag, was Sie mir da er» I Wählen - zehnfach schön und gut, da es ans Ihrem ' lMunde kommt — in diesem ,Mir herzlich geringsügig scheinen neben dem andern — 1 meine, neben — nun Sie wissen es ja sehr gut, was ich I meine, lind wenn Sie etwa daraus beharren, Hanna, wegen dieser Million meine Hand auszuschlagen, nun, V : ™ ich eben einfach die Million aus, und alles ist beim alten. I Sie lächelte, und dies schalkhafte Lächeln war ihm Beweis genug, daß sie nicht im Ernst daran dachte, bet ihrer Abweisung zu verharren. „Sie sind ein Kind, Harro! Und man mußte Sie fortwährend wegen Ihrer kindlichen Thorheiten schelten, I wenn es nicht so schwer wäre, Ihnen böse zu sein, jedenfalls gebe ich Ihnen Zeit, sich in Ihre veränderte Lage zu finden, und ernstlich mit sich zu Rate zu gehen, ob etn armes Mädchen jetzt noch für Sie taugt." „Gut! Ich nehme diese Bedenkzeit an. Und |ie dar, nicht zu kurz sein. Sagen wir: fünfzehn Sekunden! Ich werde sie hier an meiner Uhr abzählen, und ich verviete Ihnen, Fräulein Hanna Sylvander, mich während dessen anzusehen, da meine Entschließung dadurch möglicherweise zu Ihren Gunsten beeinflußt werden könnte. — Zehn — zwölf — vierzehn - fertig! Ja, ich habe mich in meine veränderte Lage 'gefunden, und bin sehr ernstlich mit nur zu Rate gegangen. Und ich sehe ein, daß em armes Mädchen durchaus nicht für mich taugt, ja, ich bin anspruchsvoll genug, mich überhaupt nicht mit einer gewöhnlichen Sterblichen zu begnügen. Mem Sinn ist auf eine Göttin gerichtet, auf die lieblichste und begehrenswerteste unter all ihren hiinmlichsen Schwestern — aus die holde Göttin des Glücks." Er hatte seinen Arm um sie geschlungen, und Hanna ließ es geschehen, daß er sie an sich zog. Mit ihrem süßen verwirrenden Lächeln sah sie zu ihm auf. „Ich wiederhole Ihnen, Harro, Sie sind em Kind. Man kann überhaupt nicht ernsthaft nut Ihnen reden ,Ach, wer mag ernsthaft fein, wenn er berauscht ist von Seligkeit, und' närrisch vor Freude! Hanna — meine geliebte, herrliche Hanna - bist Tu nun endlich mein? Sie antwortete nicht, aber sie ließ ihr Köpfchen au seine Schulter sinken, und .duldete mit geschlossenen Augen seinen ersten Kuß. r , , , (Fortsetzung folgt.) sechs Uhr los. . „ ., Oredntlich erleichtert • war sie, als ste erst un Abteil saß, und als dann der Zug aus dem Hausermeer hi.iai s in die freie blühende Frühlingswelt ^ueinsuhr da hatte sie bald den Onkel und alles andere vergessen, da jubelte ibre Seele dem Neuen entgegen, das sie nun sehen wurde. Ihr gegenüber saß ein junger Mann, der ihr bekannt vorkam; sicher lvar' sie ihm im Lause des vergangenen Winters verschiedene Male begegnet, aber sie konnte sich des Näheren nicht mehr entsinnen. Als der Zug in Goslar angekommen war, stieg Lma aus: der ihr gegenüber sitzende §err ebenfalls. Draußen auf dem Perron suchte sie nach einer bekannten Familie, mit der sie die Partie zusammen machen wollte, diese Familie tu ar aber nicht zu finden. Entweder war sie, wie. iw.,; t * cy(..Xi I Utes so häufig im Pfingsttrnbel zu geschehen pflegt, in *lUj vCt lylUuJt. I e|nen anderen Zug geraten, oder schon früher ausgestiegen. *" “*8e ***** - Sina B-rgmaim war Seherin. Und wer da toei6, was I szASichi'oM»*ooigeStlt“ gnidig-s Frdnl-in. drnnrch es heißt, in Berlin Lehrerin zu sein der wird es ganz noch K^offizull vorge, toenig dem An- KMViM S Ä3ÄC Ä sagte: A K auch Un besonderen; sie hatte einen Ausflug nach dem Harz I UrgndgLtymw’X Ar, nur föu&te ich nicht, wo wie das nun so im Leben geht: wenn wir uns I ich, ^^s^^gesehen habe^^ Morgen, gnädiges auf etwas freuen, dann kommt meist etn unvorhergesehenes I » , A Bureau und Sie — wie ich sah -A er M Ä ist w» -Lebrecht, Linas Erbonkel, zu der jungen Lehrerin und macht I -*ame. ftelfte sW bann auch vor., ihr folgende Eröffnung: „Liebe Lma, Du weißt, ß M I wie ich vermute, Ihre Reisegenossen Dich lieb habe und nur Dein Bestes will. Tu weißt, daß »^iw « , weiter. ich Dir ein Vermögen hinterlasse. I Leider ia" Lina war erstaunt; sie ahnte nicht, was der alte Her I 1 j. leift Wunder! Aber ängstigen Sie sich wollte. . , r . , . ... I nickt wir finden die Herrschaften schon wieder. Wenn Sie Da jfÄ in bie - *!ennt “W hab-, will all Dir eine -rsr-wlsth- Mitteitaig nwtiien, I c. ar Wjj»- «neriieien an. Und fo gingen ich habe einen Bräutigam für Dich ausgesucht! I ~anmw nuj i i er bemühte sich garnicht, zu verbergen, daß die große . ^asSerrascht^Dich^kanns mir^ denken, liebes Kino! Neuigkeit ihn mit einer sehr lebhaften Freude erfüllte. I '^7^Du fannft Dich ganz aus mich verlassen, — ich- kenne „Nun, ich habe bei Gott nichts dagegen einzuwenden, -ab er Du kannst «anz Neffe meines lieben eines Tages ein reicher Mann zu fern , rief er lachend. I ^n i 0 Zollhaus aus Dresden, der während der Pfingsl> „und wenn ich die Million oder auch nur eine halbe er- Fundes Holthaus _ wirst Du Gelegenheit hielte, würde ich mich feierlich verpflichten, dem armen tage hterher der hier in Amt und Wurden Onkel Dietrich und seinem geriebenen Geschäftsfreunde mit haben, den jungenr „ Tvppelstandbild zu errichten, obwohl ich I ist, naher leimen zu^ über ben ange- nrif ietMimeit Auaen aefefien. Aber so I Lina Ä,.Els-Besucht sondern auch! darüber, daß I iShpsbafb ihren Pfingstausflug einbüßen sollte. Endlich! hön und gut, da es aus jyrem ste deshalb ihren Pftngf p Onkelchen, diesem Augenblick will es mir do^ | rasste^sie stch mir wildfremden Menschen hei- iatennfpMi,en lächelte überlegen, wie eben reiche alte Onkel so'schlage | ß^ennewlMie^?ollsll Ai^^m keiE Deuudes'Hchth^? schnlichster Wunsch unsere Erben ver- eint ^b!?wenn er mir nun nicht gefällt?" Ser Seite der alte Herr: wird D« « aewiß gefallen, ebenso, wie er mir gleich! gefallen hat. Lina war ratlos. Erstens dachte sie überhaupt noch nicht daran, zu heiraten, am atterwenigsten emen. Menschen, nicht aenau kannte, — und dann tag iyr feyr VVD alleni darän, ^ihren Pfingstausflug zu machen. Sie wußte Up ieht und dachte bei sich: kommt Zeit, kommt Rau. Aber die Zeit verstrich, und der gute Rat kam nicht. Sch-N wa- der Psingsiabend da - -»i-°"Äw-r »a sollte der Extrazug abgehen, — und noch, turntet ^"°Da^ndlichi im letzten Augenblick entschloß sie sich heimlich fortzufahren. Zwar würde der liebe Onkel dann i p;m, Qou wng recht böse sein, aber sie wurde thm schon zureden und^ihn so viel umschmeicheln,^bis, erdiese un- seliae Heiratsidee auf gab und ihr nicht mehr zürnte. "Und richtig, am ersten Pfingsttag dampfte sie früh r.m 296 sie nebeneinander, lustig plaudernd, weiter. Und es kam ihr vor, als sei dieser junge Mann ihr gar nicht so fremd mehr; denn er verstand es, so nett und vertraulich zu plaudern, als ob sie bereits alte Bekannte wären, — und in der That war ihr sein Gesicht ja auch schon recht gut bekannt; denn sie besann sich nun, daß sie ihm ja wirklich schon sehr oft begegnet war. Also schwand die erste Verlegenheit zwischen ihnen bald genug, und sie verlebten eine recht interessante Stunde. Dann traf man auch die Reisegesellschaft wieder, und nun bat Herr Kraft um die. Erlaubnis, sich ihnen anschließen zu dürfen, was denn — auch bereitwillig zugegeben wurde. „ Und dann durchstreifte die ganze Gesellschaft, — unter Führung des Herrn Kraft, — den Harz, machte Station an allen wichtigen und berühmten Punkten, und vergnügte sich ganz köstlich. Am Abend des dritten Tages erst dachte man an die Heimreise. Und Fräulein Lina, von deren Seite Herr Kraft während all der Touren nicht gewichen war, saß auch nun lvieder ihrem alten Bekannten gegenüber. Anfangs plauderten sie noch ganz lustig von den schönen drei Pfingsttagen; je näher man aber nach- Berlin kam, desto mehr begann die Unterhaltung zu stocken. Endlich sagte er lächelnd: „Wissen Sie auch, — gnädiges Fräulein, weshalb ich diese Pfingsttour gemacht habe?" „Nun, doch wohl, uni sich zu erholen." ' Lachend verneinte er: „Bewahre! Auf der Flucht war ich! — vor der Braut bin ich geflohen!" Erschreckt sah Lina ihn an. Er aber belustigt: „Mein alter Erbonkel aus Dresden hat nämlich einen guten Freund in Berlin, dieser hat eine Nichte, und die sollte ich heiraten! — Na, das ist 'ne Schrulle von dem alten Herrn, — widersprechen durfte ich! nicht, — na und da bin ich denn jetzt, — wo Onkelchen nach Berlin kommen wollte, um mir die Braut zu zeigen, — ganz einfach ausgerückt; — nett, wie?" Jetzt lachte Lina laut auf; sofort durchschaute sie alles. Tann fragte sie schelmisch : „Und weshalb, — meinen Sie wohl, — sei ich fortgereist von Berlin?" „Tas haben Sie mir ja schon gesagt, gnädiges Fräulein, — um frjsche Luft zu schnappen!" lachte er. Sie aber verneinte lächelnd: „Auch ich: war auf der Flucht, — auf der Flucht vor dem Bräutigam! — ja, ja! mein Herr! — ich: habe nämlich auch! einen alten Erbonkel, dieser hat einen guten Freund, der hat einen Neffen, und den soll ich heiraten. Das behagte mir natürlich nicht, und deshalb habe ich: den Pfingstausflug gemacht; denn jetzt gerade wollte Onkels Freund aus Dresden mir meinen Zukünftigen vorstellen; — auch nett, wie?" „Tann ist Herr Lebrecht Ihr -Onkel?" „Und Herr Holthaus der Ihrige?" Sie nickten beide und lachten dann laut, wie zwei qlück- ticfjie Kinder. „Und so sind wir beide denn vor einander aus Berlin geflohen, um uns im Harz zusammen zu finden. — Sie sehen, das Leben ist voller Tücken", setzte er scherzend hinzu. Von nun an wurden sie die besten Freunde, und nun stockte auch! die Unterhaltung nicht mehr, — bis sie in Berlin gelandet waren. Selbstverständlich fuhren sie nun sofort zum Onkel Lebrecht, wo sie denn auch den Onkel Holthaus iwdi, antrafen. Und selbstverständlich waren die beiden alten Herren nicht wenig erstaunt — oder vielmehr erschüttert. Und ebenso selbstverständlich endete dieser Pfingstaus- slug noch mit einer recht heiteren Verlobungsfeier! ■ Der Hungerpastor. Der Hungerpastor, von Wilhelm Raabe. Zehnte durchgesehene Auflage. Preis geh. Mk. 4—, geb' Mk. 5.—. Berlin. Verlag von Otto Ianke. 1901 Als ich mich anschickte, die Kernwahrheit des Raabe- schen Hungerpastors auszuschälen, streifte mein Blick eine Glaskugel aus meinem Schreibtisch. Zwar ist es keine von der Art, wie sie im ehrsamen Schustergewerbe und vorgedachter Erzählung ein so glänzendes Dasein führen, kann sich auch an Größe keineswegs mit jenen messen; dafür ist sie jedoch massiv und von einem Raben in Besitz genommen, der einen goldenen Ring im Schnabel hält. Der Rabe ist eine Nachbildung des bekannten Merseburger Schloßraben. Unwillkürlich mußte ich einen Vergleich ziehen zwischen ihm und seinem Namensvetter. Beide führen Gold im Munde. Der eine fremdes, durch dessen Aneignung er einem Menschen zum Tode verhalf, der andere eigenes/ selbst geschürftes, durch dessen Enteignung er seinen Mitpilgern zu erhöhter Lebeusfreude verhilft. Darum steht denn auch der menschliche Raabe unserm Herzen ungleich näher, als jener. Wohin Wilhelm Raabe mit seinem Hungerpastor zielt, mögen seine eigenen, hier folgenden Worte erläutern: Vom Hunger will ich in diesem schönen Buche handeln, von dem, was er bedeutet, was er will und was er ver- mag. Wie er für die Welt im ganzen Schiwa und Wischnu, Zerstörer und Erhalter in einer Person ist, kann ich freilich nicht auseinandersetzen; denn das ist Sache der Geschichte; aber schildern kann ich, wie er im einzelnen zerstörend und erhaltend wirken wird, bis an der Welt Ende. Dem Hunger, der heiligen Macht des echten, wahren Hungers widme ich diese Blätter, und sie gehören ihm auch von rechtswegen, was am Schluß hoffentlich voll« kommen klar geworden sein wird. Mit letzterer Versicherung bin ich einer weiteren Vorrede, welche zur Gemütlichkeit, Erregung und Ausregung des Lesers doch nur das Wenigste beitragen würde, überhoben und beginne meine Geschichte mit unbegrenztem Wohlwollen sowohl gegen die Mitwelt und Nachwelt, als auch gegen mich selber und alle mir im Laufe der Erzählung vorübergleitenden Schattenbilder des großen Entstehens, Seins und Vergehens, — des unendlichen Werdens, welches man Weltentwickelung nennt, welches freilich ein wenig interessanter und reicher als dieses Buch ist, das aber auch nicht, wie dieses Buch, in drei Teilen zu einem befriedigenden Abschluß kommen muß." Soweit ich mich auf Raabe'sche Art verstehe, soll uns der Hungerpastor das Wort:„Selig sind, die da hungert und dürstet nach der Gerechtigkeit; denn sie sollen satt werden" drastisch auslegen. Er erfüllt seinen Beruf vollkommen. Das muß der Neid ihm lassen! Bdt. Kinder-Zeitung. Herausgegeben von Felix von Stenglin, Groß- Lichterfelde. Inhalt von Nr. 34. Was in der Welt vorgeht: Deutsche Eisenbahn in Siam; Ein wichtiger neuer Seeweg; Ueberfall an der serbisch-türkischen Grenze; Die Räumung Pekings; Eine Kuhherde vom Eisenbahnzug überfahren. Aus dem Reiche der Natur: Vom Vesuv; Ein berauschter Biber. Der Beobachter in Wald und Feld: Zur Naturgeschichte des Spechtes. „Peters wunderbare Reisen und Abenteuer". (Forts.) „Fuchs und Dachs". Allerlei. Erlebnisse. — Zu beziehen durch alle Postanstalteri, Buchhandlungen und die Geschäftsstelle in Groß-Lichterfelde, Dahlemerstr. 75. Rätsel. Nachdruck verboten. Du fiehst's, blickst du zu Füßen nieder, Meist in Gebrauch ist's auf dem Land; Verliert's von selbst zwei Teile wieder, So ist's ein Name allbekannt. Auflösung folgt in nächster Nummer. Auflösung des Zifferblatträtsels in voriger Nummer: I II III IV v VI VII VIII ix x XI XII M A G E N T Ü R BAN A Magen, Agent, Agentur, Gent, Turban, Urban, Ban, Anam. Gemeinnützige». Mittel gegen das Ausfallen der Kopf- h a a r e. Man nehme ein Teil Rieinusöl auf fünf Teile Franzbranntwein, schüttele tüchtig, und reibe mit dieser Flüssigkeit mit einem kleinen Schwämmchen die Haare ein. (1 bis 2 Theelöffel genügen.) Tie Wirkung ist vorzüglich. «rdski.n: «. Burkh.rdt. — und «erlag der TrShk'fchrn UuueerflrittS-Buch- und Steindruckerei (Pt«lsch «tif») üt Gtchm,