W BNL A B MM i Aha" dachte ich, „da haben wir also deine schwache Seite, alter Freund! Tn bewunderst deine Pflegetochter, und will man sich bei dir einschmeicheln, muß man anscheinend der Kleinen den Hof machen. Hatte ich das, vorher gewußt — wer weiß, ob ich dir so willig gefolgt wäre. Tiefe ländlichen Schönheiten sind nie nach meinem Geschmacke gewesen." ,So, jetzt find Sie orientiert, lunger Mann", miter- brach mein Führer meine Betrachtungen, „und da haben wir auch! den Leuchtturm." Zweites Kapitel. Ter Leuchtturm mit der Wohnung des Leuchtturmverwalters war auf dem hervorspringenden Felsen erbaut, welcher die Insel der ganzen Länge nach durchschneidet! und hier schräg zum Meere abfällt. Von den Fenstern blickten die Bewohner hinaus über die wogende Meeresfläche. Sie sahen die schlanken Segelschiffe und die schwarzen Dampfer um die Wette dahineilen, und dev Gesang der Wellen, mild und lockend zur hellen, fröhlichen Sommerzeit, drohend und gewaltig in langen Herbst- und Winternächten, drang unaufhörlich an ihr Ohr. Einsam mochte es hier vielleicht sein, einförmig aber nicht. _ Auf der steinernen Treppe saß ein hochaufgeschossener Jüngling mit feuerroten Haaren und einem runden Gesicht voller -Sommersprossen. Er summte mit leiser, eintöniger Stimme ein altes Volkslied vor sich hin und putzte daber eine Laterne. . „Mein Gehilfe", stellte Schiffer Hansen vor. „Hier, Thorstein, siehst Tu einen studierten Herrn aus Christiama, der den Sommer bei uns verbringen will." Der Angeredete ließ die Arbeit ruhen und betrachtete mich starr mit seinen Hellen Augen. „Wo steckt denn Gunhilda?" fuhr der Alte fort. „Sonst kommt sie doch stets ihrem Brummbären hier unten entgegen, und ich! habe hundert Grüße und Bestellungen von den Pfarrersfräuleins." , . „Tie Jungfer ist gleich nach beut Herrn fort sagte Thorstein langsam und zögernd, als gelte es, ein Geheimnis so lange wie möglich zu bewahren. Thora,-des«Steuer- mann Lars seine Frau, ist krank iutb schickte Botschaft mit bea Küsters Ole, Jungfer Gunhilda möchte nach ihr sehen. Da packte sie ihren Kasten, und ich trug ihn hinunter ins Boot. Mitnehmen wollte sie aber niemand, sagte sie. Und bald zurück wollte sie auch fein, sollte ich bestellen. Das kommt davon. Giebt man erst einen Finger, dann - Sie kennen das Sprichwort, Doktor", brummte der Leuchtturmverwalter. „Seit unser alter Arzt von uns geschieden ist und meiner Pflegetochter seinen ganzen Arzeneikram vermacht hat, muß sie immer Ordres parieren, wie der Medikus selbst es thun mußte. Wert ist es nach der nächsten Stadt, wo der Bezirksarzt wohnt, und vor ineiner ovgestern Hoffrmngrn, in Kircspm eingeschlossen, Und gestern Blütenfüll', in Duft und Glanz ergossen; Am Boden liegen welk die Rosenblätter heut: Das ist dein Glück, o Welt, und was ein Herz erfreut! Rücker t. (Nachdruck verboten.) Aus der Felseninsel. Eine Erzählung aus den norwegischen Schären. Von M. O t t e s e n. (Fortsetzung.) Ick) wurde aufmerksam. Wie alle Seeleute war mein " - iter natürlich auch nicht von dem Aberglauben seines >es frei, und ich ahnte, daß er so sprach, damit ich Behauptungen widerlegen konnte. „Em englischer >r sagt zwar, es giebt mehr Dinge wi Himmel und auf Erden, als Eure Schulweisheit sich! träumen laßt, erwiderte ich; „wenn man mir aber mit verzauberten Seeprinzessinnen kommt, so werde ich den wumm topf fragen, ob er mich für einen Tollhäusler hält." , „So ist's recht. Das sage ich auch, und, Gottlob, viele mit mir", sagte der Alte besänftigt. „Sprechen wir nicht mehr davon. Bald find wir an Ort und stelle Sehen Sie diesen Pfad — Weg kann man doch die paar Stufen, welche eine weife Obrigkeit zur Bequemlichkeit des Leuchtturmverwalters hier einst einhauen ließ, kaum nennen. Na, alles ist schließlich Gewohnheit, ßch krieche schon hinauf. Gunhilda, die klettert so geschwind wie ein sunges Renntier, und Besuch bekommen wir nur selten. ,Sie sprechen von ihrer Tochter?" fragte ich mehr aus Höflichkeit als aus Neugierde. . „Nein. ... Ja. Gunhilda ist nicht nteut fttno. a* liebe sie aber wie mein eigen Fleisch und Blut sie iß mein Augapfel, darf ich schon sagen, was ist ja gerade die Geschichte, die ich Ihnen heute, abend erzählen muß, wie sie mir der Sturmwind einst in der Herbstnacht brachte. Und nichts für ungut, Herr — Gunhilda ist tn manchen Dingen ein wunderliches Mädchen, das ganz apart behandelt fein will. Der Pfarrer meint, ich- habe ste über ihren Stand erziehen lassen. Tu lieber Gott - das bißchen Lernen hat es nicht gethan. In dem Kmde stecken eben ganz besondere Anlagen, und was sie weiß,, verdankt sie hauptsächlich sich selbst. Ich denke die Kleine wird sich freuen, wenn ich ihr einen so gelehrten Herrn Mitbr ng , der ihr ganz anderes von der großen Welt erzählen kann, als wir einfachen Inselbewohner." - 354 Gunhilda haben die Leute nun einmal einen heillosen Re- ftiett. — — Doch davon später. Was mich ängstigt, tft, daß sie die Nixentreppe passieren muß. Zwar habe ich ihr streng untersagt, den verhexten Ort zu betreten. Aber was wollen Sie — so sind einmal die Weiber — gerade deswegen vielleicht reizt es sie immer, dort auf ihren Fahren auszuruhen — und wenn daraus doch zuletzt em Unglück entsteht —" Mer, bester Herr", unterbrach ich ihn, aufs höchste von "dieser abergläubischen Schwäche des sonst so verständigen Mannes betroffen, „wie können Sie sich gleich tn dieser Weise ausregen? Heute zwar kann ich verstehen, daß Sic gern Ihre Tochter unter Tuch und Fach sehen möchten, ehe das Gewitter ausbricht — und tvenn sre wollen, nehmen wir sofort ein Boot hnd holen den Flüchtling wieder ein." , „Nein, nein, solche Eile hat es nicht", sagte er m seinem ulten Ton, mich. mit einer Handbewegung aus- ordernd, ihm ins Wohnhaus zu folgen. „Gunhilda rudert wie ein Mann, und sie kann ja jeden Augenblick zuruck sein. Hier haben Sie unsere großen Gemächer, und setzt werde ich! mit Ihrer Erlaubnis der alten Dorthe mitteilen, was für einen Ehrengast sie heute zu bewirten hat. Sre hatten ja vorhin solch Verlangen, Jhxen Hunger und wurst zu stillen. Da muß ich. doch nachsehen, ob auch der Vorrat reschen wird!" . „ . Ohne auf meine Bitten, doch ja memetwegen keine Umstände zu machen, zu achten, verließ er die Stube, ^ch. warf Hut und Reisetasche auf einen Stuhl und begann, mich, in dem geräumigen Zimmer mit der Balkendecke umznsehen. Hier war es altmodisch, aber behaglich. Hohe, lederbezogene Stühle, dunkle, eichene Schränke, mit Phantastischen Holzschnitzereien, welche die Wonne eines Kunstliebhabers gewesen sein würden, eine alte, buntbemalte Wanduhr, deren lautes Tickeii mich etwas nervös machte, und in der Ecke ein kleines Spinett. Auf dem runden Tisch, mit der schneeweißen, gestickten Serviette stand eine schöne .cbinesische Porzellanvase mit einem Strauß von Feldblumen, welche ihren feinen und doch würzigeii Tust ausströmten. Dazu tarn noch am Fenster ein Tamenschreibtrsch von schöner, eingelegter Arbeit, welcher zu dem Bücherschrank an der Wand gegenüber paßte — beide waren offenbar bedeutend jüngeren Datnms als ihre würdigen Stubengenossen, wirkten aber wunderbarerweisc nicht störend. Zwei mächtige Eis- bärenfelle waren als Teppiche angebracht unb_ sahen förmlich grau aus auf dem weißgescheuerten Fußboden. , Tas Zimmer war offenbar für zwei Personen eingerichtet und machte doch keinen unharmonischen Eindruck, ^.mrs hauste der alte Schiffer. Tas zeigte der Rauchtisch,, die großen Karten an der Wand und das prächtig kolorierte Bild eines Fahrzeuges, welches mit vollen Segeln über azurblaue Wellen einer rosigen Küste zusteuerte. Ich öffnete den Bücherschrank; Romane der verschiedensten Art von Paul und Virginie und Thomas Thyrnau bis zu den Novellen einer Carlen und Friederike Bremer. „So sieht also die Bibliothek eines jungen Mädchens aus", sagte ich geringschätzig, die unteren Reihen musternd. Kein einziges gediegenes Werk — oder doch.? Beckers Weltgeschichte, die Edda, P. A. Munch — gar nicht so übet. Ob man dies auch liest? Ich wette, die Liebesgeschichten sind fleißig abgenutzt, und die übrigen füllen nur oen leeren Raum." • Wieder fehlgeschossen. Beim Oeffnen des „Eitlen Weibes" flog mir ein feiner Staub in die Augen. In Munchs Geschichte 'des norwegischen Volkes" lagen dagegen mehrere Lesezeichen, und einzelne Stellen waren sogar nut Randbemerkungen versehen. Eine Reihe prächtig gebundener Bücher füllte ein ganzes Regal: lauter Reisebeschreibnngen, darunter sehr kostbare, illustrierte Werke. Ich las die Widmung, mit einer sesten, kaufmännischen Hand geschrieben: „An Gunhilda von Sigurd. Tann Datum'und Jahreszahl. „Aha, der Bücherwurm verleugnet sich nicht", ries der Leuchtturmverwalter wieder eintretend. „Jetzt kommen Sie aber mit. Ter Tisch, ist gedeckt. Sie müssen schon vorlieb nehmen — einfache Schifferskost." Tas anstoßende Zimmer war schmal und lang; es, erinnerte in seiner ganzen Ausstattung an die Kajüte eines Schiffes. Unter der Decke hing das vollständige Modell einer Brigg, und mein Wirt erklärte wohlgefällig, er habe die Sofas ohne Lehne, welche an den Wänden entlang standen, den Teppich aus karriertem Wachstuch und die Taburetts zurückbehalten, als er sein Fahrzeug verkaufte. Durch das kleine Fenster sah man nach der Insel hm. Graue Felsen erhoben sich nebeneinander, und hier, wo das Meer fehlte, hatte die Gegend einen ernsten, fast trostlosen Charakter. Mir blieb aber nicht lange Zeit, Umschau zu halten: denn mein Wirt hatte schon an dem Tisch, der fast ganz das Zimmer ausfüllte, Platz genommen und nötigte mich eifrig, Dorthes Kochkunst Gerechtigkeit widerfahren zu lassen. Ich ließ, mich nicht lange bitten. Ein Norweger, der vom Auslände zurückgekehrt, versteht es allein, ein korrekt znbereitetes Fischgericht zu würdigen; und als mir zuletzt ein alter spanischer Wein und echte Havanazigarren, vom Hausherrn selbst importiert, bargeboten wurden, pries ich im stillen meinen Glücksstern, der miet) zu diesem herrlichen Zufluchtsort geführt hatte. In meiner aufgeräumten Stimmung merkte ich. nicht, daß. mein Wirt immer einsilbiger, und der Himmel immer trüber wurde, bis ein plötzliches Wetterleuchten jäh und grell das gefurchte Gesicht meines Nachbars beleuchtete. Er war zu höflich, um den Gast zum Aufbruch zu mahnen, saß aber offenbar wie auf Nadeln, um fortzukommen. Ich. beeilte mick, gesegnete Mahlzeit zu wünschen, und vertauschte auf Zureden des alten Schiffers meinen leichten Reifeanzug mit derben Seemannskleidern und einem großen Südwester. Jetzt fiel mir ein Mangel im Hause auf : es aab hier keinen einzigen Spiegel, nur ein paar kleine Glasscherben in schmalen, goldenen Rahmen, welche so hoch, an der Wand angebracht waren, daß sich kein vernünftiger Mensch darin spiegeln konnte. Mein Wirt, der sich ähnlich „angetakelt" hatte, tote er sich ausdrückte, nickte aber zufrieden. ,So, jetzt sehen Sie anders aus. Sind ja meiner Treu ein ganz stattlicher Kerl, der wohl einen Sturm auszuhalten im stände sein wird — denn Sturm gtebt es, darauf können Sie sich verlassen, und unglaublich schein: es mir, daß mein Mädchen nicht längst zurück ist. Gott gebe, daß ihr kein Unglück widerfahren ist!" Drittes Kapitel. Eine heiße, drückende Luft schlug uns entgegen, als mir aus dem Hause traten. Und wie verändert war die Landschaft! Noch regte sich kein Wind, doch dumpf grollte schon in der Ferne der Donner; der bleifarbene Himmel schien mit der Meeressläche in eins zu verschmelzen, und laut aufkreischend slatterten die Möwen, diese sicheren Vorboten des Sturmes, umher. . . Unten an der Mole stand ein junger Mann nut einem offenen, wettergebräunten Gesicht und klaren, blauen Augen. Jede Bewegung verriet den, Seemann, doch lag im Schnitt der Kleider, die vom feinsten, dunkelblauen Tuch waren, sowie in der ganzen Treten Haltung ein etwas, das deutlich, davon zeugte, der junge Mann sei kein gewöhnlicher Matrose. Er kam uns eilig entgegen, und rief schon von weitem: „Ich. weiß, wohin der Kurs geht, Onkel Hansen. Thorstein sagte mir eben, daß Gunhilda noch, nicht zuruckgekehrt sei. Willst Tu mich mitnehmen, oder —" Er hielt zögernd inne, und sandte mir einen prüfenden, nicht allzu wohlwollenden Blick zu. Ter Alte nickte zufrieden. „Kannst mitkommen, mein Junge. Ter Doktor da, wird wohl das Rudern so ziemlich vergessen haben, und nachher kann ich Dich gerade- am Steuer gebrauchen. Jetzt aber flink eingestiegen, wir haben keine Zeit zu verlieren!" Stillschweigend nahmen wir unsere Plätze ein, und schnell wie ein Pfeil flog das Boot über die Meeressläche dahin. Tie Fischer, welche ihre Boote fester vertäuten, und ihre Geräte in Sicherheit brachten, blickten uns einen Moment kopfschüttelnd nach, und machten sich bann wieder an die Arbeit. Kein Fahrzeug war aus, der See zu erblicken, und unheimlich, erklang das heisere Geschrei der Lohmen und anderer Wasservögel, die hier in den Schären zu Tausenden nisten. Ich fühlte mich müde und abgespannt, und obgleich mich das Wesen des neuen Bekannten nicht 355 „Wir kommen von Sankt Veit; Gebt uns auch a Scheit, Gebt uns auch a Steuer Zu diesem Sonnenwendfeuer. »oot auf den schaumgekrönten Wellen, und majestätisch hallten die Donnerschläge zwischen den Felseninseln wider. Verlockend, zauberisch schön war mir das Meer bis jetzt erschienen. Heute sollte ich es in all seiner Gewalt kennen lernen, wie es mit Menschenleben und Menschengut sein verheerendes Spiel treibt, grausam alles auf- bretend, um den Vorwitzigen, der sich! ihm anvertraute, m dte grollende, unergründliche Tiefe herunterzuziehen. (Fortsetzung folgt.) linden" eine lebensvolle Scyilderü'ng "giebt. . wichtige Kulthandlungen scheinen an diesem Feste m Mittel- und Nordeuropa verbreitet gewesen zu sein, das änzunden des Sonnenwendfeuers, das Treiben des feurigen *)a§ Aufpflanzen der Mittsommerstange. Wie Pf -A^ltelalter wert und breit, so zogen vor einigen Jahrzehnten noch tn vielen Städten und Dörfern die jungen burschen von Haus zu Haus, um Holzscheite, alte Besen, Lannenzapfen und, wenn irgend möglich, eine leere Theer- wnne zu dem Johannisfeuer zu sammeln. Dabei stimmten ue folgendes an: Sonnenwende. Kulturgeschichtliche Skizze von Ludwig Epstein (Jülich). (Nachdruck verboten.) Natur steht jetzt in herrlichster Pracht. Baum und Strauch, Gras und Blumen, alles grünt in üppigster Fülle. Am saftreichsten sind nun die Wiesen, im vollsten Blätter- fchWjfwEe grünen die Wälder, iind die Blumen haben ihre lieblichsten Farben angezogen. Der Kreislauf des Jahres ijt tote die Sonne, die ihn regelt, an einem Wendepunkte angekommen; die Zeit des Lichtes, der Helle Tag, hat seinen Höhepunkt erreicht und sein höchstes Maß erfüllt; er triumphiert über das Dunkel der Nacht, die auf ihren kleinsten Raum beschränkt ist. Der Frühling, die Zeit der Saat, des schwellenden Saftes und der keimenden Blüte, hat Abschied genommen, der heitere Lenz hat dem ernsten Sommer, der Jahreszeit des Reifens, der Frucht und der Ernte, das Feld geräumt. Nun ist die Zeit der Rosen, von der Otto Roquette begeistert singt: „Noch ist die blühende, goldene Zeit, O, du schöne Welt, wie bist du so weit! ' Und so weit ist mein Herz, und so klar wie der Tag, Wie die Lüfte, durchjubelt von Lerchenschlag! Vhr Fröhlichsten, singt, weil das Leben noch matt, Noch ist die schöne, blühende Zeit, Noch sind die Tage der Rosen!" gerade sympathisch berührte, mußte ich doch die Kraft . Wer uns ka Scheit will aeben und Gewandtheit bewundern, mit der er die Ruder führte. Soll's nächste Jahr nimmer erleben " Ta kam der erste heftige Windstoß die erste Sturz- < \ T9 "immer erleben. welle, und als hätten die Elemente nur auf dies Zeichen b.e§ ^Eiwendsestes oder am Jo- gewartet, brach das Gewitter plötzlich mit aller Gewalt I stammten überall auf den Bergen die los. Blitz folgte auf Blitz; tote eine Nußschale tanzte unter I "b^MiNis- oder „Sunnatoendjeuer", in Süddeutschland und Boot auf den schaumaekrönten ^eHen Lh I Österreich auch „Vettsfeuer" genannt, auf, um die sich und alt, reich und arm zu fröhlichem Tanze und zur Ausübung mancherlei Aberglaubens zusammenfand. Selbst Fürsten und hohe Herren verscymähten die Teilnahme an einem jolchen Feste nicht. Im Jahre 1497 zündete die schone Susann« Neithard in Gegenwart Kaiser Maximilians zu Augsburg aus dem Markte das Johannisfeuer an imb machte an Philipps Hand den Reigen um die Flammen Schon früh wurden diese alten Bräuche von der geistlichen und auch von der weltlicben Obrigkeit verboten. Dagegen wendet sich Goethe in seinem Vers: „Johannisfeuer fei unverwehrt, Tie Freude unverloren." r.^ Trotz aller Bemühungen, die Sitte auszurotten, erhielt sich dieselbe hier und da bis auf unsere Tage. „Wenn wir am Johannisabend in den Vorbergen der Sudeten uns be- finden", sagt Professor Dr. E. Mogk, „sehen wir Hunderte solcher Johannisfeuer leuchten. Sie machen schon an und für sich einen erhebenden Eindruck. Aber hinter ihnen flammt ein Stück alten Volkstums auf, das uns belehrt wie in ihrer Weise unsere Vorfahren die Rätsel der Natur zu lösen suchten. Alles Eifern der Geistlichkeit gegen diese altheidnische Site, die mahnenden Worte des hl. Elegius im siebenten Jahrhundert, wie die Bestimmungen dagegen, die von Burchard von Worms herrühren, sind vergeblich gewesen: auch heute wird man die Sonnenwendfeuer bei der deutschen Bevölkerung Böhmens nicht auszurotten vermögen, trotz der scharfen Verfügungen, die eine vom Slaventum beeinflußte Regierung gegen diese alte Sitte erlaßt." ,, Aach dem Volksglauben soll das Johannisfeuer vor Krankheiten und Unwetter schützen. So errichtet der Steiermärker in seinem Felde ein solches Feuer und spricht dabei: „O heiliger Johanni und Donati, Behüte, unser Feld und unser Vieh Vor Blitz und Donner und Schauertoben, In dieser Zeit der höchsten Lichtfülle feierten unsere I W daß wir euch immer ünd ewiglich loben." UU BwSä ä i Festes der Sommersonnenwende, auch getanzt. Auch werden nach alw?W s?I uve en Blumen ^nton herrlichen^pos „Dreizehn- | Sonne. Das sogenannte Scheibenschlagen,dasEmpor" wrrbeln am Rande angeglühter Holzscheiben, gehört als Symbol des steigenden Sonnenrades in die Osterzeit." Im ~aufe der Zeit wurden diese ursprünglich getrennten Gebrauche indessen nicht mehr genau auseinandergehalten. Mancherlei Anzeichen deuten darauf hin, daß diese heiligen Feuer-ursprünglich nach Art der „Notfeuer" an- gezündet wurden. Letztere, gegen welche schon die Synoden des achten Jahrhunderts als alten heidnischen Brauch ankämpften, waren ursprünglich an keine bestimmte Zeit gebunden, sondern wurden entfacht, wenn epidemische Krankheiten unter Menschen oder Vieh ausgebrochen waren. Nachdem man alle Feuer des Ortes ausgelöscht hate, zog alt und jung vor Sonnenaufgang nach einem festgesetzten Platze, um als Ersatz des alten, abgelebten Feuers feierlich das junge, frische Feuer, an dessen heiliger Flamme 356 c I1 Ein 6 ö 5 4 4 (7+6) »gar 8 7 6 3 2 3 2 Schachaufgabe. (Nachdruck verboten.) das Herdfeuer für die folgende Jahreshälfte entzündet wurde, zu schaffen. Das neue Feuer mußte em reiner Jüngling durch Reiben eines harten Holzes mit einem weichen ' entfachen (daher hieß es „Notfeuer" d h. diirch Reibung erzeugtes Feuer), worauf jedes Glied der Gemeinde das Feuer nährte. „Durch den brennenden Holzstoß wurde dann das gesamte Vieh der Gemeinde dreimal getrieben, bis die Menschen endlich selbst durch die Flaminen sprangen. Zum Schlüsse nahm jede Familie etwas Feuer mit zum heimischen Herde, während die Asche aus Felder und Wiesen gestreut wurde. Die Quellen berichten ausdrücklich, das sei gegen die Drachen geschehen, so die Luft verderbeten. Nun trieben aber im Volksglauben die Drachen, d. h. die bösen Geister, vor allem in ber ^o- hannisnacht ihr Wesen, worüber uns ebenfalls mittelalterliche Quellen belehren. Und so kam man auf den Gedanken, der Gefahr der Verseuchung vorzubeugen und das abwehrende'Feuer jährlich in dieser Zeit zu entzünden." (Meyer, Tas Deusche Volkstum.) Weniger verbreitet wie Johannisfeuer und Sonnenrad scheint der Mittsommerbaum oder die Johannisstange gewesen' zu sein, eine Birke, Eiche oder Fichte, die, mit Laub, Blumen, Bändern und Kränzen geschmückt, int Orte aufgepflanzt und jubelnd umtanzt wurde. Bei den Wenden des Spreewaldes wird zu Johannis die Maistange fort» geräumt, die zum Pfingstfeste errichtet worden war, und dafür der Kronenbaum aufgestellt. Am Wend vor dem Johannistage wird eine Birke gehauen und bis zur Krone aller Aeste und Zweige beraubt. Am Johannistage selbst nehmen dann die Weiber das Vordergestell eines Wagens, spannen sich statt der Zugtiere davor, und ziehen in den Wald, um den neuen Baum zu holen. Mit demselben in das Torf zurückgekehrt, erheben sie ein Freudengeschrei, eilen geradewegs nach dem Orte, wo der alte Kronenbaum steht, hauen denselben um und richten unter vielem Frohlocken den neuen Baum auf, der vorher mit Kränzen und Blumen geschmückt und mit zwölf oder mehr Kannen Bier „eingesegnet" worden ist. In dieser Mitsommerstange, die in vielen Gegenden Teutschlands und Frankreichs im Johannisseuer verbrannt wurde, ist — wie im Maibaum -- „die Vegetationsgottheit verkörpert; daß sie verbrannt wird, bedeutet, daß die Pflanzenwelt erst unter dem Einfluß der sommerlichen Sonnenwärme zur vollen Entfaltung gelangt, also gleichsam durch das Sonnwendfeuer hindurch muß. So übt also das Volk in zahlreichen Bräuchen heute noch unbewußt, was unsere heidnischen Vorfahren im vollen Gefühl der Heiligkeit dieser Kultushandlnngen thaten. Und so gewinnen diese Volksbräuche ein um so größeres Interesse, als die moderne Wissenschaft eifrig bestrebt ist, durch gründliche Forschungen den Zusammenhang derselben mit dem germanischen Heidentum festzustellen. Technischer Ratgeber ans dem Gebiss der Holzindustrie. Taschenbuch für Werkmeister, Betriebsleiter, Fabrikanten und Handwerker von Rudolf Stübling. Mit 112 Textabbildungen. In Originalleinenband 6 Mark. Verlag von I. I. Weber in Leipzig. Vorliegendes Werk ist ein allgemeiner technischer Ratgeber für holzindustrielle Betriebe; namentlich für Betriebs- tetter und Werkmeister bietet das Buch ganz besondere Vorteile, indem es sicher und schnell Über Sachen Aufschluß giebt, die selbst unter Fachleuten nicht allgemein bekannt sind. Ter Verfasser ist in der Sage gewesen, durch langjährige Thätigkeit auf den verschiedensten Gebieten der Holzindustrie einen Ueberblick darüber zu gewinnen, was hier von besonderem Nutzen fein kann. Der „Technische Ratgeber" ist ein Buch aus der Praxis für die Praxis, unterrichtet über Fehler und Krankheiten, über Kennzeichen der Gesundheit und Schadhaftigkeit, sowie über technische Eigenschaften der Hölzer, behandelt Holzinhaltsberechnung, Fällzeit, Trocknen und Imprägnieren des Holzes, Vertilgung schädlicher Pilze, Aufbewahrung roher und geschnittener Hölzer, Biegen und Dämpfen, Prägen und Pressen des Holzes, Bestzen, Färben, Bleichen, An- Weiß zieht an und setzt mit dem zweiten Zuge matt. Auflösung in nächster Nummer. Auflösung der Skataufgabe in voriger Nummer: Kartenverteilung: V. alO, 9, 8; blO, K, D, 8; d9, 8, 7. M. a, b, c, dB, aK, D; bA, 9, 7; cA. H. aA, 7; clO, K, D, 9, 8, 7; dA, 10. Skat: dK, v. Spiel: 1. B. bD, bA, aA (— 25). — 2. H. clO, alO, cA (- dl). 3. B. blO, b7, dA (— 21). — 4. V. bK, b9, dlO (— 14). Damit haben die Gegner 91 erreicht. Redaktion: E. Burkhardt. — Druck und Verlag der Brühl'schcn Universitäts-Buch- und Steindruckerei (Pietsch Erben) in Gießen. strich, Intarsia, giebt Maschinenbetriebstechnisches und chließlich vier Bogen von 137 wertvollen Notizen in lexikalischer Anordnung. Gemeinnütziges. Es giebt im deutschen Vaterlande noch einige Gegenden, in denen von alters her von den Bewohnern ein und dasselbe Produkt in vorzüglicher Qualität geliefert wird. So ist der Schwarzwald berühmt durch seine Uhren, Mittenwalde in Bayern durch seine Geigen, Braunschweig durch seinen Spargel und das Alte Land durch sein Obst. Auch der Gemüsebau, der ja eigentlich überall betrieben wird, hat doch auch seine bevorzugten Gegenden. Eine dieser Gegenden ist das im lieblichen Thüringen, am Fuße der Sachsenburg, am Eingänge der Porta Thuriugiaca gelegene Heldrungen. Die etwa 2700 Einwohner sind fast sämtlich Gemüsebauer. Vor 30—50 Jahren blühte hier ern großartiger Zwiebelbau, jetzt widmen sich die Bewohner mehr der Kartoffel-und Gurkenzucht. Gemusetreibereien bestehen in Heldrungen nicht, alles ist Freilandbau, der von einer mittleren Gärtnerei auf 15 bis 40 Morgen betrieben wird. Kleinere Gärtner pachten sich einige Morgen, die sie und ihre Familie ernähren. Wer sich einaehender für den Heldrungener Gemusevau interessiert, findet in der neuesten Nummer des praktischen Ratgebers, die vom Geschäftsamte der Zeitschrift zu Frankfurt a. Oder zu beziehen ist, einen ausführlichen, lehrreichen und reich illustrierten Artikel. Ei'ne schlimme Krankheit der Nelken ist der Rost; er entsteht gewöhnlich durch fehlerhafte Behandlung. An der Oberfläche der Blätter ,ich bildend, verbreitet er sich rasch über die ganze Pflanze. Rur durch Abschneiden und Verbrennen der Blätter kann er beseitigt werden. Uebermäßige Feuchtigkeit, zu tiefes Pflanzen und allzu rascher Temperaturwechsel sind gewöhnlich die Hauptursache seiner Entstehung. Als Vorbeugungsmittel gilt Bespritzen mit Bordelaiserbrühe (Kupfervitriollösung). w 8 („Prakt. Wegw.", Wurzburg.) Ich' Sigurd I stumm s gedrückte ich mir zu vollb sei. Mi sie fanni blick die mich ni< dem wir nach bei treppe" ich doch, schwer i M entd die Wog gutes Si doppelt wollen, irdischen nächten sie hoch Lieder sang an sein Bo; weih, d iaunenhl Sturm . Von Hand öi den Kiel bank fest Heren, mich da war es Wort, d hatte in s