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Eine Hochzeit ist immer eine aufregende Sache; die Sorge für den Brautstaat und der Wirrwarr der verschiedenen Vorbereitungen beschäftigen die Gedanken in dem Maße, daß nur wenig Zeit übrig bleibt, sich der Trauer oder der Freude hinzugeben. Ich hatte Fräulein Ramsey, die Tochter eines Schiffsreeders ans Newcastle gebeten, mir an diesem Tage beizustehen und mir beim Einpacken behilflich zu sein. Richard und ich beabsichtigen nämlich, eine kleine Hochzeitsreise zu machen. Fräulein Ramsey war vier Jahre älter als ich und mit mir zur Schule gegangen. Sie war ein liebenswürdiges, leicht erregbares Mädchen, das sich einbildete, eine unglückliche Liebe gehabt zu haben, und sich dafür rächte, indem sie eine Sammlung von Gedichten unter dem Titel „Die wunde Seele" drucken ließ. Jedenfalls war sie gerade die geeignete Persönlichkeit bei einer Gelegenheit wie der heutigen. Hier fallen mir meine Hochzeitsgeschenke ein. Die Gaben meiner seefahrenden Freunde sprachen sowohl sür ihre Freigebigkeit als auch besonders für ihren praktischen Sinn. Kapitän Salmou schickte oder brachte vielmehr selber ein Paar silberplattierte Leuchter, in jeder Rocktasche einen, Kapitän und Frau Tarbit einen Lehnsessel, Herr Todd, ein Steuermann, ein Stück von fünfzig Ellen gelbem Atlas, das er irgendwo an der chinesischen Küste erstanden hatte. Kapitän Robinson aus Sunderland sandte einen großen Regenschirm, der, wie er schrieb, „Bürgschaft biete, einen Orkan zu bestehen", und den ich noch als Merkwürdigkeit ausbewahre. Der Griff sieht aus wie eine Keule, und das ganze Gebäude ist stark und fest genug, um einem Schiffe als Segel zu dienen. Von anderen erhielt ich verschiedene Haushaltgerätschaften, z. B. eine Schwarzwälder Uhr, feine Gardinen, einen zierlichen Kohleneimer mit Schaufel (für die gute Stube von Kapitän Ebenezer Duman) und ähnliche Sachen, alle sehr nützlich. In allen diesen Geschenken zeigte sich die Herzensgute von Leuten, die nicht viel Geld für Kostbarkeiten übrig haben und mir, unbekümmert um die herkömmlichen Hochzeitsgaben, gerade das schenkten, was ihrer Meinung nach einer jungen Frau bei Einrichtung einer Häuslichkeit zu statten, käme. Die St. Nikolaus-Kirche war nur fünf Minuten von unserem Hause entfernt. Wir hatten beschlossen, uns zu Fuß dorthin zu begeben, hauptsächlich um das Aufsehen zu vermeiden, das die zur Kirche fahrenden Wagen erregt hätten. Kurz vor elf Uhr gingen also mein Vater, Fräulein Ramsey und ich zur Kirche, wo wir Richard, Salmou, Tarbit und Frau bereits vorfanden. Der Prediger.erschien pünktlich; wir stellten uns in der nötigen Reihenfolge auf, und die feierliche Handlung begann. Was ich davon noch behalten habe, ist nur mein sehnlichster Wunsch, daß der Pastor sich beeilen und zu Ende kommen möge. Ich war zu aufgeregt, um mit besonderer Andacht an den Gebeten teilzunehmen oder aus die Rede des Predigers zu achten, was ich als unbeteiligte Persönlichkeit gewiß gethair hätte. Das Gefühl des Trauring- an meinem Finger gab mir eine viel klarere Vorstellung davon, was vorging, als alle meine Antworten und Gelübde. Wie alles, nahm auch diese Feierlichkeit schließlich, ein Ende; wir folgten dem Pastor in die Sakristei, wo ich geküßt und beglückwünscht wurde, und ich war verheiratet. Ich nahm den Arm meines Gatten, und die gesamte kleine Gesellschaft begab sich nun zu uns nach Hause, nicht ohne von den Jungen auf der Straße ziemlich, kritisch gemustert zu werden. Der Abschied von unserem alten Hause stimmte mich natürlich etwas wehmütig. Viel Zeit blieb mir jedoch nicht, meinen Gedanken nachzuhängen. Vater drängte zum Aufbruch und meinte, wir müßten uns beeilen, da sonst die Gäste ankommen würden, ohne daß jemand da sei, um sie zu empfangen. Wir machten uns also auf den Weg und bald hatte ich, unter dem Einfluß der ilnterhaltung meines Mannes, meine gute Stimmung wiedergewonnen. In den „Drei indischen Königen" wurden wir von Herrn Dodds empfangen, der uns in ein Zimmer führte, wo wir unsererseits die Gäste empfangen sollten. Hier blieben Frau Tarbit, Fräulein Ramsay und ich zurück, während der Vater sich mit Dodds in den Saal begab, wo die Tafel gedeckt war. Die Gäste erschienen außerordentlich pünktlich, alle zusammen, als ob sie unten auf dem Kai gewartet hätten, bis die Gesellschaft vollzählig wäre. Sie umringten meinen Mann und mich und überhäuften uns mit Glückwünschen. Einige waren mir fremd; das kam bei ihrer nordenglischen Herzlichkeit jedoch nicht in Betracht, und nachdem sie mir 46 — die Hand geschüttelt hatten, schien es mir, als kannte ich sie von Kindheit an. Alle hatten keine Kosten gespart, um der Gelegenheit angemessen gekleidet zu erscheinen. Frau Duman war in schwerem Atlas und trug einen aus so vielen Blumen und Federn zusammengesetzten Kopfputz, daß sie ganz gut für irgend ein altrömisches Opsertier hätte gehalten werden können. Ich bemerkte, daß Richard sich im stillen über den engen schwarzen Rock und die hohe, steife Halsbinde des alten Salmon amüsierte. Kapitän Duman trug auf seiner breiten Hemdenbrustfläche ein so vielfach gekräuseltes und gefaltetes Jabot, daß es aussah wie der Besatz eines Damenunterrocks. Darin steckten einige Diamantknöpse, und das Ganze wurde von seinem breiten, jovialen, gebräunten Gesicht gekrönt, das er, wie die Seeleute sagen, „landfein" gemacht hatte durch ein Paar riesige Vatermörder, deren Spitzen bis an seine lächelnden Mundwinkel reichten. Indessen blieb uns nicht viel Zeit übrig, um uns gegenseitig zu bewundern. Ein Kellner riß die Saalthür auf, und hinein ging es in feierlichem Aufzuge. Alle Wände waren mit Flaggen verziert, deren bunte Farben im Verein mit der Ausschmückung der langen Tafel eine großartige Wirkung erzielten. „Wo soll ich sitzen?" rief der alte Salmon und ließ feine Augen über die Tafel schweifen. „Dort", antwortete der Vater, „zwischen Jessie und Fräulein Ramsay; nimm Dich nur in acht, daß Du nicht zwischen Jessie und ihren Mann kommst." „Na", meinte der Alte, indem er tief Atem holte, nachdem er die Blumen, Torten, Früchte, silbernen Tafelaufsätze, Schaugerichte und sonstigen Wunderdinge genügend betrachtet hatte, „Du kannst mich hängen, Tom Snowdon, wenn die Königin von England nicht mit so einem Mittag zu ihrer Hochzeit zufrieden sein kann. Frühstück, Mittag- urch Abendbrot zusammen — ja auch noch ein zweites Frühstück und Vesper; dazu ist auch noch genug da." Unter allgemeinem Gelächter setzten wir uns. Meistens ist ein Hochzeitsmahl eine langweilige Geschichte; das meinige war es durchaus nicht, und ich nehme an, daß die ursprüngliche und lebhafte Art der Gäste nicht wenig dazu beitrug. Anfangs herrschte noch etwas Verlegenheit; wenn die Kellner die Gerichte herumreichten, getraute sich niemand zu fragen, was es sei, das ihm dargeboten wurde, ausgenommen der alte Salrnon. Dieser warf, als persönlicher Freund, dem Wirt, der an der Thür stand und die Bedienung überwachte, hin und wieder einen Blick zu und ries dabei: „Ut dies hier gut für 'nen alten Magen, Tommy?" oder: „Tommy, Du verstehst ja die Geschichte; kannst Du das hier empfehlen, mein Junge?" Dieses zwanglose Benehmen des Alten versetzte auch die übrigen Gäste allmählich in Stimmung. „Tommy", begann Salmon von neuem, „wo hast Du ditz große Flagge her, die da hinter Kapitän Snowdons Stuhl ausgehißt ist? Haft Du sie aus 'nem Wrack gefunden ?" Herr Dodds, der sich über diese Fragen zu ärgern schien, nahm keine Notiz davon, sondern fuhr ruhig mit seinen Weisungen an die Kellner fort, zeigte auf leere Gläser und war osfenbar sehr beschäftigt. „Soll ich Dir sagen, weshalb Salmon danach fragt, Snowdon?" rief Richardson, ein kleiner Mann mit rotem Bart, der aus seinem Kinn hervorsproß wie die Stacheln aus dem Rücken eines Igels. „Weshalb?" schrie der Alte, der nicht um die Ehre seiner Entdeckung betrogen sein wollte. „Ich will verdammt sein", — er schlug mit der Faust aus den Tisch — „wenn Tommy diese Angelegenheit nicht als Schiffbruch betrachtet und die Flagge mit der Union nach unten aufgehißt hat!" Sofort verschwand das Lächeln im Gesicht meines Vaters. Er sprang auf und sah sich die Flagge an, die, ähnlich wie am Heck eines Schiffes, von einer, hinter seinem Stuhl befestigten Stange, in Falten herabhing. An der Spitze der Stange, die bis an die Decke reichte, befand sich eine vergoldete Krone. „Hol' mich der Teufel, Dodds", schrie der Vater. „Sälmon hat recht! Wissen Sie denn nicht, welche Seite der Flagge nach oben gehört? Wie kommen Sie dazu?" „Laß ihn die Stange herausnehmen und die ganze Geschichte beiseite schaffen", rief Kapitän Robinson dazwischen. „Oder", flötete der kleine Richardson, „holen wir die Flagge herunter und hissen sie wieder auf, aber so, daß man sieht, daß wir uns ganz und gar nicht in Gefahr befinden." Auch die Damen konnten sich nicht enthalten, ihr Mißfallen auszudrücken. „Wie dumm!" „Herr Dodds kann wohl nicht gut sehen!" „Daß der Wirt in den „Drei indischen Königen" auch nicht 'mal weiß, wie die Nationalflagge richtig aufgehißt wird." Sogar Richard sah sehr ernst aus, obgleich ich ihm zuflüsterte, er solle doch Vernunft annehmen und bedenken, daß unsere Zukunft doch unmöglich davon beeinflußt werden könnte, ob irgend ein Gastwirt etwas von Flaggen verstände oder nicht. Herr Dodds, der ebenso rot geworden war wie die Flagge, und dem alten Salmon wütende Blicke zuwarf, erklärte, es sei Muffles' Schuld — wer Musfles fei, erfuhren wir nicht — und erbot sich, die Flagge herunterzuholen und richtig aufzuhissen. Der Vater wollte sich jedoch nicht eher wieder setzen, als bis sie aus dem Saal entfernt wäre. „Wenn Sie sie nicht die Treppe hinunterbringen können, werfen Sie j;e aus dem Fenster. Ebenso gut, wie mxä)- hier bei der Hochzeit meiner Tochter unter so'n Unglückssignal setzen, hätten Sic mir auch 'nen Glaskasten mit 'nem Gerippe hinter meinen Stuhl setzen können!" Mit einiger Mühe wurde die lange Stange mit der Flagge aus dem Saale entfernt. „Rege Dich doch nicht wegen einer solchen Kleinigkeit auf", rief Kapitän Richardson. „Die sogenannten schlimmen Vorbedeutungen sind weiter nichts als rückwärts buchstabierte Segenswünsche, lieber Snowdon. Außerdem hat ein nautischer Fehler, wenn er von einer Landratte begangen wird, gar nichts zu bedeuten. Wenn ein Seemann jene Flagge verkehrt aufgehißt hätte, da würde ich auch glauben, daß die Sache was auf sich hat", sagte Duncan. „Ja", meinte seine Frau, „aber kein Seemann würde es gethan haben." „Ganz richtig", schrie Tarbit. „Muffles hat es gethan. Wer ist aber Muffles? Das weiß niemand — ich wenigstens nicht — und deshalb sage ich, daß die ganze Sache gar nicht der Beachtung wert ist. Angenommen, Snowdon, Du solltest Deine Kochbanft zeigen und eines von diesen farbigen Gerichten Herstellen", er zeigte auf eine Apfelsinencreme, „so würdest Du aller Wahrscheinlichkeit nach das Ding verderben, so daß es ebenso wenig nach dem Zeug hier schmeckte, wie 'ne Muschel nach 'ner Kartoffel. Glaubst Du wohl, daß Tommy Dodds das eine üble Vorbedeutung nennen würde, wenn es bei der Hochzeit seiner Tochter auf die „Nächsten Monat vor vierzig Jahren —" unterbrach ihn der alte Salmon mit vollem Munde. „Ach, was geht uns der nächste Monat vor vierzig Jahren an", erwiderte Tarbit, den es ärgerte, daß ihm in seine kleine Rede hineingesprochen wurde. „Vor vierzig Jahren gehört nicht hierher. Ich setze hier einen angenommenen Fall. Ich sage, würde Tommy Dodds eine — wie nennt man das Zeug?" „Eine Creme", sagte seine Frau. „Richtig! — eine von Tom Snowdon fabrizierte Creme für ein Unglückszeichen halten? Nein, für ein Zeichen von Unwissenheit in Betreff der Kochkunst würde er es ansehen, und genau ebenso muß Tom Snowdon Muffles' Notsignal betrachten." Ich nahm eifrig Partei für diese Ansicht, um meinen Vater zu beschwichtigen; auch Richard und die anderen stimmten mit ein. Bald hatte Vater seine gute Laune wieder erlangt, und von der Unglücksflagge wurde nicht mehr gesprochen. (Fortsetzung folgt.) Winterbekleiimng. Von Gustav Strahl. (Nachdruck verboten.) Ta die Natur nicht ebenso fürsorglich für unsere Winter- bekleidung sorgt, wie für die behaarten und gefiederten Mitbewohner der Erde, welchen sie einen natürlichen Pelz Lescl wie toeic stim verli zum spiel berü in £ dene unse Verb wie ober! und durck Mges kalt als i die gleich untge unser der f verar Kleid das s. dem die G auch nur ! Heger weite Tas i Platz mehr unser still s Hafter zeugt Lei st Halter Gesich sie dc gekom unters welche kann, fenster babun Zieles Glas i daß k sernur es tot beweg: Luft i so da ihrer 1 hoben dringe selbst 1 anfriei diesen Ai Federt umgeb in die Bezug Flaue! welche statten, von to dichter Makotr auf de nur se! mehr z 47 Wir die so, daß Gefahr hr Miß- nn wohl irdischen >e richtig ich ihm edenken, werden erstände wie die mrf, er- irfuhren ^zuholen c setzen, Sie sie Sie sie Hochzeit :ten Sie meinen nit der ünigkeit m sind vünsche, r, wenn zu be- >rt auf- .d)e was t würde gethan. nigstens che gar >on, Du arbigen ncreme, ng ver- hmeckte, i Wohl, nennen auf die ierbrach vierzig ihm in vierzig genom- — wie Creme en von msehen, rtsignal meinen ruderen wieder ehr gelten.) Sinter* ederten m Pelz ! der Erhaltung der Körperwärme ist dieser Umstand aber auch noch von eminent hygienischer Bedeutung. Wie der Fabrikschornstein aus dem Feuerungsraume die unverbrannten und unverbrennbaren Gase hinausführt, so bringen auch unsere Hauptporen fortwährend Gase an die Oberfläche; es ist daher klar, daß die umgebende Luft sich mit denselben mischt. Wenn den meisten Lesern auch dieser Gasaustausch noch nicht zum Bewußtsein gekommen rst, so ist dieselbe doch mitunter, besonders bei Krank- Herten, so intensiv, daß der in das Zimmer tretende Arzt 1 schon im stände ist, durch den Geruch auf die Art der Erkrankung zu schließen. Bei Naturvölkern, und ganz besonders bei unseren Hunden, ist der Geruchssinn so fein I ausgebildet, daß sie jede Person daran erkennen, wie wir an den Gesichtszügen, und es ist schon öfter darauf hingewiesen worden, daß die unüberwindliche Abneigung der I Chinesen gegen die Europäer nicht zum kleinsten Teil in diesem Geruch begründet ist. Je kleiner nun aber der Luftraum ist, welcher den Körper unmittelbar umgiebt, desto stärker wird auch die Ansammlung der Gase innerhalb desselben werden müssen; dieselbe kann so hoch steigen, I daß der Austritt des Gases aus den Poren überhaupt nicht I mehr infolge der Ueberladung der umgebenden Luft statt- frnden kann. Die Gase müssen dann selbstverständlich im I Körper bleiben, sie verunreinigen das Blut und geben somit Veranlassung zu unzähligen Krankheiten. Ganz anders bei I großem, leicht wechselndem Luftraum; die Gase treten immer frer und ungehindert aus, das Blut bildet sich, wenn nicht andere schädliche Einflüsse es wieder verhindern, gesund aus, und s elbst ein sehr schwächlicher Organismus wird sich ver- haltmsmäßig bei leidlichem Wohlbefinden recht lange er- I Volten lassen. Allo ,Reformbestrebungen, welche sich seit Zähren, sowohl in Bezug auf Kleidung als auf Betten I bemerkbar machen, verfolgen, selbst wenn ihnen manchmal em etwas ausgeprägter Geschmack der Reklame anhaftet, diese Ziele. ' ' Nachdem so gezeigt, welche Umstände bei der Warmhaltung unseres Körpers in Frage kommen, wird es nun darauf ankommen, zu untersuchen, welche Stoffe diesen Ansprüchen zu genügen im stände sind. Neben der For- I derung, daß die Winterkleidung nicht zu eng am Körper anliegen soll, wird im Stoffe selbst das zutreffen müssen was vorhin betreffs des aufgeblähten Gefieders gesagt war, namlrch daß derselbe geeignet ist, in sich selbst einen mög- lrchst großen,Luftraum einzuschließen. Das wird hauptsächlich | ^t5_,ebt9,tcb< *3urn ^chlch gegen die Kälte im Freien gebrauchten Kleidungsstücke als Bedingung gefordert wer- d,s" n.-y,cn' wenngleich es gewiß gut ist, wenn diese Grund- lc^.0TI $on '^er Unterkleidung an eine genügende Be- ruckslchtigung erfahren. Wie im Bett, in welchem die Federn XtTÄ Feuchtigkeit oder unrichtiger Behandlung zu- geballt sind, das Bett, wie man sich volkstümlich ausdrückt,, em wahres Brett geworden ist, eine wohlige Wärme nicht aufkommen laßt, so können auch Stoffe, welche hart und brettig sind, ihren Zweck nicht erfüllen; sie müssen vielmehr volummos und weich sein. Tie vor Jahren recht modern gewesenen seidenen Damenkonfektionsstoffe (Mat- lassee) haben sich ihrer Unzweckmäßigkeit wegen nicht zu ^haupten vermocht. Ta die Winterstoffe meist aus zwei gänzlich verschiedenen übereinander gelegten Geweben be- stehen,, dem dünnen Teck- oder Obergewebe aus besserem Material, und dem lediglich zur Hervorbringung der Stärke Untergewebe, welches zum größten Teil aus Kunstwolle und Baumwolle besteht, so ist es erklärlich, daß gerade eme seidene Oberware infolge ihres verschiedenen Verhaltens zur Wolle am ungünstigsten gestellt ist; während nämlich die aus Wolle resp. Kunstwolle bestehende Unterware bei der Appretur zusammenläuft, bleibt Seide in der Lange unverändert, sie würde also Beulen bilden müssen. Ta das aber nicht immer ertvünscht ist, so nimmt man häufig für die Unterware ein ganz minderwertiges Material wodurch dann die ganze Ware, trotz ihrer äußerlichen Eleganz, durchaus unzweckmäßig wird; sie wird meist hart sein, also immer nur als ein Prunkstück und nicht als zweckmäßiges Kleidungsstück zu betrachten sein. Wesentlich günstiger sind die reinwoUenen Konfektionsstvffe; bei ihnen ist es wenigstens möglich, eine Weiche und. dicke Qualität zu schaffen, und die als Floconnee bekannten, mit einer bescherte, so haben wir uns mit der Frage zu beschäftigen, wie Stosse für die Winterbekleidung beschaffen sein müssen, weiche Eigenschaften dieselben haben müssen, um ihrer Bestimmung, uns gegen äußere Kälte, gegen Körperwärme- Verlust zu schützen, gerecht werden können. Hier sind es Zumeist physikalische Beobachtungen, welche die erste Rolle spielen; es sind die Zweckrnäßigkeitsgründe, welche zuerst berücksichtigt werden müssen, ehe noch Geschmack oder Mode in Frage kommen kann; wenigstens bei solchen Menschen, denen ihre Gesundheit die Hauptsache ist. Tie Wärme, welche unser Körper notwendig braucht, und welche er bei der Verbrennung der Nahrungsstoffe hervorbringt, strahlt ebenso wie die Wärme in einem Dampfrohr an der ganzen Körperoberfläche nach der Umgebung aus, verläßt ihren Behälter und verflüchtigt sich. Wie das Tampfrohr schließlich dadurch kalt wird, wenn nicht von innen neue Wärmemengen Zugeführt werden, so muß auch unser Körper schließlich kält werden, wenn die- Abgabe nach außen größer wird als die innere Produktion; wir müssen aus diesem Grunde die Ausstrahlung mit der Erzeugung von Wärme auf gleicher Stufe halten, wir müssen den Körper mit Stoffen umgeben, welche schlechte Wärmeleiter sind. Als solche haben unsere Vorfahren schon die Felle der Tiere erkannt; mit der Zeit ist man darauf gekommen, die Haare zu Fäden zu verarbeiten und diese wieder zu Geweben. Wenn nun die Kleidung wirklich keinen Zweck weiter hätte, als lediglich das Ausstrahlen der Wärme zu verhindern, abgesehen von dem uebenhergehenden Bedürfnis, sich zu putzen, so müßten die Gewebe der Zunahme der äußerlichen Kälte im Winter I auch entsprechend an Stärke zunehmen. Tas trifft aber | nur bedingt zu; die Beobachtung, daß man in eng anliegender Kleidung bedeutend leichter friert, als in etwas weiterer, hat schließlich weitere Fragen auftauchen lassen. Das einst so berümhte Jägersche Wollregime hat schnell den Platz raumen müssen, und wird auch wahrscheinlich nie mehr eine tonangebende Rolle spielen. Ter Umstand, daß unsere Vögel im Winter — ebenso im Sommer, wenn sie still sitzen, wenn der Körper infolge Fehlens einer lebhaften Bewegung nicht das höchste Quantum Wärme erzeugt — ihr Gefieder aufblähen, ebenso unsere Vierfüßler bei strenger Kälte ihre Haardecke nicht glatt anliegend erhalten, sondern dieselbe aufrichten, zeigt uns noch andere Gesichtspunkte. Wenngleich die Tiere nicht wissen, warum sie das thun, also nicht auf Grund von Erwägungen dazu | gekommen sind, so ist es für uns um so interessanter, zu > untersuchen, nicht warum die Tiere das thun, sondern welchen Einfluß dieser Umstand auf die Körperwärme haben kann. Wir finden da eine Analogie in unseren Toppelfenstern ; es ist nicht lediglich die Stärke des Glases, welche dadurch verdoppelt wird. Wäre nur die Erreichung dieses Zieles angestrebt, so könnte man doch ebenso gut einfaches Glas von doppelter Stärke verwenden; gerade der Umstand daß die beiden dünnen Scheiben in einer gewissen Entfernung voneinander angebracht sind, ist das wesentliche- es wird dadurch zwischen den beiden Fenstern ein unbewegter, ständiger Luftraum geschaffen. Tie atmosphärische Luft ist aber als solche ein relativ schlechter Wärmeleiter, so daß die gegen die äußere Scheibe wirkende Kälte in ihrer Wirkung auf die zweite Scheibe fast gänzlich aufge- hohen wird, sre kann die unbewegte Luftschicht nicht durch- “nngem Daher kommt es, daß bei gut schließenden Fenstern selbst bei ziemlich strenger Kälte keine von beiden Scheiben anfriert, also auch der Wärmeverlust des Zimmers an diesen Stellen fast unmerklich ist. ~ . Annähernd dasselbe tritt durch das Ausrichten der Federn oder Haare der Tiere ein; es wird die den Körper ! ^""6 eben de, ständige Luftschicht vergrößert. Tas, was aber fcn feetben Fällen als richtig erkannt wird, muß in SphÄÄT" ffö4’er ^ch zutreffen; nicht ein dickes ÄÄm, wärmsten, sondern zwei dünnere, ftS V das Verbleiben einer Luftschicht ge° hatten .Daher erklärt es sich auch, daß man beim Tragen ?f5,^Eitinaschigen Netzhemden in Verbindung mit einem Makotei^i^i»^ Oberhemd, selbst wenn es ganz dünner ankd^^n^i/u? niemals das unangenehme Kältegefühl nrw btl. ^"fachen, stärkeren; es berührt nULJEweuig Gewebe direkt die Haut, dieselbe ist viel- I mehr zum weitaus größten Teil von Luft umspült. Neben I 48 — pelzähnlichen Oberfläche versehenen Winterstoffe waren die besten Repräsentanten. Bei diesen waren es wieder das Festsetzen von Staub und andere int Gebrauch sich herausstellende Unzuträglichkeiten, hauptsächlich auch der Preis, welche die Einführung erschwerten. In dieser Beziehung annehmbarer sind die unter den Namen Eskimo, Ratinee rc. bekannten, mit glatter Oberfläche versehenen Strichwaren. Für Konfektionsgeschäfte sind indessen auch diese Qualitäten noch zu teuer; hier begnügt man sich häufig mit einer aus Baumwollwatte und Kuustwollschuß hergestellten Ware. Besonders Pelerinenmäntel und Damen-Konfektion weisen diese Qualität häufig auf. Ein wirklich praktischer und auch eleganter Konfektionsstoff sind die guten Wollplüsche und Krimmer, leider güebt es nur noch wenig gute. Tie meisten, in fertigen Konfektionswaren verarbeiteten Krimmer bestehen nur noch aus Baumwolle und Kameelhaar, dem man durch Färben und Behandeln unter Appreturmitteln (Lackieren) einen Scheinglanz gegeben hat,- der leider nur zu schnell beim Tragen verschwindet. Für Herrenkou- sektiou sind derartige Krimmer höchstens als Besatz in Frage gekommen. Trotzdem hat man es , auch versucht, wenigstens etwas ähnliches herzustellen, die sogenannten Walkkrimmer, welche aus baumwollener Kette und Weftschuß bestehen. Diese Ware wird 180 bis 200 Zentimeter breit gewebt, derart, daß der Schutz stellen'weis über eine größere Anzahl von Kettfäden fhiuweggeht; wird dieselbe dann später bis auf 130 Zentimeter gewalkt, so bilden die tosen Schußfädenabschnitte die oben aufliegenden Locken, welche dann das krimmerartige Aussehen Hervorrufen. Eine ähnliche Ware bilden die unter dem Namen Tricot-curl stört) bekannten Ueberzieherstoffe, deren Grund, wie der Name schon andeutet, nicht ein Gewebe, sondern ein Ge- wirke, ein Trikot ist. Zur Bildung der Locke ist ebenfalls ein stärkerer Weftfaden herangezogen, derselbe ist aber zwecks Erzielung einer geschlossenen, eleganten Locke vorher zubereitet, durch ein besonderes Verfahren in Wellenlinien gebracht. Auf der niedrigsten Stufe in Bezug auf Qualität steht dann noch eine dem Walkkrimmer ähnliche Qualität; diese besteht aus einer dünnen Weftkette, welche um den allergewöhnlichsten Lumpenschutz (Shoddy, per Kilo 75 bis 80 Pfg.) verwebt ist. Diese Ware ist ebenfalls sehr stark gewalkt und wirft dadurch einzelne, wirr durcheinander liegende Locken auf die Oberfläche. Bei den Webern hat diese Ware den prosaischen Namen „Wurstpelle". GsrnernrEtzigss. Wieviel Gemüses amen gebraucht m a n f ü r einen Haushalt von 5 Personen? Gemüsesameu ist billig, und deshalb wird oft viel mehr gekauft als notwendig ist. Tas wäre ja schließlich nicht so schlimm, weil man die kleine Mehrausgabe leicht verschmerzt. Ihr folgt aber gewöhnlich eine andere, noch viel größere auf dem Fuße. Tas ist der Mißerfolg, der hervorgerufen wird durch zu dichtes Aussähen der Sämereien. Sie sind einmal getauft und sollen auch in den Boden hinein. Wer also zu viel Saatgut kauft, hat gewöhnlich doppelten Schaden. Um seine Leser vor solchem Schaden zu bewahren, hat der „Erfurter Führer im Gartenbau" eine Zusammenstellung der Samenmenge eingebracht, die für eine Familie von 5 Köpfen ausreichend ist. Gleichzeitig wird angegeben, mann die verschiedenen Samen ausgesät werden müssen, und welche Sorten zu wählen sind. Der Artikel ist gewisser- maßen ein Kalender für jeden, welcher Gemüse baut. Unsere Abonnenten erhalten diese Nummer kostenfrei, wenn sie sich mittelst Postkarte an das Geschäftsamt des Erfurter Führers wenden. Blumen auf Reisen. Frische Blumen kann man selbst im Winter mit der Post versenden, wenn man hierbei einige Vorsicht beobachtet. Man schneide zunächst die Blumen nicht früher ab, bevor sie gebraucht werden, und wühle nur solche, die noch nicht vollkommen aufgeblüht sind. Tie Persandtschachteln sollen möglsthst ausgefüllt sein, ohne daß dabei die Blumen gequetscht werden. Im Winter füttert man die Schachteln mit frischen und saftigen Blättern von Salat, Spinat o. dergl. aus. Feuchtes Moos ist nicht zu empfehlen, da es die Blumen beschmutzt. Auch Watte ist nicht dienlich, da sie die Feuchtigkeit begierig aufsaugt und mit ihren Fasern an den Pflanzenteilen haften bleibt. In eine größere flache Schachtel werden zu unterst die schweren, darüber schichtweise immer leichtere Blumen gelegt und die Schichten durch dazwischen gebreitete frische Blätter abgeteilt. Schachteln aus Fichtenholz oder Weißblech sind für den postalischen Versandt von Blumen am geeignetsten, doch verwende man nur reine Schachteln, nicht solche, die nach Seife, Tabak u. s. w. riechen. Der Breslauer Professor Tr. Göppert teilte vor bald zwanzig Jahren über die Methode, frische Blumen und Pflanzen zu versenden, folgendes mit: „Bereits vor längerer Zeit (1849) fand ich, daß sich Blüten durch Einlegen in mittelst Korkpfropfen verschlossene Gläser Tage lang erhielten und sich in die weiteste Entfernung verschicken ließen. Hineingießen von Wasser war nicht erforderlich, sondern sogar schädlich, weil bei solchem Verschluß nicht mehr Feuchtigkeit, als die Pflanze ausdünstet, notwendig ist. Auch ganze Pflapzen lassen sich unversehrt verschicken, wenn man sie — wie namentlich die rosettenartig wachsenden Alpenpflanzen — sorgfältig in Wachspapier einhüllt. Der allgemeinen Verwendung dieser einfachsten aller Verpackungsweisen steht nichts entgegen, und Wachspapier sollte daher bei Alpenausflügen zu den steten Reise-Utensilien gehören." Litterarisches. Heinrich Seidels Erzählende Schriften Bd. 6 und 7 geb. je Mk. 4.—. — Verlag der I. G. Cotta- schen Buchhandlung Nachfolger, G. m. b. H., Stuttgart. Band 6 enthält unter dem Gesamttitel Phantasiestücke: Die Augen der Erinnerung. Die Geschichte eines Thales. Der Zlulpenbaum. Der Haselwurm. Waldfräulein Hecht«. Die Monate. Der Goldbrunnen. Der Trilpetritsch. Die Wirtin von Bornau. Hans Peiter Semmelmann. Tas arme alte Gespenst. Der unbekannte Garten. Professor Muckensturms „Lebensretter". Die Nebeldroschke. Das Zauber- klavier. Höchst merkwürdiges Abenteuer eines Luftschiffers. Die Seeschlange. Eine Storchgeschichte. Mondschein. Die drei Knaben. Der 7. unter dem Titel Von Perlin nach Berlin. Aus meinem Leben: Von Perlin nach Berlin. 1. Tie Vorfahren. 2. Perlin. 3. Schwerin. 4. Hannover. 5. Güstrow. 6. Berlin. Von Berlin nach Perlin. Allerlei Tiere. Polly Seidel. Ein Reiseerlebnis. Ein Tag aus dem Büreaüleben., Wie der Rosenkönig entstand. Was sich am Morgen meines fünfzigsten Geburtstages ereignete. Heinrich Seidels schlicht tiefes Empfinden und urwüchsiger Humor kommen auch in diesen letzten beiden Bänden seiner Erzählenden Schriften voll zur Geltung. Tie Erzählungen sind fast durchweg Meisterwerke liebevoller Kleinmalerei von bleibendem Wert. Jede halbwegs ansehnliche deutsche Haus-Bücherei wird Heinrich Seidels Schriften nicht entraten können. Bdt. Skaiaufgabe. Nachdruck verboten. (a b c d die vier Farben; A 3(6; K König; D Dame, Ober; B Bube, Wenzel, Unter; V M H die drei Spieler.) In Vorhand wurde folgendes a-tzandspiel verloren. b, c, dB, aA, K, D, 9; bA, D, 7. 4> A «*> *! Im Skat lag noch ein Trumpf. M hatte in seiner Sorte, 34 Auge" mehr als H. Die Gegner kommen auf 63. Wie saßen die Karten'. Wie ging das Spiel? Auflösung in nächster Nummer. Auflösung des Scherzrebus in voriger Nummer: Reiterei. Redaktion: E. Burkhardt. — Druck und Verlag der Brühl'schen UniverfitSt-.Bnch- und Steindruckerei (Pietsch Erben) in Gießen.