tr Peter ms der ie durch g sagen nie sein lit dem Großen, ^greicheI damit , „Denn haben", das hei- e waren esselben )en ver- weußen- Schluß- gezogen, n allen :ßeir auf zeit ver- schlands en leicht npfanne ßflanzen vendung ch bevor ie Mag- llgemein muherer mzen, so gedeihen )ort sehr tb lieben a, welche m mehr abenbe, bei nur irgend : am besten sie bietet ihrenb des er Mode" n Maskenelle benützt ialltoiletten gemein in» anbarbeits- bes HesteS alle Buchner Mode", immer: Nr. 11 1901. U! . rr farnrr i • M: wmtit m <1 Sonntag den 20 Januar. enn bir im Schmerz bie Thräne Von beiner Wange fließt, So benke still unb wähne, Gott habe bich gegrüßt; Er habe seine Boten Vom Himmel bir gesanbt — Ein Gruß geliebter Toten Den Weg zum Herzen sanb. I. Brunolb. (Nachdruck verboten.) Die Seekönigin. Seeroman von 'Clark Rüssel. (Fortsetzung.) „Nun, Paß auf, mein Kind", entgegnete mein Vater, indem er seine Worte mit erhobenem Zeigefinger bekräftigte. „Als ich Dir erklärte, daß ich Deine Liebschaft in die Hand nehmen und Dick zur Erklärung bringen würde, da ranntest Du auf Dein Zimmer, und ich mußte erst eine Komödie aufführen, um Dich wieder runter zu bekommen- Du weißt, was für Erfolg ich erzielt habe. Denselben Abend bot sich Dick Dir als ersten Steuermann an, tote er der meinige gewesen war — ich war zuerst sein Schiffer, und jetzt sollst Du es werden. Du hast gesehen, wie sein ich diese Angelegenheit ins reine gebracht habe, wirst also nur weise handeln, wenn Du mir auch die Bestimmungen in Betreff der Hochzeit überläßst. Du hast ja doch sonst einen ganz gesunden Verstand; wenn aber Herz und Verstand in Widerstreit geraten, giebt es stets Havarie. Wenn Du mir jetzt nicht Vollmacht erteilst, Dich sicher in den Hafen der Ehe hinein zu lotsen, wird das letzte und interessanteste Kapitel dieses Romans wohl verpfuscht werden." „Das kann ich nicht ändern, Vater", erwiderte ich. Ich war zu sehr erregt über seinen Vorschlag in Betreff des Aufgebots, um die komische Seite seiner Ausdrucksweise gebührend zu würdigen. „Ich gebe zu, daß Du mich und Richard an jenem Abend zusammengebracht hast. Vom Aufgebot kann jedoch keine Rede sein, bis Richard wieder hier cst. Es ist viel besser, wenn Du es ihm überläßst. Du hast bereits - alles gethan, was "Du kannst, und was Dir zukommt". „Nun, ich will darüber nicht mit Dir streiten", versetzte er. „Wenn ich mich auch nicht gerade besonderer Menschenkenntnis rühmen will, so kann ich eine Seemannsnatur doch ziemlich genau beurteilen. Und soviel weiß ich: Wenn Dick kein Waschlappen ist, wird er sich freuen tote ein Schneekönig, wenn er bei seiner Ankunft hört, daß die halbe Distanz znm Altar schon zurückgelegt ist. Wenn ich ein junger Mann wäre, und hätte einen Schatz an Land, würde es so recht nach meinem Sinn fein, sobald ich meine Reeder besucht, und meine Geschäfte erledigt hätte, zn Hanse mein Mädchen im Brautkleide fertig zum Kirchgänge vorzufinden. Der Pastor ist bereit, die Orgel spielt, und im Eßzimmer steht eine gedeckte, wohlbeladene Tafel, so daß alle Mann gleich loslegen können, sobald die Ringe gewechselt sind. Das ist Janmaats Geschmack, und wenn Dick nicht derselben Meinung ist, kannst Du mich erst kochen, und hinterher essen." Trotz all seiner Gründe blieb ich dabei, nichts in Betreff der Hochzeit festzusetzeu, bis Richard zurückgekehrt sei, und da der Vater mich so entschlossen fand, beruhigte er sich dabei. Am Abend des siebennndzwanzigsten saß ich mit meinem Vater am Theetisch, als plötzlich die Klingel gezogen wurde. „Rede vom Teufel!" rief mein Vater, „ob das nicht Dick ist!" Im selben Augenblick nämlich hatten wir von ihm gesprochen, und uns vorgenommen, am nächsten Abend mit dem Abendbrot auf ihn zu warten. Mit klopfendem Herzen schlich ich zur Thür nm zu lauschen. Das Dienstmädchen öffnete, ich hörte seine Stimme, riß die Thür auf, und lag in seinen Armen. Es war ein Wiedersehen, das mich für die lange Zeit des Wartens völlig entschädigte. Mein Vater kam auf ben Flur, ergriff Richard, unb zog ihn mit sich in bas Wohnzimmer? Meine Freube war umso größer, weil er vor ber bestimmten Zeit eingetroffen war: bas Unerwartete erhöhte — wenigstens auf meiner Seite — bie Glückseligkeit. Wie gut er aussah! Etwas dunkler,' roettergebrärmter als beim Abschied; ein gewisses Etwas, bas nur bas Leben auf hoher See, ber Hauch bes Ozeans verleiht, lag in feinen Gesichtszügen, unb seine dunklen Augen blitzten vor Freude. „Du bist einen Tag früher hier, Dick", sagte mein Vater, als sie sich gesetzt hatten, während ich damit beschäftigt war, den Thee für meinen Liebsten zurecht zu machen. „Kommt das daher, weil Jessie Dich im Schlepptau hatte?" „Ganz gewiß, Kapitän, ans keinem anderen Grunde", erwiderte Richard lachend, unb folgte mit mit den Augen. „Wir hatten schwere Ladung und lagen bis zu ben Rüsten im Wasser. Als wir aber erst in diese Breiten kamen, hab' ich ben alten Kasten orbentlich angestrengt. Die Leute buchten, ich wäre toll; beim ich hatte bas Groß-Royal beigesetzt, unb zwar bei einem Wetter, wo ich unter anberen Umständen boppelt gereffte Marssegel hätte haben müssen. Nenn Stnnben lang, ehe wir Lanb in Sicht bekamen, strömte bas Wasser nur so über ben Bug; in Lee staub es halb mannshoch, unb vor dem Brausen im Takelwerk konnte man sein eigenes Wort kaum verstehen." ieSen. 42 - „So ist's recht!" rief der Vater, der mit freudig glänzenden Augen und großer Teilnahme zugehört hatte. „Biegen oder Brechen'! Da sieht man erst, Mas so ein Kahn leisten kann. Das Mar auch immer mein Hauptvergnügen." „Und was hast Du für Neuigkeiten, Jessie?" fragte Richard und zog einen Stuhl zu sich heran, damit ich mich setzen sollte. „Was iit denn in Newcastle passiert, während ich fort war? Seid ihr noch alle ebenso radikal? Haben die Bagger in dem Lyne das arme alte Sunderland schon an den Bettelitab gebracht, und die ganze Schiffahrt hierher gezogen?" „Wenn Sunderland sich nicht in acht nimmt, wird das wohl bald geschehen", meinte mein Vater. „Nun, siehst Du, daß ich glücklich wieder da bin", flüsterte Richard mir zu. „Hast Du viel gemeint, Jessie? Ich hoffe nicht. Oder ist es mit Deinem hübschen Gesicht Aenso wie mit den Federn der Seevögel; sie können eine ganze Menge Nässe vertragen, ohne ihre Zartheit und Schönheit zu verlieren?" „Ich habe mich etwas gegrämt, aber nicht sehr", antwortete ich. „Und nun, wo Du wieder glücklich zurück bist, kommt es mir albern vor, daß ich mich überhaupt gegrämt habe." „Was sagst Du da?" rief mein Vater. „Sprecht ihr von eurer Hochzeit?" „Nein", antwortete ich schnell und errötete. „Dick", rief mein Vater, „weißt Du auch, daß Jeß eines der störrigsten Mädchen ist, mit denen jemals ein Vater zu thun gehabt hat? Du wirst es kaum glauben — sie behauptet, sich auf den Seemannscharakter besser zu verstehen als ich. Neulich hatte ich die Absicht, das Aufgebot anzumelden. Ich sagte: „Wenn Dick kein Duckmäuser ist, freut er sich wie ein Musikant auf den Jahrmarkt, wenn er nach Hause kommt und hört, daß die Hälste von seinem Kurs zum Altar bereits zurückgelegt ist". Jessie wollte durchaus nichts davon wissen. Sie meinte, wenn ich nicht mit Dir erst darüber redete, würdest Du mich für taktlos halten. Wenn man deshalb so. genannt wird, weil man jemand, der andere Sachen zu thun hat, Mühe ersparen will, dann kann das Wort keine so schlimme Bedeutung haben." „Ich wünschte, das Aufgebot wäre bereits erfolgt", meinte Richard lächelnd. „Siehst Du!" rief der Vater, „wer hat nun recht, Jessie?" Ich war etwas verlegen, mußte aber, als ich dem Vater einen vorwurfsvollen Blick zuwerfen wollte, über sein triumphierendes Gesicht laut lachen. „Es ist vielleicht ebensogut, daß Sie den Pastor noch nicht besucht haben, Kapitän", sagte Richard lachend. „Ich glaube, irgend etwas muß noch geschehen, ehe das Aufgebot erfolgen kann. Man muß eine gewisse Zeit in dem Hei- matsort der Braut wohnen oder so etwas. Ich weiß damit nicht so genau Bescheid, glaube aber, irgend eine solche Förmlichkeit gehört dazu." „Ich weiß n-icht", antwortete Vater. „Vielleicht kann Jeß Dich darüber aufklären. Möglicherweise hast Du recht. Wundern sollte es mich keineswegs, wenn mit einer so einfachen Sache wie mit einer Hochzeit auch noch irgend welche Flausen verknüpft wären. Die Gesetze lieben es, den Leuten Hindernisse in den Weg zu legen. Wenn die Sache wirklich so ist, dann ist es wohl am besten, mein Junge, wenn Du von Shields wegziest und hierher kommst." „Tas ist leicht gethan", antwortete Richard; „aber ich möchte Ihr Haus nicht belästigen. Jessie wird mir schon sagen, wo ich hier eine passende Wohnung finde." „Sprich bloß nicht von belästigen", sagte der Vater, indem er mir ein Zeichen gab, ihm seinen Tabakskasten zu reichen. „In welchem Hafen hast Du denn das Wort aufgegabelt, Dick? Das ist ja noch schlimmer als „taktlos". Diese alte Bude soll doch künftig Deine und Jessies Behausung sein. Vielleicht hakt Du übrigens ganz recht, nicht zu uns zu ziehen, bist Du verheiratet bist. Ich verstehe mich nicht auf die Etikette; was ich aber in diesem Punkte etwa noch zu lernen habe, möchte ich nicht erst durch das Geklatsch der Nachbarn erfahren. Doch Jeß und Du werdet darüber schon einig werden. Und nun, Dick, wie lange bleibst Du denn an Land?" „Das kommt auf die Umstände an. Die Reeder, glaube ich, werden mir ein anderes Schiff geben, wenn ich mein bisheriges Kommando niederlege", erwiderte Richard, aus dessen Blicken ich entnehmen konnte, daß er sich herzlich über meines Vaters Art und Weise zu reden freute. „Darüber beunruhige Dicb nicht", meinte der Vater. „Ich stehe dafür, daß Tu ein Schiff bekommst, sobald Du segelfertig bist. Aber ehe Tu segelst, mußt Du verheiratet sein, Dick, und ich bin dafür, daß wir mit dieser Angelegenheit sobald wie möglich zu Ende kommen". „Was sagst Du, Jessie? Jctz.bin bereit", erklärte Richard und beugte sich über mich, indem er seine Hand auf meine Schulter legte. „Du wirst glauben, daß der Vater es sehr eilig hat, mich loszuwerden." „Er wird keinen solchen Unsinn glauben", unterbrach mich mein Vater. „Weshalb hast Du Angst von Deiner Hochzeit zu reden, Jeß? Hast Du je in Deinem Leben einen bedeutungsvollen Schritt gethan? Wenn Du glaubst, daß ich es bin, der es so eilig hat, bist Du im Irrtum. Ihr seid mit einander verlobt und liebt euch. Weshalb also willst Du mir und ihm einreden. Du hättest keine Eile, ihn zu heiraten? Wenn ich nicht die Ueberzeugung hätte, daß Dick fürs Leben zu Dir stehen wird wie einer von Nelsons Matrosen zu seiner Kanone, würde ich nicht so reden. Die Liebe macht die Menschen schüchtern; sie fürchten mißverstanden zu werden, sind ungewiß und was weiß ich sonst noch. Da ist es Sache der anderen, die sich für die Angelegenheit erwärmen — wie z. B. meine Wenigkeit — einzugreifen und zu sagen: Kinder, was ihr beide wollt, weiß ich ganz genau, und werde euch zeigen, was ihr zu thun habt." „Hier ist ein Goldschmiedsladen", fuhr mein Vater fort, „wo ihr eure Trauringe bekommen könnt. Dort ist die Kirche und darin ein sehr achtbarer, netter alter Herr, der auf euch wartet. Also vorwärts! Das heißt", fügte er plötzlich hinzu, indem er seine sinnbildliche Redeweise unterbrach, und Richard sehr scharf fixierte, „wenn ihr beide es ernst meint." „Wenn wir es ernst meinen?" rief Richard, indem er meine Hand ergriff und sie küßte. „Ich kenne mein eigenes Herz und auch Jessies. Dafür stehe ich, Kapitän, daß wir es ernst meinen." „Dann", erffärte der Vater und zwar mit solchem Nachdruck, daß die Thonpfeise, die er in der Hand hielt, in zwei Stücke zerbrach, „dann macht mir weiter keine Wippchen! Laßt uns vernünftig reden, tote es erwachsenen Leuten zukommt, und jetzt sofort das Wann und Wie bestimmen. Und wenn das nach Jessies Ansicht taktlos ist, bleibt uns nichts weiter übrig, als daß wir, wenn wir damit klar sind, uns gegenseitig um Verzeihung bitten, daß wir überhaupt darüber gesprochen haben." Schließlich setzte, wie vorauszusehen war, mein Vater seinen Willen durch, und noch ehe ich das Zimmer verließ, um dem Mädchen beim Zubereiten des Abendbrots zu helfen, war mein Hochzeitstag festgesetzt. So tote an jenem Abend, too Richard sich mir erklärte, fühlte ich auch.jetzt, daß der Vater, obgleich mich zuerst fein kurzangebundenes Wesen etwas geärgert hatte, völlig im Recht sei, daß er mich und meinen Schatz besser kannte als wir uns selber, und daß unser Wiedersehen eben durch die sofortige Festsetzung des Hochzeitstages noch verschönt wurde. Ich weiß wenigstens, sobald tdj das Zimmer verließ, kam es mir vor, als schwebte ich im Walzertakt die Treppe hinunter; so froh und glücklich fühlte ich mich. Der Spiegel neben der Thür zeigte mir ein so strahlendes Gesicht, daß es mir gar nicht mein eigenes zu sein schien, sondern das des leibhaftigen Frohsinns. Ein einziger Gedanke trübte meine Freude, nämlich der Tod meiner Mutter. Meine Heirat konnte mich allerdings nicht zwingen, die Trauerkleider abzülegen, und doch fühlte ich, daß es mit dem Kummer, den ich jedesmal empfand, wenn ich an" meine teure Mutter dachte, besser übereingestimmt hätte, die Hochzeit noch bis zum Ende des Jahres zn verschieben. Ich sollte ja aber einen Seemann heiraten. Wenn er einmal erst England verließ, konnte man ja gar nicht wissen, wann er zurückkehren würde. Dadurch, daß jetzt unsere Herzen vor deut Altar vereinigt wurden, und ich dann als Gattin den Himmel in meinen Gebeten anflk zu r Mut: nm 1 temb ich ke wir flüge Der toom See: den 1 weite 1 stattf noch den Tarb Das „Dre stattf meist Dodd Nove Entse Mittc nach um i bring S des S mitte erblic ihren Eisde Wind versch offen: keine, nach Fenst in toi Nicht macht junge herun sofort teres stämn war i mögli Wille: geräu an di Kinde er ver Schril es Pe T A Eisflä schon A Windi sein K liehe $ haar ' 43 - . glaube ch mein :rb, aus herzlich le. ■ Vater, ald Du heiratet gelegen- Richard f meine ir eilig terbrach Deiner m einen bst, daß u. Ihr alb also ne Eile, g hätte, aer von nicht so fürchten as weiß sich für Zenigkeit je wollt, > ihr zu n Vater Dort ist er Herr, ", fügte edeweise enn ihr ndem er eigenes das; wir solchem ad hielt, er keine achsenen and Wie taktlos wenn g bitten, in Vater verließ, wots zu erklärte, erst fein öllig im nute als )urch die tt wurde, verließ, ; Treppe Spiegel cht, daß >ern das e trübte Meine Trauernit dem l meine )ie Hoch- sch sollte mau ja Dadurch, wurden, Gebeten anflehen durfte, meinen Gatten in seinen gnädigen Schutz zu nehmen, dadurch toutbe boch bem Gebächtnisse meiner Mutter kein Unrecht zugefügt, unb meine aufrichtige Trauer um sie nicht verminbert. Unsere Hochzeit sollte in ber dritten Woche des September stattfinden, und — augenblicklich wenigstens — hatte ich keine Langemeile mehr. Richard war täglich bei mir, und war unternahmen während dieser drei Wochen viele Ausflüge — selbst bis nach Morpeth, Rothbury und Durham. Der Vater begleitete uns niemals. Er ließ uns allein, womit wir natürlich sehr einverstanden waren. An der See war unser Lieblingsaufenthalt, am Strande und auf den braunen Felsen von Cullerroats und Whitley oder noch weiter bis nach der Insel St. Mary. Unsere Trauung sollte in aller Stille in der Kirche stattfinden. Es sollten keine Brautjungfern dabei sein, noch sonst irgend welche öffentliche Schaustellungen. Von den eingeladenen Freunden sollten nur drei, Salmon, Tarbit und dessen Frau als Trauzeugen gegenwärtig sein. Das Frühstück sollte um halb ein Uhr mittags in den „Drei indischen Königen", einem Gasthause unten am Kai, stattfinden. Das alte Haus war ein Stammlokal der meisten Seeschiffer und Reeder; der Wirt hieß Tommy Dodds. (Fortsetzung folgt.) Peter Micheiloff. Rovellette aus dem Russischen von Adolf Burghardt. (Nachdruck verboten.) Iwan Petrowitsch hatte soeben etwas Furchtbares, etwas Entsetzliches mit ansehen müssen. Von seinem gewohnten Mittagsschläfchen erwacht, trat er ans Fenster und schaute nach Peter Micheiloff aus, der in den Wald gefahren war, um einige junge Fichten zu fällen und aus den Hof zu bringen. Schon zum Mittagessen hätte er zurück sein müssen. Als Iwan Petrowitsch, ärgerlich über die Saumseligkeit des Knechtes, den Weg hinunter sah, der an dem in unmittelbarer Nähe des Gutes gelegenen See entlang führte, erblickte er seine Tochter Nadina Iwanowna, welche sich mit rhrem Verlobten Konstantin Kussoff auf der spiegelblanken Eisdecke des Sees mit Schlittschuhlaufen vergnügte. Mit Windeseile glitt sie dahin, und plötzlich — plötzlich . . . verschwand die zierliche Gestalt vor seinen Augen in einer offenen Stelle des Eises. Er stand sprachlos, er brachte keinen Ton aus seiner Kehle, — er wollte in fliegender §iast nach dem See hinunter eilen, blieb aber wie gebannt am Fenster stehen. Ta sah er, wie Konstantin Küssow der gefährlichen Stelle in weitem Bogen auswich und hastig dem Ufer zustrebte. Nicht einmal eine Verwünschung über den Feigling vermochte Iwan über seine blutleeren Lippen zu bringen. In diesem Augenblick der höchsten Gefahr kam ein mit Jungen Fichten beladener Schlitten die Biegung des Weges herunter gesaust. Peter Micheiloff lenkte den Schlitten und sofort hatte er das Entsetzliche wahrgenommen. Ohne weiteres sprang(er von dem Schlitten, eins der schlanken Fichten- stammchen ergreifen, die Böschung des Ufers hinabzueilen, war das Werk eines Augenblickes. .. Iwan Petrowitsch hätte jubeln mögen, wenn ihm dies IHogucf) gewesen wäre. Mit dem ganzen Aufgebot seiner WUlenskraft schob er sich nach der Thür, durchquerte den geräumigen Hof, um nach der Landstraße zu taumeln, die den See führte. Helfen wollte er bei der Rettung seines Krndes!. Mle-Herligen rief er um Hilfe an, er that Gelübde, er versprach Opfer zu bringen; . . . wenn er jetzt noch einige Schritte vorwärts kam, — dann konnte er schon sehen, vb es Peter gelungen war... Doch, was war das? seine Augen, geblendet von der schimmernden Eisflache, einen Augenblick abwandte, sah er da nicht Peter schon mit rüstigen Schritten auf sich zukommen?- Wahrhaftig, er war es ! ©ein gelbes Haar flatterte im Winde, und auf den Armen trug er eine triefende Last: fein Kind, feine Nadina! Schwer und leblos hing der jugendliche Körper in den Armen Peters, das lange üppige Gold- haar hatte sich gelöst und schleifte über den Schnee. Iwan Petrowitsch sank in die Knie, — das war zu viel für fein Baterherz. „Väterchen, ich bringe Fräulein Nadina!" ries ihm der Knecht zu, während ein freundliches Grinsen über sein gutmütiges Gesicht glitt. „Ter Himmel schickte mich gerade zur rechten Zeit, um das Fräuleinchen aus dem Loch zu ziehen. Er stampfte mit langen Schritten an Iwan Petrowitsch vorüber, in der Msicht, seine kostbare Last so bald wie möglich der mütterlichen Sorgfalt zu übergeben. Mühselig erhob sich Iwan Petrowitsch und keuchte hinter Peter her. Sprechen konnte er nicht. Tie Augen starr auf den Schnee gerichtet, über welchen das Haar seiner Tochter geschleift war, wankte er, ein Bild des Jammers, nach dem Herrschaftshause. Erst als Mutter Wanmara, ahnungslos die Thür öffnend, den Aermsten empfing, gewann er seine Sprache wieder. Während Nadina unter den Bemühungen ihren Mutter und der helfend eingreifenden Mägde des Hauses bald ihre Augen aufschlug, tobte Iwan Petrowitsch im Wohnzimmer umher, schreckliche Verwünschungen gegen diesen Feigling von Verlobten ausstoßend, der sein einziges Kind hatte untergehen sehen, ohne ihm die rettende Hand entgegen zu strecken. Sollte dieser erbärmliche Wicht sich noch einmal auf seinem Hofe blicken lassen, so ließ er ihn mit den Hunden hinunter hetzen und dann brannte er ihm eine Ladung Schrot ganz sicher auf das elende Fell! Was hatte er für schreckliche Augenblicke soeben durchmachen müssen, und sollte er hundert Jahre alt werden, die würde er auch dann nicht vergessen. — Väterchen Petrowitsch hatte sich endlich etwas beruhigt. Zwar wanderte er noch ruhelos im Wohnzimmer auf und ab. Nur an einem kleinen Schränkchen blieb er von Zeit zu Zeit stehen, um ein Gläschen Wuttki zu genießen, der feinen vor Schreck erstarrten Körper bald wieder belebte. Nadina steckte in einem Berge von Betten und wurde mit Fliederthee gefüllt. Sie hatte ihre Mutter wegen des Schreckens, den ihre Unvorsichtigkeit ihr verursacht hatte, um Verzeihung gebeten. Konstantin habe ihr, so erzählte sie, einen Wettlauf auf dem Eise vorgeschlagen, und da fei sie im Eifer gerade in die offene Stelle des Sees geraten. Anfangs habe sie sich an der Eisdecke festgehalten, aber mit Entsetzen bemerkt, daß Konstantin davongelaufen sei. Dann müsse ihr die Angst die Besinnung geraubt haben, — auf welche Weise Peter Micheiloff sie gerettet habe, wisse sie nicht mehr. . . Ms Nadina ihren Bräutigam Konstantin erwähnte, zitterte ihre Stimme, und die Röte der Verlegenheit färbte ihr blasses Gesicht. Tie Eltern fühlten es wohl: sie schämte sich der feigen Handlungsweise ihres Verlobten. Iwan Petrowitsch sagte kein Wort, aber er ballte die Faust in der Tasche. Sein Entschluß war gefaßt: Konstantin Kussoff betrat sein Haus nie wieder! Nun erwartete er Peter Micheiloff, den er nach seiner Kammer geschickt hatte um sich umzukleiden. Tann sollte cr wieder kommen, hatte ihm sein Herr befohlen. Peter mußte auf seine Toilette ganz besondere Sorgfalt verwenden; denn er hätte schon längst wieder da sein können, um seinen Tank in Empfang zu nehmen. Ungeduldig trat Iwan ans Fenster — es war noch kein Peter Micheiloff zu sehen. Aber halt. . . Iwan traute seinen Augen kaum. . ., drückte sich da nicht Konstantin Kussoff zwischen den Scheunen umher? Väterchens Gesicht wurde kirschrot vor Wut, er hob drohend den Arm und hätte in seiner Aufregung im nächsten Augenblick die Fensterscheibe zerschlagen, wenn nicht jemand hinter seinem Rücken plötzlich zwei Mal herzhaft genießt hätte . . . Peter Micheiloff hatte sich offenbar bei seinem Rettungswerk einen tüchtigen Schnupfen geholt. Blitzschnell wandte sich Väterchen uni. Wahrhaftig, da stand der so heiß ersehnte Lebensretter, mitten im Zimmer in der Pracht seines Sonntagsstaates, das runde Gesicht glänzte vor Sauberkeit. Tie strohgelbe Mähne war künst- gerecht gescheitelt und mit Hilfe einer Portion Wasser auf dem Schädel festgeklebt. In den roten Händen drehte Peter verlegen die Pelzmütze hin und her. „Komm' an mein Herz", rief Iwan Petrowitsch und warf seinen wohlgenährten Körper gegen die breite Brust 44 chen. „9hm gut, aber stelle Dich zum Abendl^t wieder ein. Aber ich möchte Dich schon jetzt ir > mit leeren Händen aus dem Hause gehen lassen. Was soll ich Dir fdienten, sage mir, was möchtest Du gerne haben?" _ Peter lächelte glückselig vor sich hin. „Welchen Wunsch Du auch immer hast", bestätigte Iwan Petrowitsch, „er wird Dir erfüllt werden. Forderst Du das Liebste, das Beste von uns . . ., es ist Dein!" Peters Brust hob und senkte sich, er rang nach Atem, dann stammelte er: „Nun, wenn Kaminka mir durchaus eine Gunst gewähren will", — er zerrte krampfhaft an der wieder aufgedrehten Pelzmütze, — „und weil heute gerade mein Geburtstag ist, . . . und weil im Herbst die Bienen so gut eingetragen haben, so bitte ich aber gehorsamst nm ein--Weißbrötchen mit Honig bestrichen!" Geineinnützigcs. Um sich auf leichte Weise zu erwärmen, genügt das einfache Mittel, mit geschlossenem 9Nunde einige lange tiefe Atemzüge zu thun und dieselben so oft zu wiederholen, bis die Wärme vollständig zurückgekehrt. Durch die Tiesatrnung wird der Kreislauf des Blutes befördert und dem Blute frischer Sauerstoff zugeführt. Dieses strömt infolgedessen lebhafter in alle Ausläufe der Adern und erzeugt mehr Wärme. Bekanntlich ist auch eine derartige Atemgymnastik befähigt, verschiedene Krankheiten zu verhindern oder zu beseitigen, vorausgesetzt, daß man sie vernünftig und richtig anzuwenden weiß. S. Gegen den blauen Husten oder Keuchhusten ist folgendes Mittel immer von gutem Erfolg, da es den damit Heimgesuchten schnell Linderung bringt. Man nimmt eine Handvoll junger Zweigspitzen des Pfirsichbaumes, diese können 8—10 Zentimeter lang sein, legt sie in zwei Liter Wasser und läßt dieses bis zur Hälfte einkochen. Man entfernt dann die Pfirsichzweige und setzt ein Pfund reinen Bienenhonig zu. Sodann läßt man langsam kochen, bis das Ganze ein Syrup geworden ist. Ten Kranken giebt man morgens, mittags und abends vor dem Schlafengehen je einen Eßlöffel voll. Nach 3—4 Tagen ist der hartnäckigste Husten gänzlich verschwunden. D. Blumenpflege. Nelken st ecklinge. Ter Januar ist eine passende Zeit für Nelkenstecklinge. Man nimmt hierzu einen 10 Zentimeter und einen 7 Zentimeter weiten Blumentopf. Tas Loch des letzteren verkittet man und läßt den Kitt trocknen. In den größeren legt man zu unterst Scherben und daraus so viel Erde, daß der kleinere, hineingesetzte Topf feilten Rand in gleicher Höhe wie der größere hat. Ten Zwischenraum zwischen den beiden Töpfen füllt man mit Erde, in die man die Stecklinge einsetzt. Der innere Topf wird mit Wasser gefüllt und giebt dasselbe diirch seine poröse Wand so langsam ab, daß man mit dem Nachfüllen ordentlich zuwarten kann. In vier bis sechs Wochen sind die Stecklinge kräftig bewurzelt. („Wiener Mode.") Litterarisches. Kindee-Zeituns. Herausgegeben von Felix von StengUn, Groß-Lichterfelde. Inhalt von Nr. 14. Was in der Welt vorgr-r Der Winter; Der Wiederhersteller der Wartburg gestorben; Der Finde mit China; Schifffahrt unter Wasser; Etwas vom Schornsteinfegerjungen; Eine Geschichte vom Steinadler; Kleine Notizen. Aus dem Reiche der Natur: Der Beobachter in Wald und Feld: Hirsche auf dein Nesselberge. „Das geheimnisvolle Haus." lForis.) „Jndiancr- lcben im Thüringer Wald" (Forts.). Briefwechsel. Anzeigen. Zu beziehen durch alle Postanstalten, Buchhandlungen und die Geschäft' stelle in Groß-Lichterfelde, Dahlemerstr. 75. Scherzrebns. Nachdruck verboten. ’TTT '3 Auflösung in nächster Nummer. Auflösung des Bilderrätsels in voriger Nummer: Kunst geht nach Brot. Peters, der in seiner Verlegenheit über die sonderbare Situation ein freundliches Lächeln aussteckte. „An mein Herz", rief der Gutsherr noch einmal und schüttelte Peter hin und her, um ihm so recht seine Freude llar zu machen. „Weißt Du, was Du bist, Du Glückspilz? — Der Lebensretter meiner Tochter! Und weißt Du, was das bedeutet?" . , . Peter grinste vor Verlegenheit und zerrte an seiner Pelzmütze, daß sie in allen Nähten krachte. „9tein, Du weißt es nicht?" kreischte Iwan Petrowitsch wieder, aber Du sollst es erfahren, mein Sohn, ich weiß, was es heißt, dankbar zu sein! Hier stärke Dich erst em wenig", —er goß Peter ein Gläschen Wuttki ein, — „nachher können wir ja ein Verlobungsmahl halten, — nun komm' mit, zu den Tarnen, Nadina und mein Mütterchen wollen Dir persönlich danken!" . Peter schüttelte sich, mit Gewalt mußte ihn sein Herr ins anstoßende Zimmer ziehen. Mütterchen stand am Bett Nadinas. „Tu hast mein Kind gerettet", sagte sie bewegt zu Peter und reichte ihm die Hand. „Wie soll ich Dir danken? Ohne Dich wäre ich jetzt die unglücklichste Mutter der Welt." „Oh, oh, Mütterchen", stauzmelte Peter, und eine glühende Röte zog sich über sein Gesicht bis unter sein strohgelbes Haar. „Reich' auch mir die Hand, die mich gerettet , flüsterte jetzt auch Nadina mit ihrer melodischen Stimme und streckte Peter ihr zartes Patschelchen entgegen. Verlegen trat Peter einen Schritt zurück. Laß Dir.nur ruhig von dem Mädel die Hand drucken', ermunterte ihn Väterchen Petrowitsch, der die Wutikiflasche geholt hatte und Peter zur weiteren Stärkung ein Gläschen einschenkte. „Nadina ist dankbar, sie weiß, was sie Dir schuldig ist." , , . t r ,, , „Ja, ich weiß es", bestätigte Nadina, indem sie beherzt die Rechte Beters ergriff. „Ohne Deine Hilfe läge ich jetzt starr und steif in dem grausigen Wasser, vielleicht Monate lang, bis die Frühlingssonne das Eis schmilzt . . ." Nadma schloß bei diesem Gedanken an das grausige Bild die Augen. , Oh, oh, Fräulein Nadina", lachte Peter, „so schlimm wäre es denn doch nicht geworden. Väterchen hatte den ganzen See aufhauen lassen, und dann hätten toir Sie ja bald gefunden." Nadina blickte ihn verständnislos an. Mütterchen unterbrach die Stille. „Wenn Du einen Wunsch hast, Peter, so sprich ihn aus", meinte die alte Dame, „ich möchte Dir gern an dem Tage, an welchem Du uns vor einem furchtbaren Unglück bewahrt hast, eine Freude bereiten." ' „Oh, oh, Mütterchen", lehnte Peter diese Freudenkund- gebuug ab, „so schlimm war die Sache gar nicht. Ich sah Fräulein Nadinas Haar", — er zeigte auf eine goldschim- mernde Strähne, die auf der Decke lag, — „durch das dünne Ms schimmern, mit der ein Teil des offenen Wassers überzogen war. Ich schlug das Ms durch, erfaßte das Fräulein, dann war alles erledigt; es war garnicht so schwer!" Bei diesen Worten hatte Peter seine Mütze zu einem dicken Knoten znsammengedreht. Eine weitere Drehung war nicht mehr möglich, deshalb fing Peter an, den Knoten wieder zu entwirren. „Hast Tu auch den sauberen Herrn Konstantin Kussoff gesehen?" fragte Iwan Petrowitsch verächtlich. . „Er lief davon, um Leute zu holen, Väterchen", erklärte „Ja, ja, er Hef davon, wir haben es gesehen", schrie Iwan Petrowitsch wütend. „Auf Konstantins Gute ist kein See, kaum ein kleiner Teich; Fräulein Nadina wird dort nie in Gefahr kommen, zu ertrinken", erklärte Peter mit seinem freundlichsten Lächeln. Nadinas Augen füllten sich mit Thräuen. „Tu hast Recht, Peter, dort werde iä) nie in einer Gefahr schweben", sagte sie leise. Peter Micheilofs hatte sich mehr und mehr der Thür zugeschoben, er wollte offenbar das Freie gewinnen. Nadina mußte über seine Tölpelhaftigkeit lachen. „Du willst uns schon verlassen, Peter?" fragte Mütter«ebaltion: E. Burkhardt. - Druck und Verlag der Brühl'schen UmverfitLt«-Bnch. und Steindruckerei (Pietsch (Erben) in Wege*. M - 1 I Ei Sorge denen Maße, der Fr J< reeber- stehen und ic inachei und n würdii unglüc indem „Die t die ge heutig H' Gaben ihre I Sinn, ein Pc Kapitä Steuer das er Kapitä Regen! Orkan aufbeit ganze < Segel Haush