WM. Bffl rau W W W; Gut - aut! Ich erlasse Ihnen eine weitere Recht- eriiaunq. Am Ende war ja das Ganze auch;. nur em Sjchxrz. Und ich werde es wohl von vornherem dafür gehalten haben, da ich- Ihnen auf dieselbe Werse diente. Nur daß, ich; leider allem Anschein nach, weniger scharfblickend und jederrfalls viel leichtgläubiger^gewesen brn als Sie, mein gnädiges Fräulern! Sre wurden dre Wahr- beit über meine Person noch- an demselben Tage erfahren haben, wenn es nicht durch Ihre Flucht unmöglich gewesen wäre — ich aber habe wochenlang dre Schwerz nach allen Richtungen durchstreift, um das vermeintlrche Fräulern Else Werner wiederzufinden, und ohne dasglucklrche Ungefähr des heutigen Tages wurde ich vrellercht noch ^ahre hindurch fortgefahren sein, nach rhr zu suchen . „Sie erwarten natürliche nicht, daß rch, rm Ernst an diese" Nachforschungen glaube." , Fjch bin bereit, den Beweis dafür zu erbrrngen, wenn meine Versicherung Ihnen nicht genügt. Als Sre an dresem Morgen in der Wohnung Ihres Herrn Bruders plötzlich wie eine himmlische Erscheinung vor mrr standen, durste ich; ja nicht zeigen, was ich; empfand-, uno mußte meine ganze Selbstbeherrschung aufbieten, die Freude des unerwarteten Wiedersehens zu verbergen. Jetzt aber — — die Situation noch wenrger danach angethan, daß "Sie sie zeigen dürften! Wir wollen das Vergangene auf sich; beruhen lassen Herr^Assessor; denn dre Veranlassung meines Kommerrs ist, tote Sre sich wohl denken können, eine ganz andere. Mern Bruder ist ^hr Gegner in einem Prozeß. Und wegen dieses Prozesses wollte ich mit Ihnen sprechen." „ . „ ,T ., „Ich bin ganz zu Ihrer Verfügung, obwohl rch es, offen gestanden, vorziehen würde, von angenehmeren T-rngen zu plaudern. Sie sind also von der leidigen Asfarre unter» bin nicht nur davon unterrichtet, sondern ich bin auch einigermaßen an dem Ausgang interessiert. Sie wissen wahrscheinlich nicht, daß mern Bruder mrt der Tochter des Herrn Georg von Restorp verlobt rst? „Die Thatsache war mir allerdrngs nrcht bekannt. Und ich; gestehe, baft sie nicht sehr erfreulicp sur mich ist. Denn nun werden ja auch! Sie mich wahrscheinlich mrt den Augen einer Gegnerin betrachten." _ „Ich würde nicht hier fern, wenn es so Ware. Bon Ihnen allein wird es abhängen, ob Äh mrch auf dre Seite Ihrer Widersacher oder auf dre ihrige stelle. - Nun endlich; glaubte er, ohne Furcht vor Zurückweisung einen wärmeren Ton anschlagen zu dürfen. , Suaen Sie mir, was ich- thun muß, Fräulern Hanna, um Ihre Bundesgenossenschaft zu gewinnen. Wenn Sre das Schwerste verlangten, für einen solchen Prers wurde ich; - -"" ie Wahrheit ist im Wein — Das heißt: in unfern Tagen - Muß einer betrunken sein, Um Lust zu haben, die Wahrheit zu sagen. ■ Rückert. - (Nachdruck verboten.) Die Göttin des Glücks. Roman von Reinhold Ortmann. (Fortsetzung.) „Und woher nahmen Sie diese Gewißheit? Meine Handschrift konnte Ihnen nicht bekannt fern, und Sre dursten unmöglich annehmen, daß; ich Verlangen trüge, eine Be- ""'"Wei’n Ende künden batte wollen Sie sagen", fiel er rhr rasch und heiter ins Wort. „Vorzeitig und für mich;, der ich an jenem Tage dre schmerzlichste ^nr täuschung meines Lebens erfuhr. Ah, wenn Sre mrch hatten sehen können, wie ich mit z;erschundenen Händen- und Dnen in der Sckmübütte ankam, ernen machtrgen Eoelweißsirausz i" der hink' nnd di- glückseligste H°!!mmg ta.Ser» en - und tote ich! dann erfuhr, daß Sie schon^sett mehreren Stunden fort seien, ohne auch! nur einen Gruß, sur mich Zurück tu lassen oder ein einziges, kleines verheißungsvolles L-Ln -T'e würde» sich wegen Ihrer ®Muf«mte,l NN» heute die allerbittersten Vorwürfe machen. Weshalb, um des -Himmelswillen, haben Sie mir das ^g/ntUch angethan „Meinen Sie nicht, Herr Regierungs-Assessor daß dw ^Reifte factoen, t)OT dtlcrn nit tn i r todre, roinn \ kleinen Reiseerlebnis zwischen uns überhaupt noch einmal die Rede sein soll?" . ^„rnnnirn „Ah, W verstehe", lachte er, „es ist mern Inkognito, wegen dessen Sie Aufklärung zu erhalten wünschen, ^a, werden Sie mir auch ganz gewiß nicht böse sein, to n ) fic Ihnen w a. d-sh-lh büse M müßte, so will W allerdings lieber oaraus verzichten. „Nein, im Grunde haben Sie gar kerne Beranlassung mir zu zürnen — auch; wenn ich Ihnen freimütig gef ii , daß es meine Wsfcht war, Sie ein wenig auf die Pr z stellen." „Eine seltsame Probe — in der That. Und was war es, das Sie damit ergründen wollten?" _ „Ich; wollte mich überzeugen, ab es wirklich- und to .n- hastig nur meine unbedeutende Person gewesen war, i Sie--" Aber sie unterbrach ihn mit einer ungeduldigen Handbewegung. v „Wie können Sie mir Versprechungen machen, ehe Sie den Wert dessen kennen, was ich) Ihnen zu bieten habe. Sie scheinen noch immer zu glauben, daß es mir darum zu thun sei, galante Phrasen zu vernehmen. Aber ich wünsche durchaus lebhaft mit Ihnen zu sprechen. Je bestimmter wir uns zunächst aus das rein Geschäftliche beschränken, desto schneller werden wir zum Ziel gelangen." Es mußte ihr trotz des geöffneten Fensters noch, immer sehr warm sein; denn sie schob den Schleier empor, durch dessen dichte Maschen er bis dahin eigentliche nur ihre Äugen hatte leuchten sehen, und er war auss neue betroffen von ihrer außerordentlichen Schönheit-, „Es wird eine geschäftliche Verhandlung sein, bei der von vornherein aller Vorteil auf Ihrer Seite ist", sagte er, sie unverwandt ansehend. „Ich zweifle keinen Augenblick, daß ich den Kürzeren ziehen werde, aber ich werde auch die Niederlage noch als ein Glück empfinden." „Sie wissen, daß die streitige Angelegenheit durch die Auffindung eines von Ihrem Vater geschriebenen Briefes in ein ganz neues Stadium getreten ist. Die Berechtigung des Restorpschen Anspruchs ist damit so gut wie erwiesen." Er konnte seine Augen nicht von ihrem Gesicht los- Machen, und über dem Entzücken, in das ihr sinnbe- thörender Liebreiz ihn versetzte, hörte er kaum, was sie sprach«. „Ja, allerdings", sagte er zerstreut, „es gewinnt den Anschein, daß: es so ist." „Wenn Die es auf eine gerichtliche Entscheidung ankommen ließen, würden Sie den Prozeß ohne Zweifel verlieren." Ter unangenehme Klang dieses Wortes ernüchterte ihn. Ein lebhaftes Mißtrauen hinsichtlich ihrer ihm bis jetzt noch völlig unverständlichen Absichten begann sich! in ihm zu regen. „Tas ließe sich! immerhin abwarten. Vor allem müßte doch wohl die Echtheit des Briefes, der so merkwürdig spät zum Vorschein kommt, überzeugend nachgewiesen werden." „Ta Sie ihn selbst in den Händen gehabt haben, wissen Sie sehr wohl, daß er echt ist. Ihre Gegner sind ohne weiteres bereit, ihn jeder Begutachtung durch Sach^- verständige unterwerfen zu lassen. Ich weiß ja nicht, welches Interesse Sie an einer Verschleppung der Entscheidung haben können, aber — —" Jetzt war es der Assessor, der sie unterbrach. Einer plötzlichen Eingebung folgend, sagte er, indem er einen Schritt weiter auf sie zutrat: „Ich habe gar kein Interesse daran, Fräulein Hanna, sondern ich! würde in dem Augenblick, w!o ich von der Gerechtigkeit des Restorpschen Anspruches vollkommen überzeugt wäre, auf jeden annehmbaren Vergleich eingehn. Aber es müßte eben ein annehmbarer Vergleich! sein das betone ich ausdrücklich. Wenn ich die Hälfte des Kaufpreises, der mir für das Salzbergener Terrain geboten worden ist, an die Restorpschen Erben abtreten sollte, so wäre ich! einfach ruiniert. Und einer solchen Forderung gegenüber würde ich! es denn doch lieber auf den Prozeß ankommen lassen." „Aber man spricht doch davon, daß Ihnen vier Millionen gezahlt werden sollen." „Mlerdiugs. Und Sie meinen, daß ich mit zweien davon recht zufrieden sein könnte, nicht wahr? Leider aber sind meine Verhältnisse nicht so glänzend, daß ich einen derartigen Ausfall ohne großen Kummer hinnehmen dürfte. Ich habe große Verpflichtungen zu erfüllen, die zum Teil noch von anderen, minder glücklichen Unternehmungen meines Vaters herstammen, zum Teil durch! meine eigene Lebenshaltung bedingt sind. Ich, habe mir da zum Beispiel vor kurzem einen Rennstall eingerichtet, der zwar später die aufgewendeten Kosten reichlich wieder einbringen wird, der aber zunächst mehr als eine halbe Million verschlungen hat. Dazu kommen der Bau meines Schlößchens in Wiesbaden und mancherlei große Ausgaben, die ich vielleicht um ein Beträchtliches eingeschränkt hätte, wenn, ich nicht nach Lage der Tinge vollauf berechtigt wäre, mit jenen vier Millionen fast wie mit einem schon in meinen Händen befindlichen Kapital zu rechnen. Würden sie auf die Hälfte zusammenschrumpfen, so geriete ich' unfehlbar in sehr ernste Verlegenheiten; denn der größte Teil meines Vermögens besteht in unbeweglichem Besitz, der sich nicht von heute auf morgen zu Geld' machen läßt. Man kann einer Dame das alles nicht so mit wenig Worten erklären. Wer Sie dürfen mir glauben, Fräulein Hanna, daß es die reine SSßljrtjett ift/' Ihre Augen waren größer geworden, als er seines Rennstalls und seines Wiesbadener Schlößchens Erwähnung gethan. In schnellen Atemzügen hob und senkte sich ihre „Und weshalb gewähren Sie mir so offenherzig diesen Einblick in Ihre Verhältnisse? Weil Sie mich, für eine freiwillige oder bestellte Unterhändlerin Ihrer Gegner halten — nicht wahr?" Er zuckte lächelnd mit den Achseln und schwieg. Hanna aber fuhr, ihn fest ansehend, mit gedämpfter Stimme fort: „So lassen Sie mich Ihnen denn sagen, daß Sie im Irrtum sind. Nicht um mit Ihnen zu feilschen, bin ich gekommen, sondern um Ihnen die ganze Summe zu retten, wenn — wenn Sie es so wollen." Er warf überrascht den Kopf zurück. „Ist das Ihr Ernst, Fräulein Hanna? Und wodurch wollten Sie dies Wunder bewirken?" „Ter einzige Beweis für die Restorpschen Ansprüche ist der Brief, den Ihr 'Vater an seinem Todestage schrieb. Ist Ihnen seit dem Augenblick, da Sie von seinem Vorhandensein erfuhren, noch niemals der Wunsch gekommen, daß ein glücklicher Zufall ihn wieder verschwinden lassen möchte, wie ein Unglücklicher ihn aus seiner Verborgenheü an das Licht gezogen?" Ihre Blicke begegneten sich und Hubert' Wedeking hatte wie von einem grell aufzuckenden Blitzstrahl erhellt gesehen, was ihm bis dahin dunkel und unbegreiflich gewesen war. Nun wußte er, weshalb sie gekommen war und was sie ihm zu bieten hatte. Aber er glaubte auch: den Preis zu kennen, den sie dafür fordern würde, und diesen Preis konnte er nicht zahlen. „Es ist möglich daß mir in meinem ersten Aerger dieser oder ein ähnlicher Wunsch gekommen ist", sagte er ausweichend. „Aber abgesehen davon, daß seine Erfüllung sehr wenig wahrscheinlich wäre, hätte ich durch ein Verschwinden jenes Dokumentes wohl noch nicht viel gewonnen. Man hat Abschriften von seinem Inhalt genommen, und es giebt ohne Zweifel Zeugen, die das Vorhandensein eines Originals zu diesen Kopien beeidigen könnten." „Sein Vorhandensein — ja; doch nicht zugleich' seine Echtheit. Ein Schriftstück, das Ihnen und dem Gericht nicht mehr zur Prüfung vorgelegt iverden könnte, wäre so gut wie nie gewesen." „Und morgen würde dann vielleicht ein anderes auftauchen, dessen Beweiskraft eine noch größere ist Wer weiß, welche geheimnisvollen Schätze sich! noch in dem Nachlasse dieses Dietrich von Restorp verbergen." „Keine, die Ihnen gefährlich! werden könnten. Dafür vermag ich jede Bürgschaft zu übernehme«." „Sie, Fräulein Hanna?" fragte er zweifelnd. Aber seine Züge nahmen einen gespannteren Ausdruck an, und der schwimmende Champagnerglanz verschwand aus seinen ernst und nachdenklich, blickenden Augen, als sie ihm in hastigen Worten sagte, daß sie es gewesen sei, die jenen Brief unter Dietrich! Restorps hinterlassenen Papieren g®* funden. Hatte er in ihrem halb angedeuteten Vorschläge bis dahin nur eine abenteuerliche Frauenzimmer-Idee gesehen, die keiner ernsthaften Beachtung wert sei, so begann er jetzt zu ahnen, daß sie nach! einem sehr wohlüberlegten und Aar vorgezeichneten Plane handle, den kennen zu lernen immerhin nützlich sein konnte. „Das ganze Mißgeschick habe ich- also nur Ihnen zu danken?" sagte er jm Ton eines scherzenden Vorwurfs- „Wahrhaftig, der Zufall rüttelt uns Menschenkinder zuweilen doch auf eine recht wunderliche Art zusammen. „Ja", bestätigte sie. „Nur daß wir ihn eben nM zum Herrn über uns und unser Schicksal werden laste dürfen. Was ich Ihnen zugefügt habe,, ohne zu wissen, oay Sie der Feind waren, den es zu besiegen galt, noch! idp. 327 es sich wieder gut machen — wenn Sie damit einverstanden sind, daß es geschehe." Er stand jetzt hart an Ihrer Seite, und Hanna wich nicht zurück, als er sein Gesicht dem ihrigen ganz nabe brachte, um ihr zuzuflüstern: „Darf ich! mich! denn damit einverstanden erklären? — Auch chenn ich für meine eigene Person die Folgen nicht fürchtete, — darf ich um meines Vorteils willen Dich einer Gefahr aussetzen, Hanna?" Ihre Wangen röteten sich ein wenig, als sie den warmen Hauch seines Atems an ihrer Schläfe fühlte, aber ihre klaren Augen hielten seinen brennenden Blicken ruhia Stand. „Es ist keine Gefahr dabei, — für Sie so wenig als für mich. Ich! kann das Blatt verschwinden lassen, ohne daß auch! nur der Schatten eines Verdachts auf mich fällt. Man wird überhaupt nicht an eine Entwendung, sondern an einen unerklärlichen Zufall glauben. Und selbst wenn ich .mW darin täuschen sollte, wird niemand auf der ganzen Welt so sicher vor jedem Argwohn sein, als gerade ich!." (Fortsetzung folgt.) Katechismus der Chemie. von Dr. Heinrich Hirzel. Achte, vermehrte und verbesserte Auflage. Mit 32 Abbildungen. In Originalleinen- Land 5 Mark. Verlag von I, I. Weber in Leipzig. Tie großartige Entfaltung der chemischen Industrie rn Deutschland, ebenso wie die Ausgestaltung des chemischen Unterrichts in unserem Vaterlande wird selbst von den nichtdeutschen Nationen willig anerkannt. Wenn aber dieser hohe Rang auf die Dauer behauptet werden soll, so müssen dre Errungenschaften der Forscynng Gemeingut sehr großer Kreise des deutschen Volkes werden; denn welcher Zweig der Industrie und des Gewerbes ist von den außerodent- llchen Fortschritten der Chemie wohl völlig unberührt ge- blreben? Wer immer Veranlassung hat, sich mit dem qeqen- wartrgen Stande dieser Wissenschaft in kürzerer Frist vertraut zu machen, sei auf den vorliegenden Katechismus verwiesen, den der Leipziger Universitätspvofessor Dr. Hernrrch Hirzel soeben in achter, vermehrter und verbesserter Auflage herausgegeben hat. Der 28 Bogen starke Band hat vor allem den gewichtigeil Vorzug, gleichzeitig die anorganische und die organische Chemie zu umfassen. Em sehr eingehendes Register gestattet, das außerordentlich klar geschriebene und sehr übersichtlich angeordnete Buch auch als Nachschlagewerk zu verwenden. Gemernnütziges. Frisches Brot. In vielen Familien herrscht noch immer die gesundheitswidrige Sitte, frisch gebackenes Brot auf den Tisch zu bringen. Ganz abgesehen davon, daß solches Brot im Handumdrehen Verschnitten und verzehrt ist — zumal da, wo Kinder mitessen — kann nicht genug darauf aufmerksam gemacht werden, daß es sich infolge seines weichen, klebrigen Zustandes durch das Kauen nicht genügend zerkleinern läßt, sondern zusammenballt und für den Magen einen unverdaulichen Ballast bildet. Für skrophulöse Kinder ist frisches Brot geradezu Gift. Aeld und Karten. Ein praktischer Unkraut Vertilger. Das Unkraut ist des Gartenfreundes Last und Aerger. Wäre das Unkraut nicht, der Garten würde ein noch viel angenehmerer Aufenthaltsort sein. Ganz besonders ärgerlich ist das Unkraut in den Wegen. Es muß immer gejätet werden, viel Zeit und viel Arbeit geht damit verloren, und die Arbeit ist unbequem dazu. Ein praktisches Gerät zum Wegereinigen finden wir in Nr. 9 des „Erfurter Führers im Gartenbau" abgebildet. Es ist dies ein kleiner Schaufelpflug, den man sich nach der Abbildung event. selbst zimmern kann. Dieser Wegereiniger ist in langjähriger Praxis erprobt und hat sich stets äußerst brauchbar erwiesen. Wer sich selbst solch einen Wegereiniger anfertigen will, kann sich mittels Postkarte Nr. 9 des „Erfurter Führers" aus Erfurt kommen lassen, da sie unseren Abou- nanten kostenfrei zugeschickt wird. „Wer ein Gärtchen vor seinem Fenster haben möchte, wird gebeten, sich einzuschreiben". Mit diesen Worten, die unter dem Bilde eines Fenstergartens standen, welches an der Volksuniversität in Paris angeschlagen war, lud Frau Chamalet das Publikum ein, von ihrem Angebot Gebrauch zu machen. Frau Chamalet, durch verschiedene menschenfreundliche Handlungen weit bekannt, hat den Zweck vor Augen, armen Leuten durch blühende Pflanzen eine Freude zu bereiten, sie durch die Pflege derselben! zur Geduld zu leiten und mit wenig Mitteln zur Behaglich- machung des Heimes beizutragen. Eine Schar von Mädchen folgte dieser Einladung und erhielt Samen von verschiedenen Blumen nebst der entsprechenden Anweisung zu deren Pflege. Blattläuse an Rosen und den zarten, krautartigen Trieben anderer Blumenpflanzen find nur dann zu vertilgen, wenn gleich im Anfänge gegen das Ungeziefer vorgegangen wird. Abspritzen der befallenen Pflanzenteile mit einer Abkochung von Tabakblättern, Zigarrenstummeln, gewöhnlichem Rauchtabak ist das beste Mittel. r. („Prakt. Wegw", Würzburg.) Gleichklang. Nachdruck verboten. Thut dich's einmal das Gericht, Wirst du bald vernommen; Thatest du's vor'm Schießen nicht, Wird kein Schuß dir frommen. Mancher läßt's am Fensterlein Sich zum Schutze machen. Schließlich geht man oft hinein, Kauft sich viele Sachen. Auflösung in nächster Nummer. Auflösung des Bilderrätsels in voriger Nummer: Im Weine ist Wahrheit. Taktes und der Fürsorge sei, als eine Geldfrage und in der That hat man oft Gelegenheit zu beobachten, daß manche Damen im einfachsten Anzug vorilehmer aussehen, als andere, deren Toilette das dreifache kostet. Worin besteht nun aber das Geheimnis jener stets vornehmen? Vor allem kleide man sich stets der Gelegenheit entsprechend. So ist z. B. für die Bahnfahrt, sofern es sich! um eine größere Reise handelt, ein spezielles' Gewand erforderlich; denn nichts sieht häßlicher aus, als ein durch das lange Sitzen im Abteil zerdrücktes, verstaubtes Kleid. Man glaube ja nicht, daß die Ausgabe für ein Reisekleid eine überflüssige sei; denn ein Kleid, was den Fährnissen einer langen Bahnfahrt mit Erfolg widersteht, ist auch im übrigen zu jeder Zeit gut zu gebrauchen. Aus diesem Grunde spare man auch nicht an diesem Kleide; denn Wodmöericht üöer Aeisekkeider. Bearbeitet und mit Abbildungen versehen von der Internationalen Schnittmanufaktur, Dresden-N. Reichhaltiges Modenalbum und Schnittmusterbuch zu 50 Pfg. daselbst erhältlich. Im Vorjahre waren während und nach der Reise- zert verschiedene nicht uninteressante Artikel in den Zeit- ltlt9en lesen, welche mit heißendem Spott das allzu praktische Reisekleid der deutschen Damen im allgemeinen, sowie ihren Anzug auf der Pariser Weltausstellung im besonderen geißelten. Ebenso interessante Entgegnungen widerlegten nun zwar die daselbst aufgestellten Behauptungen, aber die Thatsache, daß man oft recht reizlofe Reise- anzuge speziell an deutschen Damen, bemerken kann, bleibt doch bestehen. Der Grund hierfür liegt wohl in der Spar- samiert an falscher Stelle einerseits, hauptsächlich aber im mangelnden Geschmack andererseits; denn wir geben gern ,reM welche behauptet, daß ein knappes Eletteugeld niemals eine Entschuldigung für einen ge- chmacklosen Anzug sei, da die Eleganz der Erscheinung vielmehr eine Frage des Geschmackes, der Sorgfalt, des 328 Figur 3. Figur 2. Figur 1. durch ein um zu be- Heide, am und doch Rock muft aber, um elegant zu fein, reichlich weit und sehr gut abgerundet fein; auch; empfiehlt es fichihnvorn eher etwas länger zu halten, um ihm unter allen Umstanden den Anschein zu rauben, als ob er vorn kürzer Ware, was höchst unschön wirkt. Für die Jacke hat man die Wahl zwischen dem kurzen Bolero, dem Zacket mit Schößchen und der halblangen Sackjacke. Für die Sackjacke und das Bolero geben dm Figuren 1 und 2 passende Vorlagen, und empfehlen wir die Sackjacke besonders denen, welche einen bequemen Anzug ohne festes Korsett vorziehen, während Zacket und Bolero eher „Figur" erfordern. Als Bluse ist eigentlich! nur bte Hemdbluse erlaubt, denn alle anderen Formen wurden den Eindruck des tuilor-made in unangenehmer Weise zerstören. Tie Hemdbluse jedoch mit einer hübschen Krawatte in hellen Farben ergänzt ihn aufs beste ebenso tote etn einfacher Matrosen- oder Jägerhut. Toch> nicht allein für die Bahnfahrt, sondern auch! für den Aufenthalt in der Sommerfrische oder tm ©ee» bade gilt es, sich mit vornehmer und doch praktischer Kleidung zu versehen, wobei wiederum Takt, Umsicht, Fürsorge und Geschmack die Voraussetzung reden Glanzes bilden. Wie würde es sich z. B. geschmacklos ausnehmen, wenn mau zum Rudern eine gewählte, nut fernen gleiches Muster bildet die glatte Weste, welche offenes, kurzschößiges Jäckchen ergänzt wird. Tiefe zwei Proben dürften wohl genügen, weisen, daß man auch im Wald und auf der Meeresstrand und auf den Bergen praktisch geschmackvoll angezogen sein kann, ohne gerade die oe- rüchtigten graugrünbraunen Lodenkleider zu tragen. billiger Stoff und billige Form find weil nicht widerstandsfähig, das Teuerste was man haben kann. Als Stoff wähle mau einen praktischen, dunklen Wollstoff, welchem Wind und Wetter nicht viel anhaben können. Es braucht aber deshalb noch lauge nicht der in vorerwähnten Artikeln so arg angefeinbete grau-grün-braune Loden zu fern, welcher eigentlich gar keine bestimmte Farbe hat. Es grebt ja jetzt so" wunderschöne Cheviots, Homespuns, Coverteoats, Alpakas in einfarbig, sowie feinen Streifen und Karos, speziell für diese Zwecke in reicher Abwechslung, welche einem die Wahl schwer werden lassen. Als Form ist das Jackengewand, durch eine Hemdblouse ergänzt, wohl das einzig richtige, doch ist damit noch lange nicht gesagt, daß alle Tarnen übereinstimmend gekleidet sein müssen; denn innerhalb dieses Gewandes sind die vielseitigsten Wechsel möglich!, und ist nur die Grundbedingung immer dieselbe, nämlich die gediegene, tadellose, strenge Emfach-- heit des tailor-made-Genres. Ter Rock dieses Anzuges darf vor allen Dingen nicht zu lang sein, damit man nicht beim Aussteigen aus dem Abteil wo man bekanntlich keine freie Hand hat, gleich damit beginnt, den Bahnsteig zu kehren. Als passende Lange, welche auch für stärkere Damen angängig ist, gilt ein Abstand von 3—5 Zentimetern vom Erdboden. Em derartiger Mode. . m . Auf Reisen wird der Mensch (insonderheit die Dame) stets nach der äußeren Erscheinung beurteilt. Das uver- sieht gerade die deutsche Frau nur zu ost, indem fu glaubt, daß! ein abgelegtes Kleid gut genug ist, um den Fährnissen der Reise ausgesetzt zu werden. Weit gefehtt. Man schaffe sich vielmehr em zweckentsprechendes,, widerstandsfähiges Reisekleid an, wozu allerdings nur em vorzüglicher, haltbarer Stoff geeignet ift. Die Mehrkosten brmg man leicht wieder dadurch ein, daß man^ftch das Getoan nach einem Schnitt der internationalen SchMitrnanufatm , Dresden 8, selbst anfertigt. Man hat dabei vor allem den Vorteil, an Stelle eines schlechtfitzenden, steifen, mmde wertigen Konfektionsgewandes, etn tadellos Muoes M wand mit schwungvollen Formen aus bestem Matermlzu haben. Die Auswahl der leicht M handhabenden Schnitt erfolgt nach! einem außerordentlich! reichhaltigenMovei album und Schnittmusterbuch, welches zu dem billigen st von 50 Pfg. abgegeben wird. __ . Spitzeneiusätzen durchbrochene, f eiben gefütterte Grenadme- robe trüge; ober wenn man eine Bergpartie itn langen, duftigen, reich! mit Falbeln verzierten Batistkleide unternehmen wollte. Auch, hier ist nur das Praktische schon, und nur das Schöne kann vornehm fein. Diese Einsicht scheint sogar Frau Mode gehabt zu haben; benn sie bietet für diese Gelegenheiten die reizendsten Pikee-, Lmon-, Zephir- und vor allem Leinenkleider, welche den Vorzug! der Waschbarkeit besitzen, bei dunkler Färbung aber auch getrost einen ganzen Sommer mitmachen können ohne gewaschen werden zu müssen. Sehr elegant war z. B. em derartiges Partienkleid aus creme und' rot gestreiftem Pikee dessen Form wir mit Figur 3 wiedergeben. Tie oben glatte tm Taillenschluß! leicht eingereihte Bluse schließt am Hals mit kleinern Umlegekragen und Revers ab, welche gleich dem toemg übertretenden Rande und der kleinen Brusttasche mit weißer Borte eingefaßt sind. Der dazu gehörende praktische weiße Schäferhut ist mit roten Mohnblüten versehen.. Der Rock steht genau tote der Reiserock drei bis fünf Zentimeter vom Boden ab, und ist seitlich und hinten mit Serpentinefalbel geschnitten, während die Vorderbahn bis zum unteren Rand TetC^S6enfo nett ist ein dunkelblau und weißgestreistes Pikeekleid, dessen schmale an beiden Seiten starkgeschragte Rockbahnen so zusammengesetzt sind, daß die Streifen m den Nähten lauter aufstrebende Spitzen bilden. Ein Redaktion: E. Burkhardt. - DruckUttag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei (Pietsch Erben) in G.eßen. s W. j