WonnersLag de« 11. April MM SB Mai | V ÄÄ iiTiq'y kWZM.....,. , WW^ : ML : ■;;! =5St - ^VK/utr. w feinem Sohne den Strick gibt, muß nicht klagen, wenn ihm die Hände gebunden werden. (Volksmund.) (Nachdruck verboten.) Der Bauer vom Wald. Novelle von An ton v. Per fall. (Fortsetzung.) Rosl kam. Sie hatte immer so etwas Scheues, Schuldbewußtes. DM sollte von heute an alles anders werden. „Jetzt gehst zum Grimm", befahl er in möglichst trockenem Tone, ohne sie nur anzuschauen. „Er is grad in der Hütt'n. Er soll all's richt i mach'n, wäs i ihm auftra'n hab' für den heutig'n Tag. Er weiß scho nachher. Und dann no was. An neu'n Arbeit'r hat er ang'nommen heut' oder gestern, der von drunten komma is, den soll er 'rauf schick'n. Er soll glei mit Dir gehn. Wer schleun' Di, schleun' Di." Rohl zögerte noch, sichtlich verlegen. „No, auf was wart'st denn no?" fragte Johannes. Er sah jetzt erst, daß Rosl im Sonntagsgewand steckte. Rosl glättete ihre Schürze. „I mein bloß — der Herr Fritz hat ma auftrag'n, daß i 'hn abhol'n soll aus der Bahn. Er bringt so viel mit aus d' Stadt, glaub' i." Johannes stieg die Zornesröte in das Gesicht. „Der Herr Fritz hat Dir aber nix aufz'tragen, verstand'n? Sei Magd bist ja net, Rosl!" Er hob warnend den Finger. „Rosl, i mein' alleweil, i mein' alleweil — hast denn all's vergess'n? ,Net um all's in der Welt, net um alle Wälder!' Wia lang is denn her, daß d' so g'redt hast? Und jetzt langat so a armseligs Bürsch'l aus der Stadt? Ja, so seid's, so seid's! Das is die neue Zeit! Die große neue Zeit! Ah guat, hol ihn ab, den Fritz!" Johannes zerrte an seinem Hemdkragen, als ginge ihnt die Luft aus. Da warf sich Rosl laut schluchzend an seine Brust. „Vater, i bin net so schlecht, g'w-iß net. Nix hab' i vergess'n, gar nix. Aber ganz verwirrt hat er mi g'macht, der Mensch, ganz verwirrt, daß i 'hm nachgeb'n muaß, wenn i 'hn glei net mag. A Krankheit is, die reinst' Krankheit, als wenn f was Gistig's ausg'schütt' hätt'n im Haus, das ein' den Kopf verwirrt. Und i werd' a nimm« g'sund da herob'n, g'wiß nimma. D'rum schick' mi fort, Vater, ganz fort! I bitt' Di selb'r drum." Dem Bauern war sein Zorn über die Worte rasch verflogen. Er verstand sie nur zu Wohl. „Vorderhand schick' i Ti jetzt zum Grimm, nachh'r werd' ma schon seh'n. Geh nur, Rosl, geh nur. Es hat Eil', schau!" Das Mädchen wischte sich die Thränen aus den Augen und ging. Johannes aber eilte in die Stube, holte sein Fernglas, und begab sich hinter das Haus; hier war keine Störung zu befürchten. Er konnte alles übersehen. Eben verließ Ferl die Hütte. Der Alte blieb allein. Er schliff ein Beil am Wetzstein. Jetzt trat die Rosl auf den Schlag. Ihr blauer Rock leuchtete in der grellen, sonnenbeschienenen Schlagfläche, und immer eiliger wurde ihr Gang, als ob eine Ahnung sie erfaßt hätte. Sie kam auf hundert Schritte am Ferl vorbei, der schon wieder rastlos die Axt schwang, ohne ihn sehen zu können, oder von ihm gesehen zu werden. Johannes freute sich wie ein Kind darüber. Jetzt trat sie zu Grimm. Der Alte sah immer noch nicht auf vom Wetzstein. Plötzlich, wohl auf einen Anruf Rosls, hob er jäh den Kopf. Rosl redete zu ihm. Da ließ der Alte das Beil aus der Hand fallen, wohl vor Ueberrafchung, und wandte sich völlig dem Mädchen zu. Dann wies er mit der Hand nach der Richtung, in welcher der Ferl arbeitete. Rosl sprach noch ein paar Worte, dann eilte sie nach der Richtung. Der Alte aber stieg auf einen Baumstumpf und sah ihr nach. Ter Bauer sah deutlich, wie er lachte, und er selbst lachte im stillen mit. Zwischen den Brombeerstauden leuchtete der blaue Rock Rosls. Der Ferl arbeitete fort, ohne aufzusehen. Plötzi- lich blendete ihn wohl etwas. Er setzte die Axt ab, hielt die Hand vor die Augen, und blickte nach der Richtung der Kommenden. Doch diese hatte sich im dichten Staudenwerk ganz verwirrt, und fand sich, nicht mehr zurecht. Da warf der Ferl die Axt weg, ein lauter Ruf drang bis zu Johannes herauf. Der blaue Fleck brach durch die Stauden, der Ferl eilte ihm entgegen, schloß ihn in die Arme, die Stauden schlugen darüber zusammen. Der Bauer war ganz bleich. Sv hatte er sich die Entwicklung doch nicht gedacht. Ein sonderbarer Laut drang herauf. Der Grimm hatte ihn ausgestoßen. Wie ein blauer Vogel flog es auf in den Stauden, und der Alte hinkte mit seinem krummen Fuß auf das Paar zu, das sich fest umschlungen hielt. Jetzt hielt es Johannes nicht mehr. Er glaubte es recht schlau gemacht zu haben, und betrog sich zuletzt um das Beste. Er lief jetzt die Anhöhe hinab. Vom Hose herab hörte er Herrn Fritz ganz erregt nach der Rosl rufen. „Na, die wär' Dir aus d' Zähn'n g'räumt!" sprach er für sich. „I möcht Dir's net rat'n." - 198 - Johannes hörte zum zweitenmal die Prophezeiung, und zum zweitenmal erfaßte ihn etwas wie Scham über seine Schwäche, die ihn das Feld so schnell räumen ließ. Ein förmlicher Städtefrühling war angebrochen im deutschen Reiche, und M. war die üppigste Blüte darin, geradezu von tropischem Wachstum. Dem alten ehrwürdigen Neste mit seinen engen, finsteren Gassen und hochgiebeligen Häusern wuchsen mächtige Flügel, welche das kleine, ursprüngliche Körperch>en zu einem unscheinbaren, dunklen Punkte zusammenschrumpfen ließen. „Hört's die Ehrensalven für den neuer Bauer vom I ,. ganzes Heer von Werkleuten war zugereist, da Wald? Gelt, da schaust! Paßt Dir nur halbat, und do I dre elnhermrlchen Kräfte längst nicht mehr genügten, is so. Dem Matthes is 's Geld liab'r als a lee'r Schlag, I Tausend fleißige Hande regten sich, während die Bahn- und er hat's Vorrecht, so kommt der Hof auf d' Rosl. I Auge das riesige Material aus aller Herren Länder her- Ja schau, mit an Wald kann 's jeder sei, aber Ferl, I "^führten. ohne Wald, do der Bauer vom Wald, das braucht beiß'n." I -wer die fleißigen Hande thaten es nicht allein, sie „Also wär's wirkli so?" Der verlegene Bursche streckte I mußten erst in Bewegung gesetzt werden, und ihr großer sich plötzlich, und verwegen blitzten die schwarzen Augen I ~""or bas Kapital, das aus dem ganzen Lande beute- mif. „I soll am al den Nam' sühr'n? I, der arme Ferl?" I Mustern sich heranwalzte, und mit dem Kapital kam ein „Net arnal, glei sollst ihn sühr'n", erklärte Johannes. I Zweites Heer kühner Unternehmer, toller Wagehälse und „Du übernimmst die ganze Sach." I Planeschmieder, wahre Feldherren der Spekulation, große „Nun dann, Bauer, dann schwör' i Dir, daß i net I Wegbereiter, rastlose Pfadfinder. reift'n will, bis i 's wirkli bin; net grab heiß'n, sein will I . war ganz gut. Das brachte Leben, Bewegung, i der Bauer vom Wald. Und da unt'" — er deutete auf I tausendfältige Anregung; aber der Troß war bedenklich, den Boden — „wart' ja schon lang wied'r a and'rer Wald, I welcher dieser Armee folgte, zusammengewürfeltes Volk und den hol' i für der Ros'l ihre Buab'n." I ""er Art, tote es eben zu jeder Zeit der Fluch großer ■ Armeen war, Beutelustige, welche auf jeden Abfall Haschen aus den Händen der Regulären, und im allgemeinen Siegestaumel tüchtig brandschatzen, Marodeure der cv ., r, ™ ,, , _ . • . schlimmsten Art aus allen Gesellschaftsschichten, Glücks- Jetzt stand der junge Mensch wirklich als der Bote I ritt er, bis herab zum gewöhnlichen Gauner einer neuen Zeit vor ihm, m die einzugretsen er nicht I Kleine Banken, Agenturen, bildeten, gleichwie die Bohr- meyr vie Krast suhlte. ' I Würmer in gewissen Holzarten, unzählige, dichtverschlungene w "^bwegt die Hand. , I Kanäle, in welche der strotzende Saft abgeleitet oder nur E"wmt s zur Muatt r und verlangt s ihr n Seg n. I aus großen Umwegen, gehörig verdünnt, in die Hände Sie wird'n euch net wehr'nch I des Volkes kam. , wußte mitgehen, tote er war, tm Arbeitsgetoande. I Ja, einige derselben verstanden es, sich! rasch einen Johannes folgte auf einige Schritte Entfernung dem I Hauptkanal zu bohren, und sich aus diese Weise das An- Paare. Vor semen Augen woben sich seltsame Zukunfts- I sehen von Regulären zu geben. bilder, zu welchen das Kreischen der Sägen, der' Klang * (Fortsetzung folgt.) Wie ein Junger sprang er über das Arbeitsfeld, daß I der Aexte, das Krachen der stürzenden Bäume einen die Leute ihm kopfschüttelnd nachsaheu. Ein unbändiges I stimmungsvollen Akkord bildete. Verlangen erfaßte ihn. Der Atem ging ihm aus, er I — — — — — — — — — mußte sich auf einen Stamm fetzen. | Der Hieb war beendet. Als Johannes die Restsumme Und dort standen sie; der Ferl und die Rost, lachend, I von hunderttausend Mark in barem (Selbe ausbezahlt schwatzend, ihr Glück immer noch nicht fassend, mitten I bekam, war er wie verwandelt. Er weigerte sich erst ' in der Vernichtung ringsum, mitten in dem toten Wald I entschieden, das Geld dem Herrn Polentz zur Anlage zu standen sie, tote ein Symbol neuen, unverwüstlichen Lebens. I überlassen. Er hätte es am liebsten Bei sich behalten in Er, das Bild unverdorbener Kraft, in seinem Arbeits- I Aner nächsten Nähe. Es war ja sein Wald, sein ganzer kittet, den verblichenen Lederhosen, dem starken Glieder- I Wald, den er jetzt in eine Kiste sperren und unter sein bau; sie, eine Bunte Blüte, schon leise angereift, die I ^tt stellen konnte. gerade noch zur rechten Zeit Schutz suchte, und sand am | Polentz mußte ihn- erst daran erinnern, daß er das knorrigen Stamm. I ®e"3 bereits schriftlich seinem Sohne als Heiratsgut ab- Uud davor stand der alte Grimm, die Schnaklhax, I getreten habe, während die ersten fimfzigtausend sein un- die Mütze in den gefalteten Händen, ganz andächtig, als I bestrittenes Eigentum seien. bete er. I Johannes mußte nachgeben; aber von diesem Augen- Lange betrachtete Johannes das Bild. Das Naß kam I blick an war fein Entschluß gefaßt, seinem Sohne in die ihm in die Augen. Das war also die Zukunft, der künftige I Stadt zu folgen. Er wollte es wenigstens mit ansehen, was Bauer vom Wald! I da drinnen in der Stadt mit seinem zu Golde gewordenen Und er dachte der Worte des alten Grimm von I Walde geschah. Alle Zureden und Bitten Rosls, alle die dem dankbaren Boden, der noch ein Dutzend solcher Wälder I verlockenden Besprechungen, welche kindliche Liebe eingaben, in sich berge, und die Holzklötze rings schlugen frisch I konnten dagegen nicht aufkommen. aus, Trieb drängte sich an Trieb, der köstliche Duft neuen I Tas Geld, das er einmal in der Hand gehabt, zog Werdens stieg auf ringsum. I "w magnetisch an, er mußte ihm folgen. Kerzengerade ging er auf das Paar zu. Doch kaum I Rosls, die Uebergabe des Hofes an erblickte ihn Rosl, da eilte sie auf ihn zu, daß ihr der I ^rk war der Abschluß, Hut vom Kopfe flog, und die Zöpfe sich lösten im zerrenden I $rm^riaBr w 9eTexert/ tote man in etnem Gektrüvv. I ,8U lyuii pjiegr. Johannes muhte sich tüchtig einspreizen, um den jugend- I - er enT ag begann schon der Umzug des Bauern lichen Anprall auszuhalten. I .1!?bte Strnmna „Jetzt bin i wieder heil, Vater, ganz heil!" jubelte I e§ k Rosl. „O, Du liab'r, guat'r Vater, wia soll i Dir das I ,.,„^^o^"w'^ ^"kte enie fieberhafte Hast ergriffen. Er veraelt'n?" I wollte zu seinem (Selbe, das in Polentz Hanben war. Johannes kaufte die Minuten aus. Er sprach kein I ?el?örte ni^ Ä Wort, und drückte den Blondkopf innig an sich. | % f,( Ct^x,5°^,e '• r suru(i0enoinmen, in rtrrtpr stWprrpnbpit I drängte es ihn nach dem neuen, von Polentz so ver- Scbau Kerb' saate Kobannes iefct is ia komm« I (otfenb geschilderten Lande, in welchem die Goldstücke wer" d^B-rg di'. 'L S "?ch d'.? Di »Lgs Ä , hat. G'rad der Wald hat s' net ’rein lass'n. Jetzt liegt I be r l t a"nd .. iarl mußten wieder her, die er sich er da am Bob'n, und i halt' sie wohl nimm« auf. Hast I $ t abschwatzen lassen, eher wollte er nicht ruhen. Du s' wo gern, d' Rosl? So was ma in der alt'n Zeit ■ 5- gern hab'n g’nennt hat?" „O, mei Bauer —" Ferl drehte verlegen den Hut in der Hand und seufzte schwer auf. „Nun denn, in Gott's Nam'n, so habt's anand'r, und tragt's mitanand'r." Er legte ihre Hände zusammen. Ein Baum stürzte eben mit dumpfem Krach zu Boden. C inner den § Jour teilur denn tunge Grüß origii G mit £ tapez- wertl die si Jeder dieser worin führü Dolla als ft 9 Hause ursacl Erwe Dolla G zwisch loreu liehe haben staube künftl warer Raun C erzähl Zimn einer scheu Teil bezahl fand wenig einen auf i in eir die M ein r zogen eines sie zu hausu tutete mißtr erfuhr Mine wordc wisset zum Aktier abgeli ansehi nachzt I Verw Amer im N Wänd auch deute, Mark würde winde E 19g - Neues, aber ich gebe den Briefschreibern Recht, wenn sie es als geschmacklos bezeichnen, ihre Herzensergüsse an die Wand zu kleben. Es wird erzählt, daß eine amerikanische Schöne mit Hunderten solcher Liebesbriefe in dieser Weise rerfahren sei, um sich über ihre Verehrer lustig zu machen. Von der Natur und äußeren Glücksumständen begünstigt, war sie stets vost einem großen Kreis von Bewunderern umgeben, die ihr' Herz und ihre Hand zu erobern trachteten. Die Handlungsweise der stolzen Frau beweist jedenfalls, daß sie von ihren Verehrern keine sehr hohe Meinung hatte. Ihre Freunde hatten natürlich, wenn sie bei ihr zu Besuch waren, das Vergnügen, sich nach Herzenslust in diese Lektüre zu vertiefen, und sie fanden die Beschäftigung allgemein äußerst interessant. Ein junges Mädchen kehrte aber von einem Besuch bei der Gefeierten mit gebrochenem Herzen nach Hause zurück. Sie hatte unter den Briefen ein in den zärtlichsten Ausdrücken abgefaßtes Schreiben ihres eigenen Liebsten entdeckt. Es ist selbstverständlich, daß dieser Getreue sofort den Laufpaß erhielt. Unser Garten im April. (Nachdruck verboten.) Der April hat seine Launen. Launig wie er ist, treibt er heute den Gartenfreund mit wirbelnden Flocken und kalter Oktoberluft ins Stüblein zurück, um ihn morgen mit lauen Lüften desto eilfertiger hinauszulocken in den Garten. Stören auch solche Launen, sie können uns nicht abhalten, immer energischer die Arbeiten zu betreiben, die der April nun einmal heischt, und die kaum eingeholt werden können, wenn sie versäumt oder verzögert werden. Im Obstgarten gilt es, überall den letzten Schliff anzulegen, das, was bisher nicht geschnitten wurde, zu schneiden. Es gilt, die Veredelungen durch Pfropfen in die Rinde an alten und jungen Bäumen vorzunehmen, die Bäume zu ritzen, zu düngen und mit Kupferkalkbrühe gegen den Schorfpilz und den Apfelblütenstecher zu spritzen. Man entfernt die letzten trockenen Blätter, in denen die Raupen des Goldafters sich befinden. Man sucht Schwammspinner, Kupferglockenraupen und dergleichen Ungeziefer, wo immer sie anzutreffen sind, zu vernichten. Es werden noch Obstkerne gesät. Man schneidet auf Zapfen die vorjährigen Okulanten. Man pflanzt noch^ wo es bislang nicht geschehen.. Im Gemüsegarten wird fleißig gearbeitet. Das Düngen, Graben, Einteilen der Beete und Besäen derselben nimmt die Zeit in Anspruch!. Von Aussaaten werden gemacht: Erbsen, Radies, Spinat, Salatrüben, Petersilie, Karotten, Zwiebeln, Kardy und dergleichen mehr. Es werden die herangezogenen Pflanzen von Salat, Kohlrabi, Kohl gesetzt, angekeimte Kartoffeln gelegt. Mitte des Monats sät man Gurken und Bohnen, auch Melonen und Kürbis in Töpfe, um für den Mai Pflanzen zum Auspflanzen zu haben. Man pflanzt Spargel, Rhabarber, zur Not noch Stachel- und Johannisbeeren, auch Erdbeeren. Das Treiben der Erdbeeren bringt jetzt schöne Erfolge. Man braucht nur um das Erdbeerbeet Bretter aufzustellen nach Art eines Mistbeetkastens, darauf Fenster zu legen, um vierzehn Tage früher Erdbeeren zu haben wie andere. Tas Mistbeet verlangt die sorgsamste Pflege. Es kommt die Zeit, wo Schütten gegeben werden muß und wo eine einzige Stunde unvorsichtiger Behandlung die ganze Aussaat zerstört. Daher habe man Obacht auf richtiges Lüften, richtiges Gießen und richtiges Schattengeben. Für den Blumengarten werden ins halbwarme Mistbeet all die Sachen ausgesät, die wir späterhin gebrauchen, Astern, Levkoyen, Goldlack, Verbenen rc. Man vergesse auch die neue Nelke Riviera Markt nicht, die viel schöner als die Margaretennelke ist. Es werden gleich ins Freie ausgesät Calliopsis, Centauren, Clarkia, Gilia, Mohn, Reseda, Helianthus u. s. w. Das Aufdecken der eingepackten Sträucher und immerblühenden Pflanzen wird durchgeführt. Pontische Azaleen und Rhododendron werden gepflanzt, Koniferen umgesetzt. Auf die Blumenbeete bringt man den nötigen Kompost. Die Rosen werden geschnitten mit Ausnahme derjenigen, die nur einmal blühen. Wer diese schneidet, der schneidet ein gut Teil der Blüten fort. Beim Pflanzen Sonderbare Tapeten. Von E. Osten. (Nachdruck verboten.) Es wird vielfach erzählt, daß berühmte Schauspielerinnen und Sängerinnen sich die Wände ihrer Zimmer mit den Kritiken tapezieren lassen, welche galante und boshafte Journalisten über sie geschrieben haben. Derartige Mitteilungen jn der Presse scheinen ansteckend zu wirken; denn immer wieder tauchen ähnliche Mitteilungen in Zeitungen auf, und es ist natürlich, daß jede zweifelhafte Größe, die gern von sich reden macht, selbst eine Patti an originellen Einfällen übertreffen möchte. Ein New-Porker Geschäftsmann hat sein Privatkontor mit Obligationen zu einem Nennwerte von ca. 500 000 Dollar tapezieren lassen. Jn Wahrheit sind die Scheine aber völlig wertlos, weil sie von einer Goldmine ausgegeben wurden, die sich als großes Schwindel-Unternehmen entpuppt hatte. Jeder der Anteilscheine lautete auf 100 Dollar, und tausende dieser Scheine sind zur Tapezierung der Wände aufgewendet worden. Diese Anteilscheine waren sehr kunstreich ausge- führte Dokumente, deren Herstellung allein über 2000 Dollar betrug, so daß man die Tapete in jeder Hinsicht als kostspielig bezeichnen konnte. Aber noch größere Ausgaben hat die Tapezierung eines Hauses in der College Street in Jackson (Tennessee) verursacht. Sie besteht aus lauter Kaufverträgen über den Erwerb von Grundstücken im Werte von zwei Millionen Dollar. Ein Anwalt in Manchester, der vor mehreren Jahren zwischen 3000 und 4000 Pfund an einer Silbermine verloren hatte, ließ sein Arbeitszimmer, um stets eine gründliche Warnung vor ähnlichen Spekulationen vor Augen zu haben, mit den wertlosen Dokumenten tapezieren. Sie bestanden aus Ein-Pfund-Certifikaten, und da sie nach einem künstlerischen Entwurf gefertigt und vorzüglich gedruckt waren, so bilden sie eine gar nicht so üble Zierde für den Raum. Eine drollige Geschichte wird von einem anderen Herrn erzählt, der sich gleichfalls zum warnenden Exempel ein Zimmer mit wertlosen Aktien tapezieren ließ. Er war in einer Goldmine in dem Distrikt Barberton der Südafrikanischen Republik beschäftigt und wurde für seine Dienste zum Teil in Bargeld, zum Teil in Scheinen der Gesellschaft bezahlt. Nachdem er ziemlich lange hier gearbeitet hatte, fand er, daß das Unternehmen nicht einschlug, und da wenig Aussicht vorhanden war, daß er jemals hier ans einen grünen Zweig kommen könnte, gab er seinen Posten auf und suchte einen anderen. Er erhielt Beschäftigung in einem anderen Distrikt, wo er mit den wertlosen Aktien die Wände seiner bescheidenen Behausung bekleben, ließ und ein recht beschauliches Leben führte. — Nach einiger Zeit zogen diese ungewöhnlichen Tapeten die Aufmerksamkeit eines Besuchers auf sich, der schließlich den Wunsch äußerte, sie zu kaufen, um seinen Freunden in seiner eigenen Behausung mit den Tapeten zu imponieren. Er schien so interessiert, das Kuriosum zu erwerben, daß sein Wirt mißtrauisch zu werden begann. Er erkundigte sich nun und erfuhr, daß sein Gast ein sehr schlauer Fuchs sei. Die Mine war plötzlich zu einem blühenden Unternehmen geworden und lieferte eine reiche Ausbeute. Ohne es zu wissen, war der Besitzer der anscheinend wertlosen Aktien zum reichen Mann geworden, und die einst verachteten Aktien wurden nun natürlich sehr sorgfältig von den Wänden abgelöst und aufbewahrt. Sofort wurden dann auch die ansehnlichen Dividenden reklamiert, welche die Gesellschaft nachzuzahlen verpflichtet war. Jn vielen Fällen haben schon Briefmarken als Tapeten Verwendung gefunden. Ein geduldiger unternehmender Amerikaner soll zur Dekoration eines Raumes Briefmarken im Nennwerte von 75 000 Dollar aufgewendet haben. Die Wände weisen Postmarken aller Nationen auf, so daß auch ihr gesamter wirklicher Sammlerwert ein sehr bedeutender sein muß. Es sollen an drei ein halb Millionen Marken sein, und die Arbeit, jede einzelne anzukleben, würde ein halbes Dutzend Personen für einen Zeitraum von mindestens zwei Jahren vollauf beschäftigen. Ein mit Liebesbriefen tapezierter Raum ist gewiß etwas äoo - werden «He Rosen stark zurkckgeschnitten. Das Umsetzen der Topfgewächse ist eine dringerwe Arbeit. Nur einige, z. B. Azaleen, Kamellien, Alpenrosen, Clivien, Palmen, brauchen nicht in jedem Jahre umgepflanzt zu werden. Sie blühen Hessen und gedeihen sicherer, wenn sie zwei Jahre in ihren Gefäßen stehen. Bei allem Verpflanzen meide man hu große Töpfe, pflanze aber fest und gebe guten Wasserabzug, mische die Erde wo notwendig mit künstlichem Dünger. Die Sämlinge von Lobelien, Begonien, Gloxinien, Coleus werden vertopft, damit sie Platz bekommen, bewurzelte Stecklinge in Keine Töpfe gesetzt. Ter Rückschnitt zu lang gewordener Gewächse ist nicht zu vergessen. I. C. Schmidt, <Äfurt. Gemeinnütziges. Äi« einträgliches Birnspalier. Es ist mit Freuden zu begrüßen, daß die Spalierzucht, d. h. die Bekleidung bisher kahler Mauerflächen mit Fruchtbäumen, immer weitere Kreise interessiert. Besonders südliche, aber auch nach Süd-Osten und Süd-Westen sehende Mauern sind geeignet zur Bepflanzung mit Wein-, Birnen oder Apfelspalieren. Solche Spalierbäume gereichen nicht nur dem Hause zur Zierde und dem Besitzer zur Freude, sondern sie werfen, bei nur einiger Pflege, eine recht schöne Nebeneinnahme ab. Spalierfrüchte werden immer schöner, größer, wohlschmeckender, als vom Hochstämme geerntetes Obst. Wie einträglich ein solches Mauerspalier werden kann, darüber berichtet W. Kliem, Gotha, in der neuesten Nummer des praktischen Ratgebers im Obst- und Gartenbau. Derselbe besitzt am Mauerspalier die Sorte Triumph de Vienne, welches ihm in 14 Jahren 358,50 Mk. eingebracht hat. Eine ganz vorzügliche, farbige Abbildung dieser Sorte, sowie auch eines neuen Apfels, des Akeröapfels, liegt der Nummer, die vom Geschäftsamt des praktischen Ratgebers int Obstund Gartenbau zu Frankfurt a. O. zu erhalten ist, bei. Die Knospen der Johannis- und Stachelbeersträucher werden oft von Sperlingen und anderen Vögeln, besonders bei Schneefall, wo sie nichts anderes finden, derart äbgesiesfen und verheert, daß die nächstjährige Ernte eine empfindliche Einbuße erleiden kann. Ein durchgreifendes Abwehrmittel ist schwer zu finden. Zeitweiliges Ueberstäuben der Büsche mit Ruß bei feuchtem Wetter kann emigerntajsen helfen, ebenso das Ausspannen von Bindfäden über die Sträucher, wodurch die Vögel bisweilen sich abschrecken lassen. DieSperliuge und der Kalk. Schon seit längerer Zeit — berichtet C. Pivetan int „Journal des Campagues" hatte ich mich über die mannigfachen und nicht unbedeutenden Verwüstungen, welch« die Sperlinge in meinem Garten anrichteten, zu beklagen, insbesondere hatten der Kohl und die Rettiche schwer Schaden gelitten. Sobald der Samen zu keimen angefangen, war nach dem Verlauf von einigen Tagen alles verschwunden, auch bei dem Salate waren große Verwüstungen ersichtlich. Da nun auch die Schnecken zahlreich auftraten, streute ich auf meine Samenbeete fein zerstoßenen Kalk, und es ließen sich zu meiner großen Ueberraschung die Sperlinge nicht mehr blicken. Seit dieser Zeit wende ich nun jedes Jahr int Frühjahre dieses Verfahren an, und kein Sperling verwüstet mehr meine Samenbeete. Dieses Mittel, das nebenbei bemerkt, nur mit geringen Kosten verbunden ist, hat sich nun drei Jahre hindurch endgiltig bewährt, und es kommt mir noch der Vorteil zu statten, gleichzeitig mich von der Schneckenplage gu befreien. Bei regnerischer Witterung muß dieses Ver- faKreu öfters in Anwendung gebracht werden. „Praktischer Wegweiser", Würzburg. Die deutsche Hause. Li» vsutfche Haufe. Ihre Geschichte und Bedeutung. Für bad deutsche Volk dargestellt von Theodor Lindner, ord. Prof, der Geschichte an der Universität Halle. Mit Titelbild, 73 Textabbildungen und Karte in Farbendruck. Neue billige Auflage. In Geschenkband S Mk., geheftst 2,25 Wk. Leipzig, Fexdin and Hirt p. Sohw Dis erste, wesentlich teurere Auflage hat schnell Absatz gefunden. Um nun die Anschaffung auch in den weitesten Kreisen zu ermöglichen, hat die Verlagsbuchhandlung die neue Auflage jetzt als billige Volksausgabe erscheinen lassen. Bei dem fort und fort steigenden Interesse für unser See- und Handelswesen und nicht zuletzt auch für die Marine ist dieses inhaltlich zuverlässige und fesselnd geschriebene Volksbuch von geradezu aktueller Bedeutung. Eine so zeitgemäße Arbeit aus so berufener Feder verdient umsomehr die allgemeinste Beachtung, als die Geschichte und Bedeutung der Hanse viel zu wenig bekannt sind, und es vielfach nicht genug gewürdigt wird, was deutscher Mut und deutsche Intelligenz in den glorreichen Tagen der Hanse Großes geleistet haben. Um so erwünschter muß es deshalb sein, daß allgemein die Gründe bekannt werden, die zu den großen Erfolgen der Hanse, später aber auch zu ihrem Niedergange geführt haben. Zahlreiche Abbildungen, mit Sorgfalt ausgewählt und zum Teil nach, schwer zugänglichen Quellen beschafft, beleben und erläutern den Text; eine Karte in Farbendruck, welche das Gebiet der Hanse um 1400 darstellt, erleichtert es dem Leser, dem verschlungenen Gange der Dinge §u „folgen. Bibliotheken Und Lesehallen werden ein solches Werk nicht entbehren können, aber auch im Hause, in der Familie sollte dieses für jung wie alt gleich lehrreiche und interessante Buch, das sich in dem geschmackvollen Einbande auch trefflich als Geschenk eignet, nicht fehlen. Literarischer. — War sollen unsere Kinder lesen? Diese Frage hat schon manche Eltern in Verlegenheit gebracht. Die Kinder können doch nicht immer herumtollen oder spielen. Auch der Geist fordert sein Recht, und wenn die Märchen und Geschichtenbücher ein-, zweimal durchgelesen find, verlieren fie an Interesse. Immer neue Bücher anschaffen, von denen man vorher gar nicht weiß, ob sie für die Kinder auch passen, ist eine unangenehme Ausgabe, die jebe Mutter gern vermeiden möchte — und die sie auch vermeiden kann, wenn sie aus „DieS Blatt gehört der HausfrauI" (Verlag von Friedrich Schirmer, Berlin SW., 13, Neuenburgerstr. 14 a, Abonnementspreis 1,40 Mk. vierteljährlich, Postbestellgeld 15 Pf.) abonniert ist. Dieser vortrefflichen Zeitschrift liegen zwei Jngendblätter, „DaS Blatt der junge« Mädchen" und „Das Blatt der Kinder" gratis bei. Ersteres ist für Mädchen im Alter von 13—16 Jahren berechnet und bringt ihrem Verständnis angepaßte Erzählungm, belehrende Artikel und Gedichte. Ein reger Briefkastenverkehr hat sich zwischen den jungen Leserinnen, der Briefkastentante und den Mitleserinnen entwickelt und zeigt, wie beliebt, aber auch wie nützlich diese Einrichtung ist. „Das Blatt der Kinder" dagegen wendet sich an das junge Volk und erzählt die hübschesten Märchen, die man nur ersinnen kann, kindliche Gedichtchen und Spiele, die den jungen Geist beschäftigen, ohne ihn anzustrengen. „Die» Blatt gehört der Hausfrau!" ist auf diese Weise mit Erfolg bemüht, jedem Familienmitglied etwas Nützliches und Angenehme- zu bieten, zumal seine Romane und illustrierten Artikel auch dem Familienvater immerhin litterarische Unterhaltung gewähren. Kinder-Zettuug. Herausgegeben von Felix von Stenglin, Groß-Lichterfelde. Inhalt von Nr. 27. Was in der Welt vorgeht: Wohin wandern die Deutschen? Als der Winter Kehrt machte; Tin Zwischenfall in China; der Bnrenkrieg geht weiter; „Beinahe gefangen"; Wie der russische Zar lebt; Von dem fallenden Berg in der Schweiz; Die Feldkutsche Napoleons geht auf Reisen. Aus dem Reiche der Natur: Wann kamen die ersten Störche? Enten und Muscheln im Kampfe. „Peters wunderbare Reisen und Abenteuer." (Forts.) Erlebnisse. Allerlei. — Zu beziehen durch alle Postanstalten, Buchhand, hingen und die Geschäftsstelle in Groß-Lichterfelde, Dahlemerstr. 75. Akrostichon. Nachdruck verboten. Last, Gran, Feder, Wand, Ostern, Pest, Lolch, Rind, Oder, Zier, Hagel, Bier, Gatte. Von jedem der vorstehenden Wörter ist durch Umwandelung de« Anfangsbuchstabens ein anderes Hauptwort zu bilden, derart, daß die Anfangsbuchstaben der neuen Wörter im Zusammerhang den Namen eines berühmten Tondichters bilden. Auflösung in nächster Nummer. Auflösung des Buchstabenrätsels in voriger Nummer: Austern — Ostern. Redaktion: 8. Burkhardt. — Druck und Verlag der vrühl'sches U«i»erfitSis°B»ch. und Striridruckerei (Pietsch tri en) in Siche».