rd durch Wärmeiper atur be mehr ert, wie st atmet Leberis- zeringer, -ritt ein, also der mkheits- rfenthalt trzburg.) ic Birne änzenden gemacht daß diese >er rübig : Winter- j noch! in ,Ersurter ^jährigen i machte, rauheres ern. Wir a wird so ' n können, kostenlos ‘ chäftsamt neite umge< ungeti. In i- in Leipzig, d besonders :et hat ihre itabt, in der ese Art der e allein nich! esncht wird: Das Vcr- ?on Zeit z» :de aufgefülll : Willkomm« Sinns. Dei verteilt die t den Glas' lehrt wie dien zn Leib- der Praxis pflanzen uni Stenglue lt vorgehl: hina; Sieb« ;pinnen-Neß: ibenteuer" dlnngen uni enschen. wscht. meral. ;r Stadt »erbte Anfangs' mmer: iet«. 1901. Lonckag drn 10» März. - L-'p A i - ;1' ollen andrer Menschen Leiden Dir als eigene erscheinen, Kannst du jubeln mit den Frohen Und mit den Betrübten weinen, Heil dir: Denn es steht geschrieben: Gott sieht in der Menschen Herzen Und es webt am eignen Glücke, Wer da mitträgt fremde Schmerzen. H. Dsieter. (Nachdruck verboten.) Die Seekönigin. Seervman von Clark Rüssel. (Fortsetzung.) Nachdem ich die mir von Richard anempfohlene Umschau gehalten hatte, kehrte ich wieder zu ihm zurück.^ Es schnitt mir ins Derz, ihn so hilflos wie ein kleines Kmd dort liegen zu sehen. Doch zwang ich mich zu entern heiteren Ausdruck, setzte mich neben ihn und sragte, tote er sich jetzt fühle. „Das ist vorläufig ziemlich gleichgilttg", meinte er. „Ich fühle eilten dumpfen Schmerz, der wohl mit der Zett verschwinden wird, wenn nichts Schlimmeres auf meinen Fall gefolgt ist, als ein Knochenbruch, Darüber wollen wir uns nicht vorzeitig beunruhigen. Wie sieht das Wetter aus, Jeß?" . , _r, „Noch immer sehr schön; der Wind ist nach Ost- Nordost herumgegangen." „Müssen die Raaen nicht gebraßt werden, oder habt ihr die Brigg abfallen lassen?" - „Nein", erwiderte ich; „sie liegt noch ebenso an. Die Segel stehen noch voll. Du wirst Dich erinnern, daß wir nicht Vierkant gebraßt haben. Die Raaen stehen weit genug nach vorne." „Die Veränderung der Windrichtung , bemerkte et, „gefällt mir nicht, und kann uns noch große Schwierigkeiten bereiten. Die gewöhnlichen Winde in diesen Gewässern sind eben nördliche und westliche. Sollte es etwa stetig aus dieser Richtung wehen, dann bleibt uns nur die Wahl zwischen zwei liebeln. Entweder müssen wir abhalten und versuchen, Sierra Leone oder irgend einen Punkt der Küste zwischen dem Gambiafluse und dem Kap Palmas zn erreichen, oder ivir müssen an den Wind holen und uns in südwestlicher Richtung treiben lassen. Doch, was sage ich! Das können Wir ja nicht! Ich kann reine Beobachtungen machen, bin also außer stände, den ~>rt des Schiffes zu bestimmen, und Spenee kann doch, wenn Du am Ruder stehst, unmöglich ganz allein die Raaen herumholen." Sein Gesicht überflog ein solch bitterer, aus Kummer, Sorge und Schmerz gemischter Ausdruck, daß es mich geradezu erschreckte. „Wenn Du Dich in dieser Weise beunruhigen willst", meinte ich, „wirst Du wohl auch noch das Fieber bekommen. Das ganze Leben ist doch von Anfang bis zu Ende nur eine Kette von Zufälligkeiten, und sicherlich sind. doch unsere Aussichten heute immer noch besser, als sie es gestern waren." Ich that mein möglichstes, nm ihn aufzuheiterii, doch ohne Erfolg; so ging ich' denn wieder an Deck und teilte Spenee mit, daß ich das Ruder noch auf eine Stunde nehmen wolle, damit er dann zwei oder drei Stunden dort stehen könne. Ich würde dann diese Zeit zur Rühe benutzen, da ich seit zwei Tagen und Nächten nur wenig Schlaf gehabt hätte. „Gehen Sie sofort zur Koje, Madame", erklärte er. „Ich kann ganz gut, wenn Sie wollen, noch vier stunden fiel)en." „Nein", meinte ich, „Ihre Gesundheit ist für uns ebensv wichtig, tote die meinige. Gehen Sie und legen Sie sich in der Kajüte nieder. Sie können ja meinem Manne sagen, daß er Sie in einer Stunde wecken soll. Und jetzt können Sie nochmals in der Kombüse Nachsehen, Spenee, ob das Feuer noch ordentlich brennt. Wir müssen nachher doch auch eine Tasse Thee haben." Ich hatte ungefähr eine halbe Stunde am Ruder gestanden, als der Wind noch weiter nach Norden herumging, so daß die Brigg bei der augenblicklichen Stellung der Raaen nicht mehr Kurs anliegen konnte. Ich durfte das Ruder nicht verlassen, um etwa Spenee zu rufen; es blieb mir also nichts übrig, als das Schiff abfallen zu lassen, um die Segel voll zu halten. Der Kurs der Brigg war jetzt nur noch wenig nördlicher als West.. Es schien mir indessen nicht viel darauf anzukommen, in welcher Richtung wir steuerten, wenn wir nur überhaupt westliche Länge machten, da wir nur die eine Aussicht hatten, von irgend einem Schiffe gesichtet und unterstützt zu werden. Die Stunde kam mir sehr lang vor, bis Spenee erschien, um mich äbzulösen, und doch war es eben nur eine Stunde gewesen. Er sah sehr verschlasen aus, erklärte jedoch, daß sein Schläfchen ihm gut gethan habe, und daß er völlig bereit sei, einen vierstündigen Ruder- turn zu nehmen, wenn ich es wünsche. Ich sprach ihm meinen besten Dank aus und meinte, ich würde sehen. Wenn ich mich durch einen erquickenden Schlaf für meine zukünftigen Pflichten gestärkt fühlte, würden wir uns nachher gleichmäßig in die Wachen teilen. Ich setzte ihm auseinander, daß der Wind geschralt habe, daß er aber die Segel voll halten solle, wenn nicht etwa mein Manu 138 solches gewesen; nach, ihren Papieren war sie über zehn Jahre alt, datierte also bis zum Jahre 1850 zurück, und zu jener Zeit wurde die Reise nach Sierra Leone und den Häfen der afrikanischen Westküste vorzugsweise auf solchen kleinen Schiffen gemacht. Ich erwähne diesen Umstand, unglücklichen Lage vorhanden waren. Irgend ein Fremder, der auf dieses anscheinend verlassene Schiff gekommen wäre, würde jedenfalls aufs höchste iiberrascbk gewesen sein, die Kajüte so behaglich, hell erleuchtet und mit einer gedeckten Tafel vorzufinden, auf welcher eine, für ein Schiff von der Größe der „Bolama" ganz anständige Mahlzeit aufgetischt war. Da gab es Pökelfleisch, Sardinen, eingemachte Früchte, werßen Zwne> back, eine Büchse mit konserviertem Hammelfleisch, kurz: Ueberfluß, an kalter Küche. Den wunderbarsten Anblick würde aber jedenfalls ich selber bargeboten haben: eine junge Frau mit verwirrtem Haar, die Aermel bis zu den Ellenbogen ■ aufgestreift, und das Kleid „aufgegeit", wie der Seemann sagen würde, um freier ausschreiten zu ausgezeichnet." „Es ist am besten, wenn Tu jetzt ans Ruder gehst , meinte er, „damit Spence die Kajüten- und Kompaßlampen anzünden kann. Er wird wohl wissen, wo das Del zu finden ist Dann kannst Du wiederkommen und etwas Abendbrot besorgen. Ich bin ein wenig hungrig." Das freute mich mehr als irgend etwas. Es konnte ! entschieden kein besseres Zeichen für seinen Zustand geben als den Umstand, daß er Appetit hatte. Ich setzte meinen Hut auf, und begab mich an Deck. Der arme Junge stand sehr pflichtgetreu, aber mit besorgter Miene am Ruder. Sobald ich mich näherte, ries er mir entgegen: „Der Wind hat noch um zwei Striche geschreckt, seit Sie von Deck sind, Madame". ,. , Ich guckte in den Kompaß. Das Schiff lag West zum Norden an.. „Schadet nichts", meinte ich. „Mein Mann laßt ^hnen sagen. Sie möchten die Kajüten- und Kompaßlampen an- zündcn, und zugleich können Sie auch -mal nach dem Kombüsenfeuer sehen." Natürlich spähte ich auch in der Dunkelheit eifrig umher, wie ich es stets that, wenn ich an Deck kam, und wie es ja bei jemand, dessen einzige Hoffnung darm besteht, ein Schiff zu entdecken, ganz natürlich war. Dunkel und öde hob sich der Horizont von den niedriger stehenden Sternen ab. Nicht der geringste Schatten war sichtbar. Nach Verlauf einer halben Stunde erschien Spence mit der Kompaßlampe. Er schob die Lampe unter die Messingkuppel und nahm mir wieder das Rad ab. „Ich habe mir mein Abendbrot mitgebracht", sagte er. „Wenn ich für den Kapitän gesorgt, und selber gegessen haben werde", entgegnete ich, „werde ich kommen, und mich mit Ihnen über die Wachen einigen. Inzwischen halten Sie nur scharfen Ausguck, Spence, für den Fall, daß ein Schiff in Sicht kommen sollte." „Darauf können Sie fich verlassen", war die Antwort. können. Sobald ich meine Mahlzeit beendigt hatte, machte ich es meinem Manne wieder bequem, indem ich sein Gesicht wusch, sein Kopfkissen zurechtrückte, und ihm ein Paar- Bücher aus der Kapitänskammer holte, alte Zeitschriften, Romane und dergleichen. „Wie hast Du Dich mit Spence geeinigt?" fragte er, als ich Miene machte, wieder an Deck zu gehen. „Bis jetzt noch nicht", antwortete ich. „Der arme Bursche soll aber auch, nicht mehr als den ihm zukommenden Teil der Arbeit verrichten. Was sollten wir ohne ihn wohl anfangen? Wir können Gott nicht genug dafür danken, daß er diesen Jüngling übrig gelassen hat, um uns zu helfen. Ich denke, es wird am besten sein, wenn wir je vier Stunden am Ruder stehen." . „Vier Stunden sind zuviel für Dich", rief er kopfschüttelnd, und betrachtete mich mit dem unruhigen, sehnsüchtigen Ausdruck eines Gefangenen. „Gewiß nicht, wenn das Wetter schön bleibt", merntt ich. „Vier Stunden Schlaf erfrischen und erquicken; naw zwei Stunden ist man dagegen immer noch müde uno schläfrig." o „Dann nimm meine Uhr", sagte er, indem er sie aus der Westentasche zog und mir überreichte, „damit Du E weißt, wenn Dein Turn abgelaufen ist. Wie wulst w Dich aber bemerkbar machen, wenn Spence Dich ao- lösen soll?" an;» „Daran habe ich schon gedacht", entgegnete ich. wäre es zum Beispiel, wenn ich das Ende einer Lerne ha , anöet-g darüber bestimmte. In diesem Falle würden wir l Als ich in die Kajüte trat, brannte die Lampe hell, das Rad festmachen müssen und versuchen, die Raaen an- I und Richard las in einigen Papieren, die er emer neben zubrassen. ihm stehenden Kiste entnommen qatte. Darauf eilte ich in die Kajüte, wo mein armer Mann I „Spence hat mir vorhin diese Papiere aus der Kapitäns- so ruhig auf der Matratze lag, als ob er schliefe. Seine I kammer gebracht", sagte er. „Sie enthalten alles Nähere Augen waren jedoch geöffnet, und ein froher, belebter Aus- I über Ladung, Bemannung und so weiter. Die Brigg ist druck kam in sein Gesicht, als ich mich näherte. I etwas größer, als ich geglaubt hatte, drei Tons unter Spence hat mir eure Einrichtung mitgeteilt", sagte er. I zweihundert. Sie ist vollständig mit Palmenkernen an- , Das ist sehr weise gehandelt. Bringe die Matratze und I gefüllt, und die Ladung allein muß wenigstens viertausend das Kopfkissen aus Deiner Kammer, und lege sie hier Pfund (achtzigtausend Mark) wert sein." neben mich; dann begieb Dich selber sofort zur Ruhe. I „Was mich mehr interessiert als die Ladung", sagte Du brauchst Schlaf und mußt chn haben. In Sicht ist „ist Deine Gesundheit. Macht Dir Dein Bein noch natürlich nichts, Jeß?" | viele Beschwerden?" „Nein, aber ich muß Dir noch mitteilen, daß der I Viele nicht, es verhindert mich nur, mich zu bewegen. Wind schralt, und daß ich die Brigg abfallen lassen mutzte, x^iist. mein Temperament, Schatz. Es ist geradezu um sie voll zu halten. Sie liegt jetzt West-Nordweft an. furchtbar für mich, hier an dieses Deck genagelt zu sein. Schadet das etwas?" ., als ob ich irgend ein seltener, auf einen Kork gespießter Er überlegte und antwortete dann: „Nein, es fchadet SdymetterHnq wäre. Ich muß mich irgenRvie beschäftigen nichts. Wie Du ganz richtig jagtest, i,t unsere Aussicht cber i(f)l (attce Gefahr, verrückt zu werden. Sobald ich jetzt ein vorbeifahrendes Schiff. Spence erzählte, ihr Hatter ben verwünschten Proviantraum inspiziert hätte, wollte ich die Flagge halbmast gehißt." sowieso die Schiffspapiere 'mal durchsehen." "Lhr -am» Du meinte er. Du «t f» sch«» .Wunderdinge verrichtet. Lege Dich nun nieder I §^un; denn ich glaube kaum, daß Dein Appetit angenehm fein würde Dann nahm ich meinen Hut ab, > ^ren ^toteren war sie über zehn legte mich auf die Matratze, und mit meines Mannes Hand in der meinigen schlief ich fast augenblicklich ein. Ich erwachte, als Richard mich leise am Aermel zog. **WkiEiLPwNacht. «= -°n-°w|EÄfSÄ**"un,e1 Tu mich denn schlafen laffen?" „Nein, nein", antwortete er, „es ist nicht Nacht. ;Uc Sonne ist höchstens seit fünfundzwanzig Minuten untergegangen. Du hast drei und eine halbe Stunde geschlafen, und zwar ganz wunderschön. Dich auch nicht ein einziges Mal gerührt. Hat Dir der Schlaf gut gethan?" O ja", erklärte ich, indem ich mich erhob. „Ganz 139 i>ie durch eins der Kajütenfenster läuft, und mit dem -anderen Ende irgendwo an ihm festgebunden würde?" „Das ist eine gute Idee", rief er. „Willst Du die erste 'Wache haben?" „Ja." „Wieviel Uhr ist es jetzt?" „Zehn Minuten nach acht." „Dann kommst Tu also um zwölf zur Koje. Es läßt sich nicht anders machen. Ach, Jessie", rief er mit einem abermaligen plötzlichen Ausbruch von Kummer, „was würde ich darum geben, wenn ich Dir dies ersparen könnte!" „Kein Wort weiter, Richard", erklärte ich, indem ich ihn küßte. „Wenn Du den Mut sinken lassen willst, was soll ich dann anfangen? Wir wollen Gott bitten, daß wir Morgen um diese Zeit von allen Sorgen befreit sein mögen." Ich eilte aus der Kajüte, da ich mir nicht mehr zu reden getraute, und er nicht sehen sollte, daß mir die Hellen Thränen aus den Augen stürzten — trotz meiner verzweifelten Anstrengung, sie zurückzudrängen. Vierundzwanzigstes Kapitel. Eine seltsame Begegnung. Ich teilte Spence mit, daß wir uns die Wachen zu Je vier Stunden einteilen würden, und bat ihn, eine Lotleine oder sonst ein langes Ende zu besorgen, das eine 'Ende an seinem Arm zu befestigen, und das andere durch -ein Kajütenfenster bis nach achtern zu leiten. Er that -es, und begab sich in die Kajüte, damit wir zunächst eine Probe anstellen könnten, wie diese Einrichtung sich be- tvähren würde. Sowie ich an der Leine zog, kam er 'sofort heraus, und erklärte, es sei alles in Ordnung, und ich könnte ihn mit dieser Leine aus seinem Grabe herausziehen, wenn es auch hundert Faden tief unter der Erde wäre. Glücklicherweise fühlte ich- mich durchaus nicht müde. Die Spindel des Rades war mit einem tunnelartigen Deckel 'versehen, an welchem auf beiden Seiten ein breiter Rand -angebracht war, so daß ich mich setzen und zugleich! die Speichen des Rades halten konnte. Auch die nervöse -Erregtheit, in der ich mich befand, trug dazu bei, mich munter zu erhalten. Nach, Schlaf hatte ich auch- nicht das geringste Verlangen. Bald nach 10 Uhr wurde die Kompaßlampetrüber; das hatte nichts weiter zu bedeuten. Bis Spence mich ablöste, konnte ich nach dem Monde -steuern, der so- lange vorne sichtbar sein würde. Ich hatte nach der Uhr gesehen, und mit großer Mühe beim Schein der Kompaßlampe entdeckt, daß es zwanzig Minuten vor Mitternacht war. Ich steckte die Uhr wieder in die Tasche, und schaute querab zu Luward über die See. Da glaubte ich eine Art grauen Schatten zu sehen. Um sicher zu gehen, ließ ich das Rad los, und ergriff das Fernrohr. Ich brauchte einige Minuten, um mir das Glas in der Dunkelheit richtig zu stellen, und mußte die steifen Röhren mehrmals hin und herschieben, bis ich endlich ein klares Gesichtsfeld erreicht hatte. Ich, richtete das Glas auf den erwähnten Schatten, und erkannte nun deutlich, daß es ein großes Schiff unter vollen Segeln sei, das ebenso steuerte, wie wir selber. Sofort riß ich mit beiden Händen an der Leine. Dreimal mußte ich daran ziehen, ehe es mir gelang, den Jungen zu erwecken. Meine Ungeduld stieg und wurde zu einer wahren Qual. Das Schiff segelte schnell und kam immer weiter vorwärts wie eine Rauchwolke. Ich rannte auf die Kajüte zu — da kam Spence mir entgegengestürzt. „Was giebt's denn, Madame?" rief er, „ist es schon acht Glasen?" „Sehn Sie, dort ist ein Schiff!" schrie ich und konnte vor Erregung kaum die Worte hervorbringen. „Wie können wir uns ihm bemerkbar machen?" „Wir müssen ein Flackerfeuer zeigen!" brüllte er und geberdete sich wie ein Verrückter bei dieser plötzlichen Nachricht. „Passen Sie aufs Ruder auf, Madame. Die Segel schlagen back." Damit stürzte er nach vorne. . Ich rannte an das Rad und drehte es hart über. Die Brigg machte indessen keine Fahrt mehr, ja sie ging womöglich schon über Steuer, in welchem Falle ich das Ruder hart backbord hätte legen müssen. Daran dachte ich im Augenblick nicht. Alle unsere Hoffnungen, von dem Schiffe bemerkt und unterstützt zu werden, schienen mir nun wie mit einem Schlage vernichtet zu sein. Wenn das Schiff auch bedeutend schneller segelte, als wir, so hätten wir doch, wenn die Brigg in Fahrt blieb, uns noch so lange innerhalb seines Gesichtskreises halten können, bis unser Flackerfeuer bemerkt worden wäre. (Fortsetzung folgt.) Vom Monat März. März 1901. (Nachdruck verboten.) Der März ist der Auferstehungsmonat der Natur, erbringt uns den Frühlingsanfang, und ist er milde, so sieht man bald Grünes an allen Enden. Nach dem strengen Winter wird auch dieser März uns die Herrlichkeiten seiner vegetarischen Frühlingsfreuden bringen, schon sprossen in geschützten Waldwinkeln die Schneeglöckchen empor, und au sonnigen Hängen knospen duftige Frühlingstriebe aller Art. Vom Rhein her ist als Frühlingsgruß frischer Waldmeister in stark duftender, dunkelgrüner Ware eingetroffen. Die Ankunft des Waldmeisters gehört zu den großen Ereignissen in den Delikateßläden. Durch das außergewöhnlich- frühe Eintreffen dieses hochgeschätzten Pflänzchens in diesem Jahre konnte die Reihe der Frühlingsbowlen schon im Februar eröffnet werden. Wer seine Bowlen aber mit edleren und kostbareren Beigaben Herstellen will, der findet in den Delikateßläden schon heimische Pariser Erdbeeren und Pfirsiche. Wer Ananas bevorzugt, deren würziger Dust von keiner anderen Frucht erreicht wird, und als aller- feinstes Bowlenmaterial gilt, findet westindische und ausgereifte hiesige Ananas zu mäßigen Preisen. Neben dem Waldmeister sehen wir von frischem Grün noch Erfurter Brunnenkresse, die seit einigen Jahren ein bedeutenden Handelsartikel geworden und wegen ihres Eisengehaltes für Bleichsüchtige sehr zu empfehlen ist; fein geschnitten auf Butterbrot bietet sie eine wohlschmeckende Frühstücksspeife. Weiter bringt uns der Frühling grünen Schnittlauch, Petersilie, Bitterkresse und Suppenkrüuter, die von Tag zu Tag besser und begehrter werden. Aus freiem Laude liefern die Gärtnereien Rapunze und Spinat. Unter der fastenden Menschheit genießt die Frühlingssuppe den besten Ruf, sie ist ein Weiheessen altdeutscher Vorzeit und vorchristlichen Ursprunges. Da auch heimischer Salat schon vorhanden ist, so ist nachstehende grüne Suppe für den Gründonnerstag sehr gut herzustellen. Man koche 3 Liter Wasser eine Stunde lang mit reichlich Wurzelwerk und Porree, dämpfe bann 3 Eßlöffel Mehl in einem Stück Butter hellgelb, rühre es mit der Brühe an, gebe es wieder aufs Feuer und füge, wenn es kocht, Spinat- und Sauerampferblätter, Petersilie, Kerbel, jungen Salat, Portulak und ein wenig Schnittlauch, alles sein gehackt, ferner etwas Chalotte, Salz und Muskatnuß hinzu, lasse die Suppe aufkochen, legiere sie mit Eidottern, welche man mit 3 Eßlöffeln süßer Sahne verklopft hat und richte sie über gerösteten Weißbrotschnitten an. Für solche, die sich nicht verpflichtet fühlen, zu fasten, kann durch Hinzufügen von Bouillon aus Liebigs Fleisch-Extrakt die Suppe gekräftigt werden. Unsere heimischen Gärtnereien und Treibereien, von denen die mittelschlesischien die leistungsfähigsten Deutschlands sind, versorgen den Markt schon im März mit Radieschen, Salat, frischen grünen Bohnen, jungen Kohlrabi, langen, zarten, grünen Gurken, auch weißen Stangenspargel liefert die Treibkunst der Gärtner. In den Delikateßläden giebt es in- und ausländisches Fein- gemüfe in bester Auswahl. Neben weißem ftanzösischen Spargel, Schoten, Karotten, Artischoken, Tomaten, finden wir Rhabarberstiele für Kompott, Kopfsalat und Endivien aller Art als feine Bratenbeilagen. Blumenkohl kommt in großen Mengen zu niedrigen Preisen zu Markte. Champignons werden reichlich angeboten, dagegen ist für die Morchel vor Ende März noch wenig Aussicht. Infolge der allgemeinen Schonzeit ist das Wildpret knapp, auch! das Reh verschwindet von der Speisekarte und bleibt nur die Wahl zwischen Wildschwein, Fasanenhähnen, Wildenten, russischem Federwild, sowie lombardischen, dal- matiner und hiesigen Schnepfen, für letztere beginnt im März die Frühjahrsjagdzeit. — 140 — l Das Fleisch betreffend, so genießt das Kalb ru diesem Atvnat den Vorzug, auch ist gute Zeit für Lammfleisch und funqe Ziegen. Das zarte Fleisch der Zicklem oder Kitze gilt mit Recht, namentlich in den Alpenländerii für einen guten Braten- er ist leicht verdaulich und wohlschmeckend. Ein gut bereiteter Ziegenbraten genügt auch höheren Ansprüchen, ist aber besonders für die einfache Küche seiner Billigkeit wegen als Sonntagsbraten sehr zu empfehlen. Zum Braten iiimmt man die Keulen, den Rücken und die Vorderblatter. Man häutet und spickt den Rücken, die Keulen und die Schulterblätter, giebt diese mit etwas Salz bestreut in eine Bratvfanne, übergießt sie mit kochend brauner Butter und brät sie unter Hinzugießen von Brühe aus 20 Gramm -aebnis Fleisch-Extrakt eine Stunde. Die Sauce wird mit Mehl verdickt und kann durch Zusatz von etwas sauerer Sahne und einer Messerspitze Paprika verändert werden. Wohlschmeckender wird das Fleisch noch, wenn man es zwei Stunden bor dem Braten mit Citronensaft, Salz und einer Prise Pfeffer einreibt. Noch zu erwähnen ist außer dem Braten die Verwendung der anderen Teile zu feinem Fm- cassee, Ragouts rc. Für den Geflügelmarkt ist im Marz noch Wintersaison, meist wird ältere Ware angeboten, niit Ausnahme junger Tauben, die sehr hoch im Preise stehen. Puten sind billig, dagegen gelten junge Enten und Ganse nls erhebliche Wertstücke. Eier sinken im Preise und sind wtzt eine wirkliche Delikatesse. Auch frische Gänseeier smd eine von Kennern sehr geschätzte Frühstücksspeise, die geeichtesten aber sind die Kibitzeier, mit deren ersten Exemplaren eine kaum glaubliche Preistreiberei veranstaltet wird. Auf dem Fischmarkt herrscht durch die Fastenzeit große Regsamkeit, der Konsum steht aus der Höhe. Flußfische sind in großer Mannigfaltigkeit vertreten, Karpfen, Zander, Barben, deren Rogen man nicht genießen soll, da er der Gesundheit schädlich ist, Forellen, Salm, Ostsee-, Rhein- und Butterlachs, Aale und Aalraupen oder Quappen, deren Fleisch außerordentlich schmackhast ist, und die sich besonderer Verehrung in Frankreich, Rußland und der Schweiz erfreuen. In Rußland und der Schweiz bereitet man die echte Quappen- fuppe (Soupe de lottes a la russe). Seefische sind in allen Sorten zu haben. Auch an Fasten-Delikatessen ist kein Mangel, Austern, Astrachaner Kaviar, Krebse, Hummern und für Liebhaber Froschkeulen. Bei uns ißt man nur die Keulen, während die Franzosen und Italiener mit Ausnahme der Eingeweide und des Kopfes den ganzen Frosch verzehren. In Norddeutschland gilt er heute noch wie die Weinbergsschnecke als Ausnahmegericht, in Süddeutschland und namentlich in der Schweiz werden die Weinbergsschnecken in den Gärten gezüchtet, im Herbst gesammelt und im Frühjahr in den Handel gegeben. Die Zufuhr von grünen Heringen stockt, da in Schweden keine gefangen worden, und aus England kommen nur wenig und sehr kleine zu hohen Preisen. Konservierte Matjes-Heringe sind zu neuen Kartosfeln aus Paris in tadelloser Güte zu haben. Heinrich I. wurde durch den Verlust seines ältesten: Sohnes und Erben so schwer getroffen, daß er nach dreiem traurigen Ereignis nie wieder fröhlich und seine Lebenskraft schnell aufgezehrt wurde. Eduard III. wurde im hohen Alter durch dieselbe Ursache zu Boden gedrückt — durch den Tod seines Sohnes, des liebenswürdigen „Schwarzen Heinrichs VI. und Georgs III. Wahnsinn wurde zweifellos herbeigeführt durch die Bürde des Herrschertums, die zu schwer für schwache Schultern und schwache Köpfe ist. Georg II. soll infolge des Berstens einer Herzkammer gestorben sein, welche durch eine Erregung über den rühm-' reichen Erfolg seiner Heere verursacht war. Beispiele von Verkürzung des Daseins durch Ausschweis- ung uud lasterhaftes Leben gaben Karl II., Heinrich VIII , und Eduard VI. Der erste dieser drei und Georg II. sind ! wohl von allen ihren Vorgängern und Nachfolgern i am schnellsten hinweggerafft. _ , . ., _ Heinrich VII. und Eduard VI. starben an L-chwrndsucht, die beiden einzigen Fälle, in denen englische Herrscher an der „nationalen Plage", wie die Engländer es nennen, . starben. Abgesehen von Heinrich VI. und Georg III. (die beide bei ihrem Tode nur dem Namen nach noch Könige । waren) starb kaum einer der englischen Herrscher nach [ längerer Krankheit. Die englische Geschichte berichtet kein Beispiel, in dem das Volk den Tod seines Herrschern er- wartete, Monat auf Monat, Woche auf Woche, „zollweise", wie es in der Leidensperiode unseres Kaisers Friedrich III. der Fall war. Altersschwäche war in mehreren Fällen — so auch beider i verstorbenen Königin — die Todesursache. Georg III., Wu- . Helm IV., Elisabeth, Heinrich VI., Eduard III. und Heinrich III., alle starben in hohem Alter. Drei starben sehr jung: Eduard V. im Alter von 14 [ Jahren, Eduard VI. im Alter von 16 und Heinrich VI. im Alter von 33 Jahren. Lrtterarisches. Katechismus der Musik von J.C.Lobe. 27. Auflage. In Original» leinenband 1 Mark 50 Pf. Verlag von I. I. Weber in Leipzig. Ein Buch, das in den Kreisen der Musiker wie der Mufikfrcuiid! eine enthusiastische Aufnahme gesunden hat, davon zeigt die stattliche Zch-r der Auflage! Lobes Katechismus verdient aber auch ,n vollem Matze ihm gewordenen Beifall; denn er führt durch die ganze Praxis und Tb-or« der Musik von der Tonleiter an bis zum doppelten Kontrapunkt. W Klavicrspiel ist nicht einseitig bevorzugt, vielmehr wird der reinen wie der mannigfaltigsten Instrumentalmusik ihr volles Recht. *Jn ‘ drei Kapiteln des Anhangs wird die Orgel, die Hebung des kunstgemapw Vortrags und die Partitur behandelt. Hunderte von Notenbcispiet n erläutern den knapp, übersichtlich und leicht verständlich gehauenen Text. Allen Lehrern.und Lernenden der Musik, den Besuchern des Konzertsam und der Oper ebenso wie den Mitgliedern der zahlreichen deutschen iö-> saugvereine sei das Bändchen zur Kenntnisnahme und AnschaMg empfohlen. ______________ Dc und fii währer ich bas damit Brand und ve Segelti einem Brand Segel schein flackern über d „N x| I X X X X __ Druck unk BerlagHrühl'sche» HniverMtS.BMH. und Steindruckerei (Pietsch «rde«) in Preisrätsel.*) Diamanträtsel. Nachdruck verboten. ob sie furchtd schienet Kannib wo ich noch a Auflösung des Kapselrätsels in voriger Nummer: Bremen, Riga, Elbing, Sagnn, Landau, Altona, Utni; Bres Oj Wie Englands Herrscher gestorben smd. (Nachdruck verboten.) Es ist eine traurige Thatsache, daß acht englische Monarchen eines gewaltsamen Todes gestorben smd, d. h. fast 25 Prozent der Herrscher, seit dem normannischen Sieg. Der letzte dieser acht Unglücklichen war Karl L, der vor zweieinhalb Jahrhunderten hingerichtet wurde. Dre Namen der übrigen sieben sind: Wilhelm I., Wilhelm II-, Richard L, Eduard II., Richard II., Richard III. und Eduard V. Einer wurde durch einen Sturz mit dem Pferde getötet, einer auf der Jagd und ein anderer bei der Belagerung einer Stadt erschossen: drei wurden ermordet, uni) nur einet siel in der Schlacht, das war Richard III. bei Bosworth Unter denen, die ans Ursachen, welche direkt oder indirekt mit der Verantwortlichkeit und Sorge ihrer hohen Stellung verbunden waren, starben, ist Mary das hervorragendste Beispiel. Der Verlust von Calais — Welches früher ein englischer Hasen war - beschwerte derart ihr Gemüt, daß sie, wie die Engländer behaupten, an gebrochenem Herzen x| X| X| x| In die Felder nebenstehender sind die Buchstaben AAAAA, W u EEEEE, F, III, KK, L, MM. kb, Kurs n 8, T derart einzutragen, daß gEissk mittelste wagerechte und chabt lfi Reihe gleichlautend ist, und die wog- , . rechten Reihen folgende Bedeute g ~ haben: 1. Vokal; 2. bekannter Baw s S ort; 3. Empfindung; 4. Test d Mes b Erde; 5. Mitteilung; 6. Teil etms Lwtzde Dramas; 7. Vokal, p schatte Als ick gestorben ist. Aedaknen: L. Burkhardt. *) Lösungen sind mit Aufschrift: „Preisräiscl-~ versehen innerhalb acht Tagen an dte Redaktion der « M FamNienblätter" einzusenden. Lte t Sicht." Jc borgest