MBB 'hotoer- aütC. H.NÖ~,. e.IxssAn |0Wuii. K Und an des Meeres Wellen ypk Gleich viel in deinen Wasscrkrng: t Drnm hege keine Sorgen Für henke oder morgen; Denn wer znfrieden, hat genug. Indisch. (Nachdruck verboten.) Die Seekönigin. Seeroman von Clark Rüssel. (Fortsetzung.) Ehe ich die Kajüte verließ, trat Richard mit dem Sextanten in der Hand wieder ein. Er sagte, daß er die erwünschten Höhen gemessen habe und sie nun zur Ortsbestimmung anwenden wolle. Wenn er mit seinen Rechnungen fertig sei, würde er meinem Beispiele folgen und ein Seewasser-Sturzbad nehmen. „Was kann ich inzwischen thuu, Richard?" fragte ich. „Du kannst Dich um das Mittagessen bekümmern", meinte er. „Es ist soweit alles in Ordnung. Das Feuer in der Kombüse haben wir schon angezündet, ehe Spence Dich vom Ruder ablöste. Der Kessel ist mit Wasser gefüllt und ein Stücks Rindfleisch zum Kochen aufgesetzt." Das Deck hatte jetzt, nachdem all das umherliegende Tauwerk aufgeklart war, ein sauberes Aussehen, und die kleine Brigg machte einen ganz hübschen Eindruck, als sie sanft über die langgestreckte, dunkelblaue Ozeandünung dahinglitt. Die Segel wurden nur knapp von der lässigen Brise gefüllt. Hebet den Schanzkleiduugen war das himmlische Blau des Horizonts sichtbar, und ringsumher ertönte das schwache Geplätscher des langsam vorbeiströmenden Wassers. Sobald das Fleisch gar war, trug ich es nach der Kajüte. In der Pantry fand ich- Tischtuch und alles sonst noch Erforderliche. Bei der Suche nach! dem Tischtuch entdeckte ich einige Krüge mit. eingemachten Früchten, eüt paar Büchsen mit Sardinen und eine Menge feiner, weißer Biskuits. Ich stellte, soviel ich davon für nötig hielt, auf den Tisch und wollte eben Richard rufen, als er auch schon aus seiner Kammer trat. „Ich hörte Dich herumhantieren", sagte er. „Meine Beobachtungen sind ausgerechnet, und ich habe mir ein prachtvolles Bad geleistet." Er warf einen Blick auf die Tafel und fuhr fort: „Das sieht ja ganz schön aus, Jeß. Was hast Du denn in dem Glase dort?" „Himbeer-Marmelade." „Man könnte glauben, Du wärest einkaufen gegangen", rief er lachend. „Wer warte nur, bis ich erst 'mal Nach^ forfchungen anstelle. Wir können erwarten, in dem Pro- viantraum noch- allerlei gute Dinge zu finden. Ich will nur- geschwind Spence benachrichtigen, daß wir beim Mittagessen sind." Damit sprang er an Deck. Er war heiterer und zeigte mehr von seinem alten munteren und herzlichen Wesen, als ich seit jenem unglückseligen Tage der Meuterei an Bord der „Aurora" an ihm bemerkt hatte. Gleich darauf trat er wieder ein und setzte sich, indem er erklärte, daß das Wetter nodj immer unverändert sei und ein wunderbar beständiges Aussehen habe. „Ich habe Spence anempfohlen, einen scharfen Ausguck nicht nur voraus, sondern auch achteraus zu halten. Darauf müssen auch wir Heide stets achten, Jeß. Es ist ebenso .wichtig wie das Steuern." „Wo sind wir denn nach Deinen Berechnungen, Richard?" „Weiter nach Westen und Süden als ich glaubte." „Dann wirst Du wohl den Kurs ändern müssen", meinte ich. „Ja, um ein geringes, und es ist auch bereits geschehen. Wahrhaftig, Jeß, das ist ein ganz ausgezeichnetes Stück Fleisch. Oder schmeckt es nur so gut infolge des Schiffbruchs und nach meinem Seewasserbade?" „Warum steuerst Du uach den Kap Verdeschen Inseln?" fragte ich, indem ich bei meinem Thema blieb, das mir! von größerer Wichtigkeit zu sein schien als das Fleisch, „und nicht lieber nach- Sierra Leone oder Sherborough, wo die Brigg herkommt?" „Aus verschiedenen Gründen", erwiderte er. „Zunächst sind wir -den Inseln um zweihundert Meilen näher als den Häfen, die Du eben nanntest. Zweitens habe ich- keine Lust, auf einen Punkt der afrikanischen Küste loszuhalten, wo wir mit nur drei Personen zur Bedienung des Schliffes an eine Küste geraten könnten, die von wenig zivilisierten und vielleicht feindlichen Völkerstämmen bewohnt wird. Drittens je weiter wir nach Nordwesten kommen, desto größer wird die Wahrscheinlichkeit, daß wir Hilfe antreffen: entweder ein Segelschiff, das uns zwei oder drei Mann abgeben kann, oder einen Dampfer, der uns ins Schlepptau nimmt. Bist Du von diesen Gründen befriedigt, Sch,atz?" „Ach, Richard, Du weißt ja, wie uuwisfend ich in diesen Dingen bin. Sicherlich beurteilst Du es am richtigsten." Dreiundzwanzigstes Kapitel. Ein neuer Schicksalsschlag. Diese Deck - Kajüte, in der wir uns hier befanden, war bedeutend kühler als die unter Deck befindliche der „Aurora", dank der durch die geöffneten Fenster und Thüren hergestellten Ventilation. Der Pechgeruch war noch nicht verflogen, und brachte uns wieder auf das Fieber — 134 — fertig ÄVNSL" ba9VnaS'em Säten -ns feiner Stammet und »mtz es in Streifen bann schnitzelte ich ®antrti stehenden ßwiebackkiste ein paar Stucke Holz zu Schienen zurecht^ So sanft ich nur irgend konnte, umwickelte ich den Bruch unter und über den. Schönen m den starken Kallikostreifen und brachte schließlich wieder Kn» rer schnitten e Beinkleid itt die richtige Sage. -Zn Der SUÄtiÄ d«6SÄ0efäf g°ßUnt- B&wö&sj&BE hÄ“t.Ä L°1°L !'°"A^wL7fL fertigten, wtt Du fei»« >•* UE^eÄÄ'Ä” Segel9bei, und mir muffen Gott bitten, daß uns ttgen oi» Kckiiss in Sicht bekommt und uns erlöst. -Eine Handbewegung nadji der Brust veranlaßte mich, ibn zu fragen, ob er auch dort Schmerzen, habe. I Nein" antwortete er, „ich bin ganz heck und gesi , wenn nur das Bein nicht wäre. Ich schlug damit gegen die Kante einer Kiste. Sonst siel ich ziemlich weich hmt I Kiste, auf ein paar Säcke oder etwas ckehnliches. I ,Mer wie", fragte ich, „bist Du denn wieder Hera gekommen^nt(^. heraus, und ich hals, so gut ich konnte, mit den' Armen und dem unverletzten Bein^ Tas andere schleppte hinterher tote eine Trosse rm Wage Weißt Du übrigens, Jeß, die Schienen scheinen zu Helsen. Der Schmerz ist nicht mehr so heftig wie zuvor. Ich war natürlich sehr erfreut, dies zu Horen. ~a I neue Unglück war sowieso schvn schlimm genug; tEN mein armer Mann nun auch noch besonders heftige Schmerzen hätte erdulden müssen, Ware es geradeM unertraalM geworden. Ich kniete meder imb_ küßte rhn, und legi wiederum Umschläge auf seine heiße Stirn Jetzt bat e mich aber, an Deck zu gehen, Umschau zu halten, un zu sehen, ob Spence das Schiff auf demselben SW stielte und so ließ ich ihn denn allein. , 9 Sowie ich mich dem Ruder näherte, ries Spence m , entgegen: „Hat sich der Kapitan schwer verletzt, Madame - 9,8Sa, er hat sich das Bein gebrochen", antwottett ich. „O, mein Himmel!" schrie der arme Bursche. „p glaubte nicht, daß es so, schlimm. jet■ I« " Jj einmal. Ich dachte, es könnte höchstens eine VerstauaM» sein. Gottes Fluch scheint aus dieser Brigg zu laste Was sollen wir nun anfangen?" Er öffnete ferne b ff Augen weit, und blickte mich mit dem Ausdruck de» unfer tii Wrechen. Richard meinte, obgleich^ das afrikanische 1 Fieber ansteckend wäre, so hege er jetzt, nachdem alle I - Leichen und die dazu gehörigen Sachen über Bord ge- I worfen seien, und die Deckhäuser ordentlich ausgerauchert I wären, doch keine Befürchtungen mehr. Dann bat er mich I — nach einem Blick auf seine Uhr — an Deck zu gehen, und I Spence *ant Ruder abzulösen, damit dieser auch sein I Mittagbrot essen könne. I „Du wirst wohl einige Zeit auf uns warten müssen , I sagte er. Wir wollen den Borratsraum achtern 'mal I besichtigen, damit wir wissen, wieviel Proviant und Wasser 1 wir noch an Bord haben. So lange der Himmel diese I wunderbar schöne Farbe beibehält, kann sich das Wetter 1 nicht beträchtlich ändern. Trotz alledem wünschte utz I irgendwo ein Barometer zu sinden. Das Wetter in diesen I Breiten ist launisch wie eine Katze, ganz Sammetpfotchen I in der einen Stunde, und ganz Krallen in der nächsten 1 Ich begab mich an Deck. Die Mahlzeit und das I daraus folgende Gespräch hatten mich außerordentlich er- I frischt, gekräftigt und erquickt. Ich übernahm das Ruder I wieder von Spence und teilte ihm mit, er solle sein I Mittagessen in der Kajüte einnehmen. Dieselbe trage Brise I wehte noch immer. Sie war so heiß wie die Sonne selber, I und es schien wunderbar, daß sie nicht tn sich i selbst vertrocknete, sondern mit solcher Beständigkeit fort- I fuhr zu wehen. Nicht das kleinste Wölkchen war an dem I unendlichen blauen Himmelsdome sichtbar, so daß es fast I unerklärlich! schien, wo der Wind eigentlich herkam. I Ich hatte ungefähr eine halbe Stunde am Ruder I gestanden, und war in Gedanken versunken. Da kam Spence 1 durch den schmalen Gang an der Backbordseite, der Kajüte. I Er näherte sich so langsam, daß ich nicht zweifeln tonnte, I Richard habe ihn geschickt, um mich vom Ruder abzulosen, I und daß ich mich schon daraus freute, midy nun m der I Kajüte niederlegen zu können, und ein Schläfchen zu machen. Da bemerkte ich einen Ausdruck in seinem Gesicht, daß mir jeder Gedanke an Schlaf verging, ehe er noch den Mnnd geöffnet hatte. „Der Kapitän verlangt nach Ihnen, Madame ©te ! möchten sich nicht ängstigen. Er ist gefallen, hofft aber, daß er sich nicht sehr verletzt hat." Mir wurde es dunkel vor den Augen, und das Blut stockte mir in den Adern. Ich ließ das Rad los, und die Arme fielen mir schlaff herab, als wäre ich durchs Herz geschossen. Dieses gräßliche, ohnmachtsahnliche Gefühl dauerte aber nur einen Augenblick. „Wo ist er?" schrie ich. „In der Kajüte", war die Antwort. Ich stürzte hinein, und sowie ich emtrat, bemerkte ich meinen Mann an Deck liegend. Sein Kopf und die Schultern waren gegen das Sopha gelehnt. Hinter ihm, am achtersten Ende der Kajüte, befand sich eine ttenie viereckige Luke — nicht größer tote eine Versenkungsoffnung auf der Bühne — die ich bis jetzt noch nicht bemerkt statte, und deren Deckel abgenommen war. _ „Was ist Dir zugestoßen, Richard?" riet ich, indem iH mich an seiner Seite auf die Kniee warf, und seine Er war^sehr blaß, und der Schmerz, den er erduldet I hatte oder noch erduldete, malte sich nicht nur in seinen Gesichtszügen, sondern hatte auch seine Stirne, nut dicken Schweißtropfen bedeckt, die von dort über sein I Gesicht herabrieselten, als ob es mit Wasser benetzt wart.. „Ich ftirchte", sagte er, sich trotzdem zu einem Lächeln zwingend, „daß ich mein rechtes Bein irgendwie verleg habe.8 Wir hatten jene Achterluke dort geöffnet, Mid ich hatte mich hineingesetzt, um mich hinabzulassen. Dabei glitt ich aus, und fiel. Ich fühlte keinen Schmerzbis ich versuchte, mich zu erheben,. dann — er verzog pIöMtdjl das Gesicht, und brach ab, indem er stöhnend ausrief. „Ich habe das Bein gebrochen, Jeß," Sofort durchzuckte mich der Gedanke, daß jetzt unser Schicksal allein von meiner Besonnenheit und Tapferkeit abhinge. Ich überwand meine Schwäche, und hatte un Augenblick die ganze Kraft wieder erlangt, deren ich fetzt so sehr bedurfte. „Laß Dich dies nicht bekümmern, Jeß, sagte metn Mann. „Verlaß Dich darauf; wir toter 6 en auch so O ja", erwiderte ich, „mein armer Schatz; fertig werden wir schon werden. Vor allen Dingen aber tootteit wir zuerst, wenn möglich, Deine Schmerzen etwas erleichtern und es Dir bequemer machen. Bei diesen ffi W ich M-tt-d-.tmi- K-PfNff-n -u"°r leate diese neben ihm Nieder, und zog und stutzte ihn, bis er daraus ausgestreckt lag. Als Beine aufhob, um sie mit dem Körper in dieselbe Richtung zu dringen, " “ Sm !*■■■, d-b feine Stoibern »ne Stei* -nfchmÄl-m «bet nicht den genngften Saut fragte «)• SÄ.WÄ fÄSeiber -u durch, fdnreibeii Ich nahm das Feb-rm-ffer aus ferner T-fche. L Litt d-S rechte Hosenbein au, Jo b«6 b« treffende Stelle entblößt wurde. Meine Hand zitterte E^aWichU'einen Arm unter feinen Kops zu legen, ^d Ihn zu Werstützen damit er sein Bein, besehen könne. Dann wate er „Offenbar ist. es ein einfacher Bruch. Dit kanZt toeiwr nichts thun, Jeß, als Schienen und Ban- 135 Kurs wir zu steuern haben, wird uns der Kapitän schon saaen. Außerdem kommen wir mit jeder Stunde näher an die Route der nach dem Süden gehenden Schiffe. Und nun, wo ich gerade daran denke, können wir ein Notsignal aufhissen;' denn wir können gar nicht wissen, ob wir nicht schon bald bemerkt werden. Wo sind die .Flaggen aufbewahrt?" „In jener Kiste", erklärte Spence, und zeigte auf einen langen, schwarz gemalten Kasten, der gegenüber dem Ruder an ein paar Klampen am Kajütsschott festgezurrt war. Ich that so unbesorgt und zuversichtlich wie möglich!, da ich fürchtete, daß dieses arme Wesen, dessen Verstand durch die erlittenen Leiden und Schrecken womöglich schon erschüttert sein konnte, sich jetzt ganz der Verzweiflung überlassen, und so alle Kraft und allen Willen zur Arbeit verlieren würde. In dem Kasten fand ich eine ziemlich große Nationalflagge, die ich! bis zur halben Höhe mit der Union nach unten am Gaffel aufhißte. Die rote Flagge hob sich scharf von dem blauen Himmel ab, und mußte unfehlbar von jedem innerhalb des Horizonts auftauchenden Schiffe gesehen werden. Ich dachte an unser Hochzeitsfest und des Vaters Schreck, als er das Notsignal hinter seinem Stuhle entdeckte. Eine Flut von Erinnerungen strömte auf mich ein, und nur mit Mühe vermochte ich, meine Thränen zurückzudrängen. Ich durfte mir jedoch Spence gegenüber keine Schwäche anmerken lassen, und so zeigte ich auf die Flagge, und erklärte mit möglichst heilerer und zuversichtlicher Miene, daß dies nun der erste Schritt sei, und daß bald irgend ein Schiff auf uns zuhalteu würde, um zu erfahren, was uns fehle. Zu meiner großen GenugthUung bemerkte ich, daß mein zuversichtliches Wesen seine Wirkung nicht verfehlte. Er schien sich seiner Niedergeschlagenheit zu schämen, und sagte: „Ich bin gerne bereit, jede Arbeit, die etwa Ihre Kräfte übersteigen sollte, zu verrichten; wenn Sie wollen, Madame, nehme ich vier Stunden am Ruder, und Sie zwei. Ich glaube, ich kann wohl mit weniger Schlaf auskommen als Sie, und Sie können die Wachen einrichten, wie es Ihnen am besten paßt." „Nein, nein", sagte ichi „Wir wollen uns ehrlich darin teilen. Ich bin zwar eine Frau, habe aber keine Angst vor Matrosenarbeit, und wenn es nicht meiner Kleider wegen wäre, ginge ich ebenso gerne mit nach oben, wie ich"meinen Ruderturn nehme." Ein altes, lederbezogenes Fernrohr ruhte in einigen Klampen unmittelbar über dem Flaggenkasten unter der Achterluke der Kajüte. Ich stellte es mir zurecht und fand, daß es ein gutes Glas war. Den ganzen blauen Umkreis des Horizontes suchte ich Zoll für Zoll damit ab. Mit Hilfe des Glases war es möglich, die riesige Ferne zu durchdringen, und die Grenzlinie zwischen Himmel und Wasser wurde deutlich sichtbar. Es war nichts zu entdecken, auf dem ganzen mächtigen Gürtel auch nicht der geringste Punkt oder Schatten irgend welcher Art. (Fortsetzung folgt.) Amerikas Taufpate. Zur Erinnerung an den 450. Geburtstag Amerigd Vespuccis. ' 9. März. Von Franz Büttner. (Nachdruck verboten.) Bekanntlich hat die Neue Welt ihren Namen nicht nach ihrem Entdecker, Kolumbus, erhalten — sonst müßte sie Ko- lnmbia heißen —, sondern sie ist nach einem anderen verdienten Seefahrer der damaligen Zeil, nach Amerigo Ves- pueci, getauft worden, eine Thatsache, die nicht nur schon seinerzeit unendlichen Staub aufgewirbelt hat, sondern die wir noch jetzt als einen Ausfluß schwärzesten Undanks empfinden, ohne daß sich nach so langer Zeit an der Sache natürlich, noch etwas ändern läßt. Kolumbus selbst hat davon glücklicherweise nichts erfahren; denn die Bezeichnung bürgerte sich erst nach seinem Tode ein, er ist ja überhaupt in dem Glauben gestorben, einen neuen Weg nach der Küste Ostasiens entdeckt zu haben. Wäre der Mißgriff noch zu seinen Lebzeiten geschehen, so würde ihn der hochverdiente, vom Undank Spaniens und des Königs tief niedergebeugte Mann jedenfalls schmerzlich empfunden haben, und der Umstand, daß später doch noch ein kleiner Teil des von ihm aufgefundenen Erdteils seinen Namen erhalten hat (Kolumbia), würde ein schwacher Trost für ihn gewesen fein. Die Frage, wie es nun eigentlich gekommen ist, daß man der Neuen Welt nicht den Namen des Kolumbus, sondern denjenigen des Amerigo Vespucci gegeben, ist früher in keineswegs richtiger und für den Taufpaten Amerikas nicht geradezu schmeichelhafter Weise beantwortet worden. Man bezichtigte ihn der Hinterlist und der betrügerischen Vorspiegelung, aber ganz mit Unrecht. Der arme Vespucci war ein guter Freund des Kolumbus, den dieser selbst dem König Ferdinand V. von Aragonien empfohlen hat, und auch er befand sich, wie sein berühmter Gönner, bis zu seinem Tode in dem Wahn, er habe aus seinen Reisen die Küsten Ostasiens näher erforscht. Außerdem ist er ebenfalls schon 1512 gestorben, während sich die Bezeichnung Amerika erst später allgemein eingebürgert hat und überdies zuerst von einem deutschen Gelehrten ausgegangen ist, von dessen Existenz der wackere Vespucci gar keine Ahnung hatte. Einzelne Historiker haben hinterher die irrige Benennung zu rechtfertigen versucht, , indem sie deren Berechtigung damit begründen, Vespucci habe vor Kolumbus als erster Seefahrer das Festland Amerikas erblickt, aber auch das ist ein Irrtum, wie aus den vorhandenen beglaubigten Urkunden als sicher hervorgeht. Amerigo Vespucci war von Geburt, wie Kolumbus, ein Italiener und stammte — geboren am 9. März 1451 zu Florenz — aus einer angesehenen und sehr wohlhabenden Familie. Seine Erziehung war eine sehr sorgfältige, er studierte fleißig Physik, Mathematik, Astrologie, Geographie und nautische Astronomie. Schon 41 Jahre alt, trieb ihn sein Thatendraug noch in die Welt, er ging nach Spanien und übernahm (1493) die Stelle als Geschäftssührer eines bedeutenden Handlungshauses in Sevilla. Der Besitzer des Geschäfts war sein Landsmann Juauoto Berardi, und als derselbe 1495 starb, legten die Erben die Leitung desselben in die Hände Vespuccis.^ In dieser Stellung machte Vespucci die Bekanntschaft des Kolumbus, der gerade von der betreffenden Handlungs- firma die Mittel zu seiner zweiten Reise empfing. Nach Kolumbus' Rückkehr brach ein allgemeines Entdeckungsfieber aus, von der spanischen Regierung dadurch noch gesteigert, daß sie am 10. April 1495 eine allgemeine Erlaubnis zur Entdeckung neuer Gebiete erteilte, die sie bereits zwei Jahre später wieder zurücknahm, ohne aber dadurch die herbeigeführten schweren Mißbräuche wieder aus der Welt schaffen zu können. Vespucci wurde ebenfalls von dem allgemeinen Entdeckungsfieber ergriffen, erfühlte sich nicht an seinem Platze und meinte wohl, daß seine hervorragenden Kenntnisse ihn für einen höheren Wirkungskreis befähigten. So schloß er sich zuerst 1499 der Expedition des Alfonso de Hojeda an, welche am 20. Mai 1499 den Hafen von Santa Maria verließ, und zwar scheinen seine Funktionen die eines Schiffsastronomen, eines allgemein in der theoretischen Schiffskunde erfahrenen Mannes gewesen zu sein, und zwar nicht nur auf dieser Reise, sondern auch während seiner nächsten Fahrten. Die kleine Flotte erreichte bereits nach 27 Tagen den amerikanischen Kontinent. Dem Lande, wo man anlegte, gab man den Namen Venezuela, weil die auf Pfählen erbauten Wohnungen der Eingeborenen an Venedig gemahnten. Die Expedition entdeckte in der Folge noch die Insel Margarita, die Bai las Perlas usw. und machte auf den Karaiben-Jnseln viele Gefangene, um solche in Spanien als Sklaven zu verkaufen. Am 18. Oktober 1499 langte Vespucci in Spanien wieder an. Varuhagen behauptete nun, die erste Reise des Vespucci habe bereits 1497 stattgefunden. Dieser sei am 10. Mai 1497 abgereift und habe einen großen Teil des amerikanischen Festlandes als Erster erforscht, um dann im Oktober 1498 nach Cadix zurückzukehren. Wäre das wirklich! der Fall, so hätte er allerdings das amerikanische Festland eher gesehen als Kolumbus; denn dieser trat seine dritte Reise erst am 30. Mai 1498 an und bekam auf derselben erst am 1. August 1498 zum ersten Male den neuen Kontinent zu Gesicht. Es ist aber zweifellos festgestellt, daß Vespucci von Mitte August 1497 bis zur Abreise des Kolumbus die Ausrüstung der Schiffe des Kolum- - 136 — des Erfurter Führers kommen läßt. Ä«6attion: U. Burthardt. 4. Sag' andern niemals alles, was du denkst. 5". Wir rüsten uns bald zum Landaufenthalt. 6 Sie war im Festsaal tonangebend. b„, beimgt bnt, ,md »»Berbern wird bk d« I 5ÄÄ Abreise VespucciS im Jahre l®9 n^bb“S‘.*IIÄm6uS bebülini88gt(teigett. 3n bei erhöhte» Srmmcttempeiatui ricktlicüe Aussage in den von den Erben des Kolumbus oeoursn j l au aIIe anderen Gegenstände mehr aeaen den Fiskus wegen Nichterfüllung der der Famrlre dev I 1 fairb in dem Maße verschlechtert, wie m-nfien Genuesers zugesicherten. Verbindlichkeiten ange- I aus, F-pmveratur erhöht. In der warmen Luft atmet strengten Prozesse, sowie verschiedene andere hier Nicht naher sich ~e^)tiger Sauerstoff — das notwendigste Lebensdarzulegende Details bestätigt. . „ Voltaire I bedürsnis —, der Stoffwechsel wirb lanchacher und geringer, „Doch wenn es auch wahr wäre , sagt sch ,, | ber Appetit vermindert sich, mürrische Stimmung tritt em, sebr richtig, „daß Vespucci das eigentliche Festland zu s I » ist furi und unruhig. Nirgends ist also der entdeckt hätte, so gebührt der Ruhm ihm immer noch nicht, ^r Schlaf fo Zufälligkeiten der Krankheits- er kommt nur dem zu, der das Etnsehen und d «ufnahme ausgesetzt, tote durch den dauernden Ausenthalt S «SSSSÄ MW «*** «.Escher Wegweiser. I-td «-d Kart-, ISS&ÄÄS» lm rtiTTtaen der zeitgenössischen Geschichtsschreiber, noch rn den I Beschreibungen, die von den meisten Winterbirnen gemacht aericktlicben Aussagen, in welchen, bei Gelegenheit des Pro- I toerben, Glauben schenkt, muß sehr häufig finden, daß diese reifes der^ Erben Kolumbus gegen die spanische Regierung, I französisches Klima passen, die Birnen hier aber rubig ^ Gegenteil die Prioritätsansprüche jedes Expeditions- M- Meibe/ Es ist schwer, unter den Wmter- führers auf jeden Teil der befahrenen Küste festgestellt ßinnm 0bie |orten herauszufinden, welche mxä). noch m ^Am'etiao Vespucci unternahm noch drei weitere Reisen. A^^Atm^^schxeibt nn Leser seine 40jährigen 1501 S HeÄ« 1502, die zweite naen die er Uiit Wintertafelbirnen-Sorten machte, 5'1503 bis 18 Juni Lhnachtsb^nen, welche Mr rauheres 1W bei welcher man die Küste Brasiliens erreichte und I a.£-jna aucb. auf Hochstamm noch gute Fruchte liefern. Wir rablreicke wichtige Entdeckungen machte. Auf der dritten I uns augenblicklich in der Pflanzzeit, und da wird fo ^nbrt wurden keinerlei Entdeckungen gemacht. Alle diese I ^mckicr sich diese Erfahrungen noch zu nutze machen können, Nen macht? Vespucci w portugiesischen Diensten in der mancher,i^o^l Me unseren Abonnenten kostenlos Eigenschaft als Kosmograph und Steuermann; die erhofften I Verfügung steht, mittels Postkarte vom Geschaftsamt Schätze blieben aber aus, und so kehrte der Reisende 150o 3^ Erfurter Führers kommen latzt. I e>tt«rarlsche». &08 '» S-°M° fein ih°t°n. 555?^ °gjiit 89 Abbildungen. In tC%»fe und noch mehr die von ihm über dies^be veröffentlichten Berichte haben seinen Ra^en allentha dem sch?nm ^Ge^schlech? ^ng^^en die "b^^^^oßstadN?n 'der ZMWZ - Ztz W-LZ-MiM- MZWMM WMWMW enibeckien Koniin ent. al» besten Entbe-e- er Semei. an- 3 «ta .uch ,,.ch «*; -- sah das Land des Vespucci, Amerika zu nennen. Der Vor- I ch„„ncrpflanzen je nach ihrer Natur auf das Fensterbrett , INden t WA*-, -nm- I d".. -rf Gr°ß-Licht°rfel?c. Inhalt von Nr. 23. W as in d e r W^e v Wie's der Winter treibt; Neues vom Burenkriege, Kninnen-Ncil Brüder verschüttet, «u^bern d^Natur: Em Symnen N LiL zu spä?! den Mißgriff wieder gut zu machen. Der Name „Amerika" hatte Bürgerrecht e/augt, und die Neue Welt hat ihn behalten bis auf den heutigen Tag. -angst bat die Geschichte dem Kolumbus sein Recht zuruckgegeben, . ... , I Kapselrätsel. GsMsrnnutziges. Nachdruck verboten. N o r i i ck t b e i m 8 i m m e r h e i z e n! Im Hinblick auf t Such' zum Umgang innerlich und äußerlich saubre Menschen. Vorstcht v ö e§ »eitaemäL auf die Nachteile I 2 Der Fabrikbrand war schaurig anzusehen eine?M starken Zimmerheizung aufmerksam zu machen. | 3. Ich komme mit der Fadel, bin^gern^wo^rohs h Wer die Temperatur seiner Wohnräume über 15 Grad R. ftÄig« S» balb'S; KK SÄ' «f!*' I 18 NLVASM.M. y** , IS Grund ch folgender: Bei andauernd starkem Heizen 1. D^Schnlinei^ SStz?ist der Name e.ner Stad, ttoänen die Wände sowie dietm Zimw/r^befindlichen fiedt Sind die richtigen Namen gefunden, so ergeben die nfan MWÄ LSSMÄ ***"SÄ»* —■ d.» «-* wird gesteigert. Da nun diese Verdunstung von Feucyngieir 1 __ Bnui Md «erlag der Brühl',chm U»i,erfitLtS-B«ch- und Stmdruckerei (Pietsch «rde«) i« •»*»*