Nr. 142. 1901 ZZU TStoiizfl MEi 's; i =, >«» lÜtH ^pytyoiiMWRgi MWMM Sonntag den 6, Oktober, j die' X einer kann kn leichtem Spiel $ Dieses Lebens Preis erjagen; Fest in's Auge fass' dein Ziel, Bis die Pulse höher schlagen. Und sich dir an Fuß und Hand Wieder straff die Sehne spannt. Und so wand're Schritt für Schritt Den Gefahren kühn entgegen; Hoch das Haupt und fest der Tritt, Und im Herzen Gottes Segen, Auf der Stirn des Kampfes Schweiß: So gewinnest du den Preis. Julius Sturm. noch gedacht hatte? ... Nein, nein, schrie cs in seinem Herzen auf, diese hier, fes einfache, schlichte Mädchen, die sein Later m der Todesstrrnde Tochter genannt, die Geliebte ferner ^ugend^ sehnsucht, sie gehörte zu ihm,. nicht jene, bte ihn Mit einemmale als der böse Geist feines Lebens erschien. Hastig ergriff er ihre Hand. „ „Verzeih mir, Else, daß xäy nichts von mir Horen lieft 'Ich! Lat Dich ja selbst, nicht an mich zu schreibens entgegnete sie mit gesenktem Blick. „Aber ich habe vst an Dich gedacht, Eitel Fritz — und ich will es nur gestehen, mit frohL Hoffttung in die Zukunft gesehen. Dem Vater wußte um uusere Liebe — ich habe es schon lange be- merkt, er neckte mich so oft —/«bet tn, der letzten Zeit war er so lieb und so freundlich! zu mir 7—^ er kam oft zu uns, dann plauderten wir zusammen, und ummte mich nie anders als „Töchterchen". = Ach, Mel Fritz, wir haben viel, viel tot ihm verloren - , Er vermochte nichts zu erwidern. Noch em inniger, warmer Druck ihrer Hand, dann wollte sie sich fhu ent», fernen Da trat Arno Sanuow mit zwei Damen und emem Herrn,' alle drei in tiefe Trauer gekleidet, ein. Lieber Schfwäger, Freunde von Dir aus Berlin wün- schen Dich zu begrüßen", sagte Sanirow. .... ' Eitel Fritz war geisterbleich geworden- Er glaubte zu. (Nachdruck verboten.) i Der Erbe von Petershagen. Roman von O. Elsten (Fortsetzung.) IX. I Die nächsten Tatze brachten für Eitel Fritz, den jetzigen Vertreter der Fmnilie, so vielerlei Arbeiten Ulid Pflichten, I er nicht an sich selbst denken konnte. Er empfand I -diese unausgesetzte Thätigknt fast als eine Wohlthat; denn I sie lenkte ihn von den Gedanken ab, die mit unerträglicher I xmal seine Seele zermarterten. Wenn er spat abends -sich, zur Ruhe begab, dann kehrten diese Gedanken zuruck, B schlaflos sich auf dem Lager umherwälzend, sehnte er Len Tag herbei, welcher ihm neue Arbeit, neue Wichten ^Tag der Beisetzung des Verstorbenen war | erschienen. Der große Rittersaal des Schlosses war schwarz ausgeschlagen, auf hohem Katafalk, tot dessen Sette stl- herne Kronleuchter mit brennenden Wachskerzen standen, Mar der Sarg aufgebahrt. Noch! war der /Deckel nicht aus- Neschroben, die Angestellten des Gutes, die Leute aus dem Dorfe sollten noch einmal Gelegenheit haben, den vrr-- fftvrbenen Herrn zu sehen. Unter der Führung des Inspektors Breymaniterschienen Lie Leute, alle tn ihren Sonntagskleidern, die Frauen jund Mädchen in schwarze Tücher gehüllt. Eitel Fritz und Mrno Sannoiv empfingen sie, die im ernsten.Schweigen an dem Sarge des Entschlafenen stehen blieben, der ihnen jallen ein freundlicher, milder Herr gewesen war. Tas Antlitz des Verstorbenen hatte im Tode wieder Len fröhlichen, zufriedenen Ausdruck angenommen, den es jim Leben stets gezeigt, und so nahmen denn die Leute eine freundliche Erinnerung an den dahingegangenen Herrn Mit fort. Leise, in ehrfurchtsvollem Schweigen, wie sie gekommen, entfernten sie sich wieder, von dem Inspektor und Arno Sanuow hinaüsbegleitet,_ nachdem sie alle Eitel Friü teilnehmend die Hand gedrückt. Nur eine schwarz gekleidete Frauengestalt kniete im stillen Gebet noch am, Eitel Frch^trat auf sie zu, da sah- sie auf, und er- sckreckt wich er einen Schritt zuruck, er blickte m das chmerzbewcgte Antlitz Elses. Aum erstenmal sah er sie wieder, und alle die durch die Ereignisse der letzten Tage zurückqedrängten Gedanken stürmten aufs neue aus ihn m, „Else — Du hier — ?."■ , M „Verzeih", entgegnete sie leise, sich erhebend, „auch ich! wollte Abschied von dem Entschlafenen nehmen, der. stets so freundlich- und gütig zu mir gewesen ist. ■ ] ^Aber Du kommst doch! Mit W-ernem Vater zur Trauer- ^Cier 'Bei jener^Feier würde ich ihn nicht gesehen haben - deshalb kam ich jetzt. - Armer Eitel Fritz-Wie tief empfinde ich mit Dir diesen unersetzlichen Verlust- . ch Sie reichte ihm die Hand, während stchj ihre großen, blauen Augen von neuem mit Thränen füllten. Er legte die Hand vor die Augen, er sah nicht, daß sie ihm die Hand reichte — eine unsägliche Qual zerriß sein Herz. Sie hatte ihn nicht vergessen, sie liebte ihn noch, das merkte er wohl - sie vertraute ihm - und er. I — er war schlecht und treulos, und wortlos! Stellte er denn in der Thal dieses Mädchen nicht mehr? Liebte er, sie weniger als jene andere, die ihm jetzt so wert, so unendlich weit entrückt schien, daß er ihrer in diesen Tagen kaum. 566 träumen; denn oer Rittmeister Mehering und die Ma- jorin Weserling mit Irma standen vor ihm. Der Rittmeister bemerkte das jähe Erschrecken, und sein scharfer Blick streifte forschend über die Gestalt Elfes, die bescheiden zurückgetreten war. Die Majorin jedoch ergriff die Hand von Eitel Fritz. , „Mein teurer Herr von Petershagen", sagte sie, „Sie hatten die Aufmerksamkeit, uns von dem Wleben Ihres Herrn Vaters zu benachrichtigen — wir fühlen mit Ihnen den Schmerz, und wollten Ihnen unsere Teilnahme beweisen, indem wir zur Beisetzung des teuren Verstorbenen kamen. Nehmen Sie mein und Irmas innigstes Beileid und gestatten Sie, daß wir unser Beileid auch der Frau Baronin und Ihren Fräulein Schwester;, ausdrücken." „Gnädige Frau — diese Ueberraschung — ich bin Ihnen außerordentlich dankbar . . ." stammelte Eitel Fritz, und küßte der Majorin die Hand. „Auch mein innigstes Beileid, teurer Freund. — Sie wissen, daß ich mit Ihnen fühle. . ." Irma stand stör ihm, und streckte ihm! die Hand entgegen. In ihren dunklen Augen flammte es auf, er fühlte, wie ihre Hand in der seinigen bebte, und sich in festem, krampfhaften Druck fest um seine Rechte schloß. Tie Majorin war mit Arno an den Sarg getreten, der Rittmeister stand etwas abseits. „Welch trauriges Wiedersehen, mein lieber Freund", flüsterte Irma ihm zu. „Aber auch diese Tage werden vorüber gehen — und dann. Eitel Fritz, dann liegt das Leben vor uns . . . ah, wie oft ich diese Tage an Sie gedacht habe!" Wieder traf ihn der leidenschaftliche Blick ihrer Augen. Dann trat der Rittmeister näher, ein vertrautes Gespräch verhindernd. Else Breymänn hatte still den Saal verlassen. Sie bemerkte wohl die jähe Ueberraschung Eitel Fritz, sein Erbleichen und fein Bemühen, sich zu fassen. Wer waren diese so plötzlich auftauchenden Damen aus Berlin? Mit dem feinen Gefühl des liebenden Weibes erkannte sie in der stolzen Erscheinung Irmas die Nebenbuhlerin, erkannte sie die Gefahr für ihre Liebe, und ein trauriges Gefühl beschlich sie. Schon oft hatten Zweifel ihre Seele gequält, ob Eitel Fritz ihr auch Treue halten würde. Freilich hatte sie ihn ja selbst gebeten, ihr nicht zu schreiben, dennoch hoffte sie von Tag zu Tag auf eine wenn auch noch so kurze Nachricht von ihm, aus einen kurzen Gruß, auf ein Zeichen, daß er ihrer gedachte. Die ganze Kraft ihrer eigenen tiefen Liebe mußte sie aufbieten, um die Zweifel stu seiner Treue, au seiner Liebe zu zerststeuen. Jetzt kehrten diese Zweifel in verstärktem Maße zurück, als sie die Blicke bemerkte, welche er mit der stolzen, schönen Fremden wechselte, als sie das jähe Erbleichen feiner Wangen sah, dem eine tiefe Glut folgte. Dann schsilt sie sich! wieder, daß sie an ihm zweifelte; MBec wenn sie sich sagte, daß er seit fünf Tagen in Petershagen weilte, ohne auch nur eine Minute für sic übrig gehabt zu haben, dann ward ihr das Herz doch schwer, und eine düstere Ahnung beschlich sie. : . Langsam schritt sie dem Gutshof zu. Sie wollte an her offiziellen Trauerfeier nicht teilnehmen, zu der sich Bereits die Bekannten und Freunde der Familie vor; Nah und Fern versammelten. Eitel Fritz hatte sich fo weit gefaßt, daß er die Majorin und Irma seinen Damen zuführen konnte. Frau von Petershagen machte allerdings ebt etwas erstauntes Gesicht, hatte sie doch nie etwas Von einer Majorin Weserling gehört, aber diese überschattete sie und ihre Töchter mit solch herzlicher Liebenswürdigkeit, und erzählte so viel von ihrem Verkehr mit Eitel Fritz in Berlin, daß sie zu verstehen glaubte, weshalb diese Damen zur Beisetzung ihres Gatten gekommen waren. Irma schloß sich in schwesterlicher Vertrautheit Wanda und Ruscha an. Arno flüsterte seiner Braut zu, daß Eitel Fritz sehr viel in dem Hause der Majorin verkehrt habe, die außerordentlich resch sei, und daß man in Berlin, wie Rittmeister Mehering ihm erzählt, die Verlobung Eitel Fritz' mit Irma als nahe bevorstehend ansehe. Ruscha gewann dadurch Interesse an der schönen Freundin, die einen so vorzüglichen Eindruck machte, und als man sich zu der offiziellen Trauerfeier in den Saal begab, schnitten die Majorin chmd Irnich unmittelbar hinter, den Damen, des Hauses, als gehörten sie zu den nächsten Bekannten der Familie. Tie Trauerfeier nahm einen ernsten und würdigen Verlauf. Der Sarg verschwand fast unter der Menge den kostbaren ■ Kränze, und schier endlos war das Gefolge/ welches dem Verstorbenen die letzte Ehre erwies. , Frau von Petershagen fühlte sich zu angegriffen, um! mrt nach der Familiengruft, welche auf dem Friedhofs des Dorfes lag, zu fahren; sie zog sich nach der Trauer- ferer mit ihrer Tochter Wanda in ihr Zimmer zurück.; Die Majorin und Irma blieben an ihrer Seite. „Verzeihen Sie uns, meine teuerste gnädige Frau"/ sagte die Majorin, „wenn wir Sie in dieser schweren Stundei nicht allein lassen. Vergönnen Sie es uns, Ihren tiefem Schmerz zu teilen." Die Baronin fühlte sich, in ihrem Stolze durch das aufmerksame, ehrerbietige Benehmen der fremden Damen angenehm berührt. Sie legte ihren Arm in den der Ma- jorin, und ließ sich von dieser fortführen. Auf die Dauer vermochte sich ihre Natur dem fassungslosen Schmerz nicht hinzugeben, die trüben Tage bis zur Beisetzung lasteten schwer auf ihr, sie sehnte sich nach dem gewohnten Leben, und empfand das lebhafte, ablenkende Gespräch der Majorin als eine Wohtthat. So fand denn Eitel Fritz, als er von der Beisetzung zurückkehrte, die Damen in ruhigem, gefaßten Gesprächs Er war wohl erstaunt, die Majorin und Irma bei feiner Mutter zu sehen, doch konnte er auch nicht umhin, die zarte Rücksichtnahme der Damen, die sich in ihrem Wesen; seiner Mutter und seinen Schwestern gegenüber kundgab/ anzuerkennen. An dem Gespräch! selbst vermochte er sich nicht zu beteiligen. Ihm war so weh ums Herz, daß er am liebsten die Einsamkeit gesucht hätte. Der Rittmeister trat zu ihm. „Kopf hoch, lieber Petershagen", sprach er leise. „Sie sehen schlecht aus —■ nach diesen traurigen Tagen kommen; wieder bessere Zeiten. Sie waren wohl sehr überrascht, uns zu sehen?" „Allerdings..... ." „Sie sind wenigstens offenherzig", fuhr der Ritt-- meister mit leichtironifchem Lächeln fort. „Aber auch un- dankbar, lieber Freund — beweist Ihnen unser Kaminen nicht, wie es um das Herz Fräulein Weserlings steht?"1 Mit finflorem Blick sah Eitel Fritz zum Fenster hinaus.; Ja, er war undankbar — Irma hatte ihm den Beweis ihrer Liebe gegeben, und er konnte ihr fast zürnen, daß sie gekommen war. „Sie sind nun der Herr hier auf Petershagen", fuhr Mehering fort. „Ein prachtvoller Besitz und was läßt sich aus ihm machen, wenn Sie — na, ja, offen gesprochen — wenn Sie Geld in die Hand bekommen . . „Ich bitte Sie, Mehering . . . ." „Pardon! Ich will Sie in dieser Stunde mit solchen! Erwägungen nicht verletzen. Wer, mein Gott, schließlich hängt doch Mes in d"r Welt von der Zahlungsfähigkeit ab.. . . nichts für ungut, mein Bester. Ich glaube, es ist das Beste, wir empfehlen uns jetzt, dann können wir mit dem Nachtzug nach Berlin zurückkehren." Er trat zu der Majorin, Und flüsterte ihr einige WortÄ zu. Sie erhob sich. „Meine verehrte gnädige Frau", wandte sie sich äst die Baronin, „wir wollen Sie nicht länger stören — unser; Wagen wartet, der uns nach der Station bringen soll- Nochmals — verzeihen Sie uns, wenn unsere Teilnahme uns bewog, hierher zu kommen..^." Ich bin Ihnen sehr dankbar, gnädige Frau. AU Freunde meines Sohnes, der so viel in Ihrem Hause verkehrte, waren Sie mir herzlich willkommen." Die Majorin umarmte Wanda und Ruscha; Irma küßte der Baronin ehrerbietig die Hand. „Willst Du die Damen nicht zum Wägen begleiten/ Eitel Fritz?" fragte die Baronin. Dieser schreckte jaus seinem Sinnen chuf. Dann bot er Irma den Arm, während Arno die Majorin führte. ' Weich lehnte sich Irma an seine Schulter. Er atmete« den Duft sichres Hagres, und fühlte, den leisen,, wärmest Druck ihres Armes. „Sie Aermster", flüsterte sie. „Wie bleich Sie ansi sehen! Erledigen Sie nur bald Ihre Geschäfte hier, und kommen. Sie wieder M Ms. So ernst, so traurig haibr 567 darauf schließen, daß sie -eine sogenannte Salonkerze be- Den Gashahn an Her Schhafzimmerampek hatten die Mebe, da ja kein Gas ausströmte, offen gelassen. Als nun das Mädchen am nächsten Morgen aufstand, und die Gasuhr öffnete, um den Kaffee zu bereiten, erfüllte das Ms natürlich sofort Las ganze Schlafzimmer. Dann kam sie mit der brennenden Kerze aus der Küche, und sofort erfolgte die Explosion." „Ich möchte nicht zu viel sagen. Wer soviel' stehk doch fest, daß der Diebstahl nur von einer oder mehreren .Personen begangen sein kann, welche mit der Aertlichkeih „Das ist mir einleuchtend. Mer dann sind die 'Liebe gar nicht so schlau zu Werke gegangen, wie man allgemein angenommen hatte. Fanden sich denn sonst irgend welche Spuren?" " sch Sre „noch me gesehen S- glauben Sn, daß ich mit I erlegte. Da er jedoch hörte, daß ich Journalist sei, machte ^hnen fühle? | er mich auf die irrtümliche Darstellung aufmerksam, welche Er preßte ihren Arm au bte Brust, am Tage vorher in mehreren großen Blättern erschienen ,,^rma, wenn Sn wüßten . . , I war, und offenbar auf denselben Berichterstatter zurück- . „Spater sollen Sw mir alles erzählen, wenn wir geführt werden mußte. Es hatte noch an demselben Tage wieder allem sind. Nicht hier — Nicht jetzt. Haben Sie I eine Lokalbesichtigung stattgefunden, und die hatte ergeben, denn auch zuweilen an mich gedacht?" I daß die Gasexplosion in dem Grabert'schen Hause nicht Em feurig schmachtender Blick ihrer Augen traf ihn, I von den Juwelendieben planmäßig verursacht, sondern und ihre Hand stahl sich m die seine. I lediglich als eine Begleiterscheinung ihrer Thätigkeit auf- „Sie wissen Nicht, tote ich! Sie liebe. Eitel Fritz. . ." | zufassen sei. Püftexte sie leidenschaftlich. „Weshalb finb Sie so stumm I „Dann wird die Geschichte immer rätselhafter", et- und kalt zu rnm? — Doch nein — ich will nicht fragen, ich widerte ich „Wie sollen Sie Licht in dieses Dunkel $ Getoischeit chrer Liebe. . " bringen, zumal die Explosion zweifellos alle Spuren ver- Man war an dem Wagen angelangt. Dte Damen und j wischt hat?" m^^tmeister stiegen ein, noch ein Händedruck, ein leises, „Keineswegs! Ich habe nichts dagegen einzuwenden, Aus Wiedersehen dann rollte der Wagen fort, I wenn Sie von dem Gebrauch machen, was ich Ihnen jetzt Unb Dämmerung des Abends, erzähle; denn ich bin überzeugt, daß eine wahrheitsgetreue n -S”b r@?tet Frrö kehrten in das Schloß zuruck. Darstellung des Falles in der Presse meinen Plänen am fetnen Schwager mit einem lächelnden besten dienen wird. Tie Lokalbesichtigung hat ergeben, daß s- r m die Gasexplosion fast ganz auf das Schlafzimmer beschränkt snW'™ ÖOn btefer Bekanntschaft er- I blieb, vor dessen Thür man das betäubte Dienstmädcheii ge- Weil Z v r ¥ funden hatte. Der Juwelier und seine Frau, welche be- lernle " - b " brst diesen Sommer kennen wußtlos in ihrem Bette lagen, waren durch die Kunst m ‘ ‘ m o o- r . «n r I des Arztes soweit hergestellt, um vernommen werden zu u_ kaw ma? mÄ i 7 können. Noch wichtiger als ihre Aussagen sind aber die- - mal, mein alter Junge, hat der Rittmeister recht?" I jenigen des Mädchens. "Na _E” r . „Herr Grabert", sagte sie, „hat die Gewohnheit, seinen Weierl na iick chs^daß zwischen Dir und Fraulem Kaffee stets im Bett zu trinken, und zwar spätestens um ^er Sn.Sr w X ^en wir angesponnen hat." 6 Uhr. Um 7 Uhr ist er schon im Kontor. Donnerstag früh "Nun 8nnM ^mtr ^tirrn war es nun sehr dunkel. Ich stellte den Leuchter auf das gar "keiner tiM ' P ®tr Kaffeebrett und klopfte an die Thür. Als mir niemand £ btiäU' antwortete, öffnete ich leise, aber in demselben Augen- xeibe mir " wohlhabendsem soll — ver- olick schlug mir eine große Flamme ins Gesicht und ich zeiye mm, mein alter Freund — aber wir find doch nün I verlor sofort das Bewußtsein " ' ' 7 111 nt^Wib? fo"■ ■ ■“ I „Es war eine Gasexplosion", erwiderte ich dem Mäd- "«?,■) m ;rt. m., ™ ,, . . I chen; daun wurde jedenfalls am Abend zuvor nicht der Schwestern' " ' b ®etne butter und Deine Haupthahn an der Gasuhr geMossen." — „Er war aber ' Und Dm auch," I 8u, als ich ihn am Morgen öffnete, um den Kaffee auf dem ^Mn wenig -'m.. ." Gasherd zu kochen", erwiderte sie. „Und da soll ich mich oviern I . ,,9iun wissen Sie, Herr Redakteur, daß der Juwelier Erstaunt sah ihn Arno an. Wer wer svrickt hem, "Ä ferne Gattin, wie der Arzt noch an demselben Morgen davon? — Ich bin auch so zufrieden " * $ I ^ststellte, nicht erst durch das Gas oder die Explosion, „Tas glaube ich!" I sondern durch Chloroform betäubt waren. Grabert er- „Du bist nervös erregt. Eitel Fritz, laß uns jetzt nicht I daß er die wertvollen Goldsachen und alle Geschmeide weiter darüber sprechen." ’ § 3 1 mit kostbaren ©teilten jeben Wend aus dem Lager nach „Das ist auch meine Meinung..." " dem Schlafzimmer bringe, um sie dort im Geldschrank (Fortsetzung folgt.) r I ^,^richließen. Den Schlüssel lege er immer vor dem y I Schlafengehen unter das Kopfkissen. Nachdem er einige o , < c . f i Stunden fest geschlafen, hörte er ein Geräusch und erwachte. 'Ntk I Als seine Augen sich an die Dunkelheit gewöhnt hatten, Bon Fred §>oo d bemerkte er, daß eine schattenhafte Gestalt nach der schlafen- Bvn Fred Hood den Frau schlich Bevor er jedoch schreien konnte wurde , , (Nachdruck verboten.) I ihm selbst em Tuch auf den Mund gepreßt, das einen Bor einigen Jahren benutzte ich, meine Sommerserien j scharfen, süßlichen Geruch ausströmte. Er verlor das Be- zu ernem Besuch Hamburgs, um die neuen Hafen- und I wußtsein. Als er wieder zu sich kam, suchte er nach bem- ^ercheraiilagen zu besichtigen. Ich logierte in dem kleinen I Schlüssel, und da er ihn nicht mehr unter dem Kopfkissen „Hotel zum goldenen Drachen" am Berliner Bahnhof und | fand, so war kein Zweifel, daß ein Einbruch erfolgt war. 't?1™ an der Wirtstafel Gelegenheit, eine interessante I Das Geldspind war leer, lieber die Explosion' wußte Grabert Betanntfchast zu machen. Der stattliche Herr mit dem vollen, I nichts zu sagen, aber es war nicht schwer, die Ursache der-, etwas geröteten Gesicht und dem blonden Schnurrbart, I selben zu ermitteln. §brcher mrr an der Tafel gegenüber saß, beteiligte sich I Die Diebe brauchten zu ihrer Operation Licht; sie ver-» wenig an den Tischgesprächen; doch, gewann ich den Ein- | suchten das Gas anzuzünden, doch gelang es ihnen nicht, druck, daß ihm fern Wort verloren ging. I da die Gasuhr geschlossen war. Sie suchten im Nachbar- sorgens — die Sonne hatte mich sehr früh I Achmer nach Kerzen, und entnahmen den Leuchtern am nm?« »• T L" rm Fruhstuckszimmer. Wir waren Prano eine Wachskerze; wenigstens ließen zwei gelbe Wachs-, BorstellunaViS ltnb w ar eine gegenseitige tropfen auf dem Fußboden dicht vor dem Geldschrank, Borsteuung, der Austausch einiger Gegenseitigkeitsformeln, l darauf schlrc ■*■*'=• '• ■ ■ ' ~ - - unvermeidlui). Ich war erfreut, in meinem Gegenüber I nutzt hatten, xbrrn von Remhaben, den bekannten Kriminal-Kommissar, ' " " kennen zu lernen, dessen Namen die Zeitungen während ^^ketzten Tage viel genannt hätten. Er war mit der großen Aufgabe betraut worden, den Spuren der Juwelendiebe Zwei oder drei Tage zuvor unter sehr rätselhaften Umstanden bet F. S. Grabert am Fungfern- v^S' dem größten Juwelengeschaft Hamburgs, einen; schweren Einbruch verübt hatten, und mit ihren Schätzen, ! ^„^erte bön einet fialöeit Million spurlos verschwunden j waren. Alle Welt sprach von dieser dunklen Geschichte, I ,nnb es war ganz natürlich, daß unser Gespräch sich bald diesem Gegenstände zuwandte, obwohl sich Herr von Reinhaben als Kriminalbeamter eine gewisse Zurückhaltung auf- > 568 >6 jfttb den Gewohnheiten des Juweliers völlig vertraut einer © © © 1. Mineral. 2. Singvogel. 3. Behälter. © © © Als wir etwa die halbe Strecke zurückgelegt hatten,^ begann es im Abteil unerträgliche heiß zu werden. Tev Jüngere zog seinen Ueberzieher aus und warf ihn oben ins Netz. Dabei war er aber so ungeschickt, daß er fernem Kollegen die Zigarre aus dem Munde schlug. Er entschuldigte sich sehr höfliche und bückte sich «ach dem Glimmstengel. Donnerwetter, das war ein glücklicher Zufall! Auf seiner Schulter bemerkte idj etwas, und ich hätte vor Freuden aufjauchzen mögen. Ich war in großer Erregung, das Blut pulsierte heftig durch meine Adern und ich fürchtete, mich zu verraten. Bald aber beruhigte ich mich wieder. Ich! hatte Rio rrrn&p« üuwelendiebe vom Jungfernstieg so gut tote. zu verraten, xxiio- ewer veruyrgre xuy uwu.y wixwv. vi die großen Juwelendiebe vom Jungfernstieg so gut gefangen, und all 'die kostbaren Geschmeide im Werte > halben Million lagen wohlverwahrt in den Koffern über ihren Köpfen. Und das alles hatte mit nur em kleines aelbes Wachströpfchen verraten, das auf die Schulter des einen Mannes gefallen war, als sein Kumpan ihm bet der Arbeit die Kerze hielt. — Endlich waren wir m Wittenberge. Lier stieg einer der Herren aus, um 'eine Erfrischung zu holen während der andere bei den Koffern blieb, ^ch benutzte den kurzen Aufenthalt, um nach Berlin zu depeschieren, damit meinen Reisegefährten ein würdiger Em- ^Tt93toti ^eamte^bie auf meine Drahtnachricht nach dem Bahnhof geschickt wurden, brachten die beiden gleich hinter Schloß und Riegel. Die weiteren Nachforschungen ergaben, daß der eine der Diebe früher Kommis in dem Geschäft des Herrn Grabert gewesen und mit allen Gewohnheiten des Letzteren vertraut war." Hier schloß der Kriminalkommissar seme Erzählung, Ich gratulierte ihm zu dem glücklichen Fang, und noch lange saßen wir plaudernd beisammen, bis endlich ernste ^'lenit. geschäfte Herrn von Reinhaben zum Aufbruch, zwangen. einiger Zeit suchte ich! ein Gespräch mit ihnen an- »rnÄ« Sil im gnmbraHtil d-n A-Wl «b-r die Gasexplosion gelesen? Ist doch eine merkwürdige Gerichte." — Die Sache schien sie absolut Nicht zu futevessieren. Sie rauchten ruhig ihre Zigarren, und derhungere:6c- merkte nur trocken: „Es ist nur gut, daß dte^ Zeitungen -wieder einen dankbaren Stoff gefunden haoen. „Oh, -entgehst mir nicht", dachte ich! in meinem Sinn und las ruhig meine Zeitung, von Zeit zu Zeit einen Blick nach den ^noblen Herern hinüberwerfend. _______________________ “Ätlon: E. Burkhardt. - Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schm Universitäts-Buch- und Steindruckerei (Pietsch Erben) in Gießen. Auflösung des Ergänzungsrätsels in vor. Nr. * Ein Volk, das die großen Männer seiner Geschichte nicht hochha t, ist wie ein Mensch, der seine Eltern verleugnet. (mnrvaa).-^ Ganz gewiß. Aber Sie werden sich längst aus dem I . Staube gemacht haben. Sie werden zu Schiffe entkommen • sein ; cs haben seit Donnerstag mehrere Dampfer den Hafen I macht mir weniger Sorge. Es scheint nicht, daß I ine Polizei ein verdächtiges Individuum übersehen hat. Man I hat auch häufig die Beobachtung gemacht, daß Verbrecher I sich! noch mehrere Tage nach! der That cittt Ort Aushalten, I fei es, um festtzustellen, welche Beurteilung dieselbe in der I Oeffentlichkeit erfährt, sei es, daß ihnen die Bahnen und I die Schisse während der ersten Tage am sorgfältigsten über- I -wacht scheinen, JH für meinen Teil gebe die Hoffnung I ^ Jch hatte den Eindruck, daß Herr von Reinhaben nicht I wehr zu sagen bereit sei, oder nichts mehr zu sagen wußte. | Ich verabschiedete mich! von meinem neuen Bekannten, da ich in der Stadt zu thun hatte, und sprach die Hoffnung aus, ihn mittags wiederzusehen. Als ich mittags wrede^ I kam war er fort- Die interessante Affaire hatte für mich | ihr Ende erreicht, nachdem sie kaum begonnen hatte. — — I Einige Tage später reiste ich nach Berlin. Auf dem l Bahnhof.kaufte ich mir hie neueste Nummm der „Ham- I bürg er Nachrichten", und ich! las niit großem Erstaunen, daß | ■He Juwelendiebe, dank der rührigen Th-atigkeitjlerrn von I Reinhabens, gefaßt und sämtliche Wertstücke zurückgewonnen I seien. Mehr war aus der Zeitungsnotiz nicht zu entnehmen. I Nach einigen Tagen traf ich Herrn von Remhaben iw i Cafe Bauer in Berlin. Er war tote verwandelt; sehr heiter, I leutselig, aufgeräumt. Er trug etnen Orden auf der Brust j und sah mindestens um 10 Juhre verjüngt aus. j Sie sind mir den Schluß ^hrer Erzählung schuldig | geblieben", sagte ich, „und heute lasse ich nicht eher locker, I als bis ich. denselben erfahren habe."- w. > I Heute -— wo die Kerls hinter Schloß und Riegel | ifttzen, stehe ich ganz zu Ihren Diensten Cchrlich gestanden, wußte icbi damals nicht viel mehr als alle Welt. Wir nahmen in einer behaglichen NischePlatz, und der Kommissar begann sofort zu erzählen: „Als wir uns nach jenem Frühstück im Hotel trennten, ging ich sofort nach dem , Bahnhof, um, wie an den vorhergehenden Tagen, die nach I Berlin gehenden Züge zu kontrollieren, ^ch konnte von । dem Gedanken nicht los kommen, daß dieDiebe sich dor hm wenden würden, um zunächst im Gewühl der Weltstadt zu verschwinden. Mittags war der Verkehr aus dem Perron am lebhaftesten. Dennoch fielen mir zwei vornehm gekleidete Herren von etwa 30 und 35 Fahren auf. Es erschien mm verdächtig, daß sie mit ihren ziemlich umfangreichen Koffern auf dem Perron spazieren gingen, anstatt ihre Gepäckstücke dem Gepäckträger zu übergeben. Indessen — wie viele: Seute plaqen sich unterwegs mit ihrem HandgePack. b erschien abgeschmackt, zwei so vornehme Herren mit dem Diebstahl in Verbindung zu bringen. Da hörte ich, Mich m ihrer Nahe haltend daß sie einige Worte aus dem Fremdenbla Zitierten, welches am Morgen einen ausführlichen Bericht über die Angelegenheit gebracht hatte. »D'ieExPlofion hat eine namenlose Verwirrung hervorgebracht , sagte der Äeltere unsere Reise :—Mehr konnte ich- nicht vernehmen, da eben^ein Zug donnernd in die Halle suhr. Ich hatte keme Zeit zu verlieren und lief nach dem Btlletschalter- An meine Behörde in Hamburg konnte ich! immer noch unt-er- h3Pn= lelearaphieren, um meine Abwesenheit zu erklären. Als ich meine Fahrkarte in der Tasche hatte, lief ich den Zua entlang um die beiden Passagiere wieder einzuholen. Ich entdeckte sie glücklich in einem Raucherabteil und stieg sofort ein. Ihre Reisetaschen lagen wvylgeborgen m den Netzen über ihren Köpfen, Ich nahm den beiden gegenüber An Stelle der Punkte sind die Buchstaben EEEEEE, III. KK, MM, •vr-xj oqoa mm ru setzen, baß bic bret wagerechten Rerhen gleich Lnk sin'd mit den dr^ei Mechten und Wörter von der beigetügten Bedeutung bilden. „Der Stein der Weisen" veröffentlicht in seinem letzterschienenen (8.) Spefte lesenswerte Abhandlungen über Riechstoffe, ,Bewohnbart-it der Planeten, Entwickelung der Lungenschwindsucht, ferner die von interessanten Abbildungen unterstützten Aufsätze! über den Elektrograph, Die Thätigkeit der^Pflanzenwurze.,- Tas Dekorieren des Porzellans und Das -vopophon, sowie, die neuesten Errungenschaften auf dem Gebiete der exaktm Naturwissenschaften, und zwar tm be,anderen aus der Physik und Chemie, Geologie und Mineralogie, Mechanik, Elektrizität und Medizin. In der Beschäftigungsbeillage befinden sich Anleitungen zur Herstellung von Lederblumen und Holzimitationen. Den abwechslungsreichen Inhalt beschließen mehrere Keine Beitrage zur Landwirtschaft und Besprechungen neuerschienener Bücher, welche in gewohnter Ausführlichkeit gehalten sind. Man ist von dieser beliebten populär-wissenschaftlichen Umschau Hartleben's Verlag, Wien) seit Jahren gewohnt, in ihren Heften stets neues und gutes vorzufinden. Das vorliegende. Heft be. Wtigt dies, von neuem. GsmerrrnÄtzrsss. Holzwürmer lassen sich durch Einspritzen, von Petroleum oder einer fünfprozentigen Karbollosung in das Bohrloch töten. Besser noch ist es, die Möbel mit einer aam dünnen Schicht tierischen Leimes zu überziehen, dem man aus je 1 Liter 2 Gramm Sublimat beimtscht, durch das letztere wird der Wurm beim ersten .Angriffsversuch! getötet, (Prakt, Wegweiser.) H o m o g r a m m. Nachdruck verboten.