göÄÄ ä^j; Krr^ V' rTZvJ ■” NIW^^^WWW JaMte beste Schule ist des Lebens Ernst; $59 Was du im Unglück und im Schmerz nicht lernst, Das wird dir nie des Glückes Morgen bringen. Druin sei du niemals jener Stunde gram, In der das Leid dich in die Schule nahm; In ihr nur lerntest Thaten du vollbringen. Stelter. (Nachdruck verboten.) Die Göttin des Glücks. Roman von Reinhold Ortmann. (Fortsetzung.) Harro hatte sie angehört ohne sie zu unterbrechen; aber er starrte dabei auf sie, wie wenn sie sich vor seinen Augen in ein völlig fremdes Wesen verwandelt hätte. Seine Züge drückten eine tiefe Bestürzung aus; in seinen Augen aber spiegelte sich grenzenloses Erstaunen. „Ein vollständiger Plan also?" sagte er langsam, als Hanna geendet. „Eine bewußte Jntrigue? Und Du hast ernstlich daran geglaubt, daß ich Mich zu einer solchen Schändlichkeit hergeben könnte? Sv gering hast Du von mir gedacht, daß Du mich fähig hieltest, mich mit gestohlenem Ruhme zu schmücken?" Unwillig schüttelte Hanna den Kopf. „Wir verstehen uns nicht — wenigstens nicht in dieser Sache. Und es ist jetzt, da Dein Schswerz um den Verstorbenen noch so frisch! ist, auch; wohl nicht der rechte Zeitpunkt darüber zu reden. Hättest Du mir nicht so hartnäckig mit Deinen Fragen zugesetzt, ich würde es gewiß auf eine passendere Stunde verschoben haben." „Ich meine vielmehr, daß es garnicht schnell genug zur Sprache kommen konnte, Hanna! Und mit dieser Last auf Deinem Gewissen kamst Du hierher? Mit dem Bewußtsein dieser Schuld wolltest Du Erika Herbvld Auge in Auge gegenüberstehen? Das zu begreifen, geht über mein Vermögen. Ist mir's doch, als ob ich selbst nun nie mehr vor sie hintreten dürfte." „Wenn es ein Unrecht war, was ich gethan habe, wirst Tu Dich allerdings wohl bequemen müssen, einen Teil der Verantwortung auf Dich zu nehmen. Und wenn es Dir nach dieser Erkenntnis Unbehagen verursacht, mit Fräulein. Erika auf dem bisherigen intimen Fuß weiter zu verkehren — nun, so wirst Du eben darauf verzichten. Die Welt dürfte jetzt, da ihr Vater tot ist, diesen Verkehr ohnehin nicht gerade für einen , schicklichen anschen." „Hanna!" rief er, und wieder flammte es dunkel über sein Gesicht. Sie aber fuhr mit einem spöttischen Zucken der Oberlippe fort: „Nun? Was habe ich da so Schreckliches gesagt? Mir scheint, es ist keineswegs überflüssig, daß wir davon reden. Gestern noch warst Du der Herr Deiner Entschlüsse, und es stand Dir vollkommen frei, zwischen Fräulein Erika Herbold und mir zu wählen. Ich habe mich Dir nicht angeboten, und !($)■ erinnere mich! nicht, daß ich irgend etwas gethan hätte, sie aus Deinem Herzen zu verdrängen. Heute aber liegen die Tinge anders, und Du bist mir gewisse Rücksichten schuldig, auf deren Beobachtung ich bei aller Duldsamkeit gegen Deine sonderbare Freundschaft für dies Mädchen doch nicht ganz verzichten möchte. Wir sind nun einmal verlobt, und ich.bin nicht gesonnen, mich kompromittieren zu lassen, auch'wenn meine Person jetzt, da Du Dein Ziel erreicht hast, ihren Reiz für Dich! verloren haben sollte." „Hanna, ich bitte Dich! — halte ein! Du weißt ja nicht, was Du sprichst — weißt nicht, was Du mit Deinen Worten freventlich zerstörst." „O, ich glaube recht wohl zu wissen, wie es augenblicklich in Deinem Herzen aussieht. Fräulein Erika hat Dein Mitleid gut zu nützen verstanden, und die alte Liebe hat über die neue gesiegt. Aber es thüt mir leid, Harro, daß ich Dir nicht durch einen bereitwilligen Verzicht gefällig sein kann. Ich lasse nicht mit mir spielen, und ihr beide werdet euch wohl oder übel damit abfinden müssen, daß ich auf meinem Rechte bestehe. Und nun genug! — Es demütigt mich-, das Dach! dieses Hauses über mir zu wissen. Hast Du mir noch etwas zu sagen, so weißt Du mich ja zu finden." Harro erwiderte nichts, und er machte keinen Versuch, sie zu halten, als sie 'mit stolz erhobenem Haupte das Zimmer verließ. Draußen blieb Hanna noch' eine Sekunde lang stehen, als erwarte sie, daß er ihr folgen werde. Ta aber drinnen alles still blieb, setzte sie ruhigen Antlitzes ihren Weg fort und trat aus die Straße hinaus. Der Regen hatte aufgehört, und hier und da lugte schon wieder der blaue Himmel durch das zerrissene Gewölk. Hanna verzichtete deshalb darauf, einen Wagen zn nehmen, und weil nach der Aufregung der letzten Viertelstunde die kühle, reine Luft wohlthuend und beruhigend auf sie wirkte, schlug sie nicht einmal die, gerade Richtung nach ihrer Wohnung ein. Als sie durch' eine der stillsten und vornehmsten westlichen Straßen schritt, trat aus einem der palastartigen Häuser ein sehr elegant gekleideter Herr mit rosigem Antlitz und wohlgepflegten Bartkotelettes. Sichtlich freudig überrascht, zog er bei ihrem Anblick mit lebhafter Gebärde seinen Hut. „Tie alte Sage von dem traditionellen Glück der Restorps scheint bei mir neuerdings wirklich! wieder zur — 318 — 998a.hr beit au werden", scherzte er. „Welche holde lieber- i „Sie sind grausam, mein teuerstes Fräulein; denn tote raschung' Denn darauf, daß ich Ihnen bei diesem Wetter ! soll man Ihnen die Wahrheit sagen, ohne .daß es tote eut beaeanen würde, Fräulein Hanna, konnte ich wirklich! nicht I Kompliment aussteht? — Uebrigens habe ich! dte Absicht, aekaM sein." I wenigstens einen Teil des Winters mit memen Damen Fch habe einen Beileidsbesuch! gemacht, Herr von I int Süden zu verbringen. Inges Hochzeit barf keinesfalls Restorp! Professor Herbold, der alte Lehrer Ihres Neffen I früher als im März oder April stattftnden. Darf tch Ste Harro ist gestern abend gestorben." I einladen, uns auf der Retse nach iahen Gesellschaft zu 1 „Äh, der verrückte Bildhauer", sagte er gleichgiltig. I leisten?" Unb ick — wissen Sie, was ich! soeben gethan habe?" I Hanna lächelte eut Wenig. . " „Nein", erwiderte sie lächelnd. „Wie könnte ich! das I „Ich! fürchte, Herr von Restorp, daß tch durch meine erraten?" I eigenen Angelegenheiten verhindert sem werde, diese „Unter dem Siegel der Verschwiegenheit natürlich!: ich I liebenswürdige Einladung anzunehmen. Aber da kommt habe eine Wohnung gemietet." I eine Pferdebahn, die ich! zur Heimfahrt benutzen mochte^ „Wie? doch nicht in dem prächtigen Hause, aus dem 1 Ich bemerke eben, daß es später geworden ist, aL ich ld,! ^,Fanden^Sie^daß es ein leidlich anständiges Haus I 9 9 Sie gab ihm die Hand und eilte leichtfüßig dem Wagen toar? — Nun, das freut mich. Ich hatte schon so meine I entgegen, während er nut abgezogenem Hute stehen bheb, Bedenken." bis sie im Innern des Fahrzeugs verschwunden war. Dann „Sie sehen mich überrascht. Sind Sie denn nicht noch, I schlenderte er gemächlich einer Weinstube zu, wo man ihm ein aanzes Fahr an Ihre jetzige Wohnung gebunden?" I Kredit gewährte, seitdem er den Wirt überzeugt hatte, 9,Ach!, was thut das? Man zahlt eben die Miete und I daß die Auszahlung der streitigen Million nur noch eine zieht" aus. Uebrigens tritt der Vertrag für das neue Quar- I Frage von Tagen oder Wochen fern könne. tier erst am 1. Oktober in Kraft. Ich denke, es wird ein I Als Hanna zweimal rasch nacheinander die Wohnungs- recht behagliches Heim werden. Nicht zu groß und nicht I giDcfe gezogen hatte, wurde ihr nicht von Fran Heitmuller, zu klein. Zehn Zimmer, ein Saal und ein allerliebster. I jonbern yon dem Bureauvorsteher ihres Bruders geöffnet. Wintergarten. Die Räume für die Dienerschaft natürlich I bürre Jüngling machte ein äußerst wichtiges Gesicht nicht eingerechnet." I und flüsterte mit einer bezeichnenden Gebärde nach der Thur „Wie, Herr von Restorp? Und eine solche Wohnung I be§ Privatkabinetts: ... „ , haben Sie fest gemietet?" I „Der Herr, von dem gnädiges Fräulein gestern sprachen, „Ja. Vorläufig indessen nur aus fünf Jahre. Sie I j» rAon chit einer halben Stunde drinnen bei dem Herrn find erstaunt, daß ich! meine Absichten geändert habe, nicht I Rechtsanwalt. Und ich glaube sogar, er wird gleich fort- wahr? Als ehemaliger Landwirt hätte ich nach Ihrer I a^n- denn ich! hörte soeben, wie die Stuhle geruckt Meinung vielleicht besser gethan, mich nach einem paffenden I wurden." größeren Besitz umzusehen. Ich habe ja auch lange ge- I Hanna war unangenehm überrascht. Sie hatte gehofft, sch!wankt. Wer wenn man tn meinen Jahren ist, mochte I ,. n„terbaltuna zu belauschen:, und fie war nicht daraus man doch! endlich einmal anfangen, das Leben em wenig I aewefen, daß der Regierungs-Assessor sich! schon zu genießen. Gearbeitet habe W nachgerade genug; letzt I « . am' Morgen einfinden würde. Einen Augenblick sehne ich! mich nach einer behaglichen Ruhe. I st>ar sie unschlüssig, ob sie nicht geradewegs hineingehen „Sie rechnen also mit Bestimmtheit daraus, daß die I Wer die Entscheidung blieb ihr erspart; denn schon Wedekingsche Angelegenheit bis zum ersten Oktober zu ^hren I Zrde die Thür geöffnet und .Bernhard geleitete fernen ^UnSöerba§eIiftfto# außer Zweifel. Dieser Regierungs- lirribtr war nur schwach erhellt, aber aus dem Assessor müßte ja geradezu ein Idiot fein, wenn er es nach I Rechtsanwalts fiel ein breiter Strom vollen der Auffindung jenes Briefes überhaupt noch aus einen Me Le, wo Hanna stand. Der Prozeß ankommen ließe. . , I er austretende ein hochaewachsener, breitschulteriger Mann, „Und wenn -vlhre Erwartung Sie tauschch wird ^hnen I * feiner straffen Haltung nach für einen Offizier in der eben geschlossene Mietsvertrag dann Nicht große Ver- den «andern« mußte ihrer notwendig sofort "•'HÄdiÄWM- und HMX mit anmutiger afWg »eri>«. Er war noch ^G-iPrach^m.t^hr-m WMWZWH Z-MLMsM jgjsjjgsws«. BsSStiasräÄJÄ 1 *r= ich mir starr« auf später. Inge hat ja eine wahre Heidenangst vor dem I als em geradezu unschickliches Benehmen seiner S ) I Reichwerden. Und meine arme kränkliche Frau steht leider I empfand. - hpr „„dere. ttrtfpT hpnr Einfluü des närrifck!en lNadchensI Am liebsten hätte er wohl gesehen, o tz .JP* mit * «u-rdings über die «ng-legenh-it Förmlichkeit etar SZ rott dem Anwalt unseres Gegners eingelausen sei. Und | „Herr Regierungs-Assessor Wedeklng meme Schw | ba faate ich! natürlich nein, obwohl ich ja wußte, daß der | Hanna!" sagte er, um dann sogleich! ^iuzuzusugen. junge 9Wedeking heute hier eintrifft und daß wir vielleicht I „ „Wenn Du mich! sprechen wolltest^ hast. Du woh vor9Sonnenuntergang den Vergleiche unterzeichnet haben." I Güte, in mem Zimmer emzutreten. . ^ch' bm sogle ) z „Sie haben über die eigentlichen Gründe ihres sonder- I Deiner Verfügung. Baren Benehmens also noch immer nichts erfahren?" I Als Bernhard fernen Namen nannte, hatte der Ass ss „Garnichts — es ist mir geradezu ein Rätsel. Und I dem jungen Mädchen eine tiefe Verbeugung gemacht. _ weshalb sollte ich! mir viel den Kopf darüber zerbrechen, | er sprach kein Wort, und nur seme Augen folgten rh, dadie Tiiiae sa dmh ihrenGang nehmen werden. Was als sie , mit einem leichten Neigen des, Kopfes an ihm wird es am Ende sein^ Eine nervöse Depression — nichts I vorbei in das Kabinett ihres Bruders ging. Hanna ho JLrLLLiLtL meLZ FrLL LS H^ReKaLt, und Ä»" sä» IZ“ S Ä Ä«' | al di si v ei n ü sc ei ei 1< I ei st ei tt C b I b N V p a e d g n li ii b tt u u b § ti k i K S f e s t s Y. s i c ( i s i 319 aber preßte, mitten im Zimmer stehend-, beide Hände auf die ungestüm wogende Brust, und ihre Lippen schlossen sich! so fest zusammen, daß ihr Gesicht dadurch einen seltsam veränderten, trotzig wilden, fast dämonischen Ausdruck erhielt. (Fortsetzung folgt.) Sonilenmotoren. (Nachdruck verboten.) Seit vielen Jahren haben sich die Erfinder mit dem Problem beschäftigt, die Sonnenstrahlen als Ersatz für Kohle, Holz und andere Brennstoffe in der Industrie nutzbar zu machen. Große Brenngläser -oder Reflektoren bildeten die übliche Form derartiger Versuchs-Maschinen, welche hauptsächlich- in Frankreich; konstruiert wurden. Der Brennspiegel eines Franzosen Billette maß 4 Fuß im Durchmesser und erzeugte eine so hochgradige Hitze, daß er Gußeisen in 16 Sekunden schmolz. Der Engländer Parker baute vor Jahren eine Linse von 3 Fuß Durchmesser, die einen Gußeisenwürfel in 3 Sekunden und Granit in einer Minute schmolz; vielleicht ist der Granit, ähnlich der Lava, einmal eruptiver Natur gewesen. Man kann daraus schließen, welche Erfolge man mit riesenhaften Reflektoren oder einer Gruppe kleiner Sonnenmotoren erreichen könnte. Lange war es schwierig, so große Hohlspiegel zu bauen, bis man dies schließliche dadurch! erzielte, daß- man die Fläche des Hohlspiegels aus kleinen Glasstücken oder Spiegeln bildete. Dieselben sind so gestellt, daß das Licht oder der Reflex von allen Seiten nach! einem Punkte geworfen wird, so daß der Hitzeffekt durch die Vereinigung der Wärmeproduktion aller Spiegelflächen gebildet wird. Die in früheren Jahrhunderten angewendeten metallenen Brennspiegel hatten den Zweck, den Feind zu blenden. Aber fast alle diese Vorkehrungen erlangten keinen praktischen Wert. Es sei hier auch an die Geschichte des Archtmedes erinnert, der die feindlichen Schiffe mit Hilfe eines riesigen Brennglases in Brand gesteckt haben soll. Im westlichen Amerika giebt es Gebiete, wo ein Motor, welcher kein Brennmaterial verzehrt, unschätzbare Dienste leisten könnte, und so haben sich amerikanische Erfinder in den letzten 20 Jahren sehr ernstlich-- mit dieser Frage beschäftigt. Solch-e Gebiete sind z. B. die Kalifornische Wüste, wo bedeutende Bergwerks-Projekte entstanden sind, ferner unfruchtbare Teile des Landes, wo eine künstliche Bewässerung notwendig wird. In der Wüste scheint die Sonne fast beständig, -und in Südkalifornien, ist das Verhältnis zwisch en Sonnenschein und Bevölkerung besonders in Betracht zu ziehen. In Südpasadena ist thatsächlich eine solche Maschine ausgestellt worden, die ihre Aufgabe vollständig erfüllt hat. Es ist eine selbstthätige, von der Sonnenwärme getriebene Maschine. Dieselbe befindet sich! in der Ostrich- Farm und hat die Aufmerksamkeit vieler Besucher auf sich! gezogen, zumal Süd-Kalifornien jetzt voll von Reisenden tft Von Ansehen gleicht dieser Motor einer großen Glas- scheibe und könnte von fern für eine Windmühle gehalten werden. Doch! diese Scheibe ist ein Reflektor mit einem Durchmesser von 33 Fuß, und seine Fläche ist aus 1800 kleinen Spiegeln zusammengesetzt, die so angeordnet sind, daß sie die Sonnenstrahlen in einem mittleren Brennpunkt vereinigen. Hier befindet sich, -ein Kessel, der 500 Liter Wasser faßt, während ein Dampfraum von 8 Kubik- fuh vorhanden ist Sier Reflektor muß der Sonne gerade entgegengerichtet werd-en, und er kann, obgleich- sein Gewicht sich nach Tonnen beziffert, leicht bewegt werden. Er steht, wie jedes Teleskop, auf einem Gerüst, dessen Achse in nord- südlicher Richtung liegt und dreht sich; vermöge eines Uhrwerks genau mit der Sonne. Dieses Uhrwerk wie alle sonstigen Bewegungseinrichtungen an diesem Apparate wirken selbstthätig. D-er genaue Brennpunkt wird- durch einen Zeiger angegeben. Etwa eine Stund-e nach! richtiger Einstellung des Kessels ist er weißglühend und das Manometer zeigt 150 Pfund Druck. Der Dampf wird aus dem schwebenden Kessel durch! ein biegsames Rotgußrohr zur Maschine geleitet und kehrt aus dem Kondensator als Wasser wieder zum Kessel zurück, sodaß dieser selbstthätig gefüllt erhalten wird-. Die Maschine ölt sich auch automatisch; und läuft, wenn erst der Reflektor nach, der Sonne gedreht wvrden ist so unabhängig wie eine Windmühle. Die Hitze, die von mehr als 1700 Spiegeln dem Kessel zugeführt wird, wird von dem Beschauer des Apparates kaum wahrgenommen. Man sieht nur ein Wölkchen entweichenden Dampfes. Würde jedoch jemand auf die Scheibe klettern und quer über dieselbe hinweggehen, so würde er in wenigen Sekunden buchstäblich! verbrannt werden. Kupfer läßt sich! schnell in diesem Brennpunkt schmelzen und ein in den Bereich, desselben gebrachter großer Holzkloben flammt auf wie ein Zündhölzchen. Daß, diese Maschine einen wirklich- großen Ersolg bedeutet, beweist die von ihr geleistete Arbeit; sie pumpt Wasser aus einem Brunnen und liefert damit ein Beispiel, wie man die schnelle Bewässerung eines Gebietes zu erzielen vermag. Sie hebt in jeder Minute 6000 Liter Wasser und- hat bis zu 10 Pferdekräften geleistet, kann aber nach- zuverlässiger Schätzung sogar 15 Pferdekräfte erzielen. Dieser Motor ist das Resultat von Versuchen, welche mehrere Bostoner Kapitalisten angestellt haben. Erst baute man einen Silberreflektor, der viele Tausende Dollar kostete, aber nicht das gewünschte Resultat erzielte. Nach mehreren vergeblichen Versuchen gelang es schließlich!, einen fünf- pferdigen Sonnenmotor zu bauen. Dann folgte die Ausführung des hier beschriebenen Motors in Pasadena; ein anderer womöglich, noch verbesserter Motor soll auf der panamerikanischen Ausstellung gezeigt werden. Was solch,' ein Motor für Landstriche bedeutet, die nur eine gute Bewässerung brauchen, um zu großer Blüte zu gelangen, ist noch gar nicht zu ermessen. In solchen Gegenden — und dieselben umfassen in Amerika Tausende von Quadratmeilen — ist Brennmaterial so kostbar, daß fast ganz allein davon der Erfolg oder das Mißlingen eines Unternehmens abhängt. Das gilt besonders von weiten Landstrecken der Kalifornischen Wüste, von Kolorado, Utah und benachbarten Staaten und Territorien. Die Bergwerke und Brunnenanlagen liegen -oft weit ab von Eisenbahnen, und für brennstoffarme Gebiete müssen Holz und Kohle aus weiter Ferne herangeschafft toerbett. Hier wird der Sonnenmotor bald ein ganz hervorragender Faktor der Kultur werden. Da der Himmel hier fast immer wolkenlos ist, kann der Motor eine Stunde nach Sonnenaufgang seine Arbeit beginnen, und dieselbe bis vor Sonnenuntergang fortsetzen. Es ist möglich-, daß mit Verbilligung der Wärme auch! eine Aufspeicherung von Wek- trizität während des Tages möglich- sein wird, unk die Maschine noch bei Nacht oder Bewölkung des Himinels betreiben zu können. Nachdem man bereits zu so günstigen Resultaten gelangt, kann man auch kaum im Zweifel fein, daß die Maschine schon in kurzer Zeit wesentlich; verbessert werden wird, und eine ganze Anzahl von Ingenieuren beschäftigt sich bereits mit dieser Aufgabe, die eine sehr dankbare zu werden verspricht. Hd. Unser Garten im Jmü. (Nachdruck verboten.) Kein gestrenger Herr hat uns in diesem Frühling seine schwere Hand- fühlen lassen. Froh und wohlgemut sehen wir unsere Gewächse von Tag zu Tag sich) weiter entwickeln. Diese Weiterentwrckelung zu fördern ist das Ziel unserer Arbeit, und- diese Arbeit muß dementsprechend sehr mannigfaltig sein. Im Gemüsegarten bildet das Hacken, d-as Jäten, das Häufeln eine große Hauptsache. Auch- das Gießen macht reichlich Muhe. Lassen wir uns dabei gesagt sein, daß, der Ersolg nur dann der Mühe entspricht, Wenn ordentlich; gegossen wird. Leichtes Ueb-erbrausen, winzige Mengen Wasser erfrischen wohl, aber sie helfen nicht Keller und Scheune füllen. Der Juni ist noch; ein Monat, um Kohl für den Winterbedarf auszupflanzen. Man säet noch Radies, Salat, Karotten, Winterkohl und Endivien, legt Erbsen, Bohnen und sieht darauf, daß jedes Fleckchen im Garten, welches abgeerntet wurde, gleich wieder besetzt wird. D-er Obstgarten giebt reichlich- Gelegenheit, die eigene Kunst zu zeigen. Alle Formvbstbäume müssen dem Sommerschnitt unterworfen werden. Letzterer ist ausführlich! beschrieben in der von mir herausgegebenen Gartenbauz-eit- schrift „Erfurter Führer im Gartenbau". Ganz besonders! vorsichtig sind die PfirsiWäume zu behandeln, damit sie 320 reiche Ernten geben und nicht durch Saftstocknngen Gummi- flnh bekommen. Pfirsich verlangt mehr wie alle anderen Formbäume peinliches Heften und Binden und Peinlichkeit und Sauberkeit im Schnitt. Auch! der Weinstock verlangt energische Aufsicht. Seine Ruten dürfen nicht wie eine wildgewordene Herde durcheinander rasen, sondern müssen durch Messer und Band so in Ordnung gehalten werden, daß die diesjährigen Trauben leicht reisen und für das nächste Jahr Holz znr Fruchtbarkeit geschaffen wird. Richtiges Entspitzen, richtiger Schnitt der Geiztriebe bilden die Maßnahmen, den Weinstock in Ordnung zu halten. Dort, wo ältere Bäume veredelt sind, wo jüngere neue Sorten bekommen haben, ist der Bast der Veredelung zu lösen, und gleichzeitig durch einen Stab .dafür zu sorgen, !da!ß Wind und Vögel den Weltrieben nichts anhaben können. Mit den Erdbeerbeeten ist es im allgemeinen ein Jammer. Der Winter hat gar häßlich gehaust. Wenn wir in anderen Jahren sagen, alle Ranken der Erdbeeren sind fortzuschneiden, so müssen wir heuer empfehlen, die ersten Ranken wachsen zu lassen, damit es kräftigen Nachwuchs für neue Beete gießt, die wir dann Ende August und Anfang September anlegen können. Rosen und Rasen dürfen im Juni nichj: vergessen werden. Die Rosen sind gegen Mehltau, gegen Rvsfi gegen Ungeziefer zu schützen. Abgeblühte Blumen sind abzu- schjneiden, und nach! dem Flor ist auch der Sommerschnitt der Rosen durchzuführen. Düngung, Wässerung verlangen die Rosen, wenn sie prächtig blühen sollen, Düngung, Wässerung verlangt der Rasen, wenn sein frisches Grün uns erquicken soll. Der Rasen verlangt wöchentlich geschnitten sowie täglich bewässert zu werden und monatlich mindestens einmal durch Blutwasser oder durch Chilisalpeter oder durch Düngepulver eine kleine Aufmunterung zum Wachsen zu erhalten. Eine sorgfältig pflegende Hand, eine liebevolle Hand verlangen alle Blumenbeete des Gartens. Nur wenn hier das Geringste beachtet wird, wenn wir die gelben Blättchen abzupfen, die verblühten Blumen abschneiden, borstig emporwachsende Triebe wegnehmen, wenn wir niederhaken die Gnaphalien, die Monatsrosen, die Verbenen und Heliotrop, wenn wir entspitzen, wo es notwendig ist, in Lücken nachpflanzen und vor allem alles peinlich! sauber halten, ist das Blumenbeet erst wirklich schön. Wer sich um sein Blumenbeet wenig kümmert, und erwartet, daß es von selber schön werde, der hat noch nicht daran gedacht, daß ein Garten mit unordentlichem. Blumenbeet einen ebenso schlechten Eindruck hinterläßt und ebenso ungemütlich ist wie ein unordentliches Zimmer. So sinnig wie das Blumenbeet behandelt sein will, so sinnig und fein sind auch unsere Topfpflanzen zu behandeln, die aus des Zimmers Enge in den Garten hinausgebracht worden sind, um in frischer Luft und warmem Sonnenschein zu gesunden und sich! zu erholen. Morgens und abends sind sie zu überbrausen, vorher des Abends richtig zu gießen. Im Sommer ist das Gießen keine so schwere Arbeit als im Winter. Luft. und Licht verlangen, daß die Pflanze stark verdunstet, daß sie also mit ihren Wurzeln wiederum viel Wasser aufnehmen muß und aus diesem Grunde reichlich unv täglich zu gießen ist. Neben der Pflege können wir uns auch der Vermehrung unserer Pflanzen im Juni zuwenden. Stecklinge von Fuchsien, Pelargonien, Myrten, ■ Veronika und allen den Sachen, die krautige Triebe bringen, bewurzeln sich im Sommer verhältnismäßig leicht, wenn sie im Zimmer oder im Kasten ausgestellt sind. Unsere Palmen können auch im Freien untergebracht Werden, doch sollen wir mit der Auswahl des Platzes sehr vorsichtig sein. Ein sehr sonniger Platz bringt gelbe Blätter, ein halbsonniger allein vermag das frische Grün zu erhalten. Im Zimmer dürfen wir die Palmen abseits vom Fenster stellen und werden hier die schönsten Erfolge haben. Bessere Erfolge noch) als im Freien, wo wir unsere Palmen mehr zur Dekoration verwenden, als zur Erholung hinbringen. Besprühen morgens und abends ist immer notwendig. ■ I. C. Schmidt, Erfurt. Gemeinnütziges. Gebt acht auf den Spargelrost! Ter Spargelrost ist einer der größten Schädiger unseres Spargelbaues. Er verwüstet die Beete und läßt junge Anlagen gar nicht stark werden. Der Rost kann die Verwüstungen um so leichter anrichten, weil die wenigsten über das Wesen und die Lebensweise desselben unterrichtet sind. Sie greisen zu den Waffen, wenn der Feind bereits übermächtig ist, und müssen dann einsehen, daß alles umsonst ist. In einem außerordentlich lehrreichen und für die Laien klar und deutlich geschriebenen Artikel wird in Nr. 8 des „Erfurter Führers im Gartenbau" von Dr. Aderhold die Spargelrostfrage behandelt und jedem eingeprägt, wann die Zeit zur Bekämpfung des ckebels gekommen ist. Wer sich für diesen interessanten Artikel interessiert, mag Nr. 8 des „Erfurter Führers" mittels Postkarte von Erfurt erbitten. Sie steht unseren Lesern kostenfrei zur Verfügung. Durch eine einzige Blume, die man verblühen läßt, wird die Kraft der Pflanzen eher erschöpft, als es bei einem Dutzend neuer Knospen der Fall ist. Ehe die Blumen verwelken, schneide man dieselben deshalb lieber ab und schmücke damit sein Zimmer. Besonders gilt dies bei Rosens es bleibt dann die Kraft eher in den Wurzeln, und es entstehen neue Triebe für das nächste Jahr. („Prakt. Wegw.", Würzburg.) Katechismus der Dampfkessel, Dampfmaschinen und anderer Wärmemotoren. Von Th. Schwartze. Siebente, vermehrte und verbesserte Auflage. Mit 285 in den Text gedruckten und 12 Tafeln Abbildungen. In Originalleinenband 5 Mark. Verlag von I. I. Weber in Leipzig. Die vorliegende siebente Auflage dieses Buches darf wohl allein schon als ein ausreichender Beweis dafür gelten, daß es seinen Zweck erfüllt, ein brauchbares Lehr- und Nachschlagebuch für Praktiker, Techniker und Industrielle zu sein. Der erste Abschnitt macht mit den Hauptlehren der mechanischen Wärmetheorie und mit der Natur des Wasserdampfes bekannt, der zweite handelt von den Dampfkesseln, deren Feuerung, verschiedenen Systemen, Herstellung, Armatur und Wartung, der dritte Abschnitt hat es mit den Hauptklassen und Hauptlehren der Dampfmaschinen, sowie mit deren Steuerung zu thun, der vielen Lesern erwünschte vierte Abscynitt behandelt anhangsweise die Gas- und Petroleummotoren. Der bekannte Verfasser, der in demselben Verlage kleine Handbücher der Elektrotechnik, der Heizung, Beleuchtung und Ventilation, ein größeres Werk über die Lehre von der Elektrizität und deren praktischer Verwendung und eine eingehende Untersuchung der Grundgesetze der Molekularphysik veröffentlicht hat, ist ein Meister klarer, allgemein verständlicher Darstellung.__ Pyramide. Nachdruck verboten. 1 Konsonant. 1 2 2 13 3 2 14 1 2 4 5 3 Ausruf. Mechanisches Kunstwerk. Ziel des Ehrgeizes. Geistige Eigenschaft. Auflösung in nächster Nummer. Auflösung des Magischen Quadrats in voriger Nr.: MAIS AULA ILKA SAAZ < Auflösung des Preisrätsels in Nr. 75 der Familienblätter: Mut verloren, alles verloren. (Meile, Brust, Falte, Vater, Eier, Harm, Laube, Rost, Karre, Mene, Name, Band, Leder, L-im, Rest, Mais, Villen, Kern, Arm, Zahl, Gebot, Lerche, Elias, Nagel.) Es gingen insgesamt 26 richtige Lösungen ein, das Los fiel auf Nr. 5, Einsenderin: Johanna Leib, Gießen, Schottstraße 3. Der Preis — Rosen, Neigung und Pflicht, geb. — ifl öon oem Gewinner gegen Vorzeigung der Abonnementsquittung in der Geschasts- stelle der „Familienblätter" in Empfang zu nehmen. HtMtien: t. 9nrt|«rtt. — Druck unk «erlag tet Vrühi'fchen HittetfMtMM* Steiwruckerei (Pietsch tticu) im Sich«.