cfy e tief eben ts be- ;g gespielt fisch er urzem Unter- m als ihrend Zucken, zurück- eit um tich diesen Buren- icn die sie sich schier, enm nfpriichcn mng (mit :el= u nb u Gcdiete neu und grapht- lsangrciche n, sodcinn : Kultur- mit einer Kettungen Erd- und [cidjuiiidte Der Stein wnatlichen )is 40 Ab- dlung gibt — Magd, iderstehcnde i Tag ins ter: cnblättet" nächst aB als Pres eine Eü ich eigene« chterstatitt Zretoria. it in de« eise gegen schäftsstelie Karfreitag in fernen Landen. Bon Dr. Theodor A 8 ler. (Nachdruck verboten.) Ueberall, wo Christen wohnen, ist die Woche vom Palmsonntag bis zum Ostermorgen eine Zeit der inneren Einkehr. Das Getriebe der Welt duldet zwar keinen längeren Stillstand ; aber wenn auch in den ersten Tagen die Geschäfte noch mit halber Kraft fortgeführt werden, so liegt doch ein feiertäglich-ernster Hauch über der ganzen, sechstägigen Spanne Zeit, der Karwoche und stiller, immer stiller wird es bis zu jenem Tage, auf welchen das übereinstimmende Zeugnis sämtlicher Evangelisten den Höhepunkt der ergreifenden Tragödie, den Kreuzestod des Erlösers verlegt. Es ist selbstverständlich, daß alle Konfessionen des Christentums und die zahlreichen Sekten desselben das martervolle Hinscheiden ihres göttlichen, menschgewvrdenen Stifters zum Mittelpunkte eines Kultus gemacht, der dem Gläubigen das Opfer der göttlichen Liebe zur unauslösch- lichen Erinnerung in das tiefste Herz graben soll. Aber ebenso verschieden wie die Temperamente der einzelnen Völker sind, ebenso verschieden hat sich die Feier des Karfreitags gestaltet, und es dürfte daher der Mühe lohnen, wenn der Leser uns im Gedankenfluge der Phantasie nach einigen Hauptstädten des christlichen Kirchentums begleitet. Wohin könnten wir nun wohl unsere Schritte eher zu lenken wünsch»«, »U nach dem Lande, welche» vor neunzehn MW n Kräutlein such' ich, Das Wunden heilt, Die mir im Kampfe Die Welt erteilt! Da wo am Kreuze Ein Tröpflein floß, Blüht von der Blume Der erste Sproß. Hoch von dem Himmel Kam ihm die Kraft, Daß es bis heute Und ewig schafft. Laß es mich finden, Die höchste Huld, Daß ich es pflücke: Das Kraut: Geduld. August Sturm. Jahrhunderten das erhabenste Trauerspiel, welches sich je ereignet, in furchtbarer Wirklichkeit gesehen hat? Freilich entspricht nicht alles, wcks man hier zu sehen bekommt, dem Ideale, das sich das deutsche Gemüt für die kirchliche Feier von Christi Leiden und Sterben zurecht gelegt hat, und dann werden noch die heiligen Zeremonien der Karwoche und des Osterfestes durch die Abweichung des für die römisch- katholische Kirche und die Protestanten maßgebenden gregorianischen Kalenders von dem julianischen, an welchem die orientalischen Kirchen noch immer festhalten, in zwei Teile zerrissen, sodaß der Tourist, der um diese Zeit nach Jerusalem kommt, die Feierlichkeiten der Karwoche unter Umständen in zwei auseinander folgenden Wochen zweimal sehen kann. Der Sache gereicht es jedenfalls nicht zum Schaden, daß die würdevollen Feiern der protestantischen und römisch- katholischen Kirche für gewöhnlich längst zu Ende sind, ehe die griechische Osterzeit beginnt. Erstere sind schon unzählige Male beschrieben worden und nähern sich dem, das wir zu sehen gewohnt sind; wer aber recht Fremdartiges zu sehen wünscht, wird jedenfalls eher auf seine Rechnung kommen, wenn er am griechischen Karfreitag und Ostersamstag die heilige Grabeskirchx besucht. Feiertäglich ernst sieht es freilich in ganz Jerusalem während der Karwoche nicht aus; denn die Scharen von Pilgern aus Rußland, Armenien, Syrien usw. — meist sind es über 20 000 — wollen verpflegt und beköstigt sein, und die noch so weit ausgedehnte Gastfreundschaft der russischen Klöster vermag nur einen Teil der Gäste aufzunehmen. Der die Mehrzahl bildende Rest muß nun suchen, so gut es irgend geht, unterzukommen, gerät dabei mit anders Gesinnten zusammen, und bald sind die Raufereien im Gange, bei denen es häufig genug nicht ohne schweres Blutvergießen abgeht. Indes vereint sich doch alles wieder einträchtig am Karfreitag und Samstag zur Grablegung und zum Feste des heiligen Feuers in der Grabeskirche. Echte Religiosität wird sich auch über das wunderliche Beiwerk Hinwegsetzen, was griechische Popen zur Befriedigung des Aberglaubens verdummter russischer Bauern erfunden haben. Aber es gereicht den morgenländischen Christen nicht zur Ehre, daß sie noch immer an einer Komödie fefthalten, über welche sich, schon vor 900 Jahren der Khalif Hakim lustig machte. Eine Menschenmaner von vielen tausend Leibern umringt dicht aneinander gedrängt, die frei int Innern der Kirche stehende Kapelle des heiligen Grabes, umgeben ist sie von einem Kordon türkischer Soldaten, der verhindert- daß die tausend anderen, welcke ebenfalls int Kircheniunern längs der Mauer sich bewegen, zu den ersteren stoßen und ein lebensgefährliches Gedränge erzeugen. Anfänglich! herrscht leidliche Ruhe; aber int Verlaufe der Stunden werden die Instinkte der Massen rege; wild ausschende Ms- 190 geregte Gestalten durchbrechen den Kordon und rennen in exzentrischen Sprüngen in dem freien Raum um die Kapelle. Mühsam wird etwas Ruhe hergestellt; denn nun naht von der Ostseite der Kirche her die Prozession, und da der orientalische Christ glaubt, daß die Gegenwart der muhammedanischen Soldaten das Zustandekommen des Wunders hinders, stürzt sich alles aus diese, welche nach scheinbarer Gegenwehr sich aus der Kirche zurückziehen. Im nächsten Augenblick ist es aber auch um die Ordnung in der Prozession geschehen; denn nun stürzt sich alles auf diese; die Kirchenfahnen wanken in dem dämmerigen Raume; die Priester in ihren goldgestickten Gewändern hasten und eilen, und die Hauptperson der Prozession, der „Bischof des heiligen Feuers", wird von einer Schar Pilger zur Kapelle gedrängt, deren Thor sich hinter ihm schließt. Drinnen vollzieht sich nun das „Wunder". In früheren Jahrhunderten bestrichen, während alle Lichter ringsum ausgelöscht waren, die Priester den Draht, an welchem der über Christi Grab hängende Leuchter schwebt, mit ätherischem Balsamöl und zündeten oben an, sodaß das Feuer wie eine Blitzesschlange am Draht herniederlief, heute aber ist das Entflammen des Feuers ein Akt, der hinter den Mauern der Grabeskapelle sich abspielt, und vielleicht einfach mit den bekannten Hölzchen aus Jönköping in Szene gesetzt wird. . In ungeheuerer Erregung harrt nun alles des Augenblicks, in welchem aus dem Loch in der Wand der Kapelle eine Helle, rötlich-gelbe Lohe hervorzüngelt, an der der amtierende Priester seine Leuchte entzündet. Das ist das heilige Feuer, welches Gott alljährlich aus das Grab seines Sohnes herniedersendet, und nun bemühen sich die Zunächststehenden, ihre Kerze an der heiligen Flamme zu entzünden. So wandert es nach allen Teilen der Kirche, und endlich schwimmt der ganze Raum in einem Flammenmeer, während der Bischof, halb ohnmächtig von den angreifenden Eindrücken der göttlichen Nähe ins Freie getragen werden muß. Die Atmosphäre in der Kirche, in der die Düfte des Weihrauchs und im Uebermaß verwendeten Rosenwassers sich mit den Ausdünstungen vieler .Tausende mischen, welche seit Beginn der Karwoche das fast stets gefüllte Gotteshaus besucht haben, ist unbeschreiblich, und es sucht fast jeder mit seiner Leuchte sobald wie möglich nach Hause zu kommen. Das ist aber nicht so leicht; denn die Kirche hat nur ein großes Thor, und so kommt es fast immer zu mehr oder minder schweren Unglücksfällen. Im Jahre 1834 kamen bei diesem Gedränge sogar weit über hundert Menschen ums Leben. Nun ist aber auch die größte Aufregung vorbei; denn die Tausende, welche die nach Hause Eilenden ablösen, machen es sich bequem; sie lagern sich meistenteils aus den Fliesen der großen Rotunde hin, schlafen auch wohl und verbringen so den Ostersamstag in Erwartung des großen mitternächtigen Auferstehungsgottesdienstes, während die türkischen Soldaten wieder ihre Bank im Innern der Kirche am Ausgang beziehen und Zigaretten rauchen oder Kaffee trinken. Wie anders verläuft dagegen die Karwoche im päpstlichen Rom. Tas ist ein Gepränge, dessen schon seit langen Jahrhunderten feststehende Einzelheiten immer wieder wirksam sind, und von dem auch ein unkirchliches Gemüt bei größter Objektivität zugestehen muß, daß eine Religion den Opfertod ihres sich zum Zwecke der Erlösung preisgebenden Stifters kaum in einer auf die Menge eindrucksvolleren Weise feiern kann. Ihren Höhepunkt erreichen diese Feierlichkeiten am Gründonnerstag und Karfreitag. Aber die Palmenweihe am Palmsonntag, die Fußwaschung der 13 Diakonen, die Feuer-, Wasser-, Weihrauch- und Kerzenweihe, sie alle reichen nicht heran an die „Tene'bre", die wohl eine der ergreifendsten Szenen im vatikanischen Pomp sind, und von welchen es vergeblich wäre, eine bessere Schilderung zu entwerfen, als sie Maurus Jokai mit folgenden Worten giebt: „Die Tenebre sind der Prunk der Trauer. Die Sixtinische Kapelle ist völlig schwarz ausgeschlagen, nur der bleiche Schein von 13 Wachskerzen kämpft gegen die Finsternis an, aus deren Tiefe wie aus Grabesnacht die Lamentationen und die klagenden Stimmen der Antiphonien erschallen. Die Menschengesichter sind kaum wahrzunehmen. Die sich dort um das Kreuz bewegen, scheinen nur wandelnde Schatten zu sein. Dann beginnt man die Wachskerzen auszulöschen. Von den 13 gelben Kerzen erlischt eine nach der andern. Nur die mittlere, eine große, weiße Wachskerze, bleibt brennen. Das ist Jesus. Und in dieser die Trauer der Menschheit symbolisierenden Finsternis erschallt von einem unsichtbaren Chore das Miserere. Es ist Allegris weltberühmte Komposition, deren mysterische Akkorde den Vorgang auf Golgatha erzählen, Töne, in welchen die Schmerzen des sterbenden Erlösers das verruchte Hohngelächter der Liktoren und die Klagen der heiligen Frauen ausgedrückt sind; dazwischen hört man das Geschrei der Toten, deren Gräber sich aufgethan, und die um Barmherzigkeit rusen, das Rauschen, mit dem der Vorhang im Tempel in zwei Stücke reißt von oben bis unten und den klagenden Chor der Engel aus dem offenen Himmel. Alles dies ergreift das menschliche Gemüt mit einer Gewalt, vor der den Zuhörer kein Zweifel bewahrt. Es erschüttert jede Kraft, macht jede Zuversicht erbeben, lähmt jeden Gedanken und macht die Phantasie zur Herrin über die Vernunft." Wenn sich das Straßenbild der ewigen Stadt in der Karwoche weniger verändert, als man eigentlich erwarten sollte, so wird in Spanien das Alltagsleben durch die kirchlichen Zeremonien fast erdrückt. Dem Palmsonntag, der als Tag der allgemeinen Freude gefeiert wird, folgt unmittelbar die tiefste Trauer. Am Palmsonntag schließen sämtliche Theater für die ganze Woche ihre Pforten; von Mittwoch bis Samstag Abend wird kein Tier geschlachtet, keine Glocke ruft mit ihren Klängen zum Gebet; auf den öffentlichen Gebäuden und in den Hafenstädten auf den Schiffen sind die nationalen rot-gelb-roten Fahnen und Flaggen eingezogen. Vom Mittwoch an verschwinden die Modehüte, und kein weibliches Wesen von der Frau eines Granden bis zur Zigarettenarbeiterin würde es wagen, auf der Straße anders als mit der schwarzen Mantille zu erscheinen, die übrigens den spanischen Schönen weit besser steht, als der modische Pariser Kopfputz. Bleischwer aber legt sich endlich der Gründonnerstag auf das Land. Vom Glockenschlag 12 mittags ist jedes Fahren mit Wagen verboten; die meisten Persouenzüge auf den Bahnen sind eingestellt, und wer mit größerem Gepäck an diesem Tage ankommt, mag sehen, wie er sich und seine Koffer in ein entfernteres Hotel bringt. Die meisten Ladengeschäfte schließen schon jetzt, um erst am Ostersonntag wieder zu öffnen; verödet liegen die Markthallen, und selbst die Schildwache stehenden Soldaten tragen das Gewehr verkehrt. In den Kirchen aber beginnt um die Mittagsstunde der feierlichste Gottesdienst des ganzen Jahres, der früher volle 24 Stunden bis zum Karfreitagmittag dauerte, jetzt aber in der Nacht auf einige Stunden unterbrochen wird. Zuerst besuchen die Regimenter unter Anführung ihrer Vorgesetzten sämtliche Kirchen; dann folgt die Schuljugend und dann wandert alles, hoch und niedrig, jung und alt, von Kirche zu Kirche, um die Darstellungen der Passion zu beschauen, welche zumeist mit vollendetem dekorativen Geschick inszeniert sind. Wehe dem Fremden, der sich unter den zu einem Kirchen- thore sich hineinergießenden Menschenstrom mischt, er glaubt zu schieben, und er wird geschoben, und kann nicht eher das Freie gewinnen, als bis er mit der sich schlangengleich fortwälzenden Menge sämtliche Altäre passiert hat. Dann folgt am Karsreitagabend die große Prozession, an der sich alles von Rang, Stand und Namen beteiligt. Damit ist es aber auch so ziemliche mit den Trauerzeremonien zu Ende; bereits am Ostersamstag ist alles emsig beschäftigt, die Delikatessen und Leckereien für die kommenden Feiertage zuzubereiten; denn der Spanier ist ein Fresser schlimmster Sorte, und ohne zehnerlei Gebäck und den hergebrachten Lammbraten ist ein Osterfest für ihn gar nicht denkbar, und der goldbraune Wein fließt da noch einmal so geschwind beim Klange der Mandolinen durch! die Kehlen. . Von diesen Bräuchen südlicher Länder sticht freilich du deutsche Karfreitagsfeier gewaltig ab; die katholische Kirche sieht ihn bei uns allerdings kaum als halben Feiertag an, und in Oesterreich gehen die Werktagsgeschäfte ruhig ihren Gang fort. Wenn aber in protestantischen Gegenden am Tage, der dem Gedenken an oen Tod des Heilands geweiht ist, friedliche Ruhe sich! über Städte und Dörfer breitet, wenn in der Kaserne kein Signal geblasen, keine Trommel gerührt wird, so ist das sicher eine Feier, die der ernsten Bedeutung des Tages besser entspricht, als der Pomp des Morgenlandes. 191 (Nachdruck verboten.) Der Bauer vom Wald. Novelle von An ton v. Per fall. (Fortsetzung.) Bereits den nächsten Tag kam Herr Polentz. Erdrückte dem Bauern nur schweigend die Hand, und fuhr sich über die stets feuchten, glänzenden Augen. Gerade als ob man eben einen teuren Toten htnausgetragen hätte aus dem Hause. „Es ist hart, ich begreife es, aber nun in Gottes Namen! Verderben können wir es auch nicht lassen, das schöne Holz." Das waren seine Worte. Johannes stand schon wieder in seinem Bann. So hatte die traurige Woche über keines seiner Familie zu ihm gesprochen. Als Polentz ihm aber seinen Begleiter, einen großen, korpulenten Mann als den Vertreter einer .rheinischen Holzfirma vorstellte, der bereit sei, den ganzen Hieb aufzukaufen, und sich die Sache gleich selbst an- schauen wolle, da befiel Johannes etwas wie Uebelkeit. Er mußte sich überwinden, dem Manne die Hand zu reichen, der seinen ganzen Wald mit fortführen wollte, alle seine Bäume, mit denen er aufgewachsen war, von denen er jeden einzelnen kannte. Dann ging es hinüber in den Wald zur Aufnahme des Bestandes. Grimm wurde geholt zum Hantieren mit der Meßkette und der Klamper, dein Instrumente zum tlmfangmessen. Er hinkte heute inehr wie je, und warf dem Händler wütende Blicke zu, wenn der ihn derb anlieh, wie einen gewöhnlichen Arbeiter, während ihm das Herz blutete um jeden Stamm, der mit der Hacke angemertt wurde. Auch Johannes war auf das äußerste erregt; denn der unverschämte Mensch, Der Fremde, gab sich! alle Mühe, seinen Wald schslecht zu machen. Da war der Wuchs schlecht, dort alles kernfaul, und gab nur Brennholz ab. Da stand es zu dick, da zu dünn, und der Boden war auch nicht viel wert. Als er aber zuletzt über die Wirtschaft zu schimpfen begann, der Wald hätte ja längst schon abgetrieben werden müssen, der Staat dürfe so eine Verschwendung gar nicht dulden, da brach; der Bauer los, und schrie sich all seinen Groll von der Seele. Herr Polentz hatte alle Mühe, zu verhindern, daß er nicht ein für allemal die Verhandlung abbrach. Der Grimm aber stand mit der Hacke und der Klamper hinter seinem Herrn, als ob er! seines Winkes gewärtig wäre, um den Käufer niederzuschlagen. Endlich war es geschehen, jeder Baum gemessen und registriert. Im Hofe sollte der Preis bestimmt, der Vertrag aufgesetzt werden. Auch Matthes wurde beigezogen, Polentz drang darauf. Es war in der großen Stube, in derselben Stube, wo sich das ganze Leben der Bauern vom Wald seit Jahrhunderten abgespielt, an demselben mächtig gefügten Ahorntische, der Geschlecht für Geschlecht um sich versammelt, unter demselben rauchgeschwärzten Herrgott, der schon sein kindliches Gebet vernommen. Hätte der Händler mit Johannes allein zu thun gehabt, er hätte leichtes Spiel gehabt. Der Bauer hatte keinen Begriff von den augenblicklichen Preisen und Verwertungsmethoden; außerdem war er auch gar nicht vei der Sache. , ' ,. s Sein Blick streifte traumverloren zum Fenster hinaus, von dem aus man den vernichteten Forst übersah. Erst allmählich zog ihn der Eifer seines Freundes Polentz, welcher die Verhandlung leitete, in das ^nteresfe. Der stritt sich mit dem Händler herum, als gälte es fein Eigentum. Keinen Fuß breit gab er nach, im Gegenteil trieb er den anderen immer mehr in die Enge. Ja, was glauben Sie denn? Sie haben es uoctj nicht" mit einem abgehausten Bauern zu thun, der aus Not seinen Wald niederschlagen muß. Da kommen Sie 9Ut Das war dem Johannes aus der Seele gesprochen. Plötzlich war er selbst Feuer und Flamme; er haßte ihn ja vom ersten Augenblick an, den Menschen, der wie ein Raubvogel gestrichen kommt, wenn es irgendwo ein Aas giebt. Und Polentz fuhr fort: „Das Holz ist beste Qualität, beste Absatzlage. Die Papierfabrik und das Bergwerk reißen sich darum. Wenn Sie auf unser Angebot nicht eingehen, brechen wir lieber gleich ab." „Jawohl, dann brechen wir lieber gleich- ab", bestätigte Johannes. „Was ist denn Ihr äußerster Preis?" fragte jetzt der in die Enge getriebene Händler, dem es heiß zu werden anfing in der engen Stube. „Hundert Tagebau tadellos schlagbares Holz, die Nebennutzung nicht gerechnet — hundertfünfzigtaufend Mark", klang die Stimme von Polentz scharf. Johannes zuckte unwillkürlich zusammen. Ein Schwindel faßte ihn. Hundertfünszigtausend Mark! Das war eine unfaßbare Zahl für ihn. Er gab sich Mühe, sich dieselbe rasch zu versinnbildlichen, er konnte sie nur in Landpreis übersetzen. Dafür kaufte man ja eine Grafschaft. Er-sah jetzt starr auf den Händler. Doch der war gar nicht einmal so erstaunt, nur dunkelrot wurde er, und einige Zahlen schrieb er auf die weiße Ahornplatte. „Etwas stark, Herr Polentz! Hunderttausend gebe ich", bemerkte er, ohne von seiner Rechnung aufzusehen. „Hundertfünfzigtausend!" Polentz klopfte mit dem Knöchel seines Zeigefingers auf den Tisch und veränderte keine Miene. Johannes bewunderte ihn jetzt, zugleich aber kam ihm die Angst. War das kein offener Schwindel? Keine strafbare Uebervorteilung?, Der Bauer vom Wald vor dem Gerichte wegen Betrug! Der Händler las wohl in seinem Antlitz. „Sagen Sie selbst, Herr Altinger —" Johannes gab es einen Stich Gerade in diesem Augenblicke that ihm die ungewohnte Bennung weh. „Ist die Summe nicht doch sträflich hoch gegriffen? Hundertfünfzigtausend Mark!" fuhr der Händler fort. „Verlangen Sie das wirklich? Sie, der Besitzer? Das möchte ich wissen". Er sah ihn scharf dabei an. Der Bauer zögerte. Es klang wie eine Warnung aus den Worten. Hunderttausend Mark wär ja mehr wie genüg- Sein rechtliches Gefühl sträubte sich- gegen das- Mehr. „Ja, allerdings —" er rückte mit dem Stuhl. Da fiel ihm Herr Polentz in das Wort. „Mir hat der Bauer vom Wald den Kauf übertragen. Mit mir allein haben Sie zu reden, wenn Sie wollen, daß aus! dem Handel überhaupt was wird." „Ist das so?" fragte der Händler den Bauern. Johannes schämte sich jetzt der Rolle, die er spielte. Sein Widerspruchsgeist regte sich; aber ein Blick des Agenten, und er nickte nur stumm. „Also hier ist der Kontrakt". Polentz setzte den Zwicker auf die große Nase, strich den Bogen zurecht, und las näselnd die Bedingungen vor: „Das sämtliche Holz wird am Stamm von dem Käufer übernommen. Dasselbe muß innerhalb drei Monaten entfernt sein. Für die Beobachtungen aller forstpolizeilichen Vorschriften ist der Käufer haftbar. Der Preis beträgt hundertfünfzigtausend Mark in bar. Fünfztgtausend Mark find zählbar bei Inangriffnahme des Hiebes, der Rest nach Abführung des sämtlichen Materials." Totenstille Herrschte in der Stube. Johannes wischte sich den Schweiß von der Stirne. Etwas ganz Fremdes, nie Empfundenes regte sich in seiner Brust, für das er keinen Namen hatte. Die Zahl 150 000 rollte mit ihren Nullen in seinem Hirne umher. Sie verkörperten sich zu lauter Goldrollen, die den Ahorntisch- füllten. Ja, sie hatten keinen Platz darauf, sie rollten auf den Boden, im ganzen Zimmer umher. Der Händler schwieg noch immer, und schrieb Zahlen auf Zahlen auf die Ahornplatte. „Hundertvierzigtausend. Mehr kann ich! nicht. Es wäre absoluter Verlust," , Hetzt hielt sich Johannes mäuschenstill, nicht eirnnc^ »en Bnck wagte er vom Boden zu erheben. „Hundertfünfzigtausend", klang wieder Polentz' un- barmherzige Stimme. „Es steht ja bei Ihnen, wiv zwingen Sie ja nicht." Wieder Stille. Dann erhob sich der Händler plötzlich und streckte Polentz mit einem verbindlichen Lächeln, als habe ihm dieser die größte Gefälligkeit erwiesen, die Hand entgegen. „Also abgemacht, hundertfünfzigtausend Johannes traute seinen Augen nicht, dann ergriff er selbst die über den Tisch gereichte Hand des Händlers. „Danken Sw dem Herrn da, Sie hätten keinen besseren Anwalt finden können. Mit Ihnen wäre es mir etwas lerchter geworden", meinte der Händler. Der Vertrag wurde von beiden Parteien unterzeichnet. Tann empfahl sich der Händler schleunigst. Er konnte semen Verdruß über den Ausgang des Geschäftis doch mcht verbergen. Mit einem nicht sehr freundschaftlichen Lächeln empfahl er sich bei Herrn Polentz. „Ich werde nicht verfehlen, bei gegebener Gelegenheit mich zu revanchieren", meinte er. Vater und Sohn würdigte er kaum mehr eines kurzen Grußes. Kaum war er fort, änderte sich die Szene. Polentz hupfte, die Hände in den Hosentaschen, wie ein Verrückter in der Stube umher, schlug sich auf die Schenkel, lachte hell auf, und Matthes fiel ihm um den Hals, und tanzte fetzen^EE fühlte sich völlig ermattet. ^Er mußte sich ^,,."Nun, lästern Sie noch auf die Nonnen?" begann plötzlich Polentz, vor ihm stehend bleibend. „Da kann man wirklich sagen, das Glück-kam Ihnen über Nacht in das Haus geflogen. Wissen Sie denn auch, was das heißt, hundertfünfzigtausend Mark? Das sind siebentausend jährliche Zinsen, wenn man die Hände in den Schoß legt dabei, zehn- bis zwanzigtausend, wenn man sie nicht rn den Schoß legt, sondern .das Geld gehörig arbeiten laßt. Wenn Sie meinen Rat befolgen, thun Sie das. Ich dächte, Sie hätten ein Pröbchen davon erlebt was mein Rat wert ist." Den Bauern verwirrte diese finanzielle Erllärung Mmer mehr. Er verdiente trotz all seines konservativen Bauernsinnes doch auch gerne ein Stück Geld. Aber wenn er daran dachte, was ihm der ganze Wald bis jetzt eingetragen, so war die Summe einfach lächerliche gering gegen die, welche dieser Mann eben nannte. Matthes verdroß das Benehmen des Vaters. Am Ende war er selbst doch der Veranlasser des glänzenden Handels, ohne ihn wäre Herr Polentz nie in das Haus gekommen. Außerdem war jetzt endlich das letzte Hindernis seiner Verbindung mit Wanda gefallen, von welcher der Vater den ganzen Winter kein Wort gesprochen, als sei die Verlobung damals nicht ernst zu nehmen gewesen. Jetzt war die beste Zeit, alles auf einmal zu ordnen „Aber Du brauchst lang, bis Di z'recht find'st, Vater", begann Matthes. „I mein do, auf das, was sich qrad begeb n hat, gab's kein Zweif'l mehr, wer's am besten meint mit Dir. Oder soll'n wir am End mit dem narret'n Gew da weiter wirtschaft'n? Das kann do Dein Ernst Net sein." 1 „U auch sein Ernst nicht, ist viel zu klug dazu, der Herr Vater", memte Polentz geschmeidig. Der Bauer brauste diesmal nicht auf. Diese zwei Männer, die jetzt Schulter an Schulter ihm gegenüber standen, schreckten ihn. Er fühlte eine verzweifelte Ohnmacht, seinen starren Willen schmählich gebrochen. „Ja, was soll denn eigentli g'scheh'n? Wia — wia denkt ihr euch denn das?" fragte er in einem mitleid- erregenden Tone, der Matthes gegenüber schlecht anae. bracht war. 0 „No, das is do sehr einfach", erwiderte dieser barsch „Wenn t a den ganz'n Wint'r nix g'red't hab' davon -- aber jetzt, natürli — heirat'n thua i halt. Auf was folln wir no wart'»?" „Ja so, heirat'n —" Johannes schien völlig verwirrt „Und das bedingt doch baß Matches in die Stadt zieht", BMuztL Wllwtz in einer ausfallend sriergifchsn Werse. „Und was soll er da in der Stadt, der Matthes?" fragte Johannes wieder, die Hand aus die Brust drückend, als schmerze ihn da drinnen etwas. „Arbeiten soll er in der Stadt", erklärte Polentz. „Zehnmal mehr, als er hier je arbeiten kann. Zu was brrngen soll er es in der Stadt." „Zu was bringen", wiederholte Johannes gebrochen. „Ja — ja — Und t — i — bleib auf dem Hof." „Unsinn! Sie gehen mit! Das ist doch selbstverständlich. Was sollen Sie denn noch auf dem Hof, wenn der Wald weg isst? Sie und Ihre Frau — o, ich habe auch für Sie Arbeit, Sie sollen nicht feiern. Verlassen Sie sich darauf." „Und der Hof? Was soll denn nachher mit dem Hof werden?" Johannes warf einen ängstlichen, fast bittenden Blick auf den Sohn, welcher ungeduldig im Zimmer auf und ab ging, oder an den Fensterscheiben trommelte. (Fortsetzung folgt.) Henrik Scharlings Erzählungen, Volksausgabe. Zur Neujahrszeit im Pastorat zu Nöddebo. Erzählung von Nicolai (Henrik Scharling). — Deutsche Volksausgabe. Vom Verfasser autorisierte Uebersetzung aus dem Dänischen von P. I. Willatzen. Preis geh. Mk. 1.50, geb. Mk. 2. 1901. Meine Frau und ich Erzählung von Nicolai (Henrik Scharling). Deutsche Volksausgabe. Vom Verfasser autorisierte Uebersetzung aus dem Dänischen von P. I. Willatzen. Preis geh. Mk. 1.50, geb. Wk. 2. Verlag M. Heinsius Nachfolger, Leipzig. Als frischgebackener Sekundaner weidete ich mich zum erstenmal an den trefflichen Schilderungen Nicolais, als angehender Hausvater las ich sie mit mehrerem Gewinn zum zweiten Male, und nun ich selbst schon einen wohlbestandenen Abiturienten aufzuweisen habe, vertiefe ich mich mit ungeschmälerter Freude in die jetzt zu wohlfeilem Preise als Volksausgabe vorliegenden Bände. Ter urwüchsige, schalkhafte, überaus feine Humor des 1 Verfassers schaut aller Enden aus den von Willatzen meisterhaft ins Deutsche übertragenen Erzählungen hervor, und eine Fülle kerniger Lebensweisheit ist zwischen den Zeilen zu finden. Daß die Volksausgabe ein Bedürfnis war, beweisen die Auflageziffern. „Meine Frau und ich" ist in 6000 Exemplaren, „Zur Neujahrszeit" in 10000 Exemplaren bisher verbreitet. Wir würden es mit Freude begrüßen, wenn unser Hinweis dazu beitragen würde, der biderben Muse Scharlings recht viele neue Freunde zuzusühren. Bdt. Diamanträtsel. Nachdruck verboten. In die Felder nebenstehender Figur sind die Buchstaben^ 3 A, 7 E, 3 F, 2 I, 2 L, 2 N, 3 0, 3 E, 7 8 und 9 T derart einzutragcn, daß die mittelste wagerechte und senkrechte Reih« gleichlautend ist und die wagerechten Reihen Folgendes bedeuten: 1. Aus- ruf; 2. Teil des Baumes; 3. Blume; 4. Kleidungsstück; 5. Christliches Fest; 6. Geistes- cigenschaft; 7. Himmelskörper; 8. Himmelsrichtung; 9. Römisches Zahlzeichen. Auflösung in nächster Rümmer. Auflösung des Merkrätsels in voriger Nummer: Gründonnerstag. Rrttftian; Z. Bvrkhar»«. * Nr«« «nd »erles der «rühl'schrn Uui»erfität»-»«ch. und «NtonMtaei (Pietsch «rdeiy i»«irtz«.