Sonntag den 3ü. Dezember. »b-llffl fm WWW olg' nur ohne Widerstreiten Glaubensvoll dem Wort des Herrn; Licht von oben wird dich leiten, Licht von oben gibt der Stern. Spitta. (Nachdruck verboten.) Sylvestergebräuche. Von Valentin Traudt (Rauschenberg). Bekanntlich heißt der 31. Dezember deshalb Sylvester weck an_ diesem Tage der Papst Sylvester — im Jahre 3d0 ~ starb und der Tag ihm geweiht wurde. Sylvester I. hatte den Kaiser Konstantin bekehrt und von ihm das Patrrmonrum Petri, den Beginn der weltlichen Macht des Papstes, zum Geschenk erhalten. Erst im 8. Jahrhundert bequemte sich die Kirche, diesen Tag als den letzten im Jahre anzusehen. Sie kämpste vorher mit allen Mitteln dafür, den 1. Advent, den Beginn des Kirchenjahres, auch als den ersten Tag des neuen bürgerlichen Jahres gelten zu lassen. Die nicht germanischen Volker erkannten gar erst seit dem 17. Jahrhundert den 1. Januar als Neujahrstag an. Der germanische und nunmehr allgemein geltende Anfang des neuen Jahres fällt in die Mitte der zwölf heiligen Rächte, aus denen das sJulfest unserer Vorfahren bestand, das durch besondere heilige Gebräuche gefeiert wurde. In dieser Zeit zog der alte Odin mit dem wütenden Heer durch die Lüfte — Weihnachtsstürme! — um den Winter zu bekämpfen, und Frau Holle suchte die Hütten heim, auf strenge Ordnung zu sehen. Das Haus mußte festlich geschmückt, der Flachs gesponnen und von der Spule gehaspelt sein, sonst verwirrte ihn die Göttin, die auch das Vieh ui den Ställen besuchte und berührte. Noch heute wird in vielen Orten Hessens in dieser Zeit kein Brot gebacken, weil da, wohin der Rauch von dem Backofen ziehe, kein Flachs gedeihe. Auch mistete man bis vor kurzem „zwischen den Jahren" keinen Stall. Die Götter offenbarten in dieser Zeit den Menschen die Zukunft im Traume. So will man auch heute noch! in der Neujahrsnacht die Zukunft erforschen, indem man durch einen „Erbschlüssel" Blei gießt. Die Sitte, sich am Neujahrstage zu beglückwünschen, ist römischen Ursprungs und war anfangs nur auf den Verkehr mit den Vorgesetzten und Magistratspersonen beschränkt. Später fügte man den Glückwünschen kleine Geschenke bei, was noch heute in Frankreich und Belgien allgemein Gebrauch während sich die deutschen und einige slavische Völker bereits zu Weihnachten beschenken und am Neujahrstage meist nur noch beglückwünschen. r, ®in sehr düsterer Gebrauch ist der des Lichtleinschwimmens, welcher schon manchem die Sylvesternacht ^rdorben hat; denn in vielen Gegenden giebt man SÄS? in ?er Jetztzeit viel aus die Zeichen bei gewissen Gebrauchen, und die Träume in der Syl- *** Andreas- oder Mathiasnacht, der Nacht vor ^Atterheckigenfeste, dem Martinstag und dem hohen O König) und hält mit Ausdauer an diesem Aberglauben fest. Namentlich sind es alte Schäfer ^chen das Geschick der Dorfbewohner in jenen Nächten' gewöhnlich aus einem Kreuzwege offenbart wird. Sie sehen dann beispielsweise diejenigen, welche im kom- Eden ^ahre sterben, im Zuge an sich vorüberziehen. nach vor kurzem im Waldeckerlande von einem t^nrslCl /^ahlt, der vor der Mathiasnacht unruhig geworden sei, und den es mit magischer Gewalt auf den Kreuzweg gezogen habe. Ganz bleich und in sich! gekehrt sm er jedesmal heimgekommen; denn er sehe du Toten des kommenden Jahres..... ’ ®om Lichtleinschwimmen! In der Sylvesternacht be- I” Nußschalen, die dann behutsam auf das Wasser gesetzt werden. Nun werden die Kerzen angezundet und das Wasser von einem Orakelsüchtiqen in Bewegung gesetzt. Wessen Licht zuerst erlischt, der must zuerst sterben. Es ist leicht zu ersehen, daß dieser Gebrauch nut der altgermanischen Anschauung zusammen bei der Geburt des Manschen von den^oinen eine Kerze angezündet werde, deren Erlöschen wiederum den ^od des Betreffenden zur Folge habe aSSafen"11 bte Redensart her, „das Lebenslicht , Will ein Mädchen wissen, was ihm das neue Jahr brmgt, dann stellt es einen viereckigen Tisch in die Mitte der Stube, legt auf die eine Ecke einen Ring, auf die andere ein Stuck Brot auf die dritte einen Kranz und auf die vierte stellt es ein Gefäß mit Wasser. Mit verbundenen Augen muß es nun um den Tisch gehen und dann wird es an denselben geführt. Die Ecke/an welche zuerst kommt, ist bedeutungsvoll; denn der Ring bedeutet Verlobung, das Brot dasselbe Leben wie im vergangenen Jahr, der .Kranz Tod, das Wasser aber Thränen , I" Gingen Gegenden stellt man ein Gefäß mit Wasser aus den Tisch und wirft - mit der Kante nach unten - eine blank gescheuerte Münze hinein. Springt die Münze heraus, dann bedeutet das den Tod/ so oft sie aber liegen bleibt, wird man ein Jahr älter. . --Sn Setler "eknnen die Mädchen einen Apfelkern zwischen Daumen und Zeigefinger und lassen ihn unter Begleitung folgenden Berschens ,strängen: 746 „Kennel, Kennel spring Ost, spring West, Spring nach meinem Allerbest." Die Burschen sagen dazu: „Kennel, Kennel Krut, Wo wohnt meine Brut?" Ein anderer Vers ist noch: „Ein Kern Kräutigam Flieg nach meinem Bräutigam, Flieg nach Osten oder Westen, Flieg nach meinem Allerbesten."-- Wer seinen Allerliebsten sehen will, kann auch zwischen Elf und Zwölf das Feuer rückwärts gekehrt scheren, oder im Hemd die vier Ecken des Zimmers auskehren und Brot und Salz auf den Tisch stellen. Dann kommt der Schatz und schneidet sich ein Stück ab. Andere legen in der Nacht einen FlachDkranz auf die Brust und sehen dann den Herzallerliebsten im Traume. Auch kann man den Bräutigam zu einem Besuch im Traume zwingen, wenn man sich vor dem Bettgehen vor die Bettspanne stellt und dieselbe unter Absagen folgenden Berschens tritt: „Bettspann ich trete dich, Sylvesternacht ich bete dich, Laß den Herzallerliebsten mein Mir im Traume erschienen sein." In Thüringen werfen die Mädchen Kopfhaar in eine Schüssel mit Wasser; ringelt es sich, dann wird die Betreffende im kommenden Jahre noch Braut. In Ostpreußen hackt man ein Loch in das Eis und greift bis auf den Grund. Zieht das Mädchen ein Stück Eisen hervor, dann bekommt es einen Schmied, ist es Holz, dann ist es ein Schreiner, Glas ein Glaser usw. In anderen Gegenden greifen die Mädchen eine Hand voll Kies. Ist die Zahl der Steinchen gerade, dann heiraten sie im nächsten Jahre, ist sie dagegen ungerade, dann ist noch Geduld empfehlenswert. Eigenartiger schon ist der Gebrauch in Schwaben. Die Mädchen bilden einen Kreis und schläfern eine Henne ein: auf welches diese nach dem Erwachen hingeht, die heiratet bald. Ist es aber eine bunte Reihe, dann heiraten sich die, zwischen denen sie hinschlüpft. Im Fichtelgebirge nimmt man dazu einen Gänserich. Will es sich der Treue seines Schatzes versichern, dann schneidet sich das Mädchen am Sylvesterabend in den Finger und mischt die Blutstropfen in den Trank des Geliebten. Allgemein ist auch der Brauchs in der Nacht, mit dem Rücken gegen die Stubenthür gekehrt, einen Schuh mit dem Fuße über den Kopf zu werfen. Zeigt die Spitze nach der Thür, dann wird man glückliches Frauchen, ist aber der Absatz nach außen gekehrt, muß man noch im Hause bleiben. In Oldenburg nennt man den Abend vor dem neuen Jahr' auch „Dickbuuksabend", weil das Gesinde so viel Fleisch und Speck bekommt, als es nur mag. Ebenso genießt man auch in anderen Gegenden gewisse Gerichte an diesem Abend. Ißt man Weißkraut, dann hat man im kommenden Jahre stets Weißgeld im Beutel, ißt man goldgelbes Sauerkraut, erquickt man sich stets an dem Anblick funkelnder Goldstücke. Auch Hirsebrei und Grütze bringen Glück und Geld. Das verzauberte Gold der Zwerge ist ja Grütze, und mit Hirse wird der goldhütende Drache gefüttert. In Thüringen und dem Erzgebirge ißt man Linsen, die ebenfalls Geld bedeuten. Ob es Hellerlinsen sein müssen, weiß ich jedoch nicht. Im Saterlands, der Moorgegend im westlichen Oldenburg, setzte sich früher der Hausvater, einen dreieckigen §iit auf dem Kopfe, zur Rechten einer an drei Ecken brennenden Hängelampe am Herdfeuer nieder und sprach, das Gesicht nach der Flamme gekehrt, Gebete. Glaubte er den rechten Augenblick herbeigekommen, dann warf er eine Wünschelrute über den Kopf hin auf die Diele. Wohin die Spitze der Rute zeigte, daher kam die Braut für den ältesten Sohn oder dahin zog seine mannbare Tochter. Wiederholte sich das dreimal, dann war es ganz gewiß. Auch backt man dort „Rollkucheln", in eisernen Formen, die auf der einen Seite einen Reiter im weißen Mantel — sicher Wodan — zeigen. In Tirol gießt man in der Sylvesternacht aus alten Kirchhofskreuzen die Freikugeln, die nie fehl gehen, in Steiermark zielt der Jäger von einem versteckten Orte aus mit der geladenen Büchse auf die Monstranz, welche der Priester emporhält, und verfehlt nun auch nie sein Ziel. Stiehlt man in der Sylvesternacht während des Läutens Holz, ohne ertappt zu werden, so kann man im kommenden Jahre getrost stets lange Finger machen, stiehlt man eine Wagenrunge, dann kann man auf dem Wagen, an dem man sie gebraucht, Holz aus dem Walde holen, ohne daß es der Förster merkt; sollen die Pferde gesund bleiben, dann muß man sie mit gestohlenem Kohl füttern. Will der Bauer großen Kohl im kommenden Herbste haben, dann muß auch die Frau in der Neujahrsnacht zwischen Elf und Zwölf den Samen dazu sorgfältig auslesen ... Alle diese Gebräuche sind teils uralten Datums, teils. Umänderungen und Verwaschungen alter Gebräuche; alle aber stehen im Zusammenhänge mit der germanischen Heidenwelt und zeugen von dem zähen Festhalten an den ehrwürdigen und gemütvollen Festsitten der Alten. Ist auch viel Aberglaube damit verknüpft, so wäre ihr Verschwinden doch zu bedauern, sintemalen die moderne Zeit auch ihren Aberglauben zeugt, mag das nun ein medizinischer, technischer oder irgend welcher Aberglaube sein, ein wissenschaftlicher und kunsttheoretischer „Ismus."-- Eine Sylvester-Erinnerung. Skizze von Marine-Pfarrer a. D. P. G. Heim s. Nachdruck verboten. Sie saßen beisammen tm Wintergarten des Hauses, am Sylvesterabend. Vor ihnen auf dem Steintisch stand eine Bowle von stattlichem Umfang und duftigem Inhalt. Der Admiral Reimarus, der Junggesell, schenkte fleißig ein. Er war ja bekannt als ein Wirt von wirklich seltener Liebenswürdigkeit. Die Römer waren wieder gefüllt. Da hob er sein Glas: „Auf gutes Soldatenglück!" rief er mit lauter Kommandostimme. Die Gäste waren alle Offiziere; drei unter ihnen vom „blauen Wasser". „Das laß ich mir noch gefallen! Sonst heißt's im Leben: es giebt kein Glück! So sagt, meine ich, Lohen- grin", warf der eine Seeoffizier ein, sein Glas nach langem Zuge niedersetzend. „Hoho! ging's im Kreise, das ist aber ein hartes Wort!" „Mag sein", gab er zurück; „aber haben Sie denn, im Ernst gesprochen, schon einen wirklich glücklichen Menschen auf Erden gefunden? Das heißt einen, der keinen Wunsch hatte und keine Klage kannte? Ich meine, sogar Bismarck schätzte die glücklichen Stunden seines Lebens auf höchstens vierundzwanzig, alle zusammengerechnet." „Vollendetes Glück-giebt's allerdings nicht!" kam die Antwort zurück, und, keiner ist vor seinem Tode glücklich, heißt es schon im Altertum." „Und dennoch", rief der Admiral, „habe ich selbst einen gekannt, aber auch nur einen, der ein solcher Liebling des Glücks war. — Wollt ihr seine Geschichte hören? Sie ist nur kurz. Und gerade an einem Sylvesterabend hat sie sich erfüllt. Aber erst noch einmal die Gläser füllen. „Also", begann er, sich im Stuhl zurücklehnend. „Wie er wirklich hieß, das spielt hier keine Rolle. Wir jungen Seeoffiziere nannten ihn nur den Siegfried; denn er war das Urbild eines blonden, reckenhaften deutschen Mannes. Und es war merkwürdig: dem Menschen schlug nie etwas fehl! Er schien hieb- und schußfest gegen alle Streichs des Schicksals. Er arbeitete nicht besonders viel, machte aber alle Prüfungen mit kaiserlicher Belobigung. Erging im Kattegatt bei fliegendem Sturm über Bord und wurde in rabenschwarzer Nacht wieder gefischt. Er gehörte eben zu denen, „die nicht tot zu kriegen sind. An Bord war er der Liebling und Adjutant aller Kapitäne, und der Freund aller Offiziere in der Messe. Bei den Frauen galt der blonde Hüne mit seinen Siegsrieds-Augen einfach als der verzogene Sieger in vielen 747 „Unit wie ist das Leben kurz!" hätte er hinzusetzen können. Wir saßen zusammen an jenem Sylvesterabend. Wie's Mitternacht, tönte von allen Türmen, da hoben wir die Gläser: „Dem Liebling des Glücks!" Feiernd und läutend klangen die Kelche an einander; aber mein Glas zersprang in meiner Hand: „So soll die Wonne durch ihre Herzen strömen", rief ich laut, und ihre Wogen über ihnen zusammenschlagen, wie der Wein hier über meine Hand rinnt!" Es ward eine kleine dumpfe Stille danach." Der Erzähler schwieg eine Weile. ,Nun?" fragte einer der Offiziere gespannt. „Dre Wogen waren auch zur selbigen Stunde über ihnen zusammengeschlagen!" sagte der Admiral tiefernst." Kurz vor Mitternacht war das Schiff, das ihn und sein Glück trug, im dichten Nebel von einem Gegensegler gerammt worden. In der furchtbaren Verwirrung, die an Bord ausbrach, standen die beiden eng umschlungen, Wange an Wange, ruhig und still und stolz. Einer, der neben ihnen stand am Deck, hat's gesehen und erzählt. Er war unter den Geretteten. Sie waren es nicht! Als das Schiff wegsackte, da schlang sie die Arme um seinen Hals und küßte ihn: „Mit Dir sterben, wenn ich Nicht mit Dir leben kann!" „Du mein süßes Glück!" war sein letztes Wort über den gurgelnden Wassern. Die See umspielte ihre Füße; jetzt sanken sie fort und tauchten unter. Nebel und Dunkel umhüllte die Stätte des Grausens. Die Schiffsglocke glaste von selbst-- die Seen rauschten und spülten mit weißen Kämmen-- Fest umschlungen und unauflösbar verstrickt, Wange an Wange, so waren sie untergegangen, so trieben sie an Land, so haben sie sie begraben an fremder Küste in einem Sarge. Und wir, die Tieferschütterten, ließen ihnen dort die Inschrift setzen: „Was Gott zusammengefügt, das soll der Mensch nicht scheiden." So ging er dahin, der Liebling des Glücks, im jugendfrischen Leben, in der Fülle der Wonne, im Besitz der herrlichsten Frau: „Ich war sein eigen, Er war mein. Mehr kann die Welt nicht bieten!" hat einer ihr, der Gunhild, das Sterbelied gesungen. Und ihm war kein Wunsch versagt geblieben, er hatte kein Verblassen gekannt und kein Verwelken. Da haben wir mit feuchten Augen den Minnetrunk über ihn und Gunhild getrunken: dem Liebling des Glücks!" Es war still geworden im Kreise. Da stand der Admiral auf. „Das war eine ernsthafte Sylvester-Erinnerung, nicht wahr? Mer nun rufe ich: Die Jugend und das Leben Und der Tag hat Recht! Gleich wird's von den Türmen läuten zum neuen Jahr. Wir gehen hinein als Männer, die es gerüttelt und geschüttelt hat, gedenkend des Friesenspruches und meiner Heimat: „Lieber tot, als Sklave!" und des ?bnen er selbst aber immer unversehrt asY>Ketne§ ^hlte ihm nicht: das Geld! Cto w .Nädern mangelte es natürlich nicht: .„Ls bleibt nicht nunter so!" ließen die Stimmen iicb Horen Und sie schienen Recht zu behalten. $ omeS 5a0e^ brachten sie den Recken im Trag- äerhp einem Paar durchgehender Pferde, bte tote toll mtt entern geschlossenen Wagen davon- eutgegengestürzt und hatte sich von ihnen so lange er selbst innv iri.t:,,; .b , 6 bracht hatte. Aber er selbst war schltmm dabet zugerichtet. ^zn dem Wagen hatte die Tochter des Reaierunosrata b/aebrw Ssten; damals eine leidenschaftlich und viel Mädchen. tn leber Beziehung ein prächtiges st"nd der alte Herr am Bett des dankt? ibm^.nt^^u""^ '"bhrfach geschienten Retters und oankte thm unter Thranen: „Ste haben mir eben alles SeretSnto°ran Hbrz auf dieser Welt noch hängt!" _ Ment armer Freund versuchte nach seiner guten nich?rÄ? verbindlich zu lächeln, aber es glückte ihm mcht recht. Er litt zu grausame Schmerzen in seinen ae- brochenen und geschundenen Gliedmaßem 8 ., i Zerging nun kein Tag, daß der Reqierunasrat f"^ vbben feutem Bette saß, bis der Kranke nach recht langer Zett toteber so wett hergestellt war, baß er die formte“"9 §U etnem feierlichen Rettungsbiner annehmen bfesmal^hat beit edlen Siegfrieb sein Dusel doch tm Stich gelassen , sagte tm Vorzimmer einer von beit Ä^ugelabenen Seeoffizieren, unter denen ich auch war. ^)ch hatte dort schon früher im Hause verkehrt--" h'elt plötzlich inne unb sah starr in sein Glas, bann fuhr er, tote zusammenschreckend, fort: so! — „Der Oberstabsarzt", sagte jener, „äußerte f^> heute, es wäre noch verflucht ungewiß, ob er wieder btensftahtg wurde Der arme Liebling des Glücks hat trotz der Rettungsmedaille an den ekelhaften Gäulen seinen yJtelfter gefunden!" Abwarten und Theetrinken!" entgegnete ich. glaubte nun einmal an seinen Stern. Und ich sollte Recht behalten! .. er eintrat, noch blaß und etwas lahm, eilte die schone Gunhild auf ihn zu, beide Hände mit berückender Freundlichkeit ihm entgegenstreckend, ohne ein Wort dabei zu sagen. Er neigte sich über diese Hände und küßte sie wie in tiefer Andacht. So standen die beiden prächtigen Menschen einander gegenüber und schauten sich leuchtenden Blickes iN die Augen. Es war ein Staat, diese Szene beobachten. Mir lief es ordentlich so ein bischen den Rucken hinunter. Bei mir immer ein Zeichen, daß mir etwas besonders nahe gegangen ist. Selbstverständlich führte er Gunhild zu Tisch, Was nun kommen würde und kommen mußte, wußten wir ja Beide gaben sich auch gar keine Mühe, zu verbergen, wie stand. In beider Augen glühte ja eine geradezu leidenschaftliche Liebe auf. Er wurde täglicher Gast im Hause, und es vergingen dann auch kaum vier Wochen, daß die Verlobungsanzeigen in die Welt flogen. Das war ein Brautpaar, diese beiden prächtigen Gestalten! Stolz standen sie da, dies Verlobungs-Paar, als ob sie mit einem Winke der Wimper dem Glück, dem gehorsamen, gebieten könnten. — . . Aber der Oberstabsarzt hatte Recht behalten! Siegfried war nicht mehr seedienstfähig ! Er mußte den Abschied nehmen. Aber kurz darauf durchsief die Kunde die Stadt: Siegfried geht als Instrukteur nach China, und macht am zweiten Weihnachtsfeiertage Hochzeit. Ich war auch unter den Hochzeitsgästen. Als bas Brautpaar vor den Altar trat, sie, Gunhild, eingehüllt in den langen weißen Schleier, der ihre Prachtgestalt umwogte, und wie sie bei dem „Ja" den Blick zu ihrem Manne erhob, ein Blick, in dem eine Welt lag, — da überlief es mich wieder so seltsam: „Mensch, ich glaube wahrhaftig, sie zeigen Neigung zu heulen!" raunte mir mein Nachbar zu; „feste Haltung!" Mir war es zugefallen, den Trinkspruch auf das junge Paar auszubringen. Ich trank auf den „Liebling des Glücks", und schloß: i „Möge keiner ihrer Tage Schau'n der Nibelungen Klage, Nur: der Nibelungen Glück!" Wie Gunhilds Augen leuchteten, und wie warm sie mir die Hand am Abend brückte beim Wschieb: „Sie lieber, treuer Freunb! Bleiben Sie uns immer derselbe'" dann gingen sie an Borb nach England. Und von btt nach Ostasien. . Wir schauten ihnen nach vom Kai; Gunhild winkte Mit ihrem weißen Tuch, und Siegfrieds letztes Wort war: „Auf gut Soldatenglück!" Von Plymouth aus schrieb er: „Mir fehlen die Worte, um mein Glück zu sagen! Ich habe keinen Wunsch Keine Klage schleicht sich, in meine Seele; es ist nur ein großes, „ Su6eln und Jauchzen in mir. Wie ich auf mein Weib schau, da fühle ich's: Es gießt ein Glück, und her Gedanke, ohne sie zu sein, hat für mich Schauer des Todes! Am Sylvesterabend um 10 Uhr gehen wir hinaus in den Atlantik. Gedenkt unserer, wie wir Eurer gedenken werden, wenn's Mitternacht glast. Wie ist das Leben schon!" — 748 andern: „Jüng's holt fast!" fest an oer Ehre, fest an der Liebe bis in den Tod und über den Tod hinaus! Und nun ruf ich's wieder hinein ins neue Jahr, Siegfrieds Abschiedswort, und Ihr stoßt mit darauf an: „Auf gut Soldatenglück!" Da klangen im selben Augenblick feiernd und donnernd die Glocken vom nahen Turm hernieder ins Land, und die Gläser klangen zusammen wie die Männer aufsprangen von ihren Sitzen: „Hurrah!" Sie waren gegangen, um weiter zu feiern. Der Admiral saß allein. Er sah auf ein Bild in seiner Hand: das Bild Eunhilds. Er küßte es und verbarg es wieder. „Das braucht keiner zu wissen", sagte er leise, „daß üch Dich geliebt — und wie ich Dich geliebt!" G-nreinIrÄtzises. Praktische Ratschläge. Das Salz machet die Milch gerinnen; bereitet man daher Breie und Saucen, so ist sss gut, dasselbe erst zuletzt hinzuzufügen. Kochendes Wasser macht die meisten Obstflecken verschwinden; durch! ein Sieb das kochende Wasser auf die Flecken gegossen bringt den Beweis. Der Saft reifer Trauben macht die Tinten- und Rostflecken des Leinenzeugs und der Hände verschwinden. Ein Löffel voll Terpentin zu der Wäsche gefügt, hilft sehr zu blendender Weiße derselben. Gelbes Wachs und Salz reinigen und Polieren wie Glas das rostigste Bügeleisen; oder man hülle ein Stückchen Wachs in ein kleines Läppchen, und wenn das Eisen recht heiß ist, reibt man es zuerst mit diesem Wachsbällchen, dann auf einem mit Salz bestreuten Papier. Eine Mischung Quecksilbersalbe mit Petroleum ist das beste Mittel gegen Wanzen. Das Petroleum macht hartes Schuhwerk weich, und geschmeidig. Das Petroleum macht alle Gegenstände in Zinn glänzend; man reibt es einfach mit einem wollenen Tuch, auf das man einige Tropfen gegossen; auch alle Flecken auf lackierten Möbeln nimmt dasselbe weg. Kaltes Regenwasser mit ein wenig Soda nimmt alle Fettflecken von allen waschbaren Stoffen. (Aus dem „Praktischen Wegweiser", Würzburg.) Kesundyeitspffege. Brennesselpulver gegen Blutungen. An der Lyoner Veterinärschule wurde eine Reihe von Versuchen durchgeführt, die nach) der „Bert. Tierärztl. Wochenschrift" bewiesen, daß die Brennessel ein vorzügliches Wundmittel ist. Man stellte aus der Pflanze ein Pulver in folgender Weise her: 400 Gramm frische Brennesseln wurden in Alkohol erweicht, 150 Gramm der im Ofen getrockneten Pflanzen in einem Mörser pulverisiert, hieraus die Masse der alkoholischen Flüssigkeit zu- gefügt, dann der Alkohol durch Hitze vertrieben uni) das Gemisch über dem Oelbade bei 120 Grad getrocknet. Die zurückbleibenden Pflanzenteile wurden wiederum im Mörser zu einem feinen Pulver zerstampft und dann in Gebranch genommen. Das auf Wunden gestreute Pulver verursacht schnelle Gerinnung des Blutes, es übertrifft hierin das Eisenchlorid. Die Vernarbung kommt schneller zu stände als beim Gebrauche der gewöhnlichen Mittel. Die ausgezeichnete Wirkung ist besonders auf die zusammenziehenden Eigenschaften der Nessel zurückzuführen. Mittel gegen wundes Zahnfleisch. Man gießt in ein Glas lauwarmes Wasser einen Theelöffel voll Myrrhentinktur und spült sich damit anfangs drei- mül des Tages den Mund aus. Dies lindert sowohl die Schmerzen des Zahnes wie des Zahnfleisches. Bei anhaltendem Gebrauch am Morgen wird der Schmerz nie wiederkehren. ■* Vermischtes. Ueber die Birke und den Blitz wird berichtet, daß in den Vereinigten Staaten Nordamerikas auch heute noch die Birke als vom Blitze verschont betrachtet wird. So suchen die Bewohner der einzelnen Staaten bei einem plötzlich eintretenden Gewitter Schutz unter der Birke, ohne sich hierdurch irgend einer Gefahr auszusetzen. Diese That- sache dient nur zur Bekrüftiguilg der in den letzten Jahren mehrfach angestellten diesbezüglichen Untersuchungen. Es giebt bekanntlich Bäume mit Oel- und wiederum solche mit Fett-Gehalt; die einen sind das ganze Jahr reich au diesen Stoffen, die anderen indessen nur während des Winters. Die Bäume dieser Gruppe sind schlechte Leiter für die Elektrizität. Es sind dies die Nußbäume, die Linden, Buchen, Birken rc., sie werden selten vom Blitze getroffen. Die anderen dagegen, die gute Ableiter für die Elektrizität sind, sind die stärkehaltigen Bäume, dies sind die Ahornbäume, Eichen, Eschen, Pappeln rc. LZtternrrsches. Wie erlerne ich praktisch und sicher die doppette Buch-- sührung? Leitfaden der doppelten Buchführung zum Schul- und Selbstunterricht bearbeitet von W. Schaaf, Buchhaller in Halle a), Saale. Preis gebunden Mk. 2,75. Verlag von vr. jur. Ludwig Huberti, Leipzig. Verfasser ging bei der Bearbeitung des vorliegenden Leitfadens von dein in mehrjähriger Praxis gewonnenem, allgemein als richtig anerkannten Standpunkte aus, daß der Unterricht in doppelter Buchführung nur dann erfolgreich ist, wenn Theorie und Praxis einander ergänzen. Dementsprechend zerlegt er das gesamte Lehrgebäude der doppelten Buchführung in 20 Abschnitte, darin nach vorausgegangener kurzer theoretischer Erklärung praktische Hebungen folgen. Das Buch gliedert sich in drei Teile, deren erster die Lehre von der doppelten Buchführung, deren zweiter Uebungsanfgaben und Musterdarstellung eines eimuonatlichen Geschäftsganges mit Journal, und deren dritter praktische Uebnngsaufgaben enthält. Wem darum zu thun ist, in verhältnismäßig kurzer Zeit lernend, übend und verwertend, sich gründlich mit der doppelten Buchführung vertraut zu machen, dem dürfen wir genannten, unbeschadet seiner Bündigkeit durchaus zweckdienlichen Leitfaden nachdrücklich empfehlen. Das 7. Heft der „Wiener Mode" (1. Januar 1901, XIV. Jahrg.) ist erschienen samt der Beilage „Wiener Kinder-Mode" (Nr. 4, VII. Jahrg.), einem Schniltmustcrbogcn, sowie einer Extrabeilage, ein reizendes Miniaturheft der „Wiener Mode" mit Kalendarium für 1901 rc. enthaltend. Schon diese Angaben deuten auf die so außerordentliche Reichhaltigkeit dieses Heftes, das zugleich in seiner äußeren Ausstattung mit den bezaubernd schönen farbigen Umschlagbildern eine der denkbar schönsten Festgaben für den Salontisch jeder Familie bildet. Diese geradezu entzückende Ausstattung wie sie gleich elegant und geschmackvoll von der „Wiener Mode" selbst bis jetzt nicht erreicht wurde, der überreiche fachliche Inhalt an Modcgruppen und einzelnen Bildern, an Modcberichten, Vermischtem, Artikel über Handarbeit, ein Lehrcurs der Knüpfarbeit ec., dann „Im Boudoir" eine Novellette von Marco Brociner „Suggestion und Liebe", ein Artikel „Abschied vom Grillparzerhaus" mit Illustrationen aus des großen Dichters letztem Heim, dann Gedichte, Gesellschaftsspiele, Fraucn-Chronik rc. werden der „Wiener Mode" sicher eine große Zahl neuer Freunde zuführen. — Preis des Heftes 45 Pfg. Abonnement vierteljährlich 2 Mk. 50 Pf. Abonnementsbestellnngen nehmen alle Buchhandlungen, Postanstalten, sowie der Verlag der „Wiener Mode" in Wien, IV., Wienstraße 19, entgegen. Kinder-Atiiung. Hxrausgegebcn von Felix von Stenglin, Groß-Lichterfelde. Inhalt von Nr. 13. Wns in der Welt vor geht: Heimkehr aus China; Neue Siege der Buren; Ein deutsches Kriegsschiff gescheitert; Entdeckung von Altertümern in Rom; Handel durch die Wüste Sahara; Kleine Notizen. Ans dem Reiche der Natur: Der Weihnachtsbaum. Der Beobachter in Wald und Feld: Schwanzmeisen im Winter. „Semmelfritz." Christkinds Gaben. Allerlei. Erlebnisse. Tauschecke. Anzeigen. Zu beziehen durch alle Postanstalten, Buchhandlungen und die Expedition in Groß-Lichterfelde. Buchstabenrätsel. Nachdruck verboten. Stolz strebe ich empor, Dem Sonnenlicht entgegen. Nimmst du ein Zeichen mir, Wirst du mich in dir hegen. Und was dir Leben bringt, Fließt nur auf meinen Wegen. Auflösung folgt in nächster Nummer. Auflösung des Zahlenrätsels in vor. Nr.: Dcccmber (Ceder, Rebe, Erde, Meer). Ten neuen Jahrgang beginnen die „Gießener Familienblätter" mit einem fesselnden Roman von Clark Rüssel, betitelt: Die Seekönigin. Redaktion: E. Burkhardt. — Druck und Verlag der Brühl'schen UniverßtätS-Buch- und Steindruckerei (Pietsch^krben) in Meß«.