Agnes djbrucferei,. im Füßen itt seltener > e. Ein ige, klaren sucht nachnennt sie rfüllt von , wie ihr n dadurch lesten in die drei Bdt. ler. Mit Volks. >zig 1901, Preußen, ! Großen zefels im eigentlich flicht, trotz t deutschen lalbewußt- 1 Geltung >ie Lande. der muß. dazu will der Mühe -sinnen. Trockenes packend, aatSmann ssers imt- Bdt. x.) ebbet gen. Dienstag dm 2?. Nobemöer BBS Sandorh verwahrte das Dokument wieder sehr sorgfältig in seiner Brieftasche. Eine ganze Weile gingen sie stumm neben einander her. Es war, als ob er die schreckliche Neuigkeit eine zeitlang auf Margaretens Gemüt wirken lassen wollte, ehe er zu dem eigentlichen Zweck dieser Unterredung überging. Vielleicht auch! wollte er sie nur durch sein Schweigen zwingen, ihn danach zu fragen. Und als ihr die Stille unerträglich wurde, sagte sie denn auch: „Sie haben ihn also gerettet — die Gefahr einer Entdeckung ist nicht mehr vorhanden. Wie aber soll ich dann die Andeutungen in Ihrem Briefe verstehen, die mich so sehr beunruhigt haben? Es kann doch unmöglich Ihre Absicht gewesen sein, ihm an den einen Tage beizustehen, nur um ihn an dem nächsten zu verderben". „Eine solche Absicht liegt mir selbstverständlich, ganz fern. Ich liebe den jungen Mann trotz, seiner Fehler, als ob er mein Bruder wäre, und wie an einem Bruder gedachte ich an ihm zu handeln. Ms er vor einigen Tagen völlig verzweifelt zu mir kam, fest entschlossen, sich der Schmach einer Bestrafung .durch freiwilligen Tod zu entziehen, da würde ich, um ihn an der Ausführung eines solchen Entschlusses zu hindern, unbedenklich; noch viel größere Opfer gebracht haben —nicht so sehr seinetwegen, als um Ihres edlen (Vaters willen, den ich aufrichtig verehre. Aber ich würde beiden einen sehr schlechten Dienst 'geleistet haben, wenn ich mich einfach mit der Hergabe des Geldes, das ja für mich nur einen sehr geringfügigen Betrag darstellt, hätte begnügen wollen. Für jene charakterschwachen Naturen, denen Ihr Bruder nun einmal zugezählt werden muß, kann nichts so leicht verhängnisvoll werden, als der unerwartet glückliche Ausgang einer ersten Verirrung. In der Hoffnung, daß ein ähnlicher günstiger Zufall sich auch künftig noch zu rechter Zeit einstellen werde, unterliegen sie nur um so sicherer jeder neuen Versuchung. Die schwere Verantwortung für eine solche Folge meines Eingreifens durfte ich unmöglich auf mich nehmen. Aber er kostete mich' harte Kämpfe, zu einem Entschluß zu gelangen. Der Bankier Norrenberg ist mir befreundet, und wenn ich ihn unter vertraulicher Mitteilung des Vorgefallenen ersucht hätte, den jungen Mann für die Folge strenger zu beaufsichtigen, ihni jedenfalls nie mehr eine erhebliche Geldsumme anzuvertrauen, so würde er wohl mir zu Liebe Ihrem Bruder nichts von seiner Kenntnis verraten haben. Aber ich konnte mich doch nicht entschließen, diesen Weg einzuschlagen; denn Sigismunds Schuld hätte immerhin einen weiteren Mitwisser gehabt, und sein Prijn- zipal würde niemals aufgehört haben, ihn mit geheimem Mißtrauen zu betrachten". Gegners Haß, er wäre zu verschmerzen; vMf Doch wie die Stacheln, unbewußt getrieben In unsre Brust von denen, die uns lieben? Von teurer Hand geh'n Pfeile tief zu Herzen. - ____________________Hainerling. (Nachdruck verboten.) Unter dem Schwerte der Themis. Roman von Reinhold Ortmann. (Fortsetzung.) „Es ist unmöglich", beharrte sie. „Vielleicht spricht der Schein gegen ihn, oder er ist das Opfer eines unglücklichen Verhängnisses geworden. Er, der von jeher für seine Person so anspruchslos war, und nie ein Bedürfnis nach besonderen Vergnügungen hatte —" „Sie dürfen mich nicht mißverstehen. Ich. sagte ja schon, daß auch ich; ihn nur für einen Verführten halte. Lediglich die Schwäche seines Charakters war es, die ihn zu Fall gebracht hat. Die traurige Thatsache selbst bleibt aber leider bestehen, was! man auch immer an mildernden Umständen für die Beurteilung des Falles ersinnen mag. Und Ihr Bruder ist. sich, wie Sie aus diesem Dokument ersehen mögen, der Schwere seines Vergehens vollkommen bewußt". Er hatte seiner Brieftasche ein Papier entnommen, das er Margarete überreichte. Dies Blatt war nun freilich eine furchtbare und unzweideutige Bestätigung alles dessen, was sie soeben gehört; denn da stand der Name Sigismund Ruthardt in der wohlbekannten Handschrift ihres Bruders unter einem Schuldbekenntnis von zweifelloser Klarheit. Das kurze Schriftstück, das mit der Bezeichnung „Schuldschein" versehen war, lautete: „Hierdurch bestätige ich, daß ich am heutigen Tage von Herrn Rudolf Sandorh eine Summe von zweitausend Mark als zinsfreies Darlehen empfangen habe, welchen Betrages ich bedurfte, um eine von mir gegen den Bankier Herrn Franz Norrenberg begangene Unterschlagung in gleicher Höhe zu decken. Ich bekenne, daß ich ohne die Hilfe des Herrn Sandorh einer Entdeckung meines Vergehens und einer gerichtlichen Verfolgung nicht mehr hätte vorbeugen können; es wird mir also eine Ehrenpflicht sein, das Darlehen zurückzuzahlen, sobald meine Mittel es mir gestatten". „Das ist schrecklich!" brachte sie mit bebenden Lippen hervor. „Alles andere hätte ich eher für möglich gehalten, als das". „Wie gut ist es, daß Sie es nicht gethan haben!" siel Margarete aufatmend ein. „In einer wie bedauernswerten Lage würde sich mein armer Bruder für alle Zukunft Herrn Norrenberg gegenüber befunden haben!" „So blieb mir also nur noch die Möglichkeit, Herrn Ruthardt alles zu offenbaren". „Wie? Meinem Vater?" rief das junge Mädchen zum Tode erschrocken. „O, Sie kennen ihn nicht, Herr San- dory, wenn Sie daran im Ernst gedacht haben. So gut und edel er ist, so streng und unerbittlich kann er auch sein. Ich habe es oft gehört, mit welcher Verachtung er sich über Leute ausgesprochen hat, die etwas Ehrloses begangen hatten. Er würde Sigismund sicherlich niemals verzeihen, würde sich gewiß für immer von ihm lossagen. Und welch ein furchtbarer Kummer wäre es für ihn. Nein — nein — nein! Kein Pflichtgefühl konnte Ihnen gebieten, eine solche Grausamkeit zü begehen". „Aehnliche Befürchtungen, mein liebes Fräulein, kamen auch mir, zumal es gerade der Gedanke an den Zorn seines Vaters Ivar, der Ihrem Bruder seiner Versicherung nach die Selbstmordgedanken eingegeben hatte. Ich brachte also hie Stimme meines Gewissens zum Schweigen und entschied mich für die letzte aller vorhandenen Möglichkeiten, nämlich dafür, künftighin selber die Aufsicht über die Lebensführung des schwachen jungen Mannes zu übernehmen. Es wäre eine schwere und verantwortliche Aufgabe gewesen, mit der ich mich da belastet hätte, aber ich glaube wohl, daß es mir möglich geworden wäre, sie mit gutem Gelingen, zu lösen; denn ich besitze das Vertrauen Ihres Bruders, und er ist im Grunde eine fügsame, leicht zu lenkende Natur. So würde ich sein Schifflein wohl glücklich an allen Klippen und Untiefen vorbei geführt haben, bis er moralisch hinreichend erstarkt wäre, um das Steuer selber zu führen. Es wäre für ihn gewiß der annehmbarste Ausweg gewesen". „Und warum sind Sie nun mit einemmale anderen Sinnes geworden?" fragte Margarete in angstvoller Spannung. „Was hat Sie dahin gebracht, Ihren hochherzigen Entschluß zu bereuen?" Sandory zauderte mit der Antwort, und es war wie ein leiser Klang von Wehmut in seiner Stimme, als er endlich sagte: „Nicht weil ich ihn bereute, habe ich, ihn aufgegeben, sondern weil ich über der Sorge für einen anderen ganz vergessen hatte, daß ich auch nur ein Mensch bin — ein schwacher Mensch mit einem fühlenden und leidenden Herzen". „Sie müssen verzeihen, wenn ich Sie nicht verstehe. Können Sie sich nicht etwas deutlicher erklären?" „Ich hätte es gern vermieden, Fräulein Ruthardt; denn ich habe Ihnen brieflich mein Wort gegeben, nur von der Angelegenheit Ihres Bruders zu sprechen, und ich möchte meinem Gelöbnis nicht untreu werden". „Aber es handelt sich doch, um nichts anderes, als um ihn. Weshalb haben. Sie mich hierher beschieden, wenn'Sie nun in Rätseln zu mir sprechen wollen?" „Wohl, Sie haben recht. Und wir können ja auch die Beweggründe unerörtert lassen, die mich bestimmen, diese Stadt schon in den nächsten Tagen und auf Nimmerwiederkehr zu verlassen". , ,Sie wollen fort — das stand schon in Ihrem Briefe. Und deshalb sollen nun mein Vater und mein armer Bruder für ihr ganzes Leben unglücklich werden?" „Wenn Sie die Güte hatten, meiner früherxn Darlegung mit einiger.Aufmerksamkeit zü folgen, so werden Sie begreifen, daß ich eine Verantwortung für die weiteren Geschicke des jungen Herrn Ruthardt nur so. lange aus mich nehmen kann, als ich in seiner Nähe weile. Mit dein Augenblick, da ich von hier abreise, ist ; auch meine Macht über Ihren Bruder zu Ende, und darum müßsich. nachdem ich mich einmal in einem gewissen Siüne zu seinem Mitschuldigen gemacht habe — in jenem Augenblick die Aufgabe, ihn zu überwachen, in andere Hände legen". „Sie wollen also, ehe Sie fortgehen, mit meinem Vater sprechen, und ihm dies schreckliche Papier zeigen, wie Sie es mir gezeigt haben?" „Es ist meine Pflicht, Fräulein Ruthardt, eine Pflicht, der ich mir nur auf Kosten meiner eigenen Gewissensruhe entziehen könnte". „Aber es darf nicht geschehen — niemals darf es geschehen! Ihre Absicht ist gewiß die allerbeste; denn Sie haben sich ja bis jetzt sehr edel und freun-dschaft- lich gegen meinen Bruder benommen; aber Sie würden mit einem solchen Schritt gerade das Gegenteil von dem erreichen, was Sie beabsichtigen. Mein Vater würde ihn verstoßen, sodaß er fortan ganz sich selbst überlassen wäre. Wir anderen aber, die wir doch völlig unschuldig sind, würden mit ihm unglücklich werden. Sie können nicht bei ihrem Vorsatz beharren, wenn ich Sie bitte — recht von Herzen bitte, davon abzustehen". „Fordern Sie mein Vermögen, Fräulein Margarete, fordern Sie mein Leben, und ich werde mich nicht weigern, es hinzugeben! Eine Bitte wie diese aber kann ich nicht erfüllen. Der Wahlspruch meines Lebens lautet: „Zuerst die Pflicht!" Bis zu dieser Stunde bin ich ihm niemals mit Bewußtsein untreu geworden". Der schmerzlich bewegte Ton, indem er das sagte, nahm ihr noch mehr als der Inhalt seiner Worte die Hoffnung, daß es ihr gelingen werde, ihn von seinem unglückseligen Vorhaben abzubringen. Dennoch gab sie den Versuch nicht ohne weiteres auf. Große Thränen zitterten an ihren Wimpern, während sie ihm neue, noch beweglichere Vorstellungen machte, und mit aller Festigkeit, die sie noch in den Klang ihrer Stimme zu legen vermochte, erklärte sie endlich, daß sie selber die Bürgschaft für ihres- Bruders künftige Rechtschaffenheit übernehmen wolle. Aber es war alles vergeblich; denn Sandory schüttelte mit wehmütig-ernstem Lächeln den Kopf. „Sie bedenken nicht, mein verehrtes Fräulein, daß Sie da etwas versprechen, was über Ihr Vermögen geht. Ihr Bruder würde Ihnen in der Folge seine Geheimnisse wensowenig anvertrauen, als er bisher gethan hat, und Sie würden von einer neuen Verirrung sicherlich erst erfahren, wenn es zu spät wäre, die Folgen abzuwenden. Das • ist .keine .Aufgabefür ein junges Mädchen. Nur Ihrem Vater kann sie zufallen, nachdem es mir leider unmöglich geworden ist, sie durchzuführen". Da endlich konnte die Frage nicht mehr unausgesprochen bleiben, die sie so lange in einer instinktven Scheu unterdrückt hatte. „Und warum ist es Ihnen unmöglich? Weshalb müssen Sie nun plötzlich fort, während es doch noch vor kurzem Ihre Absicht war, sich dauernd in Waldenberg niederzulassen?" „Was sind Hoffnungen, was sind Entwürfe, Fräulein Margarete! Ich glaubte ja auch, damit fertig zu werden; aber es geht nicht, es ist stärker als ich. Ich muß in einer neuen Umgebung, in Abenteuern und Gefahren Vergessenheit zu finden suchen für den Gram, den ein kläglich zerronnener Glückstraum in mir hinterlassen". Margaretens Kopf hatte sich lief gesenkt, so daß Sandory nicht erspähen konnte, was bei seinen elegisch klingenden Worten in ihren Zügen vorging. Aber er mußte seiner Sache trotzdem sehr sicher sein; denn er wartete ruhig darauf, daß sie eine weitere Frage thun würde. „Es mag Ihnen sehr thöricht vorkommen, Herr Sandory", sagte sie nach einem langen Schweigen so leise, daß er sich nun wirklich herabbeugen mußte, um sie zu verstehen, „aber ich möchte Sie doch fragen, ob Ihr Entschluß, abzureisen, vielleicht in irgend welchem Zusammenhänge steht mit — mit meiner Person?" „Das können Sie noch fragen?" gab er.zurück, und kein Schauspieler hätte den bitteren Schmerz einer verschmähten Liebe überzeugender zum Ausdruck', bringen können. „Ich wollte Sie nicht mehr damit belästigen, und es kommt mir gewiß nicht in den Sinn, Ihnen einen Vorwurf daraus zu machen — aber darüber, daß ich nur Ihretwegen mein unstetes Wanderleben wieder aufnehme, konnten Sie doch wahrlich nicht im Zweifel sein". „Und so wäre ich es — ich, auf die alle Schuld für den Jammer fiele, den Ihre Abreise nach sich ziehen soll? O, das ist grausam! So hart können Sie sich nicht an einest wehrlosen Mädchen rächen wollen!" (Fortsetzung folgt.) Berühmte Selbstmörder. don Max Rupprecht. „ Nachdruck verboten. Selbstmörder hat es zu allen Zeiten gegeben, so sehr die Beurteilung des Selbstmordes zu den verschiedenen Zeiten und bei den verschiedenen Völkerschaften auch ge- ichwankd hat. Bei den alten Griechen und Römern war der Selbstmord keine Handlung, durch welche der Selbft- m der allgemeinen Achtung sank, wogegen die christliche , Auffassung in der Vernichtung des eigenen Lebens eine schwere Sünde erblickt, die mit öffentlicher Verachtung, der Verweigerung eines „ehrlichen" Bearäb- mstes und anderen Kirchenstrafen gesühnt wird. Während daher die Selbstmorde in dem alten Rom häufig waren, Ichmolz die Zahl im orthodox-christlichen Mittelalter be- üeurend zusammen, eine Wirkung der religiösen Scheu, der ffurchr vor der Schande und den ewigen Strafen. Im neunzehnten Jahrhundert ist die Anzahl der Selbstmorde m fortschreitender Steigerung begriffen, eine Erscheinung, für welche wohl im wesentlichen soziale Ursachen in Be- ttacht zu ziehen sind. Der Kampf ums Dasein hat die Menschheit nervös gemacht; er zeigt sich in immer abschreckenderer Gestalt und weist uns seine Folgen in der Vermehrung der Geisteskrankheiten und zahlreicher Be- rufsieiden auf In unserer Zeit schwankt die Auffassung des Selbstmordes je nach der Weltanschauung des B-eur- teilers, dem einen erscheint er als Ausfluß von Feigheit und Schwäche, dem anderen als beherzte That, zu welcher außerordentlicher Mut gehört. „lie Z?hl der berühmten Persönlichkeiten, welche durch Selbstmord aus dem Leben geschieden sind, ist nicht allzu groß.. Die Bibel.erzählt uns zuerst von dem Selbst- morde Simsons, des berühmten Philistertöters. Die Phi- uster, die damals — die Geschichte spielt etwa im elften Jahrhundert v. Chr. — die Israeliten hart bedrängten, empfanden des öfteren die Hand des löwenstarken Mannes; endlich fiel er, durch sein Weib Delila verraten, in ihre Hände. Sie stachen ihm beide Augen aus, legten ihn in Ketten und weideten sich bei ihren Festen an seinem Anblick. In seiner Verzweiflung faßte er den mannhaften Entschluß, zu sterben, aber zugleich durch seinen Tod Rache an seinen Peinigern zu nehmen. Noch einmal raffte er seine ganze Kraft zusammen, er faßte die Mittelsäulen, auf welche das Haus gesetzt war, tvorin gegen 3000 Philister mit zahlreichen Fürsten zum Feste versammelt waren, und mit dem Rufe: „Meine Seele sterbe mit den Philistern!" stürzte er die Säulen, sodaß das Gebäude zu- sammenbrach und ihn und seine Feinds unter den Trümmern begrub. Weiter hören ivir von dem Selbstmord des unglücklichen Königs Saul, der nach einer gegen die Philister verlorenen Schlacht seinen Waffenträger aufsorderte, ihn zu erstechen. Da der Waffenträger sich weigerte, so nahm der König das Schwert selbst „und fiel darein". In der Geschichte des Altertums begegnen wir u. a. dem Selbstmord Hannibals, des großen karthagischen Feldherrn. Trotz seiner..Siege verfiel Karthago dem Untergang, der Feldherr fand sein Asyl bei dem König Prusias von Bithynien. Die Römer, denen selbst der Besiegte noch schrecklich war, begehrten seine Auslieferung, die der schwache König bewilligte. Als die römischen Häscher das Hans des 67jährigen Greises umstellten, nahm er Gift, das er für einen solchen Fall schon lange bei sich führte. Drutns und Cassius, die Mörder Cäsars überlebten ihre Niederlage bei Philippi nicht, Cassius stürzte sich in sein Schwert, Brutus ließ sich von dem Griechen Straton durchbohren. Mit einem.Doppelselbstmord endete auch das Liebesverhältnis des Triumphators Antonius (Marc Anton) mit Kleopatra, der schönen Königin von Egypten. Bon ihr verraten, stieß er sich (1. August 30 v. Chr.) sein Schwert in den Leib; totwnud ließ er sich auf.seinem Ruhebett an Seilen in das Tnrmgemach, wo sie weilte, emporziehen, um unter ihren Augen zu sterben. Kleo- hatra, versuchte vergeblich, den Besieger des Antonius, Lctavianus, den nachmaligen Kaiser Augustus, zu ihren Gunsten umznstimmen; sobald sie einsah, daß dies unmöglich, sei, vergiftete sie sich oder ließ sich, wie es MH heißt, durch den Biß einer Natter töten. Bekannt- llch stürzte sich auch Barns, der Feldherr der Römer, nach der verlorenen Schlacht im Teutoburger Walde (8 n. Chr.), dem damaligen Brauche folgend, in sein eigene? Schwert, während Nero, der feige Tyrann, nach dem Verlust seines mit Blut und Schande besudelten Thrones sich am 9. Juni 68 nach Christus mit dem Schwerte durchbohren ließ, da er nicht den Mut besaß, selber Hand an sich zu legen. Einen Selbstmord auf Befehl beging Seneca, der berühmte römische Philosoph. Er war Erzieher des Kaisers Nero und nach dessen Thronbesteigung sein vertrautester Berater, bis ihn der Kaiser, seiner Leitung und halben Bevormundung überdrüssig, unter der Beschuldigung der Beteiligung an einer Verschwörung zum Tode verurteilen ließ. Als besondere Vergünstigung gestattete ihm der Tyrann, die Hinrichtung an sich selbst zu vollstrecken, weshalb sich Seneca in Gegenwart einiger Freunde die Adern öffnen und schließlich, um nicht lange leiden zu müssen, in einem heißen Bade ersticken ließ. Seine Gemahlin Paulina folgte ihm freiwillig in den Tod. Aus der neueren und neuesten Zeit sind nicht wenig Fälle aufsehenerregenden Selbstmordes bekannt. War es doch ein solcher, den Goethe in „Werthers Leiden" verwertete, der Selbstmord eines Jugendfreundes des Dichters, des jungen Jerusalem. Karl Wilhelm Jerusalem, der Sohn des bekannten Kanzelredners und theologischen Schriftstellers, ein hübscher, blonder Jüngling mit sanften blauen Augen, studierte in Wetzlar mit Goethe zusammen. Der junge Mann empfand eine tiefe, aber naturgemäß unglückliche Leidenschaft zu der Frau eines Freundes. Empfindsam und melancholisch wie er war, dachte er oft über den Selbstmord nach und suchte ihn wissenschaftlich zu rechtfertigen. Sobald er aus den Grenzen einer rein platonischen Neigung heraustrat und dem Gegenstände derselben kniend eine Liebeserklärung machen wollte, verbot ihm der Gatte das Haus; die Folge war der Entschluß, zu sterben. Am 29. Oktober 1772 erschoß er sich. Seine That erregte in Wetzlar ungeheures Aussehen, vor allem die Frauen nahmen den tiefsten Anteil an seinem Schicksal; auch Goethe, der inzwischen nach Frankfurt zurückgekehrt war, betrauerte ihn sehr, und setzte ihm im Werther ein unvergängliches Denkmal. Seltsamerweise fand ein anderer Freund Goethes, der ihm ebenfalls als Modell zu einer dichterischen Gestalt gedient, ganz dasselbe Ende. Es war Johann Heinrich Merck, der Kriegsrat aus Darmstadt, der geistvolle Spötter und einst das ästhetische Gewissen des jungen Goethe, in welchem wir das Urbild des Mephistopheles erblicken dürfen. Der Unglückliche wurde infolge körperlichen Leidens und mancher Unglücksfälle und Enttäuschungen von quälender Hypochondrie befallen. Um ihn aufzuheitern, luden ihn Goethe und der Herzog nach Weimar ein; der Umgang deü Freunde vermochte ihn aber nur vorübergehend heiter zu stimmen, und ' am 27. Juni 1791, im Älter von 50. Jahren, machte er durck einen Schuß seinem Leben ein Ende. Auf dieselbe Weise endete 20 Jahre später einer der genialsten deutschen Dichter, der unglückliche Heinrich v. Kleist. Infolge der unglücklichen Zeitverhältnisse und aus Mangel an Mitteln, konnte der berühmte Verfasser der „Hermannsschlacht" nicht zur Anerkennung seines Talents gelangen; verkannt, unterschätzt, an seinem eigenen Können verzweifelnd, erbittert und von unauslöschlichem Haß gegen Napoleon und die Franzosen erfüllt, ging er in den Tod, seine beiden großartigsten Dramen, die „Hermannsschlacht" und „Prinz Friedrich von Homburg" als Manuskripte hinterlassend. Er hatte nicht mehr den Mut gefunden, sie herauszugeben. Schon lange ersehnte er s Den Tod, aber er wollte nicht gern allein sterben. Als er eines Tages mit einer Freundin, Frau Henriette Vogel, musizierte, drückte er seine "Bewunderung über ein von ihr gespieltes Stück mit den Worten aus: „Das ist zum Erschießen schön!" Sie fragte darauf, ob er wohl imstande sein würde, ihr den Freundschaftsdienst, sie zu töten, zu erweisen. Wahrscheinlich lverde er es nicht thun; denn es gäbe keine Männer mehr. Kleist -erwiderte rasch und stolz: „Ich werde es thun, ich bin ein Mann, der sein Wort hält". Und er hielt Wort. Am 20. November 1811 fuhr er mit der Freundin) die an Schwermut und Lebens- - 680 üverdruß krankte, hinaus nach dem am Wannsee bei Potsdam gelegenen Wirtshaus „Zum Stimming", wo er am nächsten Lage das gegebene Ehrenwort einlöste, indem er Henriette durchs Herz und sich in den Mund schoß. Der arme Dichter, der erst 36 Jahre zählte, wurde am Orte, wo man ihn fand, der Userhöhe gegenüber dem Wirtshaus, begraben. Luise Brachmann, eine begabte Dichterin, die mit Schiller und Novalis bekannt war, suchte in einem Anfalle von Schwermut am 17. September 1822 in Halle den Tod kn den Wellen. Am bekanntesten ist ihre Ballade „Columbus" („Was willst Du, Fernando, so trüb und so bleich"). Das größte Aufsehen aber durch ganz Deutschland rief seinerzeit der heldenhafte Selbstmord der Gattin des Dichters Heinrich Stieglitz, Charlotte Stieglitz geb. Willhöft, hervor, in dem Blaße, daß sogar die Dichtung sich des Vorfalles bemächtigte und nicht nur Mundt unter dem Titel: „Charlotte Stieglitz, ein Denkmal" ihre Briefe, Tagebuchblätter usw. herausgab, sondern auch Gutzkow in seinem Roman „Wally" die That verwertete. Charlotte, geb. am 18. Juni 1806 zu Hamburg, war ein geistvolles, aber schwärmerisches Mädchen, dessen höchstes Glück, als es Heinrich Stieglitz 1822 kennen gelernt und sich mit ihm verlobt hatte, es war, eine Dichterbraut zu sein. Allein ihr Bräutigam war noch jung und brauchte noch Jahre, um zu einer Stellung zu gelangen, so sorgte sie denn, er möchte aus Liebe zu ihr sich zu frühzeitig um ein Amt bemühen und dadurch seinem dichterischen Berufe entzogen werden. Schon damals be- fchäftigte sich das krankhaft überspannte Mädchen mit Selbstmordgedanken, wie Ottilie in den „Wahlverwandtschaften" wollte sie. keine Speise zu sich nehmen, usw. 1828 vermählte sie sich mit Stieglitz, aber bald genug zeigte sich die tiefe Seelenzerrüttung ihres Gatten, der, vom höchsten dichterischen Streben beseelt, in den äußeren Verhältnissen die Hemmnisse zu finden glaubte, die ihn an der Erreichung seines Zieles verhinderten. Charlotte dachte unablässig nach, wie dem Unglücklichen zu Helsen sei. Endlich verfiel sie — „nicht aus Jrreligiösität, sondern aus mißverstandener Religiosität" — auf den Enr- schluß, sich ihm zu opfern, um ihn durch eine ungeheure That zu erschüttern. Am 29. Dezember 1834 begab sie sich, während ihr Mann im Konzert weilte, in, ihre Kammer, legte alles Geld für ihn heraus, schrieb einen Brief an ihn, zog ein reines, weißes Nachtkleid an, setzte ein Häubchen auf, dann legte sie sich in ihr Bett und senkte sich einen Dolch, den sie als Braut einmal ihrem Bräutigam geschenkt, „mit einer furchtbar sicheren Hand gerade mitten ins Herz hinein". Sie zog den Dolch wieder aus der Wunde und legte ihn neben sich; jedes Stöhnen suchte sie zu unterdrücken, bis endlich doch das aus der Lunge dringende Röcheln das in der anstoßenden Kammer befindliche Mädchen aufmerksam machte. Sie rief nach Hilfe, als man aber herbeieilte, erscholl gerade ihr letzter Seufzer. Ihr Gatte kam erst nach einer halben Stunde nach Hause. Sein späteres Leben bewies, wie zwecklos und wie wenig vorhersehend das Opfer gewesen; denn er hat das hohe Ziel, das er sich gesteckt niemals erreicht. Quälende Hypochondrie trieb Ferdinand Raimund, den hochbegabten Humoristen und ausgezeichneten Komiker (geb. 1. Juni 1790) in den Tod. Seine reizvollen Volksstücke: „Der Bauer als Millionär", „Der Alpenkönig und der Menschenfeind", „Der Verschwender" usw. entzückten alle Welt, sein treffliches Spiel rührte abends das Publikum zu Lachthränen, niemand hätte gedacht, daß dieser Meister erschütternder Komik seine Tage in finsterer Schwermut verbrächte. Eines Tages kam er, Heilung von seiner Hypochondrie suchend, zu einem Arzt. Dieser riet dieses und jenes, alles hatte Raimund schon versucht. Da sagte endlich der Arzt: „So weiß ich nur noch ein Mittel, gehen Sie ins Theater und sehen Sie den Raimund spielen, das muß Sie aufheitern". — „Ach, Herr Doktor, der Raimund bin ich selbst!" Im Sommer 1836 wurde er von einem Hunde gebissen ; von der Furcht erfaßt, daß dieser toll gewesen sei, schoß sich der Unglückliche mit einem Terzerol in den Mund; nach acht Tagen qualvoller Schmerzen starb er am,6. September 1836 an der Wunde. Wie durch seinen Tod die Dichtkunst, so erlitt die Wissenschaft einen schweren Verlust durch denjenigen des berühmten Nationalökonomen Friedrich List (geb. 6. August 1789), des ersten Befürworters eines nationalen Eisenbahnnetzes, der sich infolge schweren Trübsinns und körperlichen Leidens ebenfalls (am 30. November 1846) durch einen Pistolenschuß tötete. Die Selbstmordversuche des geisteskranken Dichters Lenau führten infolge der Vorsicht seiner Wärter nicht zum Zweck, während von Rousseau nicht feststeht, ob er, der Annahme zahlreicher Zeitgenossen nach, wirklich an Gift, das er genommen, gestorben ist. GeMMßniMtzigss» Um zerbrochene Gipisfiguren zu kitten, löst man kleine Stricke Celluloid in Aether auf, gießt die Flüssigkeit nach einer Viertelstunde ab und verwendet den teigigen Bodensatz als Kitt. Derselbe trocknet sehr schnell und löst sich nicht, wenn er mit Wasser in Berührung gebracht wird. Lttterarrsches. Religiöse Studien eines Wettkindes. Bon W. H. Riehl. 5. Auflage. Preis: geh. Mk. 4,—, geb. Mk. 5,—. Stuttgart ’ 1900. I. ®. Cotta'sche Buchhandlung Nachf. G. in. b. H. Als fast Neunundsechzigjähriger, zu einer Zeit, da Riehl befürchten mußte, das Augenlicht für immer zu verlieren, fand er Muße, den Inhalt dieses Buches, den er schon seit Jahrzehnten mit sich herumtrug und im Geiste gestaltete — schon seit der Zeit, da er die „Familie" und die „Deutsche Arbeit" schrieb, als deren Geschwisterkind es demnach gilt, — druckreif werden zu lassen. Harmonisch durch und durch, wie Riehl selbst und alle anderen Kinder seiner fruchtbaren Muse, ist auch dies Werk, das gewissermaßen als Gesamtniederschlag seiner reichen Lebenserfahrung gelten darf. Der Kulturhistoriker und der Sozialpolitiker in einer Person verbunden — das Weltkind — zeichnet darin seine Beobachtungen im Geiste der Gerechtigkeit, der Versöhnung und des Friedens. Er gießt sie — nach seinen eigenen Worten — „nicht in abstrakter Gedankenkette, obgleich er sich mitunter auch den Luxus der Gedanken gönnt, sondern in hundert aus dem Leben gegriffenen Thatsachen, die heute jeden Denkenden bewegen, weil sic immer neue Gedanken erwecken." Wie jeder wahrhafte Christ gelangt auch er zu der Erfahrung: Die Religion kann man nicht erlernen, man muß sie in sich erleben. Zur Umschau und Selbstschau will der Verfasser erziehen in diesem Buche der Beschauung. Wären alle Weltkinder gleich ihm berufstreu, ergeben, genügsam, bescheiden, dankbar und friedfertig, es wäre eine Lust zu leben, und die Menschen wären auf dem besten Wege, wie er durchzudringen „Durch Nacht zum Licht!" Bdt. Am Mittwoch, dem 14. d. M. trat der Reichstag nach längerer Pause zum ersten Male wieder zusammen. Eine interessante Zeichnung, den Moment darstellend, wo der Kaiser im Rittersaale vor den versammelten Mitgliedern des Parlaments die Thronrede hält, bringt die neueste Nummer der „Weiten Wett". Da dem Publikum das Beiwohnen der Eröffnungsfeierlichkeit nicht gestattet ist, so dürfte diese Skizze die einzige sein, welche von dieser Sitzung gemacht wurde. Von den literarischen Beiträgen der „Weiten Welt" machen wir besonders auf die geistvolle Plauderei „Die Welt" des Freiherrn Alexander von Gleichen-Rußwurm aufmerksam. Die Wiedergabe zweier vornehm ausgeführten Radierungen nach Gemälden Carlo Böklin's, des begabten Sohnes Meister Arnold's, vermögen denen unserer Leser, die noch nicht Gelegenheit hatten, Werke des jungen Künstlers kennen zu lernen, einen deutlichen Begriff von seinen Fähigkeiten zu geben. Die einzelne Nnmmer der „Weiten Welt" (Union Deutsche Berlagsgesellschaft), kostet nur 25 Pfg. und ist durch alle Buchhandlungen zu beziehen. Abftrichrätsel. Nachdruck verboten. Hohn, Affe, Wein, Huhn, Dahn, Karren, Ente, Mais, Schatz, Revier, Leim, Zunder, Pfarre, Genf. Bon jedem Wort ist die Hälfte der Buchstaben zu streichen; die stehen bleibenden muffen im Zusammenhang ein bekanntes Sprichwort ergeben. Auflösung in nächster Nummer. Auflösung des Telegraphenrebus in voriger Nummer: Auch der Weise irrt bisweilen. Redaktion: E. Burkhardt. — Druck und Verlag der Brühl'schen Universttäts-Buch- und Steindruckerei (Pietsch Erbens in Gieße«.