1900. Äenstag den 25. Dezember. Pli Efl ÄH® ;nui>o^Sigi er—' ■ ■■4 MWWWW > 'iW.«2MJJ -■■iü&i WTlm WeihnaHten 1900. Von Alwin Römer. Nachdruck verboten. Horch, die Weihnachtsglocken klingen Durch den Abend, tief und klar! . . . Leise fühl' ich hichtwäris dringen, Was so lang entschlummert war: Junger Jahre selig Lauschen Auf die Wonnen, Tag für Tag, Auf das Wehen und 'bdS Rauschen Von des Christkinds Flügelschlag! Hold im Ohre tönen wieder Die vergess'nen Melodien All' der süßen Weihnachtslieder, Die zum Thron des Höchsten ziehn; 'Und durch 'heimlich 'schmale Ritzen In der Thür am Kämmerlein Seh' ich 'auch die Tanne blitzen In der Lichter Zauberschein! Hellen Jubel hör' ich schallen . . Und aus Augen freudenheiß, Seh' ich eine Thräne fallen In der Tanne 'dunkles Reis! . . . Traum, was willst Du mich berücken 'Mit verschollner Zeiten Lust? . . . Eigner Schar den Baum zu schmucken, Füllt mit reichern: Glück die Brust! . . . Walte, Christnacht, denn auf Erden, Weihe auch die ärmste Flur, 'Und laß allen Herzen werden Deines Segens eine Spur, Ob sie froh im Vaterlande Um den Baum versammelt stehn, Ob sie fern an China's Strande 9h:r den Glanz .im Traume sehn! . . . Hallet weiter, Weihnachtsglocken, Durch die hehre Wiuternacht, Und in Augen starr und trocken, Weckt der Thränen Wundermächt! Weist die Frohen zu den Thoren, Hinter denen Trübsal zagt, Daß zur Macht, da Christ geboren, Nicht e i n Herz um Liebe klagt! . . . Ein Weihnachtsmorgen in der „ewigen Stadt". Reiseskizze von P a u l P a s i g (Ilmenau)! Nachdruck verboten. Unser Plan war gefaßt: in der Morgenfrühe des ersten Christtages, den wir in Rom verlebten, wollten wir der Weihnachtsfeier in den altehrwürdigen, auf der Hohe des Esquilin thronenden Basilika S. Maria Maggiore beiwohnen. Bietet dieses Gotteshaus, die erste 'der heiligen Jungfrau in der „ewigen Stadt" geweihte Kirche, schon ihres Alters und ihrer glänzenden Ausstattung wegen mancherlei des Interessanten, so bildet sie gerade am Weihnachtsfeste das Ziel unzähliger Pilger wegen t'hr'es einzigartigen Schatzes: sie birgt nämlich Aeber- bleibsel der Wiege des Erlösers. Auch, die Gründungsgeschichte der Kirche ist in romantisches Dunkel gehüllt. Es wird Nämlich erzählt, dem 'Papste Liberius (352—366) sei einst im Anfänge eines heißen August- mondes im Traume die Himmelskönigin erschienen und habe ihm befohlen, an der Stelle, wo er am andern Morgen frisch gefallenen Schnee bemerken werde, ihr eine Kirche zu erbauen. Während er noch über die merkwürdige Vision nachsann — man denke: Schnee int August zumal in Rom! — trat ein reicher Patrieier Namens Johannes ein und bat um Gehör. Er habe nämlich, so berichtete er, in vergangener Nacht einen überaus auffälligen Traum gehabt.... Es war derselbe, den Liberias geträumt hätte! Kaum hätten sich beide von ihrem ersten Staunen erholt, als Eilboten meldeten, etwas ganz Unerhörtes sei geschehen: auf dem Esquilin sei während der Nächt frischer Schnee gefallen! Nun war an dem Wunder nicht mehr zü zweifeln: in dichten Scharen strömte das Volk herbei, und der Papst selbst ließ auf der weißglänzenden Schneefläche sogleich den Plan und'Grundriß einer Basilika entwerfen. Das neue Gotteshaus hieß 'ursprünglich 'Basilika Liberiana, wurde später nach dem Schneewunder S. Maria ad Nives umgetauft und erhielt erst unter Gregor XIII. (1575) seine jetzige prachtvolle Ausschmückung..... Meges Leben herrschte bereits rings um die Kirche. Hohe Leitern lehnten an den Wänden, fahrbare Gerüste wurden umhergerollt, und unäblässig schleppten Kirchendiener große, runde Schachteln herbei, in denen sich die Kristallkronleuchter befanden, die in der Frühe des ersten Feiertages dem Feste seinen äußeren Glanz verleihen sollten. Geräuschvoll und voller Unruhe verging uns die Nacht. Die Römer sind bekanntlich ein leicht erregbares Völkchen, und wenn vollends alt und jung, hoch und Niedrig sich auf eine religiöse Feierlichkeit vorbereitet, dann ist des Haftens und Schaffens und Lärmens und Drängens kein Ende, und der Unkundige möchte auf den Gedanken — 738 kommen, es gäbe aus der Welt keine frömmere Stadt, als das „ewige Rom". Als wir uns des Morgens um 5 Uhr auf den Weg machten, konnten wir dies recht deutlich beobachten. Trotz der frühen Stunde und des nächtlichen Dunkels herrschte bereits das regste Treiben. Vor allem lenkten Unmassen prachtvoller Blumengewinde unsere Aufmerksamkeit auf sich. Palmen und Pinienzweige, Fichtenbäumchen, Moos, größere und kleinere Arrangements der erlesensten Kinder Floras, darunter besonders -Kreuze aus weißen und roten Kamellien und Rosen wurden eilends und möglichst geheimnisvoll vor- üb er getragen, und aus der Ferne schlugen leise gesungene fromme Weisen an unsere Ohren: in einer benachbarten Erziehungsanstalt war man eben im Begriffe, den Zöglingen, bevor sie vom süßen Schlummer, der aber gewiß in dieser Nacht ihre Augen geflohen hätte, erwachten, eine Weihnachtskrippe zu erbauen. So gelangten wir endlich auf die Höhe des Viminal, von der aus wir unser Ziel vor uns sahen. Die Lichtmassen, die säs Innere der Basilika erfüllten, strahlten durch die hohen Fenster in den aufdämmernden Morgen hinaus, und von allen Seiten trugen die milden Lüfte verlorene Glockengrüße zu uns, sodaß es uns war, als ob unsichtbare Chöre aus den Lüften uns die Weihnachtsbotschaft brächten: „Euch ist heute der Heiland geboren!" Bald Traten wir in die weiten Räume 'der Basilika ein. Das in großartigen Verhältnissen angelegte Mittelschiff mit feinen zweiuud- vierzig jonischen Säulen aus weißem Marmor und seiner in edelster Renaisfanee gehaltenen Holzdecke macht allerdings, wie fast alle derartigen Renaissaneekirchen, mehr den Eindruck' eines vornehmen Profanfestsaales. Allein wenn man die rechte Stimmung mitbringt, ■ setzt man sich leicht hierüber hinweg. Und das erleichterte uns stellte morgen ganz bedentend 'die wahrhaft großartige, ja, stilgemäße Illumination. Dieselbe schmiegte sich allenthalben eng an die architektonischen Linien an, sodaß nun die Bögen, Ornamente und 'sonstigen Zieraten erst recht in ihrer ganzen Schönheit zur Geltung kamen. Nur eines wollte uns nicht behagen: die blendenden Marmorsäulen, deren glänzendes Weiß das Lichtmeer des weiten Raumes gewiß auf das Effektvollste zurückgeworfen hätte, waren kirchlicher Sitte gemäß, die das Nackte bei festlichen Anlässen umkleidet, in roten, mit Goldborden verbrämten Seidendamast gehüllt, während mit gleichem Stoffe auch die Wände der 'Tribüne ausgeschlagen waren. Alles recht gut und schön! dächten wir. Wenn nur diese Hüllen nicht allzusehr verschossen und vom Alter mitgenommen wären! Inzwischen füllte sich das Gotteshaus mehr und mehr mit nichts weniger als andächtigen Besuchern, und um usts her summte es wie in einem Bienenhaus. Da alles offenbar auf den Beginn der Feier wartete, hatten wir genügend Muße, uns int Raume näher umzuschallen. Vor allem nahm der Hochaltar unsere Aufmerksamkeit in Anspruch, eine antike Prophhrwanne, die den 'Leichnam des Apostels Matthäus und andere Reliquien umschließen soll. Heute wie meist stand er verwaist da. Denn nur der Papst darf an ihm die Messe ee'lebrieren. Von besonderem Interesse ist 'ferner die Kapelle Borghefe. Sonst 'durch eilt eisernes Gitter vom linken Seitenschiffe abgesperrt, war sie heute bett zahllosen Bewunderern geöffnet. Sie ist ein wahrhaftiges Kabinettstück von auserlesenstem Luxus und geradezu verschwenderischer Pracht: schlanke Säulen mit zierlichen Ka'pitälen, die den Eindruck feinster Filigranarbeit machen, Marmorreliefs, Statuen, Fresken von Guido Reni und Lanfraneo — kurz, ein prächtiges Gotteshaus für sich in einem nicht minder prachtvollen Tempel! Ihr größter Schatz besteht indessen nicht in all diesen herrlichen Erzeugnissen menschlicher Kunst, sondern in einem uralten, fast ganz geschwärzten Gemälde der heiligen Jungfrau, das von keinem Geringeren als dem (dritten) Evangelisten Lukas gemalt worden "fein soll. Ohne hier naher auf die Frage der Echtheit dieses Bildes einzugehen, fei nur kurz erwähnt, daß die Tradition, Lukas sei Maler gewesen — er gilt noch heute als Schuchheiliger 'der Maler! — auf äußerst 'schwachen Füßen steht. Wissen wir dpchl aus den apostolischen Schriften des neuen Testaments zur Genüge, daß dieser Evangelist, der Begleiter des Apostels Paulus auf der zweiten und dritten Reise, "der in treuer Freundschaft selbst die Gefangenschaft des Apostels teilte, ein Arzt war. Trotzdem werden ihm, bent angeblichen Maler, so viele Gemälde zugeschrieben, baß man nicht begreift, woher er noch bie Zeit genommen haben soll, noch ein Evangelium unb bie Apostelgeschichte zu schreiben — auf Grund genauester unb eingehendster Forschung, wie er selbst 'im Eingänge ersterwähnter Schrift bemerkt. Gleich-- wohl steht bie „schwarze Madonna" hier in der "Kapelle Borghese im Gerüche besonderer Heiligkeit und wird gläubig verehrt, ja, wenn der „ewigen Stadt" Unheil droht, wird das Wunderbild in feierlicher Prozession durch bie Straßen getragen, um durch bie ihm innewohnenden Kräfte jenes abzuwenden, So geschah es zum ersten Male bereits im Jahre 690 unb dann öfter. Heute.am Christ- tage war bas wunberthätige Bilb von seiner Umhüllung befreit, unb zahllose Gläubige knieten vor ihm unb hefteten in stummer Andacht ihre Blicke unverwandt auf bie geschwärzte Fläche, auf ber mein spähendes Auge nur aus ganz ungewissen, verwischten Umrissen zu unter» scheiben vermochte, was hier eigentlich'bargestellt werben sollte..... Unb immer reger, immer mannigfaltiger, immer lauter würbe bas Treiben um uns her unb verschlang die murmelnden Worte des an einem der zahlreichen Altäre amtierenden Priesters. Ein rastloses Kommen und Gehen, ein Grüßen und Händeschütteln, ein Neigen und Beugen! Und welch prächtige Volkstypen gewahrte das Auge hier! Einige dieser malerischen Gestalten, den spitzen Hut schräg auf dem krausen schwarzen Haar, den braunen, am Rande ausgefranzten Filzmantel mit keckem Wurfe um bie Schulter geschlagen, forderten geradezu bie Kunst des Zeichners heraus, wie benn gerabe bei solchen Anlässen Künstlern bie prächtigsten Mobelle ungesücht in bett Weg laufen. So mochten sicher weit über zweitausenb Menschen in der Kirche zugegen fein; gleichwohl blieb noch immer genügend Raum zum Promenieren übrig. Plötzlich ein andachtsvolles Schweigen, ein leises, nachdrückliches Zurückstauen der Menschenfluten: die Prozession nahte in feierlichem Züge, in der Mitte der Erzbischof, in ein ungemein reiches Ornat gehüllt, die höhe Mitra mit Perlen und Juwelen, Stola und Pallium mit erhabener echter Goldstickerei bedeckt. Die ihm zur Seite gehenden Prälaten hielten die Zipfel des schweren Mantels, ein kleiner Knabe trug die Schleppe. Die nun beginnende Messe vermochte uns kein sonderliches Interesse einzuflößen, und 'Chorgesang unb Orgelbegleitung waren höchst mäßig. Kein Wunder, da alles hier auf etwas ganz anderes Angeschnitten ist! Nach einiger Zeit, als bie Prozession längst an uns vorübergeschritten war, ein erneutes Drängen unb Schieben, Flüstern unb Köpfeheben. Eben kehrte ber Zug aus ber Taufkapelle zurück, aber viel zahlreicher unb glänzender als zuvor. Den Mittelpunkt aber, der wie ein Magnet unwillkürlich aller Blicke auf sich zog, bildete diesmal ein . goldgestickter Baldachin, dessen Stangen Geistliche im Ornat hielten, und unter dem auf einer mäßig großen Tragbahre ein . großes, massiv silbernes Gefäß, das reich verziert war, ruhte. „La fanta! eulla!" so flüsterte es andachtsvoll rings um uns her, unb 'unwillkürlich- sank alles im Kreise in bie Knies' unb stimmte betend 'in die Lobgesänge ein. Das ist sie also, die heilige Wiege, und zugleich war uns das' Rätsel der merkwürdigen Form des Gegenstandes gelöst, 'der weder Kasten, noch Vase, noch Schale, noch Terrine schien. Auf einige Fragen ersuhren wir, daß die fanta eulla d. h. heilige Wiege — fünf Brettchen aus der angeblichen Krippe Christi in sich! berge, die in ber Kapelle bei presepio aufbewahrt unb nur am Weihnachtsmorgen in ihrer silbernen Umhüllung bem gläubigen Volke gezeigt würden. °Die silberne Wiege, b. h. eben bie uns sichtbare Umhüllung ber 'kostbaren Reliquie sei, so versicherte man uns weiter, von unermeßlichem Werte. Die Prozession zog durch die ganze Kirche, und ihr Weg wurde 'durchs "die beweglichen Menschenmauern bezeichnet, die vor den nahenden "fünf Holz» brettchen andachtsvoll In den Staub sanken..... Zwei Stunden waren vergangen, als wir wieder an "die frische Lüft, in den 'Hellen Tag hinaustraten. Ohrenbetäubender Lärm, eine weihraucherfüllte Atmosphäre lag hinter uns, und gierig sog die Brust die er- — ^39 — Übrigens sind nicht allein während dieses schönsten ! £r Se,Xe imfeEe ffeinen Leute solchen Gefahren für ihr ^^brgehen ausgesetzt. Ich erwähnte schon, daß Fisch und Gebratenes hauptsächlich zu Weihnachten auf den T/ch zu kommen pflegen. Es giebt Familien, die meinen, es gebe für sie gar kern Fest, wenn nicht der übliche Brerkarpfen fernen lieblichen Dampf ihre Geruchsnerven laßt; andere wiederum müssen unter allen Umstanden einen Wildbraten auf der Schüssel sehen. Wild B"ö.frisch, Fische lassen diese gute Eigen- chaft leider auch öfter, als es ratsam ist, vermissen. Z^ndre SÄ?" Ä nW ganz frischen Fisch oder ein Stuck Wild für Kochtopf oder Bratpfanne zurichtet so achte sre darauf, daß sie nicht einen kleinen Dautrik' eme wrnzige Abschürfung an Hand oder Finger aufwK a Blutvergiftung zuziehen mit allen Mrßlrchkerten, die jene rm Gefolge hat. Die wunden ^tencen aIJ° sehr gilt zu verkleben; fühlt man nach beendeter Arbeit an Hand oder Finger ein starkes Brennen oden auch! nur ein Hucken, so ist die Wunde sofort aus- zu spulen und die vielleicht unbedeutende Blutung durch -,t”,e,n in der Umgebung der verletzten Stelle stattzufinden hat zu verstärken. Mindestens zehn Minuten soll der Strahl der Wasserleitung auf die Wunde strömen uud^drese dann miteinem Stück englischen Pflasters qe- schlossen werden. Die ganze Weihnachtsfreude geht oft-- mals durch) euren kaum bemerkbaren Riß, den die Haut erlitten in Scherben. Welches Fest, wenn die Hausfrau selber das Bett chuten muß oder gar ernstliche in Bezug auf die Gesundheit gefährdet ist! Beginnt übrigens die Stelle nach einiger Zeit heftiger zu schmerzen ,nd nimmt LW m'USÄ- I Wtz ,8*" d-mg-m-ß für die «esundh-it in «*. feil kl-ibele. UtEet allem aber SsEle Sl[ I 1 br™*6” "* ”'tet a«toUte« 61, werden! rllrte8/«^eJtta9^ U1|b ui feierlichen Akkorden luden zahl- I FenP, bei ben Spielwaren solche Vergiftungs- lose Glocken die Gläubigen zur Andacht. In den Gärten I 5^?^ oftmals überaus nahe liegt, dann verdichtet sich Esquilin blühten Rosen und Kamellien und I biele ,urn bin sehr Wesentliches bei den Leckereien dunkle Pinien und Lorbeerbäume zeichneten ihre maler- I Süßigkeiten, die doch. direkt für den Genuß be- ischeii Gestalten im blauen Aeiher; einzelne Orangen- I ^nb" existiert zwar die gesetzliche Vorschrift, Saume, klein und Unansehnlich von Wnchü, beugten sich I bttf3 F®nblorto(¥en jeglicher Art nur mit den durchaus unter der Last ihrer goldenen 'Früchte.? Und riß er all I Saftfarben bemalt sein sollen. Allein es der irdischen Pracht ein lichtblauer Himmel, so klar ko I &iebL lerderuoch immer gewissenlose Leute, die diese rein wie an einem duftigen Maiemnorqen daheim in der I mcht beachten oder wenigstens umgehen. Gerade deutsch^en Heimat .... Wie aber kam es, daß 'selbst hier I b^ weihnachtliche Gesundheitschxonik weiß von Fällen zu iNi Mittelpunkte des von uns ost so heiß ersehnten I iü0 Wi blühende Kinder durch den Genuß von sonnigen Landes, „wo die Citronen bliihn", im glänzenden I ^mbar ganz korrekt hergestellten Pfefferkuchen gefähr- Zentrurn römisch-katholischer Gottesverehrung mit all I Erkrankungen zuzogen. Es traten offenkundige ihrem die Sinne gefangennehmenden 'Gepränge unsere I ^ÄE"i^^^^nungen zu Tage, und eine gründliche Gedanken „lenseits der Berge" weilten^ Weil all dieser I ^msiche Untersuchung that schließlich dar, daß die schmucken mmere Prunk, dieser Glanz und Schein unsere Kerzen I Soldkchrmmernden Verzierungen, die das Gebäck schmückten, kalt ließ weil uns das fehlte, was das liebe kraute I bEi chromsaures Blei zu stände gekommen waren. Da ist Weihnachtsfest erst zu dem macht, was es jedem deutschen I W'Mu Wunder, wenn die junge Menschen- Herzen ist und fein soll: das Fest 'innigen, herzlichen I r tWvfy das Köpfchen hangen läßt und allmählich Familienverkehrs, das hohe Fest der Liebe. Und so Riten I ! E uns aus dem toten Glanz und der kalten Pracht | . m den Mund Nehmen der Spielsachen, die der Weihnachtsfeier in der „ewigen Stadt" nach dem I bO meistens aus Metall hergestellt sind, fördert ferner Frost uno Schnee des deutschen Vaterlandes näch seinem I allerhand Grünspanvergiftungen zu Tage. Hier muß sofort ^anuendufte und Kerzenscheine, nach dem 'süßen Klange I mll einem sicher wirkenden Gegenmittel eingeschritten wer- seiner trauten Weihnachtslieder. I den. Solche sind: Eiweiß, gebrannte Magnesia Zucker __________ I chll oder.ohne Wasser, Honig, Milch, schleimige Getränke, I bch' Mischung von vier ein halb Teilen pulverisierten Gesunde ^eiertaae | 8gewaschenen Schwefels.. Die erste Wink-. «j L m oklkrtWk, I Hilfe bei all' solchen Vergiftungen besteht jedoch. darin, Winke und Ratschlage von Silvester Frey. I daß man dem kleinen Patienten ein Brechmittel zuführt Nachdruck verboten I qrc geflissentlich jedweden Schlaf von ihm fern hält. -f-“»*?«*•»-«wd°s SSW®MLS ~ ?ber wo kann dieser eme Stätte haben, wenn I nominellen Verdauunqsorgane Bebürfen n inrf . 1 »eil gar n» genug wider die testen gehülel ,-nde„ sei,! sLe AZ Unsere Industrie gehl Dank der Aufmerksamkeil der I Tisch vorwiegend, nm^ievraiennn beslelle^f — Behörden, bte ununterbrochen rege bleibt, bei der Her- I eine Lösung von Liebigs trefflichem Fleisch-Extrakt ersetzen swllung der Spielsachen gewiß durchaus vorsorglich zu I möge! " ’ ^rrait ersetzen Werke. Aber darum ist doch die Thatsache nicht aus der Welt zu schaffen, daß nicht selten mehr oder weniger gesundheitschädliche Stoffe und Materialien bei der Fabrikation all' der schmucken und niedlichen Gegenstände, die das Entzücken der kleinen Leute ausmachen, zur Verwendung kommen. Wenn so ein Kerlchen auch den Ohm Kruger von Gummi, den ihm der Weihnachtsmann beschert hat, noch so gern hat: schjließlich beißt er doch! einmal fytnein ober saugt nach! Kinberart an irgenb einem Körperteil des so populären Mannes. Nun enthält Gummi, wie er bei solchen Spielsachen verwendet wird, immerhin eine bestimmte Schwefelmenge; aber diese ist glücklicherweise so winzig, daß dadurch kein Schade für die Ge- juudheit selbst ganz junger Individuen erstehen kann. Dagegen erweisen sich, andere Substanzen, die in beit Spielwaren enthalten sinb, als burchans schäblich. Ich will nur an ein gar sehr beliebtes Spielzeug, bas Kochgeschirr für kleine Mäbchen, erinnern. Wie schmuck nimmt es sich, in seiner blütenweißen Emailglasur aus! Aber all' biefe Glasuren — übrigens ein Erzeugnis ursprüng- 'ch französischer Herkunft sind mehr ober minder ein Gemisch aus Kieselsäure, Borsäure, Thonerbe unb Alkalien, dem man speziell noch. Zinnoxyd zusetzt. Das blendende Weiß seinerseits wird bei gewissenloser Herstellung mittelst eines Zusatzes von arsensanrem Blei'er- ! ätett. Es bxaucht aber nur eine sehr stark verdünnte Säure I mit solcher Glasur in Berührung zu kommen, und die Gefahr der Vergiftung ist sofort vorhanden. Die kleinen Mädchen essen -bekanntlich all' die oft recht wenig einladenden Leckerbissen, die sie eigentlich für ihre Puppen zubereiten, nachher mit dem größten Appetit selber. I - 740 — Die V Preisrätsel.*) Nachdruck verboten. Weihnachts-Königszug. Silben sind so zn verbinden, daß man von einem Feld ans ein beliebiges Nachbarfeld geht. *) Lösungen sind mit Aufschrift: „Preisrätsel.Lösung" versehen innerhalb acht Tagen an die Redaktion der „Gießener Familienblättee" einzusenden. Redaktion: ®. Burkhardt. - Druck und Verlag der Brühl'schen UniverfitätS-Buch- und Steindruckerei (Pietsch Srben) in Gieße». Honigglühweitt. Französisches Rezept. Man nimmt, wie der „Praktische Wegweiser", Wurzburg, schreibt, 750 Teile Weiß- oder Rotwein, 100 Teile fernen reinen Bienenhonig, 3 Teile Zimmtrinde, 3 Teile CUrone, kocht die Mischling bis zürn Sieden und trrnkt recht Hertz. Bei kaltem Wetter gegen Erkältungen sehr zu empfehlen. D. ihre Umgebung eine intensivere Rötung an, so soll dre I Hand, damit sie gleichpräßig hochgehalten sei, in erne I Bindei lgelegt und möglichst ruhig belassen werden. Um- I -schlage mit kaltem Wasser pflegen die ersehnte Linderung zu verschaffen; allein das Sicherste bleibt immer, thun- J lichst schnell einen Arzt zu Rate zu ziehen. Daß unsere kleinen Leute zu Weihnachten ganz besonders Erkältungsgefahren ausgesetzt sind, hegt aus der Hand. Hier hat ein Kerlchen einen Schlitten vom Knecht i Ruprecht bekommen und tummelt sich nun länger rm I Freien, als ihm dienlich. Erkältungskrankheiten, wohl | gar erfrorene Gliedmaßen, bilden notgedrungen dre Folge. I Oder man stolziert trotz der Winterkälte in der äugen- I blicklichj bei den zukünftigen Vaterlandsverteidigern so beliebt gewordenen Miniatur-Tropenuniform einher, ohne I zu erwägen, daß sie zwar ganz schmuck aussehen mag, | aber dem kleinen Körper doch nicht hinreichenden Schutz wider die Unbilden der Witterung gewährt. Dre Aerzte pflegen darum auch gerade zur Weihnachtszeit oder I wenigstens kurz darauf ein sehr großes Feld für ihre Thätigkeit zu haben. Fragt man aber, was rm Grunde, toeitn auch indirekt, die Ursache zu all' diesen Erkrankungen geboten, so erschallt wohl oder übel gleichmäßig dte Antwort: die Spielsachen - die so sehr ersehnten, heiß begehrten, die allerliebsten, schmucken, aber darum doch so leidigen Spielsachen! „ ,, ,, I Es ist ferner eine Thatsäche, daß zu Weihnachten mehr und mehrerlei gegessen zu werden "Pflegt als an I jedem anderen Feste. Man darf wohl sagen: in manchen > Familien herrscht eine förmliche Bölleret. Vor allem aber | mutet man dem Magen ein Neben- und Durcheinander I von Speisen zu, 'denen er in den seltensten Fällen ge- I wachsen ist. Kuchen ist an sich fast immer schwer zu I verdauen. Dazu kommen nun noch Nüsse, die geradezu I tote Blei im Magen liegen, und Süßigkeiten, tote Mar- 1 zipan, die unserer Verdauungsthätigkeit auch ziemlich schwere Aufgaben stellen. Neuerdings hat stch noch die Sitte hinzugesellt, die Zähl der Weihnachtsgeschenke durch die sogenannten Frühstückskördchen zu vermehren. Und es läßt sich nicht leugnen: sie sind oftmals so geschmackvoll zusammengestellt, daß eitern schon bei ihrem Anblick das Wasser im Munde zusammenläuft. Schade nur, daß alle diese Herrlichkeiten meistens recht schwer zu verdauen sind. Nachdem der Kaviar den Appetit angereizt hat, greifen wir zu der den Gaumen förmlich berückenden Ganseleber- | pastete. Sie schmeckt wunderbar, erheischt aber, um voll gewürdigt zu sein, als Nachfolger ein Gläschen des echten Benedikttnerlikörs, der gleichfalls eine Zterde des Fruh- stückskörbchens bildet. Daraus kosten wir vom Kronenhummer, mit dem wir wiederum dem Magen etne recht tüchtige Nuß zu knacken geben, und dann folgt der Truffel- salat, köstlich freilich, eine Götterspeise, aber nach allem, was vorangegangen, wahrer Ballast für dre Verdauung^- orqane. Kurzum: wir müssen von allem kosten, zumal wenn der Spender dieser Herrlichkeit zugegen rst, damit wrr ihm wenigstens sofort sagen können, tote gut sie unv mundet. Und 'doch! würde ein Straußenmagen dazu gehören, um diese Speisen regelrecht zu verdauen! Der normale Mensch vermag es nur tn seltenen Fallen. Man braucht nicht gerade danach krank zu werden, aber gesund ist man auch nicht. Schon der verstimmte Magen wirkt ansteckend aüf den gesamten übrigen Menschen. Also trachte jeder, daß 'solche Mtßltchketten thunltchst fern bleiben. Dann nur "ist es mögltch, daß dieser metn -Wunsch, den ich allen Lesern hiermit zurufe, wirklich in Erfüllung gehe: „Gesunde Feiertage!" V-pinischtes. Drei Eentner Preisrätsel-Auflösungen: Unter biejem Stichwort geht uns nachstehende Mitteilung zu, w elch e w ohl manchen aus unserem Leserkreise direkt angeht. Hassen wtr, daß kemer derselben „Stiefelknecht" ober bergt geraten hat. Der Abreißkalenber für Pflanzenliebhaber von bem bekannten „Blumenschmibt" in Ersnrt enthielt am 11. November folgenbes Weihnachts-Preisrätsel: (3-silbtg.) Die beiben ersten sagen btr, Was jedermann erfreut im Leben, Die britte nennt btr einen Mann, Der harter Arbeit stch ergeben. Das Ganze ist gar wohlbekannt In Stabt uttb Dorf, im ganzen Laub. Jebem Einsenber ber richtigen Lösung „Blumenschmibt" war em Preis zugesagt uttb sollten biejenigen, bie die Lösung in kurzer hübscher Ge- bichtsorm einschickten, einen besoubers schönen Preis erhalten. Es finb nun bis znm 5. Dezember, bem vorgeschrtebenen «chlnß- termin, bei „Blumenschmibt" 15653 Auflösungen tingegangen, wovon bie meisten in Berssorm abgefaßt waren. Alle Stäube unb alle Klaßen der Bevölkertmg haben sich au's Dichten gemacht unb ist es eine wahre Freube, btefe gemütvolle, finnige unb hübsche Hanspoesie zu fhtbieren. Ca 1000 Auflösungen waren falsch, bavon lauteten bie meisten auf Stiefelknecht, anbere auf Musikant, Weihnachtsmann, Vogelbauer, Ehemann, Pserbeknecht rc. Littevavisches. „Der Stein der Weisen". Das soeben zur Ausgabe gelangte 12. Hestbieser weitverbreiteten Runbschaupopulär-wissenschaftücher Richtung enthalt bie nachbenauuten Aufsätze: Ein mythischer Schatten Kommentar zur Argonautensage), bie Tiefseeforschung unb ihre Hilfsmittel (zweiter Teil mit 13 Abbilbnngen), bas Relief ber Erbe, photographische Aufnahmen vom Ballon aus (3.Ansichten von Wien aus ber Vogelperspeetive), bie Elektromotorischen Einrichtungen in hüttentechnischen Großbetrieben (4 Abbilbnngen), Sa mm te unb Plüsche (7 Abbilbnngen), die Hektograph en. Ferner kleinere Aufsätze über Physik, Technik, Forst-unb ^"bwutschaft, i Verkehrswesen, Pserbekunbe, Tierlebeu u. -s. w. Den Umschlag bes I reichhaltigen Hestes schmückt bas Bilbnis bes Herzogs der Abbruzzen, bes königlichen Norbpolfahrers", bem auch ein biograp,scher Text bei- qegeben ist. „Der Stein ber Weisen" (A. Hartleben's Verlag, Wien) sei unseren Lesern wieberholk bestens empfohlen, ba er als bas einzige in bentfcher Sprache erfcheinenbe volkstümlich wissenschaftliche Organ feiner Aufgabe nach jeher Richtung gerecht wirb. Probehefte stnb m jeher Buchhanblung erhältlich. ber nachts z-n ba len ge glo weih senkt ter Hel bamns glaub ah den le sich frie christ nung wie faßt's fr am fee ben bes sie fühlt nung bie rne bei in ein tönt sich mah gen bie unb wie grüß auf ta licht gen her ans km ber tra ge zen