1900» iklilffl' nfW* iMckM 8 ia hören, was der König antwortete, als ich Sie zn meinem; Adjutanten vorschlug? „Sollen ihn meinetwegen haben, den Plothow", sagte er, „steckt was tüchtiges in dem jungen Menschen: weiß mehr als viele alte Offiziers und kann eine Fortune machten in dieser Kampagne/' Das. waren eine eigenen Worte. Sie dürfen schon ein wenig stolz, darauf sein, junger Freund!" Daß er in Wahrheit stolz darauf war, konnte man ihm wohl vom Gesicht ablesen. Seine Erwiderung ab er war schlicht und bescheiden: „Ich werde meines Königs, gute Meinung zu rechtfertigen wisfen, so Mel es in meinen Kräften steht. Wollte Gott, Herr Generals es ginge heute noch, gegen den Feind." „Werden ihn bald genug zu Gesicht bekommen, wie ich hoffe. Nun aber bringen Sie meinetwegen Ihre Lefr tion zu Ende. In einer halben Stunde können Sie sich dann bei mir melden." Er streichelte s einem Töchterchen, das merkwürdig still geworden war und mit niedergeschlagenen Augen dastand, zärtlich die heiße Wange und verließ das Zimmer. dem sich die Thür hinter ihm geschlossen hatte, gab es zwischen den Zurückgebliebenen em kleines bedrucktes Schweigen, wie wenn keines von ihnen sogleich das rechte Wort finden könnte für das, was in ihren Herzen ^^Merklich beklommen sagte endlich der junge Offizier: „Unsere Geschichtsstudien haben schneller em Ende erreicht, als wir's erwarteten, Fraulein von Marschall. Wer weiß, ob wir sie jemals von neuem werden aufnehmen können, «he ^ch immer zu Boden, wahrend ihre schlanken Finger mechanisch mit den Blumen spielten die sie so lange als einen anmutigen Schmuck am Brustaus- schuitt ihres Kleides getragen. „Meinen Sie denn, daß dieser Krieg so lange wahren wird v" fragte fie leise. ' ,, Wer könnte das Voraussagen! Aber wenn das halbe Europa gegen uns in Waffen steht, wird es unfern König wohl Zeit und Arbeit genug kosten, mit chl seinen Feinden fertig zu werden. Kommen wir über Jahr und Tag zurück, denkt das gnädige Fraulem viellmcht schon längst nicht mehr daran, sich, mit so trockenen Dingen zu Jlnb Sie empfinden natürlich nichts als Freud« darüber, daß es sich so gewendet hat. , „Nichts als jubelnde Freude — ja, so wahr ich lebe. Verdiente ich denn noch den Namen eines Soldaten, wenn es anders wäre, Fräulein Elisabeth? . ■ Nach einem tiefen Atemzuge versetzte sie: ,,Freilich^ (wie denken ebenso wenig wie mem Vater an uns arme Frauenzimmer, die wir daheim sitzen bleiben und uns in Sorgen und Bangen verzehren müssen. Sobald es nur gilt. Kein Irren schweift von grabet Bahn, Das nicht der Menschheit wiederkehrte. Kein Weg, den nicht durch schönen Wahn Die Jugend immer neu begehrte. Otto Roquette. (Nachdruck verboten.) Geächtet. Roman voü Lothar Brenkendorf. (Fortsetzung.) Mit blitzenden Augen hatte der junge Offizier den begeisterten Worten seines hohen Vorgesetzten gelauscht. Nun war er außer stände, seine Erregung langer zu be- ^„Herr General, halten zu Gnaden der Krieg ist OlfO ,/S? g9S?aI§ Maria Theresia sich nicht dazu verstehen wird, ihre Unterschrift auf den geheimen Verträgen zu leugnen, deren Kopien wir allesamt besitzen. Unser Gesandter in Wien hat den Auftrag, eine Erklärung von ihr zu verlangen, die sie nimmermehr geben taun. Jetzt Mag (der fchsaue Fuch^ Kaunitz, sich drehen Mdwenden, wie er will, uin ein unzweideutiges I« oder Nein bomm er nicht mehr herum. Und weck wir die Antwort im voraus kennen, haben wir uns darnach auch iw voraus resolviert. Morgen wird das Königs Ordre an seine Truppen zum Einmarsch in Sachsen ergehen. „Vivat Fridericus, unser heldenmütiger Königs rief der Leutnant von Plothow tn überströmender Herzensfreude. Und der General Nickte ihm lächelnd zu. „Gute Zeitung, gelt, meiii Herr Leutnant 28uW wohl, daß Sie Ihre Freude daranhabenwurden. tUid hoffe es ist Ihnen auch nicht zuwider, daß Majestät Sie aus unterthänigsten Vorschlag bis auf weiteres zu meinem Adjutanten designiert haben. Soll Ihnen da, wie M denke, an Occasion zu ruhmvoller Auszeichnung nicht den Augen des jungen Offiziers leuchtete es noch Heller auf Der Herr General machen mich heute zum ALlichsÄn Menschen. Wie soll ich Ihnen jemals nach Gebühr für alle die Güte danken, die Sie nur bereite '^Freundlich reichte der alte Soldat .seinem jungen Kameraden die Hand. „Sie wissen, daß ich ww f die Zukunft was von Ihnen verspreche, ^utnant von Plothow. Und - unter uns gesagt - nicht ich allem! Wollen Sie *- 4iu Nadel, Schere und Fingerhut allzuschwer/ Ruhm und Ehre zu gewinnen, habt Ihr alles andere rasch vergessen." „Ziehen wir denn nur um Ruhm und Ehre in diesen Krieg? Sie haben es eben gehört, Fräulein von Mar- sd) all: wenn der König nicht jetzt angreift, so fallen Vielleicht schon in wenig Monaten, nachdem ihre Rüstungen beendet sind, seine Feinde in zehnfacher Stärke über ihn her. Wehe dann unserm armen Preußtznlande und wehe all den Schwachen und Wehrlosen, denen es die Natur nun einmal versagt hat, in einem ritterlichen Tod Rettung vor Schmach und Erniedrigung zu suchen! Weil wir unsere geliebte Heimat beschirmen, weil wir unsere Mütter und Schwestern vor einem entsetzlichen Schicksal bewahren wollen, ziehen wir im Vertrauen auf den Sieg der gerechten Sache voll freudigen Mutes das Schwert. Heißt das die Daheimbleibenden vergessen, wenn wir für sie kämpfen und bluten?" Seine begeisterte, feurige Sprache zwang sie fast gegen ihren Willen, die Augen zu erheben. Jetzt erst sah der junge Offizier, daß in ihnen die Hellen Thränen glänzten. verzeihen Uon &er8en' mir das abscheuliche Wort zu „Als wenn es dessen noch bedürfte! Ich kann es ja machen" Esprechen, wie glückliche mich Ihre Thränen Sie ließ das Taschentuch sinken und faB mit verschleiertem Blick in rührender Schüchternheit zu ihm auf »Sie sind mir also wirklich nicht mehr böse, Herr von Plothow? Sie werden es mir nicht nachtragend" „Ich müßte wirklich der undankbarste Kerl unter der Sonne sein, wenn ich das fertig brächte. Nein, Fräulein Elisabeth, jetzt weiß ich mir doch noch besseres zu wünschen, als einen ehrlichen Reitertod — jetzt —" Da begann die Uhr auf dem Kaminsims zu schlagen und es war, als ob der feine Klang den jungen Offizier plötzlich an eine vergessene Pflicht erinnert hätte. Er erhob das von freudiger Erregung gerötete Antlitz, sein Blick flog in dem prächtigen Gemache umhtzr, und mit tiefem Aufatmen trat er um einen Schritt von dem jungen Mäd- chen zurück. r, "Mein General erwartet mich, Fräulein von Marschall!" sagte er in verändertem Ton, darin doch merklich die mühsam verhaltene Bewegung gitterte. „Wir haben unsere Lektion nicht zu Ende gebracht; aber wenn ich in diesem Feldzuge mein Glück mache, dann — nicht wahr? — dann werden Sie mir's nicht verbieten, daß ich da wieder anfange, wo wir heute aufhören mußten?" Elisabeth war von dem jähen Wechsel in seinem Benehmen sichtlich betroffen, und nur dunkel schien ihr die Ahnung auszudämmern, daß ein tieferer Sinn in seiner Rede verborgen sein könnte. Ihre Beklommenheit machte es ihr unmöglich sogleich das rechte Wort der Erwiderung zu finden, und in holdseliger Verwirrung wußte sie nichts anderes zu sagen als ein leises „Ja". . Wie er dann aber, mit militärischem Gehorsam des erhaltenen Befehls eingedenk, nach ritterlicher Verbeugung der Thür zuschritt, wendete sie sich ihm noch einmal zu und reichte ihm, bis in die Stirn hinauf erglühend, den kleinen Blumenstrauß von ihrem Kleide. „Nein, Herr von Plothow, und es war wohl recht thöricht, was ich da soeben sagte. Aber meine arme Mutter hat mir oft erzählt, wie viel Herzeleid sie während der schlesischen Feldzüge erduldet, wenn zuweilen! wochenlang keine Nachricht vom Vater kam. Und wie jung ich auch damals war, erinnere ich mich doch deutlich des traurigen Tages, da wir die Kunde von seiner schweren Verwundung erhielten. Ich sah ihre Thränen fließen,' während sie mich lehrte, für seine Genesung zu beten. Und ich bin gewiß, daß sie viel länger auf Erden geweilt hätte, wenn ihre Gesundheit nicht durch, jene Aufregungen und Kümmernisse untergraben worden wäre. Damals habe ich gelernt, den Krieg zu hassen. Sollte ich ihn jetzt lieben, da ich an mir selbst erfahren werde, was ich! einst meine geliebte Mutter leiden sah?" „Wohl kann Ihnen den Schmerz der kurzen Trennung niemand ersparen, Fräulein Elisabeth, doch als ein rechtes Soldatenkind werden Sie ihn tapfer überwinden. *?äre vermessen, wenn ich! mich Ihnen für die glück- I „Legen Sie' eine von diesen Rosen' in Ihr Taschen- liche Heimkehr Ihres Herrn Vaters verbürgen wollte; denn I buch, Herr von Plothow! Sie sollen Sie daran erinnern “P r?t.£e”en allein in Gottes Hand. Das aber kann | daß Sie mir versprochen haben, meinen Vater zu be- ich ^hnen versprechen, daß mein Arm ihn beschützen soll, I schützen, und daran, daß Sie selbst die Gefahr nicht mut- wo immer es mir vergönnt ist, an seiner Seite zu fechten. I willig aufsuchen dürfen, weil —weil es hier in der Heimat Nicht zum zweiten Male soll ihn ein feindlicher Säbelhieb I doch jemand giebt, der um Ihr Leben zittert" eiaenen Leibe lu^AKraft genug habe, ihn mit meinem Er nahm die Blumen und drückte sie an seine Lippen. ° JÄFÄ em -der ich WM W. Herzen hoffen, daß es solcher Aufopferung nicht bedarf. „Nnntrageich j nen WntZ'l m LZ w Es wäre mir ein schrecklicher Gedanke, meinen Vater um mich beschirmt" Talisman auf dem Herzen, der "fÄÄTMSOTi w. «Ä-'Ä W-K W "** in be" "NN*» „er- Soldatentod. Und wenn es mir beschteden ist, in dieser I iKortseknna fnlnt ’i Kampagne zu bleiben, wird darum hier in der Heimat • (Fortsetzung folgt.) kerne Zähre fließen. Ich habe weder Eltern noch Geschwister, und ich lasse keinen zurück, dem's sonderlich zu Herzen ginge, wenn ich eines Tages unter den Gefallenen wäre. Da stirbt sich's, wie ich denke, nicht Da stirbt sich's, wie ich! denke, nicht I Von Rudolf Kars. __ ,I Nachdruck verboten. Es schien, als ob ste ihm etwas entgegnen wollte, I So unbedeutend auch jeder von diesen drei Geqen- aber noch ehe sie das erste Wort gesprochen, brachen ihre I ständen im einzelnen ist, so wichtig sind sie doch, insgesamt, Thränen unaufhaltsam hervor, und sie wendete sich \ als die unentbehrlichen Nähreauisiten unserer verehrten hastig üb, das Spitzentuchlein an die Augen gepreßt. I Leserinnen. Auch, sie haben ihre Geschichte. Die Nadel ist Bestürzt trat der Leutnant aus ste zu und neigte sich zu I uralt. Die ältesten Nadeln waren jedenfalls aus Knochen ihr herab. I gefertigt und noch bis in die spätere Zeit hinein qebräuch? tt „ tchl?n, was ist ^hnen? Wenn ich etwas lich, wie dies in den Höhlen der fränkischen Schweiz crn^ schotes gesagt habe — Doch ste schüttelte energisch I gefundene Nadeln zeigen, deren Form noch nach Jahr- das Köpfchen. | tausenden Geltung hatte. Ob man gleich zu Anfang an < _ 'Mem nein! Aber es thut mir so weh, daß Sie - ein Oehr gedacht hat, steht dahin. Viele jener Nadeln zeigen daß Sw glauben können, es wurde hier niemand um I nur am oberen stärkeren Ende eine Einkerbung, vielleicht Lie weinen. 3 I um das Abgleiten des umgelegten Fadens zu verhindern; beiiio pr11 bven noch I aber man hat auch Nadeln mit einem und zwei Oehren It-in rch Sie recht, Frau- I am oberen Ende gefunden, sowie eine, bei welcher das Oehr trauernd An “S- “’S Emen Tod be- in der Mitte liegt. Die Kulturgeschichte giebt uns keine tooIIten Ste mu: doch Auskunft darüber, wann die erste Nähnadel aus Eisen ent- sogar^hre Achtung versagen standen ist. Aber als man anfing, Metalle zu verarbeiten, " ’ a dumm und kindisch , schluchzte ste. I ließ auch die bronzene Nähnadel nicht auf sich warhen. - 41 i - ßWZMLM ISGWLP----- bearbeiteten Stoffe gewesen sein müssen b * I m 5. Dre Schere ist übrigens gewiß ebenso uralt wie die ist ÄS‘ L Ä?L SW» Nst WÄ mit hpr 95prhnfran zwar hat sichl vornehmlich! Nürnberg I mit dem die Sendbbotinnen der Unterwelt den hebens» mheimnstesbew^tMi'r Fabrikations- | faden der Sterblichen abschnitten, mit Unserer heutigen daß bereits im Eabr? 1 Hellen, I Schere im wesentlichen identisch war. Wann dieser kleine, kamen. h 0 Nadelerzeuger daselbst vor- I uns so alltägliche Apparat ins Leben trat, wissen wir nicht; Auckii in Alt-Mien muß hi« , I "^br es kann nicht geleugnet werden, daß die Erfindung gewesen sein hpmThil mNadelerzeugung bekannt I der Schere em „Werk des menschlichen Scharfsinnes" dar- zirke lüeß einst b"unter den P^wÄ^gasse rm ersten Be- I stellte. Zwei zugeschliffene Metallstreifen vermittels einer wndie,- Nadlern , Werl die Gilde der I Schraube tn eine solche Stellung zu einander zu brinaen Gewerbe Äsübt?"?m^ab^ S ’S?8 I fie “on bem Gesetze der Hebelwirkung beherrscht wer- st“ ^"hre 1406 finden wir auch! tn I den, und sie zugleich mit solchen Handhaben zu versetzen q < frne angesehene festge- I welche es der menschlichen Hand gestatten, dieses Werkzeug nocb^ mit aroüen 0&T sbamnt§ I nach Belieben zu dirigieren, das war eine sinnreiche Kon- SKÄS&ÄÄ“' und der UN- I struktion, welche die Welt um ein ihr seither unentbehrlich Sn nÄ!S bedtente sich noch immer der Fisch- I gewordenes Arbeitswerkzeug bereicherte. hinten ber ulten f)bIjetnen ©netter. 0U§ tveldiicn einen I -x, "V- 2 c-r cvr , besonderen Zierrat zu machen, alle Bemühungen der Kunst I erste Vorkommen des Fingerhutes vergeblich waren. Nadeln waren in jenen Zeiten ein teurer I N^tgt die Geschichte. In einem Wörterbuche der heiligen Gegenstand des Luxus, und häu ig schenkte man sie nL I §tI?e0Orb “uS bem 12i Jahrhundert wird der „vingerhuth" selber, sondern das Geld dafür, ein Gebrauch der bei den I neunhundert alltäglich zu gebrauchenden Dingen er- Frauen von Stand allmählich so zur Notwendigkeit wurde I J*aS Darmstadter Museum bewahrt einen kürzen, daß man unter dem „Nadelgeld" eine unumgängliche Aus- I h Fmgerhut auf, der in Bronze gegossen ist und aus gäbe verstand; der Name hat sich bis auf unsere Tage I rcm 11 Jahrhundert stammt, ^n Nürnberg bildeten die erhalten, das Verhältnis aber hat sich umgekehrt denn die I ^•ä1-U9err, ^I^^^hute seit 1534 eme eigene Zunft. Nadeln sind immer wohlfeiler, Has Nadelgeld dageaen I altehrwürdige Hauptsch mittelalterlichen Kunst- und immer größer geworden 0 9 9 1 Handwerks gießt auch! heute noch in seinem hochberühmten Non ^Pi.ffArnnh m.a r- ~ I germanischen Museum Kunde von der Beschaffenheit frü» tofen biehVTbe V « I ^rer Fingerhüte. Einer stammt aus dem Jahre 1595. Er Havritatlon der Nadeln, aber der Haupcmarkt I ist tu der Form unseren beutiaen ^inaertzüten fpfir nftrrHriFf &m^l>iese betben Natwnen blieb auch noch in der Folgezeit I unter den Löchern aber ist er mit Bildern, Wappen Adlern' P ^^„Deutschland. Wie sehr sich der deutsche Nähnadelabsatz I Linien und einer Inschrift geziert Daselbst wird ein kunst- uu Auslande zu einer Massenausfuhr entwickelt hat, geht voller WeinbeckM^^gezegst der die G ta t eine^ daraus hervor daß in den acht Jahren 1880-1887 5185 300 I Fingerhutes hat. Aus dem Deckel steht eine ritterlicke SS beUtA^ab^n- (einschließlich Sticknadeln, I Gestalt, die in der Rechten eine große Schere in der Lin§n Stopfnadeln und Nahmaschitnennadeln) im Werte von I eine Nadel nls Lanze hält. Dieser i ga^«M lllionen Mark und in den acht Jahren 1888 bis I der Nürnberger Kleiderzunft geschenkt. Später verwendete Millione?Mark^na^d^"Ai^ta2p^p^pbmimdsechztg I man die Fingerhüte nebenbei auch zu Luxus- und Schmuck- ^ilinonen ^Otork nochi bem Jn^lonbc gegongen sind. I oecrcnftänbcn * rn biefern ^tnerfp hprfprimip mon fin nno , W die Kunst hat sich bereits der Nadelfabrikation I edlen Metallen?brachte rei richtete SÄ $$** W 1” ft s°g-rM Wä SÄÄ’ÄÄ» Sfi? S »ej. auf tleit,™ Wlbuug „un fiub Sjeueu aus ,b.eT beLtü,-USUI, 33sftDrr,tCs0eomtt' ,uud bte ©emtibe I Schreiben begleitet, in welchem der Goldschmied die Dame (u klein, daß ste nur durch die Lupe sichtbar sind. Die I ersuchte, „diese neue Bekleidung zum Schutze ihrer fleißigen Nadel kann aber geöffnet werden, und sie birgt in ihrem I Finger als Beweis seiner Huld anzunehmen" Zwölf Jahre Innern noch andere Objekte der Kleinkunst, nämlich eine I später wurde die Erfindung von einem aewissen q-nfirmn f e r yy Ef+et Nadeln, welche ebenfalls mikroskopische I Loiting in England eingeführt und hier zuerst in größerem b9fuA ^n’ipr^vrr. y t h, • « • .1 Maße ausgenutzt, lieber die Art der Fingerhutfabrikation Auch! Kmser Wilhelm I. war im Besitze einer merk- I zu jener Zeit giebt Christoph Weigel in einem 1698 er- tottrhigen /Haarnadel". Bei Besichtigung einer großen I schienen en Werke interessanten Aufschluß. Darin schreibt Nahnadelfabrik in S£reu§nai^i: im ^ahre 1883 erbat sich I er über den Nutzen des Fingerhutes: „Insonderheit ge- ^r,r l^ettes blc Bohrung der Nadeln oblag, em I bührt den Fingerhüten der Ruhm, daß sie die zarten Finger Haar von dem Silberhaupt des Monarchen. In dieses I des preiswürdigen Frauenzimmers bei so viel Stichen bohrte er nun vor den Augen des hohen Zuschauers ein I welche sie so nützlich zu mancherlei Arbeit führen, stichfrei Oehr, zog einen Faden durch und überreichte die nunmehr I erhalten und manches Blutvergießen verhüten, welches doch entstandene Nadel dem Kaiser. Dieser bewahrte sie als I noch so oft, wenn der Fingerhut nicht alsobald bei der eine der wertvollsten und interessantesten Kuriositäten, an I Hand ist, unschuldig vergossen wird." Damals wurden die denen sem langes ereignisvolles Leben überaus reiche war. I Fingerhüte noch ausschließlich auf dem Daumen getragen Aehnlich wie die Nähnadel hat auch die Stecknadel I und meistens von Gold, Silber ünd Eisen gefertigt, während ihre Entwicklungsphasen durchmachen müssen, bevor sie I man jetzt mehr Stahl, Elfenbein und Knochen verwendet, so praktisch und billig erzeugt werden konnte, wie dies I In China machst man sie aus Perlmutter, mit Gold einheute der Fall ist. Die größte Stecknadelfabrik ist in Bir- I gelegt — aber vor allem zeichnet sich der Fingerhut der mingham in England. Sie fertigt siebenunddreißig Millio- I Königin von Siam aus, der in Form einer Lotosblume neu Stecknadeln in einem Tage. Die dazu verwendeten I angefertigt ist. Dieser Fingerhut ist von Gold und mit Maschinen sind staunenswert vollkommen. Sie schneiden I Diamanten derartig besetzt, daß der Name der Königin den Draht gleich in die erforderlichen Längen, geben jeder I und das Datum ihrer Verheiratung durch dieselben gebildet Nadel ihren Kopf, spitzen und polieren sie, sortieren sie I werden. L"d.lacken sie gleich reihenweise in Papier — zu solcher I Fingerhüte sind auch schon Objekte der Sammelwut Fertigkeit hat es der Erfindungsgeist gebracht. Bei Be- I gewesen. So besitzt Frau Vanderbilt in New-Pork den sichtigung dieser Stecknadelfabrik durch die Königin erhielt I Fingerhut der „ausgezeichneten Schneiderin der Königin dieselbe von dem Fabrikbesitzer ein* Schere zum Geschenk, I von England". Dieser besteht aus Silber zeigt Spuren - 412 - fleißiger Benützung und ist sehr klein. Ein sehr viel gebrauchter Fingerhut der gleichen Sammlung gehörte einst der Prinzessin Alice von England, späteren Großherzogin von Hessen. Dieser Fingerhut ist ein besonders schönes Exemplar aus Gold und Edelsteinen und stammt von der jetzigen Prinzessin von Wales her. (Wiener Mode.) Gemeinnütziges. Konservierung von Butter mit Hilfe von Zucker. Eine Neuheit ist uach der „Industrie lackiere" die glacierte Butter, welche ohne Zweifel großes Interesse verdient. In den Kaufläden Englands trifft man nämlich neuerdings verkaufsfertige Butterstücke an unter dem Namen „gefirnißte" oder „lackierte" oder auch „glacierte" Butter. Der Glacierungsprozeß, ist einfach, leicht ausführbar und aus dem Grunde von vorzüglicher Wirksamkeit, weil er die Konservierung gegen Ranzigwerden auf lange Zeit sicherstellt. Man wäscht die Butter zunächst aufs sorgfältigste, „pfundet" sie dann in der gerade handelsüblichen Größe und Gestalt und bringt diese an einen stark abgekühlten Ort. Dann löst man einen Löffel voll weißen Zuckers in Wasser auf und erhitzt die Lösung zum Sieden. Die auf eine Leinwandunterlage gebrachte Butter wird nun möglichst schnell mit Hilfe eines sehr weichen Pinsels mit der heißen Zuckerlösung überstrichen. Hierbei schmilzt eine dünne Butterschicht auf der Oberfläche des Pfundes durch die Hitze des Anstriches und bildet mit diesem zusammen einen eisähnlichen, glänzenden Lack. Natürlich erhält diese für die Lust undurchdringliche Schicht die Butter länger frisch und verleiht ihr vorzüglichen Geschmack. Die „D. Z.-Jud." bemerkt dazu: Der zum Anstrich dienende Zucker muß jedenfalls mit nur sehr wenig Wasser geschmolzen, nicht gelöst werden, weil sonst auf der Oberfläche der Butter ein Erstarren des Anstriches nicht mit der notwendigen Geschwindigkeit oder auch überhaupt nicht eintreten würde. Zur Fleischkonservierung. Durch nachfolgendes Verfahren kann das Fleisch am einfachsten, billigsten und schmackhaftesten aufbewahrt werden. Man verschaffe sich einen, nötigenfalls mehrere Bottiche von ca. 50 Zentimeter Durchmesser und 75 bis 100 Zentimeter Höhe, entferne an dem zum Konservieren bereitgehaltenem Fleisch die hervorstehenden Knochen und halte zum Einsalzen eine Mischung von 1 Teil feingeriebenem Zucker und 2 Teilen Salz — nebst einem genügenden Büschel Brennesseln — bereit. Nun bedeckt man den Boden mit einer dünnen Lage Nesseln und darüber ein wenig Salzaemenge, hierauf kommt eine dünne Schicht Fleisch. Hierauf wieder Salz und dem Rand des Bottiches nach, Nesseln und so fort, bis das oder die Gefäße voll find, oder man kein Fleisch mehr hat. Zuletzt kommt auf das Fleisch eine Lage Nesseln, dann der Deckel, welcher schwer mit großen Steinen belastet wird. So wird das Fleisch Monate lang frisch und ungemein wohlschmeckend aufbewahrt. Kefirndyettspflege. Ein vorzügliches Mittel, um der Haut die Notige Reinheit zu erhalten, und die Einwirkung der Witterung usw. auf die Haut auszugleichen, ist eine regelmäßige, des Morgens vorzunehmende Waschung des Gesichtes und der sonst sichtbaren Hautflächen mit Boraxwasser. Der Borax, ein mildes Alkali, verseift sich mit dem über Nacht säuerlich gewordenen Fett der Haut, kühlt und wirkt entzündungswidrig. Man vermischt das Boraxwasser (von 1 Teil Borax auf 12 Teile Wasser) je nach Belieben mit etwas Orangen und Rosenblütenwasser und halt sich dasselbe für längere Zeit in Flaschen vorrätig. Beginnt jemand die Waschungen mit diesem Wasser, so lasse er dässeMe 3 Lis 4 Minuten unabgetrocknet auf die Haut einwirken und verrichte dann die gewohnte Morgenwäsche ohne Seife. Welchen Fehler hat man bei der Entwöhnung zu vermeiden? Den Fehler, daß man nicht zu schnell von der Milchkost hinweg die Kinder an die Kost der Erwachsenen gewöhnt; es muß zwischen beiden ein passender Uebergang stattfinden. Kleine Kinder sind nicht im stände die Nahrungsmittel der Erwachsenen zu kauen, noch weniger aber zu verdauen. Man thut jedenfalls am besten, bis zur gänzlichen Beendigung des Zahnens, wo alle Mischzähne sichtbar sind, die Kinder außer an Milch und Fleischbrühe noch an Zwieback, erweichte Semmel, Grütze, Gries, Reis, Sago in Bouillon gekocht, sowie an weichgesottene Eier und Eiersuppen zu gewöhnen. Sehr empfehlenswert ist auch der in England sehr beliebte Rind- fleischthee, welcher folgendermaßen hergestellt wird: Man nimmt ein halb Pfund von Fett und Knochen gereinigtes Rindfleisch, schneidet es in kleine Stücke und gießt darauf 2 Tassen kaltes Wasser. Man setzt dieses Töpfchen in einen größeren Topf, der mit Wasser gefüllt ist, läßt letzteres 2 Stunden am Feuer und gießt dann den Inhalt des kleineren Töpfchens, indem man ihn kräftig auspreßt, durch ein Seihtuch. Einer solchen Bouillon kann man auch Milch zu gleichen Teilen oder Zucker beimischen. Was ist von dem Wickeln der Kinder zu halten? Das Wickeln der Kinder ist eine geradezu grausame und darum verwerfliche Sitte! Die Entwickelung des Körpers, die Atem- und Muskelbewegungen, ja selbst die natürliche Haltung des Säuglings werden durch das Wickeln beeinträchtigt. Die Wickelbänder hindern die Bewegung der kleinen Glieder, die dem Kinde ein wahres Bedürfnis ist. Die erste Kleidung soll deshalb keinerlei Zwang ausüben, welcher mit der freien Entwickelung des Körpers unvereinbar ist. Alle das Kind drückende Falten, Knoten, Sichlingen, Bänder, Knöpfe usw. sowie stechende Schnallen und Nadeln sind zu vermeiden. Die Kleidung muß so eingerichtet sein, daß sie leicht und schnell abzunehmen und zu wechseln ist. Iür die Küche. Mittel zur Erkennung von verdorbenem Fleisch. In verschiedenen Städten benützt man bei der Fleischbeschau zur sogenannten Fäulnisprobe das Ebersche Reagens, welches aus einer Mischung von einem Teil Salzsäure, drei Teilen Alkohol und einem Teil Aether besteht. Nähert man einem mit diesem Reagens befeuchteten Glasstab dem verdächtigen Fleische und es bilden sich Nebel, herrührend von der Bildung von Salmiak, so ist das Fleisch verdorben und unter keinen Umständen mehr zu verwenden. Schwarzbrodsuppe. Das feingeschnittene Roggenbrot wird mit siedendem Salzwasser angebrüht, mit etwas Pfeffer und Muskatnuß gewürzt, mit 2 Löffeln heißem Schmalz, in welchem eine seingeschnittene Zwiebel schön gelb geröstet wurde, zugedeckt, etwas in der Wärme stehen gelassen und dann aufgetragen. Gedämpfte Kalbsleber. Die Leber wird gehäutet, einige Stunden in Milch eingelegt, zu handgroßen, fingerdicken Scheiben geschnitten, die man durch Mehl zieht, und in Butter brät, bis die Leber die Farbe verliert. Darauf streut man etwas Salz oder Grünes auf, gießt einige Löffel Fleischbrühe zu und dämpft noch kurze Zeit. Rahmschnitten. Ein Viertelpfund Mehl wird mit drei Eiern und soviel sauerem Rahm zu einem glatten Teige mit etwas Salz angerührt, daß man dünn geschnittene Semmelschnitten gut darin umkehren kann. Diese Schnitten bäckt man dann auf beiden Seiten in heißem, schwimmendem Schmalz schön dunkelgelb und giebt sie heiß zu Tisch. Bersteckrätsel. Nachdruck verboten. Man suche ein Sprichwort, dessen einzelne Silben in folgenden Wörtern versteckt sind wie die Silbe „an" in „Wanderer". Moritzburg — Magenbitter — ^Stundisten — Niederwald — Hattingen Goldap — Himmelsschlüssel —Schwimmunterricht — Uhrfeder. Auflösung in nächster Nummer. Auflösung des Bilderrätsels in voriger Nummer: Viele Körnchen machen einen Haufen. fltbaftm: «. Bnrk»«r»t. — Bnt« und «erlag her Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindrvckerei (Pietsch «eben) in «fiele*.