ten wir e, deren Jung. 1 Spare eidmschaft le kernen ien HanS- ich. Aber geeigneten Mitteilung rühmlichst Plagwitz lierung der läuternden nbung des i. „Das einfache nnberech- L 60 Pfg-, > II. Die Abschluß- Lieferungen Mk. 5,-, , broschiert ch erscheint Gutheil, :ma I. R. ttg giebt es e. Methode sform, daS ufleute ganz worden ist. Zeitalter des i und zwar en Geschmack unsere Ju- Liebigbildern be, manches n miniature er Sammel- lätarten von ück's Gesunden; ganz ge- Bildchen bei ve einen be« für derartige ite Firma zu Wie die Fab- Anerkennung im Fluge die Felder neben« sind die Surf)« b, d d, e e e i i i i, k k, n n, o o, r r t t t t t bet« , daß die wage« krechten Reihen Folgendes et« er al. ■n Feldherrn.' lezeichnung. lummer: —Santander— p in Gießen. Nachdruck verboten. Das Pflegekind. Roman von Elsbeth Meyer-Förster. (Fortsetzung.) war end- keit verlor. , Nettchen erwiderte rasch und gab tn wemgen Worten einen kurzen Umriß ihrer Lebensgeschichte, ganz von dem plötzlichen Wunsche beseelt, sich in ein möglichst gutes Ltcht zu setzen. Trauer. „ . ,. _ So sah sie Mr. Seitre, den feine unruhigen Traume aus der. Enge des sonderbaren Wohnhauses trieben. Er hatte die kleine Treppe verlassen und stand unschlüssig vor der Thür. Was beginnen mit den Stunden, die noch vor ihm lagen? Von dem Zauber der vor ihm ausgebtei- teten Frühlingswelt merkte er nichts; er empfand nur, daß kein Cafee de la Paix in der Nähe war, keme französischen Billards und Dominosteine. Als Nettchen ihn erblickte, fuhr sie leicht zusammen; aber sie änderte ihre Stellung nicht. „Son ©ott", sagte Mr. Seitre, indem er leicht den weißen Filzhut lüftete. Nettchen wiederholte diesen Gruß. Unsicher, als müsse ihre Zunge über einen Kieselstein. „Sie sprechen nicht französisch?" fragte der Franzose mit seiner scharfen Silben'betonung, indem er naher trat. Nettchen verneinte schüchtern. Ihre Sicherheit war diesem jungen Manne gegenüber wie weggeblasen. „Thnt nix", sagte der Franzose. „Ich können auch deutsch". Eine Pause trat ein. „Sein Sie schon lange ter?" fragte Mr. Seitre (ich, dessen kühles Gesicht nichts von seiner Gletchgultig- Rettchen stand regungslos, und ohne daß sie es wußte, von seltsamer Bewegung ergriffen, faltete sie die Hande Im Ausschnitt des dunklen Fensters hob sich ihr Gesicht wie eine Helle Silhouette ab. Ihre großen, blauen Augen waren feucht. Der eigensinnige Mund war schmerzlich, wie bei einem weinenden Kinde verzogen. Ihre schönen Arme hatte sie um die Pfosten des Fensters geschlungen, und so stand sie da, zum ersten Male in ihrem ' Leben ein Bild der Hilflosigkeit und UN kMUK ÄTiKW Ä 1 inuiyoi.- -. ’.'i UWWMM' ED ZM f*’MÄ W WW „Ich aben gewußt", sagte. Mr. Seitre langsam, indem er sein Pfeifchen ans der Tasche zog und zwischen die Zähne klemmte. „Sie fein eine kleine Bourgeoise." Nettchen wußte nicht, ob sie diese Bezeichnung in gutem oder schlechtem Sinne deuten solle. „Wie meinen Sie das?" fragte sie schüchtern. . „Oh", entgegnete der junge Franzose, „das eißt, daß Sie sein eine Mädchen mit blonde Haar, mit kalte Sinn und aus gute, bürgerliche Famil', — was nicht passen zu Mademoiselle du Trapez und zu grüne Wagen." — Nettchens Augen flammten auf. „Da raten Sie schlecht!" rief sie aus, „gerade das Gegenteil ist der Fall! Nie in meinem Leben habe ich in die bürgerliche Familie hineingepaßt, nie mich in ihr glücklich gefühlt, — wäre ich ihr sonst fortgelausen?" — „Sie werden schon wieder zurückkelsten — attandez!" — sagte der Franzose, indem er leicht die Asche von seiner Zigarre stäubte. „Ich will es Ihnen verschwören mit mein Blut." — Wermals trat eine Pause ein. Abermals fühlte Nettchen aus der Nähe des jungen Mannes etwas zn sich aufsteigen, was sie noch bei keinem -empfunden hatte: Ein geistiges, starkes, sie niederzwingendes Uebergewicht. „Wir werden ja sehen", sagte sie endlich tonlos. Ein Gefühl von Bangigkeit schnürte ihr die Kehle zu. „Wie schön b'los dieser Abend ist", stammelte sie hervor, um etwas zu sagen. Mr. Seitre blies langsam den Rauch der Zigarre in die Luft hinaus. Er antwortete nicht. In seinem Blick, der starr in die Ferne gerichtet war, lag eine seltsame Träumerei, — nichts weiches, was mit der Frühlingsnacht in Zusammenhang hätte stehen können. — Nettchen blickte scheu nach ihm hin. Seine schwarzen Augenbrauen, die im Sinnen fast ineinandergingen, seine Blässe und der verlangende, fast gewaltthätige Ausdruck feines in die Ferne gerichteten Blickes zogen sie seltsam an. „Es wird kühl", sagte sie, indem sie zusammenschauerte. Mit nachlässiger Höflichkeit lüftete der junge Mann seinen Hut: „Lassen Sie sich nicht störten durch mich — wenn Sie sich wollen zutückziehen", sagte er. Et verbeugte sich halb, — dann schritt er an dem kleinen Fenster vorbei, dem von gegenüber grüßenden Wirtshause zu. Nicht lange währte es, "da konnte mau von dort drüben das Halloh der ihn begrüßenden Stimmen der anderen Artisten vernehmen. Und Nettchen, die noch immer am Fenster stand, hörte vor allem das Lachen der Trapezkünstlerin, — — Sie stützte den Kops in die Hände, bedeckte die Ohren, und brütete vor sich hin. , Wo war das glänzende Leben, das sie sich erträumt hatte, geblieben? w glücklich werben jederzeit, Halt' ein in Lust, halt' ans in Leid. DDr Friedt. Kirchner- — 1 titi — Mangel und Jammer gingen neben diesem freien Wanderdaheim her; ihr Leichtsinn hatte ihr wohl bisher über die Berge geholfen, aber der heutige Abend war wie ein Mahnruf für sch geworden; Spott und Hohn in einer Stunde, da sie so sehr des Trostes bedurft hätte. Teil- nahmslosigkeit bei allen diesen, welche kleinlicher Konkurrenzneid innerlich einander feindlich machte. Teilnahmslosigkeit auch bei diesem Mr. Seitre!---- Wo blieben ihre Vorstellungen von den glänzenden, großen Bühnen, dem rauschenden Leben in reichen Städten? Dörfer, Marktflecken, kleine Ackerbürgerstädte, das waren die Kreise, in die ihre Wanderung sie führte, und die große, bunte und glänzende Welt, von der sie geträumt hatte, lag noch immer, in unsichtbarer Ferne. Und wenn sie dereinst krank sein würde, matt, oder von Mißgeschick in ihrem Beruf betroffen, wie heute, dann würde man sie vielleicht unterwegs liegen und ihrem Schicksal verfallen lassen. Wie weich und mild war die Nacht! In stillem Frieden lag die Landstraße da, eingesäumt von den weißen Steinen, die im Mondesglanz schimmerten. Diese weiße, schimmernde Reihe konnte man weithin verfolgen, bis sie in der Ferne vor einer dunklen ,Gebäudemasse Halt zu machen schien. Das war der Bahnhof, auf dem die Truppe angekommen war. Nettchen hörte den schrillen Pfiff der Züge. Sie sah die Signale wie rote und grüne Blendlichter aufsteigen und wieder sinken. Abgerissene Töne drangen durch die Nacht zu ihr herüber — das Läuten der Bahnhofsglocke, das gelle Kreischen der im Rangieren begriffenen Wagen.-- Ein Gedanke blitzte in ihr aus, er trieb ihr ein glühendes Rot der Erregung ins Gesicht. Fliehen — den Zug besteigen! Nach Berlin zurück, in dieses Meer des bewegten Lebens, wo es ihr jetzt endlich gelingen mußte, oben auf zu kommen! Sie hatte ihre Probezeit jetzt hinter sich, sie würde Engagement an einem der unzähligen, größeren Spezialitäten-Theater bekommen; ihren Vorstellungen haftete nun nicht mehr das Dilettantenhafte an, das sie zu Stanioli und seiner Truppe getrieben hätte; sie konnte, das fühlte sie, auch vor einem anspruchsvollen Publikum bestehen.-- Und sie würde Mr. Seitre nicht mehr sehen! Ein heißeres Rot noch flammte auf ihren Wangen, ihre Hände krampften sich. Nicht mehr in diese kalten, verächtlich blickenden Augen sehen, die sie eben so gleichgiltig gemessen hatten, nicht mehr dieses Herzklopfen empfinden, wenn die Trapezkünstlerin von drüben vertraulich zu ihm sprach, — nicht mehr diesen ohnmächtigen Schmerz erwachter Liebe!!! Liebe!!! Sie sagte sich das Wort mit Zittern und Beben, mit Haß und Zorn und Verachtung gegen sich selbst erfüllt. „Ich kann nicht bleiben, — ich kann ihn nicht Wiedersehen!" schluchzte sie vor sich hin. Sie schloß das Fenster, ging auf und ab, und sie fühlte, wie all die Gründe, die sie sich vorher für ihr Fliehen plausibel gemacht hatte, in nichts zerfielen, und daß es Angst war, unendliche Angst vor dieser plötzlich erwachten, hoffnungslosen Leidenschaft, was sie bei Nacht und Nebel ans Davonlaufen denken ließ. „Nein! Nein!" flüsterte sie erregt. „Es wäre eine Schande! und so stolz bin ich noch, daß ich mich nicht mit den Gedanken an einen hänge, der mich nicht will." Trotzig, den Kopf zurückgeworfen, stand sie da. „Aber ich kann nicht bleiben!" schoß es ihr plötzlich wieder heiß durchs Herz. Sie ging an ihren Reisekoffer, der schon für den morgigen Aufbruch gepackt stand, und schloß ihn energisch ab. „Ob ich will oder nicht!" sagte sie laut, als spräche sie zu einer Anzahl Menschen, „ich muß mir einen neuen Hahn besorgen, — morgen abend würde ich nur von neuem Spott einernten — für jeden Fall muß ich reisen." Und diese gegen sich selbst gebrauchte Ausrede setzte sich sofort in ihr wie etwas unumstößliches fest. Es wollte ihr einfallen, daß sie den noch in keinem Bildungsgang begriffenen Hahn schlimmstenfalls auf jedem Dorfe unterwegs erhandeln könne. Aber rasch wies sie diesen Gedanken ab: „Die Berliner Hähne sind doch ganz etwas besonderes", sagte sie sich eigensinnig; „ein gewöhnlicher Dorfhahn hätte nie erlernt, was mein guter alter konnte. Ich werde wieder zu meiner Federviehhändlerin geyM und mir dort ein Tierchen aussuchen." Als fielen ihr Bergeslasten von der Seele, so frei ward ihr zu Mute, als sie nunmehr ihren Fluchtplan ins Werk zu setzen begann. Instinktmäßig fühlte sie, daß, wenn sie sich aus dieser Liebesasfaire noch zu rechter Zeit zu retten wußte, sie auch mit der Leichtheit ihrer Natur alsbald diese ersten Schmerzen vergessen würde. Zum ersten Mal in ihrem Leben hörte sie aus die Warnung, die ihr besseres Ich ihr zurief; sie ahnte, daß sie in einer Gefahr stand, die größer und tiefer war, wie bisher jede andere in ihrem unbeschützt, n Dasein. Daß Mr. Seitre sie mit dem magnetischen Blick seiner kalten grauen Augen würde verderben können, und daß das einzige Heil in der Flucht zu suchen wäre. — Sie öffnete leise die Kammerthür und trat in den Hof hinaus. Den kleinen Reisekorb schleppte sie in beiden Armen. Alles war dunkel, verschlossen und still. Aber sie wußte, wohin sie sich zu wenden hatte. Mit dem Korbe am Arm, schlich sie sich am Wirtshause vorbei; durch die niedrigen Fenster sah sie ihre Kollegen und Kolleginnen beim Kartenspiel eifrig um den Tisch versammelt — Mr. Seitre war nicht mehr dabei. Sie schleppte den Korb mit aller Kraft quer über den Hof, den im Hintergründe, schon ganz in Dunkelheit und Stille gelegenen Ställen zu. Durch einen der herzförmigen Ausschnitte eines großen, schwarzen Thores schimmerte noch Licht. Sie näherte dem Spalt die Lippen: „Ist hier noch jemand wach?" Sofort ertönte von innen das leise Klirren einer Halfterkette. Zugleich hörte Nettchen die Stimme des Knechtes, die beruhigend „hola! nur hola!" ries. Darauf kam das Schlürfen der ausgetretenen Lederpantinen auf die Thür zu, und der Knecht, der die Angewohnheit hatte, auf der Futterkrste beim Putzen des Riemenzeugs einzuschlafen, anstatt zur rechten Zeit sein Lager auszusuchen, erschien schlaf- trunlen im Rahmen der Thür. „Ich muß Sie aufstören", sagte Nettchen, indem sie eilig durch den geöffneten Spalt in den Stall eintrat. „Und ich wollte Sie um einen großen Gefallen bitten, lieber — wie heißen Sie doch?" „Karl", sagte der Knecht mit scheuer Stimme. „Also Karl!" nahm Nettchen in fliegender Hast ihre Rede wieder auf. „Sehen Sie, Karl, ich bin gezwungen, heute Nacht noch von hier abzureisen, mit dem Zuge, der in anderthalb Stunden über Halle nach Berlin abgeht. Wer weil man mich nicht sogleich fortlassen würde — ich habe Kontrakt mit dem Herrn Direktor — muß ich mich heimlich entfernen. Wollen Sie mir nun behilflich sein, daß ich meine Sachen nach der Bahn bekomme?" Der Knecht stand da, in blöder Haltung, das Licht der Laterne, die er trug, schwelte zu seinen roten Fingern auf. „Das werde ich wohl nicht dürfen!" sagte er, indem er auf die Wand starrte. „Es könnte mich meine Stelle kosten". „Ich gebe Ihnen zwei Thaler!" rief Nettchen, die vor Ungeduld zitterte. „Mein Gott, Sie helfen ja doch bei keiner Missethat! Es ist doch nur das gute Recht jedes Menschen, daß er davon geht, wenn es ihm dort, wo ihn das Schicksal gerade hingetrieben, zu eng und zu angstvoll wird." Etwas von der Herzensangst, die sie antrieb, war in ihre Worte getreten, hatte den Ausdruck derselben gesteigert. Der Knecht stand noch immer in derselben Haltung da. Ein blödes, traumhaftes Lächeln ging über seine Züge. „Ja!" sagte er, „fort, wo's einem nicht mehr wohl ist. Wenn man das könnte!" „Und warum nicht?" rief Nettchen lebhaft aus. „Man soll nicht thun, was einen quält! Man muß nur den Mut zu allem haben, dann wird's schon gehn". „Dann wird's schon gehn", wiederholte mechanisch der Knecht, indem er nach der Halfterkette des immer noch unruhigen Pferdes griff, und langsam den Kopf des Tieres zu sich heran zog. Es lag etwas sanftes in dieser Be- — itiV — wegung, und seine Stimme klang ergeben, als er jetzt hinzufügte: ^Also was soll ich Ihnen helfen, Fräulein?" Wie müssen mit mir nach dem Bahnhof", sagte Nettchen. „Außer diesem Korbe hier habe ich noch einen zweiten, in welchem ich meine abgerichteten Vögel unter» bringe. Er steht in dem kleinen Verschlage, über meinem Geflügelstall. Diese beiden Körbe müssen wir ans Ihre Karre nehmen. Rasch, ehe die anderen zerauskommen. Dann kann es fortgehen". Langsam fuhr sich der Knecht mit der Hand in das Haar, unschlüssig, als hielten ihn noch neue Bedenken. „Das wird morgen ein schönes Hallo geben", sagte er, „wenn mein Herr von der Sache erfährt". — „Aber Ihrem Herrn kann ja gar nichts daran gelegen sein!" rief Nettchen, heftig vor Ungeduld. „Was geht es den an, ob eins von der Truppe eine Nacht früher reist als die anderen — unsere Rechnung ist beglichen, Sie haben es ja selbst gesehen, und ich sage Ihnen doch, daß ich ja nur davon laufe, weil ich mich so unglücklich fühle".-- (Fortsetzung folgt.) Fenerlöschvorrichtungen in Theatern. Von Arnold Rohde. Nachdruck verboten. Die traurige Katastrophe im Pariser Theatre francais hat aufs neue den Beweis geliefert, welch schwere Folgen es nach sich ziehen muß, wenn die Löschvorrichtungen in Theatern nicht derart beschaffen sind, daß sie vom Theater- personal selbst in Thätigkeit gesetzt werden können. Nach den eingetroffenen Berichten kann man nur annehmen, daß derartige Einrichtungen im Theatre francais nicht existieren oder dem Personal nicht hinlänglich bekannt sind. Jedenfalls lehrt der Vorfall, welche Aufmerksamkeit man den Löschvorrichtungen im Theaterraum selbst zuwenden müsse. Die preußische Polizei-Verordnung vom Oktober 1889, betreffend die bauliche Anlage von Theatern, Zirkusgebäuden, Versamnilungssülen u. s. w., enthält in § 29 folgende für die Sicherheit des Publikums höchst wichtige Bestimmungen: Die Theatergebäude müssen, sofern eine öffentliche Wasserleitung vorhanden ist, an diese angeschlossen, andernfalls aber mit Reservoiren versehen werden, in denen ein hinreichender Wasservorrat bereit »gehalten und naä) Erfordern unter Druck gesetzt werden kann. Ferner muß jedes Theatergebäude mit einer hinreichenden Anzahl von Feuerhähnen, und die Bühne in größeren Theatern, d. h. in solchen für mehr als 800 Zuschauer, mit einer zweckmäßigen „Regenvorrichtung" versehen fein. Weitere Bestimmungen, die Löschvorrichtungen betreffend, behält sich die Ortspolizeibehörde in jedem einzelnen Falle vor. Abgesehen von der vielumstrittenen Regenvorrichtung, über deren Zweckmäßigkeit die Ansichten der Sachverständigen weit auseinandergehen, handelt es sich hier zweifellos um völlig berechtigte Forderungen, die man auch außerhalb Preußens zu den wichtigsten Normen für den Bau zeitgemäßer Theatergebäude zu rechnen pflegt. In dieser und manch anderer Hinsicht hat das Schreckbild der Wiener Ringtheater-Katastrophe sehr segensreich gewirkt. Indessen ist es nicht immer leicht, allen gerechten Forderungen zu genügen, da die lokalen Verhältnisse nicht selten gewisse technische Schwierigkeiten verursachen, die nur' unter großem Kostenaufwand zu überwinden sind. Am einfachsten gestaltet sich die Anlage, wo die Wasserbeschaffung unter dem erforderlichen Druck von drei bis vier Atmosphären durch die Wasserleitung ohne Einschaltung von Hausreservoiren möglich ist. Das ist jedoch höchst selten der Fall; denn erfahrungsgemäß hat das aus den Zapfstellen der Leitung in den oberen Etagen eines Gebäudes austretende Wasser nur einen sehr mäßigen Druck. Um die höchsten Punkte eines Theaters mit dem Wasserstrahl des Löschapparates erreichen zu können, ist man also genötigt, besondere Turmaufbauten zur Aufnahme der massiv ummantelten Reservoire zu errichten und dieselben durch besondere Vorrichtungen gegen Frost und Verunreinigung zu schützen oder auch geschlossene Reservoire auf dein sogenannten Feuerboden unterznbringett, und ihren Inhalt erforderlichen Falles durch zweckmäßige Maschinen unter Druck zu setzen. Eine Anlage der erstgenannten Art enthält unter anderem das Hoftheater zu Schwerin, während das Frankfurter Opernhaus ein be- merkenswertes Beispiel für eine Anlage mit geschlossenen Reservoiren liefert. Hier können durch eine Gaskrast- maschine von 100 Pferdekraft 5000 Liter Wasser in einer Minute auf die Höhe von 65 Metern gehoben werden. Die geschlossenen Reservoire sind jedoch in weit geringerer Höhe aufgestellt, sodaß der Ueberdruck der Maschinen auf Kompression des Wassers in den Reservoiren Verwendung finden kann. — Wo die Reservoire durch natürlichen Zufluß gefüllt werden, bedient man sich zur Erzeugung des erforderlichen Druckes einfacher Kompressionspumpen, wie z. B. in der großen Oper zu Paris. Da sich die Anordnung hinlänglich großer Wasserbehälter fast nie bewerkstelligen läßt, und infolgedessen bei Ausbruch eines Feuers leicht Wassermangel entstehen kann, so muß auf die zweckniäßige Verteilung der Hydranten be- fonders Wert gelegt werden; jedes an irgend einer Stelle des Theatergebäudes ausbrechende Feuer soll möglichst sofort im Entstehen durch die Posten der Feuerwehr oder nötigenfalls auch durch Laien gelöscht werden können. Bei'Anordnung der Feuerhähne wird man jedoch stets berücksichtigen müssen, daß der Löschmannschaft der Rückgang aus dem brennenden oder verqualmten Hause ge- fichert bleibt. Irgend welche bestimmte Normen lassen sich natürlich in dieser Richtung nicht aufstellen, vielmehr wird die Lösung dieser Aufgabe stets von der Intelligenz des Theaterbaumeisters abhängen. Die Bühne des Wiener Opernhauses wird z. B. von sieben übereinanderliegenden feuersicheren Löschgängen mit je acht schießschartenförmigen Oeffnungen umgeben, in denen je ein Löschmann zur Lenkung der Schlauchmündung Platz finden kann. Die Zweckmäßigkeit dieser Anlage wird jedoch von verschiedenen Seiten in Zweifel gezogen; insbesondere wird betont, daß die Löschgänge bei einem Bühnenbrande, selbst bei guten • Entlüftungsvorrichtungen, so schnell von Erstickungsgasen erfüllt werden müßten, daß ein weiteres Operieren der Feuerwehr unmöglich, würde. Die Regennvorrichtungen sollen dazu dienen, jede,; Teil der Bühne nach Erfordernis unter Wafser zu setzen. Eine der ältesten Anlagen dieser Art ist die im Jahre 1875 vom Oberinspektor Stehle int Münchener Hoftheater ausgeführte Vorrichtung, die auch für spätere Ausführungen als vorbildlich angesehen wurde. Die Reservoire speisen hier seitlich an den Bühnenwänden angeordnete Hauptrohre, die durch acht mit zahlreichen kleinen Löchern versehene kupferne Zwischenröhren miteinander in Verbindung stehen. Je zwei der kupfernen Regenrohre sind mit einem gemeinsamen Ventil versehen, sodß mit Rücksicht auf sparsamen Wasserverbrauch und Schonung der Dekorationsstücke jede Rohrgruppe für sich in Betrieb gesetzt bezw. aud) nur der unmittelbar vom Feuer ergriffene Teil der Bühne von dem herabströmenden Regen getroffen werden kann. Dieses System ist später vielfach erweitert worden, d. h. es sind, um die Bühne in jeder Höhenlage beherrschen zu können, zwei oder drei übereinanderliegende Rohrnetze ober auch vertikale Rohrstränge angeordnet; endlich hat hat man auch die Bühne zur Bildung eines sogenannten Wasserschleiers mit einem Rahmen von durchlöcherten, au die Wasserleitung angeschlossenen Röhren umgeben. Je umfangreicher aber derartige Anlagen werden, nmsomehr müssen die Mängel hervortreten, welche dem Regenapparat anhaften. Derselbe kann nur bei sehr häufiger Prüfung der Rohre als einigermaßen zuverlässig angesehen werden, andererseits ist die Prüfung nur durchführbar, wenn genügende Vorrichtungen zum Auffangen des Wassers ge- chaffen werden. Im Nationaltheater und Operntheater zu Budapest finden allerdings ohne Rücksicht auf die Bühnenmaschinen halbjährliche Prüfungen der Regenvorrichtungen statt, aber eine halbjährliche Prüfung kann nicht als genügend angesehen werden, noch dürfte das herab- 'trömenbe Wasser ben feineren Bewegungsapparaten ber Asphaleia-Bühne besonders zuträglich sein. Professor Max Kraft brachte in Vorschlag, das Wasser, — 168 - durch Rinnen aufznfangen und abzuleiten oder die Prüfung durch komprimierte Luft zu bemerkstelligen oder gar die Rohre auszulösen und einzeln zu prüfen. Eine vierte Methode wäre die Prüfung durch Dumpf, wie sie im Hofopernhaus zu Darmstadt bereits erfolgt. Diese Prüfungen verlangen aber sämtlich besondere, für diesen Zweck geschaffene Vorrichtungen, die selbst wieder in stand gehalten und durch teure Arbeitskräfte bedient werden müssen; im übrigen wird man sich von dem ordnungsmäßigen Betrieb des Apparates nur durch Prüfung mit Wasser überzeugen können. Professor Kraft empfiehlt des weiteren, sebstthätig m Funktion tretende Regenvorrichtungen auszuführen, um in der Stunde der Gefahr die Mitwirkung von Menschen entbehrlich zu machen. Er schlägt unter anderem vor, ein Gewicht, das bis zur Einwirkung der Feuersglut durch einen leicht schmelzbaren Körper im Ruhezustand gehalten wird, durch Schmelzen des Verschlusses auszulösen und mit Hilfe dieses Gewichtes die Drehung bezw. Oeffnung eines Hahnes zu bewirken. Auch durch Ausdehnung der Luft in einem geschlossenen Gefäß (infolge der Hitze) und Ueber- tragung des Druckes auf leicht gehende Konstruktionsteile glaubt Professor Kraft die Drehung eines Hahnes oder Hebung eines Ventils zweckentsprechend herbeiführen zu können. Jeder erfahrene Techniker weiß jedoch, wie es in der Praxis mit derartigen akademischen Lösungen bestellt ist, und namhafte Theateringenieure, wie Sturm- Höfel und Seeling, haben sich denn auch mit aller Entschiedenheit gegen derartige automatisch wirkende Apparate ausgesprochen. Sturmhöfel hebt denn auch mit vollem Recht hervor, daß infolge Speisung der Regenvorrichtung durch die Wasserbehälter der Erfolg der oberen Hydranten in Frage gestellt werde; die Wirkung eines starken, auf den Herd des Feuers gerichteten Wasserstrahls sei jedoch viel intensiver, als die eines unberechenbaren, im allgemeinen jedenfalls nur dürftigen Regens. Andererseits muß man allerdings in Betracht ziehen, daß der Regenapparat große Flächen während längerer Zeit mit Wasser überschüttet und, einmal in Betrieb gesetzt, noch fortwirken kann, nachdem die Löschmannschaft bereits das brennende oder „verqualmte" Haus verlassen. Wie dem auch sei, jedenfalls wird man gut thnn, diesen Apparaten, welche eine ernste Feuerprobe noch nie bestanden haben, nicht zu viel Vertrauen entgegenzubringen, sondern auf zweckmäßige Anordnung zahlreicher Hydranten, welche vom Publikum selbst in Thätigkeit gesetzt werden können, den größten Wert zu legen. GeMeßnnÄtziges. Bei dem erfreulicherweise immer reger werdenden Interesse, das viele staatliche und kommunale Behörden dem Obstbau an Straßen entgegenbringen, erscheint es angezeigt, auf einen höchst lehrreichen Aufsatz hinzuwersen, den ein berufener Fachmann, Herr Wegemeister Wagner- Dieuze über die Stammhöhe des Straßenobstbaumes m der neuesten Nummer des praktischen Ratgebers im Obstund Gartenbau veröffentlicht. Aus naheliegenden Gründen bedarf der Obstbau an Straßen eines höheren Stammes als der im Garten oder Feld stehende. In den meisten Fällen wird diese volle Stammhöhe erst am Standorte des Baumes, an der Straße selbst gebildet, was man durch das sogenannte „Aufästen" — Entfernen der untersten Aeste bis zur gewünschten Stammhöhe — erreicht. Hierbei werden nun häufig sehr schwere Fehler begangen. Entweder wartet man mit dem Aufästen, bis der gepflanzte Baum ziemlich stark geworden ist, oder man verfällt in das Gegenteil und gießt dem Bäumchen schon in den unmittelbar der Pflanzung folgenden Jahren die endgiltige Stammhöhe Beide Methoden sind zu verwerfen. In beiden Fallen werd der Baum stark geschwächt, die ihm plötzlich beigebrachten zahlreichen Wunden stören ihn empfindlich m seinem Wachstum, und es vergehen viele Jahre, ehe sich der Baum von diesem starken Eingriff m seine natürliche Entwickelung wieder erholen kann. Richtig ist dagegen folgendes Verfahren: Der an die Straße zu pflanzende Baum sollte eine Stammhöhe von nicht über 1,75 Metetr besitzen, auch sollte die Baumkrone, wenn möglich, eine einjährige sein, da erfahrungsgemäß ein junger Baum das Verpflanzen besser übersteht als ein älterer. Das Aufästen wird nun vorgenommen, wenn die unteren Leitäste der Krone etwa Daumenstärke erreicht haben, was ungefähr nach 4 bis 5 Jahren der Fall ist. Man darf diese Arbeit aber nicht aus einmal vornehmen, sondern muh sie auf eine Reihe von Jahren verteilen, derart, daß jedes Jahr etn Ast, höchstens zwei Aeste weggenommen werden, bis die erforderliche Stammhöhe erreicht ist. Die Aeste haben dann znr Erstarkung des Stammes wesentlich beigetragen, der Baum enthält verhältnisinüßig wenig Wunden und vermag diese mit geringem Kraftaufwand zu überwallen. Als Beweis für diese Behauptungen mag die Thatsache gelten, daß ein achtjähriger, nach der als unrichtig bezeichneten Methode behandelter Baum einen um drei Zentimeter stärkeren Stammumfang besaß, als ein falsch aufgeästeter Baum vom doppelten Alter. Die Nummer mit diesem wich- tigen Artikel, der durch einige treffliche Abbildungen noch verständlicher wird, versendet das Geschätsamt des praktischen Ratgebers zu Frankfurt a. O. kostenlos und postfrei. Litterarisches. Jeder Leser unserer Zeitung sollte neben unserer Zeitung auch die hochinteressante ,,TierbörsS" Berlin (13. Jahrgang) halten. Für 75 Pfennig (frei in die Wohnung 90 Pfennig) abonniert man für ein Vierteljahr bei der nächsten Postanstalt wo man wohnt, und erhält für diesen geringen Preis jede Woche Mittwochs: 1. Die „Tierbörse", 4 große Bogen stark. Die „Tierbörse" ist BereinS- organ deSBerliner Tierschutz-Vereins und anderer deutscher Tierschutzvereine. 2. (gratis) Den Landwirtschaftlichen Centralanzeiger; 3. gratis) Die Internationale Pflanzenbörse; 4. (gratis) Die Kaninchenzeitung; 5. (gratis) DaS Illustrierte Unterhaltungsblatt (Romane, Novellen, Beschreibungen, Rätsel usw. usw.); 6. (gratis) Allgemeine Sammler-Zeitung; 7. (gratis) Allgemeine Mitteilungen über Land- und Hauswirtschaft; 8. (gratis) Unsere Hunde (nur Text); 9. (gratis) Unser gefiedertes Volk (nur Text); 10. (gratis, monatlich zwei Mal) einen ganzen Bogen (16 Seiten) eines hochinteressanten fachwissenschaftlichen Werkes und 11. (gratis monatlich) Die Naturalien- und Lehrmittelbörse. Für jedes Familienmitglied bietet jede Nummer eine Fülle der Unterhaltung und Belehrung. Alle Postanstalten Deutsch- landS und des Auslandes nehmen jeden Tag Bestellungen an und liefern die im Vierteljahr bereits erschienenen Nnmmern für 10 Pfennig Porto prompt nach. Man muß aber ausdrücklich bestellen. „Mit Nach- lieferung". In G. Abicht's Verlag, Bromberg, erschien soeben ein Schlager ersten Ranges, betitelt: „Sorma Walzer" von Erich Großmann. Die Ausstattung des Walzers ist die denkbar vornehmste. DaS schönste Bildnis der Frau Agnes Sorina, der das Stück gewidmet, ist von Rosen umrankt geschmackvoll angebracht. Ueber den Walzer selbst hat Fau Sorma sich äußerst lobend geäußert, wie auch das Urteil eines Wiener Komponisten und sehr bekannten Pianisten den Wert des Walzers am besten kennzeichnet. ES heißt darin: „Herrn Erich Großmann'S neuestes Werk, betitelt „Sorma Walzer", wird sicherlich wegen seiner originellen, einschmeichelnden und ins Ohr gehenden Melodien sehr bald populär und beliebt werden u. s. w." CitatenrLtfel. Nachdruck verboten. AuS jedem der folgenden Citate ist ein Wort zu nehmen, sodaß sich ein neues Citat ergiebt. 1. Nicht der ist auf der Welt verwaist, dessen Vater und Mutter gestorben .... 2. Dein Weg ist krumm, er ist der meine nicht. 3. Der ist doppelt arm, der reich gewesen. 4. Am Stirnhaar laß den Augenblick unS fassen. 5. Reichtum macht Sorge. 6. Grau, teurer Freund, ist alle Theorie. 7. Geld allein macht nicht glücklich, man muß eS auch haben. Auflösung in nächster Nummer. Auflösung des Kreuzrätsels in voriger Nltmmer. B A K e r o r i n Bern s t e i n A r i s t i d e s K o n t i n e n t e d e i e n n s t Redaktion: E. Burkhardt. - Druck und Verlag der Brühl'sche« UniverfitStS-Buch- und Steindruckerei (Pietsch Erben) in Gieße». denn ( jacke er ai die ü noch liege er si den entfe der 5 zurw würd toenr Ich i der 2 sah? schim Noal Gefli der schna die > im V „Wir Kopf s gesch in dc aufgi Besu sie zr