1900, M Ni- Bi W acht' ich mit Bangen an den Morgen, Hat mich das Wort zum Mut gerafft: Du siehst deS künft'gen Tages Sorgen, Doch nicht des künft'gen Tages Kraft. Julius Lohmeyer. (Nachdruck verboten.) Geächtet. Roman von LotharBrenkendorf. (Fortsetzung.) Neunzehntes Kapitel. „Was war das? — Klang es nicht wie ein Schlag und ein Fall?" fragte Sixtus von Plothow, lauschend das Gesicht erhebend, dessen Lippen noch soeben auf denen Elisabeths geruht hatten. „Man sollte doch einmal nachsehen, wie es mit diesem Unglücklichen da drinnen steht." Aber Elisabeth schüttelte den Kopf und drückte ihm hastig seinen vom Boden aufgehobenen Hut tief in die Stirn. „Denke jetzt an nichts anderes, Geliebter, als an Deine Rettung, die Zeit drängt, und jede Minute des Zögerns bringt uns vielleicht Verderben. Charlotte erwartet Dich an der Stiege. Sie hat versprochen, mir Nachricht zu bringen, sobald Deine Flucht gelungen ist. Eile, mein Freund, und bei allem, was Du unternimmst, denke daran, daß hier ein Wesen lebt, dem Du Dich erhalten mußt, und daß Dein Tod unfehlbar auch der meine ist." „Sprich nicht fo, Elisabeth ! Du weißt, die Bestimmung über mein Schicksal liegt nicht mehr in meiner eigenen Hand. Wenn ich das äußerste nicht mehr abwenden kann — willst Du mir dann meine letzte Stunde doppelt schwer Machen durch die Erinnerung an solche Worte?" Sie umschlang ihn noch einmal stürmisch und preßte ihren Mund heiß auf den seinen. „Nein, nein, es kann ja nicht sein. Noch will ich nicht verzweifeln, noch will ich den Glauben nicht aufgeben an unser Glück. Geh denn, geh! Und ohne Abschied, ohne Lebewohl! Was sollte mich denn auch aufrecht erhalten in dieser Not, wenn nicht die Zuversicht, daß wir uns Wiedersehen!" Er drückte sie an sich, warf noch einen letzten, langen Blick auf seinen getreuen Kriegskameraden, dem er bei dieser Trennung auf immerdar nicht einmal mit einem herzlichen Wort die Hand drücken durfte, und verließ die Kammer. Schon nach dem zweiten Schritt auf dem Gange fühlte er, wie eine weiche Mädchenhand sich in die seine stahl, und eine helle, gedämpfte Stimme flüsterte ihm zu: „Vertrauen Sie mir, Herr Major, und vor allem, sprechen Sie kein Wort! Ich will einen alten, halbtauben Diener aus Ihnen machen, um Sie vor allen lästigen Fragen zu sichern." Sixtus beschränkte sich darauf, die schlanken Finger dankbar zu drücken, dann überließ er sich ihrer Führung, die rechte Hand unter dem Mantel am Kolben feiner Doppelpistole. Der Kürassierleutnant von Kapnist war bei all seiner Sorglosigkeit nicht der Mann, leichtfertig mit dem guten Ruf eines jungen Mädchens umzugehen. Sorgfältig hatte er alle Anordnungen getroffen, um zu verhindern, daß sie auf ihrem Wege nach dem Orte des Stelldicheins von irgend einem seiner Leute angehalten oder auch nur gesehen werden könnte. An der kleinen Mauerpforte aber stand er selbst, in seinen langen Mantel gehüllt, und das Herz voll freudig füßer Erwartung. Erstaunt blickte er auf, als er statt der einen lieben Gestalt, aus die er sehnsüchtig gehofft hatte, deren zwei durch die nächtliche Dunkelheit daherkommen sah. Er that ihnen ein paar Schritte entgegen. „Da bin ich, Herr Leutnant!" flüsterte Charlotte. „Ich danke Ihnen von Herzen, daß Sie meine Bitte erfüllt haben. Aber ich hatte, wie Sie sehen, doch nicht den Mut, mich ganz allein hinauszuwagen. Unser alter treuer Robert mußte meinen Beschützer machen. Er ist der einzige, von dem ich sicher bin, daß er lieber sterben würde, ehe er mich verriete. Ich darf das in seiner Gegenwart sagen; denn bei seiner Taubheit versteht er ja doch keine Silbe." Nach dieser Vorstellung war Herr von Kapnist über die Person ihres Begleiters in der That völlig beruhigt. Es machte ihn sehr glücklich, daß Charlotte mit einer Vertraulichkeit, die sie ihm bisher niemals gezeigt hatte, ihren Arm in den seinen legte, und er achtete in seiner freudigen Erregung kaum noch darauf, ob der Diener ihnen folgte oder nicht. Durch die unverschlossene Pforte trat er mit seiner Begleiterin auf das freie Feld hinaus und ließ ficEii willig ein paar Dutzend Schritte von ihr fortziehen, halb hoffnungsvoll, halb beklommen der Aufklärung über den Zweck dieses immerhin seltsamen nächtlichen Rendezvous harrend. Und nach Verlauf einiger Minuten wurde sie ihm wirklich in Gestalt einer gewaltigen Ueberraschung zu teil. Denn Charlotte blieb plötzlich stehen und sagte nach, einem tiefen Atemzuge: „Das Versprechen, das ich vor zwei Tagen von Ihnen verlangte, und dessen Gewährung Ihnen — 538 — seitdem so schwer auf der Seele gelegen hat, sch gebe es Ihnen hiermit zurück." , »Wie? Ist das nun wirklich Ihr Ernst, Fräulein Charlotte? Sie fordern also nicht mehr von mir, daß ich mich um die Hand des Fräuleins von Marschall bewerbe?" „Nein, ganz und gar nicht. Ich bin nämlich inzwischen zu der Erkenntnis gekommen, daß ich mich dennoch geirrt habe. Elisabeth hat Sie gern, gewiß! sehr gern sogar: heiraten aber — heiraten würde sie Sie doch wahrscheinlich nicht. " „Aber das ist ja prächtig. Ich kann Ihnen gar nicht sagen, wie unmenschlich ich mich darüber freue. Und Sie sind eigens deshalb herausgekommen, mir dch erlösende Botschaft zu bringen? Wie gut das von Ihnen ist, Fräulein Charlotte!" „Es war doch meine Pflicht", log sie mit einiger Befangenheit, „da ich sah, wie viel Sorge Ihnen Ihre leichtfertige Zusage machte. Und nun, da ich mich dieser Pflicht entledigt habe, wünsche ich Ihnen von Herzen eine gute Nacht." „So schnell wollen Sie mich lvieder verlassen ?Jch habe ja noch kaum Zeit gehabt. Ihnen zu danken. Und dann muß ich mich doch auch noch von dem unverdienten Vorwurf reinigen, den Sie heute abend gegen mich erhoben." In steigender Verlegenheit senkte Charlotte den Kopf. „Ein Vorwurf? — Ich weiß wirklich nicht, Herr von Kapnist —“ „O, Sie können es noch nicht vergessen haben. Es war bei unserer Begegnung an der Treppe. Sie hatten mich erst so freundlich über mein Mißgeschick mit diesem verwünschten Major Sixtus getröstet, und ’ dann, als ich Ihnen vertrauensvoll erzählte, wie sonderbar es mir nachts zuvor am Biwakfeuer mit meinen Gedanken ergangen war, da fügten Sie —" „Ja, ja, ich weiß schon, ich erinnere mich jetzt. Und 'Sie brauchen sich nicht erst zu rechtfertigen. Ich — ich nehme es zurück." „Fräulein Charlotte — mein liebes Fräulein! Sie sind mir also wahrhaftig nicht mehr böse, weil ichs mir nun einmal, selbst beim allerbesten Willen nicht vorstellen kann, daß ich mit einem anderen weibischen Wesen glücklich sein —" „Wir wollen ein andermal weiter darüber sprechen — ja? — Es ist jetzt wirklich die höchste Zeit, daß ich ins Haus zurückkehre. Denken Sie nur, Herr Leutnant, wenn meine Mutter zufällig aufwachte und fände mein Zimmer leer." „O, dies einzige kleine Wörtchen können Sie mir immer noch sagen. Dazu ist Zeit genug, selbst wenn Sie mir Ihre liebe Gesellschaft nicht länger schenken dürfen. Ich habe Sie immer lieb gehabt, Fräulein Charlotte, glauben Sie es mir! Schon in Küstrin, damals habe ich es nur noch nicht so recht gewußt. Mein Gott, ich war eben ein unerfahrener Knabe. Aber seitdem ich Sie hier in Lasdehnen wiedergesehen habe, und seitdem Sie mich mit aller Gewalt zwingen wollten, Ihre Base zu heiraten, seitdem weiß ich es ganz bestimmt. Und es ist, bei meiner Ehre, keine Kinderei wie damals, wenn ich Sie frage, ob Sie mir nicht auch ein wenig, ein ganz klein wenig gut sein könnten." Sie standen wieder an der kleinen Pforte, durch die nach des Leutnants Ueberzeugung inzwischen kein Mensch heraus- oder hereingekommen fein konnte, und das Bewußtsein des Betruges, den sie um heiligerer Pflichten willen gegen diesen braven, arglosen Menschen hatte be-. gehen müssen, lastete schwer auf Charlottens jungem Herzen. Eine kleine Weile schaute sie schweigend vor sich hin, dann aber hob sie entschlossen den Kopf und sagte freimütig: „Ja, Herr von Kapnist, ich bin Ihnen gut, aufrichtig gut. Aber väj, verdiene es nicht, daß Sie mich lieb haben. Wenigstens werden Sie selbst morgen oder übermorgen, oder wenn Sie alles erfahren haben, so von mir denken. Und darum soll es vorläufig sein, als ob dies alles zwischen uns nicht gesprochen "worden wäre. Erst wenn Sie alles wissen, erst dann mögen Sie es wiederholen, vorausgesetzt, daß Sie auch dann noch Lust dazu haben." Nun hätte der arme Leutnant, der so grausam zwischen Himmel und Hölle in der Schwebe bleiben sollte, um alles in der Welt wenigstens eine kleine Andeutung darüber haben mögen, was er denn nun eigentlich morgen oder übermorgen so Schreckliches erfahren sollte; aber Charlotte beantwortete sein inständiges Drängen mit einem entschiedenen Nein, und nachdem sie ihm nur noch gestattet hatte, ihr eilig die Hand zu küssen, huschte sie davon. Die Nacht auf Lasdehnen verlief in vollkommener Ruhe. Keiner der Wachtposten hatte irgend etwas Verdächtiges bemerkt, und der Leutnant von Kapnist hätte seinen Kops dafür verpfändet, daß diesmal kein Verräter den von ihm bewachten Hof verlassen habe. Schon vor Tagesanbruch wurde auf seinen Befehl Reveille geblasen und alsbald auch das Signal zum Satteln gegeben. Der junge Offizier hegte wenig Hoffnung, daß es ihm vordem frühzeitigen Aufbruch noch vergönnt sein werde, die Damen des Hauses zu begrüßen, und er war um so mehr überrascht, als er beim Verlassen des Zimmers, in welchem er hastig seine Morgentoilette gemacht, Elisabeth von Marschall begegnete. Sie trug das nämliche Kleid wie am verflossenen Abend, und ihr Aussehen war wohl geeignet, die Vermutung zu unterstützen, daß sie es inzwischen noch gar nicht abgelegt habe. , Sie fragte den Leutnant mit einem müden Lächeln, dessen schmerzlicher Ausdruck den jungen Offizier eigentümlich berührte, ob er denn in der Nacht den Spion von Lasdehnen dingfest gemacht habe, und da er in seiner treuherzigen Weise verneinte, fügte sie hinzu: „Wie ich sehe, sind Sie schon wieder gerüstet, und auch Ihre Leute machen sich zum Abreiten fertig. Könnten Sie sich nicht, da der Major Sixtus doch nun einmal über die Grenze ist, etwas mehr Ruhe gönnen?" „Nein, meine Gnädigste! Für den heutigen . Tag habe ich von meinem Oberstwachtmeister ganz bestimmte Befehle, und nach den Ordres, die ich einmal erhalten habe, muß ich verfahren." „So darf ich Sie allerdings nicht zu meinem bescheidenen Frühstück einladen; denn der Dienst geht allem anderen voran. Nur eine Bitte möchte ich noch an Sie richten. Dem verwundeten Diener des Baron Botukow geht es, wie ich glaube, sehr schlecht, und ich hätte ihn gern in einem helleren und luftigeren Zimmer untergebracht.. Ihre Soldaten aber verstehen sich auf den Transport eines Verwundeten wohl besser als meine Leute. Würden Sie darum vielleicht die Güte haben, mir einige von ihnen für diese Dienstleistung zur Verfügung zu stellen?" ' ; Herr von Kapnist erklärte sich natürlich sofort dazu bereit, und unter seiner eigenen Aufsicht wurde der noch immer besinnungslose Mann in das erste Stockwerk hinaufgetragen, wo Elisabeth das beste der vorhandenen Zimmer für ihn hergerichtet hatte. Die Hoffnung des Leutnants, daß während dessen vielleicht auch Fräulein Charlotte schon sichtbar werden würde, erfüllte sich zu seinem Bedauern nicht, und nach einer sehr artigen Verabschiedung von der Herrin des Hauses, die seinen Dank für die empfangene Gastfreundschaft in augenfälliger Verlegenheit abgelehnt hatte, ritt er mit seinen .Kürassieren davon. Eine Stunde später erst öffnete die Wirtschafterin, die dem verwundeten Jakubeit gutmütig eine Erquickung bringen wollte, die Thür des Gelasses, darinnen man ihn, gestern gebettet. Ihr entsetztes Geschrei rief alsbald die halbe Bewohnerschaft des Gutes zusaminen, und selbst den abgehärtetsten Männern erstarrte das Blut bei dem schauerlichen Anblick, der sich ihnen in dem kleinen Raum bot. Zu unterst auf dem blutüberströmten Fußboden lag der Verwalter Wülfing mit gespaltenem Schädel, aus dem die Gehirnmasse hervorgequollen war. lieber ihn aber war die lange, abgezehrte Gestalt des toten Mörders hingestreckt, dessen sehnige Linke noch den Stiel der Axt umklammert hielt, mit der er im letzten Aufflackern seiner ös9 — fipninnen ok» -------7 7 wvuji uun neuem a»i-uiu,nu»v»ui»iompagnie vereinigt und damit eine 23er» Dann aber richtete sie Ä Aahrhxrt begriffen hatte, bindung erzielt, die jede Konkurrenz unmöglich macht. Jede und gab in kurzem äebietm-is^e!^^ Erstaunen hoch auf. der Farmen hat ihre gesonderten Verkaufsräume, die Fa- von Erregung bie Saen ÄfeM^ ^'- °fcib brrkatwn erfolgt jedoch gemeinschaftlich in den vereinigten T0ten nicht s?üen und toDlIte bie A°brrken aus der eure Viertelstunde Seefahrt entfernten sollte ih? A bl?ck entLQ n \SeSetben äderen Damen Uel Murano, wo sich auch das bedeutendste Gläsermuseum Fabrik Salviati vor. Salviati war es, der die Venetianer Glasindustrie neu belebte, der den Markt ausschließlich beherrschte, bis ihm in Baron Fronchetti und vor allem in dem Geldmanne Testolini — kleine Firmen ungerechnet — eine bedeutende Konkurrenz erwuchs. Seit einiger Zeit haben sich die drei genannten Firmen zu der Venedig- Murano-Glaskompagnie vereinigt und damit eine Verwunderung ! Wie schon erwähnt, bietet das Gläsermuseum m Murano eine Menge von Vorbildern, die so weit wie erlöschenden Lebenskraft furchtbare Rache an dem der-' haßten Peiniger genommen. Niemand wagte es vorerst, die Leichen zu berühren ,etn(£r 9tng, die Gutsherrin von dem gräßlichen Vor- fall in Kenntnis zu setzen. Elisabeth hörte wie im Traume die verwirrt und stammelnd vorgebrachte. Meldung an unb zwermal mußte der Mann seinen Bericht von neuem sich freilich der Vervielfältigung, da mit dem Künstler, der sie geschaffen, auch das- Geheimnis ihrer Herstellung ins Grab gesunken ist, und keinerlei spätere Mühe eine' auch nur annähernde Kopie zu stände gebracht hat. Da bei beit Arbeiten in ber so rasch erftarreitben Masse viel vom Zufall abhängt, ist es kaum möglich, zwei vollkommen gleiche Stücke herzustellen, unb auch bas einzelne Stuck weist bei näherem Betrachten fast immer kleine Fehler und Unregelmäßigkeiten auf. Nach ber Tabellosigkeit ber Arbeit richtet sich ber Preis, und so kann es kommen, daß derselbe für ein und dasselbe Muster oft um das dreifache wechselt. Man kann dann auch in jenen kleinen Venetianer Geschäften Gläser, die dem Nichtkenner noch ganz hübsch erscheinen, zu erstaunlich billigen Preisen kaufen; auch die ins Ausland geschickte Ware ist gewöhnlich nicht erster Qualität. Vor mir stehen, während ich dies schreibe, einige hübsche Stücke, die ich in Venedig kaufte, keine prunkvollen Blender, aber durchaus tadellos in der Ausführung; unter anderm ein schlankes Kelchglas aus bläulich opalisierendem leise mit Gold überstäubtem Glase, dessen Fuß sich aus zwei lyraförmig gebogenen Schnüren zusammensetzt, die genau wie aus einzelnen Goldfäden gedreht, erscheinen Ihre Außenränder werden von einem ganz lichten, zackigem sollte ihr siini w uuucwl Zainen 1 wo icy. au-ey oas veveutendste Gläsermuseum ' Man bringe ÄLÄ* s r der Welt befindet, dessen Sammlungen weitaus die meisten vhirhhP« in dem leeren Wagen- I Vorbilder ergeben. Außerdem besitzt die Firma noch eine Zauna unb be ^r bis ihre Ein- Fabrik in Venedig selbst am Canal? grande-^n Haus an den^rforderlichen^BeRwt^a?9^ später demselben Kanal ist über und über init Glasmosaiken be- ? I dw Behoroen schreiben." deckt, - em gewaltiges, nicht zu übersehendes Reklame- gange faitete ffrifnhpm^T^ Nach seinem Weg- bild der Murano-Compagnie, die auch in der Ausführung Elijabeih die Hande und hob sie wie in | von Glasmosaik unübertreffliches leistet, wie sie dies am •ein S h“?' Fimmel empor. Ihr Gewissen war I glänzendsten bei Restaurierung und Ergänzung der Glas- Vorieban? PiTlPM n" nicht von der I mosaiken ber Markuskirche erwiesen hat. Unter anbern ariihpif mr .In 'T.' patte sie bisher darüber ge- | sind dabei zwei Füllungen der Rundbogen über dem Portal nidtiu '^^ckgekehrt war und I der Markuskirche durch bie Murano-Compagnie neu her- TPht Miitßt» r ? 'Ä mdyt 5Ur Wahrheit gemacht hatte. I gestellt worden, ©eenen aus ber Geschichte Veuebigs, bie wiua ' baKntdS euT? verspätete Regung des Ebel- I Figuren in farbenprächtige Gewänber gehüllt, bam matter tierfiinhM? hn^r11 Es Stärkeren ihn daran I Goldgrund. Die Wirkung ist überaus prächtig, wenn auch .v^tte, und daß sich bei dieser Erkenntnis keine I unser, tu Venedig so auf die Schätzung des Alten gestimm- npmirt»91b ^-^iletds für den Unglückseligen in ihrer I ter Geschmack, die drei alten Füllungen, mit ihrer durch " ®eeIe regte, wer hatte ein Recht gehabt, sie I Verwitterung ausgeblaßten, feineren Farbenstelluna oarum zu verdammen! I vorzieht. a Schluß folgt. I ' Der Besuch beider Fabriken, sowohl ber in Murano, ----------- . I wie ber in Venedig, steht dem Fremibling unentgeltlich Die Venedig-Murano-Glaskompagrüe. ausschließt, daß der AugesteM Edjr^msk'erstjo Lebens! c~, Nachdruck verboten. I und uns moralisch zu einem Ankauf zwinat ■— ein 23er» ^..^^elalter stand in Venedig das Kunst-'! fahren, das sich ja auch in den Spitzenfabriken und gewerbe tn höchster Blüte, und auch noch heute werden I anderswo in Venedig wiederholt. bort wundervolle Erzeugnisse der angewandten Kunst her- I Es ist außerordentlich, interessant m fefieu mir mra Tn ben 9Jiu[een angehäuften Schätze, bie I dem rotglühenden, halbflüssigen Glasklumpen durch?Blasen kunstvollen Kirchengeräte, und nicht zuletzt die reiche und mit einem langenßifenroSr“bie öSfS S ^MUiette Venetianer Architektur liefern dem bildenden wie bann die veWeb nen E senstZchÄt^L Zanam in M? fceCmhiÄ^ Olsten Motive und wenn auch Thätigkeit treten, um an HefX XäTR 2,e v vde, bie Ruchicht auf das kaufende Publikum ihn I kalken die feinere Ausarbeitung vorzunehmen Das ner» t»"bs-^hno-^tn9en' 1° äv-ch, ber Ge- | langt ein hastiges unb geschicktes Arbeiten; denn ist einmal j.hmack durch die ständige Mhlung mit all dem Schönen | der richtige Zeitpunkt versäumt ist das Glas erstarrt fn d", b-i alten CMfnp. ftteng« Ist g machÄ Lst-Lnch AL ,.üd sichjk Grenzen eiiigehalten werden, und es kaum je zu Aus- I formen sich die kunstvollen Gläser die großen Blüten hir r,unb Geschmacklosigkeiten kommt, wie das I einen Kronleuchter, die gebogenen' Arme die diese Blüten deutsche Kunstgewerbe sie zuweilen leider aufweist. tragen sollen; allerdings ist jedet der Arbiter Sveziali aHpr^nmnh^n C°n Markuskirche, dem Ausgangspunkt I und nur auf eine oder ein paar Formen eingeübt'nnnier- Wanderungen kommend, an ber reichten Seite des I hin verdient bie Gewanbtheit des Schaffens höchste Be- Markusplatzes^ unter den alten Prokuratien hinschlendert, | wunderung! Wie schon erwähnt, bietet das Gläsermuseum fJnex- nJd)lt proßen Laden stoßen, in | in Murano eine Menge von Vorbildern, "bie so weit wie nm S £ aenSfi I ««ÄS* <*“?. wider,eßen unwiderstehlich fesseln, Prunkpokale, Vasen in'phantastischen Formen, großen Blüten, Delphinen, die eine Muschel- Mle tragen, schlanke Kelchgläser, tiefe, sonderbar gebogene schalen. Die Farben sind zart, ein mattes grün und rosa, I opalisierendes Glas mit Gold durchschossen, farbloses Glas, durch das sich weiße, bunte und goldene Wellenlinien ziehen, bie sich zu Streifen unb Bändern zusammensetzen, oöer dunkelblaues, bas eins der entzückenden Venetianer Spitzenmuster in Weiß einzuschließen scheint; ein eigener Reiz, ber sich zubem noch burch die Vorstellung des Zerbrechlichen, Vergänglichen verstärkt, liegt über dem Ganzen. Es ist das Verkaufslokal ber Firma Testolini, b. h. wiederum nur ein Muster ber eigentlichen großen Maga- I Sme, bie bas ganze erste Stockwerk ber alten Prokuratien I klnnehmen. Namentlich bei Abend, wenn hinter den an- I einander gereihten Riesenfensterii eine Flut von elektri- I schem Licht aufflammt, wenn die gläsernen Herrlichkeiten, I bie mächtigen Blumenkronenleuchter strahlen unb blitzen, I ist der Anblick burch bie Massenhaftigkeit des hier Ver- I einigten überwältigenb. I Wenn man von „Venetianer Gläsern" spricht, so | schweben einem dabei noch immer die Erzeugnisse ber | - 540 — Örnament aus farblosem Glasp, das hier und dort in kleine Hörnchen ausläuft, begleitet. Der Kelch steigt auf diesem schwanken Fuße in eine Windenblüte auf; das Ganze ist von ausnehmend graziöser Feinheit. Hübsch ist auch eine wellig in einzelnen Tüten gebogene Schale aus farblosem Glase, durch das sich abwechsend Bänder aus undurchsichtigen weißen Wellenlinien und solche aus Goldstaub ziehen. Die Schale läuft in einem gebogenen Henkel aus, der von einem Seepferdchen aus rosa Glas überragt wird. Während Salviati und Fronchetti sich an der Glasfabrikation genügen lassen, produziert Tertoliui daneben noch Schmucksachen, silberne Tafelgeräte, herrlich geschnitzte Möbel, nebst den seidenen! Bezügen, alles in denkbarster Vollendung. Wenn man setzt vom „Venetianer Knnstt- gewerbe" spricht, so bedeutet das im Grunde nichts anderes, als die Erzeugnisse der Firma Testolini. Ein Gang durch die Verkaufsräume ist denn auch ebenso lohnend wie der Besuch! eines Bazars. In gar kunstvoller Berechnung der Steigerung ist hier alles aufgebaut. In den ersten Räumen alle jene wohlfeilen Kleinigkeiten, die man auch in hundert andern Verkaufsläden erblickt, die dazu dienen, daß der Fremde sich selbst oder den Freunden daheim „etwas aus Venedig" stiftet: Schmucksachen und Bilderrahmen in grober Mosaik, Löffelchen mit der Dogenmütze, dem Markus- löwen oder dem gezähnten Schnabel der Gondel geschmückt, billiges Filigran, Moraständer mit Ansichten der Lagune oder der Markuskirche in roher Oelmalerei. Dann gelangen wir aber in die Räume, wo die Glaswaren ausgestellt sind, und nun beginnt alles das, was wir in dem ersten Laden im Erdgeschpß gesehen, und was uns dort so entzückte, zu verblassen. Hier zeigen sich Gläser, Vasen und große Tafelaufsätze in, einem Reichtum der Form und »einer Sorgfalt der Ausführung sondergleichen, man begreift es nicht, wie die gebrechliche Ware in einer solchen Feinheit bearbeitet werden konnte. An den Wänden hängen große Spiegel in Rahmen von Mosaik, von geschliffenem Glas oder aus Glasblumen zusammengesetzt und spiegeln die aufgebauten Herrlichkeiten wieder; von der Decke hängen riesige Kronleuchter hernieder, Bouquets aus verschiedenfarbigen Glasblumen, deren Effekt noch gesteigert wird durch das im Innern verborgene, das Glühlicht umschließende bunte Glas. Bewundern wir ein solches Stück, so flammt wie aus einen Zauberschlag das farbige Licht darin auf, und eine blendende Helle ergießt sich über den ganzen Raum. Ebenso wie in der Fabrik gießt es auch hier „keinen Kaufzwang", aber der moralische Zwang ist hier viel größer als dort. Wer könnte hart bleiben, wenn der Gentleman, der uns herumführt, der alles so überaus nett erklärt, der durch einen Druck seines Fingers für uns, einzig für uns, das elektrische Licht in blendender Pracht erstrahlen macht, uns aus irgend ein Stück, sagen wir solchen hübschen Kronleuchter so besonders und immer wieder und wieder hinweist! Man kauft gut und billig; dasselbe Stück würde in Berlin oder Wien ungleich höher im Preise stehen. Wer man begeht hier beim Einkauf oft den, Fehler, da>ß Wan, geblendet durch die Umgebung, etwas ersteht, was später zu Hause in einer bürgerlichen Einrichtung zu prunkvoll erscheint*). *) Der Zufall fügte es, daß einer unserer Freunde jüngst von Venedig aus die Glasfabriken in Murano ebenfalls besuchte. Einer der Angestellten des Hotels, in dem er logierte, äußerte im Laufe des über gedachte Erzeugnisse geführten Gespräches, daß eine Anzahl der besseren dort ausgestellten gläsernen Kunsterzeugniffe nicht in Murano hergestellt seien, vielmehr aus sächsischen, bezw. böhmischen Glashütten stammten. Danach wäre auch das Loblied unserer verehrten Mitarbeiterin mit wechselnden Vorzeichen zu versehen. D. Red. Geinsinnützigss. DasPflückeudesObstes. Wie oft sieht mau in den Läden, auf den Märkten, ja selbst auf den Obstausstel- lungen schlecht gepflücktes Obst. Statt daß es „gepflückt" wird, wird es vom Baume gerissen, und dabei bleibt meistens der Stiel am Baume oder ein Stückchen Ast am Obste Mutter Natur hat dabei dem Pflücker einen deutlichen Fingerzeig gegeben, wie Obst gepflückt werden soll. Während das Obst reift, bildet sich von selbst langsam zwischen dem Stiel und dem Holz eine Korkschicht, die nach Abnahme resp. nach Abfallen des Obstes das Holz vor d em Eindringen von Parasiten schützt. An dieser Korkstelle erfolgt die natürliche Trennung von Obst und Holz, und hier Muß das Obst aß gen ommen werden! In der neuesten Nummer des praktischen Ratgebers, die umsonst von dem Geschäffsamt in Frankfurt a. Oder verschickt wird, ist die Pflückstelle wie das richtige Pflücken bildlich dargestellt — wer sich dafür interessiert, lasse sich die Nummer kommen. Pastetchen vonkaltemHasenbraten. Uebrig gebliebener Hasenbraten wird ganz fein gehackt. In etwas Butter dämpft man eine kleine, seingeschnittene Zwiebel, gießt dann das Fleisch, ein eingeweichtes und wieder ausgedrücktes Brödchen, »etwas! feingehackten Schinken, Salz, Muskatblüte dazu, und läßt dieses mit etwas Sahne (Rahm) und etwas Bratensauce kochen. Die Farce wird, bevor sie in die vorher gebackenen Pastetchen gefüllt wird, mit 1 Theelöffel Maggi-Würze im Geschmack gekräftigt und sehr verfeinert. A. R. Sch. Littevavisches. Eine musikalische Ueberraschung, die in den weitesten Kreisen Aufsehen erregt, bringt das neueste Heft der „Wiener Mode", das erste des vierzehnten Jahrganges. Es enthält nämlich den schönen Aschenbrödel-Walzer aus dem nachgelassenen Ballet von Johann Strauß, das im Herbst dieses Jahres an der Berliner königlichen Oper zum ersten Male aufgeführt werden wird. Das entzückende Stück, daS sich nur mit der „Schönen blauen Donau" und dem „Fledermaus-Walzer" vergleichen läßt, ist das erste, das aus dem Ballet veröffentlicht wird, so daß die Leserinnen der „Wiener Mode" vor allen anderen Gelegenheit haben, das letzte Werk des Walzerkönigs kennen zu lernen. Wie wir hören, hat diese Veröffentlichung eine so starke Nachfrage hervorgerufen, daß trotz der großen Auflage nur noch sehr wenig Hefte vorhanden sind und von vielen Buchhandlungen nur an Abonnentinnen, nicht aber im Einzelverkaufe geliefert werden. — Preis vierteljährlich 2 Mark 50 Pfennig. Zu beziehen durch alle Buchhandlungen und Postanstalten oder direkt vom Verlag der „Wiener Mode", Wien, IV., Wienstraße 19. * WalVidyUe. Auf einem Pilz int Tannenwald Ein Wichtelmännlein saß, Das stumm aus einem Eichelnaps Sein Abendsüppchen aß. Sein Wichtelweiblein sah ihm zu Und frug ihn hocherfreut: „Mein Alterchen, wie schmeckt Dir denn Dein Nesselsüpplein heut'?" Der Wichtelmann strich seinen Bart Und sah sein Weibchen an: „Famos! Was hast Du eigentlich Denn heute dran gethan?" Da lacht das kleine Wichtelweib: „Am Waldesrande fand Ich eine Flasche gestern srüh, Drauf „Maggi's Würze" stand. Von dieser hab' ich etwas nur Der Suppe zugesetzt, Drum schmeckt dieselbe offenbar So ausgezeichnet jetzt." H. W. Arithmogriph. Nachdruck verboten. 123415678 berühmter Maler. 2 17 2 Planet. 8 5 7 2 Insekt. 4 5 1 1 2 6 Turngerät. 1 5 4 2 Vogel. 5 6 6 5 Vorname. 6 5 3 2 Bezeichnung. 7 5 6 8 2 italienischer Dichter. * 8 15 4 Gangart. Auflösung in nächster Nummer. Auflösung der Geheimschrift in vor. Nr.: Am Ende deiner Bahn ist gut Zufriedenheit, Doch wer im Anfang ist zufrieden, kommt nicht roert.^ ®. «urkdartzt. — »ruck und Verla, der Brühl'sch« UatversttärS-Buch. und Gteindruckeret (Pietsch «rde») is «ietee.