w NWjM 01 erschienen begannen — t Schiffe und als tausend unterblieben darauf durch I. der Neu- Zeemacht im ikeiten. Im änemark die hließen, oder erlassen, daß nehme. Die das ruchlose tember 1807 i der Haupt- r aber fiel ffe, 15 Fre- e. ktober 1827 lotte herbei- ch im Jahre nmöglichten, sind Beweise ren Heinrich 'er Barbarei ier Seekrieg r nicht kann - wenn auch Gleichgewicht :f, sich alles ,2« gekommen! Nein, gewiß Nicht, sagte er. lind wir wollen es je,t I tvieder gut machen. Gehen Sie und erkundigen Sie sich. 38 Klaras Briefe vom Lande waren sehr einfach, da ihr das Briefschreiben große Mühe machte. Ein Brief an Bella enthielt jedoch einiges, was sie interessierte. Ich bin mit Robert gut bekannt geworden, schrieb sie. Nachträglich erst fällt mir ein, daß er wenig oder nichts von sich selbst spricht, aber mich immer dazu veranlaßt. was nötig ist, und dann geben Sie mir Nachricht. Wenn Ae wollen, können Sie morgen Ihren eigenen Platz einnehmen, der nicht sonst jemand gehörte. Sie sind em gewandtes, gutherziges Mädchen, und mit der Zeit werde ich .Ihnen einen bessern Gehalt geben. Ich habe Ihnen Unrecht gethan, Herr Schrwen, wieder- , w» ।*■"fP;n auf* äsÄ««hx Uttb Kommend hEÄend^n meine Wohnung, sagte GZHl? für |e? eV UäJnaaöe3yCn!ttÄfeem Kopf das Geschäft. Als und unglücklich wir gewesen, wie ich Mildred das alles er- iie am Abend in Bealeituna ihres Vaters in Herrn Schri- I zählt und wie sie mich dann ganz tote ihresgleichen be öen§ Wohnung trat war sie nicht wenig überrascht über I handelt hätte. Während ich sprach, wurde er bleich, um den Luxus, weühen sie dort fand. Aber auf Schriven machte brach plötzlich verzweifelt aus: Ich«hatte gehofft,.sie sei die narnebme Erickeinuna Howells Eindruck. stolz, aber das ist nicht der Fall. Stolz konnte ich uder- Er ist jedenfal?s ein Gentleman aus dem Süden, dachte winden, aber was kann ich,thun, wenn sie mtch ganz ei - er, und sie hat heißes, südliches Blut in den Adern das fach verabscheut? Plotzltchfuhr er ausi ^ch bin. nn«Narr erklärt ihre Gewandtheit und Sorglosigkeit. Während an- gewesen, rief er und!lies? davon.. Wahrend d« letzten^zwet dere Mädcken sich vor den Augen des Herrn zteren und I Tage war er so ruhig und sah so traurig aus, o y binter seinem Rücken sich mit katzenartiger Falschheit be- I immer leid that, denn sem Wesen ist männlicher, al., da Sm Sen 6™ ? einen offenen Blick »Ä sprich! der meisten jungen Lentz die ich tn der ft°d! Sh-N hab,. §e Meinung "«? «uk Ich bi» frofj, datz die Suche Sage» Sie Mildred »Nht- ba»on, f.e foll nicht glauben, 8e“te 6iittra m" U»°n»-hmlichle,ten >ch »lle bie Schweigfamlei. Sie zeigte Er benahm sich sehr zuvorkommend und hörte Bella nicht nur ihrer Schwester den Brief, sondern überschüttete (titfmerffam an Sie svrach von einer großartigen Be- I sie auch mit Vorwürfen über ihre Herzlosigkeit gegen R «Eg a“ »«M,« an? KStinnen l°il»°hm°» b°rl. Die» hatte zur Folge, daß Mildred nur noch »* fnmen 8 aufgereizt und gegen ihn eingenommen wurde Was sie für ein Kind ist! dachte Schriven. Bedenken Ihr seid alleunvernünfttglrief siaHabe ich ihm Sie, mein Kind, sagte er, diese Frau ist an Auszehrung Veranlasiung gegeben zu erröten zu erbletchen oderz» rtsr/nrtiPti — fip ist aar nickt verbunaert I verzweifeln? Soll ich ihm die Treue vrecyen, oen tcg neoe, 8 Nber'kie i tnmfo toE aSw meinte Bella. nur dieses Farmers wegen? Du weißt, was ich Mir Jur Da? ist mögsich kbeNL sit sie nur früher von Mühe gegeben habe, ihn zu kurieren. Dieses Gerede von ihrem Elend erlöst worden, jedenfalls haben wir uns nichts I Freundschaft ist dre reine Narrheit. Wurde ich Deinem vvrzMverfen. Eine Beerdigung, wie Sie sie beabsichtigen, Rate folgen, so wurde es nur m toiirbe sehr kostbar sein und niemand etwas nützen. Es I aber ich habe ihn nicht ermutigt und mein ®erot! -L , t r LkaÄ'S s-h! dadurch wU |u MMgg « f.lm“ anS' b“ tz-rr Schri«» bat recht, sagte ihr Baler. Häuft feine Pflicht JU «»»,wenn « BMm» W Wir wolle» lieber überlege», was für die Tochter gut mich, wahre»» er doch Weitz, batz -s »uplos W- >° märe futir Sckriven fort Sie sagen, sie sei schwach und | ich nur eine sehr geringe Meinung von ihm. ( Wbu^’BSeJTnb fcbiten, - ich A ihr das , Darin schien so aS LV- Geld für einen Landaufenthalt auf drei Wochen geben, Bella keine Antwort und dann kann sie frisch und gesund wieder ihren Platz I reds Seite, aber ihr warme,', kleine. H z 1p cy cinttcbitictt I Ävii Bellas Augen füllten sich mit Thränen der Rührunw Er ist ein Mann. Sie haben Recht, sagte sie, und sind sehr großmutig. Ich Eines Tages am September wurde an die ^.hure des weiß einen Aufenthalt für sie bei den Leuten, wo toir den I kleinen Wohnzimmers geklopft. Als Mildred sie öffnete, Sommer zugebracht haben. O, ich bin so froh! Diesen I sah sie vor sich eine junge Dame, welche kaum älter als sie Morgen glaubte ich, nie wieder glücklich sein zu können, I selbst zu sein schien. Obgleich die Dame ihr ganz fremd aber Sie haben alles so anders und so hoffnungsreich ge- I war, erkannte Mildred doch sogleich, daß sie einem Mit- staltet! Ich danke Ihnen von Herzen, Herr Schriven. 1 glied ihrer Klasse gegenuberstaiid. Schriven war gerührt, und seine Augen wurden feucht. I Miß Howell? fragte die Fremde. Sie sind ein gutes Kind, sagte er. Hier find fünfunddreißig | Ganz richtig, erwiderte Mildred, wollen «te Platz Dollar für Ihre Freundin,'für die Sie wirklich eine Freun- I nehmen? . bin waren Die meiften anderen hätten Sie verhungern I Es war Nachmittag, und das Zimmer befand sich in lassen ohne sich darum zu kümmern. Nun senden Sie das I seiner gewöhnlichen Ordnung. Frau Howell erteilte Frev . Mädchen auf das Land, und sobald ich kann, werde ich Ihr I und Mimsie ihre tägliche Lektion. Gehalt auf füuf Dollar erhöhen. Ich würde es schon jetzt I Wir sind uns noch fremd, begann die Dmne nut ge- tbun aber die anderen würden darüber sprechen und nn- I winnendem Lächeln, doch nicht für lange, wie ich hoffe. Fch zufrieden werden. Herr Howell, ick, wünsche Ihnen Glück bin überzeugt, daß Sie mim helfen. können Es war em zum Besitz einer solchen Tochter und ich hoffe, Sie werden feiner Zug, daß sie Hilfe erbat, anstatt solche anzubietem bald wieder die Stellung erlangen, welche Ihnen gebührt. I Ich bin eine christliche Arbeiterin m diesem Distriksi mein Er verabschiedete sich mit großer Höflichkeit und unge- I Name ist Alice Wethendge. Was ich von Fran Willow^ henchelter Achtung. die ich kenne, hörte, erweckte tn nur den Wunsch, Sie Bella tanzte' beinahe nack) Hanse. Fünfunddreißig I kennen zu lernen. Ich habe einige Familien tn diesem Dollars! Wie glücklich mußte Klara sein! | Hanse besucht und Ihren wohlthattgen Einfluß auf die- Wir übergehen die Ereignisse der nächsten Zeit. Müd- I selben wahrgenommen. Daher hoffe tch, ut ^hnen eine red und Bella rüsteten Klara aus zu ihrer Fahrt aus I gleichgesinnte Mitarbeiterin zu finden. das Land, und als die Antwort von Frau Atword eintraf, I Bitte, erwarten Sie nickst zu viel von mir, erwiderte war Klara bereit. - I Mildred lächelnd, ich fürchte, es wurden Ihnen sonst Ent- Diese Zeilen sind von Robert, rief Bella, den Brief I täuschungen bevorstehen. betrachtend. Diese Züge sind von einer starken Hand ge- I Ich erwarte nicht mehr, als wozu Ihr :e ötf h ”i(i,reb ÄWÄ Sgeu'K $u braud)fl »Ich! zu lachen, -rwibe-l- Bella, nur wer. Überred-» wall.» wir bftftn nur, zu komme» »nb frtbfl den Robert Atword noch Wiedersehen. 1 zu sehen und unseren Geistlichen kennen zu lernen. 39 . - Das schwarze Herz. Novellette von A. Schoebel. Nachdruck verboten. In trübe Gedanken verloren, schlenderte ein Mann durch die Gänge des Stadtparkes. Neben ihm sanken die Blätter zu Boden, leis, schattenhaft, gespenstisch. Herbstblätter, welk, die einst im Sonnenschein gerauscht. ■ t Herbstlich, welk erschien auch dem Manne das Leben. In seinem Beruf freilich, da war ihm manches geglückt, da hatte er erreicht, was sein Ehrgeiz erstrebt. Sein Name hatte Klang in der Welt der Wissenschaft —, vor wenigen Tagen war er zu einer Professur berufen worden. Aber sein Dasein, das war einsam. Weltfremd hatte er gelebt, ein Stubenhocker, ein Bücherwurm von Jugendtagen her. Seinem Aeußeren haftete nichts an, was Frauenköpfe zu ihm hätte wenden können, m seinem Wesen lag so viel Schüchternheit, daß er es nicht wagte, sich in eine Reihe mit den Kühnen, den Mutigen und Unternehmenden zu stellen. So manche anmutige Erscheinung war ihm gefährlich geworden, er hatte viel Herzblut vergossen in stillem Entsagen. Nun war er müde geworden, nun hoffte er nichts mehr. Wunschlos gedachte er seinen Weg zu gehen, ein,am sein Leben zu beschließen. Und doch war er nicht alt, kaum vierzig. Langsam sank die Dämmerung, den letzten, rötlichen Tagesschein verschleiernd. Und weiter fielen die Blätter still, geräuschlos, gespenstisch. Professor Friedrich Ignatius schritt langsam vorwärts. Mit seinem Stock'rührte er mechanisch in dem gelben und roten Laub umher, das die Wege fast leuchtend hell machte, wie Zauberpfade. Kleine bunten Wellen strudelten auf und ließen den braunen Sand des Bodens sehen. ' „ Plötzlich stieß der Stock gegen etwas Hartes. Der Professor bückte sich. Zwischen den welken Blättern, gleichsam bekränzt von verwesendem Laub lag ein schwarzes Herz, eme Kapsel aus dunklem Silber mit einem winzigen Brillantsternchen. Ein Druck aus die Feder: das Herz öffnete sich und zeigte in seiner linken Hälfte eine blonde Locke, in der rechten em Frauenbildnis. Der Professor führte die Kapsel nahe zu seinen etwas kurzsichtigen Augen. Der letzte Tagesschimmer ging über das Antlitz der Dargesteltzen und färbte es mit leiser Lebens^- fcirbc — Merkwürdige Züge! Bon Stolz gleichsam geschwellt und daneben ein weiches, betrübtes Mündchen, Lippen, die sich sehnten nach Zärtlichkeit und Küssen, Augen, die von himmlischem Weinen erzählten. Friedrich Ignatius stand und betrachtete das Bild und konnte sich nicht genug thun mit Schauen. Da erlosch plötzlich der Tag. Es wurde finster, ganz plötzlich, wie es der Herbst mit sich bringt. . . Der Professor schloß die Kapsel und steckte sw in seine linke Westentasche. Sein Herz pochte gegen das fremde schwarze Herz jugendlich lebhaft, rasch, immer rascher — — Mit unruhigen Schritten wandte er sich der Stadt zu. An dem Abend ging er nicht zu seinen Freunden an den Stammtisch. Eine gehobene Stimmung beherrschte ihn, er empfand etwas Feierliches, etwas, das keine Störung vertrug, keine profane Berührung. c Nachdem er zu Nacht gegessen, legte er das schwarze Herz vor sich hin und betrachtete den Frauenkopf darin. Schließlich hob er die beiden Glasplättchen ab —, das Bildnis und die Locke fielen heraus.. ., Der Professor erschrak fast, als er das weiche dichte Haar zwischen seinen Fingern spürte. Ein seltsames Gefühl erregte ihn. Etwas Lebendiges, etwas Körperliches war ja diese Locke. Sie war vom Haupt einer lebenden Frau geschnitten. Einer lebenden Frau? Wer bürgte ihm dafür? Konnte das schwarze Herz nicht dem Andenken einer Toten geweiht sein? Hastig griff er nach dem Bildchen, wendete es —, keinerlei Inschrift oder Widmung zeigte sich darauf, nur die Firma eines bekannten Photographen befand sich auf der Rückseite. Als der Professor schlafen ging an dem Abend, legte er das schwarze Herz neben sein Bett. Es spielte noch eine Rolle in seinen Träumen. Er sah es wachsen, wachsen und eine Frauengestalt entlassen — hoch und schlank und in einen Mantel wallenden blonden Haares gehüllt. Er breitete die Arme aus nach der Gestalt — da erwachte er. Sein Entschluß stand int Augenblick fest. Mit dem frühesten, noch bevor er zur Universität ging, wollte er bei dem Photographen vorsprechen, der das Bild angefertigt, ihn befragen, wen es darstelle. Das Herz mußte seinem Eigentümer ober derjenigen, die. es verschenkt hatte, zurückerstattet werden auf jeden Fall. Er konnte sich unmöglich der Fund-Unterschlagung schuldig machen, so sehr es Friedrich Ignatius auch lockte, mindestens das weiche blonde Haar, das sich ordentlich zärtlich um seinen Finger geringelt hatte, zurückzubehalten. Schnell und bereitwillig gab der Photograph die gewünschte Auskunft. Die Dame, welche das Bild darstelle, sei eine Fran Thalberg. Zur Zeit der Anfertigung des Bildes habe sie in der Parkstraße 13 gewohnt, Billa Sanssouci. Der Professor klappte das Herz zu. „So. Ich danke Ihnen". Und er entfernte sich hastig. Am liebsten hätte er die schwarze Kapsel wieder an den Fundort zurückgetragen, zu den verdorrten Blättern. Kein Gedanke daran war ihm ge- Diesem Wunsche können wir gewiß entsprechen, erwiderte Mildred mit einem fragenden Blick nach ihrer Mutter. , t Gewiß Millie, bestätigte dtese, und totr sind Fraulein Wetheridge für ihren Besuch sehr zu Dank verpflichtet. Ich danke Ihnen, erwiderte die Fremde herzlich. Auf dieser Karte finden Sie meine Adresse, sowie nähere Angaben über unsere Kirche, die Stunden des Gottesdienstes und so weiter. Bitte, fragen Sie am nächsten Sonntag nach mir, wir wollen beisammen sitzen, damit Sie sich nicht fremd fühlen. Nach dem Gottesdienst werde ich Sie dem Geistlichen vorstellen. Es war meine Pflicht Sie zu besuchen, da Sie in meinem Distrikt wohnen, jetzt aber wird es mir ein Vergnügen sein. Sie werden immer willkommen sein, erwiderte Mildred, soviel wenigstens kann ich Ihnen versprechen. Miß Wetheridge hatte den Handschuh abgenommen und verabschiedete sich mit warmem Händedruck von Frau Howell und Mildred. Dann winkte sie den Kindern freundlich zu, doch plötzlich beugte sie sich herab und küßte sie. Ich finde nicht oft so küßbare Kinder, sagte sie errötend, und konnte der Versuchung nicht widerstehen. Während des übrigen Tages erschien das Zimmer heller als gewöhnlich. Mildred, ich denke, wir gehen zu ihrer Kirche, sagte die Mutter. Gewiß, es war so angenehm, wieder jemand von unserer Klasse zu sehen und zu hören, man fühlt, daß man nicht durch einen Abgrund davon getrennt ist. Ich sehne mich wirklich zuweilen nach etwas anderem, als was dieses alte Haus enthält. Am folgenden Sonntagnachmittag ging sie mit ihrer Mutter und Bella in die Kirche, wo sie ihre neue Freundin vorfand. Der Pastor, Mister Wentworth, war nicht von jenem hochgewachsenen, hageren Typus und sprach, wie ein vernünftiger, praktischer Mann reden würde über eine Sache, an die er fest glaubt. Man hatte nicht den Eindruck, eine vorher auswendig gelernte Predigt zu hören. Nach . dem Segen kam er von der Kanzel herab, um sich mit den Gemeindegliedern, die ihn zu sprechen wünschten, zu unterhalten. Er sprach wenig und einfach, aber Frau Howell und Mildred fühlten, daß dies der Ausdruck christlichen Geistes und wahren Interesses war. Bella geriet unwillkürlich etwas in den Hintergrund. Sie verbeugte sich sehr förmlich, als sie vorgestellt wurde, aber der Geistliche reichte ihr mit einem offenen, freundlichen Lächeln die Hand. Miß Bella, sagte er, ich kenne Sie und möchte wünschen, daß wir gute Freunde werden. Gern, erwiderte Bella, aber ich bin nicht so gut, wie meine Schwester. Der Geistliche lachte herzlich. Das ist ein Grund mehr, daß ich zu Ihnen kommen muß, sagte er. Nun gut, aber dann bitte ich, abends zu kommen, denn ich möchte nicht um die Welt Ihren Besuch versäumen. Gewiß! Er bezeichnete einen der nächsten Abende, und nun wandte er sich an Frau Howell: Meine Freundin Miß Wetheridge, hat mir mitgeteilt, in welcher Absicht Sie unsere Kirche besuchten. Wir üben keinen Zwang aus, außer einer herzlichen Einladung, sich uns anzuschließen. Es ist eine große Wohlthat, eine kirchliche Heimat zu haben. Sie haben nicht nötig, sich sogleich zu entscheiden, aber kommen Sie ab und zu und vielleicht werden Sie sich bei uns heimisch fühlen. Einen Augenblick darauf sprcwh er ebenso freundlich, aber doch in anderer Weise mit einem ärmlich gekleideten Mann. Der Geistliche verstand es, einen Fischzug auf Menschen zu führen. Kaum war Bella auf der Straße, als sie rief: Das ist ein wirklicher Diener des Herrn, ja — ja — das ist ein Mann! Fortsetzung folgt. 40 Kimmen, daß das Urbild des kleinen Portraits verheiratet sein einem Manne angehören könne. . . In tiefer Verstimmung begab fid) Professor Ignatius an Mn gewohntes Tagewerk, hielt seine Vorlesung im Hörsal der Universität und lockte auf die jugendlichen Gesichter der Studenten Fröhlichkeit, indem er bedeutsamere Proben seiner sprichwörtlichen Zerstreutheit ablegte, als sonst. Dann machte er einen kleinen Spaziergang und entschloß sich endlich, in Billa Sanssouci anzuklopfen, um das schwarze Herz abznlicfern. Er hätte Jahre semes Lebens geben mögen, nm die Frau mit deni Stolz in den Zugen und den zärtlichen Augen einmal zu sehen. Vielleicht gelang es. Mindestens wollte er einen Versuch machen. Er übergab dem öffnenden Diener seine Karte mit der Bitte, ihm der gnädigen Frau zu melden. Die ganze Gleichgültigkeit vornehmer Dienstboten auf dem Gesicht, entgegnete der Gallonierte, daß die Gnädige seit etwa einem Jahre nicht mehr hier wohne. Herr Thalberg sei gestorben, der größere Teil der Erbschaft und das Haus an die Brüder des Toten gefallen. Der Professor bekam einen Ruck durch den ganzen Körper. „Tot, gestorben. Vor einem Jahr. Und wo wohnt die gnädige Frau letzt?" Er notierte sich die Adresse, dann ging er davon, mit leichten jugendlichen Schritten, wie beschenkt. Und sein Herz klopfte abermals gegen das fremde schwarze Herz, so rasch, wie es seit seinen Studientagen nicht gethan, als ihm der Himmel noch voller Geigen hing. Es war ein einfaches, Haus, das die verwitwete Frau Thal- verg bewohnte, aber lauschig inmitten eines buschreichen Gärtchens gelegen. Nur wenige Minuten hatte der Professor in einem mit sehr viel persönlichem Geschmack eingerichteten Salon zu warten, als ihm das Urbild des Portraits entgegentrat, schlicht und bescheiden gekleidet, und doch wie im Festschmuck durch die Krone reicher blonder Zöpfe, welche festgeflochten über der Stirn lagen. „Ich habe nicht die Ehre, Herör Professor Ignatius zu kennen", iagte eine zögernde Stimme. Der Angeredete verfügte zum ersten Mal in seinem Leben über Formen, Weltgewandtheit. Ein Löwenmut erfüllte ihn, gab seinen Augen Feuer. „Es ist auch nichts als ein Zufall, der mich Herfahrt, meine gnädigste Frau". Er griff in seine Westentasche. Sonderbarerweise empfand er keinen Schmerz, als er sich nun anschickte, sich von dem Herzen und dessen köstlichem Inhalt zu trennen. „Gestern fand ich auf einem wenig betretenen Wege des Stadtparks dieses Herz, und es gelang mir, mit Hilfe des Photographen festzustellen, wen das darin enthaltene Portrait darstellt, — Sie, meine Gnädigste". Die junge blasse Frau errötete jäh beim Anblick der Kapsel. Dann senkte sie den Kopf. „Sie haben das Herz gefunden. Sie? Wie merkwürdig". Und sie verstummte. Durch das Zimmer huschten Sonnenstrahlen, spannen Netze um die zwei Menschen---Die alte Verlegenheit wollte zu dem Professor zurückkehren, da hob die junge Frau entschlossen den Kopf. „Ich will aufrichtig sein. Ich habe au dieses Herz einen Aberglauben geknüpft, in dem Augenblick, als sein Besitzer es achtlos fortwarf". Sie legte die Kapsel auf den Tisch, der neben ihr stand. „Ich — ich war keine glückliche Frau. In jugendlicher Verblendung reichte ich einem Manne die Hand, weil seine Außenseite bestechend war, weil alles glänzte, was er mir bieten konnte. Furchtbare Enttäuschungen folgten einem kurzen Glück, — mein Stolz wurde bis in den Staub gebeugt. Nach schweren Kämpfen faßte ich den Entschluß, in die Einfachheit meiner Mädchenjahre zurückzukehren. Doch ehe ich eine Trennung ins Werk setzen konnte, kam eine gewaltigere Hand und handelte für mich — die Hand des Schicksals. Mein Mann starb plötzlich, — von einem Gelage fort holte ihn sich der Tod. Es hatte heftige Aussprachen zwischen uns gegeben, immer wieder bestürmte mich der Unselige, ihn nicht zu verlassen, trotzdem seine Handlungen niemals aus echte Reue deuteten. Bei einer derartigen Auseinandersetzung, die der Dienstboten wegen im Park stattfanden, brachte meine kühle Haltung den schon Aufgeregten in Wut. Er schleuderte das Herz mit meinem Bild, das er bis dahin an der Uhrkette getragen, von sich. —- Es war ein Geschenk von mir, das letzte, mit dem ich ihn hatte mahnen wollen an seine Pflicht, die er nur zu oft vergessen. Ich sah das Herz durch die Lust fliegen, ich sah ein paar welke Blätter darauf niederfallen, es verbergen —" Die junge Frau blickte klar und ehrlich in die Augen des vor ihr Stehenden. „In dem Moment knüpfte ich einen Aberglauben an den verschwundenen kleinen Gegenstand. Wer mir das Herz etwa wiederbringen würde — woran ja kaum zu denken war — der sollte mein Freund werden, wenn es ein Mann, meine Freundin, wenn es eine Frau wäre". Der Professor verneigte sich. „Ich hoffe, mich dieser Ehre nicht unwürdig zu zeigen, gnädigste Fran". Eine stürmische Freude erfüllte seine Brust. Dankbar nahm er den Platz an der ihm geboten wurde. Ein ungezwungenes Gespräch entspann sich. Diese reizende Frau, bte früh den Glanz und die Pracht, das Talmi am Leben verachten und von sich werfen gelernt hatte, gab sich so natürlich daß der Professor einen guten Kameraden vor sich zu sehen glaubte, mit dem er über alles sprechen konnte, was ihn erfüllte Und das schwarze Herz lag auf dem Tisch zwischen beiden. Emer der so reich ins Zimmer fallenden Sonnenstrahlen küßte es plötzlich und ließ den Stern in seiner Mitte ausleuchten. Da erhob sich der Professor. Aber er kam wieder. Oft. Bald täglich. Und als sich der Herbsttag jährte, an dem er unter dem roten Herbstlaub das schwarze Herz gefunden, da standen an der einsamen Wegstelle zwei hohe Gestalten, Arm in Arm: Herr und Frau Professor Ignatius. Literarisches. Als zweiter Band des neunten Jahrgang der Veröffentlichungen des „Vereins der Bücherfreunde", (Geschäftsleitung: Verlagsbuchhandlung Alfred Schall, Königl. Preuß. und Herzogs. Bayer. Hof - Buchhändler), Berlin, erschien soeben: ,,Sch lag- licht er". 22 Erzählungen von Mary Gerhardt. Umfang 23 Bogen. Preis geheftet Mk. 3.—, gebunden Mk. 4.—. Für Mit- gneder des „Vereins für Bücherfreunde" kostet der Band nur 1 Mk. 85 Pf. geheftet und 2 Mk. 25 Pf. gebunden. Der „Verein der Bücherfreunde", welcher seinen neunten Jahrgang mit dem bedeutenden historischen Roman „Der Reichskanzler in Kifsingen" begonnen hatte, bringt als zweiten Band eine treffliche Novellensammlung. Wie im Leben Licht und Schatten wechseln, so wechseln auf den Blättern dieses Buches ernste und heitere Bilder aus dem Leben in bunter Folge. Ein Vorzug dieser Erzählungen ist es, daß ste mcht erdachte Situationen und Vorkommnisse, sondern eigene wirkliche Erlebnisse und Beobachtungen schildern und im wirklichen Sinne des Wortes lebenswahr sind. Die Autorin sührt «ich mit diesem Werke in die Öffentlichkeit ein, und wir können ihr hierzu Glück wünschen.. Die Lektüre dieses Buches ist ein hoher Genuß und hinterläßt nachhaltigen Eindruck. Wer eine Erzählung wie z. B. „Schloß Felseck" verfassen kann, der kann sich getrost unter die besten Schriftsteller unseres Volkes rechnen. Dem „Verein der Bücherfreunde" wollen wir aber auch nicht unterlassen Glück zu wünschen, daß er ein Talent wie Mary Gehrhardt gewonnen hat. Die Leitung des Vereins beweist damit wiederum, daß sie mit größtem Verständnis auch gute jüngere Kräfte unserer Schriftstellerwelt zur Geltung zu bringen sucht. Näheres über den „Verein der Bücherfreunde" teilt dessen Geschäftsleitung gratis und franko mit. 'L^gerlieder _ Nigger Songs", volkstümliche, zum Teil auch bei uns wohlbekannte Gesänge ernster iiub heiterer Art, erschienen mit beigefügter, ber Melodie angepaßter deutscher Uebersetzung im Verlag von Max Brockhaus in Leipzig. (Heft I: 3 Mark.) Die Refrains der von einer Männer- oder Frauenstimme vorzutragenden Lieder sind mehrstimmig gesetzt, sodaß sich die originellen Gesänge vorzüglich für Aufführungen in geselligen Kreisen eignen. Der auf dem bunten Umschlag hergestellte flotte Neger wird manchem kostümierten Sänger als Vorbild dienen. Der gleiche Verlag versendet „FrauMusicain Freud und Leid", für Deklamation für Klavier ober Violine (ober mit beiben Instrumenten) von A. Weweler. (2 Mark.) Die hübsch empfunbene Dichtung wirb gleichsam illustriert burch bekannte Melobien, bereu — nicht melobramatische —. Wiedergabe sich auch ber bescheibenste Dilettant zutrauen bars. Diamanträtsel. Nachdruck verboten. Die wagerechte und fentrci deutung. Auflösung in In die Felder nebenstehender Figur find die Buchstaben a a, d, e e e e, f f, g g g, k k k, n n, o, p p, r r r, u, w derart einzutragen, daß die einzelnen Wörter der Reihe nach folgendes ergeben: 1. Einen Buchstaben. 2. Biblischen Namen. 3. Ein Küchengewächs. 4. Wohlschmeckenden Fisch. 5. Heilige Handlung. 6. Ein Verbindungsmittel. 7. Einen Buchstaben. t Mittelreihe haben die gleiche Be- ächster Nummer. Auflösung des Versteckräisels in voriger Nummer: An Gottes Segen ist alles gelegen. Redaktion: ®. Burkhardt. — Druck und Verlag der Brühl'schm Univcrfitäts-Buch- und Steindruckerei (Pietsch Erben) in Bietzen.