(Nachdruck verboten.) Unter dem Schwerte der Themis. Roman von Reinhold Ortmann. 1 (Fortsetzung.) Gin gelangweiltes „Herein!" antwortete ihm auf sein Klopfen, und von dem Ruhebett her, auf dem er rauchend und lesend gelegen hatte, streckte ihm Sandory die weiche, wohlgepflegte Hand entgegen. „Sie entschuldigen wohl, wenn ich mich nicht zu Ihrer Begrüßung erhebe, lieber Freund! Das gestrige Fest steckt mir noch ein wenig in den Gliedern. Da — nehmen Sie sich eine Zigarre oder eine Zigarette — ganz nach Belieben! Und wenn Sie Lust haben, irgend etwas zu trinken —" „Ich danke für alles, Herr Sandory! Ich bin nur heraufgekommen, weil ich! Sie um eine Auskunft bitten möchte. Aber Sie dürfen mich nicht auslachen. Es ist doch sicherlich nicht wahr,. daß Frau Pollnitz und ihre Tochter die Stadt verlassen haben?" Er schämte sich fast, das unsinnige Geschwätz jenes boshaften Weibes nachzusprechssn. Sandory wandte ihm sein Gesicht zu und sagte lächelnd: „Gewiß ist es wahr, mein bester Herr Ruthardt! Sie sind auf und davon wie ein paar rechte Zigeunerinnen. Nicht einmal mir, ihrem besten Freunde, haben sie ein Wort des Abschieds gegönnt. Ich! hätte mich beinahe darüber geärgert, wenn es mich nicht gleichzeitig so sehr belustigt hätte. Es toctr doch ein ganz verteufeltes Weib, diese dicke Anstandsdame und zärtliche Mutter Ihres ausgezeichneten Stadttheaters." Sigismund saß ihm gegenüber mit geisterhaft großen Augen und zitternden Lippen. Er drehte seinen Hut zwischen den Händen und schluckte, als ob ihm etwas Fremdes in der Kehle säße, das ihn am Sprechen verhinderte. Sandory nahm sich eine neue Zigarette, und indem er sie sehr aufmerksam betrachtete, bevor er sie anzündete, plauderte er weiter: „Uebrigens war es fast vorauszusehen, daß dies eines schönen Tages das Ende sein würde. Sie steckten ja bis über die Ohren in Schulden, und man hätte ein Vermögen daran weichen können, um sie herauszureißen. Die Bedürfnisse solcher Damen gehen immer ins Angemessene. Das ist wie ein Faß ohne 1900, i offnitng auf Hoffnung geht zu Scheit«, Aber das Herz hofft immer weiter; Wie sich Wog' über Woge bricht, Aber das Meer erschöpft sich nicht. Rückert. Boden. Diese kleine Elli mit ihren Märchenaugen dürfte noch manchen ruinieren." „Sie meinen also, daß es sich um eine Flucht handelt — um eine wirkliche Flucht, und daß sie — daß sie Nicht wiederkommen werden?" „Sie werden sich! hüten. Die undankbaren Walden- berger, die Fräulein Wlis Talent und besonders ihre Schönheit so wenig zu würdigen verstanden, werden nie mehr des Glückes teilhaftig werden, Mutter oder Tochter in ihren Mauern tzu sehen." „So wissen Sie vermutlich! auch nicht, wohin sich die Damen gewendet?" „Nein! Wer seinen Gläubigern durchgehen will, pflegt nicht an die große Glocke zu hängen, welches Reiseziel er sich ausersehen hat. Mer ich vermute nach gewissen Andeutungen, daß Frau Pollnitz ihr Heil diesmal im Auslande versuchen wird. Noch in den letzten Tagen war sie eifrig bemüht, eine größere Geldsumme aufzutreiben, und wenn ihr das mit Hilfe von Fräulein Ellis schönen Augen wirklich gelungen sein sollte, so dürften sie fid) aufgemacht haben, den sagenhaften Gatten und Vater jenseits des großen Wassers zu suchen." Sigismund Ruthardt legte für einen Moment die Hand an die Stirn. Dann stand er auf. „Ja, ich! glaube wohl, daß es so ist, und ich bitte um Entschuldigung, daß ich Sie gestört habe. Wer was Ihre Aeußerungen über Fräulein Elli betrifft, so möchte ich! Ihnen doch sagen, daß Sie sich in einem Irrtum befinden. Selbst wenn die Mutter unehrenhaft gehandelt haben sollte, auf die Tochter kann gewiß nicht der geringste Makel fallen. Ich bitte Sie von Herzen, das allen Leuten zu wiederholen, die in der Folge vielleicht geneigt sein könnten, Fräulein Pollnitz etwas Uebles nachzusagen." Seine Stimme bebte seltsam, während er die letzten Worte sprach Ohne daß er es beabsichtigte oder dessen auch nur inne wurde, war eine gewisse düstere Feierlich keit in seinem ganzen Wesen. Sandory ließ ihn bis zur Thür gehen; dann richtete er sich aus seiner bequemen Lage empor und rief ihn an: „Hören Sie, Mein lieber Herr Ruthardt, bleiben Sie doch! noch ein wenig! Nachdem ich! Ihnen Ihre Fragen nach bestem Wissen und Gewissen beantwortet habe, möchte ichi nun auch'meinerseits gern einiges von Ihnen erfahren. Aber Sie sollen mir zuvor bestätigen, daß Sie mich für Ihren Freund — für Ihren aufrichtigen Freund halten. Können Sie das über sich gewinnen?" „Müßten Sie es denn nicht für eine Beleidigung nehmen, wenn ich; verneinte?" „Nun also! Und als Ihr Freund würde ich mich geradezu eines Verbrechens schuldig machen, wenn ich Sie in solchem Zustande fortgehen ließe. Es: ist ja wahrhaft erbarmungswürdig, wie diese Geschichte Sie mitnimmt. — 662 — Davon, daß es schpn so tief bei Ahnen säße, hatte ich wirklich keine Ahnung." „Aber Sie sind int Irrtum", stammelte Sigismund, „ich gebe Ihnen die Versicherung —" „Nichts da!" wehrte Sandory ab. „Glauben Sie, einen Mann von meiner Erfahrung hintergehen zu können? Die ganze Herzenstragödie steht Ihnen ja auf dem Gesicht geschrieben. Und was da etwa noch fehlt, kann ich mir» aus der Erinnerung an meine eigenen Jugendeseleien leicht genug ergänzen. Dergleichen müssen wir alle durch- machen, das ist wie ein Naturgesetz. Und man braucht es, wie der Stahl den Hammer braucht, wenn es "einem auch zuerst nicht ganz leicht wird, das einzusehen. Also fassen Sie Vertrauen zu mir, mein Junge, und reden Sie sich alles vom der Keele weg! Das ist das beste, was man in solcher Lage thun kann." Aber Sigismund schüttelte verneinend den Kopf. „Ich zweifle nicht, daß Sie es gut meinen, aber wenn es sich! . auch so verhielte, wie Sie annehmen — davon kann man nicht sprechen, Herr Sandory!" „So will ich Ihnen die Beichte leicht machen; es ist genug, wenn Sie Ja oder Nein dazu sagen. Also diese kleine Nixe hat Sie am Narrenseil herumgeführt, hat Ihnen eingeredet, daß sie Ihre Liebe erwidert —" Jetzt siel ihm der junge Kaufmann beinahe heftig ins Wort: „Fräulein Elli hat nichts derartiges gethan, ich schwöre es Ihnen, Sie ist so wenig einer Lüge, als irgend einer anderen unlauteren Handlung fähig. Ich kann es nicht zugeben, daß man sie beschimpft." „Geben Sie mir Ihre Hand, mein junger Freund! Ihre Ritterlichkeit macht Ihnen Ehre, und idy achte Sie darum, wie viel Thorheit auch immer darin stecken mag. Also Fräulein Elli hat Sie nicht verraten. Aber sie ist jedenfalls abgereist, ohne Ihnen Lebewohl zu sagen, und sie wird nach! aller menschlichen Voraussicht niemals wiederkommen. Das Idyll -ist also zu Ende, und es halft nichts, die Ohren hängen zu lassen. Oder haben Sie etwa noch einen anderen Grund, diese plötzliche Abreise der Frau Pollnitz zu betrauern?" Sigismund drehte sein Gesicht zur Seite. „Verlangen Sie nicht, daß ich mich darüber ausspreche. An dem, was einmal geschehen ist, läßt sich nichts mehr ändern." „Also wirklich! Nun, diese zärtliche Mutter ist nicht bedenklich gewesen, das muß man ihr lassen! Sie haben ihr also Geld gegeben — vielleicht eine große Summe?" „Quälen Sie mich" .nicht — ich bitte Sie! Ich kann — ich darf es nicht sagen." „Aber, zum Henker, junger Mann, warum dürfen Sie es denn nicht? Etwa aus Rücksicht auf diese Person, die Sie hintergangen "hat, wie eine ganz gemeine Betrügerin? .Sie sehen doch, daß ich es nicht schlecht mit Ihnen im Sinne habe. Aus bloßer Neugier nehme ich, sicherlich Ihr Vertrauen nicht in Anspruch," „Nun wohl, ich will nicht, daß Sie meinem Schweigen eine Deutung geben, die etwas Kränkendes für Sie hat. Ja, es ist, wie Sie vermuten; und das Geld, das ich; ihr gegeben habewar nicht, einmal das meine. — Und nun lassen Sie mich gehen! Wenn das Idyll zu Ende ist, wie Sie sagen, frommt es auch! nicht, noch, viele Worte darüber zu machen." „Sehr schön! Aber wenn ich Sie nun gehen lasse, was werden Sie dann thun?" „Was für einen Menschen in meiner Lage selbstverständlich ist, Herr Sandory!" „Auf gut deutsch: Sie werden sich eine Kugel vor den Kopf schießen oder dergleichen! Das Leben ist ja in sollhem Fall immer das erste, was ihr jungen Leute wegzuwerfen pflegt." „Ich habe nur noch die Wahl zwischen dem Gefängnis oder dem Tode. Und ich glaube wohl, daß Sie sich ebenso entscheiden würden wie ich!, wenn Sie das Unglück hätten, in meiner Haut zu stecken." „Schwerlich! Man müßte mir denn zuvor die unumstößliche Ueberzeugung beibringen können, daß mit einem solchen Pistolenschuß auch! wirklich! alles zu Ende sei. Aber ich gebe zu, daß ich kein mustergiltiges Vorbild bin, und wir wollen meine Person darum ganz beiseite lassen. — Jenes Geld war dach Eigentum Hhres Vaters?" „Nein! Es war mir von meinem Chef anvertraut Wörden, damit ich. eine binnen kurzem fällige Versicherungsprämie davon bezahle." „Wie groß war die Summe?" „Zweitausend Mark." „Die Sie dem Weibe natürlichst bis aus den letzten Groschen ausgeliefert haben?" „Ja! Frau Pollnitz versprach! das Darlehen innerhalb einer Woche zurückzuerstatten, und ich hoffte, daß eine Entdeckung vorher nicht erfolgen würde." „Ein Genie — diese Schauspielerin! Sie haben keine Aussicht, den Betrüg zu ersetzen, auch wenn Sie sich Ihrem Vater entdecken?" „Meinem Vater?" ries Sigismund schmerzlich aus. „Ah, wenn Sie ihn kennten, so hätten Sie diese Frage nicht an mich gerichtet." „Gut denn! So werde ich; . Ihnen das Geld geben — leihweise natürlich und gegen die Verpflichtung, daß Sie es mir zurückzahlen, sobald Ihre Mittel es Ihnen gestatten." Sigismund eilte auf ihn zu und erfaßte mit beiden Händen seine Rechjte. „Das ist ein großmütiges Anerbieten. Ich danke Ihnen dafür aus der Tiefe meines Herzens. Aber annehmen kann ich es nicht." „Wie? Haben Sie sich! in die poetische Vorstellung des Totschießens schon so verliebt, daß Sie sich nicht mehr davon losmachen können? Dann habe ich mich in der Schätzung 'Ihres Charakters allerdings getäuscht, junger Mann!" „Sie sollten mir nicht zürnen; denn es würde mir sehr weh thun, gerade Ihnen, der Sie so edelmütig gegen mich! gewesen sind, eine schlechte Meinung zu hinterlassen. Aber Sie müssen doch einsehen, daß ich nicht anders kann. Ich würde vielleicht erst nach Jahren im stände sein. Ihnen das Darlehen zurückzugeben. Und wenn Sie es auch; daraufhin wagen wollten was wäre mir am Ende damit geholfen? Ob meine Unredlichkeit öffentlich bekannt wird oder nicht, aus meinem eigenen Bewußtsein kann ich! sie doch nicht tilgen. Und was ist an dem Dasein eines Menschen gelegen, der sich selber verächtlich geworden ist?" Sandory stand auf und trat dicht vor den Verzweifelnden hin. „Nun hören Sie mich; einmal an, junger Freund! Alles, was Sie sich und mir da von verlorener Selbstachtung und dergleichen einreden wollen, ist gar nicht Ihr Ernst. Denn Ihr Vergehen war die Dummheit eines verliebten Thoren, aber keine Schlechtigkeit. Tausend andere würden in der nämlichen Versuchung genau so kläglich unterlegen sein wie Sie, und mit den Angst, die Sie bis zu diesem Augenblick ausgestanden haben, ist Ihr Verbrechen hinlänglich gebüßt. Aber es paßt Ihnen gar nicht schlecht, daß Sie in Ihrer unverzeihlichen Schuld einen so tragischen Vorwand haben für Ihre verrückten Selbstmordabsichten. Als Sie hörten, daß der Gegenstand Ihrer Anbetung Ihnen für immer entschwunden sei, da kamen Sie ohne weiteres zu dem Schluß, daß nun alles aus sei, und daß von einem Leben ohne Elli überhaupt nicht die Rede sein könne. Ein Pistolenschuß oder ein Sprung ins Wasser ist für einen verratenen Liebhaber in Ihren Jahren immer der selbstverständlichste Ausweg. Aber erinnern Sie sich gefälligst, daß auch noch andere Leute außer Ihnen aus der Welt sind — zum Beispiel Ihr Vater öder Ihre Mutter; Leute, die .eg wahrscheinlich nicht um Sie verdient haben, daß Sie ihnen einen solchen Kummer zufügen. Bieten Sie Ihre dichterische Phantasie auf, um sich die Szenen vorzustellen, deren Schauplatz Ihr Elternhaus sein würde, und wenn Sie das alles gethan haben, dann schjämen Sie sich; ein bißchen, und danken Sie dem Himmel, daß hier zufällig jemand ist, der Ihnen aus der Patschje helfen will. Aber vergönnen Sie sich Nicht zu viel Zeit zum Ueberlegen; denn mir ist an einem Manne nichts so gründlich! verhaßt, als haltlos umhertappende Gefühlsduselei! — Hier sind zwei Tausendmarkscheine, und da ist der Schreibtisch, an welchem Sie mir den Schuld- - Ö63 — In früheren Zeiten, wo es nur wenige Aerzte gab, und wo das Landvolk fast ganz der ärztlichen Hilfe entbehren mußte, waren die Bittermittel die getreuesten Schätze der Bevölkerung. Man war sich damals sehr wohl dessen bewußt, daß die meisten und verhängnisvollsten Krankheiten uns dem Magen kämen, und so liebte man es, auch den geistigen Getränken für die gesunden Tage Abkochungen dieser Mittel beizufügen. Die neuere Arzneikunde hat die alten Erfahrungen sich zu nutze gemacht und so bilden auch heute die bitteren Tinkturen bei den Aerzten eine beliebte Verordnung, die ihren Erfolg nur selten vermissen läßt. Freilich zu täglichem Gebrauch waren solche Mittel bisher nicht zu verwenden. Es war daher ein sehr bedeutungsvolles Problem, wie man die in vieltausendjährigem Gebrauch erprobten Mittel auch zu einem Haustrunk vereinigen könnte. Freilich konnten die Angaben der Schäfer und Bauern —der Schöpfer unserer modernen Wasserbehandlung Vincenz Prießnitz war ein schlichter Ackerbürger — nicht ohne weiteres angenommen werden. Es mußte nicht nur die Wirkungsweise im allgemeinen untersucht werden, sondern vor allem ihr Einfluß auf die einzelnen Krankheiten. Ein Segen für die leidende Menschheit kann somit die Naturheilmethode nur werden, wenn sie von einem umsichtigen und verständnisvollen Arzt je nach dem Einzelfall angewendet wird. Ein tüchtiger Arzt wird im Wasser und' in der Massage immer nur eine Unterstützung für sein Heilungsbestreben sehen. Leider hat der ungeahnte Erfolg der Wasserheilkunde auch sein Schlechtes gezeitigt. Man glaubte nun ganz und gar auf die früheren Arzneien verzichten zu können und sprach sogar davon, daß es geradezu Sünde sei, „mit Giften" dem menschlichen Körper zu kommen. Gewiß lächeln die heutigen Aerzte über die Rezepte, wie sie noch, vor sechzig Jahren verordnet wurden. Da wurden oft 10—20 vreschiedene Medikamente zusammengemischt, ohne Bedacht darauf, ob sie sich, nicht geradezu in ihrer Wirkung aufhoben. Der moderne Arzt dagegen sieht gerade in der Einfachheit seiner Verordnung die beste Gewähr für chre sichere Wirkung. Wenn er sich auch,' nicht der Be- Ein solches Präparat liegt nunmehr in dem sogenannten „Ma gen do ktor" vor, der von dem Barmer Apotheker W u r m hergestellt wird und die Anerkennung vieler Mediziner gefunden hat. Es toitb' bei dessen Zubereitung der Grundsatz verfolgt, nicht nur die einheimischen Pflanzen zu gebrauchen: Wachholder, Krauseminze, Pfefferminze, Fliederbeere. Sondern: wo immer auf der Welt ein Bitterkraut sich bewährt hat, wird es dabei in geschickter Konzentration und Zusammenstellung verwertet. Durch Zusatz von Karamel hat der Erfinder erreicht, daß seinem „Magendoktor" jener widerlich-bittere Geschmack fehlt, der für die heilkräftigen Bittertinkturen kennzeichnend ist Ein niedriger Alkoholgehalt, etwa 30 Prozent, steigert nach bekannten wissenschaftlichen Gesetzen die Wirkung der aromatischen Bitterstoffe auf Magen und Darmkanal aufs höchste. w ™ nSS.ft8roffc?' S* 18F5 I nubu„g der pWüMfch-n M-chodm »erschlicht, fo »et< ®nA,91SKi’Ste®ärS‘* toie ? I Darin iinterscheidct'stch -^n^d«r"M9Msch^«m"den9Ti-rm Atemzuge K SÄ’Ä Ä * »«IW», d°S Sie in meinen Chu-alte- Uq'-n. 'm» UrÄÄSft S w s-k ***»» »U'wd-tst- notig ä„ h-lten. lieb “S LKW 001 dem .Schreibtisch nieder und warf mit I Lande saust, zwingt der Mensch dazu, daß er ihm Mühlen raschen Federzugen emrge Zeilen auf ein Blatt Papier, treibe. Die wilden Tiere hat er gezähmt, um sw vor den ■ IT” ^nen ersparen; denn alles | Pflug zu spannen. Und da sollte^es eine Sünde sein die nrn haben Ich werde Sie nW I Pflanzen zu verwerten, Korn und Baumfrucht und all die drangen; aber Sie sollen doch ein- I Kräuter! Ja, selbst die giftigsten lernte der Mensch so gedenk blerben, daß Sre mein Schuldner sind. Schreiben I anzuwenden, daß sie für ihn zum Segen wurden — als ^te ^ren Namen darunter, und stecken Sie das Geld | Heilmittel. Seit tausenden von Jahren haben weise iM'prim?aSrMn-ien Einzahlung' bei ber Per- I Frauen und Männer aus Kräutern heilsame Säfte ge- sichierungsgesellschast noch heute leisten. Dann ist die I Wonnen, und wir sollten so einseitig werden nur- dumme Geschichte ein- für allemal abgethan." noch des Wassers und der Knetknren uns bedienen zu Nlrt unsicherer Hand leistete Sigismund die verlangte I wollen! ° Unterschrift. Vor seinen Augen krochen die Buchstaben I Wir brauchen nicht an den Mohn zu erinnern aus so wirr durcheinander, daß er Mühe gehabt haben würde, I dem das Morphium gewonnen wurde, das Milliarden oen Wortlaut des Scheines zu erfassen, auch wenn er I von Menschen die Stunden furchtbarster Schmerlen ge- uberhaupt daran gedacht hätte, ihn zu lesen. Noch bevor I kürzt hat; nicht an die Chinabaumrinde, die das schireck- “ "1? Feder aus der Hand 'gelegt, hatte ihm Sandory I liche Malariafieber, diese Plage der Bewohner sumpfiger das Papier auch schon fortgezogen, um es zu rascherem |l'@egenben, zur Ruhe bringt. Unser deutsches Vaterland Trocknen ern paarmal in der Luft zu schwenken und I birgt eine große Menge von Heilkräutern, die schon in eS baun nachlässig zusammen zu falten. Als wünsche I den grauesten Zeiten der germanischen Völker von klugen er, den Besucher nun so schnell als möglich los zu werden, I Frauen für Kranke — und für Gesunde gesammelt und reichte er ihm daraus zum Abschied die Hand. I benutzt wurden. Ich brauche nur auf den Fingerhut hin- „Keme Redensarten mehr, wenn ich bitten darf! I zuweisen, der das Leben so vieler Herzleidenden auf Jahre Das ist erledigt, und bis zu dem Tage, an dem Sie I hinaus erhalten hat zur Freude ihrer Angehörigen r ®eIb zurückbringen, ist davon zwischen uns I Besonders geschätzt waren bei allen Völkern und zu nicht mehr die Rede." ■ I allen Zeiten die sogenannten Bitterkräuter und die aroma- Er schob ihn fast aus der Thür, und dann streckte I tischen Gewächse. Man denke an die Vanille, die schon er iich wieder bequem auf dem Ruhebett aus, um bei I von der Urbevölkerung Mexikos, den Azteken, von denen einer frischen Zigarette die vorhin unterbrochene Lektüre I heute nur noch wenige Menschenexemplare vorhanden sind von neuem aufzunehmen. I gebraucht wurde; an den Fenchel, der in dem ältesten (Fortsetzung folgt.) I Buch über Heilmittel, dem Papyrus Ebers, schon vor über ___________ I 4000 Jahren gerühmt wird. So lange die Menschheit sich! , | geschichtlich verfolgen läßt, sehen wir sie Zimmt, Jngwer iDtnetfl’rttttef I Melken, Pomeranzen, Enzian, Liebstöckel und Kamille an- n 7I senden; denn die Erfahrung hatte gelehrt, daß diese Von vr. wea. P h. S o g l st r I bitteren Stoffe Appetit und Verbauung anregen und be- Nachdruck verboten. I ianders mit den aromatischen Gewürzen gepaart ünan- , Fu dem letzten Jahrzehnt hat die praktische Medizin I genehme Empfindungen im Magen und Darm beseitiaen eine bedeutende Schwenkung gemacht. Das immer wieder- 1 c—"r------- ° kehrende Geschrei der „Naturheilkundigen" hat schließlich auch die berufene Wissenschaft veranlaßt, die neuen Methoden der Wasser- und Massagebehandlung auf ihre Bedeutung hin zu prüfen. Und es hat sich ergeben, daß in der That die neuen Behandlungsweisen in der Hand geschickter Aerzte zu einer wesentlichen Bereicherung der Heiltechnik führen. — 664 M Samt keine Krage sein, daß ein Schluck dieses neuen und doch so alten Getränkes nach dem Essen ungleich gesünder und anregender ist als die alkoholreichen und wenn guten, so teuren Kognaks. Wir leben heute in einer Zeit schwerer Kämpfe. Die Sorge ums liebe Brot ist jetzt dringlicher geworden denn je. Da fehlt denn die Muße zum Essen. Die ungeheure Hast, die unser ganzes Leben kennzeichnet, hetzt den Bürger nach kurzer Mittagsftist wieder ins Joch der Arbeit. Die Folge bleibt nicht aus; und so sehen wir, wie immer weitere Kreise unter den Erkrankungen der Verdauungsorgane leiden, von deren regelrechten Verrichtungen doch die erforderliche Arbeitsleistung aller Organe abhängt. Ein Blick auf unsere Badeorte zeigt zur Genüge, wohin wir treiben. Gerade diejenigen nehmen den größten, geradezu elementaren Aufschwung, in denen Magenleiden geheilt werden — sollen. Man denke an Kissingen, das vor Jahren kaum jemand dem Namen nach kannte, und das heute mehr als 30 000 Kurgäste aufweist. — Vorbeugen ist besser und leichter als ein eingerissenes Leiden heilen. Da wir aber heute nicht im stände sind, den Gang der Entwickelung des sozialen Lebens zu hemmen, so sollte wenigstens dahin gewirkt werden, daß durch die Wiederbelebung altbewährter Anregungsmittel, zumal wenn sie uns in angenehmer Form geboten werden, der Magen — diese Zentralquelle aller menschlichen Wärme und Kraft in seinem schweren „Beruf»" angeregt und ermuntert wird. GsMsinNÄtziSes. Gesundheitspflege. Ueber Lampenglocken und -Schirme schobt ein praktischer Arzt: Bei Gasbeleuchtung wirken die Bleche schirme in' Bezug auf Lichtvermehrung am günstigsten, zumal da sie auch die Lichtstrahlen auf einen weiten Kreis hin zurückwerfen. Diese reflektierte Lichtmenge tfi geringer bei den weiß lackierten Blechschirmen, größer ber den polierten und bei weitem am größten bei den neusilbernen Reflektoren, das heißt blankpolierten neusilbernen Hohlhalbkugeln. Die sehr flachen Schirme sind wiederum dann den steileren vorzuziehen, wenn die Helligkeit nach entfernteren Teilen ausgebreitet werden soll. Deshalb find sie besonders in großen Arbeitsräumen und Küchen angebracht. Da sie aber auch! je xiaäy der Starke des Reflexes mehr oder weniger Wärme ausstrahlten, welche sich bei den neusilbernen sogar zur Hitze steigert, so sollten sie nur in hohen Räumen verwendet werden, wo sw hoch über den Köpfen der Anwesenden hängen. Ganz zu verbannen dagegen sind sie aus niedrigen Bureaus, tn denen sie sich so dicht an oder über den Köpfen der Schreibenden befinden, daß sie dieselben fortwährend mit einer Glut beißer, ausgetrockneter Strahlen übergießen. Um das Auge, namentlich beim Lesen und Schreiben, vor ,dem direkten Lichte zu schützen, pflegt man entweder gefärbte Glocken anzuwenden, oder über den Glocken farbige Lampenschirme anzubringen. Ich ziehe die letzteren „vor, weil dadurch zugleich, die vom Licht ausgehende Warme zurückgehalten wird, und weil man sie leichter zeitweise entfernen kann, wenn das ganze Zimmer erleuchtet werden soll Und zwar sind einfache, nicht durchlöcherte, fächerartig gefaltete, auf Drahtgestell ruhende Papierschirme Sie geeignetsten. Was die Farbe derselben betrifft, so hat darin schpn der Sprachgebrauch das Rechte getroffen. Wir sprechen von schreiendem Gelb, von brennendem Rot, aber von einem ruhigen Blau und Grün. Wohl vermag eine mit rot- oder rosafarbenem Schirme versehene Lampe über die ganze Stube einen gewissen magischen Schein zu verbreiten, aber für den Studiertisch oder ähnliche Zwecke ist grün und namentlich blau die wohlthuendste Farbe. Auch halten die letzteren Farben die für Kopf und Augen so schädliche Strahlungswärme besser zurück, und , zwar violett 47 Prozent derselben, rot 53, hellblau 58, grün 74 und dunkelblau 81 Prozent. Natürlich darf man den Kopf nie dicht an der Arbeitslampe halten. Leider achten noch immer viele Alen sch,en die Bedeutung der Lampen- glocken und -Schirme für die Schonung der Augen zu gering, um ihr einige Beachtung zu schenken. Erst wenn sich Augenschwäche oder gelegentliches Brennen der Augen einstellt, wird man vorsichtiger. Es sollte doch jeder bedenken, daß wir im Winter einen großen Teil des Tages bei künstlicher Beleuchtung zubringen, und daß daher namentlich eine zu grelle Beschaffenheit derselben durch die Länge der Zeit entschieden einen, schädlichen Einflußauf unser Sehorgan ausüben muß. Wohl soll der Gegenstand unserer Thätigkeit, z. B. Buch! oder Näherei,, stets sehr hell beleuchtet sein, aber unsere Augen selbst müssen durch Lampenschirme gegen den direkten Lichtschein geschützt werden. Ield und Garten. Stachelbeersorten. Der tüchtigste, ja vielleicht der einzige gründliche Kenner der Stachelbeersorten in Deutschland ist der Garteninspektor Maurer in Jena. Die Stachelbeere ist reif so recht die Frucht des armen Mannes: das Pfund kostet wenige Pfennige und ist wohlschmeckend und nahrhaft. Da die Stachelbeere mit geringem Boden vorlieb nimmt, wird sie besonders von kleinen Leuten viel angebaut. Da ist esi sehr zu bedauern, daß in Deutschland eine so sehr große Unkenntnis über Stachelbeersorten herrscht. Man giebt sich nicht die Mühe, darüber nachzudenken, welche Sorte man pflanzen soll — man pflanzt das, was man vom Nachbar umsonst erhält. Und so ist es gekommen, daß die Stachelbeere bei den Feinschmeckern sich keiner Würdigung erfreut. Was auf dem Markte erscheint, ist kleines, weichsich schmeckendes Zeug ohne ausgesprochenes Aroma. — Hier Wandel zu schaffen, versucht in der jüngst ausgegebenen Nummer des praktischen Ratgebers im Obst- und Gartenbau Garteninspektor Maurer. In klaren Worten, begleitet von vortrefflichen Abbildungen, schildert er die fünf für deutsche Verhältnisse anbauwürdigsten Sorten. Er teilt die Stachelbeere ein nach ihren Farben, nach der Schale und der Behaarung, nach der Größe und Form, nach der Reisezeit, dem Geschmack (süß oder säuerlichf-süß, Himbeer-, pflaumen-, aprikosenartig) nach dem Wuchs des Strauches, der Fruchtbarkeit, und lehrt vor allen Dingen, daß wir uns vor dem Anbau von Stachelbeeren über die Zwecke, zu denen wir sie. anbauen, klar werden und darnach die richtige Sorte wählen sollen. Der vortreffliche Aufsatz ist geeignet, Ordnung in das bisherige Stachelbeer-Wirrsal zu bringen. DasGeschäftsamtdespraktischenRatgeberS i n Fr a n k f ür t a. O. versendet auf Wunsch die betreffende Nummer umsonst! Zifferblatträtsel. Nachdruck verboten. I II III IV V VI VII VIII IX X XI XII Statt der Ziffern des Zifferblattes sind die Buchstaben A A, B, E E, I, M, N, R, 8, T, U derart zu setzen, daß die Zeiger bei ihrer Umdrehung Wörter von folgender Bedeutung berühren: 1—7 Berufstitel. 2—3 »Nahrungsmittel. 2—4 bringt der Winter. 4—8 Himmelskörper. 6—9 weiblicher Vorname. 8—10 Nebenfluß der Donau. 10—12 wird bewohnt. 10—1 Gewächs. — 10—7 Architekt. Auflösung folgt in nächster Nummer. Auflösung des Magischen Quadrats in voriger Nummer: Heinze Ursula Neisse Gerber E i s b ä r Nneben Redaktion: E. Burkhardt. — Druck und Verlag der Briihl'schm Universttäts-Buch- und Steindruck,rei (Pietsch Erben) in Gieße«.