(Fortsetzung.) „Letzte Rose, wie magst du so einsam noch blüh'n? Deine lieblichen Schwestern sind längst schon dahin!" — so klagt das viel gesungene irische Volkslied, und bei einigem guten Willen konnte man die allbekannte Melodie unterscheiden, welche in weinerlich näselnden Tönen Frau Therese Thorbecks Finger der Zither entlockten. Wenn sie vor ihrem Instrumente saß, war die übrige Welt sür sie nicht mehr vorhanden, fürwahr! ihr glühender Eifer wäre eines besseren Lohnes würdig gewesen. Sie brachte es nämlich! in ihrer Kunst nicht vorwärts; sie hatte eine gewisse, über die blutigste Anfängerschaft hinausgehende Stufe erreicht, aber über diese kam sie nicht hinweg. Daß sie dies nicht merkte, weil sie sich wie eine Virtuosin erschien, indem sie der Zeit gedachte, wo sie vom Zitherspiele noch, gar nichts verstanden hatte, —: das trug viel zu ihrem Glücke und ihrer Zufriedenheit bei. Eben klopfte es an die Stubenthür. Aber Therese hörte es nicht, denn sie war von ihrem musikalischen Empfinden und vom Zauber ihres Spiels so hingerissen, daß sie die Töne der Zither unwillkürlich mit ihrer Stimme begleitete, die in einem Alt von fast bodenloser Tiese erklang. , , Es klopfte abermals. Da ihr jedoch soeben em Akkord so schön gelungen war, daß sie ihn noch! einigemale hintereinander, und immer lauter und rauschender anschlug, so blieb ihr Ohr gegen jedes Geräusch der profanen Außenwelt taub. „Bravo! bravo!" ließ sich plötzlich eme Stimme vernehmen. „Da fehlt gar nicht mehr viel — und Sie können es im Zitherklub „Orpheus" als Solo vortragen!" Frau Thvrbeck, welche der Thüre den Rücken zugekehrt hatte, wandte sich nach dem unbemerkt eingetretenen Sprecher um. Sie war überrascht, aber nicht erstaunt oder gar zu einer Bildsäule verwandelt. Hätte sie freilich nnt ihren eigenen Augen gesehen, was sich vergangene nacht unweit des Städtchens Wörb ganz in der Nähe des Linden(Nachdruck verboten.) Die Irre von Sankt Rochus Kriminalroman von GustavHöcker. Ar. 100 1900 IBM SBs imrT, w o schwer du auch im Anfang lernst Dich zu gewöhnen, zu ertragen, Noch schwerer ist's, mit ganzem Ernst Dir Liebgeword'nes zu versagen. Otto Roquette. Hofs auf dem Strome ereignet hatte, so würde ihr der Anblick des Mannes, der jetzt vor ihr stand, einen Todesschrecken eingejagt staben, wie ihn nur die plötzliche Erscheinung eines Verstorbenen hervorzurufen vermag, — denn dieser Mann war Herr Titus Allram. Da die junge Frau von der nächtlichen Begebenheit keine Ahnung besaß, so hatte der Besuch, dieses alten Bekannten durchaus nichts auffallendes für sie, außer daß sie in seinem Gesicht einige rote Streifen bemerkte, die von oben nach unten liefen; auf jeder Wange und auch unter den Augen waren mehrere solcher verdächtiger Furchen gezogen. „Ei, Herr Allram!" rief Therese mit einem sehr verwunderten Blicke auf diese seltsame Tätowierung, „was ist denn mit Ihnen geschahen? Ihr Gesicht sieht ja aus, als hätte Ihnen jemand —" „Die Augen auskratzen wollen, nicht wahr?" ergänzte der Detektiv. „Und die Wunden scheinen auch noch ganz frisch zu sein", fügte Therese hinzu, während ihre Verwunderung in besorgte Teilnahme überging. „Sie sind noch keine vierundzwanzig Stunden alt. Ich habe mich gestern abend mit meiner Frau gezankt", sagte Allram mit trockenem Humor. „Ach, Herr Allram, mir das zu sagen!" rief Frau Thorbeck. „Ich weiß ja, daß Sie gar keine Frau haben." Der Detektiv schien nicht geneigt, ihre Neugier zu befriedigen. Er hatte überhaupt große Eile 'oder stellte sich wenigstens so, um Therese dadurch in einen Zustand von Unruhe zu versetzen, welcher ihr keine Zeit und Sammlung ließ, aus die Fragen, die er an sie richten wollte, wohlüberlegte Antworten zu geben. „Nein, ich danke", sagte er, als sie einen Stuhl für ihn zurecht stellte und ihm den (Hut abnehmen wollte, „ich danke, ich kann mich nur einen Augenblick bei Ihnen aufhalten. — Hm! haben Sie mir nicht gesagt. Sie stünden mit Frau Bruscher in Briefwechsel?" Es lag etwas sehr vertrauliches in dieser Frage. „Ja freilich", antwortete Therese ebenso. „Erinnern Sie sich! noch, als Sie mir das schöne Por- zellanservice sür vierundzwanzig Personen zeigten, da sagten Sie, glaub' ich. Sie wären Frau Bruscher noch einen Brief schuldig. Sie haben doch! damals gleich an sie geschrieben?" fügte er rasch und in einem Tone hinzu, als erwarte und stosse er sogar, daß sie dies gethan habe. „Noch an demselben Tage!" beteuerte Therese. „Was wir damals über Fräulein Konstanze Herbronn mit einander gesprochen hatten, das war ein guter Stoff, um Ihre Briefschuld los zu werden, habe ich recht?" Frau Therese schien ein wenig verlegen. „Nun ja", antwortete sie, mit ihrer Brosche spielend, „ich! dachte mir sogleich, es würde Frau Bruscher große Freude bereiten. 398 Im Regen. Skizze von Bruno Wagoner. Nachdruck verboten. Nun waren sie bei, die langersehnten Ferien. Fritz in der Hängematte, aber nicht unter grünem ^.aubdach im Walde, sondern im Schutze der Veranda, an deren Rückwand ein fester Nagel den Halt für das eine Ende des Hängemattenseils bot, während das andere Ende um den hölzernen Pfosten geschlungen war, der das Dach trug. Und gerade über Fritz, da hing , Jecke herab die grünschirmige Lampe, die sich im Wrnoe leise wiegte. Und Fritz sah gelangweilt hinaus und wanderte mit den Angen aufs Meer, denn andere Wanderungen verboten sich ganz von selbst. Es regnete nämlich. Sie vermieden es ^ich'chferülick^u"Äeiaen"'dnck> I lmemCin ä“ sagen pflegt, Bindfaden, immerfort, gleiches, Uw ossenttrch zu zergen, doch .and I maßrg und tn ewigem Einerlei strömte es hernieder und „Auf den Merkurbriefträger?" ergänzte Therese treuherzig. „Ja, von dem 'habe ich ihr natürlich geschrieben, und auch, tote dre einfache Geschichte mit dem Lotteriebriefe Sre darauf gebracht hat" .„Weiter haben Sie ihr nichts über die Sache ge- schrteben?" ■ k,- w , uic junu „Nein, meiter nicbts ick: tniifitp mtrft ;, I Fährmanns übernahm und dem letzteren die seiniae sonst noch hätte darüber schreiben können^ & ' 2 Tn'ttnnh tnnJr s* benr^rm~,TUL' to,eM,:Cm er Sprache, a-ÄÄSrflÄS E7*isschMLSSLV diesen Erinnerungsmalen (er deutete auf fpirr zprfraMpa. 1 -k ,nn^ '^?r.CLFt ^Ee stch vorgestellt, man werde mit dem Gesicht) noch glüÄich davongekommen/" ’ gekratztes Fahrzeuge bet der Sägemühle landen wollen, um ihn dort fo bptTTT esprr 9 snirtp • I fieberen $eh)(ilj'tf(int An bringen, ibn buttb *^)Tobuntieti denn?" ’ ' §erL 2aIram? meinen Ste I mit demTode zu einem Geständniszwingen,wie weiter iü „Sie werden bald Wunderdinae finren I 'emei? .Nachforschungen nach dem Mörder Georgis gekom- große Neuigkeiten !" 9 ) CU' 5raU ^vr6e(f' »ten set und vor welcher Gefahr die beiden Schuldigen sich Er hatte schon den Thürariff in der <->nrrh I nOf^ E hüten hatten, und zuletzt werde man ihn auf „Herrgott, was ist beton ? Wer bat Ihnen denn hns I ,^n9en ünd ihm in irgenb einem Leben nehmen wollen? Wer 'ist bemt die^Plaudettasche?" mitten T®Jab.ber^te"' Daß man ihn „Große Neuigkeiten werden Sie ftnrp« I Ritten ttn Flusse kurzer Hand über Bord werfen werbe. Ihnen, große Neuigkeiten'" $ , ' 9 I ^a^u^-j?+ar er gefaßt gewesen, uttb so vermochte er _ U»d^dr°ußEwo- « - _ L"? UnteneÄ^iSmMetttoTerbKs ™ i6r" I ?™fa“ä bent fluchtigen Gatten andichtete, erkannte Allram als bie- I jemgen Sexauers, ben sie zum Baron stempelte, um ihr W' Lügengewebe zu vervollkommnen; sie wollte sich mit bent 1 Manne, dessen Photographie ihr der Detektiv zeigte, tu fT"er Aett vermählt haben, als er in der Untersuchungshaft saß Mehr bedurfte es nicht für Allram, um sich gegen btese Frau mtt all seinem Mißtrauen uttb all seiner Vor- W zu wappnen. Als bestänbig gefährbeter, oft von . y;mt hinrpt, Rachsucht verfolgter Detektiv, geriet er sogleich auf ben I °s>°nn° ihm hi-r wi-d-r «mm»?-K KfE I .lag gelegt fern. Uttb ba er sich eben anschickte, bie Verfolgung Sexauers aufzunehmen, so vermutete er, bie Gefahr drohe ihm von btefer Sette, und er habe es mit Komplicen des Bankrotteurs zu thun, die ihn unschädlich machen wollten. . Sein Plan war rasch fertig. Er verständigte die Kri- mtnalpoltzet von dem angeblichen Versteck Sexauers im Lmdenhofe und reifte in Begleitung eines Kommissars in Ztvtl, der zur Verhaftung Sexauers Vollmacht hatte, nach Worb, wo beide bereits gegen Mittag eintrafen. (^*>1 (> hötoM-trtknM »3 CI -T- "re... i V • T • * i WM »»ä .Mdäs 8X.SÄX x 9“ .Ms Kfferes thun L-m , L L K Ä SmÄRSS S***- "Ä-5 Cn ®,C "*T i,am Riefen, daß - I SituLAn w?° M°Ä?hm«L°W6cm»***»«» essssssäss*™"*~ssä~"XSass säBS« -- WWSEWS« ÄSÄ.^«Sä von Ihnen. Dagegen hätten Sie über den anderen Ver- 1 Zunächst hatte er dadurch einen Gegner undacht, den ich noch hatte -" Z^lich gemacht, er hatte es also nur noch mit zweien zu ‘ 7 ™ - ■ - - ' thun, wovon der eine nur eine schwache Frau war; gegen den anderen schützte ihn fein sechsläufiger Revolver. Er wollte aber auch, wissen, was Frau Bruscher und ihr Neffe — denn daß er es mit diesen beiden zu thun habe, bezweifelte er kernen Augenblick — mit ihm vorhatten, und dies konnte er ungefährdet beobachten, wenn er selbst die Rolle klatß Vera Nebe slstch von um 1 Dors tourt poeti berto Ein Höhe ans i mal äugte Grüb Perle dem i .topch solche — „9 so Pif Kelle: „Wie denn türme Sei i mit i hochdi liebste auf r et reinst gähne Händ« „da n .die bi Schre fallen „Ich dankb Sie r Sie e Meer« sttll- .zuerst .ich, ei vor n werkle wie g mit b ehe si matte sich n hold, Resert S vor L toiebei müsse: etwa Cachte daß S Sie d Regie: Sträu sogar längst und L nur", größte schöne: die Ei haben. F' 399 Zatschte aus die Weinblätter des Rankengewirrs, das die ^^anda umklerdete. Und über der See lag ein dichter M^tsch^^ an ter dem grau und trübselig die Wasser- flache sich brertete. " ^arf die Zigarrette fort und gähnte. So etwas von xangtoeik! Dazu war man nun an die See gereist um schon sert drei Tagen fest zu liegen in dem elenden Dorskruge, wahrend draußen Wege und Stege aufqeweicht wurden von immerwährendem Regen. Und kein einziger verwertenaut^ nur äum einfachsten Gedichte r« '.-^^^ttch stöhnte Fritz ganz laut und gähnte wieder. Ern silberhelles Lachen schreckte ihn auf. Er fuhr in die ’ der Thür ein junges Ding und lachte aus vollem Halse. Und Frrtz fand das Ding gar nicht einmal so übel, war es doch ein blondhaariges und blau- augrges Mädel mit frischen, rosigen Wangen und reizenden Grübchen zu beiden Seiten des Mundes, aus dem zwei Perlenreihen blendend weiß schimmerten. Und das Mädel dem die kleidsame Fischerinnentracht allerliebst stand, lachte .noch immer. „Lachen Sie über mich? Oder macht Ihnen der Regen solchen Spaß?" fragte Fritz halb ärgerlich, halb belustigt. — „Nee! Dat makt mi keen Vergnäugen, wenn bat Water so piplings dal kummt von'n Hewen. Do löpt jo de ganze Keller vull und de Kartüffeln fangen an tau fulen." — „Wie meinen das gnädige Fräulein?" fragte Fritz lachend, denn er hatte kaum ein Wort verstanden. — „Soo? Sei künnen also keen Plattdütsch verstah'n! Un denn fernen Sei in uns' ooles Dörp und weten gor nich, woans Sei mrt de Lüd' snaken sülln? Na, denn möt ick woll up hochdütsch mit Sei spreken!" — Und sie machte einen allerliebsten Knix und lachte unferm Fritz, der schon längst .aufrecht in der Hängematte saß, fröhlich ins Gesicht. „Sie langweilen sich wohl sehr hier?" sagte sie in rernstem Hochdeutsch „Ich sah Sie vorhin ein paar Mal gähnen — so weit", — und sie hielt die sauberen, kleinen Hände um einen halben Meter voneinander entfernt — „ba mußte ich lachen bei bem ©ebänfen, baß bie Schwalbe, die ba oben im Gebälk ihre Jungen füttert, Ihnen vor Schreck vielleicht eine fette Raupe in ben offenen Mund fallen lassen könnte. Aber sie that es leiber nicht." — «Ich bin Ihnen für Ihre frommen Wünsche von Herzen dankbar", gab Fritz lachenb zur Antwort. „Aber nun thun Sie mir ben einzigen Gefallen unb sagen Sie mir, ob Sie eine verwunschene Prinzessin ober eine entlaufene Meeresnixe sind? Sonst steht mir nächstens ber Verstand still — vor Freude nämlich Denn wissen Sie, als Sie mir .zuerst Mit Jhrech verflixten Kauderwelfch kamen,, ba glaubte .ich eine reizende Seebärentochter ober dergleichen Gutes vor mir zu haben,--unb jetzt sind Sie wohl gar ein .verkleidetes Stadtdämchen?" — — „Sehen Sie mal an, wie gescheidt Sie sind", erwiderte sie. „Da hätten Sie mit Berbern so ziemlich ins Schwarze geschossen." — Aber ehe sie weiter sprechen konnte, war Fritz aus der Hängematte gesprungen, hatte sich den Rock zugeknöpft unb stellte sich nun mit tadelloser Verbeugung vor: „Fritz Wunder- hold, Königlicher Regierungsreferendar und Leutnant der Reserve aus Erfurt. Sie drehte sich um und schien sich ausschütten zu wollen vor Lachem „Nein, wie komisch!" rief sie, indem sie sich .wieder zu ilfm wendete. „Daß wir uns hier treffen müssen!" — „Hier treffen? — Ja, kennen Sie mW denn etwa schon von früher her?" — Sie wurde rot, aber sie stochte doch noch „Es ist durchaus nicht sehr schmeichelhaft, daß Sie sich meiner so absolut nicht mehr erinnern. Wissen Sie denn gar nicht mehr, wie wir auf bem Ball beim Regierungsrat Müller zusammen getanzt haben? Das Sträußchen, das Sie mir beim Kotillvn brachten, habe ich sogar ausgehoben. Meinen Orden haben Sie natürlich längst nicht mehr, Herr Königlicher Regierungsreferendar und Leutnant der Reserve? ---Na, beruhigen Sie sich nur", fuhr sie neckend fort, als sich auf Fritz' Antlitz die größte Verlegenheit malte. „Sie schnitten damals ber schönen Clotilbe von Arnswalb mit solcher Anstrengung bie Cour, daß Sie mW beim Tanzen kaum' angesehen haben. Fritz war heftig errötet. Er dachte an den Korb, den er sW ber der stolzen Clotilde geholt hatte, die jetzt längst E Frau fernes Regierungspräsidenten war. Aber er faßte sW schnell, als er wieder das schelmische Lächeln sah, mit bem chu bre hübsche Unbekannte fragte: „Noch immer nicht Uirouuben?" — Unb nun wollte er wissen, wo er bie Ehre gehabt hatte „Ja, sehen Sie wohl, — ba kommen tmr tot eher auf eine von Ihren Sünden zu sprechen", sagte ste ernsthafter werdend. „Ihre Tante, die verwitwete Frau LaudgerWtsrat Senden hat sW schon lange gewundert, baß Sre es ber bem einen Höflichkeitsbesuch haben Be- wenben lassen unb ihre Einladung unter einem Vorwanbe ablehnten - ." — „Sie kennen meine Tante?" unter» lte" "3a, Gott, sie ist ja eine liebe, vornehme alte Dame, aber was soll ich ba unter lauter alten ganten?" — „Sehr schmeichelhaft für mich!" — Er starrte ste fassungslos an. „Ich Bin nämlich als Gesellschafterin rm Hause ber Frau Lanbgerichtsrat, mit ber ich weitläufig verwanbt Bin, unb bie mW in ber Pension hat erziehen lassen, um mW bann ganz zu sich zu nehmem" — „Herr Gott! Da muß W ja aber gleich nach meiner Rückkehr nach. Erfurt Visite machen! Aber nun sagen Sie mir nur um des Himmels Willen, was machen Sie hier in biefem weltverlorenen Nest?" — „Ich bin hier zu Hause", antwortete sie einfache „Meinem Vater gehört dieses Haus unb bie Aecker bort brüben, unb ber Dorfkrug wirb noch immer aus alter lieber Gewohnheit weiter geführt. Jetzt bin W auf vier Wochen baheim, — gestern abenb im strömenden Regen angekommen, — unb so lange ich hier bin, ziehe ich bie Stadtdame aus unb Bin Mädchen für alles und nichts als die Tochter meiner lieben Eltern, bei denen es doch! schließlich am besten ist." Fritz, wußte gar nicht, was er sagen sollte. Er kam sW all diesen Ueberraschungen gegenüber ganz dumm vor. Da hörte er bie Stimme ber Wirtin durchs Haus rufen. „Marie! Marie! Kämmst denn gor nW Webber? De ©toten’ mitten to supen hebben!" — Da brehte sich das Mädel lachend um. „Gliek, Mutting! Jck kumm all!" Und zu Fritz sW wendend wies sie mit ber Hand über ben ©arten hinaus: „Sehen Sie, Herr Reserenbar, ba hinten hellt sich der Himmel auf. Nun werben Sie nicht mehr nötig haben, sW hier zu langweilen!" — „Langweilen? Ich mW langweilen? Ich unterhalte mW ja göttlich schön!" rief er fast begeistert aus. „Unb wahrhaftig, ba kommt ja schon ein Streifen Himmelsblau. Fräulein Marie darf W Sie da für heute nachmittag zu einer Bootfahrt einladen?" Und als sie dann nach stundenlanger Fahrt, bie ihnen im Glück ihrer jungen Liebe wie int Fluge dahingegangen toar, wieder an Laub zurückkehrten, traten sie gemeinsam den Weg zu Mariens Eltern an. Kinderkost auf Reifen und in der Sommerftische. Von Sanitätsrat Dr. L. F. Nachdruck tierboten. „Unsere Kinder sollen sW erholen. Sie sollen in ein Bad, aufs Land , oder an die See." Das ist jetzt, zur Ferienzeit, die Parole in vielen Familien, deren kleine Mitglieder durchs Stadtluft, rasches Wachstum, Schule und viele andere Ursachen blaß, mager unb schlaff geworden sttob- „Sie sollen kräftiger, voller, mit frischeren Farben zurückkehren!" Dieser Wunsch ber Eltern ist ein sehr berechtigter; benn sie möchten bvch bie Kosten für eine Reise und einen Sommer aufenthalt nicht umsonst aufwenden, möchten ihre Lieblinge rosig, munter unb gut genährt toieber haben. „Ja, bei dem „gut genährt" liegt eben die Schwierigkeit, benn bie schöne, reine Lust auf ben Bergen, bas Ozon ber Wälder, bie ersrischenbe Brise am Straube — alles bies .allein thut's nicht. Auch bas „Süße Nichtsthun", bas echte unb rechte „Faulenzen", bie Spiele unb Wanderungen in Gottes freier Natur, bas Trinken unb Baden in Kurorten genügen nicht. Zu alledem gehört auch eine gute, kräftige, wohlschmeckende unb leicht verdauliche Nahrung. Die Ernährungsfrage also ist es, von deren glücklicher Lösung ber Erfolg ber Sommerferien für bas Kinb zum großen Teile abhängt. Gerade mit der Qua- — 400 — lität der Mahlzeiten ist es jedoch leider häufig dort, wo sich- das Kind stärken und erholen soll,, recht herzlich! schlecht bestellt. Die Suppen sind oft dünn; die Fleischbrühe läßt an Kraft und Gehalt zu wünschen übrig; zu Suppen-Einlagen wird nicht selten das Billigste verwendet und dies in sehr Monotoner Weise. Auch der Wohlgeschmack der Suppen nach dem Suppengrün, den pflanzlichen Zusätzen, die mit ausgekocht werden, ist lange nicht so gut, wie daheim. „So eine Suppe, wie die Mutter zu Haus sie bereitet, giebt's eben anderswo nicht." Das hört man oft. Aber glücklicherweise giebt es hier eine Hilfe, und diese verdanken wir Maggi, welcher es verstanden hat, alles zu einer guten Suppe gehörige in konzentrierte Form zu bringen, in eine Form, welche Nährwert und Schmackhaftigkeit, Billigkeit und leichte Bereitungsart vereinigt, keinem Verderben ausgesetzt ist, sich überall mitnehmen läßt, ohne Platz, im Koffer zu beanspruchen und jederzeit, wenn man nur heißes Wasser zur Verfügung hat, die rasche Herstellung einer prächtigen Suppe ermöglicht. Diese kleinen Zaubermittel sind zunächst Maggis Suppenwürfel, die in größt er Mannigfaltigkeit und zu einem wahrhaft volkstümlich-billigen Preise alle nur erdenklichen Suppen liefern. Ferner sind es die Maggi'schen Bouillon-Kapseln, die durch einfache Lösung sofort die beste Fleischbrühe geben, und schließlich ist es die bekannte Maggi-Würze, die, in sparsamster Weise der Suppe zugetröpfelt, deren Wohlgeschmack erhöht. Wenn Schiller noch lebte, würde er vielleicht jetzt, anstatt den Bestandteilen des Punsches ein Loblied zu singen, das Thema einer „guten Suppe" wählen, denn auch diese enthält „Vier Elemente innig gesellt", von denen man sagen kann, sie „bilden das Leben, bauen die Welt". Sie klingen ja prosaischer: Eiweiß, Fett, Kohlehydrat und Salze sind ihre etwas nüchternen, wissenschaftlichen Namen. Aber für unser heutiges Leben sind sie wichtig, und schon für die frühe Jugend der jetzigen Generation haben sie die ernsteste Bedeutung. Die genanntes Präparate enthalten nun jene vier Bestandteile in angenehmer, leicht verdaulicher Form und geben uns die Möglichkeit, die Mahlzeiten des Kindes, zumal auf Reisen, damit zu verbessern. Reisen — welche freudigen Gefühle, wieviel Lust und Jubel erregt es in der Brust des Kindes. Ja, der Dichter hat Recht: „Wem Gott will rechte Gunst erweisen, den schickt er in die weite Welt." Aber jede Medaille hat noch eine Kehrseite, und in diesem Falle sind es die Mängel in der Beköstigung, die man auswärts leider mit in den Kauf nehmen muß. So läßt auch oft gerade das Frühstück, ihei dem das Kind nach dem Schlummer gewöhnlich den besten Appetit hat, sehr zu wünschen übrig. Auch hier weiß Maggi Rat; sein Gluten-Kakao, eine glückliche Mischung von Kakao mit dem so nahrhaften Kleber des Weizenkorns, giebt nämlich ein ganz besonders nahrhaftes Frühstück. Wie schnell die braunen Würfelchen, davon jedes sauber eingepackt, gerade einer Tasse guten, aromatischen Frühstücksgetränks entspricht, sich in heißetn Wasser oder in warmer Milch lösen, wie leicht sie also ein an Nähr-, Kraft- und Genußstoffen reiche Morgen-Mahlzeit geben, davon kann man sich durch! einen Versuch! leicht überzeugen. Auch hier ist man also vom anderen, vom Kaufmann oder Wirt ganz unabhängig ; denn Wasser hat man überall, und ein praktischer Spiritus- oder Petroleumkocher ist auch leicht mit eingepackt. Mit 30 oder 40 solcher Würfel mit ebenso viel Suppenwürfeln, etwa 20 Bouillonkapseln und einer Flasche „Maggi-Würze" ist man also für die ganzen Ferien ausgerüstet und alles dies läßt sich leicht selbst im Handkoffer oder in einer kleinen Handtasche unterbringen. Diese Unabhängigkeit und Raumersparnis sind aber höchst wertvoll und besondere Vorteile der Maggi'schen Präparate. Damit ist eben jeder fern eigener Koch, und die „Magenfrage", die einem' oft, wenn man mit Kindern reist, Kopfzerbrechen macht, ist damit glücklich gelöst. Wenn die Kinder dann mit runden, roten Wangen frisch und fröhlich heimkommen, dann danken sie es zum Teil auch — Maggi. Ameisen sind durch starke Gerüche zu vertreiben. Folgende Mittel wende man an, indem man sie in einem Gefäße aufstellt, oder ausstreut rc. Alaun,. Alaunwasser, Branntwein, Fischwasser (worin Fische gekocht, wurden, Guano, alte Heringe, Kampher, Moschus, Insektenpulver, Naphtalin, Ofenruß, Petroleum, Tabakblätter (Abkochung), Thran auf Löschpapier. Auch mit Schlemmkreide oder Terpentinöl dick gezogene Striche überschreiten Ameisen nicht. Man muß die Gänge, welche die Ameisen benutzen, mit Zement verschmieren oder Petroleum in dieselben gießen; Zprozentige Lysol-Lösungen haben sich auch gut bewährt. Außerdem muß man die Ameisenwohnungen in der Nähe des Hauses durch ungelöschten Kalk, den man 1—2 mal in die Ameisenhaufen bringt, zerstören; Petroleum, kochendes Wasser in großen Mengen thun dieselben Dienste. Vevimischtes. Das alte halbvergessene Bühnenstück: „Die Weihe der Kraft" von Zacharias Werner gab kürzlich, in ganz eigener Weise einer Damengesellschaft Stoff zur Unterhaltung, als eine ältere Dame behauptete, es würde nicht mehr aufgeführt. „O doch", meinte schmerzend ihre Nichte, „und zwar säst jeden Tag." — „Wo denn das?" — Die Nichte lachte: „Bei mir in der Küche. Ist mir einmal die. Suppe nicht kräftig genug geraten, habe ich! ein flaues Ragout bereitet oder schmeckt die Sauce fade, so sage ich zu mir selbst: „Die Weihe der Kraft muß helfen." Das ist eine Reminiszenz aus der Litteraturstunde; ich! meine in Wirklichkeit damit Liebigs Fleischextrakt. Mit diesem vortrefflichen Allerweltshelfer lassen sich! alle möglichen guten Dinge Herstellen und alle möglichen nicht recht geratenen Gerichte prächtig kurieren. Es ist die reine Kraft des besten Fleisches, und die giebt so mancher Speise erst die höhere kulinarische Weihe." Rösselsprung. Nachdruck verboten äug' ben te zens ist her leS dem hel froh le ten mü ei te das Herz beste ge ben im wem nes teil Auflösung in nächster Nummer. Auflösung der Skataufgabe in voriger Nummer: (Mit a, b, c, d werden die vier Farben bezeichnet; also a — Eichel. Treff; b — Grün, Pique; o = Rot, Coeur; d — Schellen, Carreau; A — Aß; H — Unter, Wenzel, Bube; D — Dame, Ober.) Im Skat lagen c 8 und o 7 ; Mittelhand hatte cü, a A, b A, b Z, b D, b 9, b 8, b 7, c A, d A und Hinterhand den Rest. Verlaus des Spieles: 1. $. aU M. ov H. d 7. 2. V. d 9 M. dA H. dv ----- 14. 3. M. b A H. bK V. dU. 4. V. v9 M. oA H. oL ----- 15. Der Rest fällt dem Spieler zu, sodaß die Gegner im Schneider geblieben sind. Urdaktirn: $. Burkhardt. — Druck und Berlag der Brühl'schen Unwerfitäts-Buch- und Stcindruckerei (Pietsch Erben) in Gießen.