liT j^oär-.auft.H 'Nol L-G) III llf M MK^M fie Vorsicht geht zu sacht, Die Zuversicht zu keck; Vorsicht mit Zuversicht Vereint gelangt zum Zweck. Rückert. Wer sich nicht bückt, der ackert schlecht. Sprichwort. (Nachdruck verboten.) Geächtet. Roman von LotharBrenkendorf. (Fortsetzung.) Gerade in diesem Moment schlug wieder jenes qualerpreßte, schauerliche Stöhnen an ihr Ohr, das sie soeben in den oberen Zimmern vernommen. Aber es kam nicht aus der zerschossenen Brust des Wachtmeisters, wenngleich sie es so deutlich gehört hatten, als müsse sich der Aechzende durchaus in dem nämlichen Raume befinden. „Was ist das?" fragte der Major. „Giebt es denn hier unten noch einen anderen Kranken?" Auch Elisabeth war im ersten Augenblick heftig erschrocken zusammengefahren, dann aber erinnerte sie sich, daß man ihr gesagt hatte, der im Walde aufgelesene Tagelöhner Jakubeit sei in einem Verschlage neben dieser Kammer untergebracht, und sie klärte Sixtus über die Herkunft des rätselhaften Stöhnens auf. „Wir sind nur durch eine dünne Bretterwand von ihm getrennt", fügte sie hinzu. „Aber ich werde Befehl geben, daß man ihn anderswohin bringt, damit Dein Kamerad diese unheimlichen Laute nicht länger zu hören braucht". Doch der Major ließ es nicht zu, daß sie ihre Absicht zur Ausführung brachte. „Mein Wachtmeister hört das Stöhnen jenes so Unglücklichen so wenig, als er Deine liebe Stimme hören könnte. Und mir flößt es kein Entsetzen ein. Der Krieg hat mich an Schlimmeres und Grausigeres gewöhnt." Nach einer Weile wurden die Klagetöne denn auch seltener und schwächer. Sixtus aber mahnte Elisabeth an ihr Versprechen und drängte sie liebevoll, zu gehen, damit ihr langes Verweilen bei ihm den Hausgenossen nicht verdächtig werde. Schweren Herzens entschloß sie sich endlich zu gehorchen. „Wohlan, ich gehe. Aber ich komme zuruck, kvenn alles im Schlafe liegt, und wenn ich einen Weg zur Flucht für Dich ausfindig gemacht habe. Vertraue auf Mich, Geliebter, wie ich auf die Hilfe des Allmächtigen vertraue, der uns nicht verlassen wird, nachdem er Dich bis zu diesem Augenblick so wunderbar beschützt hat." Zärtlich küßte der Major ihre Lippen. Aber er hatte keine Erwiderung auf ihre letzten, hoffnungsvollen Worte, und als er dann leise die Thür hinter ihr geschlossen, sagte er, an das Lager des sterbenden Wachtmeisters zurückkehrend, voll schmerzlicher Bitterkeit vor sich hin: „Warum sollte ich es ihr offenbaren, daß Dieser kommende Tag mein letzter ist? — Die Gewißheit, denke ich, kommt ihr immer noch früh genug." Achtzehntes Kapitel. Als Elisabeth sich anschickte, die Schwelle ihres. Zimmers zu überschreiten, fuhr sie mit einem Aufschrei des Schreckens und der Entrüstung zurück, denn aus der Fensternische hervor trat eine lange, hagere Gestalt, die Gestalt ihres Vetters Franz von der Röcknitz. „Was thust Du hier!" rief sie, jede Gefahr vergessend, mit zornblitzenden Augen. „Wie durftest Du es wagen, dieses Zimmer zu betreten?" Aber der herrische ToN hatte seine einschüchternve Wirkung auf den ehemaligen Verwalter verloren. Mit einem Lächeln, das ihr Blut erstarren machte, kam er noch näher auf Elisabeth zu. „Wozu die Aufregung? Ist es doch nicht das erstemal, daß wir uns in dieser Weise unterhalten. Und daß heute die Rollen anders verteilt sind wie damals — jnun, ich muß gestehen, daH ich keineswegs böse darüber bin." „Nichtswürdiger ! Hinaus — oder ich lasse Dich mit Peitschenhieben von meinem Hofe jagen." „In der That? Hast Du so freundliche Absichten gegen den Mann, der Dir das Leben gerettet hat? Und gedenkst Du vielleicht den Herrn Major Sixtus von Plothow (mit der Ausführung dieses liebevollen Befehls zu detrauen?" Als hätte man ihr selbst einen betäubenden Schlag versetzt, wich Elisabeth vor ihm zurück. „Was heißt das?" stammelte ijte. „Ich verstehe Dich nicht. Wie kommst Du auf diesen Namen?" „Ja, hieltest Du mich denn für so blind, daß id) Deinen Freund nicht wieder erkennen sollte, nur weil er in einer Verkleidung kam und sich einen russischen Namen beigelegt hatte ? Nein, Teuerste, meine Augen sind glücklicherweise noch ebenso gut als mein Gedächtnis, und ich hin kein Hausnarr wie dieser Leutnant, daß ich mir eine so plumpe Komödie verspielen ließe." „Wem wäre es auch der Mühe wert, das zu versuchen? Glaube, was Du willst, wen sollte es kümmern?"■ „Du meinst also noch immer, in diesem Tone mit mir reden zu dürfen? — Noch immer, obgleich Du weißt, 530 - daß es MW, nur ein einziges. Wort tostet. Dich und ihn zu verderben?" „Bist Du einer solchen Schandthat fähig, so thue, ivozn es Dich treibt . Hoffentlich vergissest Du nicht, daß Tu damit zugleich auch Dich selbst verrätst." „Meine Schuld ist verjährt, und schon um des Verdienstes willech der strafenden Gerechtigkeit einen so gefährlichen Verbrecher ausgeliefert zu haben, würde mir der König ganz gewiß, verzeihen. Und wenn er es nicht thäte — nun, so wäre mir selbst eine Strafe vielleicht kein zu hoher Preis für eine gewisse lang ersehnte Ge- nugthuung." „Für die Genugtuung, an Deinem edelmütigen Retter wie ein Schurke gehandelt zu haben! Ah, wenn ich es nicht aus Deinem eigenen Munde hörte, ich würde nimmermehr daran glauben, daß eines Menschen Herz so viel Schlechtigkeit bergen kann." „Warum nur Schlechtigkeit, Elisabeth? Hast Du wirklich noch nicht erraten, daß mein Herz von ganz anderem erfüllt ist, als von niedriger Bosheit, daß nur die Verzweiflung und der heilige Zorn verschmähter Liebe mich zum äußersten treiben würden? Wenn ich jetzt hingehe, diesen Major zu verraten, so bin nicht ich der Urheber seines Verderbens, sondern Du bist es — Du allein. Denn in Deine Hand ist es gegeben, ihn zu retten. Ich leugne nicht, daß ich ihn hasse, so wie er mich gehaßt hat an dem Tage, da er mir zur Flucht verhalf. Aber ich will nicht undankbar sein. Ich will für ihn thun, was er für mich gethan hat. Unetkannt und ungefährdet foll er Lasdehnen verlassen. Ich bin bereit, wie ein ehrlicher Mann meine Rechnung mit ihm zu begleichen." „Wenn das Deine Meinung ist, Franz, wenn ich Dir unrecht gethan hätte —" „Laß wich zuvor ausreden; denn ich war noch nicht zu Wnde. Weil ich nicht aus Liebe zu ihm seinen Retter machte, thäte ich es auch nicht umsonst. Aber ich fordere keinen höheren Preis, als er ihn damals begehrte. Das ist nur gerecht und billig. Auch der strengste Sittenrichter kann deshalb keinen Vorwurf gegen mich erheben." „Und wenn ich Dir nun schwöre, daß er nichts gefordert hat, nichts, als er sich für Dich zum -Opfer brachte, würdest Du auch dann noch daran denken, sein Leben zum Gegenstand eines schimpflichen Handels zu machen?" „Er ging vielleicht etwas weniger aufrichtig zu Werke als ich, das ist der ganze Unterschied zwischen ihm und mir. Den Preis, den Du ihm so bereitwillig entgegenbrachtest, brauchte er allerdings nicht erst zu fordern. Ist es meine Schuld, wenn Du Dich gegen mich so viel weniger großmütig und freigebig zeigst?" Das faunische Lächeln auf seinem widerwärtigen Gesicht flößte Elisabeth einen unsäglichen Ekel ein. „Kommen wir zum Ende !Was ist es, das Du für Dein Schweigen begehrst?" „Was ich begehre? — Dich!" Er stand an ihrer Seite und streckte den Arm aus, sie tzn umfassen. Aber sie stieß ihn zurück, daß er taumelte, und er fühlte mit heiß aufsteigendem Jngrimme, daß sie stärker war als er. „Rühre irnich nicht an, oder ich rufe die Soldaten zu meinem Schutze herbei, und lasse Dich in Fesseln legen wie -einen Dieb. Du mußt wahnsinnig sein, wenn Du auf eine andere Antwort hoffen konntest, als auf die, daß ich- Dich jetzt nur noch tiefer verachte denn zuvor. Um solchen Preis will der Major so wenig gerettet fein, als ich ihn um solchen Preis zu retten vermöchte. Tausendmal eher will ich -mit ihm sterben." (Fortsetzung folgt.) Berühmte Frauen. Von Friedrich Thieme. Nachdruck verboten. In einer Zeit, in welcher die Frauenbewegung eine so bedeutsame Rolle spielt, erscheint die Frage von Interesse, welchen Anteil die Frau — von dem- größeren Hervortreten des weiblichen Geschlechts in den letzten 30 bis 40 Jahren ganz abgesehen — eigentlich an der Kultur- thätigkeit gemeinhin gehabt hat. Wollen' wir uns mit einer allgemein gütigen Antwort begnügen, jo muß dieselbe dahin lauten, daß die Frau überall und zu allen Zeiten des Mannes redliche Mitarbeiterin gewesen ist; nicht nur in zivilisierten Ländern, wo die Frau als des Mannes gleichberechtigte Gefährtin gilt, sondern auch dort, wo man sie lediglich als Sklavin und Dienerin betrachtet. Hier wirkt sie segensreich als Verwalterin des Hauses und Erzieherin der Kinder, dort ist sie die schwergeplagte Trägerin der physischen Arbeit, das Lasttier des Mannes — immer aber finden wir sie in reger kulturfördernder Thä- tigkeit, mit alleiniger Ausnahme der Staaten, in denen Vielweiberei herrscht, und wo, besonders in den Kreisen der Vornehmen und Reichen das Weib zum bloßen Vergnügungsgegenstand herabgesunken ist. Zu einem anderen Resultat gelangen wir, sobald wir der Frage tiefer auf den Grund gehen und den Anteil der Frauen an den besonders hervorragenden Leistungen der Menschheit zu ergründen suchen. Die allgemeine Arbeit am sausenden Webstuhl der Zeit hat ja hauptsächlich die Erhaltung des Bestehenden zum Zwecke, während die Entwickelung zu höheren Kulturstufen durch die besonderen Verdienste und Thaten ausgezeichneter Geister herbeigeführt wird, die durch ihr Genie oder Talent ihren Menschen- brüdern neue Wege zeigen und dem Fortschritte der Menschheit als Apostel dienen. Inwieweit nun finden wir die Frauen unter diesen Aposteln der Menschheit, den Genies und Talenten, den Erfindern, Entdeckern, Gelehrten, Künstlern usw. vertreten? Oder vielmehr, inwieweit waren sie bisher unter ihnen vertreten, bevor die neue Bewegung neue Ideale in einem Teil ihrer Herzen pflanzte? Denn letztere selbst ist noch zu sehr im Werden begriffen, als daß wir sie für unsere Zwecke bereits in Betracht ziehen könnten. Da drangt sich uns denn die zunächst unerwartete Erkenntnis auf, daß die Zahl der berühmten Frauen gegenüber jener der berühmten Männer eine außerordentlich kleine ist — wir sagen zunächst; denn bei näherer Betrachtung finden wir leicht die Erklärung für diese anscheinend so befremdliche Erscheinung, durch welche durchaus nicht etwa, wie mancher denken könnte, die geringere Bedeutung des weiblichen Geschlechts bewiesen wird. Doch halten wir uns zuvörderst an das tatsächliche Material. Verfasser dieser Skizze hat es versucht, eine Antwort auf obige ihn interessierende Frage zu finden, in einer ihm vorliegenden Aufstellung sämtlicher Berühmtheiten der Welt seit Adam, von einem Ungenannten nach Stand und Beruf geordnet und mit kurzen biographischen Notizen versehen, unter den verzeichneten 4486 berühmten Personen diejenigen weiblichen Geschlechts herauszusuchen, und fand zu seinem Erstaunen als Ergebnis, daß die Zahl derselben nur 184 betrug, also nur etwas über 4 Prozent. Nimmt man auch an, daß der Zufammensteller manchen Namen weggelassen hat, so macht das im Ergebnis nicht viel ans; denn hundert berühmte Frauen mehr würden noch immer nicht viel bedeuten, und außerdem befinden sich unter den 184 noch eine ganze Anzahl, die sich- einer nur leidigen Berühmtheit erfreuen, das heißt, sich nicht durch hervorragende Leistungen und Tugenden auszeichneten, sondern aus anderen Gründen Ruf erlangt haben, fei es durch! besondere Schönheit (wie Paula de Vigniers, Ninon de Lenelos usw.), oder durch besonderes Unglück, wie Maria Stuart, Johanna Gray, oder durch schwärmerische Verherrlichung berühmter Dichter, wie Bürgers Molly, Goethes Friederike, Frau von Warens, Heloise, Laura, Beatrice, Therese Levasseur, Christiane Vulpius, Hölderlins Diotima usw., oder als berühmte Selbstmörderinnen, wie Henriette Vogel und Charlotte Stieglitz. Zunächst wird es interessieren, die Verteilung dieser geringen Prozentzahl auf die einzelnen Berufe und Materien kennen zu lernen. Unsere Statistik weist auf: Berühmte Fürstinnen 73, Schriftstellerinnen 34, Schauspielerinnen 24, Sängerinnen 17, Staatspersonen 12, Heilige 6, Tänzerinnen 5, Historikerinnen 2, Kriegerinnen 2, Malerinnen 2, Reisende 2, Virtuosinnen 1, Erfinder 1, Astronomen 1. Wie aus den angeführten Zahlen hervorgeht, hat unser Zusammensteller sich bestrebt, nur durch wirklich hervorragende Leistungen bekannte Persönlichkeiten herauszugreifen, daher erscheint es um so bemerkenswerter, daß — 531 = NNMqSL 3’“9eä ““ dMM Die fürstlichen Berühmtheiten nehmen der Jabl nach StÖ L L d- die -lLmL- V Krone aus erklär X“.*ÄXf?Ä Ss; 15- *s>w*. me INLÄMKLL K afö wirkliche Regentengenies bewährt oder sich sonst durck nÄ»^/buswerte Thaten ausgezeichnet haben, ist bei weitem nicht so groß, unter den 73 möchten wir nur Semirami? Tbereüa und s' 1 j 10 II., Maria U1?> Elisabeth als Sterne ersten Ranges auf dem entsprechenden Gebiete hervorheben. Bei den Sckrift- stel errnuen, Schauspielerinnen und Sängerinnen bandelt I um Berufe, auf deren Ausübung St tti eine sr^nJa®e b*e. gebildete Frau ebenso hinwies wie e uu^ die Thätigkeit als Köchin, Schneiderin und Putzmacherin, sondern bei deren Wahl sich der ftrmi rÄ blA wenigsten sozialen und Physischen (in ihrer S ^en Natur und körperlichen Veranlagung begründeten) I 2???^brten entgegenstellten. Was lag einer geistvollen bi ldeten, für die Dichtkunst begeisterten Frau näher als I ne Beschäftigung mit der Litteratur? Von der Beaeiste- I rung für eme Thätigkeit bis zum Versuch der AusMuna I st .nur ein Schritt, der Reiz ist zu mächtig um den I bloßen Bewunderung^beharren I ?r^er S?Nichi, wie es uns scheint, die Reihe der I H. stistellerischen valente mit den angegebenen 34 Namen I erschöpft; zu einer wirklich klassischen I Berühmtheit hat es aber seit der edlen griechischen Tick- I Mpnrrt^r^s noch keine Frau wieder gebracht; selbst eine I George Sand rangiert immer erst an zweiter Stelle. Den I Hocher, Shakespeare, Schiller, Goethe, Wieland I vermocht toetMi^e Poesie bisher nicht zu überstrahlen I ^bbiete der Schauspiel- und Gesangs- eBeMfiiirHnP ba? weibliche Genie dem männlichen ^ndnrtlge Triumphe. Namen wie Klara iiiealer l^tt?Tafr^rerrtent' ^dwig Raabe, Friederike Goßmann' Franziska Ellmenrerch und andere reihen sich denen eines ?^wrson, Devrierit, Dessoir, Döring usw. würdig an. Das- Le , .91[ ^r Gesangesmeisterinuen wie Adelina Patti, Pauline Lucca, Jennette Sonntag usw. im Verhältnis zu i S? ?!? wre Wachtel, Tichatschek, Niemann usw. Auffällig muß erscheinen, daß die Zahl der berühmten ?SritTVUt mit ^ angegeben wird, weil das Weib gerade für die graziöse Kunst des Tanzes eine Naturver- rm?0«?0 &tf ww für wenig andere geistige oder körper- Bernchtungen. Aber man muß erwägen, daß gerade 9??u "of diesem Gebiete vorzügliches leistet, der Durchschnittswert der betreffenden Leistungen schwerer su überbieten ift. Uebrigens scheidet auch vost den fiinf £ i nannten, Marie Taglioni, Oliva, Fanny und Therese Elsler und Lola Montez die letztere noch ans, da sie ihre Be- ruhmthelt in der Hauptsache nur ihren Liebesabenteuern vt-ivunii. ,!!???be,‘12 S?"?porsonen begegnen wir den Namen Aspasta (die Geliebte des Perikles), Lucretia Borgia, Ful- von Pompadour, Frau von Maintenon usw. Sicherlich ließe sich die Zahl in diesem Falle bedeutend vergrößern; denn gerade für Jntriguen und Diplomatie be- I Iwen die grauen (sowohl im guten wie im bösen Sinne) I ein ausgesprochenes Talent. Auch die Zahl der weiblichen I §ethgen und religiösen Berühmtheiten trifft nicht an- I ^kbErw^ibliche Geschlecht, bei dessen Aus- | bilbung das Gefühlsleben in weit höherem Grade Berück- I Wnflung findet als bei der des männlichen Geschlechts, | bem letzteren hinsichtlich ber Neigung zu religiöser Schwär- I merei gewiß nicht nachsteht. Daß wir unter den weiter I oufgezahlten Berühmtheiten nur 2 Kriegerinnen, 2 Histo- I rikerinnen, 2 Reisende und je eine Erfinderin und Astro- I uomin finden, erscheint nicht befremdlich, weil diese Be- I riife einerfeit§ der natürlichen Neigung Und Befähigung I mP1?A?oU oder wenigstens der im Laufe der Jahrtausende I erzeugten Sonderart derselben widersprechen, andererseits I Zu denen gehören, von welchem die soziale Anschauung | I sÄ f?,wu wir üever sagen das soziale Vorurteil v) ihre I Aufmerksamkeit bisher willkürlich und unwillkürlich ab- I ?? ?■ Sie wissenschaftlichen und technischen Berufe be- I dürfen überdies einer besonders kostspieligen und lanq- I Berufsausbildung, die sich die Frau unter den I bestehenden sozialen Verhältnissen und unter dem Drucke der herrschenden Anschauungen selbst jetzt noch nur in I Ausnahmefallen anzueignen vermag. Daß dagegen die I ???rei und Musik nicht mehr weibliche Talente aufzu- I haben, muß befremden. Unsere Zusammenstellung I nrnnt auf ersterem Gebiete nur Rosa Bonheur und An- “uf letzterem nur Clara Schumann; ?/dft wenn man noch einige Namen hinzufügt, bleibt das I Mißverhältnis bestehen. Die berühmte Astronomin iit Herschel, die Schwester des großen Astronomen Wilhelm Herschel, bekanntlich seine treue und eifrige Mit- ! arbelterm und Gehilfin, die Entdeckerin mehrerer Ko- ?elen Und Verfasserin eines Sternkatalogs. Die Erfinderin ist Barbara Uttmann (geb. 1514, gest. 1575 zu Anna- Enust des Spitzenklöppelns erfunden w den beiden Geschichtsschreiberinnen verdient nur 1083 ln Konstantinopel, gest. 1148 im Kloster) Erwähnung, welche die Geschichte ihres Vaters, des byzantinischen Kaisers Alexios I. geschrieben hat. Am fernsten liegen der weiblichen Natur wohl die Berufe des Kriegers und Reisenden, und in ber £tjat nennt unsere Stuf» Lu^0??'ersteren nur die bekannten Namen Judith und Johanna d Arc! unter der großen Menge der Forschungs- 9rrlJrAbsn- ba?.9en studen wir nur Ida Pfeiffer und I?^driue Dinne, die allerdings beide den glänzendsten Nachweis für die Qualifikation der Fran zur Forschungs- relsenden erbracht haben, und von denen Alexandrine Tinne af? s/r Gedenktafel der Märtyrer der geographischen Wchenschast verzeichnet steht. Ida Pfeiffer (geb. 14. Qf, ^5 17?7 M Wien), bereiste Palästina, Aegypten, Mada- ?nb Irland und unternahm zwei ?eIt An mehreren Reisewerken legte sie rhrer Fahrten, Abenteuer und Beobachtungen meder. Sie starb am 28. Oktober 1858 in Wien Uirz nach ihrer Rückkehr aus Madagaskar. Alexandrine -innne (geb. 1 <. Oktober 1839 im Haag), erwarb kick nickt !?^Aebliche Verdienste um die Afrikaforschung. E?ft " ^ahre alt, unternahm fte ihre erste Reise nach Svrien und Aegypten, 1862 erforschte sie den Nil, 1863 brach sie nach dem Bahr-el-Ghasal auf. Weitere Reisen batten fHitef??qnnb' ^?^rn und Algier zum Ziel; an diese schloß sich 1869 enie Expedition nach. Jnnerafrika, auf w elch ei- begriffen die kühne Forscherin von den sie begleitenden Tuareg am 1. August ermordet wurde. Gar nicht vertreten finden wir weibliche Berühmt- heiten unter den Architekten, Bildhauern, Botanikern Buchdruckern, Buchhändlern, Chemikern Juristen Kans- L 7- »Äfit 1 ???' ^^onalokonomen, Pädagogen, Philoloaen Vbila- sophen, Physikern, Schachgrößen, Sprachforschern Teck- mkern und Zoologen. Die Gründe hierfür Md dwselben Teir?1? oben näher dargelegt haben: bei einem Teile stand die natürliche Anlage, bei dem andern die I Anschauung hindernd im Wege. Daher läßt sich ganz kern^aebU?b^^? b?? Frau zahlreichen Gebietest Meinn9?) teben rst und in den meisten andern binsickt- y ber L^tuugsfähigkeit mit dem Mann bisher nicht gleichen Schritt zu halten vermocht hat, weder die geringere Fähigkeit des weiblichen Geschlechts folgern noch beider ^ruf das Verhältnis der Leistungen beider Geschlechter in der Zukunft ziehen. , B TOnnnr S E ^br Abwägung des Kulturanteils von rnJw? ??b ®ber besser gesagt des Anteils beider Geschlechter an der Erzeugung von Kulturwerten die weit- aus geringere Anzahl tn Berücksichtigung zu nehmen mt^c"r.er b? Fruu den Wettkampf mit dem Manne zu fuhreii hat. Die Frauen aller Völker, die in Vielweiberei leben oder bei denen das Weib in sozialer Unterordnung gehalten wird, scheiden von vornherein aus es kommen nur dte Frauen der Kulturstaaten in Betracht welche wenigstens in der Hauptsache die Gleichberecktiauna petfhh’e?Il4enrC®'^,Iet^t§ anerkennen und die Frau durch entsprechende Erziehung und Bildung zur Bethätigung auch in intellektueller Hinsicht in den Stand fetzen. Zweitens — 532 dürfen wir den Unterschied zwischen der männlichen und weiblichen Ausbildung nicht vergessen, als dessen Folge wir die Erweckung und Förderung ganz anderer Neigungen und Eigenschaften anzusehen haben, als die männliche Erziehung sie hervorbringt. Das Ideal der weiblichen Erziehung wies der Frau einen bestimmten Kreis lach, den sie ohne Gefahr für ihren Ruf nicht überschreiten durfte: ihre Tvmäne war das Haus, der Kampf ums Dasein galt als Aufgabe des Mannes. So waren ihr eine Reihe von Berufen von vornherein versagt, und für viele andere fehlten Neigung, Borkenntnisse und weit andere Voraussetzungen. Als dritter entscheidender Faktor fällt >die natürliche Anlage ins Gewicht, die durchaus nichf: allein, wie man uns heutzutage oftmals glauben machen möchte, der bloßen Anpassung, sondern dem natürlichen Unterschied der Geschlechter ihren Ursprung verdankt. Jedes, Mann und Weib, besitzt seine besonderen Eigenschaften, Fähigkeiten und Neigungen, seine spezifischen Tugenden und Fehler. Schon die geringere physische Kraft verschließt der Frau zahlreiche Berufe oder macht sie doch zur Ausübung derselben weniger geeignet — andere treffen wieder mehr mit den spezifischen Fähigkeiten und Neigungen des Mannes zusammen und widersprechen den ihrigen. Wie somit die Verhältnisse gegeben waren, mußte es der Frau schwer werden, in anderen als den ihr 'ganz speziell überlassenen Berufen hervorragendes zu leisten; diejenigen aber, die man ihr überließ, und die mit ihren natürlichen Gaben zusammentrafen, hat sie nicht allein mit Eifer und Erfolg wahrgenommen, sondern sie hat in manchen, ihren natürlichen Anlagen am meisten entsprechenden geradezu glänzende Leistungen dargeboten. Man darf außerdem niemals vergessen, daß eben infolge obiger Faktoren die Kulturarbeit des Weibes eine mehr indirekte war und ist. Ihr Walten ist ein internes und dient eigentlich mehr der Vorbereitung jener Kultur- thaten, als daß es solche direkt hervorzubringen vermöchte. „Ein guter Mann wird durch ein gutes Wort Von edlen Frauen weit geführt" — Geistvolle und edle Gattinnen und Mütter gelten von ältersher als die Erzeuger aller guten und schönen Regungen im Manne, sie sind es, die ihre Gatten anfeuern und jene harmonische Gemütsverfassung in ihnen erhalten, welche die Vorbedingung vor allem der geistigen Produktivität ist; sie sind es, die ihre Kinder zu ganzen Menschen erziehen und sie fähig machen, erfolgreich an der Kulturarbeit der Menschheit mitzuwirken. Die Frau hat daher nicht bloß einen ebenso großen Anteil an der Kulturarbeit wie der Mann, sondern sie ist auch, wenn sich auch dieser letztere Anteil nicht sichtbar nachweisen oder in Zahlen und Namen fassen läßt, an der Erzeugung der großen Ruhmesleistungen der Menschheit hervorragend beteiligt. Nach ihrer Stellung, ihrer Eigenart konnte ihr die That nicht immer gehören, aber den Gedanken, der zu dieser hinüberleitet, half sie redlich erzeugen! GemlsinnützigHO. Baumreife und Lagerreife des Ob st es. ltnser Obst hat eine zweifache Reife — eine Baumreife und eine Lagerreife. Der Obstzüchter und Obstfreund muß beide kennen, wenn er von seinem Obst den größten Nutzen habenwill. Von der Baumreife des Obstes ist die Lagerreife desselben abhängig. Man soll aber nicht glauben, daß die Baumreife dann sicher eingetreten ist, wenn man das Obst lange hängen läßt. Langes Hängen der Früchte am Baume wirkt ebenso schädlich als zu frühes Abnehmen. Es ist daher notwendig, die richtige Zeit beim Pflücken abzupassen. Diese ist an verschiedenen Merkntalen erkennbar. In Nr. 24 des „Erfurter Führer im Gartenbau" find diese Merkmale erläutert und durch Abbildungen klar verständlich gewacht. Da augenblicklich die Obsternte nahe vor der Thür steht, können wir diese Nummer, welche unseren! Abonnenten auf Anfrage vom Geschäftsamt des „Erfurter Führers" postsrei zugesandt wird, nur empfehlen. LitterarHehes. Mit dem soeben erschienen Septemberheft vollendet eine von uns schon oft warm empfohlene Zeitschrift „Die ArVeilsstUbe UNd HiMshalturrgSschUle" ihren 29. Jahrgang. Wie viele Leserinnen haben ans ihr schon die Vorlagen zu ihren Handarbeiten entnommen, wie viele sich von ihr Rat und Belehrung geholt, wenn es galt, jemanden mit einer Arbeit, welcher Technik sie auch sei, eine Freude zu bereiten. Bei dem vorliegenden Bande haben Redaktion und Verlag zusam- mengewirkt und Außerordentliches geleistet. Wenn wir das Register gedachten Bandes überblicken, so staunen wir über die Reichhaltigkeit des Gebotenen. — Für alle nur erdenklichen Handarbeiten gießt er Anleitung zur Herstellung von Häkel-, Filigran, Strick- oder Stickarbeit, ob Platt- Stil- oder Kreuzstich, jeder Handarbeilstechnik ist da Rechnung getragen. Der neue Band ist ein wahrer Musterschatz gefälliger Handarbeiten und eignet sich, elegant gebunden, (Preis M. 5.—) als praktisches Fest- g-schenk, das Eltern ihren Töchtern, Lehrerinnen ihren Zöglingen, und Damen ihren Freundinnen machen könnn. Eine Probeabonnemeut auf das I. Quartal 1901 — dieses ältesten aller Spezialblätter auf dem Gebiete der Handarbeiten — kostet nur 1 Mk. und kann dasselbe durch jede Buchhandlung oder Postanstalt bezogen werden. Desgleichen verschickt der Verlag (W. Bobach u. Co., Berlin SW. 46, Halleschestraße 18) gegen Einsendung von 20 Psg. in Briefmarken zwei Probenummern an Interessenten. Eine richtige kleine Zeitung für Kinder erscheint vom 1. Oktober ab. Es ist das erste Unternehmen dieser Art und wird von dem bekannten Jugendschriftsteller Felix von Stenglin herausgegeben. Das Blatt, das sich „Kinder.Zeitnng" nennt und für Knaben und Mädchen von etwa acht bis vierzehn Jahren bestimmt ist, kommt alle Sonntag heraus und kostet vierteljährlich 1,25 Mark. Es ist gewiß richtig, was der Herausgeber in seinem Prospekt schreibt, daß die Tageszeitungen der Eltern oft nicht die rechte Kost für die Kinder sind, und daß andererseits doch das Heranwachsende Geschlecht über das, was es am nächsten angeht, wenig unterrichtet ist. Das kleine Blatt wird daher, ohne daß es Kinder überlastet, gute Dienste thun können, besonders da es außer dem „Was in der Welt vorgeht", noch Beiträge „Aus dem Reiche der Natur" und fortlaufende Erzählungen bringt. So beginnen in der ersten Nummer die Geschichten „Ein Tag auf dem Monde" von dem trefflichen astronomischen Schriftsteller Bruno H. Bürgel und „Jndianerleben im Thüringer Wald", eine heitere Geschichte von Felix von Stenglin. Für die beste Schilderung eines eigenen kleinen Erlebnisses ist ein Exemplar von Brehms Tierleben als Preis ausgesetzt worden. Eine „Tauschecke", die einer der Lieblingsbeschäftigungen der Kinder, dem Tauschen, dienen will, dürfte von der Jugend gern und viel benutzt werden. Die hübsch ausgestattete erste Probe-Nummer, die große Schrift und vorzüglichen Druck aufweist, wird von der Expedition der Kinder-Zeitung, Groß-Lichterfelde, Dahlemer Straße 75, kostenfrei versandt. Königsproinenave. Nachdruck verboten. Man darf die einzelnen Wörter und Silben nur in der Weise miteinander verbinden, daß man — wie der König auf dem Schachbrett — stets von einem Felde aus auf ein benachbartes übergeht. auf es schiebt zeit bess're spor beit ar leit um »er die den üg der nur ge ist's hat leid than ein dich er in zeit Ne auch mer schlim zur thä cher jeg tag li Auflösung in nächster Nummer. Auflösung des Logogriphs in voriger Nummert Messing — Messina. »rttftiw: t. 8nrt|«r»t. — Sratf an» »tteg »er »rSbt'schen UM»erpt«r-Vnq. mt» Ctetabrnäerei (Pietsch St» en) in «Heien.