■MBn „Gewiß. Mit dem Mädchen scheinst Du übrigens auf ziemlich vertraulichem Fuße zu stehen." „Ich beabsichtige sie zu heiraten." Die Tante zuckte merklich zusammen. „'S ist ein slokkes, lustiges Ding, und ich mag nicht mehr allein sein. Ich! muß jemand mm mich haben, der mir die verfluchten Gedanken vertreibt, sonst werde ich verrückt und komme selbst noch nach St. Rochus, wo die . . Und das Mädel paßt sehr gut zu mir. Sie ist närrisch in mich verliebt —" . „Das glaube ich; Du bist auch eine sehr gute Partie/' „Sie würde für mich durch Feuer und Wasser gehen, und wenn ich für heute nacht einen Alibibeweis brauchte, o würde sie den feierlichsten Eid schwören, daß ich —" „Trotzdem möchte ich Dir den ernstlichen Rat geben, ihr keine Geheimnisse anzuvertrauen, auch nicht, wenn sie Deine Frau ist", sagte die Tante in einem Tone, worin nichts mehr von der kleinmütigen Duldung lag, mit welcher sie heute schon manches hingenommen hatte, was iHv nicht gefiel. „Bedenke, daß es Dich leicht den Hals kosten könnte, mein lieber Neffe." „Ich werde mich hüten", versetzte der Neffe, „denn auch um Deinen Hals wäre es schade, beste Tante." „Diesen Hals", entgegnete sie mit fester Stimme, den Finger an ihre Kehle legend, „diesen Hals wird nie die Hand des Henkers berühren, — niemals!" Sie erblickte in der bevorstehenden Heirat ihres Neffen eine schwere Gefahr; jenes Mädchen schien ihr ganz danach angethan, mit ihren kleinen koketten Künsten einem verliebten Manne Geheimnisse zu entlocken, welche sie (die Tante) unter keinen Umständen mit einer dritten Person teilen wollte. Rasch war ihr Entschluß gefaßt. Unmittelbar nach ihrer Heimkunft wollte sie ihren gesamten Hausstand versteigern lassen und dann ohne Zeitverlust zwischen sich und ihren Neffen das Meer legen. Er sollte nie Wiede« von ihr hören. — , m . Beide besprachen nun ihr heutiges Vorhaben, wobei sie unwillkürlich flüsterten, obschon sie vor jedem Lauscher, sicher waren. Die Tante sührte das Wort, der Nefft mckte meist beistimmend; selten nur warf er eine Bemerkung, em« Frage, ein Bedenken dazwischen. Ein fortdauerndes Geräusch, welches bisher zu allen Worten und Gedanken die Begleitung gebildet hatte, horte plötzlich auf, und eine wohlthuende Ruhe umschmeichelte das gequälte Ohr: das Kreischen der Säge, das Rauschen, des Wasserrads war verstummt. Unten m der Muhle hatte man Feierabend gemacht. Bald stöhnte die alte Ho^treppe unter schweren Tritten, und ein Arbeiter brachte die Schlüssel. Eine Weile nachdem er sich wieder entfernt hatte, ging der Mühlenbesitzer Hinab, um sich zu überzeugen, daß alles gut verschlossen und der letzte Arbeite« gegangen war. . egangne Fehler können besser nicht Entschuldigt werden, als mit dein Geständnis, Daß man als solche wirklich sie erkenne. Calderon. (Nachdruck verboten.) Die Irre von Sankt Rochus. Kriminalroman von Gustav Höcker. (Fortsetzung.) Lange Zeit herrschte Schweigen. Dann knarrte die Treppe unter raschen, leichten Tritten. „Es ist nur die Kleine aus dem Dorfe, tue mich bedient", beantwortete der Müller einen fragenden Blick seiner Tante. , , , Ein Mädchen von achtzehn oder neunzehn Jahren trat ein, um das Vesperbrot wegzuräumen und in der Küche, welche auf den kleinen Vorsaal hiuausging, die Vorbereitungen zu einer warmen Abendmahlzeit zu treffen, ihrer Gegenwart wechselten Tante und Neffe emtge Worte miteinander, als gälte die Anwesenheit der erstereneinem Holzhandel. Das Mädchen war sehr hübsch, aber trotz ihrer Jugend und ihrer ländlichen Abkunft eine vollendete Kokette, ials hätte sie ihre Studien in der Stadt gemacht. Von der Anwesenheit der fremden Dame nahm ste kaum Aottz ihre ganze Aufmerksamkeit gehörte dem Muller, der sehr ungeniert allerlei verliebte Späßchen mit ihr trieb, die ebenso wohlgefällig ausgenommen wurden. Die Kleine par durchaus nicht spröde und schien sich hier ganz heimisch SN pulsten. anf$,icfte, in der Küche Holz zu spalten, um Feuer anzuzünden, sagte ihr der Müller, daß er heute mit einem kalten Abendbrot sürlieb nehmen wolle iuiD ihrer Dienste vor morgen früh nicht wieder bedürfe. Die Tante glaubte ziemlich deutlich! ein paar schallende Kusse zu vernehmen, und wie das laute, lustige Gelachter, nut welchem die geriebene Dorfschöne zuletzt die yolzstusen hinabsprang, schließen ließ, hatte es an der Treppe noch einige verliebte Neckereien gegeben. Die Tante war von ihren Beobachtungen nicht sehr Elbmi,$ei meinem vorigen Besuche hattest Du ja eine alte Frau zur Bedienung", bemerkte sie, als Heinrich, wieder e™tl& habe die alte Hexe fortgeschickt. Das Essen schmeckte mir nicht mehr, das ste nut ihren braunen, dürr n runzligen Händen zubereitete. Ich denke, ich kann mich, einrichten, wie ich will", fügte er trotzig hinzu. •- W4 — Der Abend rückte vor. Hinter dem vom Fenster aus sichtbaren Gebirge verschwand der Mond, und auch sein bleicher Abglanz, der wie ein heller Saum auf den Bergumrissen ruhte, erlosch endlich. Dunkel herrschte draußen und im Zimmer. Der Müller zündete die kleine Petroleumlampe an, bei welcher er die Abende tzn verbringen pflegte; denn er war menschenscheu und mied die Gesellschaft. Weit und breit schien jeder Laut erstorben, nur das Aechzen eines Schleppdampfers, der eine Reihe Frachtkähne stromaufwärts zog, war zu vernehmen. Es kam langsam näher und entfernte sich ebenso langsam, um nach geraumer Zeit in der Weite zu verhallen. Dann blieb alles wieder still, bis plötzlich ein seltsam klagender Ton durch die Nacht drang. Die Tante schreckte zusammen und warf einen scheuen Blick nach dem Fenster; draußen, dicht vor demselben, schien der unheimliche Ruf erklungen zu sein. „'S ist nur ein Nachtkäuzchen", erklärte der Müller; „alle Nächte schickt es mir aus dem Baume vor dem Fenster diesen vermaledeiten Gruß. Hab' ihm schon manche Schrotladung als Gegengruß zugeschickt, aber vergeblich." Zuweilen hörte man den heiseren Glockenschlag vom nächsten Dorfkirchturme, und dazwischen zog die Tante oft ihre goldene Uhr. „Es ist nahezu elf", sagte sie endlich. „Wir müssen fort; ich möchte nicht, daß er vor uns am Fährhause einträfe." Schweigend wachten sich beide auf den Weg. Der Müller ließ die Lampe brennen, damit man das gewohnte Licht in seinen Fenstern schimmern sehe. Wortlos schritten sie dicht am Ufer des mächtig rau- fchenden Stromes hin. Von Zeit zu Zeit blieb der Müller stehen und lauschte und spähete in die tiefe Dunkelheit hinein, um sich zu überzeugen, daß kein anderer Wanderer aus dem wenig betretenen Wege war. Nach zehn Minuten befanden sie sich in unmittelbarer Nähe des Fährhauses. An der Außenseite desselben war eine Bank angebracht, und aus dieser saßen zwei Gestalten. Die Tante drückte krampfhaft den Arm ihres Neffen. „Er ist schon da", flüsterte sie. „Er ist uns zuvorgekommen." „Wer weiß, ob er's ist, es kann auch jemand aus dem Dorfe sein, der sich zu Wippach auf die, Bank gesetzt hat. Das wäre ein verdammt unwillkommener Gast!" „Nein, nein, es ist Allram, verlaß Dich darauf", zischelte die Tante. Trotze der Dunkelheit unterschied sie den hellgrauen Ueberzieher und den eben so Hellen Hut, in welchem ihr der Detektiv bei ihrem ersten Besuche so unerwartet äus der Thüre seiner Wohnung entgegengetreten war, und woran sie ihn noch- lange unterscheiden konnte, als sie ihm später im Straßengewühle nachgeblickt hatte. Der Müller trat nahe an die Beiden heran und lüftete vor dem Herrn in der hellgrauen Kleidung die Mütze. „Hörej Fred", wandle er sich mit lauter Stimme an den Fährmann, „Du mußt uns und diesen Herrn sogleich übersetzen. Am Lindenhosgarten legst Du an, verstanden?" Der Angeredete erhob sich von der Bank. Aber was war das? Er erfaßte feinen Nachbar am Arme, zog ihn unsanft empor, und an seiner Seite schwankte der Detektiv wie ein dünnes Rohr im Winde. Er hatte offenbar keine Gewalt über seine Glieder, bald schoß er vorwärts, den Oberkörper vorgebeugt, mit der Hand fast den Boden- berührend; bald bog er sich nach hinten und taumelte rückwärts, während der Kopf mit dem hellen, tief »n der Stirn sitzenden Hute sich willenlos hin- und herbewegte. Wenn der Fährmann, der ihn führte, ihn nicht kräftig am Arme gehalten hätte, wäre er auf dem kurzen Wege zum Fährboote ein halbes Dutzend mal zu Boden gefallen. „Was ist mit diesem Herrn?" flüsterte der Sägemüller dem Fährmanne zu. „Goddamn! besoffen ist er", kicherte dieser. „Bst!" gebot die Tünte, und zupfte den Fährmann warnend än der Jacke. Dann wandte sie sich; an ihren Neffen mit den leisen Worten: „Ich traue ihm nicht, Heinrich. Es ist zu auffallend bei diesem Manne. Ich fürchte, er verstellt sich aus irgend einem Grunde." diun der Detektiv hier war, wo sie ihn haben w oll he, fürchtete sie sich plötzlich; vor ihm. „Das ist keine Verstellung", flüsterte Heinrich. „Er hat Rum getrunken. Ich rieche es bis hierher. Desto besser, dann wird es leichtere Arbeit geben." Mehr getragen als geführt, wurde der schwer Betrunkene vom Fährmann in das Boot gebracht und dort auf die an der Seite hinlaufende Bank gedrückt, wo er, ohne sich zu regen, wie ein Holzklotz sitzen blieb, den Kopf haltlos hintenüber nach der Wasserfläche herabhängen lassend. „Nur rasch vorwärts!" gebot der Müller, nachdem er mit seiner Begleiterin ebenfalls ins Boot gestiegen war. „Donnerwetter, Fred! Du scheinst selbst zu tief ins Glas geguckt zu haben." Der Ausruf galt dem Ungeschjck, mit welchem Fred das Segel aufzog und dann auch; noch unrichtig stellte, sodaß das Boot dicht am Lande hinglitt. Der Müller stellte das Segel selbst und gab ihm die Richtung nach dem jenseitigen Ufer, worauf er dem De. tektiv gegenüber auf der anderen Seitenbank sich niederließ. Unter dem sanften Drucke des Nachtwindes bewegte sich das Boot langsam vorwärts. Als es ungefähr die Mitte des Stromes erreicht hätte, sprang der Müller plötzliche auf, faßte den Detektiv bei den Füßen und stürzte ihn über den niederen Rand des Fahrzeuges, welches sich stark auf die Seite neigte, in den Strom. Hoch spritzten die Wasser empor; auf ihren mächtig fchaukelnden Wellen tauchte der dunkle Körper noch, ein paarmal empor, — dann war nichts mehr zu sehen. Erst nach mehreren Tagen wurde weit von hier der Leichnam des Ertrunkenen aus dem Flusse gezogen. Noch schwankte das Boot unruhig von einer Seite zur andern, noch stand der Fährmann, betroffen über das, was soeben seine Augen gesehen, wie -zu einer Statue erstarrt am Mastbaum, sich! mit der einen Hand daran festhaltend, da stürzten auch, schon der Müller und seine Begleiterin auf ihn zu, um mit vereinter Kraft ihm das Schicksal des Detektivs zu bereiten. Blitzschnell hatte der Fährmann seinen rechten Arm erhoben, — ein Feuerstrahl zuckte auf, — ein Knall erschütterte die Luft, — und ohne einen Laut von sich zu geben, sank der Müller auf den Boden des Fahrzeuges nieder. Von Entsetzen gepackt, prallte seine Begleiterin zurück. Der Fährmann ließ ihr keine Zeit, sich zu sammeln und । einen Entschluß zu fassen. Er riß sich die Jacke vom Leibe, um diese als Strick zu benutzen, und so verzweifelt sich die kleine Frau auch wehrte, so tapfer sie auch Zähne und Fingernägel als Waffen zu gebrauchen wußte, so gelang es ihm dennoch, sie nach dem Maste zu zerren und an diesem mit beiden Händen festzubbinden. Totenstille herrschte; nur das Plätschern der an das Boot prallenden Wellen und das keuchende Atmen der Ge- fesselten war zu vernehmen; ein leises Stöhnen, welches zuweilen vom Boden des Fahrzeuges heraufdrang, verriet, daß der von dem Geschoß hingestreckte Mann noch lebte. Unsanft stieß das Boot, auf welches der Fährmann nicht hatte acht geben können, drüben ans Ufer, wo sich mehrere dunkle Gestalten hin- und herbewegten. — (Fortsetzung folgt.) Geheime Gesellschaften in China. Von Ern st Otto Ho pp. Nachdruck verboten. Daß die „Hoodlums" von San Francisco den Chinesen die vielgeliebten Zöpfe abschuitten, sie mißhandelten, und roh gegen sie verfuhren, kann natürlich! nicht gebilligt werden; aber die Toleranz gegen das Chinesentum, indem man seine Einwanderung gestattet, ist übel angebraucht Sie sind wie das Unkraut, das der Wind in ferne Gegenden treibt, und das so mächtig weiter wuchert, daß es bald ringsum alle Kultur erstickt. So unterwürsig und gehorsam die Chinesen den Weißen, den „rothaarigen Ba^ baren", gegenüber meistens sind, so bricht bei ihnen doch zuweilen, wie jetzt wieder, eine wilde Empörung aus, dre uns an verborgene, vulkanische Gewalten erinnert. An der Küste von Peru war es, wo vor wenigen Jahren 417 chinesische Kulis von Callao, dem peruanischen Hafenplatze, nach Guayaquil in Ecuador verschifft wurden. Das Fahrzeug, das sie trug, war ein alter, aber starker und sehr geräur mit re In de: den Sf Leute Steue: geschlo Kapitc stange erweh ihnen Die K mit 2 und s erhalt T führe aber t nichts umhe: rieten und 9 zackku war i zahlrc 2 der 9 langst die Di aus, einer nomn aber: rätsel Reise, der jc eines zaust, Bord, spärli schlan halbe gespe liehe haft vorcn krach» des i 46 t>( jede des 1 stelle sorgf gewc Papi die i Wals Sten same von ungk streu Jap wie trieb selb, von sitze: Hall sei, gew Trü Gest von sich --- 3SS - erhalten. Die Chinesen, die Herren des Schiffes geworden waren, fuhren nach! Westen, um ihr altes Heimatland zu erreichen; aber da sie von der Kunst, ein großes Fahrzeug zu lenken, nichts verstanden, irrten sie planlos im ‘"'2 umher. Ein Sturm zerbrach den Hauptmast, und sie gerieten bald nach Norden, bald nachj Süden, wohin Wmd und Meeresströmungen sie trieben. So ging es im Zickzackkurs mehr denn ein Jahr lang hin und her, und es war nur ein Wunder, daß das Schiff nicht an einer der Fabelwesen. Ein bei einem Großhandelshause in Shanghai ange- , . stellter junger Deutscher hatte sich, bei einem Gastmahl, ■ I an dem zahlreiche chinesische Handelsherren teilnahmen, ' 1 „unter dem Einfluß von Likör stehend", in wegwerfender, absprechender und verächtlicher Weise über die Geherm- bünde der Chinesen geäußert. Er war kürzlich, vor wenigen Monaten, von Bremen nach China gekommen; umsonst hatte ihn sein Vorgesetzter, ein älterer und erfahrener Mann, der die Sitten und Gefahren des Landes kannte, eindringlich gewarnt — es war zu spät. Die anwese^en Chinesen, unter denen sich mehrere Großkaufleute, ein Dolmetscher und zahlreiche Diener befanden, erwiderten nichts auf die prahlerische Rede des Jünglings; einige lächelten leise in ihrer sardonischen Manier. Das Festessen verlies Achtel der dortigen Bevölkerung aus Chnesen beständen, hätte dieser Krieg den Untergang der ©taix zur Folge gehabt. Man sagt, es seien mehrere Tausend Menschen wahrend desselben getötet worden. Ueberall war der Eindruck ein grauenhafter. Reste von Leichen, zum Teil angesengt, lagen umher, Hunderte von Häusern und Hütter waren rn Asche verwandelt, und die Wirkungen von Pulverfpreng- ungen,, wie die Chinesen sie besonders häufig anwenden, waren noch hier und da ersichtlich, tiefe Löcher waren an manchen Stellen in den Straßen entstanden. Dre Kämpfe waren mit unerhörter Wut geführt worden, ihre traurigen Beweise standen in einem jähen Gegensatz zu der prachtvollen tropischen Natur, den köstlich dämmernden Schatten des Urwaldes und der Fülle von Licht und Glanz, die in jenen Gegenden verschwenderisch ausgegossen er- geräumiger Kasten, und der Unternehmer hatte sich eben, mit reichlichem Proviant versehen, auf die Reise gemacht. In der Nacht stiegen plötzlich! ihrer mehr denn hundert aus den Schläfräumen auf das Verdeck und warfen alle weißen Leute nach kurzem Ringen über Bord. Nur. der zweite Steuermann und ein junger Kaufmannsgehilfe, die nicht geschlafen hatten, retteten sich. in die Kajüte des ermordeten Kapitäns und verbarrikadierten die Thür durch! Eisen- stangen; da sie mit Schußwaffen reichlich versehen waren, erwehrten sie sich der Aufrührer, die es nicht wagten, mit ihnen anzubinden und fie bald ganz in Frieden ließen. Die Kapitänskajüte stieß an ein paar Vorratskammern, die mit Trinkwasser und Proviant aller Art gefüllt waren, und so gelang es den beiden Weißen, sich! am Leben zu scheint. Der Chinese ist nicht immer feige; unter Umständen WUu Kllull, , ist er bereit, für eine Sache, die ihm am Herzen liegt, sein Stillen Ozean I Leben mit einer gewissen Nichtachtung emzusetzen; m dem ' "■ * übervölkerten Lande hat das Menschenleben überhaupt v , einen geringen Wert. Despotie und mangelnde Rechts- I pflege erzeugen versteckte Verbindungen, die ihrerseits wieder im höchsten Grade tyrannisch auftreten. Für den ungemein verschlossenen, gern heimlich brütenden Sinn a&WÄ&Ä-Äi I ■UXe m »w-gung w, ,md M» aus, die beiden unfreiwilligen Ozeanfahrer ließen sich an einer Leine herab und wurden von dem Boote ausgenommen. Das von den Kulis eingenommene Schiff ging aber nicht unter. Am 27. August 1895 kam eine wunderliche, rätselhafte Erscheinung, nach nahezu fünfzehnmonatlicher Reise, aus dem Stillen Ozean hineingetrieben in die Bar der japanischen Hafenstadt Hakodadi, die gespenstige Rume eines großen Schiffes, verwittert, verkrüppelt und zerzaust, und dennoch mit Anzeichen, menschlichen Lebens an Bord. Von der einzigen noch übrigen großen Raa hingen spärliche Fetzen zermürbten Segeltuches; aufgelöst m schlangenartigen Knäueln, schleppten die Wanten allenthalben über Bord. Langsam und schweigend trreb das gespenstige Wrack heran; dunkle, ausgemergelte, unheimliche Wesen kauerten am Bugsprit und regten sich geister- i mn= "^"Zrübte? Seiterkeit-''doch kaum eine Woche haft um den Maststumpf, als das darauf verschwand der Diener des Herrn Rewold, so naünte voran, auf eine Sandbank zutrieb und knirschend und leis I Jffl Handelsbeflissene, mit einer beträchtlichen krachend auf dem Grunde stehen blieb. I 3umme Feldes; er war nicht wieder aufzufinden. Als Die japanischen Hafenbehörden begaben sich, an Bord I $age fpäter fein Boot benutzen wollte, des gestrandeten Schiffes und fanden dort statt 417 mir I b b(^ man dasselbe an mehreren Stellen ange- ■ 46 verkommene und halbvertierte Chinesen, die lartnack g I boLt ^atte lag im tiefen Wasser und war so gut tote jede Auskunft über ihr Woher verweigerten Auch über i ) J geworden. Er nahm einen neuen Diener aber des Schiffes Nationalität war Nicht das geringste festzm I rt,arb bamit nicht besser; bald fand es W, daß. sem - stellen. Die schlauen Chinesen hatten den Namen am Heck I schwarzer Anzug durch Vitriol unheilbar ruinier orgfältig ausgekratzt, Logbuch und Flaggen über Bord I t ,e§ toeiter. Sein Kanarienvogelchen sein geworfen und jeden Eigentumsnachweich reden Hetzen I geblendet; ein paar köstliche Orchideen, Vavier vernichtet. Ungefähr nach. einem Jahre kam indes I » pflegte, verwelkten — unsichtbare NAihrheit diirch die b/iden geflchhteten und von dem ^im Ga^tenz m* ^An beraubt. Viermal hinter Walfi chfahrer aufgenommenen Weißen an den Tag, der I ^nanbe' entytanb in seinem Wohnzimmer m unaufge- Steuermann las in einem Blatte eine Notiz über das fett- I j(ärtcr ^ise Feuer, sein Pferd erkrankte und ging em, mme Aff und stellte das Richtige fest. Die 46 Gelandeten I Hund wurde verstümmelt. Ein den Europäern wohl- von denen noch mehrere bald darauf starben, ließ man I sollender chinesischer Kaufmann, der in engster Handels- unaestraft sie hatten Strafe genug empfangen und zer- yindunq mit dem Hause stand, bei dem Rewold ange- streuten sich wie Tropfen im Meer unter den Million n I war, und den man um Schutz ersucht hatte, ließ dem Japans. - , HOno I jungen Manne den Rat erteilen, er möge mit dem nächsten Die chinesischen Christenverfolgungen des Jahres 1893 I ^ni^er in seine deutsche Heimat zurückkehren, irn Blumen- wie die heutigen Unruhen hatten ihren Ursprung in Um- I ber Mitte werde er seines Lebens nrcht mehr froh selbsVwwVn Vllen "Ländern,'V denen Vs größere Mengen I Wer^jjnb können Sie nicht eintreten und wich schützen?" von Chinesen giebt, vorhanden sind und große Macht be- I p.agte ber junge Mann, der selbst zu dem Kaufmann g - ^en@in Reisender erzählt, wie er auf der hinterindischen I eiU . schelte mild und verschmitzt wie immer -St jU <* ®,T«™ torfi',urS fei die etliche Monate zuvor reich, bevölkert, bluheno uuo i Gesellschaft", die man nicht verspotten dürfe. Der aewerbefleißig gewesen sei, aber damals fast aanz m 1 . Mann ging ab, und die deutsche Kaufmannschaft der Trümmern lag und verödet war. Sinei g^st^we ^^estsch I ^uesischen Hafenplätze ließ sich die Warnung gesagt sein. Gesellschaften, nämlich, die vom und hätten i ' 1 Die chinesischen Beamten pflegen sich mit diesen ge- S । Nmen MA- <" «"**** ** **** es* 396 -=sa falls sie selber richt etwa Mitglieder sind, was sehr häufig der Fall ist. Sin Mandarin, der in Canton wider den Strom zu schwimmen versuchte, fuhr übel dabei. Als er mit Gewalt vorzugehen versuchte, mehrere Verdächtige em- sverren und durchiprügeln und zwei Diener zum Tode verurteilen steh, trat die Katastrophe ein: er wurde vergiftet. Die Tkmter wurden nie ermittelt, ja, man machte nicht einmal den Versuch jemand zur Rechenschaft zu ziehen. Es war ein offenes Geheimnis, daß er sich wider einen der geheimen Orden vergangen hatte. Wo solche Gewaltmittel nicht angebracht erscheinen, tritt seitens des feindlichen Geheimbundes eine andere Remedur ein: der widerstrebende Beamte erhält plötzlich die Weisung, daß er irr eine entfernte Provinz versetzt worden ist, „im Interesse des Dienstes", er wird zu einer tieferen Rangstufe degradiert, ein Beweis, daß die Unsichtbaren auch! am Hofe walten, und mit den allerhöchsten, sogenannten „maßgebenden Kreisen" Verbindungen pflegen. Die geheimen Verbindungen erstrecken ihre Macht über die Sunda-Jnseln, die Eilande des Stillen Ozeans, ja über ganz Amerika, nach überall hin, wo sich Chinesen in größerer Zahl aufhalten. Einige stehen mit anderen Orden in einem sogenannten Kartellverhältnis — so die „Weiße Lilie" mit den vielgenannten „Boxers", die sogar, wie Kenner wissen wollen, identisch sein sollen — andere in tätlicher Feindschaft mit ihren Konkurrenten. Im Lande Sarawak auf der Insel Borneo entbrannte vor einigen Jahren zwischen zwei geheimen chinesischen Verbindungen ein erbitterter Kampf um einen prachtvollen Diamanten, der später um eine kolassale Summe an einen englischen Millionär verkauft wurde. Der Krieg der beiden Orden kostete einige dreißig Menschenleben, und die „Weiße Lilie" siegte. Die amerikanische Polizei ist in Californien den chinesischen geheimefr Gesellschaften gegenüber oft machtlos. Bei oder an den Leichnamen der gemeuchelten Chinesen findet sich! nicht selten ein geheimnisvolles Zeichen, das den Bezopften wohlbekannt ist, von den Polizeibeamten jedoch in vielen Fällen übersehen wird, ein Bundeszetchen, das besagt, daß der Mord auf Befehl der Oberen eines Ordens vollbracht wurde. Als sich, vor einigen Jahren die Unthaten häuften, rief die Polizei die angesehensten chinesischen Großkäufleute im amerikanischen Westen zusammen und drohte mit scharfen Repressalien, mit allgemeinen Maßregeln gegen alle wohlhabenden Chinesen. Das half eine Weile. Der bekannte Großkaufmann Mackay kaufte ^inen chinesischen Leibdiener durch Zahlung einer größeren Summe von der Rächte der „Unsichtbaren" los. Die Folgen der letzten Unruhen, welche die geheimen Gesellschaften in China erregt haben, sind noch unübersehbar. Vielleicht bewirken sie eine Reformation der chinesischen Gesellschaft, vielleicht auch den staatlichen Unter- gang des Blumenreiches der Mitte. Humoristisches. Boshafte Frage. Dichterling: „ Ich sage Ihnen, aus meinen Versen können Sie das Bild meiner Geliebten herauslesen!" — Herr: „So — hinkt die auch?" O diese Kinder. „Ach, Papa, wenn Du Mama nicht geheiratet hättest, was für ein herrliches Leben könnten wir beide führen!" Litterarisches. „Neueste Erfindungen und Erfahrungen" auf den Gebieten der praktischen Technik, der Elektrotechnik, der Gewerbe, Industrie, Chemie, der Land- und Hauswirtschaft re. 27. Jahrgang (A. Hartlebens Verlag in Wien) Pränumerationspreis ganzjährig für 13 Hefte franko 7 Mk. 50 Pf. Einzelne Hefte 60 Pf. in Briefmarken Diese Zeitschrift dient ausschließlich der Praxis. Ihre Mitteilungen die sich über alle Berufsarten verbreiten, bestehen in praktischen, zuverlässigen und leicht ausführbaren Anweisungen, Arbeitsverbesserungen und Neuerungen ait technischem und industriellem Gebiete. Besonders wertvoll find die zahlreichen Anweisungen zu neuen, lohnenden Erwerbsarten. Aus der Fülle des Inhaltes des achten Heftes vom siebenundzwanzigsten Jahrgange seien besonders folgende Artikel hervorgehoben: Hebet Schmirgel-Schleifmaschinen. — lieber Salpeter-Gewinnung und seine rationelle Verwertung. — Praktische Erfahrungen über die Brauchbarkeit verschiedener Haarfärbemittel. — Neue Dar- tellung von Celluloid mittelst Naphtalin an Stelle des Kämphers. — Praktische Winke für Stanzarbeiten an Pressen. — Neue Lederimitation Peltineleder. — Soll man die Innenseiten der Möbel auch bemalen? — Erfahrungen zur Verhütung von Explosionen bei Darstellung von Phosphorbrei. — Neues Verfahren der Brotbereitung. — Ein Thermometer aus Quarz. — Neue Einrichtung zur Beförderung lebender Fische unter Benutzung von Sauerstoffgas. — Das Restaurieren und Auffrischen alter und schadhafter Oelgemälde. — Spachtelmasse und Lack mit emailartigem Ueberzug. — Praktische Herstellung des Alaunleders. — Das Telegraphon. — Praktische Erfahrungen über die Behandlung der Accumulatoren. — Brennstoffverschwenduna in Tiegelschmelzöfen. — Herstellung nahtloser Rohre und Stahlflaschen. — Die Surrogate des Terpentinöles. - Neues Verfahren zum Reinigen von Rohöldestillaten und ein neuer Mischapparat. — Traubenliqueur aus Wein- blättern. — Darstellung von Mauur. — Fertigschlagen und oxydiertes Härten von Messer- und anderen Schneidewaren. — Bezugsquellen für Maschinen, Apparate und Materialien. — Eine einfache Filterpresse für den Gebrauchs im Laboratorium. — Neue Methode zur Bestimmung des Schmelzpunktes. — Nachweis und Bestimmung von Queck- silberdamps in der Luft. — Achtundzwanzigjährige Pfirsichzucht-Erfahrungen. — Wie ich« meine Treibveilchen im Sommer behandle, um von August bis Februar blühbare Veilchen zu haben. — Zahnaltersbestimmung bei Schweinen. — Vorschriften für Buntfeuerwerk. — Herstellung unvergänglicher Etiketten auf Flaschen. — Anweisung zur Her- stellung eines vorzüglichen, erprobten Eau de Cologne. - Anstrich für Petroleumfässer. — Herstellung wasserdichter Plachen. — Kleinere Mitteilungen. — Neuigkeiten vom Büchermärkte. — Eingegangene Bücher und Broschüren. - Neue Erscheinungen auf dem Patentgebiete. — Elektrotechnisches Feuilleton. — Physikalisches Feuilleton. - Chemisch-hygienisches Feuilleton. — Fragekasten. — Beantwortungen. — Briefkasten. — Die „Neuesten Erfin- düngen und Erfahrungen", nunmehr im 27. Jahrgange erscheinend, bieten jedermann, insbesondere dem Techniker und Industriellen, die Mittel, alle neuen Erscheinungen und alle wertvollen praktischen Errungenschaften kennen zu lernen und so zu verstehen, daß er sie in seinem Geschäfte sofort verwerten kann und demzufolge immer aus der Höhe der Zeit steht. Hunderte von Fragen aus allen Berufsfächern finden in dieser Zeitschrift praktische und kostenlose Beantwortung. Skataufgave. (Nachdruck verboten.) (Bei französischen Karten gilt Treff gleich Eichel, Pique gleich Grün, Coeur gleich Rot, Carreau gleich Schellen.) Vorhand will Rot(Coeur)-Solo spielen, wird aber von Mittelhand bis Grün(Pique)«Solo gereizt und sagt deshalb Grand an aus folgende Karten: O ❖ ❖ o <7 c> & Q <2> Der Spieler hat in seinen Karten 26 Augen weniger als Mittelhand und 5 Augen mehr als Hinterhand. Obwohl im Skat keine Zählblätter liegen, wird das Spiel mit Schneider gewonnen. Wie war die Kartenverteilung und der Spielgang? Auflösung in nächster Nummer. Auflösung des Bilderrätsels in voriger Nummer: Im Grabe hat man genug Schlaf. Itoetties: •. B«rk>«r»t. — «ort mr» etdeg Hr Uttverstütts-Buch. Mn» ettttkraftrti (Pietsch tritt) in titlet.