et pifrEvO MWWWKM^ ie Freundschaft, die der Wein gemacht, Wirkt, wie der Wein, nur eine Nacht. (Nachdruck verboten.) Unter dem Schwerte der Themis. Roman von Reinhold Ort mann. (Fortsetzung.) Sie sprach, ganz ruhig, aber ihre Stimme hatte einen Klang wie von erstickten Thränen als sie fortsuhr: „Und gestern habe ich auch das letzte, das schrecklichste erfahren. Seit gestern erst toeiß ich, alles — alles!" Eine große Bestürzung Chatte sich plötzlich, seiner bemächtigt. „Alles?" fragte er unsicher. „Das heißt, Ihre Mutter hat Ihnen gesagt —" „Nein, meine Mutter hat mir nichts gesagt. Aber sie war so unvorsichtig, einen Brief in meine Hände fallen zu lassen, den dieser Sandory, dieser Schurke, an sie geschrieben." „Nennen Sie ihn nicht so, Fräulein Elli!" wandte Sigismund bittend ein. „Er hat mir erst kürzlich einen überzeugenden Beweis seiner hochherzigen und uneigennützigen Gesinnung gegeben." „So kennen Sie ihn eben nicht; denn er ist nicht hochherzig und uneigennützig. Wie wäre er sonst dazu 'gekommen, meiner Mutter nach Brünn zu schreiben, daß —" „Ah, er kannte also Ihren Aufenthalt? Er wußte, daß Sie nicht nach, Amerika gegangen seien?" „Er wußte es sehr genau; denn er war der einzige, den meine Mutter vorher in ihr Vertrauen gezogen hatte." Sigismund griff sich verständnislos an die Stirn. „Wie ist das nur möglich! Welchen Grund könnte er gehabt haben, eine unwürdige Komödio mit mir aufzuführen. Was hat er also Ihrer Mutter geschrieben?" „Er fürchtete, daß ich. den Wunsch, haben könnte, Ihnen ein Lebenszeichen zu geben, und er ermahnte sie deshalb auf das Eindringlichste, mich, daran zu verhindern. Wegen der Rückgabe des Darlehens, das sie von Ihnen empfangen, solle sie sich nicht die geringste Sorge machen; denn en habe Ihnen den Betrag vorläufig aus seiner eigenen Tasche erstattet, und es sei ihm daran gelegen. Sie bis auf weiteres ganz in der Hand zu behalten." „Mich in der Hand zu behalten?" wiederholte er ungläubig. „Und Sie sind ganz sicher, daß da nicht irgend ein Mißverständnis obwalten kann?" „Ich habe den unglückseligen Brief wohl zehnmal gelesen, und meine Mutter hat mir auf meine dringenden Bitten schließlich alles bestätigt." „Was konnte sie Ihnen bestätigen, Fräulein Pollnitz?" „Daß sie sich nur auf Sandorys Veranlassung gerade an Sie mit der Bitte um das Darlehen gewendet hatte." „Aber wenn ich für dies alles nur eine Erklärung finden könnte! Wodurch sollte dieser Mann bestimmt worden sein, ein falsches Spiel mit mir zu treiben! Ich habe ihn niemals gekränkt oder beleidigt, und er war es, der mir seine Freundschaft aufgedrängt hat, nicht iäx, der sie suchte." „Sie werden ihn selbst darum befragen müssen, Herr Ruthardt; denn ich glaube wohl, daß seine eigentlichen Beweggründe auch meiner Mutter unbekannt geblieben sind. Bor allein aber bitte ich Sie, dies Geld zurück- zunehmen, das mir seit heute früh wie Feuer in den Händen brennt. Nehmen Sie an, daß meine Mutter es Ihnen dnrch mich überschicke." Sie reichte ihm einen geschlossenen Briefumschlag, aber Sigismund zauderte, danach zu greifen. „Sie wissen, daß ich um Liesen Betrag nicht mehr in dringender Verlegenheit bin, seitdem Herr Sandory sich aus freien Stücken erbot, ihn mir einstweilen leihweise zur Verfügung zu stellen." „Aber Sie waren doch in dringender Verlegenheit durch unsere Schuld — nicht wahr? Und Sie haben uns für verächtliche Geschöpfe gehalten?" „Nein, Fräulein Elli — wie soll ich Sie nur davon überzeugen, daß ich in Bezug auf Sie nie einen häßlichen Gedanken gehegt." Sie schob mit einemmale den Schleier, empor und schlug die schönen, glänzenden Augen voll zu ihm auf. „Ich danke Ihnen, Herr Ruthardt", sagte sie. „Glauben Sie mir, daß ich, niemals aufhören werde. Ihnen dafür zu danken. Aber nun befreien Sie mich auch von dieser schrecklichen Bürde. Sie können nicht ahnen, wie ich mich seit vierundzwanzig Stunden nach dem Augenblick gesehnt habe, wo das unglückselige Geld endlich wieder in Ihren Händen sein würde." „Muß ich denn aber nicht fürchten, daß es Sie schwere Opfer kostet, es gerade jetzt zurückzuzahlen? Und es hätte nun wirklich keine Eile." „Doch, es hat Eile — große Eile!" beharrte sie mit Nachdruck. „Sie müssen sich, von diesem schlechten Menschen freimachen, der es gewiß nicht freundlich mit Ihnen meint — Sie müssen es auf der Stelle thuu. Ich habe Angst genug ausgestanden, daß es vielleicht schon zu spät sein könnte. Und ich verstehe überdies gar niü;t, wie Sie sich sträuben können, Ihr Eigentum zurückzunehmen. Es ist doch sicherlich nicht Ihre Absicht, mich zu kränken — nicht wahr?" — 714 - „Npin — wahrhaftig nicht!" versicherte er, indem er nun beinahe hastig seine Hand nach dem Couvert aus- streckte. „Und daß Sie selber gekommen sind, es mir zu überbringen — v, ich kann Ihnen nicht sagen, wie namenlos gliicklich Sie mich! damit gemacht haben." Elli sah zu, wie er den Bries in seine Brusttasche gleiten lieh; dann sagte sie nach einem tiefen Atemzuge ganz leise: „Und nun, da ich meine Aufgabe erfüllt habe, möchte ich Sie noch einmal im Namen meiner Blutter wie für meine eigene Person von ganzem Herzen mn Verzeihung bitten und Ihnen alles Gute für Ihr künftiges Leben wünschen." Sigismund Kielt ihre kleine Hand in der seinen. Etwas, für das er vergebens nach dem rechten Ausdruck suchte, wallte heiß in seiner Seele auf. — „Müssen wir uns denn wirklich schpn wieder- trennen, Fräulein Elli?" fragte er endlich beklommen. „Werden Sie noch an diesem Abend nach Brünn zurückkehren?" Ohne ihm ihre Hand zu entziehen, schüttelte sie verneinend den Kopf. „Weder an diesem noch gn irgend einem späteren. Ich habe mein Engagement gelöst und mich von meiner Mutter getrennt, da sie das ihre nicht ausgeben wollte." Eine neue Bangigkeit zitterte durch Sigismuuds Herz. „Und nun? Was bleibt Ihnen unter solchen Umständen anderes übrig, als nach Amerika zu Ihrem Vater zu gehen?" „Was sollte ich bei meinem Vater? Ich kenne ihn kaum, und er hat sich niemals um mich gekünimert. Seit Jahren haben wir kein Lebenszeichen von ihm erhalten. Nein, ich will endlich heraus aus diesem Vagabuuden- leben. Ich will vom Theater hinfort nichts mehr sehen und hören." „Wie? Sie hegen also im Ernst die Absicht, Ihrer Kunst zu entsagen?" „Ich werde eher Hungers sterben, als daß ich meinen Fuß noch einmal auf eine Bühne setze." „Aber, Fräulein Elli, was werden Sie denn nun beginnen?" „Von einem früheren Aufenthalte in Berlin habe ich dort eine befreundete Familie. Man wird mir dort vorläufig Unterkommen und Beschäftigung gewähren, und da ich den redlichen Willen habe, zu arbeiten, wird es mir hoffentlich gelingen, mich durchzuschlagen." Sie waren langsam weiter gegangen und schritten nun stumm nebeneinander her, als ob sie sich nichts mehr zu sagen hätten. Da schlug mit vollen, weithin schallenden Tönen eine nahe Kirchenuhr. „Wie spät es geworden ist!" fuhr Elli erschrocken auf. „Ich darf mich nicht länger aufhalten, wenn ich den Bahnhof noch rechtzeitig für den Abendzug nach Berlin erreichen will." „Werden Sie mir gestatten, Sie bis dahin zu begleiten?" „Sehr gern, wenn Sie mir nicht etwa ein Opfer damit bringen müssen." „Ein Opfer? Ach, Fräulein Elli, wie gern ginge ich mit Ihnen bis an das Ende der Welt! Seien Sie mir nicht böse, daß ich etwas derartiges ausspreche. Ich weiß wohl, daß es unmöglich ist; aber wir dürfen einander heute auch nicht für immer Lebewohl sagen. Das könnte ich nicht ertragen. Sie werden mir sagen, wo ich! Sie finden kann, wenn ich mir eines Tages das Recht erarbeitet habe, Sie zu suchen. Wollen Sie mir bas versprechen?" „Sie werden mich bald vergessen haben", erwiderte Elli leise. „Was Sie an mir interessierte, war am Ende doch nur meine Eigenschaft als Künstlerin, auch wenn Sie selber sich dessen vielleicht kaum bewußt geworden sind. Sie werden bei dem Theater, dem doch alle Ihre Neigungen gelten, sehr rasch einen anderen Gegenstand für Ihre Teilnahme finden." „Wie falsch Sie mich beurteilen!" rief er. „Was Sie die begabte Künstlerin, übers Herz bringen konnten, dazu sollte ich der armselige, talentlose Dilettant, nicht einmal Selbstüberwindung genug besitzen? Nein, Fräulein Elli, mit meiner Schwärmerei für" das Theater ist es vorbei. Mein Entschluß für die Zukunft ist gefaßt, und ich werde nun endlich den Beweis liefern, daß ich Manns genug bin, mir mein Leben selber aufzubauen. Zum Kaufmann tauge ich freilich ebensowenig, als ich zum Arzte getaugt hätte. Aber man hat mir früher manchmal gesagt, daß ich einen ausgezeichneten Lehrer abgegeben haben würde. So werde ich denn meine unterbrochenen Studien noch einmal aufnehmen, um mich diesem Berufe zu widmen. Er wird mich! niemals zu glänzenden Höhen emporführen und .wird mir keine Gelegenheit geben, Schätze zu sammeln. Meine Stellung im Leben wird immer nur eine verhältnismäßig bescheidene bleiben. Aber wenn ich mir diese bescheidene Stellung errungen habe — werde ich Sie dann suchen dürfen, Elli, und werden Sie es nicht verschmähen, mein einfaches Los mit mir zu teilen?" Woher ihm der Mut gekommen war, so zu ihr zu sprechen, er selber konnte es nicht begreifen. Er mußte ihn wohl aus der Begeisterung geschöpft haben, mit der seine neuen Zukunftspläne ihn erfüllten, diese Pläne, die ihm mit einemmäl all' seinen verlorenen Jugendmut wiederzugeben schienen. Wieder hatte er sich! bei den letzten Worten der kleinen Hand seiner Begleiterin be- mächtigt, und indem er nun seine Lippen ihrer rosigen Ohrmuschel ganz nahe brachte, wiederholte er in flüsterndem Flehen seine Frage: „Meine liebe, geliebte Elli, wirst Tu mich dann nicht verschmähen?" „Nein!" sagte sie ganz vernehmlich, und dann fügte sie, indem sie ihr von dunkler Glut überhauchtes Gesicht zu ihm erhob, aus freien Stücken hinzu: „Und ich will auf Dein Kommen warten, wie langö es auch währen mag. Ich könnte ja doch nie einen anderen lieb haben, als Dich." Sie umarmten sich nicht; denn sie ivaren ja auf offener Straße. Aber sie gingen Hand in Hand weiter zum Bahnhofe, und obwohl es ja ein Abschied auf lange, ungewisse Zeit war, dem sie entgegen gingen, jauchzte und jubelte es doch in ihren jungen Herzen. Nur wenig sprachen sie noch miteinander; denn der Weg war kurz, und als sie auf den Bahnsteig traten, stand der Zug schon zur Abfahrt bereit. Aber was sie sich noch hätten sagen können, wäre ja auch immer nur eine Wiederholung des beseligenden Geständnisses gewesen, daß sie sich liebten, und daß sie in Treue auf einander warten wollten. „Auf Wiedersehen! — Auf fröhliches Wiedersehen!" klang es hinüber und heriMr, als sich die Eisenräder kreischend zu drehen begannen, und bis der Zug seinen Augen entschwand, ließ Sigismund noch grüßend sein Taschentuch wehen. (Fortsetzung folgt.) Wie das Weihnachtsspielzeug entsteht. Von Constantin Niese. Nachdruck verboten. Mit sehnsüchtig verlangenden Blicken betrachtet die Kinderschar, die sich am früh hereinbrechenden Dezemberabend vor den glänzend erleuchteten Schaufenstern des großen Spielwarengeschäftes staut, alle die hinter den Spiegelscheiben ausgestellten Herrlichkeiten, an denen die Seele des jugendlichen Menschen mit der ganzen irdischen Glückseligkeit hängt. Während die einen mit unschulds- voller Naivität noch daran glauben, daß es, um in den Besitz dieser Herrlichkeiten zu kommen, nur nötig ist, recht brav zu sein, und einen Wunschzettel an den Weihnachtsmann zu schreiben, der hier nur eine Niederlage errichtet hat, weil er am ereignisvollen, an Wundern reichen Christabend so viele Wege zu guten und folgsamen Kindern zu machen hat, sind die älteren unter der schaulustigen ^char von dem rauhen Hauch! des chnsten Lebens schon berührt. Sie wissen bereits, daß das Kind des Armen das entbehren muß, was dem vielleicht eigenwilligen Sprößling der wohlhabenden Familie in Hülle und Fülle in den Schoß fällt, nur weil es den Eltern an dem notwendigen Uebel dieser Welt, dem leidigen Gelde fehlt, und früher oder später zerrinnt ja jedem einmal der holde Jugendtraum vor der Erkenntnis der Wirklichkeit der Dinge. Wenn aber auch unter dem Zwange der Verhältnisse die Geschenke des Christkindes für Millionen der Kleinen 715 - , Die Hauptproduktionsorte für feineres und feinstes Spielwerk sind heute Nürnberg, Stuttgart und Berlin, die sogar mit dem in dieser Beziehung mustergiltigen Paris erfolgreich wetteifern. Den besten Einblick in die Vielseitigkeit dieser Industrie gewinnen wir jedoch, wenn wir uns einmal nach den ländlichen Orten Sachsens oder Thüringens begeben, wo die ganze Bevölkerung in ihren Behansungen sich mit fast nichts anderem beschäftigt, als mit der Herstellung von Spielsachen. Besonders instruktiv ist da der Besuch von Sonneberg und Umgebung in Thüringen; weil dort fast alle Arten im Wege der Hausindustrie hergestellt werden und weil dieser Ort besonders das gelobte Land. der Puppen ist. Die weitaus wichtigste Person ist da der Bossierer, (Former), der sich von früh bis abend, jahraus, jahrein mit nichts anderem abgiebt, als Puppenköpfe zu fabrizieren. Eine Reihe von Gipsformen dienen dazu, aus I Papiermasse, welche den Vorzug der Haltbarkeit' besitzt ' '' I geschnittenen Holzstabe der eine Arbeiter nur tausende >, I von Tierkörpern derselben Art, wobei einige mit fast 15 I automatischer Sicherheit ausgeführte Schnitte genügen, um I das Holzklötzchen in die gewünschte Form zu bringen, I ein zweiter und dritter fertigen Beine und Köpfe an, I ein vierter leimt die einzelnen Teile zusammen, ein I fünfter, sechster und siebenter streichen nur an und ver- I packen, und das Ganze geht mit einer so erstaunlichen I Geschwindigkeit, wie sie ein Arbeiter, der sämtliche Hand- I griffe hinter einander leisten müßte, nie erreichen könnte. I Die Spielwaren-Jndustrie darf nun durchaus nicht I bei den einmal gangbar gewordenen Typen wie auf ihren I Lorbeeren ausruhen; denn auch die Kinderwelt ver- I langt stets etwas Neues; obendrein macht es die scharfe Konkurrenz des Auslandes notwendig, daß die Produktion stets den Zeitereignissen folgt und „zeitig" bleibt wie eine Zeitung, die gedeihen will. So wurden zu den Zeiten des Krimkrieges für englische, französische und italienische Besteller Hundert- tausende von Russenfressern angefertigt, nämlich große hölzerne Soldaten in der Uniform der genannten Nationen, die boi den Ganggesetzen eines einfachen Mechanismus ! einen auf eine Gabel aufgespießten Russen ver chluckten. Notre brave general Bon langer, wie ihn die Franzosen seinerzeit nannten, ist ebenso wie Skobeleff in zahllosen Exemplaren nach Frankreich und Rußland gewandert. In anderen Fällen handelt es sich zwar nicht um die Befriedigung eines vorübergehenden Chauvinismus; aber die Jugend in Steiermark und Niederösterreich will ihre Puppen anders angezogen und ihre Holzfiguren anders angestrichen haben als in Norddeutschland oder England oder Amerika. Darum ist es sehr zweckmäßig, daß die yandelskammern von Bezirken mit bedeutender Spielwaren- Jndustrie alljährlich in den ausländischen Staaten nail; denen sich unser Export richtet, das modernste Spielzeug, welches dort an Ort und Stelle fabriziert worden ist, ankaufen, weniger, um es sklavisch nachzuahmen, als um die fremdländischen Bedürfnisse kennen zu lernen und das dortige Fabrikat durch besseres zu übertrumvfen. Da der Höhepunkt des Spielwarenverkaufs natürlich die letzten Wochen vor Weihnachten sind, während der Absatz in den übrigen Teilen des Jahres, wo Geburtstage, Namenstage und die sogenannten Mitbringerle nur einen schwächeren, aber gleichmäßigen Absatz sichern, vollzieht chich die Produktion natürlich auch nicht gleichmäßig, sondern schwillt im Sommer und Herbst ganz weitaus^aroüt^üab^n2iPP! 10 doch die I oder aus Wachs, das zwar weit eleganter aussieht, aber liche Liebe niM Ä- finden, auch wenn elter- I zerbrechlicher ist, die Köpfe zu pressen, falls letztere nicht, Menschen in hn wK i .Wen tonn, irgend emen I was mehr und mehr Gebrauch wird, aus Porzellan her- einem Sviekeua V, ^rt*t“6.enb mtt I gestellt werden. Tann gehen wir in ein Haus, in dem die Füduür e melm^?^->^s T,\ begreiflich, daß I die Leiber der Puppen fabriziert werden. Für die feinere leiten berstellt in Deutschland alle diese Herrliche I Ware wird Leder verwandt, und der geiwhte Balg mit für das M größerem Umfange I Seegras, Roßhaar, Holzwolle oder Watte gestopft; das Markt ^b^errschen ^^ M^k^sS^ Spielwaren den I billigere Produkt hingegen wird aus Leinwand oder Baum- Volkes eine Rntw imeii Wirtschaftsleben dev deutschen I Wollstoff gefertigt, und mit Heu oder Stroh gefüllt. Vorstelluna fiXn b b r nur toem9e ettte rechte I Eine dritte Hand leimt dann den Kopf kunstgerecht auf Von der'PeiräiiniiMis^ s w « ... t I ben aut und nun geht es an die Bekleidung, wareniabrikatwn Äi b ^elseitigkeit der Spiel- I Ein Teil der Puppen erhält nur Hemd, Strümpfe und Bearifi den d^^ ,sm?^n"^ n-00 ^0 Abbildungen zumeist photogra- | immer erst eine und dieselbe Naht, dann eine zweite ber ^nßrifnf nn Sn Jeder erdenkliche Stoff ist da I Naht, bis schließlich, nachdem die letzte Naht einige aus demGewen ff oIIe«T das Holz. I hundertmal ausgeführt worden ist, auch ebenso viele Shv» ltnb Armbrüste, I zuge auf einmal vollständig fertig sind und die Puppen talSinn ^re?ter,01 unvermeidliche | nur noch damit bekleidet zu werden brauchen. Pferde , und rmMlig^Ding^OgefE I r bis in die kleinsten Einzelheiten durchgeführte in Verbindung mit Pappe und Papier aus denen Tbeate/ I ^rbsttsteilung bedeutet eine große Zeitersparnis und ist -Mchen, Zimmer Puvvenstubd/I nnffItc^ auch bei der Fabrikation anderer Artikel durchs sthL "wi?'d7L «13 einem bete.» in bi« richtige mässe. Gummi und Kautschuk. Nikolos und Harlekins I ÄttllAchten..nnb in entsprechrub lange Stnckchrn Reiter, Tiere, die mit Leder oder Fell überzogen sind, Menagerien und zoologische Gärten, Schäfereien, Viehherden ferner die oft wirklich kostbaren und mit künstlerischer Hand ausgeführten Pelztiere, wie Hunde, Affen, Löwen und dergleichen. Groß ist auch die Zahl der aus Metall gefertigten Gegenstände, Zinnfiguren, Sol» baten, Trompeten, Waffen, Lokomotiven und Eistnbahn- zuge, Schiffe und Maschinen und andere mechanische Spielwerke. Eine große Rolle spielt auch das Spielzeug aus Glas oder Porzellan, der moderne buntglänzende Christbaumflitter aus Glas oder Metall, Wachsfiguren und nicht zu vergessen — die der Heranwachsenden weiblichen Jugend manchmal noch bis dicht vor ihrem Eintritt in die Welt so teuren Puppen. Jeder, dessen Kindheit nur wenige Jahrzehnte zurückliegt, wird zugeben müssen, daß auch, der Luxus im Weihnachtsspielzeug außerordentlich gestiegen ist; denn die heute hergestellten Gegenstände sind oft wahre Kunstwerke der Mechanik, und aus teuren Stoffen hergestellt, aber dementsprechend ist auch der Preis/ und niemand wird bestreiten können, daß wir in unserer Jugend mit den billigen Spielsachsn von dazumal mindestens ebenso j vergnügt, wenn nicht fröhlicher waren, als die Kinder von heute, wenigstens insoweit, als diese, als Treib- hauspflanzep oft genug frühzeitig aufgeblasen und nicht mehr kindlich genug find, um noch am harmlosen Spiel Vergnügen zu finden. / 716 bedeutend an, während zu anderen Jahreszeiten 'ein gewisser Mangel an Arbeitsgelegenheit herrscht. Sobald nämlich das Weihnachtsfest vorbei ist, beginnen Fabrikanten und Großhändler sich bereits mit dem Entwurf der Spielwaren für das nächste Christfest zu befassen, da die ausländischen Kommissionäre schon zeitig im Frühjahr erscheinen, um unter den aufgestellten Mustern zu wählen und ihre Bestellungen zu machen, lieber den inländischen Bedarf wird auf der Leipziger Ostermesse entschieden. Dann wird vom Fabrikanten der eigentliche Feldzugsplan entworfen, d. h. die ganze Herstellung auf dem Wege der Arbeitsteilung in so viel einzelne Akte zerlegt, als verschiedene Arbeiter zur Fertigstellung des betreffenden Gegenstandes erforderlich sind, und nun beginnt die eigentliche Ausführung. Zu Hunderten kommen die Lieferfrauen und Liefermädchen dann tagtäglich mit schwer beladenen, auf dem Kopfe getragenen Körben von den Bergen und Hügeln herab, um die einzelnen Teile in Tausenden von Exemplaren beim Fabrikanten abzu- liesern, der nur noch die Fertigstellung und Verpackung zu besorgen hat. Der Wert der gesamten Spielwaren- Fabrikation Deutschlands dürfte gegenwärtig 60 Millionen Mark nicht unerheblich übersteigen, von diesen Beträgen gehen für 45 Millionen Mark ins Ausland, während Deutschland von fremden Staaten noch nicht für 1 Million Mark Spielzeug bezieht. Der beste Abnehmer ist England mit 19 Millionen Mark, und an zweiter Stelle kommt die nordamerikanische Union, die für derartige Artikel dreizehn Millionen Mark an Deutschland bezahlt. Von allen diesen Summen entfällt auf die thüringische Industrie, namentlich in Sonneberg und Umgegend etwa die Hälfte. Dutzende von volksreichen Ortschaften leben dort fast ausschließlich von der Herstellung von Spielsachen und wären dem Elend preisgegeben, wenn der Absatz einmal ernstlich stockte. Davon ist zurzeit allerdings keine Rede; aber obwohl die deutsche Spielwaren-Jndustrie einzig in der Welt dasteht, ist die Lage der Arbeiter keineswegs glänzend, und selten ahnt jemand, der in einem großstädtischen Spielwarengeschäft eine Schachtel mit Soldaten, Häusern oder anderem niedlichen Kindertrödel ersteht, wie fleißig deren Hersteller ihre Hände rühren müssen, um ihr einfaches Leben zu fristen. Christbaumschmuck. E i ch e l s ch m u ck für den Weih nachtsbanin. Man nimmt langgestielte große Eicheln, die gut getrocknet sind, und leimt bann mit gutem Fischleim die heraus- gesalleneu Früchte in die Untersätze ein. Ist der Leim gut trocken, so überziehe man die ganze Eichel oder nur den Untersatz mit Goldbronee und die eigentliche Frucht mit Silberbronee oder auch umgekehrt. Namentlich, wähle man solche Eicheln, wo zwei oder drei Früchte an einem Stiele sitzen. Am Stiele wird der Faden zum Aufhängen befestigt. So bildet die Eichel eine schöne Zierde am Weihnachtsbaum und läßt sich viele Jahre lang aufbewahren. Weihnachlsbäckerei. Schokoladen-Herzchen. Man schlage ein großes recht frisches Eiweiß zu festem Schnee, füge 60 Gramm feingeriebene Vanille-Schokolade und 125 Gramm fein gesiebten Zucker dazu und knete es zusammen, besiebe das Backbrett mit Zucker, rolle den Teich, fingerdick aus, steche ihn mit Herzförmchen ober in deren Ermangelung mit einem Likörgläschen aus und backe die Bonbons bei mäßiger Hitze. — Ebenso bereitet man Zuckernüsse. Ein halbes Kilogramm Zucker und 4 Eier rührt man eine halbe Stunde, thut ein halbes Kilogramm Weizenmehl, 3 Gramm aufgelöste Potasche, 40 Gramm Citronate, eine gehackte Citronenschale, etwas Zimmt und gestoßene Nelken hinzu, dreht Klößchen von der Größe einer kleinen Nuß und backt sie auf geschmierten Blechen. Zuckernüsse. 250 Gramm gestoßener Zucker wird mit drei Eiern eine Viertelstunde gerührt, dann mit 50 Gramm feingeschnittenem Citronat, 250 Gramm seinem Mehl mit einen halben Messerspitze Hirschhornsalz versetzt, gut zusammengearbeitet. Nun formt man kleine Kügelchen, zieht sie nach oben spitz und bäckt sie auf einem mit Wachs bestrichenen Blech schön gelb. Iür die Küche. Den thr anigen Geschmack der Wildente n kann man aus eine sehr einfache Art entfernen. Man füllt die betreffenden Tiere, bevor sie gebraten werden, mit Erbsen an. Diese ziehen den Geschmack an sich, so daß der, natürlich von beit Erbsen wieder befreite Braten nichts mehr von seinem ehedem so unangenehmen Geschmack an sich hat. („Praktischer Wegweiser", Würzburg.) Am sausenden Webstuhl der Zeit. Ucbersicht der Wirkungen der Entwicklung der Naturwissenschaften und der Technik. Bon Launhardt, Geh. Reg.-Rat, Prof. a. d. Tech. Hochschule zu Hannover. Mit vielen Abbild. Geh. Mk. —. 90, geschmackvoll geb. Mk. 1.15. („Aus Natur und Geistcswclt." Sammlung wissenschaftlich-gemeinverständlicher Darstellungen aus allen Gebieten des Wissens. 23. Bändchen.) Verlag von B. G. Teubner in Leipzig. Heute, wo wir in den Naturwissenschaften und der Technik einen alle vergangenen Zeiten weit überragenden Standpunkt einnehmen, ist ein Rückblick auf ihre Entwicklung, wie sie das vorliegende Bändchen in geistreichen Ausführungen giebt, gewiß vielen willkommen. Inden» er sic den Weltwundern der Alten gegenübcrstellt, weiß der Verfasser treffend das Wesen der Wunder unserer Zeit klar zu stellen, die im wesentlichen der Vervollkommnung des Verkehrs dienen. Vorbereitet wurden sie, wie der Verfasser im einzelnen schildert, durch naturwissenschaftliche Entdeckungen, die die Sinne verschärfen und vervollkommnen. In gleicher Weise geschieht dies dann mit den Erfindungen, die unsere Herrschaft über den Raum in ungeahnter Weife ausgebreitet haben, den modernen Schußwaffen wie den Fernrohren, den Eisenbahnen wie den Dampfschiffen und den Luftschiffen. Eine eingehende Darstellung erfährt insbesondere die Entwicklung des Eisenbahnwesens, in der die für die Beherrschung der Raumes wesentlichen Einführung der Zwangsläufigkeit der Bewegung, wie sic durch das Gleis, die Röhre, den Draht und das Getriebe erreicht wird, den bedeutendsten Erfolg erzielt. Im letzten der Vorträge werden die meistens zu entgegengesetzten Erscheinungen führenden Wirkungen der Berkehrsvervollkommnnng dargcstcllt, die in vielseitiger Weise aus wirtschaftlichem, sozialem und politischem Gebiete im gesamten Kulturleben sich geäußert haben. Zeit ist Geld. Diesen Grundsatz muß mau sich "jetzt mehr denn je vor Augen halten; denn es gilt keine Minute verlieren, um mit den Vorbereitungen zum Weihnachtsfeste zeitig genug fertig zu werden. Das soeben erschiene Hcst 6 deS vierzehnten Jahrganges der „Wiener Mode" erleichtert diese Aufgabe insofern, als cs in ungemein praktischer Wcise alle erdenklichen Weihnachtsgeschenke zeigt und ihren Leserinnen die Mühe des Grübelns nach zweckmäßigen Geschenken erspart. Daneben ist auch reizender Abendgesellschafts- und Besuchstoiletten gedacht und der neue, so kleidsame Miederrock in mehreren Arten veranschaulicht. — Preis vierteljährlich 2 Mk. 50 Pf. Abonnementsbestcllungen nehmen alle Buchhandlungen, Postanstalten, sowie der Verlag der „Wiener Mode" in Wien, VI., Wicnstraßc 19, entgegen^ Auflösung folgt in nächster Nummer. Bilderrätsel. (Nachbildung verboten;. Auflösung des Abstrichratsels in vor. Nr. : Hunger ist der beste Koch. Redaktion: ®. Burkhardt. — Druck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei (Pietsch Erben) in Gieße«,