1900. W I ü (SI liUeHet w »wn ÄWisilNM MMW W«M.gk »oHogr-aufe- H.'Noii. 6lassen. E •SVWv «agS'SXK) Erziehung gehört, wie zum AuZbrüten der Küchlein, vor allem JsgK Stille und Wärme. Harnisch. (Nachdruck verboten.) Geächtet. Roman von LotharBrenkendors. (Fortsetzung.) Sechzehntes Kapitel. Beim Eintritt des Fremden, dessen stattliche und vornehme Erscheinung ihm trotz der einfachen Reisekleider imponierte, hatte sich der Leutnant von Kapnist artig erhoben. Der vermeintliche Russe musterte ihn mit raschem, scharfem Blick, um sich dann gegen Elisabeth zu wenden. „Wenn ich die Ehre habe, vor der Herrin dieses Hauses zu stehen", sagte er ohne jedes schauspielerische Bemühen, seinem geläufigen Deutsch einen fremdartigen Tonfall zu geben, „so bitte ich vor allem um die Erlaubnis, ihr meinen wärmsten Dank zu Füßen zu legen. Die Gastfreundschaft, die Sie mir und meinem armen Gefährten erweisen, mein Fräulein, macht mich bis an das Ende meines Lebens zu Ihrem Schuldner". Er beugte sich über ihre Hand, um sie flüchtig, wie es die Sitte gebot, mit seinen Lippen zu berühren. Nie in ihrem Leben hatte Elisabeth schwerer nach Fassung ringen müssen, als während dieser wenigen Sekunden. Aber die Gewißheit, daß an ihrer Selbstbeherrschung jetzt das Leben des geliebten Mannes hing, verlieh ihr fast übermenschliche Kraft. Kein Zucken in ihrem marmorbleichen Antlitz, kein Beben ihrer Stimme gab Zeugnis von dem Sturm in ihrem Herzen, da sie erwiderte: „Ich heiße Sie unter meinem Dache willkommen, Herr Baron, und ich freue mich, Ihnen dienen zu können, wie tief ich auch den traurigen Vorfall beklage, der Sie hierher geführt hat. Sie selbst sind, wie ich sehe, verwundet —" • „Ganz unbedeutend, die kleine Verletzung wird mich schon nach wenig Tagen nicht mehr belästigen. Um dieser geringfügigen Wunde willen würde ich Sie gewiß nicht zu so später Stunde beunruhigt haben. Für meinen unglücklichen Diener aber mußte ich ein Obdach und ein ordentliches Lager suchen, wenn ihm die Feuchtigkeit und Kühle der Nacht nicht sicheren Tod bringen sollten. Doch ich habe mich den Herrschaften noch nicht vorgestellt. Baron Botnkow, aus der Kanzlei Ihrer Majestät der Kaiserin Katharina — in Staatsangelegenheiten unterwegs nach Berlin". „Meine Base Charlotte von Menzelius", sagte Elisabeth, „Herr Leutnant von Kapnist vom Kürassier-Regiment Möllendorf, ein Freund unseres Hauses". Die beiden Herren verbeugten sich gegeneinander. Dann griff Sixtus mit der unverletzten Hand in die Brusttasche seines Rockes, um ein zusammengefaltetes Papier hervorzuziehen. „Da die Umstände, unter denen ich mich hier einführe, vielleicht befremdlich scheinen könnten, so gestatten Sie mir wohl, mein Herr Offizier, mich vor Ihnen zu legitimieren. Hier ist mein Paß, eigenhändig unterfertigt von meiner erhabenen Gebieterin, der Kaiserin Katharina". Ter Leutnant nahm das in russischer Sprache geschriebene und mit einem großen Staatssiegel versehene Dokument zwar höflich entgegen, aber der nicht eben geistreiche Ausdruck seines Gesichts verriet zur Genüge, daß er von dem Inhalt nicht eine Silbe zu entziffern vermochte. Nach Verlauf einer Minute reichte er es dem anderen denn auch mit abermaliger Verbeugung zurück.' „Ich sehe, Ihr Paß ist vollkommen in Ordnung, Herr Baron", sagte er sehr verbindlich. „Gestatten Sie nun auch, mir, Ihnen mein herzlichstes Bedauern auszudrücken über das Mißgeschick, von dem Sie betroffen wurden. Reisten Sie denn nur mit diesem einen Begleiter?" „Nein, ich hatte noch einen zweiten Diener bei mir. Aber der feige Bursche ergriff bei dem ersten Schuß) den die Bandidten auf uns abgaben, die Flucht, und id) weiß nicht, was aus ihm geworden sein mag". „Vermutlich sind Sie von demselben Gesindel angegriffen worden, mit dessen Aufspürung und Vernichtung ich beauftragt bin. Es würde mich Ihnen deshalb zu Dank verpflichten, wenn Sie mir einige nähere Mitteilungen über Ihr Abenteuer machen wollten". „Sehr gern! Doch ist es herzlich wenig, was ich zu erzählen vermag. An der letzten Station, auf der totr. Rast machten, um unsere Pferde zu füttern, hatte man uns bereits gewarnt, die Reise über den Einbruch der Dunkelheit hinaus fortzusetzen. Da mir aber mein Auftrag, der an den preuMchen Minister von Massow gerichtet ist, um seiner Wichtigkeit willen die größte Eile zur Pflicht macht, schlug ich diese Warnungen in den Wind. Ich habe es schwer genug büßen müssen; denn als wir unweit der Grenze durch einen Föhrenwald ritten, krachten plötzlich rechts und links neben uns Flintenschüsse, und die Kugel, welche meine linke Hand streifte, lieh uns keinen Zweifel, für wen sie bestimmt waren. Gleichzeitig tauchte eine Anzahl von Reitern zwischen den Bäumen auf, 522 und einer, der ihr Anführer sein mochte, befahl uns in gebieterischem Tone, Halt zu machen". ,Verzeihung, wenn ich Sie unterbreche, Herr Baron! Können Sie mir nicht das Aeußere diefes Mannes beschreiben? .War es ein großer, stark gebauter Mensch mit kühngeschnittenem Gesicht und martialischem Schnurrbart?" Der angebliche Russe strich mit der gesunden Hand über seinen eigenen Bart, vielleicht um das ironische Lächeln zu verbergen, das für einen Moment um seine Lippen spielt. „Tie Dunkelheit und die eigentümlichen Umstände der Begegnung verhinderten mich, den Räuberhauptmann genauer zu betrachten, aber ich möchte trotzdem behaupten, Herr Leutnant, daß die von Ihnen angeführten Merkmale in der Thal vorhanden waren". „Dann ist es sicherlich dieser verwünschte Major Sixtus gewesen, was ich übrigens von vornherein nicht einen Augenblick bezweifelt habe". „Derselbe, den Sie verfolgen?" „Jawohl. Ein ehemaliger preußischer Offizier, der sich mit den Ueberresten eines aufgelösten Freikorps seit Monaten durch Plündern und Rauben ernährt. Ich habe mir von Leuten, die ihn öfter gesehen haben, den Mann so genau beschreiben lassen, daß ich ihn auf den ersten Blick unter Hunderten herausfinden würde. — Aber ich bitte nochmals um Entschuldigung, daß ich Ihnen ins Wort siel, Herr Baron! Sie sehen mich äußerst gespannt, die Fortsetzung Ihrer Schilderung zu vernehmen". „O, das Weitere ist mit wenig Worten abgethan. Einer meiner Diener, der um ein Dutzend Schritte voraufritt, hatte beim ersten Schuß, ohne sich lange nach uns umzusehen, seinem Pferde die Sporen gegeben, und war in der Dunkelheit verschwunden. Wir beiden anderen aber konnten es unmöglich auf einen Kampf mit zwanzig oder dreißig wohlbewaffneten Räubern ankommen lassen, um so weniger, als ich! mit der verletzten linken Hand die Zügel nicht mehr zu führen vermochte. Noch geringere Neigung verspürten wir indessen, uns ihnen auf Gnade und Ungnade zu ergeben, und nach einem raschen Wort der Verständigung versuchten wir deshalb unser Heil ebenfalls in der Flucht. Die Räuber jagten wie besessen hinterdrein und hörten nicht auf zu schießen. Ob sie nun zuletzt einsahen, daß unsere Pferde besser waren, als die ihren, oder ob sie nicht den Mut hatten, uns über die preußische Grenze zu folgen " „D a s war es, mein Herr, natürlich hatten sie dazu den Mut nicht; denn sie wissen recht wohl, daß sie hier von Leuten erwartet werden, die keinen Spaß! verstehen und die im Handumdrehen mit ihnen fertig sein würden". „Vermutlich war es also die. Furcht vor Ihnen und vor Ihren tapferen Soldaten, die sie nach einem tollen Ritt von vielleicht zwanzig Minuten bestimmte, die weitere Verfolgung auszugeben. Unglücklicherweise mußte noch eine der letzten Kugeln meinen armen Gefährten treffen. Sie hätte ihren Weg wohl ip meinen Leib! gefunden, wenn er nicht geflissentlich hinter mir geblieben wäre, um mich; zu decken. Seine aufopfernde Treue ist es, die ihm nun vielleicht das Leben kostet". Seine vorher so mannhaft und markig klingende Stimme hatte sich! bei den letzten Worten umschleiert, und er fuhr sich! mit der unversehrten Rechten über Stirn und Augen. Elisabeth, die mit verhaltenem Atem, eine Beute der furchtbarsten Angst, dem Gespräch der beiden Männer lauschte, wagte in der Furcht, sich zu verraten, kein teilnehmendes Wort, obgleich ihr die Bewegung des Majors nur zu deutlich verriet, daß dieser letzte Teil seiner Geschichte keine Erfindung, sondern volle Wahrheit sei. Sie hatte nicht einmal Vertrauen genug in ihre Kraft, um den Blick zu seinem Gesicht zu erhebe«, und nun rieselte es in eisigem Erschauern über ihren Leib, da sie den Leutnant von Kapnist mit dem leicht entflammten Feuer seiner thatendurstigen Jugend sagen hörte: „Mein Wort als Edelmann und Offizier zum Pfände, Herr Baron, ich werde Ihren wackeren Bedienten an diesem Major Sixtus blutig rächen. Wenn Sie auf Ihrer Heimreise wieder durch Litauen kommen, mögen Sie sich die Stelle zeigen lassen, wo man ihn verscharrt hat". Solche schrecklichen Reden zu hören war doch mehr, als sie ertragen konnte. Ihre ganze Willensstärke aufbietend, wandte sie sich gegen Sixtus, noch ehe er dem Leutnant hatte antworten können: „Ihre Schilderung hat mich mit doppelter Teilnahme für den armen Verwundeten erfüllt, und ich möchte mich mit eigenen Augen davon überzeugen, daß es ihm an nichts fehlt. Wollen Sie die Güte haben, Herr Baron, mich zu ihm zu begleiten?" Herr von Kapnist machte ein erstauntes Gesicht, Sixtus aber bot der jungen Gutsherrin mit ritterlichem Anstand seinen Arm. „Leiste unserem lieben Gaste einstweilen Gesellschaft, Charlotte", sagte Elisabeth im Hinausgehen. „Auch die Tante kommt wohl bald zurück". Nun waren sie fort, und zwischen den beiden, die sich! so plötzlich allein miteinander sahen, gab es eine lange, beklemmende Stille. Der Leutnant trank aus bloßer Verlegenheit zwei Gläser Wein, und dann, nach wiederholtem Räuspern, weil doch schließlich irgend etwas gesprochen werden mußte, ermannte er sich zu der zaghaft klingenden Bemerkung: „Ihre Base, Fräulein von Menzelius, ist bei Gott eine bewunderungswürdige Dame". Da brach es wie auf ein gegebenes Stichwort mit wahrhaft schwärmerischer Begeisterung aus Charlottens Herzen: „Sie ist das edelste, großmütigste, herrlichste Wesen auf Erden. O, wenn Sie mir doch glauben wollten, Herr von Kapnist, daß Sie nie — nie eine bessere finden werden". „Mein Gott, ich glaube Ihnen das ja ohne weiteres, aber —" Charlotte sprang plötzlich aus ihrem Winkel auf und trat an die andere Seite des Tisches, sich weit zu ihm hinüber neigend. „Still! Ich höre die Stimme meiner Mutter im Vvrgemach. Sie spricht mit der Zofe und kann in jedem Augenblick hier eintreten. Aber ich muß mit Ihnen reden, Herr von Kapnist, heute noch, und unter vier Augen. Sie dürfen mir das nicht abschlagen, tu ernt Sie ‘nur ein klein wenig Freundschaft für mich empfinden". „Was könnte ich Ihnen denn überhaupt abschlagen, Fräulein Charlotte, außer diesem Einen — Unmöglichen —" „Gerade deshalb muß ich mit Ihnen sprechen. Erwarten Sie mich in einer Stunde außerhalb der kleinen Mauerpforte an der Nordseite des Gehöfts. Ich habe den Schlüssel zu dieser Thür, und wir sind dort am wenigsten in Gefahr, von jemand gesehen zu werden. Wollen Sie mir diese Gefälligkeit erweisen, die letzte, die ich von Ihnen erbitte?" „Mit tausend Freuden! — Das heißt — hm! — gerade an jener Pforte habe ich auf den Rat des Verwalters einen Doppelposten aufgestellt, und es wäre doch; fatal, wenn die Leute —" „Sie müssen die Soldaten von da wieder entfernen", unterbrach sie ihn mit Entschiedenheit. „Ich könnte natürlich nicht kommen, wenn ich besorgen müßte, daß sie mich sehen. Und ich weiß Ihnen keinen anderen Ort für unsere Zusammenkunft vorzuschlagen als diesen". , „Die Wache soll rechtzeitig zurückgezogen werden, verlassen Sie sich darauf, Fräulein Charlotte! Ich selbst werde die Bewachung jener Pforte übernehmen. In einer Stunde also —" Er mußte verstummen; denn in diesem Moment trat Frau von Menzelius, aufgeregt und erschöpft von den geleisteten Samariterdiensten, wieder ins Zimmer. (Fortsetzung folgt.) Quellen flüssigen Goldes. Nachdruck verboten. Vor einiger Zeit habe ich in einer englischen Zeitschrift eine hübsche Schilderung von der Romantik und den Gefahren des Petroleumgrabens gelesen. Ein Mann, der in pennsylvanischem Petroleum eine Million gewonnen hatte, behauptete, daß in einer einzigen Petroleumquelle MMMWWWWWMMWMW 523 Wirft ihn in den Brunnen; dann läuft er so schnell weg wie seine Beine ihn tragen können, und giebt anderen' die etwa in der Nähe sind, ein Warnungssignal. Eine furchtbare Explosion erfolgt, und das befreite Petroleum wird die Röhre 'Hochgetrieben, bis es als Springbrunnen 30 Fuß hoch oder höher in die Luft aufsteiqt Manchmal entzündet sich das Gas in der Röhre durch Berührung ^mit dem hinabsallenden Schwärmer. Tann muß der „Schießer" zurückstürzen und die Flamme aus- löfchen, indem er etwas über die Oesfnung deckt. Dies ist em Moment äußerster Aufregung und Gefahr: denn wenn er nicht sehr schnell ist, so wird der hinabfallende Schwärmer die Explosion verursachen, ehe er weggelangen kann und dann fliegt der „shooter" mit dem Springquell in die Lüfte. Wer wollte bestreiten, daß dies eine sehr romantische Beschäftigung ist? A. R. | EinWinkfürJäger. Der Herbst ist da mit seinen j Stoppelfeldern, und Taufende von Jägern rüsten sich zur | Ausübung des edlen Waidwerkes. Der Jäger fürchtet nicht die Unbilden der Witterung, höchstens ist es ihm zuwider, wenn er einer alten Frau begegnet. Dagegen sehnt er I sich dann und wann nach innerer Wärme. Ein guter Cognac ist keineswegs zu verachten, aber jeder erfahrene I Waidmann wird zugeben, daß der Alkohol auf die Dauer ermüdet und die Hand nicht festigt. Weit besser sind hier I Maggis Gemüse- und Kraftsuppen, wie auch Maggis treff- I liehe Bouillon-Kapseln. Man wende nicht ein, daß deren I Zubereitung schwierig sei. Gelegenheit, sich siedendes I Wasser zu verschaffen, bietet sich überall. Wir haben uns I selbst in einer entlegenen Krähenhütte an einer famosen I Maggischen Julienne-Suppe delektiert, die einen alten I Förster in solche Begeisterung versetzte, daß er ein form» I licher Apostel der Maggi-Erzeugnisse ward. Die Packung I der Suppenwürfel und Bouillon-Kapseln ist eine sehr prak- I tische, so daß sie leicht mitgeführt werden können. Zur Herstellung von Brombeerwein Presse I man die Beeren sofort nach der Einlieferung ab. Auf | ein Liter Saft setzt man ein Liter Wasser zu. Bei geringerer Wassergabe würde der Wein zwar nicht zu sauer werden, aber die Bitterkeit der Brombeere zu stark hervortreten. Auf 100 Liter verdünnten Mostes löse 30 Kgr. Zucker, wozu jeder reinschmeckende weiße Zucker Verwendung finden kann. Zur Beschleunigung der Gärung setze man dem ersten Fasse Reinhefe zu. Die später gekelterten Fässer impft man in der Weise mit Hefe weiter, ! daß man aus dem bereits stark gärenden Fasse etwas gärenden Wein zusetzt (auf 100 Liter Most ein Liter gärenden Wein. Nach etwa drei Wochen füllt man die Fässer bis dicht unter den Spunden auf. Erstes Ablassen von der Hefe int Januar bis Februar. Die Weine sind nach etwa zwei Fahren flaschenreif. — Anfänger sind dringend vor der Verwendung billiger, schlechter Fässer zu warnen; jedenfalls sind alle benutzten Gebinde erst mit Sodawasser zu brühen und mindestens acht Tage zu wässern. Neid und Karten. Zur Ernte der Schwarzwurzeln. Da die Schwarzwurzel zweijährig ist, so geschieht es häufig der Samenzucht halber, daß man ihre Ernte erst im zweiten Jahre nach der Blüte vornimmt; ich möchte alle Liebhaber von zarten Gemüsen vor diesem Verfahren warnen und die einjährige Srnte empfehlen, umsomehr, als die Wurzeln bis in den spätesten Herbst hinein stehen bleiben können und so hinreichend Zeit haben, sich vollständig auszubilden. Bei Bedarf gräbt man sehr tief in den Boden, weil die .Wurzeln zu leicht abbrechen. Vor Beginn der strengen Winterzeit nehme man genügend Vorrat aus den Beeten heraus und schlage ihn in Erde oder in Sand ein, in welchem Zustande die Wurzeln recht frisch und wohlschmeckend bleiben. Kesundyertspffege. Die Heilwirkung des Thymian bei Kehlkopf- und Bronchialkatarrhen, Asthma und besonders beim mehr Aufregung und mehr Reichtum zu finden sei, als in einem halben Dutzend normaler Goldminen. Und die Arbeit und die Kosten, die das Anzapfen dieser verborgenen Seen von Petroleum („flüssiges Gold" nannte er sie) verursacht, seien gleich Null, verglichen mit den Kosten und Schwierigkeiten, einige Tons zweifelhaften Erzes zu gewinnen. 1 ; 1 „Wir nehmen als Beispiel", so fuhr er fort, „einen der berühmten Bohrbrunnen zu Baku. Ein Loch wird >10 " Fuß. tief gebohrt, der „shooter" (Schießer, Schutze) fuhrt seme Nitroglycerin-Röhren ein und bringt sie zum Explodieren — und dann, Knall! bricht das Petroleum heraus in einem 30 bis 50 Fuß hohen Spring- 200000^Mar?ein"^^' jahrelang, und bringt täglich , 2" Pennsylvanien ist es etwas ganz gewöhnliches, daß em einziger Bohrbrunnen 1000 000 Gallonen wöchent- kjth. bringt; auf den russischen Petroleumfeldern bringen emrge Bohrlocher zehnmal so viel. Von dem Bohrloch bis .zur Raffinerie fließt das Oel durch Röhren; nach einer einfachen und billigen Behandlung wird es in das durchsichtige Petroleum verwandelt, wie wir es kennen. r 0te6t öiele Farmen in Pennsylvanien, wenige un- fruchtbare Morgen am Abhange eines Hügels, die man kur 50 bis 100 Dollar jährlich pachten konnte. Einige I^er konnte man den Pachtvertrag für 400 000 bss, 600 000 Mark verkaufen, während der Käufer aus einigen Petroleumlöchern ein stetiges Einkommen von vielen tausend Pfund wöchentlich zog. Die Drake-Farm & I^prel wurde vor weniger als einem Jahr für 1000 Mark jährlich verpachtet. Der Pächter fand den Ort so unfruchtbar und hoffnungslos, daß er ihn einem Oel- land-Spekulanten für 560 Mark anbot. Dies Angebot wurde ausgeschlagen, einige Tage später jedoch, von einem anderen Spekulanten angenommen. Innerhalb 6 Monaten wurde der Pachtvertrag für 400 000 Mark verkauft; und der Eigentümer der Farm hat allein von den Abgaben ein sicheres Einkommen von 80 000 Mark jährlich, während das jährliche Einkommen der Pächters nicht unter 600 000 Mark^ betragen kann. Dies ist nur einer von Hunderten von Fällen, in denen Männer, die einige Morgen felsigen Landes in Pennsylvanien und West-Virginia gepachtet Hutten sich plötzlich über ihre kühnsten Träume hinaus reich sahen. ; r, Vor zwei Jahren war ein junger Farmer so tief verschuldet, daß er seine Farm verlassen mußte und eine kleinere, seiner Mutter gehörende, übernahm. Innerhalb Monates hatte er auf dieser neuen Farm drei einträgliche Bohrbrunnen gefunden, deren einer allein 5000 Gallonen Petroleum pro Stunde liefert, was einem Ein- I kommen von etwa 70 000 Mark wöchentlich entspricht. Man kann sich denken, daß, wenn ein solcher Reich- I tunt durch einfaches Bohren in der Erde gefunden wird I Hunderte von Sachverständigen fortwährend danach suchen' I pede große Petroleumgesellschaft hat ihr ständiges kleines Heer von Kundschaftern, die das ganze Land nach geeignetem Grund durchsuchen. Einige dieser Leute haben eine merkwürdige Geschicklichkeit, festzustellen, wo das Petroleum verborgen ist. Ein Kundschafter, ein Taubstummer I Namens John Moßman, konnte durchs Geruch unfehlbar I Mitteilen, wo Oelquellen zu finden seien; und diese seltene j und wertvolle Gabe brachte ihm 2 000000 Mark Honorar ms „Riecher von Profession" ein. Der aufregendste Augenblick beim Bohren ist der, wenn das Loch bis zur erforderlichen Tiefe gebohrt ist, und der „shooter" (Schießer) in Thätigkeit tritt mit seinen Explosivstoffen, um das Petroleumreservoir freizumachen, I foßag; das Oel den Schacht hinauf fließen kann. — Der I „^hteßer", welcher mit seinen Büchsen von Nitroglycerin und setnen Hülsen durch die Oeldistrikte reift, trägt buch- mibltch sein Leben in der Hand, jeden Augenblick, an jedem Tage- Ein starkes Stoßen des Wagens, welcher seine Explosivstoffe trägt, und — „lebe wohl, Shooter!" Pferd, Wagen und Shooter fliegen in alle Winde. Die Methode des Shooters besteht darin, daß er drei W£ Zinnröhren mit Nitroglycerin aus seinen Büchsen füllt; sobald jede Hülse gefüllt ist, wird sie auf den Boden der eisernen Röhre versenkt. Sind die Hülsen an Ort und I stelle, so zündet der „Schießer" einen Schwärmer an und — 524 — Keuchhusten rühmt nach, einer Reihe von Versuchen Prof. Dr. Ernst Fischer aus Straßburg i. E. in einer der letzten Stummern der „Deutsch. Medizin. Wochenschrift". Er gab seinen fünf Kindern, die an heftigem Keuchhusten litten, einen Thymianextrakt mit auffallendem Erfolge; ebenso linderte das Mittel bei anderen Krankheitszuständen die Heftigkeit der Hustenstöße ganz wesentlich. Prof. Fischer schreibt dem Thymian eine krampfmildernde und zugleich schleimlösende Wirkung zu und empfiehlt das Mittel zur ausgedehnten Anwendung. Zlür Die Küche. Die Kochversuche neuvermählter Hausfrauen dienen einigen Witzblättern jahraus, jahrein zum Gegenstand der Verspottung — sehr mit Unrecht! Hausmannskost zuzubereiten, ist keine so schwere Kunst, namentlich zur Neuzeit, die den Anfängerinnen Liebigs Fleisch- Extrakt als immer dienstbereites Hilfsmittel in der Küche beschert hat. Welchen großen Vorteil bietet es schon dadurch! den Kochbeflissenen aller Grade, daß ihnen stets binnen weniger Minuten zu bereitende vortreffliche Bouillon zur Verfügung steht, und wie manche Fleischspeisen, die nicht ganz nach Wunsch gelingen wollten, z. B. flaue Saucen, verwässerte oder selbst versalzene Suppen, Ragouts mit fadem Geschmack, lassen sich dadurch rasche verbessern und rafelfähig gestalten! Ueberhaupt bei der Erfüllung der Hauptaufgabe: „Eiue einfache Kost kräftig und schmackhaft herzustellen", leistet Liebigs Fleisch-Extrakt unschützbare Dienste, das bezeugt jede erfahrene Hausfrau. Pikante Birnen in Dunst gekocht- Feste weiße Birnen werden geschält, halbiert, vom Kernhaus befreit und sofort eine jede in kochendes Wasser geworfen, damit sie recht weiß bleiben. Man kocht sie nur halb weich und füllt sie in die heißgestellten Gläser. Dann gießt man in das Birnenivasser auf ein Liter ein Viertelliter guten Essig, zwei Pfund Zucker, Citronenschale, Nelken und Zimmt, läßt alles gut durchkochen und füllt dann den Saft heiß über die Birnen, das Gewürz aber zurücklassend. Die Gläser werden sofort mit Blase verbunden und noch! eine Stunde nachgekocht. Delikater Apfelkuchen. Sechs Eier werden mit 280 Gramm gestoßenem Zucker eine starke Viertelstunde tüchtig gerührt, dann 125 Gramm zerlassene Butter, die fein geriebene Schale einer Zitrone und zuletzt 280 Gramm Mehl dazu gegeben. Hierauf bestreicht man eine runde Kuchenform gut mit Butter, bestreut sie mit Semmelmehl und füllt die Masse gleichzeitig hinein. Nun werden die Apfelschnitte darauf gelegt und 125 Gramm gestoßener Zucker mit 90 Gramm gewiegten Mandeln und 5 Gramm feinem Zimmt gut vermischt darüber gestreut. Der Kuchen wird in guter Hitze gebacken. Aprikosenkuchen. 250 Gramin geriebene Mandeln, worunter einige bittere, 100 Gramm Zucker, 100 Gramm geriebenes Schwarzbrot — darf nicht frisch sein — 30 Gramm Chokolade, 1 Likörglas Rum oder Arrac, 9 Eier, halbierte, entsteinte unb gut eingezuckerte Aprikosen. Man rühre ans diesen Ingredienzien einen Teig und fülle die Hälfte in eine gut gebutterte Tortenform, belege diese dicht mit den Aprikosen und gebe den übrigen Teig darauf, backe den Kuchen in ganz mäßig warmem Ofen anderthalb Stunden und serviere ihn am besten warm, jedoch etwas abgekühlt. Lttterarisches. Die Kalender der Berliner Stadtmission haben von Jahr zu Jahr ihren Leserkreis erweitert; sie verdienen aber auch eine weite Verbreitung; denn Text und Illustrationen sind in allen diesen Kalendern gleicherweise vortrefflich. Der deutsche Bolksbote. Ein Kalender auf das Jahr 1901. Herausgegebenvon Ernst Evers, Berlin. Buchhandlung der Berliner Stadtmission, Berlin SW, Johanniterstr. ß. 50 Pfg. Der Kalender ist für die weiten Volkskreise bestimmt. Wir brauchen nur die Namen der Mitarbeiter zu nennen, um zu wiffen, daß wir es mit einem gediegenen, auf festem Glaubensgrund ruhenden Volksbuch zu thun haben: da finden wir außer dem Namen des Herausgebers, die als Volksschriftsteller rühmlich bekannten Adolf Fauth. O. Bayer, Armin Stein, den Missionsmann D. Grund em ann, ferner die Dichter G. Vogel, I. Dose u. a. Vorzüglich gelungen sind in diesem Jahre die Illustrationen, besonders diejenigen aus der vaterländischen Geschichte. Der Martha-Kalender aufdasJahrl901. EinJahrbuch für Frauen und Jungfrauen. In Verbindung mit dem Vorständeverband der evangelischen Jungfrauenvereine Deutschlands herausgege ben von Ernst Evers. Buchhandlung der Berliner Stadtmisston. 25 Pfg. Pastor Burckhardt, der Vorsitzende des Vorständeverbandes, hat für diesen Kalender das Eingangswort geschrieben, H. Wißner hat eine vortreffliche Erzählung geliefert, dann folgen die altbekannten Mitarbeiter an der christlichen Jungfrauensache, Sup. Claar, Pastor Hasse, Jul. Lippert u. a. Der Kalender wird mit seinem vortrefflichen Inhalt und seinem hübschen Umschlag den Beifall nicht blos der Jungfrauen innerhalb der Vereins finden, sondern wird auch von den Hausfrauen, den Töchtern und weib - lichen Angestellten des Hauses gern gelesen werden. Joharrnes-Kslen-er auf das Jahr 1901. Ein Jahrbuch für evangelische Männer und Jünglinge. Herausgegeben von Ernst Evers. Buchhandlung der Berliner Stadtmission. 25 Pfg. Es geht ein jugendsrischer, echt christlicher, patriotischer Zug durch diesen Kalender hindurch, und wenn derselbe schon im vorigen Jahr bei seinem ersten Gang durchs Vaterland sich viele Freunde erworben hat, so wird er dies im Laufe dieses Jahres noch viel mehr thun. Allen von der Buchhandlung der Berliner Stadtmission heraus- gegebenen Kalendern ist nicht blos ein Wandkalender beigefügt, sondern die Abnehmer haben auch das Recht, das bekannte Gebetbuch von Stark als Prämie für 1 M. mit zu beziehen. Das Buch ist in starkem Band gebunden mit 4 Bildern geschmückt. Die Sensation der Saison, und zwar der beginnenden Herbstsaison, ist wie immer die neueste Nummer des Eliteblattes der vornehmen Damenkreise, der „Großen Modenwelt" mit bunter Fächer- vignette, Verlag John Henry Schwerin, Berlin. Herrliche Modenbilder, die sich eher wie kunstvolle Genrebilder ausnehmen, schmücken das Blatt in überreicher Fülle, ja, man darf wohl sagen, Kunst und Mode sind hier zusammengesügt und haben unter der Hand von Meistern ihres Faches die allerinnigsten Verbindungen erfahren. Figurenreiche Mode- Genrebilder präsentieren sich sowohl in dem Hauptblatt wie in dem dieser Nummer beiliegenden prächtigen Stahlstichmodenkolorit. Das Blatt bezweckt aber nicht, mit schönen Bildern das Auge zu bestechen, es will vor allen Dingen auch ein praktisches Modenblatt sein, und nach dieser Seite ist die Lieferung von Extraschnitten nach Körpermaß besonders nutzbringend. Außerdem dient der große, doppelseitige Schnittmusterbogen (zu jeder 14 täg. Nummer) demselben Zweck. Der große Modenteil, eine vornehme, reich illustrierte Belletristik und eine große Extra-Handarbeitenbeilage u. v. a. zeugen von dem reichen Inhalt des Blattes. Abonnements auf „Große Modenwelt" mit bunter Fächervignette (man achte genau auf den Titel!) zu 1 Mark vierteljährlich nehmen sämtliche Buchhandlungen und Postanstalten entgegen. Gratis- Probenummern durch erstere und den Verlag. Magisches Dreieck. Nachdruck verboten. In die Felder nebenstehender Figur sind die Buchstaben a a, e e, l l, m, r r, s s, t t, u u derart einzutragcn, daß die wage- rechten und senkrechten Reihen gleichlautend folgendes ergeben: 1. Eine Blume. 2. Biblischen Namen. 3. Acgyptische Gottheit. 4. Teil von Belgien. 5. Einen Buchstaben. Auflösung folgt in nächster Nummer. Auflösung der Skataufgabe in voriger Nummer: (Mit a, b, c, d werden die vier Farben bezeichnet;' also a = Eichel, Treff; b — Grün, Pique; o = Rot, Coeur; d — Schellen, Carrean; A = U — Unter, Wenzel, Bube; D — Dame, Ober.) Der Spieler drückt a Z und c Z, Vorhand besaß a A, a 9, a 8, cK, c 9, c 8, dK, d D, d 9, d 8, Hinterhand die übrigen. Spielgang: 1. V. dK M. dA $. b K = — 19. 2. H. aL V. aA W. a D = — 18. 3. V. d0 M. d Z H. bO — — 16. Schließlich muß der Spieler noch folgenden Stich abgcben: 10. M. d7 H. vA B. d9 = — 11. Somit ist das Spiel verloren. Auflösung des Preisrätsels in Nr. 124; Haus A e r a Ural Salm Es gingen insgesamt 43 richtige Lösungen ein, das Los fiel auf Nr. 37. Einsender: Joh. Pahlke, Gießen, Frankfurterstr. 43. Der Preis — Hauff, Lichtenstein — ist von dem Gewinner gegen Vorzeigung der Abonnementsquittung in der Geschäftsstelle der „Familienblätter" in Empfang zu nehmen. Nebstem: 6. »ur!tz«rbt. — Druck imb Bretag brr BrMl'fchen Uw»erKötS.«uch. -mb Gtetnbruüeret (Pietsch Erbe«) io SgitSes.