an sich ja liefern Jahre eigens, stets ediglich als mf, sondern L es sind die an keiner fehlen, hier ne Draperie iltend. Die che beliebig ib, schließen e ab. nß es trotz an Mitteln rhlt, durch j treten. Wer iner kleinen xx, wird von imen Garni- n verlangen ältnißmäßig slt werden. man selbst der einiges ich manches al man in« ichtung gut nhalten, die i Zuschnitts, nebenstehen- :n im Zu- orausgehen- lige Modelle it zu häuS- alle Arten Manufaktur g weiß jede Fertigkeiten Verwertung irlagen und er für sich ach, fei es Gesellschaft, einen ausist. lieber« angewendet ermann zu imusterbuch, r, Dresden praktischen legen. 1900 s » ZK liÄSt™ Bern. o viele Sterne auch Im Weltraum rastlos wandern, Nach ewigem Gesetz Stört keiner je den andern. O wurden sie doch nur Die Menschen leuchtend mahnen, Nicht grausam, freventlich Zu kreuzen fremde Bahnen. Die Tierwelt in Beziehung zu Christi Leiden und Sterben. (Znm Gründonnerstag und Karfreitag.) Von F. Kunze. Nachdruck verboten. „Was die Sage erzählt Mit Geschichte vermählt, Mit Phantasie im Verein: Laß willkommen Dir sein." Märchen und Sagen bilden die erste Poesie des Kindes und des Volkes; denn in diesen dichterischen Erzeugnissen spielt bekanntlich die Phantasie ihr kraftvolle Rolle und zaubert im Geiste das Höhere und Schönere hervor, wie es eben die nackte Wirklichkeit nicht zu bieten vermag. Weil aber Sagen und Märchen nicht bloße Spielereien sind, sondern ein süßer Trost, eine währe Erbauung für Kinder wie für Völker, so mögen weder wilde Horden noch gebildete Nationen auf sagenhafte Ueberlieferungen verzichten. Daß sich diese ungezügelte Phantasie begreiflicherweise gar manches falsch vorstellt, weil sie kühn in die tiefsten Geheimnisse hineingreift und so manches Rätsel der Natur poetisch zu lösen sucht, welches selbst gelehrten Forschern unerklärlich geblieben ist, könnte an zahlreichen Beispielen sattsam nachgewiesen werden. Es kann uns darum auch nicht wunder nehmen, wenn die nationalen Sagen und Märchen vielfach das religiöse Gebiet berühren, um hier gewisse Vorgänge 'und Zustände behufs rechter Erkenntnis! zu beleuchten, welche zu „verstehen" selbst lichtvollen Denkern versagt ist. Ein ziemlich reicher Schatz „frommer Sagen" hat nun auch die glorreichste Gestalt der Bibel umschleiert, nämlich den göttlichen Erlöser. Besonders sind es die Ereignisse der stillen Karwoche gewesen, welche der üppigen Volksphantasie willkommenen Stoff boten. Da ferner gerade die alten Germanen seit der grauesten Vorzeit eng verbunden mit der liebevollen „Mutter Natur" waren, so kann man sich leicht erklären, daß sie auch nach ihrer Bekehrung zum Christentum gewisse Naturerscheinungen mit einzelnen biblischen Ereignissen der heiligen Passionszeit in ursächliche Beziehung brachten, weil eben die aufklärende Naturwissenschaft noch in den Windeln lag. — Der besseren Uebersichh, lichkeit wegen dürfte es wohl ratsam erscheinen, der biblischen Leidensszenen Jesu Christi erwähnenderweise zu gedenken und dabei die einschlägigen Sagen anzuknüpfen. Als der Messias mit seinen zwölf Jüngern am Donnerstag das altherkömmliche Passahmahl feierte, spielte bekanntlich Judas Jscharioth eine zweifelhafte Rolle, welche etwa zwei Stunden später schon in dem teuflischen Verrat gipfelte. Aber auch eine österreichische Sage, die Professor Anton Peter erzählt, weiß von einem satanischen Streiche dieses verhaßten „Erzschelms" zu berichten. Er war näm-t lich von seinem Herrn und Meister beauftragt, die Zuberem tung des ausersehenen Opferlamms zu übernehmen Und! für ihn die Eingeweide des geschlachteten Tieres besonders zuzurichten. „Der verschmitzte Jünger kaufte ein schwarzes! Lamm und bereitete es zum Abendmahle, behielt aber das! Herz für sich, während er die übrigen Teile der Eingeweide dem Meister vorsetzte. Als der Herr fragte, wo das Herz, sei, antwortete der Falsche, schwarze Lämmer hätten kein Herz. Christus war damit zufrieden und schwieg. Nach dem Abendmahl aber nahm er Geldmllnzen hervor, teilte sie in 13 Häuflein und gab jedem Apostel eins davon. Da nun ein Häuflein übrig blieb, fragten die Apostel, für wen dasselbe bestimmt sei. Der Herr antwortete: Für den, der das Herz gegessen hat. Sogleich griff der geldgierige Judas nach den Münzen und verriet sich so." Als Christus aus seinen Schultern das schwere Kreuz zur Schädelstätte trug, da überkam große Trauer die ganze Natur. Die Vögel ließen ihr Singen, die Käfer ihr Summen sein, und die Fische versenkten sich auf den Grund, weil sie die bittere Qual des Herrn nicht schauen mochten. Ein Hecht allein schoß, gleichgiltig gegen das, was eben geschah, in fbient Wasser die Kreuz und Quer nach Beute umher. Da blickte Jesus, der eben unter der schweren Last des Kreuzes daher wankte, nach dem rauschenden Wasser, und sein mildes, trauriges Aüge traf hier den rücksichtslosen Fisch. Wie von Reue ergriffen, schoß der Hecht auf den Grund, und als nach einigen Tagen die Jünger des Herrn einen Hecht aßen, schauten sie ein seltsames Wunder: sämtliche Marterzeichen, die Ruten, das Kreuz, die Würfel der Kriegsknechte, das Rohr mit dem Schwamm, der Hammer und die Nägel, ja selbst die Dornenkrone waren aus Gräten, zart und fein, wie von Künstlerhand gebildet. Und noch tragen alle Hechte dieses erinnernde Zeichen in ihrem Schädel, damit sie nicht des Herren bitteres Leiden vergessen mögen. — Doch auch Menschen versündigten sich an dem unschuldigen „Könige der Juden", als er zur Richtstätte geleitet wurde. Damit sich nämlich die zart- sühlenden Kinder nicht an iW versehen und ihn bedauern 206 „Es ward von unfern Vätern mit Treue uns vermacht Die Sage, wie die Väter sie ihnen überbracht. Wir werden unfern Kindern vererben sie aufs neu: „ Es wechseln die Geschlechter, die Sage bleibt sich treu . Bis zur Stunde kann das rotbrüstige Vöglein keinen toten Menschen ansehen. Liegt im Walde ein von ihm gewahrter Ermordeter, so bedeckt es dessen blasses Angesicht mit Blättern und Zweigen. , Von der Turteltaube erzählt eine schwedische Sage bei Afzelius, daß sie auch in der Nähe des Kreuzes geflogen kam, sich traurig aus einem benachbarten Baume mederließ, und seufzte: Kurrie, Kurrie, Kurrie — was soviel bedeutet habe als „Khrie". Auch die. bei uns heute noch sehr beliebte Schwalbe fehlte nicht aus Golgatha, tote die Skandinavier wissen wollen. „Als der Heiland am Kreuzeching, kam eine Schwalbe gezogen und setzte sich auf das Kreuz, sah die Qualen des Leidenden und zwitscherte: Hugswala, swala, swala honom — Tröste, kühle, kühle ihn . ^ifolge dieses Ausrufes erhielt der mitleidige Vogel den Namen Swala, d. h. auf deutsch Schwalbe, Hin „heil gen Land Tirol" dagegen erzählt man, daß sich dieses buntgefiederte Tierchen am ersten Charfreitag auf der biblischen Schadel- stätte respektswidrig gezeigt hätte, wie Zmgerte tn Innern [ neu aufgelegten Sagenbuche (S. 1i8) in folgender Weise vermeldet: „Als unser Heiland am Kreuze hing, trauerte die ganze Natur. Die Vögel schwiegen, die Baume zitterten, die Erde that sich auf, und die Sonne wurde verfinstert.. Siehe, da hörte Jesus ein fröhliches Zwitschern und erblickte ein Paar Schwalben auf einem Baume, die Miteinander I um die Wette sangen. Darob wurde unser Herr höchlich erzürnt, und sprach den Fluch über die leicht innigen Vogel I aus. Deshalb wird man nie eine Schwalbe auf etwas I Grünem sitzen sehen, sondern sie Hüpfen den ganzen Tag I auf kotigen Wegen herum, um ihrer Beute nachzuiagen, I wobei sie immer fast schnattern". Eine ähnliche Gesuhl- I losigkeit legte auch die Elster an den Tag; denn wahrend I alle anderen Vögel voll Mitleid und Trauer nach des I Waldes tiefstem Dunkel flüchteten, um nicht öffentlich Zeuge I der menschlichen Frevelthat sein zu müssen, da schwang sich | nur die freche Elster fröhlich aufwärts und ließ, gleichsam I dem schmerzgepeinigten Gottessohne zu Spott und Hohn I ihre melodische Stimme weithin erschallen. Da traf sie I der wohlverdiente Fluch: das bisherige prachtvolle Ge- | fieber wurde ihr genommen, und ihr herrlicher Gesang I minderte sich zu einem unheimlichen, öden Krächzen herab. I Selbst weniger von der Natur bevorzugte Tiere können I sich des unsterblichen Verdienstes rühmen, am „schmerz- I haften Freitage" auf Golgatha vertreten gewesen zu sem, I nämlich durch die harmlose Eidechse, wie man ttt den I Vorarlberger Alpen wissen will, weshalb sich denn die 1 flinke „Heggoas" (Heckengeis) dort einer gewissen Achtung I und Schonung erfreut. Die Heggoas, so glaubt das Volk I insgemein, hat ein Gerippe, welches das ganze Leiden und I Sterben Jesu Christi, d. h. alle Marterwerkzeuge darstellt: I Hammer, Nägel, Leiter, Kreuz, Geißelstock und Dornenkrone- I Als nämlich Christus so ganz verlassen am Kreuze hing und I alles ihn verließ, soll eine Heggoas herbeigekrochen sem, I die heiligen Blutstropfen mit ihrer Zunge aufzulecken. I Aus Dankbarkeit für diese herzliche Teilnahme hat der I Heiland dem unansehnlichen Amphibium sem ganzes Leiden I in die Gebeine hineingelegt, und das gemeine Volk hat I heute noch die Meinung, daß wer die so hoch verdiente 1 Eidechse thätlich beleidige, eine große Sunde auf I sich labe. Verstocktereil Sinn bekundeten aber I die Fische, welche in der Todesstunde des Erlösers, wo fast die gesamte Natur in tiefe Trauer versunken und selbst die Sonne verfinstert war, noch lustig schnalzten. Zur Strafe dafür haben sie kaltes Blut erhalten und viele von ihnen werden noch heute bei lebendigem Leibe auf- geschnitten — behauptet das oberpfälzische Landvolk. Von diesen eigenartigen Legenden konnte behauptet werden, was Görres von den Volksbüchern sagt: „Wie Windeswehen, wie Kindeslallen ist ihr Reden, das Ohr lauscht den wundersamen Klängen, dem inneren Sinn ist ihr Verständnis gegeben". Ja auch die nachstehenden Verse Chamissos dürften von diesen harmlosen Kindern der Poeste gelten, nämlich: Worten: „Ach, umsonst ist sein Bemühen! Allzu tief drang ein die Kron! Daß die Brust vom Dorn zerrissen, War des Liebeswerkes Lohn. Und seitdem blieb Brust und Kehle Diesem Vöglein blutesrot, Zur Erinnerung an die Hilfe, Die's am Kreuz dem Heiland bot." Ebenso wie der Kreuzschnabel war auch das niedliche Rotkehlchen über Vermögen um Linderung der qualvollen Schmerzen des Gekreuzigten bemüht: — es wollte ihm bie tief eingebohrten Dornen aus dem Haupte ziehen, verwundete sich aber dabei so empfindlich an der Kehle, daß es heute noch an dieser Stelle emen roten, blutigen Fl^en als ewig-denkwürdiges Wahrzeichen aufwetst. Der Dtchter erwähnt jener rührenden Begebenheit mit folgenden sollten, waren dieselben fürsorglich von ihren herzlosen i Eltern eingeschlossen worden. Als nun die den ungluck- I licken Gottessohn begleitende Menge vorbeizog, schrieen I die gefangenen Kleinen unaufhörlich nach Befreiung. Drei- I wal forderte Jesus die betreffenden Eltern auf: „Lasset I die Kinder heraus!" Jedesmal erfolgte aber die lugen- 1 hafte Erwiderung: „Es sind keine Kinder, es sind 1 Schweine!" Hierauf entgegnete der Herr unwillig: „Wenn I es Schweine sind, so sollen es auch Schweine bleiben", — I ein Machtwort, das auch sofort in Erfüllung gegangen I sein soll, wie Bartsch in seinen Sagen aus Mecklenburg I, 1 S. 524 mitteilt. Uebrigens ist diese eigentümliche Legende I fast in allen Gauen Deutschlands anzutreffen, ja am Unterharze erzählt» man noch ergänzend, daß jeder einzelne I Wirbelknochen im Schweinerücken, wenn man ihn von der flachen Seite betrachte, mit einem Kinderantlitze große Ähnlichkeit aufweife, t . Kaum war „Jesus Nazareuus Rex Judaeorum", tote ihn Pilatus bezeichnete, ans Kreuz geschlagen, so flog auch schon ein Storch, der des Heilandes Qualen bemerkte, herbei j und rief teilnahmsvoll: „Stärket und helfet ihm. Seit jenem Tage wird der langbeinige Frühlingsbote überall, wo er einkehrt, mit Jubel empfangen, und kein Blitzstrahl vermag jemals sein Nest zu zerstören. Aber auch der in unseren Fichtenwäldern sein possierliches Wesen treibende Kreuzschnabel bewies sich dem gepeinigten Gottessohne nach Kräften behilflich: er versuchte mit feinem Schnabel bte Nägel aus den blutenden Wunden zu ziehen. „Allem bte Barmherzigkeit des eifrigen Tierchens war großer als seine Macht. Für den guten Willen jedoch verlieh ihm der Heiland die Auszeichnung, daß er fortan in der heiligen Christnacht aus dem Ei kriechen dürfe,'desgleichen die Kraft, Flüsse und Gicht an denjenigen Menfchen zu heilen- mit denen er einen Raum gemeinschaftlich bewohnen wurde. Von dem Versuche, dem Heilande zu helfen, erhielt es den gekreuzten Schnabel." Bekanntlich hat Mosen diese sagenhafte Begebenheit in das folgende poetische Gewand gekleidet: Als der Heiland litt am Kreuze, Himmelwärts den Blick gewandt, Fühlt er heimlich sanftes Zucken An der stahldurchbvhrten Hand. Hier von allen ganz verlassen, Sieht er eifrig mit Bemüh'n An dem einen starken Nagel Ein barmherzig Vöglein ziehn. Blutbeträuft und ohne Rasten Mit dem Schnabel, zart und klem, Möcht den Heiland es vom Kreuze, Seines Schöpfers Sohn befrei'n. Und der Heiland spricht in Milde: Sei gesegnet für und für, Trag das Zeichen dieser Wunde Ewig, Blut- und Kreuzeszier. Kreuzesschnabel heißt das Vöglein; Ganz bedeckt von Blut so klar. Singt es tief im Fichtenwalde Märchenhaft und wunderbar." 207 Nachdruck verboten. Roman von Elsbeth Meyer-Förster. (Fortsetzung.) Je mehr sich das Wunder ihres Körpers entwickelte, desto stiller wurde Nettchen nun, desto inniger vertiefte sie sich in die Träume für die Zukunft. Ihre quälenden Gedanken um ihr getäuschtes Eheglück streifte sie ab, wie eine lästige Winterhülle, und nur noch Gedanken an das Kind erfüllten sie. Zum Juli würde e& das Licht der Welt erblicken! Und sie sah sich! im Geiste neben dem schwarzen) blauverhüllten Korbwagen hergehen, heiter und ruhig wie andere junge Mütter, die breiten Boulevards im Sonnenschein entlangziehen, bis hinab ins Bois de Boulogne. Der Kampf, der sie in wenigen Jahren so verändert hatte, daß sie sich selbst fast nicht mehr erkannte, der Kampf mit dem ihr angetranten Manne, entschwand mehr und mehr ihrem Gefühlsleben, und Wärme und Innigkeit, die erst durch: die große Vereinsamung in ihr hatten geweckt werden müssen, erfüllten sie ganz. : Aber je mehr sie sich dem entscheidenden Tage näherte, desto heftiger stellten sich bei ihr die vielen ängstlichen, kleinen Züge ein, welche den Frauen in dieser Zeit einen so hilflosen Ausdruck verleihen. Sie wagte fast nicht mehr auf die Straße zu gehen, und in der Dunkelheit der Abende, an denen sie" allein zu Hause ivar, wurden auch ihre Gedanken dunkel, und sie fürchtete sich tme Ohne sich nach Nettchen umzuthun, die in einer Neben- kammer die erste, selbstgefertigte Kinderwäsche m die Truhe packte, entfernte er sich wieder, seiner Häuslichkeit grenzenlos überdrüssig. . Als er spät in der Nacht den Heimweg aus seinem Stammcafee antrat, war er nicht sicher auf seinen Füßen. Langsam schlenderte er die rue de la paix entlang, dem Opernplatz zu. Diese Straße mit ihren unzähligen Juwelierläden, ihren Diamantenschätzen liebte er. Ganze Reichsvermögen lagen hinter den jetzt fest verrammelten, mit schweren, eisernen Jalousien geschützten Schaufenstern in Gestalt königlicher Brillantgeschmeide ausgebreitet. Stundenlang hätte er diese im Regenbogenlicht flimmernden Steine' betrachten können, — sich in ihr Studium versenken, wie andere sich in ein geheimnisvolles, von Offenbarungen erfülltes Dichtwerk versenken. Vor dem grande Cafee am Opernplatz horte er sich plötzlich von einer Stimme angerusen. Er blieb stehen und begrüßte Direktor Frosch, einen kleinen, eifrigen Herrn, der sich in Paris befand, um für sein Budapester Spezialitäten-Theater neue Sterne auszu- Nettchen saß noch wach auf dem Rand ihres Bettes, als sie ihren Gatten mit raschem, schwerem Schrrtt die Treppen heraufkommen hörte. Auf ihren Wangen lag Fieberrote. Sie war, al» su Jeromes Nachhausekommen und sein raschesWtedcrforü gehen an dem von ihm im Wohnzimmer zuruckgelassenen Spazierstock bemerkt hatte, in Thränen ausgebrochen, und hatte sich lange nicht beruhigen können. Ihre Abwehr gegen alle Gedanken, die anderes als ihr Kind betrafen, war in letzter Zeit wieder geringer geworden; je mehr sie sich der großen Entscheidung näherte, desto angstvoller und bedrückter wurde ihre noch nicht völlig stark gewordene Seele. Mit Blicken verzehrenden Neides betrachtete sie die sich im gleichen Zustande tote sie befindlichen Frauen, die ihr begegneten. Sie wurden gekebt- gehütet, geschützt, mit Sorgfalt umgeben. Nur ste, ste allem führte das Leben einer Verlassenen, dem Gatten halb und halb zur Last, in demütiger Angst versinkend. Und in der einsamen Nacht, in dem entsetzlichen Horchen und Harren auf den Schritt, den sie herbetsehnte, schien ihr ihre bettelnde, demütige Liebe plötzlich als etwas erbärtnliches. Wo war ihr Stolz hin, ihr starker, Heller Mut, ihr Wille und ihre Lebenskraft? Ste war gebrochen, zertreten, tote ein zu Boden geworfener Zweig, unt nur etwas regte sich in ihr, ein Gefühl- das sa)ltmmer war schlafen, wenn es erst da sein würde, warum nicht in einer Lagerstatt auf dem Sofa? . . Die exaltierte Freude ferner Frau auf das „Ereignis konnte er durchaus nicht teilen. Er sah eine Last, eine Qual, in diesem ihm von der Zukunft aufgeburdeten Geschenk. Er hatte keine Mittel, um sich die Extravaganz eleganter Kinderwagen zu gestatten. Er würde nicht darben und entbehren, um diesem zu erwartenden Fraulein Tochter und der Mama alle Bequemlichketten zu schaffen. !" rief er, „lieber Seitre, das ist ein Zusammentreffen! Wollte morgen extra zu Ihnen hinauf, um Ihnen einen Vorschlag lzu machen. Höre, daß Madame Settre ihren Kontrakt gelöst hat. Die müssen Ste mir uber- lassen, mein lieber Seitre. Geflugeldressur — das ist ne dkummer, die wir noch nicht gebracht haben. Außerdem soll sie höllisch fesch sein, diese kleine Berlinerin." - Meine Frau ist augenblicklich letder ntcht tmstande, ein Kind. ,, . 1 Ihr Anerbieten anzunehmen." Jerome machte em paar Jerome empfand die Unbequemlichkeiten, welche der I bezeichnende Bewegungen. „Aber wenn Ste bts zum Herbst! veränderte Zustand für sein und Nettchens Leben brachte, I warten wollen?" . , , von Anfang an als etwas lästiges, das ihn mtt Unmut I „Ich zahle ihr 500 Francs den Monat! ries der erfüllte. Seit einiger Zeit trat Nettchen nicht mehr auf I A^iite, indem er Jerome beim Aermel ergrtff. ,,^ch tann der Bühne auf, und der Verdienst von ihrer Sette fiel I dieses illustre Honorar aussetzen, wetl mente Chancen auf also fort. Auch das geflügelte und vierfüßige Personal I ber Milleniumsausstellung beruhen. Kommen Ste her, müßte bis zur Zeit, wo sich ein Käufer für dasselbe finden I ta^en Sie uns für Oktober, November und Dezember den würde, in Pflege gegeben werden; denn Nettchen hatte I Kontrakt aufsetzen." — ihrem Manne erklärt, daß sie nach der Geburt des Kindes 1 .......< ™ . auf keinen Fall ihren Beruf wieder aufnehmen werde. Der Gedanke, das Kind allabendlich zu verlassen, um fremden Leuten Narreüspossen vorzumachen, erfüllte ste mit Abscheu. — , Je mehr sich die alleintge Verantwortltchkett für den Hausstand und dessen Kosten auf Jeromes Schultern nteder- senkte, desto finsterer würde dessen Wesen, desto barscher und härter zeigte er sich. Von dem geschmeidigen, eleganten Mann, dessen vornehmes Aeußere noch immer die Augen aller Frauen aus sich lenkte, blieb für das Haus nur die Eleganz der hellen Anzüge und blendenden Kravatten übrig. Der falsche Jerome Seitre, der leichtlebige, vtel- bewunderte Artist, spazierte in den Boulevards, der wahre über, ein kaltherziger Egoist, voll enger Berechnungen und grausamer Ichsucht, kehrte immer dusterer in das kleine Heim auf Montmartre zurück. Eines Tages, als Jerome das Vorzimmer betrat, das zu dem Appartement der Seitres gehörte, sah er einen großen, schön angestrichenen Kinderwagen stehen, mit weißen Mullgardinen, blauem Futter und funkelnden, vernickelten Spiralen. Er maß den Wagen mit Augen, tote ment etwa ein bissiges Tier mißt, machte einen Bogen rund herum und trat in das Wohnzimmer. ___ Auf dem Tische sah er einen Zettel Kegen. Es war die Rechnung sür den gelieferten Wagen, welche von der . ~ *... _• *•*§«*!*’toerFtog 6te"est- -us d-n I ®« «MAUZA @6micrs durchzuckt- dich- Ent- ^ML D-°n°-sttr d°s Diug.dt°I°u lux»i,ch-u».«-u LMU« st-, °ls IE-S, «ch-M- ™f d-r T--PP- Warum konnte das Kind nicht im Bett neben der,Mutter | 9 Stunden hatte sie so auf ihn gewartet, von abends acht Uhr bis früh um vier. Jetzt war sie körperlich ermattet bis zum Umsinken; aber m ihren Augen blitzte fieberhafte Kampfbereitschaft. . Sie erwiderte nicht den Gruß ihres Mannes, der ut dem dunklen Zimmer nach Licht tastete, Asesbranute,' beleuchtete der Schein Jeromes fahles, schon leicht verwüstetes Gesicht, über dem der unsichere, verschleierte Ausdruck der halben Berauschtheit lag. M — „Öre", sagte Jerome, mit langsamer, aber nicht lallender Stimme; denn die Aussicht auf die famose „Chance", die ihm der Direktor eröffnet, hatte ihn trotz der schweren Getränke den ganzen Abend über halb und halb klar erhalten. „Ich abe eute eine Entscheidung getroffen, die für unsere Geldverhältnisse von größtem Werts ist: Direktor Krosch vom Budapester Varietee-Theater hat Dich für die nächste Saison zu engagieren gewünscht und ich habe den Kontrakt mit ihm abgeschlossen. Wir werden also die Menagerie für keinen Fall verkaufen. Ende September trittst Du zum ersten Male wieder auf." „Ich?" sagte Nettchen, deren Stimme völlig heiser klang. Sie war ausgestanden, schwer stützte sie sich auf den Tisch, an dem sie gesessen hatte. Einen Augenblick rang sie nach Worten. Eine Bluttvelle jagte in ihr Gesicht, in ihre Augen trat ein drohender, unheimlicher Ausdruck- und es klang fast wie ein Aufschrei, als sie fortsühr: „28ie konntest Du es wagen? Du weißt, daß ich nicht mehr auftrete. Nie mehr, wenn erst das Kind da ist!! Nie!!!" >Me?" fragte Jerome, indem er auf sie zutrat. Auch seine Stimme zitterte, ein finsterer Ausdruck sprühte aus seinem Blick. „Höre", stieß er hervor, indem er sie heftig an der Schulter packte, „die Komödie muß ein Ende haben. Du hast Dich nicht aufzulehnen, verstehst Du mich? Du hast lzu gehorchen, hörst Du? Ich habe den Kontrakt mit Krosch unumstößlich abgeschlossen. Wehe, wenn Du mir dabei entgegentrittst." Nettchen hatte sich losgerissen. „Fort!" schrie sie mit übernatürlicher Kraft, „bringe mich sticht zum äußersten. Last mich los, rühr mich nicht an--Ich verachte Dich — ünd Du — wirst mich nicht zwingen — nie — nie--- hinaus!!!" „Hinaus?" schrie Jerome. Mit einem Sprunge war er neben ihr. Einen Augenblick sah Nettchen seine Augen dicht vor den ihren funkeln, spürte seinen glühenden Atem vor ihrem Gesicht, — dann empfand sie einen Stoß, — taumelnd fiel sie zu Boden. — Mohlthuende Nacht sank über sie herab. Das Gepolter hatte die Logisgeberin wach gemacht. Sie suchte nach Licht, raffte ein paar Röcke zusammen, die sie mechanisch unter den Arm nahm, anstatt sie überzuwerfen, und begab sich murrend und scheltend die Treppe zum Seitre'schen Apartement hinauf. Droben war schon alles ruhig. Von Mr. Seitre nichts zu sehen. Im Wohnzimmer, Post dem Sofa, auf den Fußboden ausgestreckt, lag die junge Frau, anscheinend leblos. Als die Französin sich über sie beugte, ihr die Stirn mit Wasser benetzte, öffnete Nettchen die Augen. Teilnähmlos schaute sie in das über sie gebeugte Gesicht. Dann ließ sie sich willig aufrichten und schwankte in ihr Bett. (Fortsetzung folgt.) Die Nichtversetzte». Auch eine Osterbetrachtnng. Nachdruck verboten. Wenü ich durch diese Zeilen ein gutes Wort einzulegen beabsichtige für die Nichtversetzten, so schicke ich, gleich voraus, daß nicht jene gemeint sind, die aus Trägheit und Unlust sitzen bleiben, sie verdienen gewiß ernstesten Tadel und strenge Strafe. Ich denke hier vielmehr an diejenigen, welche wohl guten Willen zum Lernen, auch den nötigen Ehrgeiz besitzen, nicht aber die Fähigkeit des schnellen Erfassens und Behaltens. Je mehr solche Schüler fühlen, daß sie trotz aller Anstrengung mit ihren Mitschülern nicht Schritt halten können, um so mehr wird auch die Freudigkeit zur Arbeit schwinden und einer gedrückten Stimmung Platz machen. Für diese ist das Sitzenbleiben, das nochmalige Durchmachen des Klassenpensums eine — Wohl- that. Gar manches ist vom vorigen Jahre doch im Gedächtnis haften geblieben, nun heißt es nur, das fehlende zu ergänzen. Der sonst schwache Schüler fühlt die Flügel wachsen, die schon erlahmte Lust am Lernen stellt sich wieder ein, er v e r st e h t nun das Gelehrte und geht im nächsten Jahre gewiß „vollreis" in die höhere Klasse über. Am beklagenswertesten sind ohne Zweifel jene Schüler, die aus Wunsch der Eltern durchaus die Gelehrtenschule durchmachen sollen und doch zum Kaufmannsstand, fürs praktische Leben weit mehr Anlage zeigen. Latein und Griechisch sind solchen Schülern eine Qual, sie lernen die alten Sprachen nie oder nur mühsam mit Hilfe vieler Nachhilfestunden. Wer aber ersetzt ihnen die verkümmerte Jugendzeit? Und das Resultat all der pekuniären Opfer von Seiten! der Eltern? — Ein unbefriedigtes Dasein! — Ist es doch thatsächlich vorgekommen, daß eine verblendete Mutter auf die Vorstellung von Sachverständigen, ihren Sohn aus der Gelehrtenschule fortzunehmen und in die Realschule zu schicken, geantwortet hat: „Es wäre doch eine Schande, wenn ich meinen Sohn aus dem Gymnasium fortnähme, Mährend die Söhne aller unsrer Bekannten dasselbe besuchen." Das Lebensglück des Kindes wird in solchen Fällen äußeren Rücksichten und alten Vorurteilen geopfert! Einsichtige Eltern werden bei den Sitzengebliebenen fleißig nach der Ursache des Zurückbleibens forschen und nach dieser ihre Anordnungen treffen zum Heile des Nichtversetzten. E. Friedel. Lttterarisches. Soeben beginnt die alte bewährte Zeitschrift Daheim ein neues Quartal, welches der Roman von Hanns von Zobeltitz „Die Erben" eröffnet. Die erste Nummer des Quartals bringt ferner eine reizende Novelle von Hermine Villinger „Die Franke" und mehrere sehr feffelnde Artikel, unter anderem über Anton von Werner und über den Kohlenbergbau im böhmischen Streikgebiet. Wie immer ist auch diese Nummer sehr reich ausgestattet. Sie enthält neben einer Fülle gut reproduzierter aktueller Bilder einige meisterliche Holzschnitte nach Gemälden. Die Reichhaltigkeit des Inhalts wird noch durch die der Frauenwelt, unseren Kindern und dem Interesse des Sammlersports gewidmeten Abteilungen des Blattes wesentlich vermehrt. Außer in der Abonnementsausgabe ist das Daheim neuerdings auch in Wochenheften zu dem erstaunlich billigen Preise von je 20 Pfennig in allen Buchhandlungen zu haben. Kollektion Harileben. Eine Auswahl der hervorragendsten Romane aller Nationen. Achter Jahrgang. Bierzehntägig erscheint ein Band, elegant gebunden 75 Pfennig. Jährlich 26 Bände; bisher Band 1 bis 16 vom VIII. Jahrgang ausgegeben (A. Hartleben'S Verlag in Wien). Mit Freude begrüßen wir jede neue Sendung dieser Romansammlung. Der VIII. Jahrgang der „Kollektion Hartleben", von dem bisher 16 Bände vorliegen, wurde mit dem dreibändigen Roman von Renee de Pont-Iest „Eine vornehme Ehe" eröffnet. Diesem folgte die polnische Arbeit von Elise Orzesko, „Der Australier". Band V—VI brachte „Die gefangene Prinzessin" des Engländers Savage. Band VII Novellen der in der Wiener Gesellschaft bekannten und beliebten Schriftstellerin Baronin Paula Bülow; Band VIII—IX umfaßt Girolamo Rovetta's „Das Idol"; Band X die ungarische Arbeit „AnnaHuszar" von Elek Benedek; Band XI—XII den Roman „Vom Sturm getragen" von M. A. Fleming; Band XII—IXV „Die Studentin" von Jeanne Mairet; Band XV—XVII „Eine schöne Frau" von Louis Letang; Band XVIII—XIX „Ein neues Geschlecht" von B. v. der Lancken; Band XX „Mario" von Memini; Band XXI—XXII „Michelette" von Lescot; Band XXP—XXIV „Irmengarde" von A. v. d. Paura; Band XXV—XXVI „Beaulieu" von Pierre Sales. Wie man hieraus ersieht, bemüht fich die „Kollektion Hartleben" ihrem weiten Leserkreise vorzügliches belletristisches Material in reicher Abwechslung zu bieten. TaitschrStsel. Nachdruck verboten. Die Anfangsbuchstaben nebenstehender Wörter sind mit anderen Buchstaben derart zu vertauschen, daß man ebenso viele neue Wörter erhält, deren Anfangsbuchstaben den Namen eines Romanschriftstellers ergeben. Auflösung in nächster Nummer. Feige Ober Sichel Raum. Enkel Asche Leiter Post Paul Regel Auflösung des Rösselsprungs in voriger Nummer. Welch' eine Roll im Leben Das Schicksal dir gegeben, Das ist des Schicksals Sache; Doch die erteilte Rolle, Sei sie nun, wie sie wolle, Gut durchzuführen, das ist deine Sache. Redaktion: «. Burkhardt. -- »ruck und »erlag der Brühl'schen UniversttStS-Buch- und Steindruckerei (Pietsch Erdens in Gießen.