BI ii »MW StiWrtS’W’r ■mJi »k iW eMUm fil® ’z^tjlLUeS Uebertreibmde und Ucbertriebene geht vorüber. Jede Bewegung sucht den Schwerpunkt, auf welchem sie ruhen möge. ... Herder. (Nachdruck verboten.) Unter dem Schwerte der Themis. Roman von Reinhold Ortmann. (Fortsetzung.) „Schließlich! wirst Du mir doch auch' zugeben, Vater, daß ich kein Kind niehr bin, und daß ich mich nicht verlobt habe, um mich selbst in Bezug auf so lächerliche Kleinigkeiten unter die Vormundschaft eines anderen zu stellen. Ich bin nun einmal gewiß, daß dies Kostüm das kleidsamste für mich sein, würde, und ich sehe nicht ein, weshalb ich mich durch Georgs eigensinnigen Einspruch! bestimmen lassen sollte, ein anderes zu wählen." — Sie hatte das in jenem entschiedenen Tone gesagt, durch welchen man auszudrücken Pflegt, daß nunmehr das letzte Wort in einer streitigen Angelegenheit gesprochen worden sei. Es war durchaus keine Erregung im Klang ihrer Stimme, sondern lediglich die ruhige Bestimmtheit eines entschlossenen und schwer zu beugenden Charakters. Der Bankier, ein mittelgroßer, hagerer Mann, mit intelligentem, aber etwas kränklichem Gesicht und von dem Aussehen eines angehenden Fünfzigers, schüttelte wie in leiser Mißbilligung den schon ergrauenden Kopf. „Ich weiß doch nicht, ob Du recht daran thust, Dora, gerade in diesem Fall auf Deinem Willen zu bestehen. Selbst wenn Georgs Bedenken ungerechtfertigt sind, solltest Du ihm nachgeben, wäre es auch nür um des lieben Friedens willen." Verächtlich warf das junge Mädchen die Oberlippe auf. „Um des lieben Friedens willen! — Nein, Vater! Damit, daß ich mich zur gehorsamen Sklavin erniedrige, wäre mir dieser „liebe Frieden" doch etwas zu teuer erkauft. Er muß mich eben nehmen, wie ich bin, und es ist besser, wenn er schon vor der Hochzeit einsehen lernt, daß er mich nicht als ein willenloses Püppchen, sondern als ein selbständig denkendes und handelndes Wesen zu betrachten hat." Franz Norrenberg seufzte; aber noch ehe er dazu kam, ihr zu antworten, wurde au die Thür geklopft, und einer der jüngeren Buchhalter überreichte seinem Chef eine Visitenkarte. „Der Herr bittet in Privatangelegenhecken um eme Unterredung", meldete er. „Es würde ihm, wie er sagte, sehr unangenehm sein, jetzt nicht empfangen zu werden. „Rudolf Sandorh, Odessa", las der Bankier. „Mir vollständig unbekannt. Aber wenn es nicht gerade etwas sehr dringendes ist, das Du mir noch zu sagen hast, liebe Dora —" Die Angeredete hatte sich bereits erhoben. „Ganz und gar nicht! Ich spracht nur bei Dir vor, weil ich! auf dem Wege zur Modistin doch hier vorüber mußte. Es ist ja die höchste Zeit, daß sie mein. Kostüm in Arbeit nimmt. Sobald die anderen Damen erfahren, daß. das Fest schon so nahe bevorsteht, wird die arme Person von allen Seiten derart mit Aufträgen überhäuft werden, daß fie nach ihrer Gewohnheit vollständig den Kopf verliert. Darauf möchte ich nickst warten." Norrenberg hatte dem Buchhalter einen Wink gegeben, und als Dora ihrem Vater die Hand zum Abschied reichte, trat der Fremde bereits auf die Schwelle. Er verneigte sich mit weltmännischer Höflichkeit gegen die junge Dame. „Ich muß um Verzeihung bitten, wenn ich gestört habe —" Doch' sie fiel ihm mit einer leichten Kopfbewegung in die Rede. „Sie störten uns nicht; denn ich war im Begriff zu gehen. — Adieu, lieber Vater! Und mach' mir nicht ein so wehmütiges Gesicht. Wenn Du mich erst in meinem Anzuge siehst, wirst Du mir ohne weiteres zugeben, daß ich recht gethan habe." Sie küßte ihn leicht auf die Stirn und wandte sich, zur Thür. Bei der Enge des Zimmers mußte sie dicht an Sandorh vorübergehen, und während sie seinen abermaligen Gruß stumm erwiderte, ruhte ihr Blick für die Dauer einer Sekunde auf seinem Gesicht. Um ihre vollen Lippen spielte es wie ein flüchtiges Lächeln, da seine verschleierten Augen, in denen so viel blasierte Gleichgiltigkeit war, den ihrigen begegneten, und als sie schon auf der Schwelle stand, drehte sie noch einmal den Kopf zurück, anscheinend um ihrem Vater einen letzten Abschiedsgruß zuzurufen, in Wahrheit aber wohl nur, weil diese sonderbaren Augen sie halb wider ihren Willen dazu genötigt hatten. „Ich bitte, Platz zu nehmen, mein Herr", sagte Norrenberg mit der zurückhaltenden Höflichkeit des Geschäftsmannes, der sich einem unbekannten Besucher gegenübersieht. „Womit kann ich Ihnen zu Diensten sein?" Sandorh stellte seinen Hut auf den Tisch und ließ sich gemächlich nieder, wie jemand, der nicht so bald wieder aufzustehen gedenkt. „Sie werden es sogleich erfahren", erwiderte er jovial, indem er seine Handschuhe auszuziehen begann. „Wer gestatten Sie mir vor allem, Ihnen mein Kompliment zu machen. Wer hätte es für möglich, gehalten, daß die kleine magere Dora mit dem Gassenjungengeficht sich zu einer so junonischen Erscheinung auswachsen könnte." Nch a@ie sind — aber nein, das ist ja unmöglich! Ich "kenne Sie nicht — ich habe Sie ganz gewiß me Se'Cf^ie freundlich heitere Miene des anderen hatte sich Sete8,^o“tmein Herr, wollen Sie nicht die Güte haben, mir zu sagen, woher —" Woher meine Erinnerungen an das emstrge Aussehen Ihrer Tochter stammen? Sie können sich meiner also wirklich nicht mehr entsinnen?" Norrenberg sah ihn eine kleine Weile forschend an und schüttelte dann den Kops. „Ich muß. zu meinem gar rm Stich laßt. Auch ^hr Name mngt mir oouiuu y ^iden Ufern des Rheins und im Taunus, sowie eimge fremd. c . Das leütere glaube ich I vorgeschobene Befestigungswerke an der Lippe und bis über SÄ' W S 1ÄS H°L?" I Mmuggl« als gegen itiegeripg S«nb«n e^gnff™ *rben. Der Bankier starrte ihn noch immer an, und Mit einemmale zuckte es wie tätliches Entsetzen über sem gel ' liches, mageres Gesicht. Seine Hände krampften sich um I > die Armlehnen des Schreibstuhls, und me dick aufliegen- I den Adern an seinem fleischlosen Halse schiwollen ersicht- Mit weit ausgerissenen Augen starrte der Bankier I Streitigkeiten zu überlassen, und so ging es an ^der römisch- . an um dann hastig nach der Visiten- deutschen Grenze, abgesehen von den kleineren kriegerischen karte m greifen die er vorhin auf feinen Schreibtisch I Unternehmungen unter Drusus und Tiberius verhaltnis- lu a- v ' ' l mäßig ruhig zu. c , .. .... Auf die Dauer vermochten sich allerdings auch die süddeutschen Stämme dem Einflüsse der unmittelbar auf pe eintoirienben römischen Kultur nicht zu entziehen. Römische Händler und Kolonisten zogen ins Land, und ihnen folgte zu ihrem Schutze der römische Legionär, Burgen, Kastelle und Gräben anlegend, um das halb unterworfene jtnt> besiedelte Land gegen den Einfall der Stämme aus denk sogenannten freien Germanien zu schützen. Schon unter U.I'limUlll'Vv Vt*-V rjV-vjv-*» ö I /: 1 < landen unter den ruhigen und glücklichen Regierungen der Flavischen Kaiser ihre Fortsetzung, indem auf einer Linie, welche im allgemeinen in der Richtung von Andernachs am Rhein nach Regensburg an der Donau verläuft, em Grenz- wall mit Gräben und Kastellen errichtet wurde, welcher sich zwar weder nach Länge noch an Massigkeit der Bauten mit seinem riesigen Bruder, der chinesischen Mauer, messen kann, hinsichtlich seines Zweckes aber nicht wegzuleugnende Ähnlichkeit mit jener besitzt. Dieses große Befestigungswerk ist der Limes Romanns, ber in der letzten Zeit so viel genannt wird, seitdem im nicht verändert. , _. r., , I 1592 der deutsche Reichstag die Mittel bewilligt Hat, „Wie ich zu bemerken glaube beiden Sre ftch bereits Untersuchung zu unterwerfen Ein auf der richtigen Fährte. Daß meine einige 1 ^deutender Stab von Technikern, Gelehrten und hohen Offt- Schmächtigkeit und Semmelblondheit das Ertennen n cy I unter der Führung unseres berühmten Gefchichts- ganz leicht machen-wurde könnt- iLm« wohl denkem I 9 ^^mmsen seit den letztverflossenen 8 Jahren Und wenn es anders wäre hatte ich ia wahrscheml^. | Aufdeckung und historisch-kritischen Deutung diefts auck darauf verzichten müssen, den alten Freuno gier u» 1 ... .... . teuren Vaterlande anfzusuchen. Nun aber geben Sie nur getrost Ihre biedere Rechte, Verehrtester! Sw können nicht ahnen, wie sehr ich! mich; feit Jahren auf diese kleine Ueberraschung gefreut habe." (Fortsetzung folgt.) Grenzwalls gearbeitet, und wenn es auch noch vieler Jahre und nicht geringer Geldmittel bedürfen wird, um die groß angelegte Unternehmung zu Ende zu führen, so laßt sich doch fchon jetzt in großen Zügen ein ziemlich richtiger Ueberblick über das bereits Erforschte und dasjenige, was für die Wissenschaft noch zu erhoffen ist, gewinnen. ----- „ , I Der Limes — in Ermangelung eines feine Bedeutung Der römische Grenzwall m Deutschland. 'SÄ Ein Geleitwort zur Grundsteinlegung für das Reichslimes- I Erfüllt in zwei Teile, den obergermaui- mufeum am 11. Oktober 1900. I r£ßen und den rhätischen. Der letztere, welcher aus Von Dr. Theodor Adler. Seiner 178 Kilometer langen Steinschüttung besteht, mit Nachdruck verboten. I Türmen besetzt war und von rückwärts liegenden Kastellen pnnn q-aßre sind es her, daß die Deutschen I gedeckt wurde, beginnt an der Donau unweit Regensburg 'Äten Male in der Geschichte auftraten. Jähen I zwischen Eming und KehlheiM und laust über Kipfenburg ä??1 itnt firfi verbreitend die dort noch junge römische I und Gunzenhausen, dann südlich von Dinkelsbühl und Cll- Li-«--"e“"SiS, ys«Ä« s$: SÄÄä?« K K mark und bei Araufto eriiuen yariei u . I WeUer in Gestalt eines Erddammes mit vorliegendem nichtenden Katastrophen von Canna römischen I Graben und dahinter liegenden Kastellen und Wachtürmen »””6- b°du-'t° fflÄCs“ »m I eebringcn, Dftobttrtot „nd »büre« Siebenhugelstadt geachtet un!> FZ^^^e sftaEeZ ch sich nur einzelne Kastelle; der Grenzwall selber fehlt weil Wr.Ä’ÄÄÄ BÄÄWÄ 4m Ak d-s S Sil SSSÄ-ltÄ Elis' Mund führt »ott hier "«SÄSÄ3 w W1®SS»Lmm-U 550 SÄSlÄi* I «TbÄifetttaS iSelSateit tror.lt» ihren I ertlürer, ftch «* bie «nt-rfch-eb- m der A-l-ge. - 5(9 - Als man sich entschloßt das unter römischer Botmäßigkeit schnell aufblühende Land dauernd durch römische Besatzungen zu schützen, stellte sich bald die Notwendigkeit heraus, die kleinen Standorte, in denen Wohl durchschnittlich kaum mehr als eine Kohorte Soldaten lag, durch eine solide Chaussee, in deren Bau die Römer ja Don jeher Meister waren, zu verbinden. In Abständen, welche je nach Beschaffenheit des Geländes zwischen einem halben und einem ganzen Kilometer wechseln, befanden sich hölzerne Aussichtstürme, von denen aus Wachposten Ausguck hielten und bei drohender Gefahr und ungewöhnlichen Vorkommnissen nach den rückwärts liegenden Kastellen bei Tag Trompetensignale, bei Nacht Feuerzeichen gaben. Der ungeheure Waldreichtum, dessen sich Deutschland damals erfreute, führte von selber dazu, die Heerstraße auf ihrer Ostfront durch starkes Psahlwerk und Verhaue zü schützen und indem man davor noch einen Graben auswarf, war ein Besestigungswerk vollendet, welches immerhin keinen unbedeutenden Verteidigungswert hatte. An Flußübergängen und dort, wo der Limes tief eingerissene Thäler und Schluchten zu überschreiten hatte, wurden kleine Sperrforts angelegt, die mit den größeren Kastellen in Verbindung standen und in Entfernungen von etwa einem halben Tagemarsch (im Süden 10 bis 16 Kilometer, im Norden 8 bis 9 Kilometer) errichtet waren. ■ Allmählich stellte sich das Bedürfnis heraus, die vorübergehenden Werke durch dauernde zu ersetzen. Der hölzerne Pfahlwerkzaun wurde durch eine standfeste, den Wall krönende Festungsmauer ersetzt; an Stelle der Holztürme erhoben sich steinerne Bollwerke, in denen die mit Bogen und kleinen Wurfgeschützen bewehrten wenigen Mann der Wache sich auch gegen einen an Zahl stark überlegenen Feind halten konnten, bis Hilfe kam. Dabei stellte es sich oft als notwendig heraus, die frühere Linie als unpraktisch zu verlassen und eine andere geeignete zu wählen. Um die Kastelle aber, wo stets militärischer Schutz zu finden war, blühten mit großer Schnelligkeit die Städte auf, welche zum Teil heute noch; bestehen und mit großen Mittelpunkten der Römerherrschaft wie Mainz (Moguntia- cum) und Augsburg (Aügusta Vindelicorum) durch ein engmaschiges Straßennetz verbunden waren. Für die älteste Geschichte des deutschen Volkes ist ie§ natürlich von großem Wert, über die einzelnen Jahre, in welchen die verschiedenen Teile des Grenzwalles entstanden, genaueren Aufschluß zu erhalten; denn diese Bauperioden standen augenscheinlich im engsten Zusammenhang mit den großen Umwälzungen im eigentlichen Germanien; über diesen liegt aber gerade in jener Zeit ein fast undurchdringlicher Schleier, und zu jenem Zeitpunkt, wo der Schleier sich hebt, finden wir die deutschen Stamme auf ganz anderen Wohnplätzen; ein neuer Akt in der deutschen Ge- schichte hat angefangen, aber über den Gang der Handlung im Vorangegangenen wissen wir so gut wie nichts. Die von den Ausgrabungen erhoffte reiche Ausbeute an Jn- schriften hat nicht den Erwartungen entsprochen; wir erfahren wohl mancherlei über die Bauten aus späterer Zeit, wem dieses oder jenes Pvivathaus gehört hat, welcher Gottheit zu Ehren und aus welchem Anlaß ein Altar und dergleichen mehr errichtet wurde, dagegen fast gar nichts über die ursprüngliche Anlage, welche zumeist aus Holz bestehend, keine rechte Gelegenheit zur Anbringung von Inschriften bot. Einen Ersatz für diese bieten jedoch in weitem Umfange die sogenannten „Kleinfunde", d. h. Münzen, Amuletts, Fibeln, Bronzefigürchen, Ziegel, Gefäßscherben mit Stempeln usw., die überall, wo auch nur vorübergehend eine Niederlassung entstand, in großer Zahl in den Boden gerieten, um nun als wertvolle Zeugen jener vergangenen Kulturperiode aufzutreten. Obwohl von einer wissenschaftlichen Durcharbeitung des aufgefundenen Materials bis jetzt noch keine Rede sein kann, vermögen wir uns doch jetzt schon ein Bild zu machen von der von den einzelnen Kaisern gegenüber den alten Deutschen befolgten Politik. Unter den ersten Flaviern der Beginn der Befestigungen an einzelnen Teilen, namentlich im heutigen Hessen, dem Stammlande der Chatten; dann unter Trajan, dem baulustigsten Kaiser des alten Roms die Anlage der P0 mächtigen Kastelle zwischen Rhein und Donau, dann unter Hadrian und Antonius Pius die Glanzzeit des Werkes und überhaupt der ganzen römischen Kultur in Süddeutschland, und bald darapH der Niedergang der Römerherrschaft, eine Periode, in welcher trotz vielfacher Bemühungen energischer Cäsaren der schützende Wall an vielen Stellen durch(- brochen wird, bis gegen Ende des 3. Jahrhunderts der Limes nur noch als Zeuge einstiger Macht dasteht, während die erste Völkerwelle, die Vorflut der gewaltigen Völkerwanderung von Osten hereinbricht. Es war ein glücklicher Gedanke, die zahlreichen Funde, in welchen sich die eigentliche Mischung römischen, keltischen und germanischen Wesens offenbart, vor der Zerstreuung in alle Winde zu bewahren, wozu ja bei der weiten Ausdehnung des Grenzwalls und seiner Erstreckung über das Gebiet mehrerer Einzelstaaten die Möglichkeit recht nahe lag. Nur das Reich, das sie alle verbindet, konnte hier mit Fug und Recht einen Sammlungspunkt schaffen. Als solchen hat man nun die Saalburg bei Homburg bestimmt, wo sich schon ein Grundstock interessanter Ausgrabungen befindet. Diese Veste, welche genau im Stile der altrömischen Militärbauten wieder hergestellt wird, und nun auch in einem Reichslimesmuseum sämtliche Ausgrabungen vereinen soll, wird ein getreues Bild der damals in Süddeutschland herrschenden Kultur bieten und in dieser Beziehung auf deutschem Boden einzigartig sein. Und einzigartig in der ganzen Welt ist es wohl auch, wenn fast 2000 Jahre nach dem Auftreten der Deutschen in der Geschichte ein deutscher Kaiser, kein Cäsar des alten Roms, und Gott sei Dank auch keiner des heiligen römischen Reichs deutscher Nation, sondern ein wahrhafter Sproß aus dem süddeutschen Hohenzollernstamme dem Friedenswerke, zu dem er den Grundstein legt, die höhere Weihe verleiht. Welch ein Wandel der Zeiten! Damals ein in unzählige Stämme zerrissenes Volk, dessen Zweige und Zweiglein in mörderischem Bruderkampfe ihre besten Kräfte aufrieben, dem Fremden die Unterjochung erleichternd; heute eine Nation von fast 60 Millionen, fest geeint unter zielbewußter Führung, ein Volk, das mit kräftigem Arm weit über das Weltmeer hinübergreift, um sich im Wettbewerb der Völker sein Recht zu wahren. Wenn der Blick der am Tage der Grundsteinlegung um den erhabenen Hüter der deutschen Einheit gescharten Festgäste über die gesegneten Gefilde am Rhein und Main schweifen wird, wo sich so manches traurige und freudige Ereignis der deutschen Geschichte zugetragen hat, dann werden sich ihre Gedanken mit denen derer, die nur im Geiste dabei sein können, in dem heißen Segenswunsche einen, daß nach abermals 2000 Jahren unsere Nachkommen auf eine ebenso lange Periode des glücklichen Fortschritts und Gedeihens möchten zurückblicken können. Vom Monat Oktober. Oktober 19 00. Nachdruck verboten. Buntes Laub als Scheidegruß des Sommers schwebt von den Zweigen herab auf Feld und Wiese. Der Herbst hat begonnen, und währt sein stiller Frieden noch bis in die zweite Hälste des Oktobers hinein, so dürften wir uns eines schönen Herbstes freuen. Das Grün des Waldes hat in diesem Jahr sehr zeitig seine Frische ein- gebüßk, und unsere Baumwelt prangt in den mannigfaltigsten Farben. Am Michaelistag beginnt die Ernte der Erdfrüchte, der Kartoffeln und Rüben. Aepfel und Birnen sind schon von den Bäumen herabgenommen und geborgen, nur inoch die Trauben leuchten aus vergilbtem Laube. Mit 'dem Traubenschnitt erfolgt das Ende der Fruchternte; dann rieseln die Blätter schnell zur Erde, und mit (jedem Tage tritt der Herbst mehr in seine Rechte. Die strotzende vegetabilische Sommerherrlichkeit hat nun ein Ende, und der für die Pflanzenkost schwärmende Liebhaber ivird sich so gut als möglich für den Winter einrichten. Je weiter der Herbst fortschreitet, und die Vege- tabilien an Mannigfaltigkeit und Güte verlieren, um so reichhaltiger gestaltet sich der Fleischmarkt. Besonders reich ist die Auswahl an Wildpret. Die Wildprethand- lungen bieten: Fasanen, Wachteln, Leipziger Lerchen, Wild- 3. 4. 5. Römischer Kaiser. Maß. Blütenform. FüllcLtsel. Nachdruck verboten. | 1. Orientalische Einrichtung. 2. Altbiblischer Name. 'd"'SenM. Wiens leqt das sichtliche Bestreben an den Tag, durch Abwechslung tm Inhalt und lehrreichen Bilderschmuck den Anforderungen gerecht zu werden, die man an ein Organ dieser Art zu stellen berechtigt ,st. Es sei wiederholt bestens unseren Lesern empfohlen. Probehefte vermittelt jede Buchhandlung. In die Felder vorstehender Figur sind die Buchstaben AAAAA, BB EBBE, G, H, II, LLL, MM, N, P, RR, 9 derart emzutragen, daß die wagerechten Reihen Wörter von der beigefügten Bedeutung ergeben, während die beiden durch schwarze Felder bezeichneten Querreihen eine deutsche Stadt und einen Kunstberuf bezeichnen. Auflösung in nächster Nummer. Auflösung des Arithmogriph in voriger Nummer! Greifswald; Riese, Elise, Igel, Falte, Seide, Wadai, Arie, Leier, Drei. U«t«»tion: «. »urtUrtt. - »ruck und »erlag der «rühl'schen Uaiverktätr-Buch. m»d Gteiudruckerei (Pietsch Erden) in «-i««. ™ten, Biri. ,md M. I Sn ÄS^wÄ-3* ssäää ääu» etage essÄ des Monats, mit Schluß der Schonzeit für weibliches I auf feinem Gemüsestand. Es empfiehlt Rehwild, ist wohl ern Rückgang der Preise für Reh u I 8 diese köstliche Frucht sür den Winter als Püree em* Hirsch zu erwarten. Hase tst noch teuer, erft nad) iBegirt I h 1 I ' u kuppen und Saucen genau so der Treibjagden werden die Preise gedruckter Schon bte I grtwtab WWläßt. Für Salat und alten Griechen wußten den Hasen ^^ckerbrssen zu I Zuspeisen ist noch Kopfsalat und gut gebleichter schätzen, er galt ihnen als Symbol der den I .. . £ JabenJ Sehr gut ist Sellerie geraten, und Römern als Symbol der Unsterblichkeit. Die Neuzeit I wpfticfte und Radieschen sind billig. Rote Rüben des en zeigt die zutreffendste Erkenntnis, daß em junger I auch Stiche r einaeleat als Zuspeise zu fetten gespickter Hach einen schmackhaften, gesunden Braten YN , I f, aeriditen sowie als Suppen zubereitet, sich viel- ältere Hasen zieht mau jedoch gedämpft vor. ManNimmt I dürften in diesem Jahre sich dazu entweder den Rücken oder die Keulen spickt beides I fort« Wewg«ft*« , ^n Pilzen scheint uns der gut, dämpft es entweder ganz oder drei ^nger breiten I 1 ’ bringen was uns der Sommer versagte, es zerhackten Stücken. Den Boden emer länglichen Kaftero I § f sich^ ^Steinpilze' Pfefferlinge, Rotkappen u. s. w. belegt man mit Speck und Schinkenfcheiben, emMN Kalbs-I zg^s) reichlich und preiswert, besonders Aepfel knochen, einer Zwiebel, etwas, Wurzelwerk, WZholder I W bS S^e Pflaumen sind in bester Reise, beeren, Pfeffer* und Gewurzkornern,.einem Lorbeerblatt I Brrnm für i ^^^r. Bon gutem Tafelobst, welches und legt den Hasen daraus, beoeckt mit Speckscheiben, I ^Aikateß- oder Spezialobstgeschafteu übergießt ihn mit emem halben Liter Brühe aus 10 Gramm I att. Sommercalville, Kaiser Alexander- Liebigs Fleisch-Extrakt und zwei Glas Weißwein und laßt I fw , 1 ^ldparmäuen, große Butterbirnen und frische ihn gut zugedeckt weich dcmlpfen. DEN Nimmt man d s I Aepel, G jetzigen Preise noch nicht maßgebend Fleisch heraus, gießt die Brühe durch em ©Kp, entfettet 1 11 , J f Zufuhr aus Serbien und Rumänien KÄVMÄsind im«w d« Vorräte kommen auch größere Mengen von Gänsen, Enten I und werden gut bezahlt.--------- und Hühnern. Die Gans ist als Sonntagsbraten wieder I für Monate vorherrschend. Ebenfalls gut sind junge | , tauben und eine sehr erwünschte Abwechselung die ersten I Hi« Mac Kinley — Hie Bryan schallt es wieder einmal IN schichte fast aller Völker eine Rolle, namentlich tn I 8 sen giimM aktueller Bilder, farbiger Reproduktionen abwechselungsreichen Zubereitung der französischen. Knche I fesselnde/Beiträge aus den verschiedensten Gebieten enthält dieses gilt er als der schmackhafteste Vertreter des Geflügels. I Jeft eine Äfiae Kompofition des Goetheschen Gedichtes „Zur Weihe Seine Zeit ist von September bis Marz. Unerfahrene I B^mes" von Max Bruch. . Käuferinnen seien darauf aufmerksam gemacht, daß bei I Ein Abonnement auf diese Zeitschrift (Umon, Berlin, Stuttgar), jungen Tieren die schuppenähnliche Haut an den Betnen I beten einzelne Nummer 25 Pfennig kostetet, ist nur zu empfehlen. grauweißlich oder graublau, weich und feucht, bei alten i stritt der Weisen") enthält in seinem 6. Hefte aber* dagegen trocken hornartig, rauh und lederartig ist. Zu I v'~‘ftattlid)e Reihe ebenso lehrreicher als anziehender Beitrage erwähnen ist noch die Zuftlhr von Brüsseler Masthuhneru I m-t ja^rei(fjen Abbildungen versehen sind. Den Reigen beginnt und kleinen Brathühnern. I eine interessante Abhandlung über den „Codex FlateyeusiS dm Mf dem Fischmarkt geht es immer lebhafter zu. I bcflen literarischen Schatz der Universitätsbibliothek zu Kopenhagen. Außer Salm und Forelle, die im Oktober zu laichen be- I Hieran schließen die illustrierten AufsäU Uber d" Nutzbarmachung Sen St es: Aale, Barben, Barse, Brassen, Hechte, Les Nilstroms, das Panhard- und Levassor-Automobtl, die Makrelen, Karauschen, Schleien, Welse und Karpfeu die I A°ltrftch-°Apparate 'für Labor°at°r°m. Außerdem enthält das mehr umd mehr das unteres,e aus sich ziehen. Für die I " w) Heft Beiträge über Diät, selbsttätige Luftv erflüsslger Allgemeinheit kommen aber vorherrschend dtebttgen ^^rschiedme Mitteilungen aus allen Wissenszweigm, darunter «nm Weiß- und Seefische tn Frage, wie Schellfisch) Kabeljau rc. I illustrierten Aussatz über den Franzenscanal. Die Schriftleitung Bon feinen Plattfischen sehen wir: Steinbutt, Rot- und tUuftriertm n ?- — Seezunge. In Frankreich und Italien nennt man die Seezunge auch Rebhuhn, man behauptet dort, sie sei unter den Fischen was das Rebhuhn unter den Vögeln. Tagltch frisch treffen Austern ein, sowie die sehr billigen Pfahl- muschelN. Gut sind Hummern, Krebse und Kaviar vom Aerbstfanq, hellgrau, grobkörnig und mild im Satz. Der Gemüsemarkt ist noch reich beschickt, doch! durften die kommenden kalten Rächte die Auswahl tm Laufe des Monats verringern. Kohlsorten und Spinat bilden im Oktober die Massengemüse, Weiß- und Rotkraut, Wirsing oder Welschkraut ist recht teuer. Zu mäßigen Preisen ist Blumenkohl in Prachtware zu haben; so daß auch die sparsamste Hausfrau es ermöglichen kann, Blumenkohl als Wochentagsspeise aufzutischen. Der erste Rosenkohl, sonne Braun- und Grünkohl und noch, junge Kohlrabi werden angeboten, aber sie besitzen nicht das zarte Fleisch der Frühjahrskohlrabi und finden nur wenig Liebhaber. Beehr als tn Vorjahren werden alle Rübenarten schon begehrt; Mohrrüben Erd- und Kohlrüben, Weiß- oder Wasserruben, die in richtiger Zubereitung genau so gut schmecken tote bie teuren Teltower Rübchen. Man schält zwetetnvtertel Kilo Rüben, schneidet sie in Würfel, kocht fte m Salzwasser einmal aus und gießt dasWasser klar ab. Alsdann bräunt man 60 Gramm Fett, 30 Gramm Mehl und 15 GraMm Zucker und rührt dies nut drei Viertel Liter