töuo. LL OH ;on der Gewalt, die alle Wesen bindet, Befreit der Mensch sich, der sich überwindet! Wer selbst sein Meister ist und sich beherrschen kann, Dem ist die weite Welt und alles unterthan! Paul Flemming. (Nachdruck verboten.) Geächtet. Roman von Lothar Brenkendorf. (Fortsetzung.) ftrcnu von der Röcknitz stand in gebeugter Haltung da wie wenn das reuevolle Bewußtsein seiner furchtbaren Verantwortlichkeit ihn saft zu Boden drücke. . Und konntest Du — tonnte Dem Vater gar nichts thun,' um des Königs Sinn zu seinen Gunsten zu andern. fragte er zaghaft nach langem Schweigen. ^ch?8 O, wenn iicEji dazu imstande gewesen wäre, ich hätte mich vor dem König niedergeworfen, ich hatte ferne Füße umklammert und ihn nicht eher frer gegeben, brs er seinen grausarnen Spruch gemildert. Aber ich lag sterben^ krank in meiner Kammer und wußte nichts von allem, was geschah. Ein hitziges Nervenfieber beraubte mich wochenlang aller Besinnung, und als ich wieder zu nur kam noch, todesmatt und unfähig mich zu rühren, gab man mir aus Schonung nur unwahre oder ausweichende StoMtoi auf meine Fingen. Siä ich den «cherhalt erfuhr und auch nur stark genug gewesen wäre, ern Gesuch niederzuschpeiben, war es längst zu spat geworden, Sixtus vou Plothow's Geschick zu ändern. Der König be- . sand sich ebenso wie mein Vater — für Mich unerreichbar L iraendwo im Felde. Der Unglückliche aber, den ich um Deinetwillen zu Grunde gerichtet, war spurlos tier« beWIen, vielleicht auch untergegangem Selbst wenn ich imstande gewesen Ware, sein Schicksal zu wenden^d^Freudenbotschaft hätte ihn wohl mmmermehr erreicht^. tief auf und fuhr sich mit dem Rücken der Hand über das freie ^"9^. Und Du hast nie wieder von ihm gehört, Elisabeth t 'Nie wieder. Wie hätte das auch geschehen können! Bei all seiner Tapferkeit war er doch sicherlich nicht stark genug, diese Schmachi zu überleben". Wieder blieb es geraume Zeit still Msichen chnen; dann wendete sich Franz von der Rockmtz langsam zum Gehen. Nun begreife ich wohl, daß Du mir nicht vergeben kannst, Elisabeth", sagte er mit müder Stimme „Ich glaubte meine Schuld gesühnt; aber ich kann freilich kemen Toten auserwecken. Vielleicht daß der Leutnant von Plothow mir verzeiht, wenn td) ihn jetzt an einem anderen Orte begegne. Lebe wohl, Elisabeth, und alles Gluck der Erde werde Dir zu teil!" „Was soll das bedeuten, Franz?" fragte sie streng. „Glaubst Du, mir wiederum eine Komödie vorspielen zu können wie vor sieben Jahren?" „Nicht doch! Darnach ist mir nicht mehr zu Sinn. Und Du siehst ja, daß ich nichts von Dir begehre, es sei denn ein gütiges Geleitwort auf meinen letzten Weg. Ser versichert, es ist der härteste nicht, den ich in diesen sieben Jahren gegangen bin". Er hatte die Hand schon auf dem Thürdrücker, und es schien in der That, als würde Elisabeth ihn ungehindert gehen lassen. Es war unverkennbar das Ergebnis eines schweren Kampfes, den sie mit ihrem eigenen, von Groll und Verachtung erfülltem Herzen bestanden, als sie ihn endlich dennoch! zurückhielt. „Du würdest also Dein Leben freiwillig enden, Franz, wenn ich es geschehen ließe?" „Ich meine, daß es so am besten ist für mich! und für Dich. Was ein Mensch! zu ertragen vermag, das habe ich! ertragen. Nun aber ist meine Kraft zu Ende. Ich! kann dieses Hundeleben nicht noch! einmal beginnen, ich! kann nicht, und ich will nicht. Ein Dasein ohne Hoffnung ist schlimmer als der Tod. Und ich habe in dieser Stunde meine letzte Hoffnung begraben". . „Ich verstehe Dich! nicht. Was für eme Hoffnung wäre Dir durch mich genommen?" Seine Lippen verzogen sich zu einem trüben Lächeln. „Wie sehr mußt Du mich hassen, Elisabeth, daß Du es nicht selbst empfindest! Was mich in meinen Kämpfen und Aengsten und Entbehrungen so lange aufrecht erhalten, war ja einzig der Gedanke an diese Stunde des Wiedersehens Er war der leuchtende Stern in der Nacht meiner Trübsal, der treue Gefährte, der mir auf all meinen mühseligen Irrfahrten tröstend zur Seite blieb. Du hättest es leicht gehabt, mir noch! einmal zur Retterin zu werden, mich dem Leben wiederzugeben, und einen ehrlichen, brauchk- baren Menschen aus mir zu machen; denn von Dir — doch! was hilft es, jetzt noch darüber zu reden. „Was war es denn, was Du von Mir erhofftest? Was'konnte ich für Dich thun?" O, ich hätte nichts Unmögliches gefordert, Elisabeth! Der Posten eines Verwalters oder Aufsehers auf Deiner Besitzung in Schlesien, ja, wenn auch dies noch zu unbescheiden war, die Arbeit eines gememen Tagelöhners. Alles, alles wäre mir willkommen gewesen, wenn ich es 446 nur aus Deinen Händen empfangen und wenn iäj unter Deinen Augen den Beweis hätte liefern können, daß ich Deiner Vergebung nicht länger unwürdig sei". Eine geradezu sklavische Demut sprach aus seinen Worten, und mit neu aufsteigendem Widerwillen wandte das junge Mädchen sich von ihm ab. Aber sie hatte vorhin den Entschluß gefaßt, ihn vor dem Untergange zu bewahren, und es lag nicht in ihrer Natur, sich durch irgend einen äußeren Eindruck in ihren Entschließungen erschüttern zu lassen. Voll ruhigen Ernstes erwidert sie: „Wenn Deine guten Vorsätze aufrichtig gemeint sind, wohl, so will ich Dir Gelegenheit geben, sie in Thaten zu verwandeln. Du weißt, daß ich von meinem Vater auch die Domäne Lasdehnen in Litauen ererbt habe. Sie hat mir bis heute keine Einkünfte getragen; denn schon seit sechs Jahren haben die Schrecknisse des Krieges ihre Bewirtschaftung unmöglich gemacht. Ich fürchte, daß sie sich, in einem sehr üblen Zustande befindet, und ich hätte wohl kaum den Mut gehabt, an eine Uebersiedelung in diese verwüstete Provinz zu denken, wenn nicht das Machtwort des Königs mich dazu zwänge. Eine soeben ergangene Kabinettsordre befiehlt mir gleich allen anderen litau- rschen Domänenbesitzern, die Bewirtschaftung unverzüglich aufzunehmen, wenn Lasdehnen nicht als Staatseigentum emgezogen werden soll. Es wird harte und langwierige Arbeit sein, die dort auf mich wartet, und ich war eben im Begriff, mich nach! einem Gehilfen umzuthun. Willst Du mir dieser Gehilfe sein?" , Es war nichts Verheißungsvolles in diesem Anerbieten, nichts, das ihm die Hoffnung erwecken konnte, er habe ihre Verzeihung bereits gewonnen. Nur zu deutlich mahnte ihn vielmehr der Ton ihrer Rede an das Vorhandensein der unübersteiglichen Schwanke, die sie an- schernend für alle Zukunft zwischen sich und ihm aufrichten wollte. Und doch zögerte er nicht einen Augenblick, mit Worten heißen Dankes seine freudige Bereitwilligkit zu erklären. Er versicherte, daß er arbeiten wolle wie ein Knecht, daß er Unerhörtes, Uebermenschliches leisten werde, wenn ihm nur als Lohn seiner Mühen die Hoffnung auf ihre Zufriedenheit winke. Mit einer stolzen Handbewegung dämmte Elisabeth endlich den Strom seiner überschwenglichen Beredtsam- keit ein. „Würdest Du bereit sein, schon in diesen Tagen die Reise anzutreten?" „Ich habe keinen eigenen Willen mehr, Elisabeth, Du kannst nach Deinem Belieben über mich verfügen". „Wohl, so werde ich Dich! morgen oder übermorgen mit den erforderlichen Anweisungen versehen. Wohin kann ich Dir, wenn es Zeit dazu sein wird, meine Botschaft senden?" „Ich wohne im Gasthof „Zum goldenen Elefanten". Aber man darf dort freilich nicht nach Franz von der Röcknrtz, sondern nur nach dem Handelsmann Peter Wülfing fragen. Mag auch meine Schuld so gut wie vergessen sein, noch kann ich! doch nicht wagen, meinen rechtmäßigen Namen wieder aufzunehmen. Auch besitze ich, nur einen Paß, der auf Peter Wülfing lautet". „Gut, das sind Dinge, die mich, nicht kümmern. Nur zwer Worte noch über meine nächsten Absichten. Wenn Lasdehnen wieder in einen ertragsfähigen Zustand versetzt werden soll, so bedarf es dazu jedenfalls größerer Geld- mrttel, als sie mir augenblicklich zur Verfügung stehen. Ich' werde mehrere Monate brauchen, um die nötigen Summen flüssig zu machen, und der König wird mir tote ich hoffe, gestatten, zu diesem Zweck noch bis zum kommenden Frühling hier in Küstrin zu bleiben. Inzwischen magst Du an Ort und Stelle für die notwendigsten Vorbereitungen sorgen. Ich werde Dir einige hundert Thaler mit auf den Weg geben, und Du wirst mehr erhalten, je nachdem Deine Berichte es nötig erscheinen lassen". Er hatte offenbar darauf gehofft, die Reise in ihrer Begleitung zu machen, und die Enttäuschung spiegelte sich deutlich in seinen Zügen. Aber er wußte sie rasch zu ver- winden, und es war ein Klang tiefer Rührung in dem Dank, den er ihr für ein so großmütiges Vertrauen aussprach. „So sind wir denn vorderhand zu Ende", unterbrach sie ihn kalt. „Du stehst jetzt als Gutsverwalter von Lasdehnen in meinen Diensten, und ist wünsche, daß von dem Vergangenen zwischen uns nie mehr die Rede sei. Die Zukunft mag mich lehren, ob ich! in dieser Stunde eine Gutthat oder eine Thorheit begangen". Franz machte Miene, ihr die Hand zu küssen, boit^ die Art, wie sie sich von ihm abwandte, ließ ihn bald auf die Ausführung solcher Absicht verzichten. In derselben demütigen Haltung, die er während des ganzen Gesprächs bewahrt hatte, schlich! er hinaus, und gesenkten Hauptes schritt er dahin, so lange er noch mit der Möglichkeit rechnen mußte, von einem Bewohner des Hauses beobachtet zu werden. Als 'ihn dann aber eine Biegung des Weges allen nachschauenden Blicken entzog, richtete er sich straff empor und ein böses, tückisches Lächeln spielte um seine Lippen. „Ja, ich- will für Dich arbeiten, Du hochmütiges Weib", murmelte er, „und ich will Deinen Sklaven machen bis zu dem Tage, an dem ich Dein Herr sein werde. Dann aber ist es an mir, Vergeltung zu üben, und dann sollst Du mir diese Stunde tausendfach bezahlen". (Fortsetzung folgt.) Der Frauenluxus und das Gesetz. Von -H. Oe hinke. (Aus der „Wiener Mode".) Nachdruck verboten. Der Trieb zum Putz ist eines der wesentlichsten Attribute des Menschen, und Luxus und Mode sind zwei uner- brttlrche Tyrannen, deren Herrschaft und Macht riesengroß, und unantastbar ist und -ewig bleiben wird. Und dies mit Recht! Abgesehen davon, daß jedes schöne Bild auch eines prächtrgen Rahmens bedarf, beschäftigt und hebt der Luxus, den schöne Frauen treiben, die Industrie aller Länder Er rst daher von größter volkswirtschaftlicher Bedeutung. Tausende und abertausende fleißiger Hände regen sich um all den kostbaren Tand Hervorzuzaubern, der erforderlich rst, die Erscheinung der Frau zu einer vollendeten, dem Auge des Geliebten wohlgefälligen zu gestalten. Unzählige dieser fleißigen Arbeiter und Arbeiterinnen würden plötzlich dem Elend anheimgegben sein, sollte die glückliche ' Freiheit des Toilettenaufwandes, deren wir uns augenblicklich erfreuen, plötzlich ein Ende nehmen und Gesetze und Verordnungen erlassen werden, wie sie in srüheren Jahrhunderten — ob mit einem nennenswerten Erfolg, mag dahingestellt bleiben — zu verschiedensten Malen erschienen. Der erste dieser Erlässe gegen den Toilettenluxus der Frauen, das sogenannte „Oppische Gesetz", das etwa 200 b- Ehr. von dem Volkstribunen Oppius erlafften wurde, wahrte ungefähr 20 Jahre, und es bedurfte einer förm- lrchen Frauenrevolution, um seine Aufhebung durchzusetzen. Während dieses Gesetzes ,war es den römischen Damen verboten, Purpurkleider zu tragen. Auch die Benützung von Wagen, Sänften re. war ihnen nur an hohen Feiertagen gestattet, und ihr Goldschmuck durfte nicht mehr wiegen als eine halbe Unze! Wie bitter die schönen Römerinnen gerade dieses letzte -Gebot empfanden, läßt sich ermessen, wenn man liest, daß sie z. B. gewohnt waren, nicht nur an jedem.Finger stets zwei Ringe zu tragen, sondern auch ihre Fußgehen mit kostbarem Schmuck zu überladen. Im weiteren Vorschxitt der Zeit war es dann der geniale Staatsmann Sully, der unübertreffliche Berater- Heinrich IV. von Frankreich, der ganz energisch gegen allen Aufwand -der Frauen vorging. In Deutschland wurde vom Kurfürsteu Ernst zu Sachsen im Jahre 1482 eine Kleiderordnung erlassen, die augenblicklich jedenfalls wieder äußerst zeitgemäß wäre, aber wahrscheinlich ebenso viel nützen würde, wie damals. In diesem Gesetz heißt es: „Keine Frau oder Jungfrau vom Ritterstande soll ein Kleid tragen, das über zwei Ellen auf der Erde nachgeht." Man sieht hieraus,' daß schon «vor 400 Jahren das Sein oder Nichtsein der Schleppe -eine Tagesfrage bildete! In einer weiteren Verordnung gegen den Kleiderluxus 447 . Ein fesselndes Beispiel davon, daß der Luxus sowohl, wie die Repräsentantin des jeweiligen Tagesgebrauches niemals durch drakonische Maßregeln, sondern eben nur durch ihren eigenen ewigen Wandel, durch den fortwährenden Strudel einander ablösender Farben und Formen in Stoffen und Steinen, Blumen und Spitzengeweben bekämpft werden kann, liefert uns eine Mode des 17. Jahrhunderts, die wir jetzt lächelnd und kopfschüttelnd auf den alten Bildern betrachten, aber sofort alle mitmachen wurden, falls sie wieder auf die Tagesordnung gebracht werden würde. Wir meinen die „Fontange", jene Haar- Pyramide, deren Name und Sache bon der schönen Freundin Ludwig XIV der Herzogin von Fontange, herrührt, die, . der Jagd der Kopfschmuck vom Winde ruiniert wurde, ihr fchpnes Haar durch Bänder wieder befestigte, deren Schleifen ihr auf die Stirn herabfielen. Aus diesem ebenso einfachen als kleidsamen Arrange- ment entwickelte sich dann die „Pyramide", ein meterhohes. Mit Haarlocken, Blumen, Bändern und Perlen umwundenes Gestell aus Eisendraht mit mehreren Etagen, deren iede einzelne ihren besonderen Namen hatte. diesen Namen trug jede Dame in den Jahren 1680 bis 1714 folgende Dinge auf dem Kopf: eine „Herzogen", emen „Musketier", eine „Maus", eine „Schildwache , ern „Firmament", einen „Mond" re. Natürlich bedurften die Damen zu dieser Frisur nicht nur eines Haarkünstlers, sondern ebenso eines Schlossers, welcher das Eisengeruste aufbaute, über dem der Coiffeur dann seine Haarpyramide errichtete. r . Evnig Ludwig XIV. haßte diese Haartracht und lieh fernem Mißfallen darüber oft in den herbsten Ausdrücken Worte. Es erschienen auch verschiedene Abhandlungen, diesem Luxus der Coiffure zu steuern, allein weder der König noch die Schriftsteller erfreuten sich des allergeringsten Erfolges. Eines Tages kam jedoch eine bildhübsche englische Ge- s°ndtin an 'den französischen Hof, das zierliche Köpfchen nur geschmückt mit ihren eigenen wundervollen Flechten. Sie erschien in ihrer Einfachheit so reizend, daß nicht nur die Kavaliere des Hofes, sondern auch der König selbst sie vor allen anderen Sternen der Gesellschaft auszeichneten. Damit war über die Mode der „Fontange" der Stab gebrochen. Was der Befehl des Königs nicht vermocht, gelang den blonden Haarwellen der jungen Briten: „Le luxe de coiffures" hatte aufgehört zu regieren. Heutzutage hat man es längst aufgegeben, dem Luxus der Frauen mit gesetzlichen Bestimmungen entgegenzutreten. Der Staat schenkt ihm nur insofern Beachtung, als. er all den schönen Tand, die französische Seide, die Brüsseler Spitzen, die indischen Shawls, die exotischen Federn und Blumen, mit nicht unerheblichen Steuern belastet. lieber dergleichen Unbequemlichkeiten aber pflegen srch schöne Frauen ihre Köpfchen nicht zu zerbrechen. Das ist seine Sache. Wenn nun aber auch die große wirtschaftliche Wich- trgkeit von Luxus und Mode allgemein anerkannt werden muß, so ist dies doch nie ein Grund zu jener sinnlosen nenswerte Kenntnrs auch der intimsten Toilettengeheim- er eine Weile tapfer über die Koketterie UJ™ As „Schonthun der Frauen raisonniert, beschreibt er das Boudoir einer Weltdame jener Zeit mit folgenden *vVv vlCll • „Da hat man die schönste undt größte undt beßte Spiegel, aufs daß ja niemand betrogen werde ... da hat ma" Aß feyuste Rosen- undt andere riechsambe Wasser umb die Liebsten zu bethören, undt hat die beste Gerüche von Bisam, Zibet und Umbra, damit ja Niemandt in eyne Ohnmacht falle. Undt auff denen feynverhängeten Tisch- leyn, da hat man köstliche Kämme, Bürsten undt wächserne ’ V JA man Schachteln und Büchslein undt Glaßleyn voll allerhandt köstliche Reeepten und Salben. Und da gehen ihre stattlichen Mägde undt Kammerzelter umb ste her, finden allezeit etwas zu butzen undt zu rin- SeIlt • • • da finden sie hinten undt Dornen zu Helffen, so die Falten und Kräwsleyn zu strekkeu, ja auch wenn es vonnothen, „lassen sie von ihnen den Scheiss nachtragen" was eyn.unartig Gebühren, denn so sie den hängen lassen beym spatzieren wie eyn Eydachsen, machen sie ein Staupen. ..." . t „-^iem toolten wir, daß die Weibspersonen, bei denen Äckü?b».Ei/ bie eleude Hoffart zu unmöglich längerem t ^Agen ist, ehrbar und nach Landes-An- ftandlgkt.lt sich beklelden und hüten des Tragens aller gül- Q^nb verguldeten Sachen, Beheuken, Rosen und ml- ,bAA, ^er;nrt<‘>n an 5^?’”' Stirn und Hauben i Wir ver- denselben auch das Tragen aller krevvenen hoch- fet geblumelt, gemuggelt, gestrichelt oder glatt, wovon es immer Ware, alle französischen Göller, Hemd er Büsche auf den Hüten und Fältel an den Aermeln *" iebo<^ schon damals die launische Göttin 5°hbe m.efFl9 um alle Luxusgesetze gekümmert, sehen wir 5^Lbern ®trber" Jener Seiten, auf denen wir unsere Aelter- mickter ebenso luxuriös toie bizarr gekleidet erblicken und auch nirgends irgend eine Einschränkung in Bezug auf ©eibe, Spitzen und Gold zu entdecken vermögen. ~;ie Hengsten Edikte gegen die Toilettenpracht schöner A^^u tourden unter Ludwig XIII. erlassen, so eines im ^ahre 1633, in dem es allen Untertanen streng verboten iraend"meüb^8^Erngen, Manchetten, Hüten und Hauben irgend welche Stickereien zu tragen." Eine zweite Verord- nung untersagte den Gebrauch, von Kleiderstoffen, in die Gold-und Silberfaden gewoben, auch war alle Ausschmückung durch Tressen, Spitzen und Goldstickereien streng ver- boten. ^m Bahre 1656 untersagte wieder ein ©rlaß das 9fh« vrirer Kopfbedeckungen, während ein späterer Ukas inUr,r^rreI <£e0fn bon Luxus der Bürgerlichen richtete, sodaß allen Personen, die Handel trieben ober von ihrer §anbe Urbett lebten, z. B. bas Tragen von Golb- ober ®tontantenbouton§ strengstens verboten war. f . chUß sich auch her Bvlkshumor mit biefen Ebikten itnb feinen Urhebern beschäftigte, ersehen wir aus ben Witz- k^ttsr^-iener bereu eins sogar bas Leichenbegängnis der bahingemorbeten „Frau Mobe" abbilbet. v\J.n einem von «Frauen getragenen Sarg liegt bie all- r-^t)rannm. Eine lange Reihe von Stickerinnen Schneiderinnen, Putzhändlern re. bildet das Trauergeleit' HS f lT Untergründe sichtbare, bereits fertige Grabmal folgende Verse zeigt: An dieser Stelle ruht, so wie sie es verdient Die Mode, die bei. uns so große Thorheit schuf. Luxus jetzt Wohl mit dem Tod gesühnt — bald ertönt aufs neu' nach Ueppigkeit der Ruf. - Alle diese Edikte und Verordnungen waren jedoch nicht S?treup5e^f9rrn Aklherrscherin „Frau Mode" und ihren S . “Ens Vasallen, den Luxus, anzukämpfen und die Pracht- geluste der Frauen zu Unterdrückers Auch die Klagen der be8 s15- und 16. Jahrhunderts, die auf das n»Ä, ^ndste gegen die Toilettenpracht der Frauen eiferten, waren ebenso vergeblich wie die der heutigen er® “ter b^ originellsten Eiferer gegen den Hang der W ©tfnmbeit durch den Rahmen einer geschmackvollen Gewandung und Umgebung zu erhöhen Garzonus^alisie^en, war der mittelalterliche Schriftsteller „J" feinem Werk „Schauplatz der Künste" macht er Acht uur seinem Widerwillen über die „Narretei" der --Lameu ^rundlich Luft, fonderu verrät zugleich^ eine stauist sogar die Anzahl der einzelnen Toilettegegenstände vorgeschrieben: „Keine Frau soll mehr als einen Zrshickte Röcke besitzen, auch nur eine 'fefnt.,toeiter'. faltiger, vorne offener Rock), sein " n 'letb tlber anderthalb hundert Gulden wert Daß die deutschen Frauen schon damals an ihrer EAA noch incht überwundenen Vorliebe für das fremd- uArge krankten, geht aus einer Klosterordnung vom Jahre 1619 hervor, in der wir lesen: j .Jungfrauen sollen „ausländische neue Modelle AAb?n, deren leider die Weltlichen mehr als gut qebrau- Knüuneüi^^ JoI eP fch „Mützen mit goldenen Kronstiften, "A den Hals mit Gold und Perlen, Schuhe mit ^lofru meiden, fowie kurze, nadbi der neuen Art" Äatö Es«» oder sonst weitausgesperrte Röcke Ein weiteres Mandat erließ im Jahre 1728 her Wa- |anö1 CmeC siiddeutschen Reichsstadt, in dem geschrieben 448 Toilettenpracht, zu jenem übertriebenen Luxus, wie er vor allem von den Bühnenkünstlerinnen der Gegenwart mauchf- mal entfaltet wird. Möchten die Künstlerinnen doch stets in erster Linie bemüht sein, ihr Kostüm mit dem Charakter der Rolle in Einklang zu bringen. Alle schönen Frauen aber seien stets eingedenk der Worte: Schön mögen des Gewandes Falten sein, Doch schöner muß, was sie enthalten, sein. GeinsinniWges. Schutz des Holzes gegen Wurmfraß, Pilz- und Schwammbildung. Zur Aufnahme der Hölzer wird eine gemauerte Grube hergestellt, welche nach dem Einbringen der zu imprägnierenden Hölzer mit Wasser gefüllt wird. Darauf wird ungelöschter'.Kalk hineingeworfen und durch Umrühren gelöscht und gleichmäßig verteilt. Liegt das Holz zwei bis drei Monate in diesem Bade, so dringt die Imprägnierung bis auf 30 Millimeter nach dem Kern zu ein. Entfernen von Rostflecken von vernickelten Gegenständen. Um Rostflecke von vernickelten eisernen Gegenständen zu entfernen, bestreicht man dieselben mit einem festen Oel und reibt sie nach einigen Tagen mit einem mit Salmiakgeist befeuchteten Tuche ab. Wenn noch Flecke zurückbleiben sollten, so wäscht man dieselben mit verdünter Salzsäure und poliert dann mit feinstem Tripel. Gegen Ratten bewähren sich Meerschweinchen recht gut, da sie durch ihren penetranten Geruchs die Ratten vertreiben. Auch den Ziegenbockgeruch können die Ratten nicht vertragen und meiden die Ställe, in denen Ziegenböcke gehalten werden. Feuerfester Mörtel. 1. Feinen, trockenen Lehm arbeitet man mit gewöhnlichem Melasse-Syrup zu einer gleichmäßigen konsistenten Masse mit dem Spaten tüchtig durch. Anwendung wie gewöhnlicher Mörtel. 2. Ein Gemisch aus feuerfestem Thon und fein gemahlenem Chamotte wir in einem flachen Kasten ausgebreitet und mit warmem Wasser übergossen. Nachdem derselbe sechs Stunden gestanden, wird er tüchtig mit Wasser durchgearbeitet und dünnflüssig verarbeitet. Mr die Küche. Einbrennsuppe. Gutes Fleischbrühfett oder Butter in einem eisernen Tiegel recht heiß gemacht, einige Löffel Mehl hinein, unter großer Achtsamkeit und beständigem Umrührens langsam dunkel rösten. Borsicht sehr nötig, da das Mehl leicht schwarze Punkte bekommt, oder zu dunkel wird, was wenige Magen vertragen, und der feine Geschmack geht verloren. Zu hell geröstet schmeckt auch nicht gut. Sobald es die rechte Farbe hat, mit kochendem Wasser ausgefüllt, nach Belieben mit einem halben Theelöfsel Fleischextrakt tüchtig kochen lassen. Beim Anrichten mit 1—2 Ggelb, einigen Löffeln Milch oder saurer Sahne legiert. Dazu verlorene Eier oder würfelig geschnittene, in Butter gelbbraun geröstete Semmel. Fleischpudding von Fleisch re st en. Jede Art gekochtes oder gebratenes Fleisch, auch? Fisch ist zu verwenden . Die Fleischreste fein wiegen, womöglich mit abgekochtem Fett. Zu 2 Teilen des Fleischgewichtes kommt 1 Teil Semmel. Dieselbe ist von der Rinde zu befreien, in Milch zu weichen, wieder auszudrücken, nebst Salz und Pfeffer mit dem Fleisch zu vermischen. Dazu füge man das Gelbe einiger Eier und 1 Löffel voll süßer Sahne. Unmittelbar vor dem Einsüllen der Masse in die Form, die zuvor ausgebuttert ist, mische man den Schnee der Eier unter, lege ein Fettpapier darüber und lasse es je nach der Größe -eine bis anderthalb Stunde kochen. Litterarisches. „Neueste E rfindungen und Erfahrungen" auf den Gebieten der praktischen Technik, der Elektrotechnik, der Gewerbe, Industrie, Chemie, der Land- und Hauswirtschaft re. 27. Jahrgang (A. Hartlebens Verlag in Wien). Pränumerationspreis ganzjährig für 13 Hefte franko 7 M. 50 Pf. Einzelne Hefte für 60 Pf. in Briefmarken. Diese Zeitschrift dient ausschließlich! der Praxis. Ihre Mitteilungen, die sich über alle Berufsarten verbreiten, bestehen in praktischen, zuverlässigen und leicht ausführbaren Anweisungen, Arbeitsverbesserungen und Steuerungen auf technischem und industriellem Gebiete. Besonders wertvoll sind die zahlreichen Anweisungen zu neuen, lohnenden Erwerbsarten. Aus der Fülle des Inhaltes des neunten Heftes vom siebennndzwanzigsten Jahrgange seien besonders folgende Artikel hervorgehoben: Neues Verfahren zum Zuwerfen von Leinen und Schwimmobjekten. — Prak- rische Erfahrungen über die Herstellung von Backpulvern. — Neues Rohrbruch-Sicherheitsventil. — Neuer Straßenbrenner. — Die Verwendung von Ochsenblut zum An- streicheu. — Gährnng durch! Hefepreßsast. — Neuer Wein- Imprägnier-Apparat. — Hartlöten von Gußeisen. — Neues Verfahren zur Herstellung von Verzierungen aus Glas- kügelchen oder blinden Perlen. . Erfahrungen über Luftdruck-Fernzündung für Straßenlaternen. — Praktische Erfahrungen über das Härten. — Schneiden von Fournier- hölzern. — Elektrischer Fahrkarten-Automat für elektrische Bahnen. — Fortschritte in der Telegraphie und Telephonie. — Temperatur-Ermittelungen zur Konservierung von Nahrnngs- und Genußmitteln. — Thee-Extrakt. Erfahrungen über Champagnerlimonaden. — Bestimmung des Gesamtschwefels in Kohle. — Neues Verfahren zum Füllen von Gefäßen mit stark kohlensäurehaltigen Flüssigkeiten. — Der Ombrophor, ein transportabler Apparat für Regenbäder mit kohlensaurem Wasser. — Praktische Erfahrungen über Satinweiß, — Herstellung von waschbarem Mineralöl für Spinnzwecke. — Darstellung von Feinsoda. — Neues Verfahren zur Herstellung frostbeständiger Kunststeine. — Bezugsquellen für Maschinen, Apparate und Materialien. — Ein neuer Filtriertrichter. — Nachweis von Gelatine in Pastillen und Gummipasten. — Elektrolytische Darstellung von Chloroform. — Praktische Anleitung zur Mostbereitung aus Aepfelu, die durch Hagel vom Baume geschlagen wurden. — Erzielung von Gurkensamen. — Neue amerikanische Himbeeren. — Darstellung von Lötpaste. Bereitung wasserdichter Wachsappretur für Wagenverdecke- — Mattweiß für Silbergegenstände. — Herstellung Porr Tintensteinen und Tintentafeln. — Kleinere Mitteilungen. — Neuigkeiten vom Büchermärkte. — eingegangene Bücher und Broschüren. — Neue Erscheinungen auf dem Patentgebiete. — Technisches Feuilleton. — Photographisch-chemisches Feuilleton. — Chemisch-technisches Feuilleton. —Anstellungs-Feuilleton. — Fragekasten. — Beantwortungen. — Briefkasten. — Die „Neuesten Erfindungen und Erfahrungen", nunmehr int 27. Jahrgange erscheinend, bieten jedermann, insbesondere dem Techniker und Industriellen, die Mittel, alle neuen Erscheinungen und alle wertvollen praktischen Errungenschaften kennen zu lernen und so zu verstehen, daß er sie in seinem Geschäfte sofort verwerten kann und demzufolge immer auf der Höhe der Zeit steht. Hunderte von Fragen aus allen Berufsfächern finden in dieser Zeitschrift praktische und kostenlose Beantwortung- Logogriph. Nachdruck verboten. Wir spenden dir Schatten zur Sommerszeit, Wenn heitz die Strahlen der Sonne brennen. Ein Zeichen änd're, nun wirst du sogleich Als äußerst nahrhafte Speise uns kennen. m. Auflösung in nächster Nummer. Auflösung der Skataufgabe in voriger Nummer: (Mil a, b, c, d werden die vier Farben bezeichnet; also a — Eichel, Treff; b — Grün, Pique; c — Rot, Coeur; d — Schellen, Carreau; A = U = Unter, Wenzel, Bube; D = Dame, Ober.) Vorhand hatte a U, a 7, b 9, c Z, c K, c D, c 9, c 8, c 7, d A, im Skat lagen bK, bD; für Mittelhand die übrigen. — Spielgang: 1. V. d A 5DZ.dK d Z = — 25. 2. V. °Z M. dH cA = — 23. 3. M. bA H. aA $. b 9 = (4-22). 4. §. b U V. all M. b Z = — 14. Sa. — — 62. ReNafttos: ®, Burkhardt. — Druck und Strlag der Brühl'scheu Univerfititr-Buch. und Etrtndruckerei (Pietsch «rdeus in »iei«.