harm- ld und uchung Denn it aus it Er- ) nicht hl, ein ährend n ver- igenen wäre! wähne d mich immer hl auf» en als f dem argen» le ent» leiderer mir ug er» ichtlich ingen! , aber it Var» Wissen ldet — wieder Seit. Paul cer An- edanken- leuMn estehen ? st. Er- hre nur geben; Wabr- fertig, Bdt.' , Gescll- : Hugo ilt ganz lereinen cinakter, ic, ver- n Bor- steciali- . Auch n Stile, 5, durch- tünstler- :r Preis Ker. etke. «. (Nachdruck verboten.) Unter dem Schwerte der Themis. Roman von Reinhold Ortmann. (Fortsetzung.) Er nahm die Lampe vom Tisch und ging hinaus, um zu öffnen. Ein schwacher Lichtschein fiel' auf die Steintreppe hinaus, als sich die schwere Thür in ihren Angeln gedreht hatte; aber der Doktor vermochte im ersten Augenblick da draußen nichts von einem menschlichen Wesen zu gewahren. „Wer ist da?" rief er. „Will man sich etwa einen schlechten Scherz mit mir macken?" Da antwortete ans der Dunkelheit eine beklommene heisere Stimme: „Ich bin es, Ruthardt! Und ich bitte Dich von Herzen: wirf die Thür nicht wieder zu, weil ich es bin." f Ein kleines, mageres Männchen, mit spitzem, verkniffenem Gesicht war.zögernd in den Lichtkreis der Lampe getreten. Er trug keine Kopfbedeckung, und ein paar Strähnen des spärlichen grauen Haares hingen ihm wirr über die Stirn. Sein Unterkiefer zitterte, und aus dem Sechzigjährigen schien plötzliche ein Achtziger geworden. „Sartorius — Du?" sagte der Doktor, und seine Rede klang hart wie der Schlag eines stählernen Hammers. „Was giebt es für Dich in meinem Hause zu suchen?" „Sei gut, Ruthardt, bergieb mir, was ich Dir äuge» than habe! Ich habe keine Hoffnung mehr, als auf Dich! Mein Sohn" — und die zitternde Stimme drohte ihm vollends zu versagen — „mein Sohn liegt im Sterben. Denke an Deine Kinder, Ruthardt! Ich habe ja nichts auf der Welt, als den Jungen." „Du rufst den Arzt — das ist etwas anderes! Komm herein und sage mir, um was es sich handelt." Kaum fünf Minuten später gingen die beiden Gegner Seite an Seite die Straße hinab — der Doktor mit raschen, langen Schritten, als ob alle Müdigkeit von ihm abgefallen sei, und der kleine, barhäuptige Mann hastig trippelnd neben ihm her, das dünne Haar dem schneidenden Nachtwind preisgebend und mit dem Ausdruck verzweifelter Angst in den Zügen. Donnerstag den 6. Dezember. * * V * " . MM ■B MMW den Wolken muß es fallen, Aus der Götter Schoß, das Glück, Und der mächtigste von allen Herrschern ist der Augenblick. Schiller, Gunst des Augenblicks. Als sie über die Schwelle traten, die der Doktor Ruthardt stcherlich nie mehr in fefoiem Leben hatte über» schreiten wollen, wandte er sich, zum erftenmate auf dem Wege das Schweigen brechend, nach seinem Begleiter zurück: „Bleib' draußen, Sartorius, bis ich mich überzeugt habe, wie es steht. Ein Gesicht, wie das Deine, soll man einem Schwerkranken erst zeigen, wenn man sicher ist, daß rhm auf Erden nichts mehr schaden kann." Dann öffnete er leise die Thür des matt erleuchteten Krankenzimmers und ging hinein.----- Fahl dämmerte im Osten der junge Tag herauf, und in den stillen Straßen begannen sich schon hier unbl da die ersten Lebensäußerungen der erwachenden Stadt zu regen, als die hohe Gestalt des Arztes wieder aus des Stadtrat Sartorius' Hause kam. Auf feinem Gesicht war nichts von der freudigen Heiterkeit des Retters, dem em schweres, aber beglückendes Werk gelungen ist. Dusteren Blickes und mit gesenktem Haupte kehrte er langsam in sein Heim zurück. Schon auf dem Flur vernahm er die Stimme feiner grau, die im Begriff war, ihre Tochter zu wecken „Steh' schnell auf, Grete! Dein armer Vater ist bie ganze Nacht nicht nach Hause gekommen — Gott weiß, was er wieder hat dnrchmachen müssen. Aber er soll wenigstens eine gute Tasse Kaffee bereit finden, und Du weißt ja: wenn Du jtt gemacht hast, schmeckt sie ihm am besten. Aber da ist er schon — dem Himmel sei Dank! Ich habe seit langem nicht mehr eine so heillose Angst ausgestanden, wie in dieser Nacht." »Die Frau eines Arztes sollte von solchen Schwächen frei sein", meinte der Doktor, eine beabsichtigte Umarmung sanft abwehrrend. „Und Du darfst mich nicht anrühren, bevor ich mich gewaschen habe. Ich komme von einem Diphtheritiskranken". Nach einer Viertelstunde erst erschien er völlig umgekleidet im Wohnzimmer. Der aromatisch duftende Kaffee stand bereits auf dem Tische, aber der Hausherr zeigte wenig Appetit. Er sprach nicht gern von den Vorgängen in seiner Praxis, und nach der etivas barschen Abfertigung, die ihr gestern in Bezug auf Franz Norrenberg zu teil geworden war, hatte seine Frau nicht den Mut, eine Frage an ihn zu richten. Aber gegen seine Gewohnheit schien ihr der Doktor heute aus freien Stücken die Mitteilung machen zu wollen, nach der sich sich mit frauenhafter Wißbegierde sehnte. „Tas war eine Nacht, wie ich ihrer nicht viele mehr erleben möchte!" sagte er bekümmert. „Und wenn sie wenigstens noch mit einem Hoffnungsschimmer geendet hätte! So aber — es ist mitunter doch ein recht trostloses Handwerk, das man da treibt." „Wen hat es denn betroffen ?" erkundigte sich Frau Ruthardt schüchtern. „Ist es eine Familie, die ich kenne?". 694 — „Hs, Äu kennst sie sehr gut. Der arme Walther Sartorius ist es, der seine Pflichttreue vermutlich wird mit seinem jungen Leben bezahlen müssen." Erstaunt und bestürzt schlug die kleine Frau die Hände zusammen. „Ist es möglich? Und Du behandelst ihn, Hermann? Du bist in des Stadtrats Hause gewesen?" „Was kann Dich daran wundernehmen? Bin ich denn nicht ein Arzt? Ein Kranker ist für mich weder Freund noch Feind, sondern einfach ein Kranker. Der wäre ein pflichtvergessener Arzt, der darin anders denken könnte." Die Frau hatte sich leise an seine Seite gestohlen ugd legte ihren Arm um seinen Nacken. „Sei mir nicht böse, daß ich über so Selbstverständliches in Verwunderung geraten konnte! Und es steht wirklich ganz hoffnungslos um den armen jungen Mann?" „Wer kann sich vermessen, das Zukünftige mit Gewißheit vorauszusagen? In jungen, lebenskräftigen Körpern sind wohl schon größere Wunder geschehen, als sich; hier eines ereignen müßte. Die Natur kümmert sich den Teufel um meine ärztliche Wissenschaft. Aber wenn diese Wissenschaft recht hat, ist er verloren." „Ach, der arme Junge! Und Du sagst, daß er ein Opfer seiner Pflichttreue geworden sei? Er ist also an einem Krankenbette angesteckt worden?" „Ja. Einer armen Witwe, die auf dem Grundstück seines Vaters wohnt, waren gleichzeitig beide Kinder an der tückischen Seuche erkrankt, und die Frau hatte, wie es in solchen Fällen leider nur zu häufig geschieht, versäumt, rechtzeitig ärztliche Hilfe zu suchen. Als sie endlich zu nächtlicher Stunde laut jammernd vor die Wohnung des Stadtrats kam, waren die armen, kleinen Dinger bereits auf dem Punkte, zu ersticken. Walther Sartorius hat sich die ganze Nacht mit den beiden Kindern abgequält. Jetzt sind die beiden Kranken außer jeder Gefahr, und er liegt auf den Tod. Daran, daß es auch eine Art von Heldentod ist, denkt nachher, wenn er gestorben sein wird, wahrscheinlich! kein Mensch. Ein Arzt, der sich am Krankenbette den Todeskeim geholt hat — was ist davon viel Aufhebens zu machen! Er hat ja nur seine Schuldigkeit gethan — weiter nichts!" Aus der Bitterkeit dieser Rede klang für jeden, der den Doktor Ruthardt kannte, deutlich eine tiefschmerzlich^ Bewegung. Das Schicksal seines jungen Kollegen ging ihm offenbar viel mehr zu Herzen, als er es zeigen wollte, und als seine Frau, bei der die Thränen des Mitleids niemals sehr weit waren, in lautes Schluchzen ausbrach!, kehrte er sich hastig ab. Aber mit einem Ausruf des Erstaunens sprang er fast gleichzeitig von seinem Stuhl empor. „Grete, Kind! Was soll das bedeuten? Willst Du Mir am Ende auch krank werden?'" Es war wohl begreiflich, daß er zuerst auf eine solche Vermutung kam; denn das junge Mädchen, dessen Anwesenheit sie bisher nicht bemerkt hatten, lehnte totenbleich an dem Pfosten der offenen Thür, mit fest verschlungenen Händen und weit geöffneten, entsetzten Augen. „Ich habe alles gehört, was Du gesagt hast, Vater! Es giebt also keine Rettung mehr für ihn? Er muß sterben?"" „Die Frage mußt Du an einen Weiseren richten, mein Kind, als ich es bin. Aber ist es wirklich diese Neuigkeit gewesen, die Dich so erschreckt hat? Hast Du denn noch immer so viel von Walther Sartorius gehalten?" Er hatte ihre Hände ergriffen und sie sanft, zu sich herangezogen. Mit einer Gebärde müder Verzweiflung sehnte Margarete ihr Köpfchen an seine Brust. „Ich bin so häßlich gegen ihn gewesen, Vater, so Unfreundlich uMÄ hart! Und nun — wenn er sterben muß —"" Ihre Stimme brach, und ihr schlanker Leib erzitterte wie in unterdrücktem Schluchzen, wenn auch keine Thräne shre Augen netzte. Mit einer liebevollen Zärtlichkeit, wie er sie im täglichen Leben nicht eben häufig an den Tag legte streichelte Doktor Ruthardt ihre Wangen. „Ja, wir haben ihm Unrecht gethan, Grete, ünd die Bchuld daran fällt wohl zumeist auf mich. Ich hätte ihn nicht so aus meinem Hause gehen lassen dürfen, als er in der rechtschaffenen Absicht kam, Frieden zu stiften zwischen seinem Vater und mir. Denn er ist ein braver Bursche, der nicht bloß am Krankenbett das Herz auf dem rechten Fleck hatte. Er wäre ein tüchtiger Mensch! geworden — ein ganzer Mann."" „Uirb nun soll er sterben, ohne daß ich es ihm gesagt, ohne daß ich ihn um Vergebung gebeten habe! Nein, Vater, ich werde keinen ruhigen Augenblick mehr haben in meinem Leben, wenn ich die Last aus dem Gewissen behalte." „Sei ruhig, liebes Kind! Ich habe in dieser Nacht mit ihm davon gesprochen, und er hegt keinen Groll, weder gegen Dich noch gegen mich Er hat mir sogar ausdrücklich aufgetragen, Dich von ihm zu grüßen. Und ivenn man mit so viel Fassung dem Tode entgegenfieht, wie er, spricht man sicherlich! nichts, das nicht aus aufrichtigem Herzen käme."" „O Vater, lieber Vater, giebt es denn gar kein Mittel, ihn zu retten?"" „Die Krankheit hat ihn in ihrer schlimmsten Form gepackt, und er selber weiß es. Vielleicht bringt ihn seine Lebenskraft noch darüber hinweg — die Wissenschaft ist leider ohnmächtig."" Er fühlte, wie sie zitterte und drückte sie darum mit sanfter Gewalt auf einen Stuhl nieder. Wohl in dem Glauben, ihre Betrübnis damit zü lindern, sprach er weiter: „Ter Stadtrat Sartorius selber kam gestern abend, mich zu seinem kranken Sohne zu holen, und was mich auch sonst von dem Manne trennen mag, dafür wenigstens weiß ich. ihm Dank. Denn in dieser traurigen Nacht habe ich gelernt, wieder an Treue und männliche Wahrhaftigkeit zu glauben. Aus des Stadtrats eigenem Munde ioeiß ich, daß ihm Walther nach! jener unglückseligen Stadtverordnetensitzung kurz und bündig erklärt hat, er werde sein Haus für immer verlassen und vor aller Welt gegen ihn Partei ergreifen, wenn er die Beschimpfung, die er wider besseres Wissen gegen mich geschleudert, nicht öffentlich zurücknähme. Noch ans seinem Krankenbett hat ihn nichts anderes so sehr gequält wie dies. Sartorius mußte Lestern abend vor seinen Augen den Widerruf niederschreiben, der heute den beiden hiesigen Zeitungen übersandt werden sollte. Ich habe ihn gelesen und habe das Blatt natürlich zerrissen. Aber dem wackeren jungen Manne habe ich von Herzen das Unrecht abgebeten, das ich ihm in Gedanken und Worten zugefügt." Margarete hatte ihre Arme auf den Tisch gelegt und den blonden Kopf darauf niedersinken lassen. Sie weinte nicht, wenigstens nicht hörbar; aber von Zeit zu Zeit ging es wie ein Erschauern über ihre Gestalt. Frau Ruthardt, die sich, so lange ganz still verhalten hatte, ging auf den Fußspitzen zü ihrem Manne und zupfte ihn am Aermel. „Um des Himmels willen, Du machst es ihr ja auf solche Art nur noch schwerer", flüsterte sie eindringlich. „Siehst Du denn nicht, wie es um das arme Kind steht? Mein Gott, und davon hatten wir keine Ahnung!"" Und dann indem sie sich über die Verzweifelte niederbeugte, sagte sie mit all' der Innigkeit, die nur eine besorgte Mutter in den Klang ihrer Stimme zu legen vermag: „Sei mutig, mein geliebtes Kind ! Roch ist nicht jede Hoffnung verloren. Der Vater sagt, daß sich schon viel größere Wunder ereignet haben — warum sollte gerade hier unmöglich sein, was doch in anderen Fällen möglich gewesen ist!" (Fortsetzung folgt.) Vom Monat Dezember. & Dezember 1900. Nachdruck verboten^ | Schon vor der christlichen Zeitrechnung haben die Völker der nördlichen Halbkugel den Tag gefeiert, au welchem das lebenspendende Tagesgestirn die Zeit der abnehmenden Kraft vollendet, und mit dem kürzesten Tag die Hoffnung auf eine neue segenbringende Zeit beginnt. Viele Gebräuche und Sitten des alten Sonnenwendfestes haben sich auf unser Weihnachtsfest, das Fest des Frie- 69ö — öens liiti) der ÄLbe übertragen, insvefvndere gilt dies in Bezug auf die leiblichen Genüsse. Die alten Germanen haben zur fröhlichen Feier der Wintersonnenwende Fisch als Festspeise neben dem Juleber genossen, und daher stammt auch heute noch der Brauch! des Karpfenessens am Weihnachtsvorabend, mithin behauptet der Karpfen für die nächsten Wochen den Fischmarkt. In Norddeutsch land ist die Zubereitungsform in Bier besonders beliebt während in West- und Mitteldeutschland der blaugesottene Karpfen bevorzugt wird und den gewählteren Geschmack verrät; in dieser Zubereitung behält der Karpfen feinen fernen Ergengeschmack. Als leckerer Bissen gilt der Karpfengaumen. Dem Bier- oder polnischen Karpfen vorzuziehen ist der Böhmische. Hierzu wird der Karpfen in Stücke geschnitten und in Rotwein gelegt. Daraus bereitet man folgende, auf ungefähr 4 Pfund Karpfen berechnete Sauce. Man kocht Wurzelzeug mit Gewürz in kräftiger Brühe aus Liebigs Fleisch-Extrakt weich, kernt 10 bis 12 welsche Nüsse aus, kocht dieselben mit anderthalb Glas Rotwein eine halbe Stunde, löst 300 Gramm Pflaumenmuß in Rotwein auf, schüttet, wenn das Wurzelzeug weich ist, alles zusammen, giebt geriebenes Brot, Zucker und 80 Gramm srische Butter hinzu und läßt den Fisch! darin kochen. Auch in Altenburg wird statt Bier Wein zu den Saucen genommen. In England ist der Karpfen als Weihnachtsgericht eingesührt und wird dort mit frischem Gurkensalat gereicht. Außer dem Karpfen haben im Dezember schmackhaftes Fleisch: Forellen, Saiblinge, die ihres Wohlgeschmackes wegen von vielen Feinschmeckern den Forellen vorgezogen werden, Aale, Barben, Schleien, Maränen, die gebacken in Masuren am Christabend gespeist werden, Hecht, Lachs und Wels, von Seefischen giebt es Schellfisch, Kabeljau, Dorsch, Rot-Seezungen und Steinbutt. Austern sind in diesem Jahre ausnahmsweise vorzüglich. In nächster Zeit sollen amerikanische Austern in regelmäßigen Sendungen eingeführt werden, und damit dürfte dieses Schalentier, das in Nordamerika ein wirkliches Volksnahrungsmittel ist, auch! bei uns zu billigeren Preisen zu haben, sein. Der Kaviar steht auf der Höhe seiner Güte. An Fleischabwechselung im Dezember ist kein Mangel; für die höheren Ansprüche in den Festtagen verlangt die Küche auch! etwas außergewöhnliches, und dafür ist bereits vorzügliches Geflügel vorhanden. Vorzugsweise in den Delikateßhandlungen finden wir: Hamburger Küken, Masthühner, fette Enten, Kapaunen, und in schönster Auswahl hat sich auch- die allgemein als Festbraten gerühmte Pute eingestellt. Reichste Auswahl bieten auch die Wildhandlungen, namentlich in Hase, Reh und Hirsch. Im Delikatesthandel sehen wir das erste russische Renn, dessen Zungen, die als Konserven von Schweden und Norwegen aus in den Handel gebracht werden, Feinschmecker schätzen. An Wildgeflügel giebt es Fasanen und Wildenten, Birkhähne aus Rußland, des Auerhahns nächster Vetter, das nach gehörigem Abhängen ein besseres Gericht liefert als das Auerwild, da es sich nur von Birkensprossen, Heidel- und Brombeeren nährt. Ein gut gerupftes und nur mit einem Tuch gut abgeriebenes, nicht gewaschenes Birkhuhn wird mit Speckfcheiben umbunden oder gespickt und in reichlicher Butter schön gelbbraun gebraten. Ein junges Huhn oder Henne ist in einer halben Stunde völlig saftig und durchgebraten. Hasel- und Schneehühner werden in Rußland zu tausenden erlegt und nach England und Deutschland versandt. Beide Wildvögel geben nach Art des Rebhuhnes zubereitet einen delikaten Braten. Zu erwähnen ist noch das Wildschwein, sodaß Anhänger alter Traditionen auch das Wildschwein den ehemaligen Juleber — nicht entbehren dürfen. Das beste von dem Wildschwein ist die gebratene Keule und der gefüllte Kopf, der kalt mit Remuladen- oder Cumber- laudsance gegessen wird. Der Gemüsemarkt nimmt im Dezember von Woche zu Woche ein winterlicheres Aussehen an; Rosen und Blumenkohl sehen wir in schöner Ware, auch- noch! guten Spinat. Teltower Rüben und Karotten werden jetzt noch- den weißen und Kohlrüben vorgezogen, die erst später im Winter gesuchter sind. Grünkohl oder in anderer Färbung Braunkohl wird unter den Kälteeinflüssen von Tag zu Tag Lesser, und ist sehr empfehlenswert zu Schweinefleisch, Bratwürstchen oder Gänsebraten. Der leicht gewaschene Braunkohl wird mit Wasser aufgesetzt und langsam zum Kochen gebracht unter öfterem Rühren und Schütteln des Topfes, damit sich der in dem Kohl sitzende' Sand herausspült. Nachdem der Kohl zwei Minuten gekocht hat, wird er nochmals in kaltem Wasser gespült, und fein gehackt. Alsdann zerläßt man 100 Gramm Schweinefett in einem irdenen Topf, und giebt den Kohl hinein, fügt Zwiebel, Pfeffer, Zucker und einen halben Liter Brühe aus 10 Gramm Liebigs Fleisch-Exrrakt hinzu, läßt den Kohl so eine Viertelstunde kochen, giebt 15 Gramm Mehl hinzu, und läßt den Kohl noch anderthalb Stunde schmoren. Rapunze ist, solange der Schnee fehlt, noch häufig, von Endivien finden wir auf dem Markt nur die kraus- blätterige, während die dreiblätterige, wohlschmeckendere mehr in den Delikateßläden zu haben ist. Die Delikateßgeschäfte überbieten sich im Angebot frischer Gemüse und Früchte, sowie Gemüse- und Fruchtkonserven. Mau sieht in den Schaufenstern grünen französischen Spargel, die zierlichen Stachis, Cardy, französische Bohnen, englische Gurken, Schwarzwurzeln, Artischoken u. a. m. Einer besonderen Gunst der Hausfrauen erfreuen sich die Konserven, die zu allen Preislagen zu haben sind; sie bedürfen keiner Vorarbeit, sodaß oft im letzten Augenblick noch ein Zwischengericht Mr Vervollständigung, der'Mittagoder Abendtafel eingeschoben werden kann. Ein beliebtes Zwischengericht sind Schoten und Spargel mit einer Beilage von geräucherten Spickgansscheiben. Ein großer Handelsartikel in diesem Monat ist der Mohn. Je nach der Gegend liebt man den blauen -oder weißen Mohn und wechselt auch die Art und Weise der Zubereitung. Schlesiens Sonderuachtisch zur Weihnachtszeit sind Mohnklöße mit blauem Mohn bereitet, während die Mark von weißem Mohn bereitete Mohnpielen hat. Vom Obstmarkt verschwinden die billigen Birnen im Gegensatz zu den Aepfeln, die in diesem Jahr auffallend billig und gut sind. In den Delikateßläden sind die getrockneten Früchte des Südens zu haben: Traubenrosinen, Datteln Feigen, Schalmandeln, Paranüsse und alle anderen Nußarten. Von Naschfrüchten sehen wir Bananen und herrliche Granatäpfel, die in ihrer Heimat namentlich am Neujahrstage gegessen werden. Der Granatbaum gehört nun aber doch, so hoch er in Süd- Europa und dem Orient geschätzt wird, zu den Entthronten; die Orangen haben ihm den Rang bestritten. Weiter sehen wir Mispeln in noch nie dagewesener Größe, sowie Cakis, die chinesische Dattelpflaume, die aus naheliegenden Gründen nicht aus China, sondern aus Japan eingeführt wird. Der Garten im Dezember. Nachdruck verboten. Friert es oder friert es nicht im kommenden Monat? — so habe ich dreimal fragend an meinen Knöpfen abgezählt, und da ich danach noch ebenso klug geblieben bin wie vorher, so werde ich meine Epistel auf beide Fälle einrichten müssen. Friert es nicht, dann sind wir schön heraus; denn dann läßt sich im Garten und auf dem Felde noch alles mögliche machen. Es kann rigolt werden, gegraben, gedüngt, wir können Löcher auswerfen für die Frühjahrspflanzung, wir können schneiden, auslichten, ausholzen, !vir können selbst noch Bäume pflanzen, aber es geschieht besser nicht; denn wer steht dafür, daß nach der Pflanzung nicht fofort scharfer Frost eintritt, und die armen Neugepflanzten erheblich leiden? Gesetzt den Fall, wir bekommen Frost und Schnee, was dann? Auch da giebt es Arbeit. Schütze deine Nadelhölzer! Sie leiden unter der Last des SchKtzs, der ihre Aeste niederbiegt und ihre Form zerAitteb^Täs wenigste, was wir für unsere Nadelhölzer, thiin können, ist das Abklopfen des Schnees. Ein sorgsamer Hausvater bindet aber die Aeste am Stamme fest, damit sie von vornherein Halt gegen Schneedruck haben. Schneedrück wird sich auch geltend machen bei denjenigen Gewächsen, welche mit einer Winterdecke versehen sind, die, statt in eine Spitze auszulaufen, flach gebaut 696 — wurde. Da geschieht es gar leicht, daß der Schnee die Decke durchbricht und Gerüst, Schnee und Reisig den Schützlinge^ argen Schaden zusügen. In den Gemüse- und Obstkeltern ist zu lüften, alles Faulende zu entfernen,- auch in den Pflanzenüberwinterungsräumen muß man das gleiche thun. Ein gelbes Blatt soll nicht geduldet werden. Im Dezember beginnen wir energischer die Treiberei unserer Treibpflanzen. Hyacinthen, Tulpen, Crocus werden warm gestellt. Maiblumen, die nur dann sich flott entwickeln, wenn sie von Anfang an einer Wärme von 16 bis 20 Grad ausgesetzt sind, kommens in die Nahe des Ofens. An kalten Abenden find alle Gewächse von den Fenstern wegzurücken, damit ihre Blätter nicht über Nacht an die Fenster ansrieren. Es ist ferner daraus zu achten, daß alle Gewächse des Wohnzimmers öfters mit feuchtem Schwamm abgewaschen werden, damit das Ungeziefer fich nicht zu breit zu machen kann. Die blühend gekauften Pflanzen stelle man nicht zu warm, halte sie tüchtig feucht; sie kommen aus dem Tropenklima der Gewächshäuser und können nur bei starkem Gießen die trockenere Zimmer- lnft vertragen. Obstfreund, Gemüsezüchter und Blumenfreund fangen an Pläne zu machen für das nächste Jahr. Der Obstfreund sucht die Sorten, die er anpflanzen will, vergißt dabei nicht den im „Erfurter Führer" als Zukunftsapfel für den Massenanbau hingeftellten Schönen von Boskoop, bestimmt die Bäume, welche umveredelt werden sollen, skizziert den Bepflanzungsplan für das nächste Frühjahr. Der Gemüsezüchter^ sieht seine Sämereien durch, prüft sie auf ihre Keimfähigkeit, notiert sich das Fehlende für die spätere Bestellung und ist bedacht, etwaige neue Kulturen feinem Betriebe einzureihen. Der Blumenfreund überlegt, welche Pflanzen er vermehren will durch Stecklinge, durch Samen oder durch Teilung, und trifft dazu seine Vorbereitungen. So ist der letzte Monat des alten Jahres so recht dazu geeignet, noch einmal zu überdenken, was im alten Jahre geschasst wurde und was im neuen zu schaffen ist. I. C. Schmidt, Erfurt. Gemeinnütziges. Eine große Freude bereitet jedem Gartenfreund das Schneiden seines Weinstocks. Leider werden aber ost recht große Fehler gemacht, so daß wohl der Stock geschnitten ist, im nächsten Jahre aud) austreibt, aber nur wenig vder keine Trauben bringt. Es fehlt an der richtigen Anleitung. In der neuesten Nummer des praktischen Ratgebers im Obst- und Gartenbau ist ein längerer Artikel veröffentlicht, in welchem an der Hand vorzüglicher Bilder der Schnitt des Weinstocks in einfachen, klar verständlichen Worten erklärt wird. Der Verfasser macht darauf aufmerksam, daß es durchaus nicht im Interesse der Tragbarkeit läge, recht viel Holz stehen zu lassen, sondern im Gegenteil durch energisches Zurückschneiden die Tragbarkeit gefördert werden könne, weil sich dann die Kräfte des Stockes auf wenige Reben beschränken; diese wenigen Reben aber können gut ausgebildet und ernährt werden, infolgedessen auch gute Früchte zeitigen. Bekanntlich trägt der Rebstock, im Gegensatz zum Obstbaum, nur an starkem Holze. Starken Rebstöcken kann man natürlich eine größere Zahl Tragreben zumuten, als schwachen Stöcken, bei welchen insbesondere auf eine kräftige Holzbildung hin- 'zuwirken ist. Die Nummer 47, in welcher sich dieser Artikel befindet, ist durch das Geschäftsamt des praktischen Ratgebers zu Frankfurt a. O. zu beziehen. Literarisches. Das Weihnachtsheft von Belhagen & Klasings Monatsheften giebt vielfach die Stimmung wieder, die die Festzeit, für die es bestimmt ist beherrscht. Drei kleine Erzählungen von Karl Erdmann Edler, Marianne Mewis und Kaethe Kajetan werden außer zahlreichen Gedichten ihr gerecht. Nicht minder ein prächtig illustrieter Artikel von Fritz von Ostini, der die einzigartige Krippensammlung schildert, die das Bayerische Nationalmuseum einer Schenkung des Herrn Max Schmederer in München verdankt. Wir lernen durch sie eine bisher fast ganz unbekannte, überaus reizvolle Kunstindustrie kennen, die im XVIII. Jahrhundert in Bayern und besonders in Italien blühte und auch vom Standpunkt der Kulturgeschichte aus überaus interessant ist. Ebenso zeitgemäß wie interessant ist ein zweiter illustrierter Artikel: „Von der englischen Freiheit und ihren Hütern" von Eduard Schüler, der sich eingehend mit dem englischen Parlament und dem englischen Parlamentarismus beschäftigt und die Frage beantwortet, in wie weit wir Ursache haben, uns etwa nach der englischen Freiheit zu sehnen. Der Aufsatz ist prächtig frisch und munter geschrieben. Der dritte illustrierte Artikel: „Die Grande Chartreuse und ihre Bewohner" von Walter Gensel, giebt die Eindrücke wieder, die der Verfasser bei einem Besuch dieses berühmten Klosters empfing. Da die Berühmtheit desselben ans sehr verschiedenen Quellen stießt, nämlich aus seiner uralten Geschichte, seiner herrlichen Lage und seinem berühmten Likör, so konnte sich auch die Schilderung in Wort nnd Bild sehr mannigfaltig gestalten. Der Roman „Psyche" von Richard Voß, der in diesem Heft zu Ende geführt wird, bezeichnet einen Höhepunkt in dem Schäften des genialen Dichters. ______ • Von dem begeisterten Empfange, der Ohm Krüger bei seiner Ankunft in Marseille zu teil wurde, berichten die lebensvollen Ausnahmen der letzten Nummer der „Weiten Welt" (Berlin und Stuttgart, Unionverlag), deren Schnelligkeit in der Schilderung aktueller Ereignisse das höchste Lob verdient. In prächtigen Skizzen sind auch die Hauptredner bei der Chinadebatte im Deutschen Reichstage, deren Verlauf von der ganzen gebildeten Welt mit der höchsten Spannung verfolgt wurde, wiedergegeben. Von den zahlreichen gediegenen Aussätzen wird vor allem eine fesselnd geschriebene Abhandlnug über das künstlerische Schäften Gustav Eberleins interessieren, dessen Hauptwerke in schönen Tondrucken wiedergegeben werden. Die Beliebtheit der „Weiten Welt" ist durch den gehaltvollen Inhalt vollauf begründet; die einzelne Nummer kostet nur 25 Psg. Kinder-Leitung. Herausgegeben von Felix von Stenglin, Groß-Lichterfelde. Inhalt von Nr. 9: Was in der Welt vorgeht: Eine Verbindung zweier Meere; Eine Schiller-Feier; Soldaten aller Länder; Der Kaiser und das Kleingeld; Ein deutscher Schifsbrüchiger; Der Kranz der Mutter; Kleine Notizen. Aus dem Reiche der Natur: Wie schwer ist die Erde? Der Beobachter in Wald und Feld: Der Sperber. „Was John Dollond der Taucher erzählte" von Bruno H. Bürgel. (Forts.) „Jndianerleben im Thüringer Wald" von Felix von Stenglin. (Forts.) Erlebniffe. Zu beziehen durch alle Postanstalten, Buchhandlungen und die Expedition in Groß- Lichterfelde. Jugendschristen: Naiurstudien im Garten. Plaudereien am Sonntagnachmlttag. Ein Buch für die Jugend von Dr. Karl Kraepelin, Direktor des Naturhistorischen Museums in Hamburg. Mit Zeichnungen von O. Schwindrazheim. [VI u. 150 ©.] gr. 8. 1901. In Original-Leinwandband n. Mk. 3.60. Verlag von B. G. Teubner in Leipzig. Gleich den „Naturstndien im Hause" desselben Verfassers wollen diese „Naturstudten im Garten" den Sinn für die Natur und ihre Wunder im Herzen der Jugend wachrufen nnd beleben. In der Form zwangloser Plaudereien eines Vaters mit seinen drei Söhnen, nnd anknüpfend an die verschiedensten, in jedem Garten sich darbietenden Naturobjekte, sucht der Verfasser die junge Welt zu eigenem Nachdenken anzuregen und ganz unvermerkt zu allgemeineren Gesichtspunkten über das gesetzmäßige Walten in der Natur hinznleiten. Küchengewächse, Zierpflanzen, Unkräuter wechseln in bunter Reihe ab mit den mannigfachen tierischen Bewohnern des Gartens, von der brütenden Grasmücke bis herab zu den schädlichen Blattläusen und den Regenwürmern. Der von O. Schwindrazheim ausgeführte Bilderschmuck des lebendig geschriebenen, auch jedem Erwachsenen reiche Belehrung bietenden Merkchens erscheint recht ansprechend. Wir glauben daher das hübsch und vornehm ausgestattete Buch namentlich als FestgeschtNk warm empfehlen zu sollen. Logogriph. Nachdruck verboten. Bin guter deutscher Unterthan Und rede doch in fremden Lauten. Gewandt führ' ich den Ruderkahn Im Stromgebiet, dem heimisch trauten. Dort führ' ich dich als lieben Gast Durch Dörfer, Wiesen, Waldgelände! — Wenn dn mein Haupt genommen hast, Bereitest dn dir selbst das Ende. Auflösung folgt in nächster Nummer. Auflösung des Zahlenrätsels in vor. Nr.: Albrecht Dürer; Leberecht, Lecher, Lebe, Elbe, Oelle, Lecht. Ihaler. Dattel, liebel, Lehe, Erbe, Rabe. Briefkasten. K r, G. Mitleid trag' ich nicht nur mit „ächzend brechenden Wäldern"; Decke der Winter drum zu, was Du im Herbste verbrachst. Bdk Redaktion: ®. Burkhardt. — Druck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch, und Steindruckerei (Pietsch Erben) in Gießen.